Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
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IDte „Oberhesfuche Zeitung" erscheint sechs»»! »»chentlich. — Der Bein-spreis betrete »enatlich 1.60 X. frei iv» Han«; durch die
1.75 #. »hnr «eftekgeld - »erl«, »an Dr €. Hitzer. th.- Druck der
Univ - Buchte. von I o h. « u g. K o ch. »er» H/2X. — KEstreche, H.
Marburg
Montag. 13. Oktober
Der »nzeigenPret« beträgt fit di« Sgels Zeil« tO 4 *• so's, LeuerunglzuskSl — <5 a, «»tliche n. «usetrrtge 55 Reklameretl» 1.60X. Fetzer lindntt gilt eis Lnrredett. — Lei Auskunft durch die Eeichöftsftell« u. Vermittlung der >»>»6,1« M 4 Ksndrrgebltzr. — Postscheckkonto: Ar. 5011 Amt Frrnt, urt a. ®t.
54. Jahrg.
1919 !
8ir km Sitrilttrrttn ks gtiekns« StritMö.
Endgülti«e Ratifiketisn durch England.
t»6. ßonbon, 11. Okt. (Havas.) Der König '«tifizierte den Friedensvertrag und sandte das
Dokument nach Paris.
Annahme de» Vertrage» im franzöfische« Senat.
tob. Paris, 12. Okt. (Havas.) Der Senat genehmigte den Friedensvertrag mit 217 Stimmen bei einer Stimm««' 'Haltung. Die Bündnisverträge mit England und den Bereinigten Staaten wurden mit 218 Stimmen einmütig gut geheißen.
Es ist wahrscheinlich, daß des Dokument der Ratifikation des Versailler Vertrages am Montag im Amtsblatt veröffentlicht wird. Da der Fried« mit Deutschland von drei Großmächten (England, Frankreich, Italien) ratifiziert ist, tritt er nach dem Austausch der Ratifikationsurkunden inkraft.
ting protestiert «nd eine Reihe von Forderungen aufgestellt, darnnter die Anerkennung der deutschen Gesetze, da das Saarland deutsch ist und deutsch bleibe« will, allgemeines, gleiches, deutsches Wahlrecht, Rückgängigmachung aller Ausweisungen, Zurückziehung aller Kolonialtruppen, Aufhebung der Grußpflicht gegenüber den sranzö» fischen Fahnen «sw., 6d)ut$ »or Hebelgriffen, Schaffung billiger Lebensmittel und Aufhebung des billigen Markkurfes.
Die Anruhe« in SaatstrSSe«.
w6. Saarbrücken, 1L Okt. Als Opfer der Unruhen wurde non der Pottzei eine größere Anzahl Verwundeter gemeldet. Nach der „Saarbrücker Zeitung" find bi» heute 400 Personen festgenommen worden, bei denen geraubte Waren gefunden wurden. Bei den Haussuchungen wurden Waren aller Art im Werte von 1% Millionen Mark den Plünderern wieder abgenommen. General Andlans» erließ folgenden Befehl: Die Sitzungen des Kttegsgerichts haben gezeigt, daß die Kriegervereine, der Heimatdienst, die
tob- Versailles, 12. Okt. Präsident Pivneare Wird beute oder morgen die Ratifikationsurkunde un-
-stkzsichnen. x
Reue Aufgaben für die Kent-ellkommisfion.
wb. Paris, 11. Okt. Der Oberste Rat stimmte
ter Bildung einer interalliierten Kommisston in
Berlin zu zur Ausübung einer Kontrolle über die russischen Kriegsgefangenen in Deutschland. Er genehmigte ferner^incq weiteren Bericht über die Organisation einer interalliierten Kontrellkom- wiMon in Oesterreich. Grundsätzlich stimmt der
Oberste
Rat dem Verlangen
Koltschaks
und Deni
kins zu, das darauf abzielt, das von der deutschen Armee erbeutete Kriegsmaterial
ke derzurrha l t em Die interalliierte Kon- ^llkommission in Deutschland wird mit der Aus- ihruug und Ueberwachung dieser Maßnahmen etraut.
h*. T - sterdam, 12. Okt. „Daily Chwistcle" »cldet au? Washington, daß kein Zweifel bestehe, daß ter Friedensvertrag und der Völkerbundsvertrag vorn Senat bestätigt werden.
tob. Hamburg, 11. Okt. Der Frachtdamvfer- terkchr mit Kuba, Mexiko und Havanna ist heute durch test Dampfer „Hans" wieder ausgenommen worden.
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Die Mckkehr der
wb. Berlin, 11. Okt. Die Reichszeittralstelle für Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit, daß der durch ten englischen Verk.hrsauLstand unterbrochene Heim- tnmsport der deutschen Gefangenen am 13. 10 wieder beginnen wird. Es wecken täglich 120 Gefangene nach Rotterdam verschifft wecken. Sechs deutsche Schiffe werden vom 14. 10. ab in ständiger Fahrt die Trans- Potte nach den deutschen Nordseehäfen bringen.
1 Am Montag wird eine kleine deutsche Kommission .Ke Ausreise nach Sibirien antreten, um die Zu- stmmenziehung der deutschen Kriegs- und Zjvilge- srngenen an den Küstenplätzen zu bewerkstelligen. Die Kommission nimmt Liebesgaben, besonders W.'ll nasche Mtd Post für die Gefangenen mit Sie ist ferner be- vrstragt die von der Reichsregierung in Amerika ange- Itnfttn Kleidungsstücke im Werte von 10 Millionen Hart an die in Sibirien befindlichen deutschen Kriegstech Zivilgesangenen zu verteilen. Außerdem erhält jeder Gefangene eine einmalige Unterstützung von 100 Kübeln. Die lausenden Zuwendungen von monatlich riner Million Rubel wecken hierdurch nicht berührt. Die Kommission besteht nur , aus ehemaligen Kriegs- tzesangenen, die in Sibirien interniert waren.
tob. Berlin, 11. Okt. Die Zentralstelle für Kriegs« und Zivilgefangenen teilt mit: Mit dem Kampfer „Miranga" kamen insgesamt 950 Personen Mab zwar 848 Männer, 60 Frauen und 42 Kinder :M»3 Australien in Rotterdam an. Sie wurden am ;W. Oktober mit Sonderzug nach Wesel weiter geleitet wb. Berlin, 12. Okt. Die Polen haben mit ter Hekmsendung der deutschen Internierten begonnen. Ken|o begannen sie mit der Entlassung der gerichl- Lch Verurteilten. Wegen schwierigerer Fälle wird noch terhandelt.
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Schützen vereine und im allgemeinen alle Vereinigung«» ehemaliger Mtlitürpersomen nicht unbeteiligt »» der Erregung und Aufwiegelung sind, deren tragische Folgen man im ganzen Saargebiet feststelle» kann. Infolgedessen werden alle diese Bereinigungen aufgelöst und ihre Güter unter Sequester gestellt. Die Mehrzahl dieser Vereinigungen soll später im Eaargebiet neu gegründet werden und zwar auf neuer Grundlage unter ähnlichen Bedingungen, wie ste für die Vereine der Kriegebefchädtigten gelten.
wb. Mainz, 12. Okt. (Havas.) Im Saargebiet ist eine inerkliche Entspannung eingetreten. Di« Eisenbahner haben die Arbeit wieder ausgenommen, und die Mehrzahl der Gruben- und Metallarbeiter ist ihrem Beispiel gefelgt. In Saarbrücken herrscht Ruhe. Vereinzelte Banden versuchte», an verschiedenen Puntten der Umgegend von Saarbrücken Unruhen hervorzurufen. Die Teilnehmer wurden aber schnell auseinander getrieben.
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wb. Mainz, 12. Okt. (Havas.) General De- goutte ist hier eiimetrofftn. General Mangin wird am Montag atetifen.
wb. Mannheim, 12. Okt. Die Psalzzcutrale meidet: Bekanntlich haben am 8. und 9. Oktober große Demonstrati^nsansstände in Kaiserslautern stattgefunden, verursacht durch die Berhastung v»n fünf Arteitervertretern. Bei diesen wurde n mehrere französische Offiziere und Soldaten verprügelt. Einer der Offiziere wucke dabei schwer vertontet. Die tyn- zösifchen Truppen gingen darauf mit der Schußwaffe gegen die Menge vor. Ein ILjähriger Arbeiter wucke dabei dirrch einen Beckenschust getötet, sechs andere Personen, darunter mehrere gänzlich unbeteiligte Frauen, mehr oder minder schwer verletzt, davon einige durch Bajonettstiche, lieber Kaiserslautern ist eine Art von Belagerungszustand verhängt worden.
wb. A a ch e n, 11. Oft. (Havas-Reuter.) Im Ber- lauf' von acht Tagen sind etwa 20 Spartakisten verhaftet worden. Man fand bei ihnen Aufrufe in denen die Proletarier zur Revolution gegen die Bourgeoisie und Befatzungstehöcken au^gef«rdert u#b die belgischen Soldaten gegen ihre Borgesetzton auf- gereizt wurden.
Enqlnnd.
wb. London, 11. Okt. (HavaS.) Der Abgeock- nete des Bezirks Notthport-Okoofe wurde zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, weil et eine aufwieglerische Rede gehalten hatte.
Wie das „Allgemeen Handelsblad" aus London meldet, geht der von Lloyd George auf die Forderung der Bergarbeiter nach Berstaatlichung der Bergwerke gegenübergestellte Vorschlag der Regierung dahin, alle Schuldrechte zu erwerben, um die Kohlenlager zu verstaatlichen und vsn der dafür gezahlten Koinpensation einen Teil zur Hebung der Lebenshaltung der Bergarbeiter zu verwenden. Ferner schlägt die Regierung vor, den Bergarbeitern durch die Bergbaukommissionen Vertretungen in den Bezirksräten und das Recht der Mitbestimmung zu geben.
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Not-
MS dem besetzten Gebiet.
Ein Notschrei aus dem Saargebiet.
Forderungen und Beschwerden durch srgane ter französischen Militärvcrwal-
^erdril. Jit dem Nurrufe wird gegen die Unter- tesickuw ' '
Berliner Blätter veröffentlöichen einen ichrei ans dem Saargebiet an das nichtbesetzte Deutschland, worin die Saarbevölkerung dringend bittet, an den maßgebenden Stellen für ihre Wunsche ei-nzutreten, um endlich von der fr an- röstschen Militärdiktatur befreit zu
Der Ansstand in Albanien.
tob. Vern, 12. Okt. „Agence Centcale" meldet aus Dalmallen über Laibach, daß nunmehr ganz Albanien im Ansstand gegeu die italienischen Trupven begriffen ist. Die Italiener haben überall erheb,nhe Bettust« erlitten. Die Aufständischen beschränken sich nicht mehr, darauh die italienischen Kommandos und Abteffmigen zu leläftigen, tzondern sie greifen auch die feste» Lager an. Selbg die Bevölkerung, von Skutari, die noch die meiste Sympathie für Italien hatte, hat sich jetzt der Erhebung angeschlossen.
Ak Antwort Irr Anbiinlrtrn in Irr loltischrn W
Sttarotl ök Milltei Seriiotreii in Hinmm
wb. Berlin, 12. Oft. In der Frage der Räum- nng der baltischen Gebiete haben die Westmächte der deutschen Regierung folgende Note zugehen lassen:
Paris, 10. Oktober.
Die alliierten und assoziierten Regierungen nahmen Kenntnis von der in der Note vom 3. Ottober in aller Form zum Ausdruck gebrachten Absicht der deutschen Regierung, den Rückzug ihrer Truppen an8 dem Baltikum und Lüauen mit größter Energie einzuleiten und tmrchzuiühren. Sie billigen gleichfalls die Zweckmäßig- teit der zu diesem Zweck von der deutschen Regierung eingeleiteten Maßnahmen. Die deutsche Regierung versichert jckoch, daß die von ihr eingeleiteten Maßnahmen sie von der Anschuldigung freisprtehem- die Erfüllung ihrer Ehrenverpflichtungen ,wie sie durch die Bestimmungen des WafsenstiMmdes festgesetzt sirck, vernachlässigt zu haben. Nachdem aber die Anordnungen der deutschen Regierung offenbar trotz der wiederholten Ersuchen und Borstellung der alliierten unb assoziierten Regierungen solange aufgeschoben toucken, daß die deutsche Regierung jetzt behaupten kann, sie fei tatsächlich nicht in der Lage, ihre Ausführung durchzusetzen, ist nicht schwer anzunehmen, daß die Verzögerung beabsichtigt wurde ,um Verhältnisse herbeizuführen, welche die deutsche Regiermrg jetzt zu bebanern vorgibt. Augenscheinlich ist es tatsächlich unmöglich, eine andere Erklärung für die Weigerung zu finden, General »ander Goltz zurückzuberufen .welcher ihr offizieller Bettreter gewesen ist, um die gegenwärtige Situation zu schassen, die durch den offenen Widerstand gegen die berechtigten Ansprüche der alliierten und assoziierten Regierungen charatterisiert wick.
Warum hat man die Zurückberusung des Generals, die brefma! t>ert<nt6t torobfit yt,xeT6FrtgTT*f'<3tmntt wurde General v. d Goltz, nachdem er erst vor einigen Tagen nach Berlin gerufen worden war, absichtlich auf das Operationsgebiet zurückgeschickt? Offenbar geschah die-, um mit Hilfe der Autorität seiner offiziellen Stellung die Organisation durchzuführen, die heute der beutschen Regierung gestattet zu behaupten, daß bk Truppen, die bisher durch diese selbe Regierung bezahlt, gekleidet und befördert worden sind, heute unbotmäßig werben. Hat General v. d. Goltz seinen Jnstruftionen eutsegen gehandelt? Wenn das der Fall ist, warum ist dann feine Insubordination nicht bestraft wocken, sei es durch schlichte Verabschiedung ober auf irgend eine andere Weise?
Sofern die Regierung auf diese Fragen nicht ge- nügenbcM Erklärungen liefert, als fit bisher gegeben hat, können die alliierten und «ssoziierten Regierungen nicht gtenben ,ba| die deutsche Regierung ihren Versicherungen gemäß alles getan hat, was in ihrer Macht stand, um alle deutschen Truppen aus den baltischen Staaten zurückzuziehen Es ergibt sich übrigens aus den letzten Nachrichten aus Lettland, daß sich die Lage erheblich verschlimmert hat infolge der Offensive, welche die Deutschen am 8. Oktober ergriffen haben, indem sie die deutsch-lettische Zone verletzten und die lettischen Stellungen mit Panzerwagen, Flugzeugen und giftigen Gasen angriffen, indem sie weiter Riga bedrohten und in Kurland die Biümng einer deutsch-russischen Regierung Herdorgerufen haben, die sich der Lokaloegierung feindlich gegenüberstellt.
Im Hinblick auf diese Lage halten die alliierten unb assoziierten Regierungen das Prinzip der vollen Verantwortung der deutschen Regierung in der Ausführung des Abtransportes auftecht und wünschen die in ihrem Telegramm vom 27. September angekündigten Maßregeln im vollen Umfange aufrechterhalten zu wissen, wenn der Abtransport nicht endüch unternommen und mit aller wünschenswerten Eile durchgeführt werden wird. Immerhin, um die Ausführnug -ber Operafion zu erleichtern »nd die deutsche Regierung zu unterstützen, nehmen die cHiierten und assoziierten ZjegierMgen den Vorschlag an, Vertreter zu entsenden, deren Mission darin bestehen wird .bei der deutschen Regierung von den Maßregeln Kenntnis zu nehmen, die von ihr getroffen worden sind, um die Bedingungen des Abtransportes zu erfüllen ,wie auch um ihr diejenigen vor- zn schlagen, die sie selbst für nützlich halten,_ um am Platze und in voller Aktionsfeeihcit eine wirksame st outrolle der Ausführungen dieser Maßregeln auszuüben. Der Vorsitz dieser Kommission der Verbündeten wird in r»ie Hände eines Generals gelegt, den die alliierten und assoziierten Regierungen ernennen. Erst wenn dieser General den alliierten unb assoziierten Regierungen und dem Obersten Rat mitgeteilt haben wick, daß die Maßnahmen des Abtransportes normal durchgeführt werden, können die durch das Telegramm vom 27. September vorgesehenen Maßregeln aufgehoben wecken.
Die deutsche Regierung wick gebeten, die Antwort so schnell wie möglich bekannt geben zu wollen, sie ist benachrichtigt chaß die alliierten und assoziierten Regierungen sie für jeden Akt der Feindseligkeit verantwortlich machen wecken, der gegen ihre Repriuen- ftauten in den baltischen Provinzen durch deuiiche Truppen sich ereignen könnte. gez. Marschall Fach.
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Die von der deutschen Negierung vorgeschlagene gemischte Kommission ist also abgelehnt worden; an ihre Stelle tritt eine Kommission der Ver
bündeten zur Beauffichtigun gder Räumungsmatz- nahmen. Wieviel nach dem Aebertritt eines gro« ßen Teiles der deutschen Truppen zu den Rusten überhaupt noch zu tun übrig bleibt, ist die Frage. In einer Unterredung des Grafen v. der Goltz mit einem Vertreter des „Daily Expreß", erklärt« der General, „die deutschen Truppen" würden nicht zurückkehren, sondern Rusten werden, weil es für sie in Deutschland weder Platz noch Arbett gebe. Daraus geht hervor, daß mindestens ein sehr großer Teil der Truppen zu Oberst Awalow Ber« mont übergetreten ist oder übertreten will. Jedenfalls sind ste dann aus der deutsche» Staatsangehörigkeit ausgeschieden und als Russe« z» betrachten. Die Note Fachs spricht zu Unrecht von „deutschen Truppen", deren Verhalten der deutschen Regierung nicht mehr zur Last -eleßt werden kann. Zurückzuweisen ist auch der Borwurf, daß die deutsche Regierung absichtlich diese» Zustand habe Hervorrufen wollen. Das wird vo» einer Negierung, die den Friedensvertrag unterschrieben hat und gar nicht ost genug bete»er» kann, daß sie ihn auch genau durchführen will, nicht gut gesagt werden können. Ihr fehlte et einfach an der erforderlichen Macht, vielleicht auch an Entschlußfähigkeit. Ob sie nun die Westmächte von der Haltlosigkeit der Vorwürfe zu überzeuge» in der Lage ist, bleibt abzuwarten. Einen Witz e r s p r u ch stellt es aber dar, wenn die Westmächte zur gemeinsamen Bekämpfung der Boffche- wisten (wenn guch nur durch wirtschaftliche« Druck) auffordern und gleichzeitig die Abberufung der zur Riederringung des Bolschewismus gewillten Truppen aus den baltischen Gebieten verlangen.
Die „Deutsche Tageszeitung" erinnert daran, daß die Westmächte am 28. August 1919 einen gemeinschaftlichen Angriffsbefehl für alle von der Narwa bis etwa 50 Kilometer südwestlich von Dünaburg stehenden Truppen, darunter auch diejenigen des Obersten Vermont gegeben haben, obgleich bekannt gewesen sei, daß sich unter den Truppen des Obersten Awalow Vermont zahlreiche deutsche Truppen befanden, di« schon seit langem russische Dienste genommen haben. Bei der Besprechung der Rachschubstage habe der englische General March dem Oberste» Vermont mitgeteilt, daß gegen eine Weiterversor- gung seiner Truppe aus Deutschland nichts einzu« wenden sei. „Die geschilderten Vorgänge zeigen", so meint die „Deutsche Tageszeitung", „welche Heuchelei die Westmächte in ihren Noten treiben und daß ihnen jedes Mittel recht ist, um immer neue Erprestungen an Deutschland zu verüben." Sie fragt, warum die deutsche Regierung in ihren Noten diese ihr bekannten Tatsachen nicht erwähnt und sie dem Lande und Volke vorenthalten habe. x
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vti in Mn onmn.
Der Oberbefehlshaber der nordwestrusfischen Truppen, Oberst Awalow Vermont, hatte den lettischen Ministerpräsidenten telegraphisch aufgefordert, die russischen Truppen durch Lettland an die Volschewistenfront durchziehen zu lasten. Als darauf keine Antwort erfolgte, die Letten vielmehr die Demarkattonslinie überschritten und tleberfülle auf ruMche Abteilungen aussührten, gab Awalow den Angriffsbefehl. Nach schweren Kämpfen im Sumpfgelände von Riga eroberten seine Truppen am Freitag die Vorstädte von Riga, stürmten Thorensberg und besetzten die Dünabrücken. Damit hat Awalow sein vorläufiges Ziel erreicht, den Gegner hinter die Düna zurückzuwerfen, um eine geeignete militärische Operationsbasis gegen Sowjetrußland zu schaffen. Es wirb darüber gemeldet:
tob. Mita», 10. Okt. Amtlicher Bericht der russischen Wepormee vom 9.Ott.: Rach hartnäckigen Kämpfe« wurde Tukkum von uns genommen. Die Truppen bei Obersten Awalow warfen nach harten Tag- unb Nacht- kämvfcn den (Gegner in die So richte Rigas zurück mtb nahmen am 10. 10. früh Tborensstra im Sturm. Die Dünabrücken find in der Hand der Sieger. Die Este« unb Letten leisteten zähen Widerstand. Teile ber feindlichen Streitkräfte sind von ber Rückzugslinie abgeschnitten. Awalotv-Bnmont fordert nun, von den Besiegten, daß sie endlich den Durchmarsch zur Bolschewiki- Front freigeben. Er ruft sie zum gemeinsamen Kampf gegen den Bolschewismus auf.
tu. Kopenhagen, 12. Ott Oberst Vermont tzaE ein Telegramm an den Befehlshaber der letttfchen Arm« gerichtet ,in dem er, um Vergießen von Vruderblul W