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mit dem Kreisblatt für den KreiS Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhesiischej Oberhessen

75#. »>ne BefieRgeld. Verlag Mit Dr. t. pitzeratH. Druck 1 ttnio - Vuchdr. von I » h. « u g. Koch. Markt 21/23. Fernsprecher 55.

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Nächste Sitzung Donnerstag 12 Uhr.

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Luxuswaren führte, die Kapitalflucht wegen des Ter­rors und der bevorstehenden Steuerzugrisf«, die not­wendige Abdeckung der früher eingegangenen Baluta- kredite und der ständige Druck des ungeheuren schwim­menden Marknotenmaterials in West- und Noch­en ropa. Die Denkschrift gibt schließlich einen liebet» blick über die geplanten neuen Maßnahmen zur Heb­ung der Valuta und führt dazu u.a. ans: DaS erste große Mittel sind innere Ruhe und Ordnung, unermüdliche geregelte Arbeit und strengste Spar­samkeit auf allen Gebieten. Angestrebt wird eine bessere Regelung der Ein- und Ausfuhr. Die Preis- prüsiingsstellen dürfen den gesunden Export nicht ver­hindern. Nutzen würde es versprechen, wenn die Lei­ter der Reichsbank und der deutschen Privatbanken rege Fühlung mit der Finanzwelt des neutralen Aus­landes nehmen würden, wobei zu prüfen bliebe, ob angesichts des gemeinsamen Interesses aller Länder an einer größeren Stabilisierung aller Valuten der Boden für eine internationale Konferenz geebnet wer­den könnte, die insbesondere die Frage einer großen internationale« Anleihe zugunsten der Län­der mit entwerteter Valuta zu lösen hätte. Wichtig ist die Regelung der schwebenden und die Eröffnung neuer Valutakrchite. Unsere Industrie schreit nach Rohstoffen, zu deren Bezahlung uns die Mittel fehlen. Es muß gelingen, sie auf Krchit oder gegen besondere Zahlungserleichterungen ju beschaffen. Dazu muß das geschwundene Vertrauen des Auslandes in unsere Arbeits- und Zahlungsfähigkeit zurückkehren, wofür geregelte innerpolitische Verhält­nisse und anhaltende Arbeit die Vorbeding­ung sind.

Steigen der Markvaluta in der Schweiz.

rob. Bern, 1. Okt. An den Schweizer Börsen ist mit dem Steigen der Markvaluta der Dollar­kurs gefallen. Es verlautet, es hätten Käufe in Reichsmark für Rechnung ocni Terttfch-Amerikanern stattgefunden, die damit ihr Vertrauen in die Sicherheit des deutschen Geldes beweisen wollen.

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tob. Hamburg, 1.Okt. Der Ausstand der Usch' dampserbesatzungen scheint an einem Wendepunkt ango» kommen zu sein. Am Hamburger und Aüonaer Fisch- markt stehen große Scharen Arbeitswilliger, die auf de» Beschluß warten, der in der heute stattfindenden Bev- sammlung des Secmannsbundes gefaßt toirb. Die Alto­naer Fischmarkthalle wurde heute morgen mit einer aut 60 Mann bestehenden Abteilung Reichswehrtruppen be­legt, die die Hcuerstelleu und auch de» Hamburger Usch» markt in Schutz nehmen sollen. Seit Dienstag abettfc sind vier Handelsdampfer ausgegangen.

Verschlechterung der Berkehrslage im Ruhrgebiet.

wb. E s s e n, 1. Ott. Die Eisenbahnverkehrslage erfuhr in der letzten Woche eine weitere bedenkliche Verschlechterung. Im Werktagsdurchschnitt gingen die Fehlziffern auf fast 3200 Wagen in die Höhe. Gegen Wochenende wurde die Gestellung noch un» günstiger, so daß sich die Eisenbahnverwaltung ver» anlatzt sah, die Annahme von Gütern in offenen Wagen, außer Brennstoffen, zu verweigern. Da aber der Zulauf an Leerraum, namentlich von dem Osten her, zur Zeit ganz gering ist, ist ein merk­licher Erfolg hierdurch nicht erzielt worden. Die Zechen find infolge dieser Verhältnisse gezwungen, täglich erhebliche Mengen der Förderung auf Lager zu nehmen. Eine Besserung ist vorläufig nicht ab­zusehen.

Das Justizministerium war nach dem Aus­scheiden Landsbergs unbesetzt geblieben. Wie es heißt, wird es der Bbg. Schiffer iiberneh- »;!!, während Abg. Koch-Erssel Minister des Znnern werden soll.

tastbares Minimum entart hat, eine Erklärung, A« von den Demokraten auch als selbstverständlich ?entgegengenommen worden, ist.

Marburg

Donnerstag, 2. Oktober

Die MMm te Soiinetts.

Li« neues Ministerium zur Durchführung dM w irtschaftlichen Friedensbedingungen.

wb. B e r l i n, 1. Okt. Die Verhandlungen über hie Umbildung des Kabinetts haben zu einer vollen ^Verständigung geführt. Die Demokraten über­nehmen das Ministerium der Justiz, dessen Leiter gleichzeitig mit der Vertretung des Reichskanzlers betraut wird, das Ministerium des Innern sowie k» neue Ministerium zur Durchführung der wirt­schaftlichen Friedensbedingungen, insbesondere den Wiederaufbau Nordfrankreichs und Belgiens. Diesem Ministerium werden zugleich die wichtigen ßstlfgaben der Entschädigung der Ausländsdeutschen, Der Entschädigung der Kolonialdeutfchen, der Ab- »ickelung der Vorkriegsschuld und der Zwangs­liquidation sowie der Entschädigung für unsere Handelsflotte zugewiesen. Die endgiltige Vezeich- «umg und Geschäftsabgrenzung für dieses Mini­sterium bleibt vorbehalten. Auf Grund dieser Ver­sündigung wird der Reichskanzler im Auftrage des Reichspräsidenten die in der Verfaffung vorgeschrie- hrncn Verhandlungen führen, die, wie angenommen »erden darf, noch im Laufe des morgigen Tages pm Abschluß geführt werden. Der bisherige Mi- mster des Innern David wird dem Kabinett als Minister ohne Portefeuille angehören.

Zur Umbildung des Kabinetts' war berichtet »orden, daß den Demokraten gegenüber insbeson­dere in der Frage des Betriebsrätegesetzes Ent- eirkommen bewiesen worden sei. Bon einem sol­le« Kompromiß kann, wie von beteiligter Seite sttgeteilt wird, keine Rede sein. Es steht fest, daß w Sozialdemokratie von vornherein den vorliegen- n Entwurf des Betriebsrätegesetzes als ein itn=

Bezug auf meine Denkschrift über die Valuta- Manches läßt sich nicht in voller Oeffentlichkeit ^handeln. Daß der Notennmtausch nicht stattgefundcn liegt an den Schwierigkeiten, die von anderer L*itc geltend gemacht wurden. Die Erhöhung des Kur- noch dem Bekanntwerden der Rückläufigmachung des ^»fenumiausches war nur minimal. Gestern ist mit ^lland ein Valntaabkommen abgeschlossen worden. Eine Arbeitslosenversicherung ist in der Ausarbei- gfe begriffen. Bis diese Gesetz wird, muß die Arbeits- «?ENuntcrstützung gezahlt werden. Die Valuta sank im r^Siift auch deshalb, weil viele Millionen Papiermark Osten in der Schweiz auf den Markt getvorfen Wenn Deutschland keine Zahlungsmittel hat,

Die Rückkehr der KritMesarrgenell.

wb. Berlin, 1. Okt. Wie die Reichszentrale für die Kriegs- und Zivilgefangenen mitteilt, hat die schweizerische Gesandtschaft in Paris offiziell mitge­teilt, daß die in französischer Hand befindlichen Kriegsgefangenen alsbald «ach der Ratifi­zierung des Friedens in die Heimat zurück­transportiert werden. Da die Ratifizierung wahr- scheinlich in den nächsten Tagen vollzogen wird, kann somit mit einem baldigen Abtransport gerechnet wer­den.

In ben Tagen vom 2430. Sept, sind im ganzes 62 423 Heimkehrer in den Durchgangslagern eingetrof­fen. Zu den Transporten aus englischer Hand sind am 17. 9. Transporte aus amerikanischer Hand hinzugekommen. Die Gesamtzahl der uns seit der Not» der Verbündeten vom 29. 8. zurückgegebenen Kriegs­gefangenen beläuft sich auf rund 130 000 Mann.

Berlin, 1. Okt. Der Hetmkehrerzug 6955, vor« Tauberbischofsheim nach der Auflösungsstation Cor- beta bei Leipzig bestimmt, ist derB. Z. a. M." zu­folge, heute morgen bei Naumburg auf den Eilzug 691 aufgefahren, wobei acht Personen schwer verletzt wurden.

tob. Mannheim, 1.Okt« Heute traf der 7 Transport mit 1100 Mann aus den Gefangeneid

Abg. Gras zu Dohna (D. Vpt.): Das tziesetz Ivar Mwendig. Es ist nur leider zu spät eingebracht dvchen. Der gegenwärtige Zustand ist unhaltbar. Die schädigten sind in der größten Notlage. Mir schlagen «n Versassungsansschuß zur Behandlung der Bor- |*8e vor.

Abg. Dr. Cohn (U. Soz.): Ich halte es für richtig, **!w man das Reich haftbar macht, cs aber ermächiigt, « Kosten aufzubringen durch Zuschläge zu der Ein- »RAenskener der Höchstbesteuerten.

Der Gesetzentwurf wird einem Ausschuß von 21 Mit- tsteöern überwiesen.

ES folgt die Beratung der Interpellation Heinze ** Gen. betreffend die deutsche Valuta.

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Sitzung vom 1. Oktober.

Präsident Sei nett eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 25 Minuten.

Die gestern eingebrachte Vorlage über die Gewähr­ung einer einmaligen Teuerungszulage an un­mittelbare Standesbeamte, Lehrer usw. in Verbindung mit dem Gesetzentwurf über die Bereitstellung der erforderlichen Mittel und ben dazu gestellten Anträgen geht zur Vorberatung an den Haushaltsansschuß.

Es folgt eine formelle Anfrage der Sozialdemo­kraten über die Kohlennot im Leinenge- werbe. Ein Regierungsv rreter erwidert: Die R.- giernng wird alles versuchen, nm dem Leinengewerbe zu Hilfe zu kommen. Ob cs freilich gelingen wird, die erforderlichen Kohlen zu schaffen, steht noch dahin.

Fm Laufe der Aussprache fragt Abg. Ludwig (U. Soz.) ben Eisenbahnminister, was au der Zeitungs- meidnng wahr fei, daß sich einzelne Kommunalverbände in ben Besitz von Lokomotiven und Waggons gesetzt hätten, nm selbst den Kohlentransport auf dem Schie­nenwege in die Hand zu nehmen. Unter dem Kohlen- manoel leide nicht nur das Leinengewerbe, fonbent das ganze Leben.

Abg. Brust (Z.) nimmt die Bergarbeiter gegen den Vorwurf der Arbeitsunlust in Schutz.

Tie zweite Haushaltsberatung wird beim Finanz­ministerium fortgesetzt.

Abg. Cuno (Soz.): Der Reichsbedarf toirb jähr­lich etwa 191,2 Milliarden erfordern, wozu noch jähr­lich 8 bis 10 Milliarden Abgaben an die Entente kommen dürften. Die Vermögensabgabe des Erzber- gerschen Planes geht n i ch t w e i t g e n u g. Sie muß so aiisgebaut werden, daß sie zur wirksamen Vorbe­reitung der Sozialisierung wird. Durch den lieber- gang der Steuerhoheit auf das Reich wird die Steuer­erhebung wesenrlich verbilligt.

Abg. Dr. Schmedding (Z.) empfiehlt nach dem Muster der Kriegsanleihe-Aktiengesellschaft auch in Preußen eine Aktiengesellschaft zur Stütze der San* desauleihen zu errichten.

Abg. Höfler (Dem.): Was die Beamten von den Unabhängigen zu erwarten haben, hat die R^»e des Abg. Leid gezeigt,, der sich offen gegen die lebens­längliche Anstellung ausgesprochen hat. Wir erwar­ten, baß die Regierung uns endlich einen Entwurf eines Beamtenrechtes vorlegt.

Abg. M e y e r-Hersord (D. V. P.): Wir sind er­staunt über den Wandel, der Anschauung, der sich an Dr. Friedberg seit dem 9. November vollzogen hat. (Sehr richtig! rechts.) Wir fordern, daß den Beamten die Freiheit der politischen Ueberzeugung erhalten bleibt. Der Redner tritt für die Besserstellung der Beamten ein, ferner auch für die Abkürzung der Su- peruumerarzeit für die Kriegsteilnehmer und für die Erleichterung der Sekretärprüfung. Tie Teuerung--

dann gibt es zwei Wege: Entweder mit Waren an daS Ausland zu bezahlen ober langfristige Kredite aufzu­nehmen. Wir müssen mit der Aushebung der Zwangs­wirtschaft sehr vorsichtig sein. Die Einfuhr von Tabak toirb übrigens geregelt werden. Wir haben keine Gelegenheit verpaßt. Die Verhältnisse. in der Textil­industrie wären unhaltbar, wenn die Regierung nicht ord­nend eingrisse. Wir müssen uns mit den Nachbar­ländern auf Warenaustausch einstellen. Das alles muß zentralisiert und geordnet werden. Es geht nicht an ,daß einzelne Gemeinden für Millionen im Auslande einkaufen. Die Regierung tut alles, um den Export zu heben. Anleihen in großen Zügen aufzunehmen, geht nicht «n vor der Ratifizierung des Friedens. Der einzige großzügige Geldgeber sind die Vereinigten Staaten, aber auch die kommen erst nach der Ratifizierung in Frage, und auch dann wird es nicht genügen, daß einer nach Newtzork sichrt, um nun gleich ungezählte Millionen mitzubringen. Internationale Abmachungen sind nötig zur Sanierung des europäischen Handelswesens zwischen Europa einerseits und Amerika andererseits. Das deutsche Volk arbeitet zu billig für das Ausland. Diese Unterbietung aus dem Weltmarkt muß aufhören. Eine Regelung muß herbeigeführt werden, teils durch Selbsthilfe, teils durch Regierungsmaßnahmeu. Unsere Valuta kann nicht gesunden, wenn die Kapitalflucht so sortdanert. Es wird mit der größten Strenge dagegen vorgegangen werden. Die Steuerreform muß schleunigst verabschiedet toerben, damit auch das Ausland sich über­zeugen kann, daß Ordnung in unserem Etat herrscht. Die Arbeitslust steigt. Wir dürfen hoffen, daß es dabei bleibt. Die Politik der Senkung der Lebensmittel- preise wird sortgesetzt toerden.

Abg. Dr. Brauer (Soz.): Die Zwangswirtschaft beute auszusieben, wäre ein Experiment der bedenklichsten Art. Tie ganze europäische Wirtschaft liegt darnieder.

Abg. G o t h e i n (Dem.): Wir sind n i e für die so­fortige Einführung der freien Wirtschaft gewesen, zumal unsere Grenzen nicht blos nach Westen offen sind. Aus unsere Zollwaehen ist nicht mehr der alte Verlaß. Die Valuta fuwi nur durch Fassung von Anslandsfoaren gehoben werden, durch Arbeitswillen unb geordnete Finanzwirtsthast.

Reichssiuanzminister Erzberger: Solange die En­tente uns nicht Herr unserer Zollgrenzen im Westen wer­den läßt, solange kann unsere Wirtschaft nicht gesunden, dabei hat die Entente keinen Vorteil von diesen Zustän­den. lieber die Erhebung der Zölle in Gold soll am 10. Oktober eine Konferenz ftattfinben. Die jetzigen Zustande sind unhaltbar. Wir müssen alles tun, um die Wunden int Westen zu stopfen, sonst können wir unsere versprochenen Wiedergutmachungen nicht durch­führen.

Reichsminister Schmidt: Mit der Senkung der Lebensmittelpreise durch Staatszuschüsse sind uns andere vorangegangen, vor allem Frankreich und England. Ohne diele Zuschüsse ist eine Senkung unmöglich. Solange die Valtrtadifferenzen bestehen, kommen wir aus der Zwangstvirtschast nicht heraus und brauchen für die Ein­fuhr langfristige Kredite.

Abg. Schiele (Deutschnatl.): Es ist eine ungeheure Leichtfertig ke it, zu sagen, unsere Industrie würde sich nach dem Friebensschluß schott wieder aus eigener Kraft erholen Das ist u i ch t möglich, iuenn die Sozia­lisierung droht. Die Regierung sollte ben Mut Ixtben, zu bekennen, daß die Sozialisierung znm Ruin Deutschlands fuhren müßte. Durch den schlechten Stand unserer Väluta beimst Frankreich Milliarden­gewinne ein. Die Grundursache des Fallens unserer Valuta ist der ungeheure Etusuhrbedarf. Es ist unratio­nell .daß Kuvfer unb Zinn vom Auslande eingeführt werden und andererseits die Bestände der Heeresverwab- tung in Kupfer und Zinn an da? Ausland verkauft toer­ben, nur nm Zahlungsmittel für die eingefiihrten Lebens­mittel zu beschaffen. Die Androhung der Notenabstem- pelung und des Notenumtansches und das Wort vom Staatsbankerott haben verwüstend auf unsere Valuta gewirkt. Was nötig ist, ist eine gegenseitige Verstän­digung, eine Arbeitsgemeinschaft zwischen Arbeitgebern unb Arbeitnehmern, aber dann unter Geltendnrachung der staatlichen Autorität.

Abg. Bolz (Zentr.): Die Regierung sieht wohl die Unhaltbarkeit unserer Zustände. Sie sieht, was uns not­tut, aber ihr fehlt die Macht. Am Stand der Valuta sind viel weniger politische als wirtschaftliche Umstände schuld. Beschränkung der Einfuhr, Steige­rung der Ausfuhr und Steigerung der Kredite können uns allein helfen.

Hierauf vertagt sich das Haus auf Donnerstag 1 Uhr.

Die Blilnla-Denkschrift.

Die der Nationalversammlung vom Reichsminister der Finanzen zugestellte Denkschrift zur, Val'itasrage gibt zunächst einen Ueberblick über die Entwickelung der Balutafrage während der Kriegsiahrr und schil­dert bann die mit der Revolution begin­ne nde katastrophale Wendung, die nun fast vollständigen Riede rbruch führte. Nach Dar­legung der Gründe für den Niedergang bis zur Revo­lution und die früheren Gegcnmaßnahllren führt die Denkschrift die Grürche für die Valutaentwertung feit der Revolution an. In dieser Veziehung wer- den erwähnt die große Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen nach dem Abschluß des Waffenstill- ftandsvertrages, die schwierigen innerpolitischen Ver­hältnisse, die ständigen Unruhen, Ausstände und Lohn­bewegungen, die Machtlosigkeit der Regierung in den besetzten Gebieten, die zur Ueberschwemmuug mit

Die Mutet

Sitzung bet Nationalversammlung v o in 1. O k t o b e r. .

' Präsident Feh renbach eröffnet die Sitzung um Illhr 25Minuten. Die Beratung des Tumultge- setzes toirb fortgesetzt.

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Die »Ober-essisch« Zeitung- erscheint sechsmal wöchentlich. Der M» HQA Beznaoprei« betragt monatlich 1.60 JU frei ins Hau«; durch die Post Jl». tiOV 1.75 .#. Ohne Befiel,eld. Vertag »on Dr. C. Hitzerath. Druck bet

Unruhen und Ausstände.

vor einem politische« Allgemeinausstand?

wb. Berlin, 1. Okt. (Amtlich) Auf Donners­tag vormittag sind vom Deutschen Metallarbeiter-Ver­band dreißig Versammlungen anberaumt worden, z« denen die gewrrkschasllich organisierten Industriear­beiter Groß-BerlinS «ingeladen sind. Die Teilnahme an diesen Versammlungen tofltbe in dem geplanten Umfange den Allgemein-Ausstand bedeute«. Eine solche Absicht spielt auch, wie auS der Tonart eines Werbeartikels derFreiheit" für diese Bersamni- lung unschwer herauszulesen ist, zum mindesten bei den unabhängigen oder kommunistischen MtveranFal- tern der Versammlung eine Rolle. Es liegt überhaupt nahe, die dreißig kommunistischen Versammlungen, di« Dienstag ab«nd unangemeldet stattfurdeu sollte«, mit den vom Metallarbeiterverband einberufenen in Ver­bindung zu bringen, zumal /estzustellen ist, daß sehr starke Kräfte am Werke finde die Lohnbewegung der Metallarbeiter ut bas politische Fahrwasser zu steuern. Ein politischer Allgemein-Ausstand aber, bet so leicht von der kommunistischen Partei (Spartakusbund) zur Bochereitung ihrer gewaltsame» Umsturzbewegung ausgenutzt werden würde, brächte mit der Gefahr neuer Bürgerkämpfe und der Stockung der Lebensmittelversorgung der Städte, dem deutsche» Wirtschaftsleben und damit der gesamte« Bevölkerung die tiefgehendsten SchA»igungen und zöge unabsehbare Folgen nach sich. Bor dem Mßbrauch fyer gewerk­schaftlichen Freiheit muß aber dringend gewarnt und an das Berantwortlichkeitsgefühl der beteiligten Av« beiterräte appelliert werden. Daß jeder gewaltsam« Uebergriff und jede öffentliche Ruhestörung im I«- teresse der friedlichen Mehrheit des Volke- mit alle« Nachdruck verhindert werben muß, wird von allen ein­sichtsvollen Elementen in den Arbeitertteisen vollauf verstanden werden.

Wbg. Dr. Hugo (T. Vpt.) begrünbet bie Jnter- v...e..._ Motion: Wirtschaftliche unb politische Ursachen haben balb ae- ^tew Valuta so sinken lassen, daß sie ben toirtfchaft- t.6en Anschluß Deutschlands an ben Weltmarkt bedroht 6283 bie Lebensfähigkell ber deutschen Wirtschaft im »ch eint gtHtren bedroht. Die Regierung müßte mit tulänbi» m Maßnahmen unb mit internationalen Verhandlungen ^«greifen. Den letzten Stoß hat unsere Valuta durch bie wlitil des Reichssinanzministers erlitten, ber von der Möglichkeit eines Staatsbankerotts sprach, mit der Ab- -kmvelung der Noten drohte und so fort Wie ist es Möglich, daß ein Minister noch an seinem JJofe ist, mit dessen Politik bie Mehrzahl der Bolls- *llretung nicht einverstanden ist? (Lärm im Zentrum.) 4 »1 |*J Wille zur Arbeit wachst. Die Regierung muß mit Jwifter Schärfe für Ruhe und Ordnung sorgen, **-it das Ausland Vertrauen zu uns gewinnt. Nosk l zu uns mit anerkennenswerter Energie gesprochen, etwas wirft gut auch nach dem Ausland hin.

Reichs, i.ranzminsi'trr Erz beiger: Der Herr Bor- ^n-r hat zwei Mittel genannt zur Hebung ber Valuta, wir nicht schon in Angriss genommen hatten. Ich

Der Xnietgenntet« beträgt fit bie 8 geb. Zeile 80 V u. 50*1, TeuerungSzusckl k 1 cyÄt.,« = 45 -4, amtliche «. «uaeittige 55 Aeklamezeile 1.5041. Jeber Rabatt gilt "4.

al« Bartabatt. Bei «»»fünft durch die Seichöftifiell» «.Vermittlung der «O1Q ««gebet« 25 V Bo»dergebihr. Pofischeckkonto: Mr. 5015 «mt FrnnO utt a. ®t.