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Erstes Blatt.

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Argentinien, Ebile, Columbia, Däne-

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orwcgen, Paraguay, die Nieder- "5nn Salvador, Schweden, die

tob. Kanton, 18. Oft. (Reuter.) Dec Senat hat da- Recht der Deutschen, in^hina zu wohnen und Handel zu tchiben, wiederhergestellt.

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trifft, muß abgewartct werden.

Einte" zum Eintritt in de» Völkerbund.

wl> ersailles, 17. Okt. Der Fünferrat

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I zweiselhafl. ab die Meldung von der Hinausschie­bung des Austausches der Ratifikationsurkunden und damit des wirklichen Eintretens des Friedens- zufiandes zu' effend ist: denn nack einer ebenfalls vom Dsolfflchrn Büro vcrb-citeten Meldung des Petit Paristen" soll der Austausch der Ratifika- ttonsurkunden in allernächster Zeit ftott= Vf- finden. Welche von beiden Nachrichten nun zu-

Marburg

konnabind. 18. Oktober

Schweiz und Venezuela durch eine Rate eine Ein­ladung zum Eintritt in den Völkerbund ergehen |tt lassen. Der Fünferrat beschloß weiter, sofort nach Inkrafttreten des Friedensvertrages folgende Ausschüsse eiuzusetzen: einen deutsch-belgischen Ausschuß für die ErenzfrstlcHUNg, einen Ausschuß für das Saargebiet sowie einen Ausschuß zur Fest- fehuug der deutsch-polnischen und polnisch-tschecho­slowakischen Grenzen.

Die Kosten der Besetzung.

tob. Berlin, 17. OA. Im Haushaltsausschuß der Nationalversammlung wurde die Aufstellung über die voraussichtlichen Kosten der Besetzung des rheinischen Gebiets usw. vorgelegt. Insgesamt be­tragen die jährlichen Besetzungskosten 2 219 000 J(, dazu kommen später für Bauunterhaltung (Aus­führung des Friedensoertrages) jährlich 40 000 000 -st und noch einmalige Ausgaben für Offizier- familienwohnungen usw. bis 400 000 000 .st.

mit dem Kreisblatt für dm Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

Die Verhetzung der Kriegsgefangenen.

Bon verschiedenen «eiten wird demFrkf. General- anz." mitgeteilt, daß die AufklärungStätigkeit der Reich?« regirrung unter den zurückkehrenden Kriegsgefangenen an Nachdruck und Wirkung ganz erheblich zurückbleibt Unter der ganz außerordentlichen Propaganda der Kommu­nisten und Unabhängigen. Zahlreiche Kriegs­gefangene erklären selbst, daß sie von der Aufklärungs- tätigfeit der Regierung bis jetzt no chfehr wenig gespürt hätten, daß sie aber von den radikalen Sozialisten mit Flugblättern undoufklörenden" Schilderungen, mst Versprechungen und Zusicherungen geradezu bombardiert würden. Durch diese Becinstussung sei bei vielen Zu- rückkehrenden ein vollkommen falsches Bild über dir augen­blickliche Lage und das Kräfteverhällnis der politischen Parteien in Deutschland entstanden. Eine ganze Anzahl Heimkehrer meinte, es lohne sich nicht für die jetzige Regierung einzutreten, da sie doch demnächst ge­stürzt würde. Die Räterepublik hab« viel mehr Aus­sicht auf Bestand. Besonders rührig ist die kommunistische Agitation aus den Bahnhöfen in Frankfurt, Aschaffen­burg, Würzburg und Göttingen. . In den Heimkehrer­zügen leisten die Eisenbahner der kommunistischen Propaganda Vorschub, und in den Krstgsgefangenen- Heimen halten die radikalen Unabhängigen ungeniert Vor- fragS- und Ausrlärungsabende ab.

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statt».

politische Unabhängigkeit von uigefähr 45 Rationen v-s allen Teilen der Erdkugel zu verbürgen. Senator ^randege sagte, die amerikanische Abordnung hatte N von der Friedenskonferenz zurückziehen müssen, die Tatsache zutage trat, daß Grheimverträ^-

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6» mutet eigenartig an, daß, nachdem der - Kriegszustand bald ein Jahr beendet ist, die Ver- t bundolen von dem Ilebergang zum Friedenszusiand

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wb. Amsterdam, 17. Okt. DieAssociated Preß" meldet aus Paris: Der Austausch der Ra­tifikationen wird auf unbestimmte Zett verzögert, da die drei Mächte, die den Ver­trag ratifizierten, nicht in der Lage sind, die nö­tigen Vorbereitungen zu treffen, um die Bestim­mungen des Vertrages innerhalb kurzer Zeit nach der tatsächlichen Ratifikation durchzufiihren.

wb. Versailles, 17. Okt..Journal" stellt fest, die Verbündeten seien durch den Uebergang vom Kriegs- zum Friedenszustand überrascht worden. Der Fünferrat habe entdeckt, daß die Inkraftsetzung des Versailler Friedensvertrases die sofortige Einsetzung zahlreicher Hrganismen «ach sich ziehe, von denen die meisten nllr auf dem Papier stünden Die Verbündeten könn­ten sich über verschiedene Fragen, wie z. B. die Zu­sammensetzung der Truppen für Oberschlesien, nicht verständigen. Auch könne ohne Amerika die Wie- dergutmachungskommission nicht bestehen. Der Rat des Völkerbundes müsse einberufen werden, um eine Negierungsform für das Saarbecken und Danzig feftzustellen. Der amerikanische Senat habe aber den Friedens- und den Völkerbunds- «rrkrag noch nicht genehmigt.

70» i 1838.

wb. Versailles, 16. Okt. Die deutsche Frie­densabordnung ist von Versailles nach Poris überge- pedelt

Nebergabe von Kronstadt an die Engländer.

wb. S t - ck h »l«, 17. Okt. (Havas.)Dagens Rqheter" vernimmt au» Helfingfors, daß die Bol­schewisten in einer am 8. Oktober abgehalteue» Sitzung beschlossen haben, Petersburg M raumen, da sich die Armee weigert, weiterzukämpfe« und die Disziplin nicht aufrecht erhalte« werden könne. Die Räumung ist von den kommunistischen Truppen begonnen worden. Die Arbeiter aller Berufe haben de« BefHl erhalten, die Stadt zu verlasse«.

wb. L o n d o «, 18. Okt.Daily Expreß" «rl. det aus Helfingfor»: Kronstadt hat sich «ach eiuer Beschießung durch die britisch« Flotte ergebe«. Gerüchtweise verlantet, daß Judenitsch am Mitt­woch abend i« Petersburg einmar- schielte.

Anschläge aus die Bolschewiste«f»hrrr.

wb. A m st e r d a m, 17. Okt. DemTelcgraaf" zufolge meldet dieTimes" aus Helfingfors, es verlaute gerüchtweise, daß englische Kriegsschiffe mit estnischen Trupepn zusammen in Krasnaja Gorka eine Landung versuchten. Der Fall dieses Ortes werde jeden Augenblick erwartet. In Pe­tersburg wurden im Zusammenhang mit An­schlägen auf da» Leben der bolschewistischen Minister alle Priester als Geiseln verhaftet.

Der Lnzetgenvrei» beträgt fit die Igel». Zeil» K) j u. SO*,1, Leuerunalznschl I u ^amtlich, x. «uiwitttge 55 1.104. Feber Xeittt gUtN*«

eie B«tr«b«tt »et «xetunft durch die «eich» ft»pelle «. Vermittlung der! 1010 leithte » V »oudergeblhr. Postscheckkonto: «r. SLlä Amt Frankfurt a. M. s 1313

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werden. Allerdings ist es noch

Stellt MmlstWÄms.

S itzung vom 17. Oktober.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um I llhr 20 8JHn. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen.

Abg D. Mumm (Deutschnatl.) fragt an, wieviel Steuergelder bisher durch de«Werbedienst der deutschen Republik" verausgabt worden sind.

Regierungsseitig wird erwidert, daß die Zentrale für Heimatdienst Aufklärung und Verständnis zu fördern sucht über die Gründe der Regierungshandlungeu und die Lust zu wecken sucht zu tätiger Mitarbeit. Diese Zen­trale diene also feiner einzelnen Pattei. Mit dem Werbe- dienst habe dir Zentrale nicht» zu tun. Zum Einschreiten gegen irgendwelche Beamten liege feine Beranlassimg vor.

Abg. Riedmiller (Soz.) fragt an wegen der Rück­kehr deutscher in der Schweiz ansässiger Wehrpflichtiger.

Regierungsseitig toirb erwidert, daß ein Teil dieser Leute bereit» zurückgefehtt ist. Die Schweiz hat cllgemein die Erlaubnis zur Rückkehr noch nicht erteilt wegen der Wohnungsnot in der Schioei». Verhandlungen werben gepflogen.

Abg. Astor (Ztr.) wünscht Entschädigung der Land­gemeinden für alle Mehrausgaben durch die Zwang»- bewirtschaftung. -r®*

Regierungsseitig wird erwidert, daß die« nicht <w->., gängig sei. T

Auf eine Anfrage deS Abg. Behren» (Deutschnatl.f bett. Vorenthaltung VM Deputatbezügen an Landarbei-! ter wird regkenlngsseitig geantwortet, daß eine völlige Freigabe der Naturallöhnbezüge nicht angängig fei. '

Dem Abg. Schiele (Dentschnatl.) wird auf dne Anfrage erklärt, daß eine unmittelbare Versorgung der Zivil- und Staats invaliden durch dir R oistandsversorguNg nicht angängig fei. ;

Abg. Frau Reitze (Soz.) wünscht Abstellung bei Holzwuchers.

Regierungsseitig wird geanttvortet, der Holzverkaus und Holzankauf soll organisiert werden. Die Ernen­nung eine» besonderen Kommissars werde erwogen.

E» folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung bei Haushalts des ReichSministettumS des Innern.

Abg. Frau Ziest (U.©.): Die Rede des Minister» Koch war eine scharfe Kampfansage gegen uns. Ter Jugend Wohlfahrtspflege der Regierung bringen wir da« größte Mißtrauen entgegen. Der Kinopest kann man nur mit der Kommunalisierung beikonnnen. Es sott eine Vereinbarung bestehen. Unabhängige int Staatsdienst nicht zu verwenden. Minister Rosfe bebanptete, eS gebe nur noch 22 Schuhhäftlinge. Ich behaupte, das ist ein« Unwahrheit. Die Verzweiflung treibt die Schntzhäst- linge zum Hungerstreik. Die militärische Polizeitruppe widerspricht dem Friedensvertrag.

Abg. D. Mumm (Deuischnall.): Der ReligionSunter- ttcht ist ein ordentlicher Gegenstand des Unterricht», Nach den klaren Aorten der Verfassung kann doch eine ausdrückliche Erklärung der Erzieher nur dann langt werden, wenn die Teilnahme am Religionsunter­richt nicht gewünscht ist.

Minister Dr. Koch: Wir alle wünschen, daß ort klare Witte der Eltern fcstgestellt wird. Der Weg dieser Feststellung soll gefunden werden im Einvernehmen mck den LandeSregienlngen. Die Pflege der Kriegergrä­ber sott wückig, wenn auch einfach dnrchgesühtt werden.

Ten Anttag der Unabhängigen ans eine allgemeine So­zialisierung des Heilwesens bitte ich abzulehnen. Die ZeitiingSverbote, von denen gesprochen wurde, fallen unter den Belagerungszustand. Arbeiterräte, die sich an dir Stelle der Regierung setzen wollen, müssen verschwinden. Meine Rede war fein, Kampsan- sage gegen die Arbeiter.

Minister Noske: In den Berliner Krank.nhäus.rn tzanr. heute nicht operiert werden, todl die Ge­nossen der Frau Zieh die Krafilverke lahmlegen.

mendc Zurufe, Ordnungsruf an den Abg. Weher.) Ich hoffe, di« Kraftwerke in Gang zu bringen, auch da? Bit- terfelbet. Wer weiter den Versuch macht, lebenswichtig« Betriebe zu stören, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahr« kfiroft iverden. Auch werden die, die zum Streik auf- wiegeln, mit größter Befchleunignng hinter Schloß und Riegel gesetzt werden. Ich werde Leben und Gesundheit so vieler Tausender zu schützen wissen. (Starker Berfall. Lärm b b. Unabhängigen.)

«bg. Fran Zieh (11. S.): Am Metallarberterstreik sind die polizeilichen Maßnahmen schuld. Der Ausba« der Streikbrecherorganisation wird von Noske betrieben. Wenn Noske iveiter da? Recht mit Füßen tritt «n> Gewalt androht, weshalb läßt er nicht schießen?

Minister NoSke: Gewalttaten fmbvon der Re­gierung lediglich abgewehrt worden. (Peifa.l. Lärm fe, bexi Unob^.) toitb bft SRcoitruitd uttttt ftucii

Umständen festhalten. Jeder Versuch, eines Tagt» einen Umsturz in Ihrem Sinn, (zu den 11. S.) zu machen, wird entliehene Gegnerschaft finden. Herr Henke wirb das Loch finbett, wo er seine Haut in Sicherheit bringt» wird (Zuruf des Abg. Htnfe, der zur Ordnung ge­rufen wird > Das Koalitionsrecht der Arbeiter wirt von uns nicht angttaftet, aber in Berlin handelt rl si ck-darnm, daß versucht wird, Hnnderttausende von Ar­beitern in den Streik zu treiben, die wider Streik- noch Arbeitslofennnterstützung zu erwarten haben. Zn leide« darunter haben die Arbeiter und armen Teufet Da» Maß der Nichtswürdigkeit und Schamlosigkeit, das von beW Anhängern der Frau Zieh seit Monaten gegen Anders­denkende geübt worden ist, übertrifft tausend­fach das, was ehemals unter bemalte» Regime von mir und meinen Freunden gezettelt wor­den ist. Bon dfefem Druck Gefreit zu werden, danach

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Anierika.

Senat und Friedensvertrag.

wb. Washington, 17. Oft. (Reuter.) Der Se­iet v« rwarf die S ch a n i u n g betreffenden Män- krungSanträge ;nm Friedensvertrag mit 55 gegen 35 Stimmen.

wb. Amsterdam, 17. Oft. Das Preßbüro Mebio meldet auS Annapolis: Senator Shields er- Klttt in einer Rede im Senat, er sei Gegner aller Be- j stnnmungen del geplanten Friedens- und Völkerbunds- ! Verträge», die auf eine Vergewaltigung der Polit-' kr Bereinigten Staaten, die bisher darin bestand, keine verwickelnden Bündnisse abzuschließen, hinaus- Befen. Er wolle nicht, daß die Vereinigten Staaten derpslichtet werden, die territoriale Unversehrtheit und

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setzte« starke lettische Kräfte übet und griffen die Truppen der Eisernen Division an. Der Gegner wurde allenthalben von der Eisernen Di- vifion geworfen. Bei den Dünabrücken liegen über 200 Tot«. Der übrige Teil wurde in die Düna gejagt, wobei viele ertranken. Am späten Nachmittag eröffneten fünf Kriegsschiffe, die bisher für englische gehalten wurden, das Feuer auf Dünamünbe, wobei sie die lettische Flagg« setzten. Abends landeten lettische Truppen bei Dünamünde und Bolderaa und schlugen da» dort stehend« russische Regiment zurück. Die Eiserne Dioifion setzte gegen lettische Kolonnen, die aus Bolderaa herausmarschterteit, erfolgreich Truppenteile an. Auf Thorensberg liegt Stö­rungsfeuer.

Ein« Rechtfertigung de- Borgetzen- Oberst Vermonts.

wb. Helfingfors, 16. Ott. Die Pressestelle der russischen Westarmee in MUau veröffentlicht eine Erklärung, worin es heißt: Das räuberische Steuersystem und die unerbittlichen Requisitionen der Ulmanis-Regierung haben unter der Bevölke­rung Unwillen gegen lllmanis hervorgerufen. Die Führer der Unzufriedenen wandten sich an die Vertreter der russischen Macht in Mitau. Erst als die lettländische Regierung den Vorsriedensver- trag mit den Bolschewisten in Dorpat beschloß und unterstützt non den estnischen Truppen gegen die antibolschewistische russische Westarmee vormar­schieren ließ, entschloß sich Oberst Vermont zum Handeln. Zur Sicherung feiner militärischen Ba­sis besetzte er das ganze linke Dünaufer. _ Die Gefahr litauischer Angriff« auf die deutschen

Truppe«.

wb. Berlin, 17. Ott. General v. b. Goltz hat am 12. Oktober da» Kommanbo an General v. Eberharbt abgetreten. Die Litauer ziehen ihre Truppen süböstlich Schauten zusammen; bies erschwert bie Lage für bie beutschen Truppen, bie hier burchmarschieren müssen. Die Verhandlungen, die General v. Eberharbt mit ber litauischen Re­gierung eingeleitet hat, finb noch nicht abgeschlos­sen. Es ist nicht ausgeschlossen, baß bie Litauer einen Angriff gegen bie beutschen Truppen unternehmen. Aus biesem Grund ist General v. Eberharbt gezwungen, Schaulen mili­tärisch zu sichern. Anberrrftits richtete er an bas Auswärtige Amt das Ersuchen, seine Verhand­lungen mit der litauischen Regierung zu unter­stützen.

Das gestern eingebrachte Gesetz über die Staats- form bestimmt: Die deutschen Alpenlande in ihrer durch den Staatsvertrag von St. Germain bestimmten Abgrenzungen sind eine demokratische Republik unter dem NamenRepublik Oesterreich". Die Staatssprache ist unbeschadet der sprachlichen Mnderheitrn und der gesetzlich eingcräumten Rechte die deutsche Sprache. Gleichzeitig werden das Gesetz vom 12. 3. übet die Staatsform und der Artikel des Gesche? vom 12. 11. 1918 über die Staats- und Regierungsform» wonach DeutsckiOesterreich ein Bestandteil des Deutschen Rei­ches ist, ausgehoben.

8WM» S'IMhi W M SflietHl. Beschießung der Vorstädte Riga«, Heftige let­tische Angriffe.

wb. Versailles, 15. Ott. Rach demZn- tranfigeant" richtete der Kommandant der briti­schen Ceestreitttafte in der Ostsee an Oberst Ver­mont ein Ultimatum, die Vorstädte Rigas bis Donnerstag mittag z« räume«, widrigen­falls bie Stobt beschossen werbe.

Die angebrohte Beschießung hat im Verein mit heftigen lettischen Angriffen stattgefunben:

wb. Helfingfors, 17. Ott. Nach Meldun­gen ber russischen Westarmee fetzten bei Tages­anbruch am 15. Oktober starke lettische Angriffe gegen die Front bet russischen Westarmee zwischen Merzendorff unb Thorensberg ein. Bei dem er­heblichen Artillerieeinsatz gelang es bem Gegner, vorllbergehenbe Erfolge zu erzielen. Desonbers heftig waren bie Kämpfe an ben Dünabrücken in Riga. Gestützt burch einen estnischen Panzerzug

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wv. Wien, 17. Oft. Die Nationalve^ammlung beschloß ohne Aussprache die Ratifizierung des St. Germainer Staatsvertrages.

Nach der Nalifizenrng des FricdensvertragcS überreichte Staatskanzler Dr. Renner unb da» Grsamtkabinctt den Rücktritt. Der während der Unterbrechung ber Sitz­ung sofort einberufene HauptauSschuß nahm den Rücktritt des Kabinetts an und beschloß, den Abg. Dr. Renner als Staatskanzlcr der Nationalversamnilung vorzuschlagen und die von Renner vorgelegte Liste de» Kabinett» gut« zuheißen. Nach ber Wiederaufnahme der Sitzung wählte die Nationalversammlung dir neue Regierung, bie sich folgendermaßen zusammensetzt: Staatskanzlcr und Staat»- fekretär des Aeußern Abg. Dr. Rennet (So».), Vize­kanzler Abg. Fink, Staatssekretär für Inneres und Unterricht Matthias Eldersch, Staatssekretär für Justiz Abg. Dr. Ranek (Ehristl.-soz.), Staatssekretäf für Heerwesen Dr. Deutsch (Soz.), Staatssekretär der Finanzen Direktor Dr. Reisch, Staatssekretär sür Land- und Forstwirtschaft Abg. Stöckler, Staats­sekretär für Handel und Gewerbe, Industrie unb Bauten Abg. Zrrdik, Staatssekretär für Verkehrswesen Sck- tionschef Paul, Staatssekretär für foziale Verwaltung Abg. Hanusch (So».), Staatssekretär für Volksernäh­rung Seftionschef Löwenfeld-Ruß, Staatsfekretär mit der bloßen persönlichen Mitarbeit an bet Berfas- sungs- und Vcrwaltungsreform bis zur Verabsckicbung der Vcrfassungsreform Abg. Michael Mayer (Christi- sozial).

Staatskanzfer Renner hiell sobann seine Antritts rede, worin er als Pfttcht bet Regierung betonte, dem im Ganzen ausgesprochenen Volkswillen Achtung und Geltung jedermann gegenüber zu verschaffen. Die Regie­rung trete ihr Amt an auf Grund der zwischen den beiden großen Parteien geschloffenen Vereinbarung. Es band-'le sich um «n Kompromiß, um Staat und Volk an» dec lurchtbaren Krise herausznführen. Angesichts der bem Volke drohenden Gefahren be» Erfrieren» und Ver­hungerns hätten sonst entgegengesetzte Parteien die hohe Selbstüberwindung aufgebracht, bie Gegensätze zurück,zn- stellen und auf eine bestimmte abgemeffene Zeit unter klar bestimmten Bedingungen eine vorübergehende Ar­beitsgemeinschaft zu bilden, um das Gemeinwesen aus der Eristenzkrife heranspuführe«.

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