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mit dem Kreisblatt für den KreiS Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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DieOberhessische Zeitung" erscheint sechsmal Wöchentlich. Der Bejugeprei» betrügt monatlich 1.60 X. frei inS Haus; durch bi« Post 1.75 X. »hne Mefteljel». Serie« »en l)r. L. Hitzereth. Druck der Uni» »Biichdr. ooii Ioh. A u g. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher 55.

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Marburg

Dienstag, 7. Oktober

Der Ungeigenpreie betrügt fit die 8ge1». Zeile 80 4 u. 50's. Deuerunglzuschl = 45 amtliche u. eu«*ittige 55 Sleklemezei!« 1MX. Zeder Rabatt gilt eie Benebelt. Bei Auskunft durch die tbescheftsstelle u. Vermittlung der An,«bete 16 V Sendergebihr. Postscheckkonto: Ar. 6016 Amt Frank,urt 2. St.

54. Jahrg.

1919

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5« Srieiti.

Berti n, 6. Okt. Die.B. 3 " meldet, daß die von Erzberger angekündigte Konferenz mit . den En- ; tentrver tretet», die den Zweck haben sollte, dasLoch tm Westen" zu verstopsen, in Versailles stattsindct. Die deutsche Abordnung unter Fühmng des Unterst rats- sekretärs Bergmann vom Rcichsfinanzministerium ist gestern in Versailles eingetrofsen. Für Frankreich werden die Verhandlungen vom Wiederaufbaumiuister Loucheur geleitet.

wb. Berlin ,6. Okt . Wie verlautet, richtete die deutsche Regierung Ende September eine Verbalnote en die schweizerische Negierung betreffend die Verhältnisse der deutschen Kriegsgefangenen in amerikanischer Gefangenschaft. Es scheint hier eine Aendening einge- treten zu sein, da häufige Klagen über grausame, ja men­schenunwürdige Behandlung kommen. In der Note wird die Vermittlung der Schweizer Regierung dafür erbeten, -daß eine Reihe von Vorfällen zur Kenntnis der ameri­kanischen Regierung gebracht und schärfster Einspruch rxboben wird. Es wird gleichzeitig um die Entsendung von Vertretern in diese (Gefangenenlager gebeten, die Er­mittlungen anstellen und den Mißständen abhelfen sollen.

Die bisher vielfach verbreitete Ausicht, die Amerikaner ließen den Gefangenen eine menschlichere Behandlung «rgedeiben als beispielsweise die Franzoien, hat sich also als irrig erwiesen. Die deutsche »Kriegsgefangenen mut­ten für minimalen Lohn zu den schwersten und gefähr­lichsten Arbeiten gezwungen, so daß Iluglücksfälle durch Erplofionen häufig borkamen. Berur-i-erten die Unglück­lichen solche Arbeit, so wurden sie l>ü Wasser und Brot oder auch ohne Nahrung inS Geiängui - aeworse» oder mit Kolbenscblägen, Baionettstichen und Fußtritten zur Arbeit «driften.

wb. Varis. 6. Okt. (Havas.s Der römische Kor­respondent desPetit Journal" bestätigt, daß dec König von Italien de» Versailler Vertrag ausgr-ind der im lebten Ministerrat gefaßten Beschlüsse heute durch ein Dekret ratifiziert hat.

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Die Mimmlst der bMflhen Gebiete.

Angriffe auf die die Deutsche:», ablösruden Rustert.

wb. Mi tau , 6. Okt. Laut eher Meldung be? Pressestelle beim Generalkommando des 6. Reservekorps fand in der Nacht zum 29. September an der deutsch- russisch-lettischen Demarkationslinie zwischen Mita»r And Riga zwischen russischen Vorposten, die die räu­menden deutschen Truppen ablösten,, und lettischen Feldwachen ein Feuergesecht statt. Lettisch estnische Truppen greifen die russischen Forma ti- . onen an, die seit einiger Zeit an St.'lle der beui- i scheu zum Abtransport nach Deutschland bestimmten Truppen die Demarkationslinie zwischen Mita» und Riga beseht halten. Der lettischen Regierung wurde re'chtzeikia von dieser Ablösung deutscher Truppen durch russische Formationen Mitteilung gemacht. Außerdem ist die englische Mission in Riga in der Person des Brigadeaenerals Burk durch den Grasen von der Goltz davon unterrichtet worden, daß neuerdings russische Formationen die Besetzung des Teur rrkations- ebschuiites stellen.

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Amerika

- Die Einschränkungen des Senats.

mb. Amsterdam, 6. Okt. Wie demMaanda- gochtenblad" aus Newnork gemeldet wird, etiv artet man allgemein/ daß der Friedensvertrag mil folgenden Einschränkungen angenommen wird: 1. Aus­drückliche Bestätigung der Monroelehre, 8. der Kon« greß muß das Recht haben, darüber zu entscheiden, ob die Truppen der Vereinigten Staaten in Europa ge­braucht werden dürfen, 3. der Völkerbund darf nicht .dar Recht haben,, sich in rein innere Angelegen- ' Heiken d er Bereinigten Staaten einzumischen.

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Frankreich.

wb. Parks, '5. Okt . (HavaS.) Die Kammer stimmte am Samstag dem Plan zu, der sich auf die vor- ^Mufige Regierungsiorm in Elsaß-Lothringen bezieh/ ! knfc dieses Land unter den gegenwärtigen Regierunqs- j terhältnissen läßt und erklärt, daß die französischen Ge- sttze erst dann angewendet werden sollen, wenn die Ver­treter Elsaß-Lothringens ihre Plätze im französischen Parlament einnehmen werden. Vor der Abstimmung versicherte der A5g. Lemire Millerand ter Einhelligkeit tes Willens der französischen Kammer, Elsaß-Lotbring-n biefenigen Gesetze zu geben, die den legitimen Interessen, ten Traditionen und der unoerbrüchlichrn Liebe des Lan­des zu Frankreich entsorächen. Er ersuchte Millerand, durch die Verwaltungsbehörden den elsässischen Dialeft berücksichtigen zu lassen, der dem deutschen Einfluß wider­standen hätte. Der Berichterstatter Bonnevay bemerkte: $Bit erwarten hier in der neuen Kammer die Vertreter ten Elsaß-Lotbringen. die seit 48 Jabren von unserem Boden verbannt waren. Der Vizepräsident der Kammer Perret erklärte, daß sich die ganze Kammer den Worten te§ Berichterstatters anschließe, er richte einen brüder­

lichen Gruß an die Brüder in Elsaß-Lothringen, die sich endlich im gemeinsamen Vaterlande zusammenfinden.

Zürich, 7. Ott. Nach Pariser Blättern gründeten am Sonntag 10 republikanische Gruppen in Paris einen nationalen Block und »war im Hinblick auf die Wahlen mit einem einheitlichen Programm gegen den Bolschewismus.

Bern, 7. Ott. Nach einer Pariser Statistik wollen sich mehr als 300 000 Flüchtlinge aus den früher besetz­ten Gebieten in Paris nieterlassen und vermögen keine freien Wohnungen zu finden.

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General von Heinrich über die Havas- Tendenzuleldung.

Eine Havasnachricht Paris, 14, Aug. 19 bracht; Vorwürfe gegen ten ehemaligen Gouverneur von Lille, ffienetül v. Heinrich

1. daß in dem Prozeß Jarquet der Präsident des Kriegsgerichts derselbe gewesen sei, ter die Unter­suchung sühne, was ten Prozeßregeln ter ganzen Wett zuwiterlause;

2. daß nach ter Verurteilung v. Heinrich, trotzdem er - dem Verteidiger gestattet habe, dem Kaiser ein Gnadengesuch einzureichen, ohne eine Antwort abzit« warten, ten Befehl zur Hinrichtung erteilt habe, die 24 Stunden später stattgefunten hat.

Die Nachricht verfolgte offensichtlich den Zweck, die deutsche Verwaltung von Lille und ten ehemaligen Gou­verneur in ten Augen der Welt herabzusehen, intern sie mit der Oberflächlichkeit und mangelnden Sachkenntnis des Zeitungslesers rechnet. Der ehemalige Gouverneur nimmt zur Sache wie folgt Stellung:

Wahr ist an ter Nachricht lediglich, daß auf Grund feldttiegsgerichtlichen Urteils, das ter Gouverneur bestätigt hat, Jacguet und drei Mitangeklagte am 22. September 1915 erschossen wortem sind, was ter Bevölkerung am gleichen Tage zur Warnung durch Maneranfchlag be­kannt gegeben wurde. Der Prozeß hat mehrere Monate gedauert: ihm lag eine ganze Reihe schwerster Bersehlungen zu Grunde, die in wiederholt ergangenen Prottamationen lediglich mit Todesstrafe bedroht waren: die Beweise der Schuld lagen unwiderleglich fr ft; zwischen kriegsgericht­lichem Urteil und Bestätiaungsordre lagen mehrere Tage, die zur umgehenden Prüfung der Atten für ten Gerichts- Herrn notwendig waren; nach erfolgter Bestätigung ist aus Humanitätsgründen das Urteil innerhalb 24 Stunden vollstreckt Worten. Ter Borwurf in ter HavaS- note unter 1. trägt für feten Sachverständigen ten Stempel der Unwahrheit a» ter Stirn; ten Vorsitz im Kriegsgericht führte bestimmungsgemäß ter rang älteste Offizier: Untersuchung, Vertretung ter Anttage, Leitung ter Hauptverhandlung erfolgten im Auftrage tes Ge­richtsherrn durch Kriegsgerichtsräte, deren es beim Gou­vernement Lille zwei gab: die formellen Bestimmungen sind peinlich genM beachtet worden: die Behauptung von einen: ..den Prsteßregeln der ganzen Welt zuwiterlausen- ben" Verfahren ist daher haltlos. Der Vorwurf unter 2. erweckt ten Anschein, als habe der Gouverneur Hoffnungen bet ten Verurteilten genährt, diese dann hinterrücks zer­stört. Dem General ist nichts davon bekannt, dem Ver­teidiger gestattet zu haben, ein Gnadengesuch an ten Kaiser einzureichcn, obwohl er andererseits ein solches nicht hätte verbieten können: er bäte aus Grund ter Schwere ter Verfehlungen einerseits, der Klarheit ter Beweise andererseits niemals die Absicht gehabt, von dem ihm kraft seines Amtes zustehenden Bestätigungsrecht tes Urteils keinen Gebrauch zu machen: ein Gnadengesuch sti in dem Prozeß Jacguet dem Kaiser nicht vorgelegt worden; hiernach ist auch j>ie Behauptung von dem Nichtabwarten einer Antwort auf dieses haltlos.

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Genf, 7. Ott. Das Kriegsgericht in Sille hat gegen den Grafen Bismarck und sieben andere Deutsche Anklage wegen Mortes, Totschlags und vorsätzlicher Brandstiftung erhoben. Gras Bismarck wird beschuldigt, daß er 14 Einwohner des Dorfes Vicoigne erschießen ließ. Er hat angeblich diese Lenke vor ter Hinrichtung öffentlich durchpeitschen lassen. (Berk. Tagebl.")

Die Beilegung des englischen Eisenbahner- Ansstandes.

wb. Amsterdam, 6. Okt. Reuter meldet aus London amtlich: Die Bedingungen für die Beitegllng des Ausstandes sind folgende:

1. Di; Arbeit wird sofort wieder ausgenommen. 2. Die Verhandlungen werden fortgesetzt mit der Maß­gabe, daß sie vor dem 31. 12. beendet sind. 3. Die Löhne werden bis 30. 9. 1920 auf der gegenwärtigen Höhe gehalten und können nach dem 1. 8. 1920 im Lichte der dann herrschenden Verhältnisse nachgeprüft werden. 4. Kein erwachsener Eisenbahner soll wenitftr als 51 Schilling wöchentlich erhalten, solange die Kosten des Lebensunterhalts nicht weniger als 110 Prozent über der Höhe vor dem Kriege stehen. 5. Die Arbeiter werden mit den bei der Arbeit Gebliebenen oder schon wieder Zurückgekehrten in Harmonie arbei­ten, und niemand wird in irgendeiner Weise wegen des AuZstandes benachteiligt werden. 6. Die infolge des Ausstandes einbehaltenen Löhne Ivetten nach Wie­deraufnahme der Arbeit ausgezahlt werden.

Das Preßbüro Rad» meldet aus Horfea: Ueberall herrscht Freude darüber, baß Regierung und Volk dem Eisenbahnerausstand so erfolgreich die Stirn ge­boten haben. Im Interesse des guten Einvernehmens wird jedoch Sorge getragen, daß der Zusammenbruch des Ausstandes nicht allzu deutlich hervorgehoben wird. Die Bedingungen, unter denen die Einigung erzielt worden ist, gehen über die von der Regierung vor Ausbruch des Ausstandes angeboteneu Bedingungen nicht hinaus. Es ist nur die Garantie gegeben wor­den, daß die jetzigen Löhne anstatt bis zum nächsten März 6 Monate darüber hinaus in Kraft bleiben. Die Lösung fei für beide Teile ehrenvoll.

Das neue türkische Kabinett.

, wb. Versailles, 7. Okt. Wie die Pariser Abendblätter meßen, ist in Konstantinopel ein neues Ministerium Ali Riza Pascha gebildet worden, daS 6 Minister des alten Ministeriums enthält. Minister für auswärtige Angelegenheiten wird Mustafa Re­sch i d Pascha, Kriegsminister D j e m a l Pascha. Das Stabe des Sultans erteilt dem neuen Ministerium den Auftrag, sofort die Wahlen vorzunehmen und das Parlament einzuberufen.

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Finme.

wb. Bern. 6. Ott. Auf Veranlassung TittoniS läßt bie italienische Regie-nng, wahrscheinlich burch bett Herzog von Aosta unb beit General Grazioli, neue Ver­mittlungsversuche bei d'Annunzio unternehmen. Man hofft angesichts ter Verschlechterung ter Lage in Fiume, wo bie Arbeitsmöglichkeit fehlt unb bie Lebensmittel knapp werten, auf eine Nachgiebigkeit b'Annnnzios und möchte durch Beilegung deS SkreiteS verhindern, daß die Fiumefrage den Nationalisten eine vorteilhafte Stellung für den Wahlkampf gibt.

Eine Meldung der Agenzia Stefani aus London be­sagt, daß die englische Regierung nach Ansicht offiziöser Kreise beabsichtigt, in Rom auf rascheste Be- eudignng tes ungesetzlichen Zustandes in Fiume zu drän­gen, widrigenfalls Italiens Verbleiben im Vicrverband gefährdet werten könnte.

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Dnttsch-Oesttj'reich.

wb. Wien, 6. Ott . Die Abendblätter meßen: Die neueste Nummer ter sozialistischen WochenschriftDer Kampf" veröffentlicht Dokumente zur Geschichte deS kom­munistischen PutscheS vom 15.6. auf Grund der Dar­stellung des Kommunisten Dr. Bättelheimer. Dieser erhebt heftige Beschußigungen gegen bie Führer ter Wiener Kommunisten unb behauptet, baß sie in bet Nacht vor dem 15. 6. mit ihrem EinvetstänbniS von ter Polizei verhaftet wurden, also nicht MSrthrer des Proletariats waren, sondern in Wirklichkeit einen feigen Rück­zug bewerkstelligten, indem sie sich in das sichere Ge­wahrsam ter Polizei brachten. Auch später, als ter Plan verwirklicht werden sollte, am 21. 7. bie Rätcdittatur ausznntfen, schreckten auch bie neuen radikalen Führer schon am ersten Tage ihrer Wahl vor her Revolution zurück, intern sie nur eine einzige gründende Versammlung abhietten, dafür aber umsomehr Automobilausftüge ver­anstalteten nnh immer nur neues Geld verlang­ten, ohne jemals Rechnung zu legen. Bättelheimer wirft den damaligen Führern vor?fremdes Geß veruntreut zu haben. Bei dieser unglaublichen Korrup­tion sei ein weiteres Arbeiten unmöglich gewesen.

Wien, 6. Ott. Die fremden Missionen, namentlich dir amerikanische, erhoben bei den maßgebenden Wiener Bebörden gegen die gestrigen Straßenkundgebungen (auf Ausweisung ter Ostiuten) nachdrückliche Vorstellungen, wobei darauf bingetoiesen wurde, daß die Veranstaltung solcher Kundgebungen., nicht geeignet sei, die Deutsch- Oesterreich so notwendigen Sympathien bet maßgebenden Großmächte zu bewahren unb das für den Kredit dieses Staates unb für bie Volkswirtschaft unerläßliche Vertrauen sowie eine staatliche Ordnung zu erhatten. Sie seien geeignet, bie bereits eingeleiteten Versuche eines groß­zügigen SrebitS zunichte zu machen.

TMibo-ZlowM.

wb. Prag, 6. Ott. Heute begab sich eine Ab­ordnung von Regierungsverkretern, geführt von dem StoatSfekretär vom HandekSministerium Dr. Schuster, noch Bersin, um dort Handelsbeziehungen zwischen der Tsche'cho-Slowakei und Deutschland vorzubereittn. Bon Berlin beabsichsigt die Abordnung nach Hamburg ab­zureisen behufs Stabilisierung b;3 btt Tscheckw--Slo­wakei zitgesprochenen Teils bes Hamburger Hafens. Tie Kommission wirb sich etwa 14 Tage in Deutsch­land ttnfh alten.

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Nnqarn.

wb. Wien, 6. Okt. Blättermeßungen aus Raab zufolge verließ die letzte rumänische Abteilung Raab, worauf die ungarischen Truppen einrückten. Auch die rem ungarischen Städte Papa, Beszpein uub

Stuhlweißenberg feien frei. M^h Budapest hätten die rumänischen Truppen größtemeilS verlassen, um di« Linie zu besetzen, die bei den Bukarester Berhand« lungen festgckegt wurde.

Wien, 7. Okt. Nach einer Mcßung auS Buda­pest sind dort 1800 englische Soldaten angekommen. Man erwartet noch' weitere 2000 italienische. Diese Truppen sollen nach dem Abmarsch der Rumänen beu Polizeidienst verrichten.

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Satriloien der ffleltoirlW.

Die Weltmärkte finb für bie deutsche Volkswirt­schaft jetzt wie mit Barrikaden umgeben; von beu feindlichen Mächten sind bie Friebensbedingungen mit allen Finessen veranlagt worden, um dem Deutschen Reich die Wiederaufnahme der weltwirtschaftlichen Be­ziehungen nach Möglichkeit zu erschweren. Andererseits sind uns Verpflichtungen auferlegt worden, bie die Ausnutzung des deutschen Wirtschaftsgebiets durch aus­ländische Fertigfabrikate und Luxusgegenstande be­günstigen sollen. Die handelspolitischen Eingriffe der Westmäckite in die Bewegungsfreiheit der deutschen Wirtschaftssattoren sind aber nicht darauf beschtäntt, aus den Klauseln des Friedensvertrages die gr3fjt« möglichen Vorteile für das Ausland herauszuschlagen, sondern suchen darüber hinaus bie Schwäche des deut­schen Wirtschaftskörpers für die Interessen dies fremd- ländischen Kapitals in jeder Weise auszubeuten. Die Beteiligung von ausländischem Kapital an deutschen industriellen Unternehmungen stellt dabei eine verhältnismäßig milde Form der Gewinnab-i zapfung dar. Bedenklicher ist der Ueberganß großer Werke zur Ausbeutung heimischer Boden­schätze in den ungeteilten Besitz ausw ärtiger St»* . pitalm agn aten. Unb am schlimmsten, well finanzwirtschaftlich am verderblichsten, sind die hier unS - da vorfühlenden Zumutungen an die deutsche Industrie^. für ein ausländisches Unternehmertum einfach Lohn-' arbeit zu leisten, indem die vom AuSlande gelieferte« Rohstoffe von deutschen Arbeitern, in deutschen Be­triebsstätten verarbeitet werden, die Halbfabrikate ober Fabrikate aber gegen angemessene Bezahlung bet Arbeitsleistung den Auftraggebern zu freier Verwert­ung znstehen. Solche Abmachungen kämen der F r 0 n - arbeit versklavter Nationen gleich.

Alle diese Maßnahmen sollen die deutsche Volks­wirtschaft auch fernerhin vom nationalen Güteraus­tausch ausschalten. Nur Illusionisten können glauben, daß! die einzig vom Wirtschaftsegoismus geleiteten fxemden Staaten ans freien Stücken dazu schreiten werden, die zur Förderung ihrer eigenen weltwirt­schaftlichen Interessen errichteten Barrikaden zu be­seitigen, falls sie nicht überzeugt sind, daß ein aus lästigen Fesseln befreites Deutschland für sie nutz­bringender als ein gebundenes sein würde. Diesen Nachweis aber können wir nut dadurch liefern, daß unsere produktiven Kräfte trotz aller gehäuften Hem­mungen sich zu außergewöhnlichen Leistungen empor­arbeiten, also O, n a l i t ä t s w ar e n auf den Martt bringen, die durch Gelegenheit und Billigkeit sich auS- zeichnen.

Dieser Weg deS Sichhineinbohrens in die ausländi­schen Absatzgebiete ist allerdings mühsam unb lang­wierig, bietet aber wahrscheinlich bessere Aussichten, bie gegen nn? anfgerichteten wirtschaftspolitischen Bar« rikaden zu durchbrechen als das Vertrauen auf die Niederlegung der Handelsschranken durch' bie wohl­wollend« Gerechtigkeit des Völkerbundes. Unsere Gel­tung in bet Weltwirtschaft werben wir uns bnrch' harte Arbeit unb nur allmählich erkämpfen müssen; denn wir haben einen Boten zurückzugewinnen, von dem wir man kann wohl sagen mit Stumps uub Stick vertrieben sind und der inzwischen von uns feind­lich gesinnten Konkurrenten erfolgreich beseht wor­den ist. Wenn wir das aber genau wissen, so ist die Unbekümmertheit unbegreiflich, mit der wir der inländischen Produttion Lasten über Lasten aufbürden unb den Außenhandel geradezu Spießruten laufen lassen. Die ganze innerwirtschaftliche Neuordnung vollzieht sich unter Gesichtspunkten, bie unsere außen­wirtschaftlichen Notwenbia leiten kaum in Betracht ziehen! Die Weltwirtschaft wirb sich aber nnS nut erschließen, wenn bie Produktivität von Arbeit und Kapital in Deutschland gegenöter der. fremden Kon­kurrenz sich' als überlegen erweist.

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Nus dem besetzten Gebiet.

Ludwigshafen a.Rh., 5. Okt. Die Zahl der in letzter Zeit sich häufenden Gewalttätigkei­ten der französischen Besatzung ist kürzlich durch einett neuen krassen Fall vermehrt worden, über den erst jetzt Näheres bekannt wirb. Als am vorigen Donnerstag ein Straßenbahnschaffner mehrere französische Sol- batene die mitjuhren, zurechtwW, roeU Ile jeinen An-