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den Kreis Marburg
mit dem Kreisblatt für
Tageszeitung für (bas früher kurheffifche) Oberhesse«
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>• 4 Bezua,preis betrsqt monatlich 1.60 Jl. frei in» Han«-, dnrch
-12. 1.75 «. ohne Scjttagelb — Beileg »o« Dr. C. Hitzerottz. —
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Unia -Buchdr. von Joh. Aug. Koch. Markt 21/23. — Fernsprecher 55.
Tie „Oberhefs'sche Zeitung" erscheint sechrmnl »ichentlich. — Der Nezngrpreis betrsat monatlich 1.60 *. frei in» Hani; bnrch bie Pon
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gnw.Lll|l4 ver«n-elgrnprei, tetrS-t für die »gesP. Zeile«) «'/.fi. Teuerung»,uschl gj Mrt
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Donnerstag, 25. Septemoer »ittlg. ».An,.». 26 /. S«ber,eb»hr.-Postiche«.: Xr. I0U «mt Franks, a.«
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Die ZrntrumsvorfchlLge für Oberschlesie«.
it*. Beriin, 21. Sept. Im Ausschuß der lchreutzrsthen Laudesversammlung für die oberschle- ffche Frage und den Gesetzentwurf über die Erwei- ^terung der Selbständigkeit der Provinzen wurde zu- -Mchst der vom Zentrum vorgelegte Gesetzentwurf Mer die Errichtung einer Provinz Oberschlesien in 'Nr von der llnterkommission vorgeschlagenen Fas-
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Polen verlangt Galizien.
vb. Paris, 24. Sept 57*r „Teinps" sagt, daß Dadcrcmski vom Obersten *c? •?./ endgültige Zutei-
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stanrrssrreiks war es bis jetzt nicht möglich, die «mpfei in Fahrt zu setzen.
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D&eW Mniburg und Bremerhaven auslaufen, um dort da f<w Hre Ausrüstung zu beenden. Infolge de» See«
■ yg 6mg Galiziens an Polen r-.:fangt habe, während qaffr 1t tk Großmächte die provisorische Zuteilung und die : Bestimmung des Schicksals Galiziens durch eine spä-
• trrc Volksabstimmung vorschlagen.
tob. Bett in, 24. Sept. In einer am 21. Septem* Ne in Weimar abgehaltenen erweiterten Vorstands* Anfsichtsratssitzung des Volksbunde- zum Schutze Nr deutschen Zivil- und Kriegsgefangenen, der ReichS- Nreinigung ehemaliger Kriegsgefangener und des Bun- . deutscher Frauen zur Befreiung der Gefangenen Nude eine Entschließung gefaßt, in der es heißt:
” „Tie Versammlung spricht ihre Befriedigung N über die bisher von England, Amerika, Italien Serbien vorgenommene Heimführung der Kriegs* Mana-nen und spricht di« Erwartung aus, daß die ■fiiifdie Regierung nunmehr auch bk in den Kolo- «u und den Ueberseeländern Internierten zurückgibt, r legt schärfste Verwahrung ein gegen die von eng-
Set Wede».
Pefichtigungsreisen in den Wiederaufbaugebieten.
wb. V e r s a i l l e s, 24. Sept. Gestern begangen die Besichtigungsreisen der deutschen Sachver- ßandigen für den Wiederaufbau des zerstörten Gebetes. Zunächst findet eine dreitägige Reise nach
Bcrgwerksbczirkeu statt. In den nächsten Tagen werden sich BesichtiZUNgsreisen für die Wieder- Mfräumungsarbeiten anschließen und zwar je eine ß, die Gegend von Lille, Peronne, Soissons und jhcrdun.
Die Aufteilung der deutschen Handelsflotte.
t. t>82^ ;Nr9 bei einer Stimmenthaltung (Unavh. Soz.) an-
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4 Die Niickkchr der Kneqsgefangenen.
3" ■ k wb. Berlin, 24. Sept. Die Reichszentralstelle
IN dsuiiche Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit, — -* Nß in den Durchgangslagern bis einschließlich 23. g-^ keptemder rund 67 500 heimkehrende Kriegsge- fingene eingetroffen find.
K# wb. Berlin, 24. Sept. (Amtlich.) Die Ad« l>8^ Nialität teilt mit: Der Seemannsftreik in den ^ordsoehäfen zeitigt üble Folgen für den Abtrans«
i Die Besetzung Danzigs und Oberschlesiens. '
c wb Paris, 24. Sept. (Havas.) Der „Temps" "ileiibt zu wissen, daß der Oberste Rat die Frage der
Militärischen Besetzung Danzigs und Oberschlesiens
Nach verbündete Truppen geprüft hat. Es lagen tltls jget Anträge vor. Nach dem ersten sollte Danzig 818 Wit britischen und Oberschlesien von französischen über, »nippen besetzt werden. Die Anhänger des zweiten Wntrages machten darauf aufmerksam, daß sie es Nrzichen, der Besetzung einen interalliierten Cha- -tttier 3« geben und überall französische und bri- 6 828 ktksche Truppen hinzulegen. Es scheint, daß dieser [ •” Moeitc Antrag durchdringen wird. — Früher hieß
H,, Oberschlesien solle durch Amerikaner besetzt wrr-
wb. A m st e r d a m , 24. Sept. Die englischen Mtter melden aus Newyork: Die Vereinigten Maaten haben Großbritannien die früheren deut- Meil Dampfer „Imperator", „Patricia" und „Pre- Mkia" übertragen. Wie verlautet, werden die „ tigeren Dampfer „Graf Waldersee" und „Cap Fi- . r.81“ -Merre" sowie „Kaiserin Augusta Viktoria" dem- ' ■ Dschst ebenfalls Großbritannien übertragen werden.
{Rommen. Nach dem Entwurf soll die Teilung der rovinz Schlesien in eine Provinz Ober- und Nie- IHI * Nrschleiien am 1. April 1920 in Kraft treten. Heber v aud Ne Vermögensauseinanderfetzung soll ein Gesetz pfn.® n «tscheiden, wenn die Vertreter der beiden Provin- iniiiett len nicht einig werden. Ein Zentrumsantrag, der «Ä» ” IN Oberschlesien ein besonderes Vorschlagsrecht für »»kitische Beamte schaffen wollte, wurde abgelehnt, «r Gesetzentwurf über die Erweiterung der Selb- ßiiidigkcit der Provinzialverbände soll noch einer »ritten Beratung unterzogen werden.
schasfung die deutsche Regierung schuld sei. Mit allem Nachdruck wendet sich die Versammlung gegen die französische Regierung, di« sich als einzige der Heimschaf- fund der Gefangenen vor der Ratifizierung des Frk* dens widersetzt. Sie lehnt jede Verquickung der Auslieferung mit irgend einer von Deutschland zu fordernden Leistung auf das entschiedenste ab und erwartet, daß bis zum Weihnachtsseste alle tr-utscheu Gesangenen aus Frankreich der Heimat zurückgegebeu sind. Dk Versammlung legt Verwahrung ein, daß elf Monate nach Abschluß des Waffenstillstandes,und drei Bkonate nach her Unterzeichnung des Friedens diesGesangencn in Frankreich noch immer wie Kriegsgefangene gehalten werden und keinerlei Erleichterung in ihrer Lebenssühr- ung erhalten." Die Versammlung beschloß, dafür einzutreten, daß die Gefangenen jener von Deutschland abzutretenden Gebiete, die mit oder ohne Volksabstimmung vom Reiche abgelösk werden, die, gleichen rechtlichen und moralischen Ansprüche auf wirtschaftliche Beihilfe und Unterstützung wie die übrigen deutschen Gefangenen haben. :';w
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' Aus dem besetzten Gebiet.
tob. 83 e r I i n, 24. Sept. Der deutschen Regierung kam ein Befehl der ftanzösischen Kontrollstelle bei der deutschen Zivilbevölkerung im Bezirk Wiesbotoen zur Kenntnis, worin der Regierungspräsident in Wiesbaden ersucht wird, jede neue Eidesleistung der deutschen Beamten zu verbieten. Jeder Beamte, der einen solchen Eid leistet oder ihn seinen Untergebenen abnehmen sollte, mache sich, wie es in dem Befehl heißt, eines sehr schweren Vergehens schuldig. Die deutsche Waffenstillstandskümmission legte int Auftrag der deutschen Regierung gegen den französischen Befehl nachdrücklichste Verwahrung ein und sprach die Erwartung aus, daß die Verbündeten bet der Prüfung der Angelegenheit sich von der Notwendigkeit der Beseitigung des Befehls überzeugen werden.
tob. Mainz, 24. Sept. Nach einer amtlichen Bekanntmachung des Oberbefehlshabers der 10. Armee haben auf der Straße di« Männer die entblößt vor- beigetragenen Regrmentsfahnen der verbündeten Armeen unb die militärischen Leichenzüge durch Hutabnehmen zu grüßen, ferner haben toäh- rend des Wspielens der Nationalhymen der verbündeten Mächte an öffentlichen Orten die Männer die Kopfbede ck ung abzunehmen und stehend zu- zuhören.
tob. H ö ch st a. M., 24. Sept. Zum kommissarischen Landrat des Kreises Höchst war kürzlich aus Befehl des Generals Mangin der bisherige Kreisschulinspektor Dr. HindrichS, Vorsitzender der Zentrumspartei in Höchst, bestellt worden. Gegen dessen Ernenn- ung tvenbetc sich ein Teil der Arbeiterschaft der Höchster Farbwerke, die durch einen Teilausstand die Rückgängigmachung der Ernennung jn erzwingen suchte. Dr. Htndrichs erläßt nun eine längere Darlegung, in der «r feststellt, er habe mit dem Arbeiterausschuß der Farbwerke verhandelt, sei von den Ausständigen tätlich angegriffen und in der Versammlung von den Arbeitern gezwungen worden, bk Erklärung abzngeöen, er werde von seinem Posten zurücktreten, wenn es von der Administration genehmigt werde. Diese Genehmigung sei indes nicht erteilt worden. Er werde daher gegen das hetzerische Treiben gewisser Kreise wogen Auflehnung gegen bk Staatsgewalt unb Unruhestiftung energisch vorgehen. Er werde aber unter keinen Umständen vor dem Terror bet Straße und der im Dunkeln arbeitenden Drahtzieher zurückweichen.
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Die HmlshMfordttvngen
für den Reichspräsidenten.
Berlin, 24. Sept. Der Haushaltsausschuß der Nationalversammlung sollte heute mit der Beratung des Haushalts für den ReichsprästbentsA be« ginnen. Durch die Mitteilung des stellvertretenden Vorfitzenden Dr. Pachnicke über einen inzwischen eingegangenen Nachtragshaushalt ergab sich aber die Notwendigkeit, die Beratung so lange auszusetzen, bis die Fraktionen haben Stellung nehmen können. In diesem Nachtragshaushalt ist die bisherige Abmachung umgestoßen. Für den Reich». Präsidenten werden ein Gehalt von 120000 Jl und außerdem 200 000 Jt Aufwand-gelber gefordert: daneben soll der Reichspräfibent An« spruch auf freie Dienstwohnung mit Geräte, ausstattung erhalten. Der Ergänzungshaushalt sieht aber weiter noch ein besonderes Büro für den Reichspräsidenten vor, bestehend au» einem Unterstaatssekretär, drei Vortragenden Räten, einem ständigen Hilfsarbeiter und zahlreichem Unterpersonal. Als in Weimar unter den Mehrheitsparteien die Abmachung über die Angestellte» des Reichspräsidenten getroffen wurde, waren von keiner Seite so weitgehende Forderungen erhoben
hoorden. Der Ausschuß hat daher beschlofien, zunächst die Begründung des Reichsfinanzministers Erzberger über den überraschend vorgelegten Er« gänzungshaushalt zu hören und bann erst die Fraktionen sprechen zu laflen, bevor weitere Entschlüsse gefaßt werden.
Hit temWti MMänt.
Gin Plan zur Beseitigung „unliebsamer politischer Personen".
wb. Berlin, 24. Sept. Im Haushaltsaus- schuß der preußischen Landesversammlung teilte, wie die „B. Z." meldet, Ministerpräsident Hirsch u. a. mit: Die sächsische Regierung fand bei einem Agitator des Spartakusbundes, der ins Ausland reisen wollte, eine Instruktion mit der Ueberschrift vor: An alle Vertrauensmänner! Die Instruktion besagt:
Alle Gruppen Deutschlands, Oesterreichs und der Tfchecho-Slowakei gründen streng geheime politische Organisationsgrupven, deren Zweck es ist, alle politischen Machtfaktsren M registrieren, die der kommunistischen Bewegung hinderlich sind. Durch diese Namensverzeichnifse «Mr es ermögücht, unsere Feinde aufs strengste zu überwachen und bei Aufständen dingfest zu machen und abzuurteilen. Sollte die Zentrale der kommunistischen Partei Deutschlands, Deutsch-Oesterreichs und der Tschecho-Slo- wakei den Plan zur Beseitigung von unliebsamen politischen Personen für gut befinden, so erhält diejenige politische Gruppe den Auftrag zur Ausführung, wo die betreffende Person ihren ständigen Wohnsitz hat. Welcher Genosse die Tat auszuführen hat, entscheidet das Los, und dieser ist verpflichtet, innerhalb 24 Stunden den Plan auszuführen, wenn er nicht selbst dasselbe Schicksal erleiden will. Verrat wird sofort mit dem Tode bestraft. Der Ministerpräsident erklärte: das sind die Leute, die von der äußersten Linken und von der unabhängigen sozialdemokratischen Partei stets in Schutz genommen werden.
Berhastungen.
Berlin, 24. Sept. Wie der „Lok.-Anz." meldet, find in Dresden zahlreiche Kommunisten verhaftet worden, u. a. der Parteisekretär für Ostsachsen Bettmann und sein Gehilfe.
wb. Halle, 24. Sept. Außer sechs Halleschen wurden in Halle noch zwei Münchener Kommunisten, der Schlößer Graf und der Buchbinder Franta, verhaftet. Diese beiden waren, wie jetzt einwandfrei feftsteht, nach Halle entsandt worden, um de« früheren Kommunistenführer Hartung zu ermorden. Bei den beiden Münchenern wurde ein umfangreicher Briefwechsel, sowie Morphium und Chloroform vorgefunden. Es wurde außerdem festgestellt, daß zu „Agitationszwecken" Halle von den Kommunisten in sieben Bezirke eingeteilt war und daß jeder dieser Bezirke einem Führer unterstand. In einer Versammlung der Kommunistenpartei anfangs September in Halle wurde die Ermordung einer Reihe von Leuten vorbereitet, die im Verdacht standen, Spionendienste zu tun.
Der Organisationsplan.
Der bereits kurz mitgeteilte Eeheimbefehl, der bei dem in Pasing bei München verhafteten Kommunisten Heile gefunden wurde, lautet nach der „B. Z." im Auszuge:
Betrifft Organisation des neuen gewaltsamen Umsturzes und Aushebung der Reichswehr, wie st« ebentueH vorzunehmen ist. Angefertigt anfangs September 1919. Die Reichswehr ist gegen Morgen bei Hellwerden in den Kasernen anzugreifen und im Schlafe auszuheben. Während der Nacht sind die Wohnungen der Offiziere aufs schärfste zu überwachen. Der Offizier, der seine Wohnung in der offenbaren Absicht verläßt, zur Truppe zu eilen, wird ohne Anruf niederge- schoffen. - Bekannte Monarchistenoffiziere sind unverzüglich unblutig zu beseitigen. — lieber das Eindringen in die Tore liegt für jede Kaserne ein besonderer Plan vor. Alle Unteroffiziere sind nur mit Hemd und Unterhose bekleidet und mit zwei Decken versehen ht einem Raum unterzubringen und schärfstenS zu bewachen. Dk Mannschaften bleiben auf ihren Stuben, dürfen aber nicht auL den Betten, bi» vom Oberkommando entsprechende Be- fchle eintreffen. Im übrigen ist es bester, es sterben in dieser Stunde drei als in der nächsten 30 Menschen. Die Kasernen sind dann auf das schärfste zu bewachen und zu besetzen. Alle Waffen und bk gesamte Munition haben unangetastet an ihren Lagerplätzen zu verbleiben, bis Gegenbefehl kommt. Kein Mensch darf die Kasernen lebend verlassen, keiner ohne Ausweis sie betreten unb bann auch nur in Begleitung eine» Wachmannes. Ten gefangenen Sclbaten gegenüber ist bie größte Menschlichkeit zu beachten. Es sind sofort Aus- rlärungSblätter zu verabfolgen. In der gleichen Minute de» eturms auf die Kasernen find alle öffentlichen Gebäude, Straßenkreuzungen und Plätze zu besetzen; desgleiche« muß zur gleichen Zeit von allen.militärisch« Depots, Geschützstellungen usw. Beätz ergriffen
werden. Wer sich zur Wehr setzt, wirb erschossen. Jeder bewaffnete Zivilist, der nicht zur Roten Armee gehört, wird erschossen. Der gesamte Eisenbahn-, Post- und Telegraphenverkehr ist mit der Minute be» Umstürze« lahmzulegen. Während der Nacht marschieren bag« bestimmte Truppenteil« der Roten Armee über bk Felder und nicht über di« Landstraßen auf bk umliegenden Dörfer, soweit sich in chnen Truppen der Reichswehr befinden, unb heb« fie bott au». Hierüber liegt für jeh« Ortschaft ein besonderer Plan vor. Kein Ü'iensch darf München verlassen oder in e» hinein. Jede Truppe hat sich vom Dunkelwerden an bi» eine Stunde vor dem Umsturz unauffällig in der Nähe be» ihr zugewiesenen Abschnitts zu sammeln. Der Waffengang ist unvermeidlich. Dem Truppenkommando ist eine Irre« führende Abschrift dieses Plane» durch „Spione" zu« zustellen. Zivilisten mit Schußwaffen m der Hand werden ohne Standgericht auf Befehl eine» Offizier» erschossen. Plündern wird mit dem Tode bestraft. Eisernstr Disziplin, vorherige Festsetzung der Offiziere unb sofortige Propaganda in der Reichswehr. Die Rote A r m e e ist in festen Verbänden zu organisieren.
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Wr!e M MiMsrWI.
Berlin, 24. Sept. Der Reichsoerband bet deutschen Industrie unb die Vereinigung d'er deutsch«» Av- beitgebcrverbände traten heut« unter der Teilnahme von vierhundert Vertretern aus allen Teile» bei Reiches in Berlin zu einer Sitzung zusammen, trat zu dem Bciriebsrätegesetz Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende der einladenden Verbände, Direktor Dt. Sorge, wies auf die Erregung hin, die alle deutsche» Wirlschaftskreise angesichts beS BetriebsrätegesetzeS tt- griffen habe. Der Gedanke, daß die Industrie unter allen Nnls! Luden mit einem derartigen Gesetz rechn« müsse, fei bestimmend dafür gewesen, baß bie Beo» tretet ber Industrie sich bereit erklärten, bei den Bo- ratungen über den Gesetzentwurf mitzuarbciten. Leider habe sich die Annahme, daß durch die positive Mitarbeit der Industrie gewisse Härten und NnzutrAglichkeft« in dem Gesetz vermieden würden, als irrig erwiese«. Auch die Fomr, in die der Staatenausschuß bett Eö» setzentwurf gebracht habe, enthalte verschiedene Be» Stimmungen, die geradezu vernichtend auf dal deutsche Wirtschaftsleben wirke« müßten. Der stell« vertretende Vorsitzende Karl Friedrich v. tfiemewl besprach die Entwicklung, die zu dem Gesetzentwurf ft» führt habe. Die Arbeitgeber feien an die Vorarbeit« des Gesetzentwurfes mit dem festen Willen her au gegangen, berechtigte Wünsche der Arbeitnehmer zu et- süllen, um den Versuch zu machen, weitere Schädigungen unsere- Wirtschaftslebens zu vermeiden. Der von der Reichsrcgierung veröffentlichte Entwurf den Wünschen der Arbeitgeber in keiner Beziehuitß Rechnung getragen. Dk Arbeitgeber h litten delhal» itt der vorberatenden Kommission die Verantwortutra für das Gesetz ablehnen müssen. Der Gesetzentwu^ sek nicht aus toirtschastliche«, sondern an- politischen Gesichtspunkten geboren. Er schloß: Dk 9* dustrie ist die Säule, die Deutschland aufrecht erhLt. Sie war stark und konnk die Angriffe bet letzte« Monate noch ertragen. Jetzt find wir aber zu (Bnbi mit unserer Kraft. Das ewige Eitzen x«b Schwatzen können wir nicht mehr aushalten; wir müssen zur positiven Arbeit zurückkehren. Fabrikbesitzer MoraS führte aus, baß sich i« Betrieb-, rätegesetz Gedanken au- der Kriegswirtschaft «nb andern RStesyskeirk befänden, die für unser Wirtschaft!- Men verh Sngnilvoll werden könnten. Dal deutsche Wirtschaftsleben sei nicht mehr weit von einer Katastrophe entfernt. Durch »tde Bestimmungen bei vorliegenben Gesetzentwurfes werbe bie gemeinsame Arbeit nicht gefördert, sondern bet Streit ht bk Betriebe hineingetrageir. Abtoanderung der Betriebe in! Ausland unb zünftkrische Verknöcherung be! Wirt- schaftsleberrs würde» dk Folge« fehl. Dal Gesetz dürft auf keinen Fall in bet vorliegende« Form «genommen weichen. Nach einer längeren Aussprache würbe eine Entschließung angenommen, in der die Jndustrk ei* mittigen und entschiedenen Einspruch -ege« diesen Entwurf erhebt. Er erscheine so gefährlich für bie Bettung, Ordnung unb LeistungSfLftgkeit be» Betriebe, bah er in bkfet Form nicht Gesetz werd« dürfe.
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Rußland.
et* Sieg De*M«o.
wb. Kopenhagen, 24. Sept. Das engliftha Kriegsministerium teilt mit, daß Denikin» Truppe, «inen großen Stag errungen unb X«tjl 11« setzt habe«. Die Einnahme von Kursk, eine, »ich« tigen Eisenbahnknotenpunkte, <m der Linie khn» kow-Moskau, bedeut« einen erheblichen FortschrW fit bie Truppen Denikins, bin damit bereits a» Grenze zwischen Ukraine und Sowjet-Rußland gelangt feien.