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zu den Sitzungen der Eisenbahudirektion, da die Direk­tton den Standpunkt vertritt, daß das die Rechte der 8e* triebsräte beträchtlich überschreite. Eine Versammlung der Bettieb-räte soll am Freitag das Weitere entscheide». An her Haltestelle der Straßenbahn nach Homburg kam es in Oberroßbach zu Schießereien zwischen Gen­darmen und Einbrechern, in deren Verlauf der 22jährig« Bergmann Kiefer durch einen Lungenschuß getötet wurde.

Waldkappel, 7. Okt. Beim Passieren des Bahn­überganges zwischen Waldkappel «ich Harmuthsachsen ivurde ein von hier kommeiches Auto von einer heran» geschleift. Ter Führer des Autos wurde herausgrschlm- kommenden Lokomotive erfaßt und etwa 250 Meter mil­dert. Es wurden ihm beide Beine vom Körper ge­trennt; ferner erlitt er durch auskließendes Benzin schwere Brandwunden, sodaß der Tod bald eintrat. Ter Ver­unglückte soll aus Cassel stammen.

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s; lAnzefahr, 8. Okt. Die Persönlichkett bei in der Obm bei der Heiumühle geländeten Mannes ist fest- gestellt E? bandelt sich um einen Einwohner ans Kassel namens Wallbrunn, der iedensalls Selbstmord beging.

() Neustadt, 6. Okt. Zum erstenmal seit KriegS- a>-Sbruck. traten am vergangenen Sonntag die Mitglieder des hiesigen Turnvereins zu einem Preisturnen an. Der 255 Mitglieder zählende Verein bat 102 Kriegsteilnehmer tu verzeichnen, wovon 12 den Heldentod für das Vaterland starben In der aktiven Klasse, erhielten folgende Turner der Rcibc nach Preise: Philips Faber, Samuel Setri. Heinr Pfundheller, Max Lilienfeld, Georg Drill, Mar Psiind- he'ler. In dem Zöolinastn'rnen wurden preisgekrönt- Paul Schlitt, Rndols Linker, Karl Faber, Gustav Weiler, Oskar Rubl. Wilhelm Mann, Heinrich Zinser, Franz ^chmittdi-l, Jasti Huber, Rudolf Ruhl, Heinrich Riehl, Richard vom Schloß. Im 100 Meter-Stassetenlauf er­rang die Riege Emil Bees den Preis.

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Gießen, 7. Okt. Der Postkutscher Otto Mehla hat den ihm anvertrauten Postwagen zwischen Gießen und AltemVnseck ausgeraubt und darauf die Flucht erarissen.

F r a n k s u r t a. M., 7. Okt. Znr ©teuer.ing der uäch'f!chen Unsicherheit werden jetzt unter Führung von Polizeioberivachtineistern große Streifen in den Straßen vrrgenommen. Infolge der andauernden Kohlennot mußten die Frankfurter Gassperrstun­den wiederum erweitert werden, außerdem wurde die städtische Straß-nblleuchtung eingestellt. Zur Lin­derung der Kohlennot wurde hier eine bedeutsame E'- sindung gemacht. Es hand-lt sich nm Briktttherstel- lung ans gewöhnlichem Müll, der mittels Sagemehl oder Ruß gebunden wird. Das Produkt, das dann entsteht übertrifft in seinem Heizwert Braunkohl. Die Herst-llunaskosten für den Zentner dieser Briketts stel­len sich aus 5,50 Mark Eine Fabrik .die diesen neuen Brennstoff herstellt, ist im Entstehen begriffen. Der Magistrat hat erklärt, daß er die Genehmigung znr Errichtung neuer Lichtspieltheater grundsätzlich so­lange nicht mehr erteilen werde, bis die Wohonngs- not in Frankfurt vollständig behoben sei.

Frankfurt a.M., 8. Okt. Unter den Frank­furter Eisenbahner besteht wiederum eine Bewegung, die sich unter Umständen zu ein-m Ausstand verdichten wird. Es bandelt sich um die Nichtzulassung der Betriebsräte

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Berki n, 9. Okt. LautB. T." hatte die P ls- damer Feflstetlunaskommission für Nahrungsmit'eliie- senrngen vor einigen Tagen ihre Tätigkeit in bei. Kreisen Ostpriegnitz und Neuruppin begonnen. Die Landwirte und Bauern nahmen, als sie merkten, daß ihre Milch-, Butter- und Getreidevorräte geprüft wer­den sollen, eine derartig drohende Haltung gegen die Kommissionsmitglieder ein, daß sich diese gezwungen sahen, ihre Tätigkeit bis auf ein Mitglich einzustelken. Die Kommission habe aber so viel fest- stellen können, daß aus den Ritter- und Bauerngütern große Vorräte lagern, die biS jetzt noch nicht erfaßt worden seien.

Amsterdam, 9. Okt. In einer am Dienstag in London unter dem Vorsitz Lloyd Georges stattgesun- denen Kabinettssitzuug wurde die irische Frage von neuem geprüft. Nach sicherer Information soll der Premierminister beabsichtigen, Irland eine den Domi­nions ähnliche Verfassung zu geben.

tu. Kopenhagen, 9. Okt. Nach einem Reuter­telegramm aus London haben Kclt^chaks Truppen To- bolskeingenommen. Sie setzen ihren Vormarsch erfolgreich fort._____________________

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** Sonne und Schwert. Drei Kapitel aus dem Erleben eines Frontsoldaten. Von Julius Kober. Verlag von R. Peitz, Camburg a. S.; Preis 2 Mark. Das Buch eines Marburger Stu­denten aus dem Thüringer Wald. Ein Buch der Heimat- und Vaterlandsliebe, der deutschen Treue und Gemütstiefe und voll goldenen Sonnenscheins. AuS ihm spricht einer jener deutschen Soldaten, die bi­zuletzt ihren Mann standen, dazu einer, der außer seine Waffen die Feder wohl zu führen weiß; denn die Wort? kommen aus dem Herzen und brauchen nicht mit dem Verstand gesucht zu werden. Sie formen sich zu teils besinnlichen, teils dramatisch-packenden Bil­dern von Front und Heimat, erzählen von Siebe, Rosen und Sonne, von deutschen Helden von ehedem, streifen schließlich auch den Fusammenbruch. Man lese das kleine Buch Niemand wird es ohne Be­friedigung und Erbauung aus der Hand legen.

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* Parolemusik findet am Freitag von 1/«5*/«ß nach nachfolgendem Programm in dem Schülerpark statt: 1. Ouv. zu ^Heimkehr aus der Fremde" v. Mendelssohn; 2. a) ,,Hab ich nur deine Liebe", Lied ausBoccaccio" v. Fr. v. Supp^, b)Wcr hat Euch denn getraut?" aus Zigeunerbaron" v. Strauß: 3. Fantasie a. d.Op. ,Tra- biata" von Schrei-::r: 4.Tu und Du", Walzer von Strauß; 5. Abschied d. Gladiatoren, Marsch von Blan­kenburg.

* Unterhaltungsabend. Man schreibt uns: Die 1905 hier gegründete freiwillige Sanitätskolonnc vom Roten Kreuz hat sich feit ihrem Bestehen redlich bemüht, zum Wohle ihrer Mitmenschen zu wirken, durch ?lus- kübrnng sachgemäßer Krankentransporte und erste Hilfe­leistungen be illnglücksfällen und plötzlichen Erkrankungen. Leider ist es aber immer noch nicht möglich gewesen, ihre Tättgkrit so zu organisieren, wie eS sich für eine Stadt wie Marburg gehörte. Die Transportmittel, welche vor dem Kriege schon kaum genügten, haben nun durch den täglichen Gebrauch während der 4'/<jährigen Kriegs- arbeit der Kolonne am Bahnhof Marburg, sowie durch die ganz erheblich gesteigerten' Krankentransporte sehr stark gelitten und bedürfen dringend größerer Revara- tureu; auch stehen weitere bedeutende Kosten bevor durch die rorzunehmeube illeueintrilung der Unsallmeldestellen in den verschiedenen Stadtteilen, Beschaffen von Berbanbs- ; material für diese, Sanitätsschilber und bergt mehr. Da nun die Kolonne ihre zur Zeit recht schwache Kasse zu diesem Zwecke gerne etwas stärken möchte, so wird beab­sichtigt, am nächsten Sonntag, 12. 10., in den Stadt- iälen einen Unterhaltungsabend abzubalten, bestehend in Gesangsvorträgen, turnerischen Aufführungen, Theater und Tanz. Im Interesse der guten Sache wäre zu wün­schen, daß die Solonne ein volles HanS bekäme, es werden daher alle Freunde und Gönner unserer Sache hierdurch sreundlichst eingeladen.

* Helge Lindberg ist vom Marburger Konzert- Verein znm 1. Konzert am 14. Oktober für einen Sieber« arrnb gewonnen. Dieser hervorragende Baritonist steht augenblicklich im Mittelpunkt des musikalischen Inter« efies. Lindberg verfügt nicht nur über eine ganz außer­ordentliche Technik, er ist vor allem auch Dichter, der den Text der Gesänge aus der Grundstimmung heraus plastisch zu gestalten versteht. Auf dem Programm steht die ge­schlossene Lieder-Rrihe von Schuberts Winterreise, und die Besucher dürfen mit einer vollkommenen Wiedergabe diese? Liederzyklus wie selten rechnen. Karten sind bei Elwert zu haben.

* Zum Ged ächtnis Friedrich Naumann? veranstaltet Sonnabend, den. 11. Oktober, abends 8 Uhr im großen Saale des Phisippshauses die Deutsche' Demo- krattsche Partei Marburg eine F«er, bei der Prof. D. B o u s s e t - Gießen, ein Freund Friedrich Naumanns, die Gedächtnisrede halten wird. Dazu schreibt nns die Demokratische Partei: Friedrich Naumann war ein Bolksmann. In ihm vereinte sich die gwße christliche Erhabenheit, durch die er zum sozialen Handeln und nationalen Empfinden für das deutsche Volk und sein Heimatland aufgerufen war, Führer des Volkes zu werden. Er war der christliche Seelsorger der Masse, die er liebte, er wußte, wie bedeutungsvoll für sie die wirtschastlichen Fragen waren, er war ein deutscher Prediger bober idealistischer Forderungen für sie, er war ein Künsiller und ein echter deutscher Politiker. Sein Sozialismus im Gegensatz zu dem der Sozialdemokratie war innerer, tie­fer, ideeller Natur. Gerechkigkett unb Duldsamkeit auf dem Grund« der L«be für die Menschen leitete ihn, und deshalb war er Demokrat. Der Liberalismus der alten Zeit hatte nicht den Willen und die Schaffenskraft ans sozialem Gebiet, die ihm genügten. Deshalb gründete er die Nationalsoziale Partei, ans der mit der Zeit in der Verschmelzung der wirklichen liberalen Elemente unseres

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