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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg
H Tageszeitung für (bas früher kurhessische) Oberhesse«
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Die „Obrrhess'sche Zeitung" erscheint sechsmal Wöchentlich.
Der
« <)9ß Bezugspreis beträgt monatllch 1.60. jK. frei in« Hau»; durch die Pest J1S. äav 1.75 ■#. ohne Bestellgeld. — Verlag »en Dr. €. Hitzeroth. — Druck der
Univ • Ruchdr. von Jo h. Au g. Koch. Markt 21/23. — Fernsprecher 55.
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Deutsche Kohlen für Frankreich.
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Der Oberste Wirtfchastsrat.
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Mr hatten gestern über die Abstimmung über den ZentrumSantrag im Ausschuß berichtet und gleichzeitig die in obiger Meldung erwähnten Mitteilungen über die Gewährung der provinziellen Selbständigkeit an Oberschlesicn kurz erwähnt. Jeder Unbefangene wird auS dem ersten Teil der obigen Wolff-Meldung eine charfe Stellungnahme der preußischen Staatsregierung gegen Erzberger entnehmen. Eine andere Wolff-Mel« düng streitet ixi» aber gegenüber der ,D. TageSztg." so- ort wieder ab. Bon einer Nichtübereinstimmung könne keine Rede sein. Weiter heißt cS: „Ter Reichsminister hat in einer Besprechung mit Vertretern der oberschlesi- chen Presse, woran auch der preußische Minister Sieger, h-wth und Vertreter des preußischen Ministeriums des Innern teilgenommen haben, feine Absicht dargelegt, für Oberschlesten so schnell wie irgend möglich, wenn angängig bis spätestens zum 1. Otober, eine Autonomie sicherzustrllen. Daß die Schaffung einer solchen Selbst- tändigkeit für Oberschlesien int Rahmen des von der preußischen Regierung vorbereiteten und seinen Abschluß entgegengehcnden Gesches für die Selbständigkeit der Provinzialverbände erfolgen soll, ist selbstverständlich." Also die ein« Wolff-Meldung weitdet sich gegen die andere.
wb. Versailles, 19. Sept. Eine französische Division in Stärke von 10 000 Mann wird nach Armenien gesandt. Sie soll in Alexandria landen, um den Bezirk von Adana an der Bagdadbahn zu besetzen. Die Presie glaubt nicht, daß die französischen Truppen schon diesen Winter bis Erzerum vorstoßen können.
als offenen Widerstand gegen die Besatzungstruppen behandeln zu wollen. c
In der Pirmasenser Gegend macht man schon eine Zeitlang die Wahrnehmung, daß seidene Kranzschleifen auf den Friedhöfen entwendet werden. Nun wurde festgestellt, daß Frauen diese Schleifen den Toten stehlen um ihrer Putzsucht zu frönen.
gene, besonders ihre Heimbeförderung, russische fangen« in Deutschland, Verhältnisse in Süd- und europa, Verwaltung der besetzten Gebiete.
Französisch« Truppe» für Armenie«.
Karlsruhe, 19. Sept. In den intellektuellen Kreisen Elsaß-Lothringens herrscht große Erregung über die plötzliche Versetzung von einigen hundert deutschen Oberlehrern, die an höheren Lehranstalten Elsaß-Lothringens tätig waren, nach dem Innern Frankreichs, besonders nach dem Sune-Distrikt. Von dieser Verfügung der fron« zösischen Regierung, die eine toeitere Episode des Kamp- fes gegen das Deutschtum darstellt, werden 1200 Lehrer betroffen.
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Marburg
Sonnsdend, 20. September
Frankreich gegen Wi^eranfnahme ber Beziehungen zur russischen Räterepublik.
wb. Paris, 1g. Sept. (Havas.) In der Kammer behauptete der Sozialist Longuet, daß Lloyd George llnterhändler, namentlich Bullitt, mit Friedcnsvorschlä- gen der englischen und amerikanischen Regierung an Me Sowjets nach Rußland geschickt habe. Clömenceau wiederholte zu verschiedenen Malen, daß Lloyd George weder ihm persönlich noch in der Friedenskonferenz von diesen FriedenSvorschlägen etwa» mitgeteilt habe. Son. guet sagte, daß Lloyd George feine Ansichten geändert und die Verhandlungen nicht weiter verfolgt hab. Longuet sprach dann von der Notwendigkeit mit Sowjetrutz- lattd die Beziehungen wieder aufzunehmen, worauf Pichon erklärte, daß Frankreich die» nicht könne.
Berlin, 19. Sept. Der „Voss. Ztg." zufolge traf mit dem Tank-Leichter „Senator" das erste amerikanische Petroleum nach dem Kriege, eine Menge von 1500 Tonnen, aus Rotterdam im Hamburger Hafen ein.
wb. Rotterdam, 19. Sept. Am 18. Sept, kam der Dampfer „Abani" mit 156 deutschen Männern, 39 Frauen und 61 Kindern aus Australien an. Arn 25. September wird ein Transport deut- scher Kriegsgefangener von ungefähr 3500 Personen aus Amerika erwartet.
wb. Paris, 19. Sept. (HavaS.) Di« deutsche Eisenbahnkommission hatte mehrer« Konft- renzen mit der Direktion der Ostbahnen. Sie verließ am Donnerstag abend Paris, um sich nach Berlin zu begeben. In diesen Konferenzen wurden durch die technischen Fachleute die Einzelheiten sestgelegt wegen der Organisation eins Luxuszugcs Paris-Straßburg-Prag- Warschau, sowie von gewöhnlichen Zügen mit durch- geheirden Wagen und schließlich von Güterzügen, die Frankreich mit der Tschecho-Slowakei und Polen verbinden sollen.
Berlin, 19. Sept. Wie aus Essen verschie- fcitejt Blätter» berichtet wird, ist mit den Fran- Wtn ein vorläufiges Abkommen auf Lieferung 500 000 Tonnen Ruhrkohle monatlich getrof- M worden. Das Kohlensyudikat liefert die Kohle
ssichts dagegen cinzuiveuden, diese Erklärung
»mehr- (3ag.ll
Amerika.
Bevorstehende Einigung im Senat?
wb. Rotterdam, 19. Sept. Die „Nieuwe Rotterd. Cour." meldet aus Washington: In verantwortlichen politischen Kreischt gewinnt die Ueberzeugung an Boden, daß eine llebereinstim- mung erzielt wird und die Ratifikation des Friedensvertrages in einigen Wochen möglich sein wird. Beide Parteien sind am toten Punkte angelangt. Es ist sehr wahrscheinlich, daß weder Lodge noch Hitchkock imstande sein werden, die notwendige Zweidrittelmehrheit von 49 Stimmen für oder gegen die vorgeschlagenen Vorbehalte oder Abänderungen aufzutreiben.
Die Enthüllungen Bullitts.
wb. A m st e r d a m,19. Sept. Nach Meldungen aus Washington Lbereichte Bullitt im Laufe seiner Erklärungen in der Senatskommission ein Exemplar von Wilsons ursprünglichem Völkerbundsvorschlag, das von Wilson eigenhändig auf seiner eigenen Schreibmaschine geschrieben trat. Dieses Exemplar erhielt Bullitt seinerzeit von Oberst House.
Wie das Pressebüro Radio meldet, vcröffent» lichte die Presseassociation in London eine offenbar offiziöse Erklärung. Darin wird gesagt,, die Erklärungen Bullitts seien ein parteiisch zusammen- gestellter Bericht aus privaten Unterredungen mit Lloyd Georg« bei dem Frühstuck nach der Rückkehr Bullitts aus Rußland, zusammengeschweißt mit einer Mischung von Unterredungen mit anderen Leuten.
Ae itNilit AMökinsle.
wb. Berlin, 19. Sept. Den verbündeten Regierungen ist von dem deutschen Vertreter in Der- ßriLes eine Note überreicht worden, worin ausgeführt wird, die deutsche Regierung teile die in per Note der Verbündeten dargelegte Auffassung, die Verfassung n i ch t vorgehen kann, soweit ie mit dem Friedensvertrag in Widerspruch stehe. Daher habe sie die verlangte Auslegung des Ar- Mels 80 des Frisdevsvertrages angenommen, die Lrtikel 61 Absatz 2 der deutschen Verfassung als kraftlos erachtet, solange der Völkerbundsrat richt der entsprechenden Aenderung der internatio- ttalcn Lage Oesterreichs zusiimmte. Sie habe
reich' zu leistende Lieferungen, (Setteibcfrage, finanzielle Beschränkungen in Deutschland, Kriegsgefan-
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wunfieu bezeichnet worden sei, gerade für Deutsch- vurd und Oesterreich noch mehr beschränkt falle, als der Wortlaut des Artikes 80 er- fennfn Heg. Außerdem hätten die verbündeten ® ungen nicht beachtet, daß eine Verfasiung ein
besetz fe! von zeitlich unbeschränktem Charakter, " ' da? die allgemeinen Normen zulasse, aber Aus-
“Smen fßt Sonderfälle vorbehalte. Die Aufnahme »ee Artikels 187 fei kein Kunstgriff, sondern eine wohtbegründete Maßnahme. Die Schlußforderung ter verbündeten Regierungen, daß mit dem Artikel il Absatz 2 eine Vertragsverletzung beabsichtigt ge- vofen fei, beruhe auf einer irrigen Voraussetzung.
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■ermi«* to6. Amsterdam, 19. Sept. Wie der .Telegraaf" ” Brüssel meldet, wird sich der Oberste Wirtschastsrat, F? a,>t Sonnabend in Brüssel Zusammentritt, u. a. mit Gegenständen befassen: Wirtschaftliche» Zu- ^wiuienacBeiten nach Friedensschluß, Blockade Ungarns be» bolschewistischen Rußlands, Handel zwischen ^^vreich und Ungarn und Lebensmittelversorgung Staaten, Handel zwischen Deutschland und Oester-
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fchättsS.
«3 (-*tk.cn»uvi.n.uyci? gehörten aucy rtt 23,1 f hic Ausführungen, womit die deutsche Regierung W s »re Auslegung des -------- -
Onnniiii in ginnt.
Weiterer Zuzug trgtz Blockierung.
wb. Bern, 19. Sept. Die Verhandlungen Ne» Generals Badoglto, die dieser durch Vermittli!,^ von Bürgern Fiumes mit d'Annunzto ehigelettd hat, sind bisher an dem unbeugfair.cn Wderston» des Dichters gescheitert. Finw-- ist für einte Monat mit Lebensrnitteln verjr^,r und bat Waffen und Munition für drei Monate. Badogll» »Ifl persönlich nach Fiume reisen, um mit d'Annanzl« zu verhandeln. Er hat inzwischen an die Offizier» und Mannschaften d'Annunzios einen Ausruf ß»» richtet, in dem er mitteilt, daß die von der Regierung gestellte Frist zur Rückkehr zü nden Militär!- schon Einheiten verfallen sei und daß bi« Trupr« künftig als Deserteure behandelt werden, (h haben aber noch keine hundert Mann d'Annunji» verlassen. Die Presse, die im allgemeinen zwar d'Annunzto nicht feindlich gesinnt ist, wünscht mehr und mehr den baldigen Abschluß des Zwischenfalle», da er, wie 'der „Corriere della Sera* bemerkt, ein« unhaltbare» innen- und außenpolitische Lag« geschaffen habe. . —
wb. Be vn, 19. Sept. Wie der „ÜÄrriere »eie Sera" berichtet, wird d'Annunzio durch Hatte« nierung die längere Versorgung Fiume, sich««. Für reichliche Fleischzufuhr aus der kroatisch« Zone sei gesorgt. Obwohl Fiume blockiert N, konnten doch einige Fahrzeuge, so auch ein Torpedo, boot, die Stadt erreichen. Di« Besatzung de» letzteren schloß sich einschließlich des Rommanbemtee d'Annunzio an. Zahlreiche Zivilisten. besondmiO aus Mailand kommend, Aerzte und Cetednlt«, Stabs- und Marineoffizier« konnte» nachträgNch auf dem Landweg« den Vlockadegiirtel Überschreit«» und find in d'Annunzios Dienste getreten, «»ch ' eine Anzabl von amerikanische» Soldat« soll sich d'Annunzio angeschlossen habe».
General Eaudelfro hat gestern im Marne» fat Regierung einen Aufruf an da, Freikorps gerichtet, in dem die Ueber'gabe binnen 14 St»», den verlangt wird. d'Annunzio griff be$e»f die Regierung neuerdings mit den schärfste» wer- ten an und erklärte, daß er fich lieber in Fiume graben lasse, als nachgeben werde.
Eine von den übrigen Blättern bestätigte Rach, richt des „Secolo" besagt, daß da» französisch« Flottenkommando in Finm« g«droht hab«, schießen zu lassen, falls die französischen Magazine angetastet werden. *-»
Die nationalistische Press« setzt ihr« Angriff« auf Nitti fort und »erlangt ben Rücktritt des gesamten Kabinetts. Um vom Verbände unabhängig zu werden, verlangt Salandra im „Gtor- nale d'Jtalia" den Abschluß eines Kohlcnabkom- mens mit Deutschland.
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Noske über die Offiziere.
Reichswehrminister NoSk« empfing laut ,JBw» wSrts" gestern Vertreter von Berliner Großbetriebe« unb führte vor ihnen u. a. auS: Bo» der obere» Truppenführung kann ich sagen, daß sie loyal hinter mir steht. Bon ben Heerführern, di« im Volk» ei» unliebsames Anffehen erregt haben, ist feiner mchr fav Dienst. Daß sich in den unteren Fübrerstellen «oK eine Anzahl kurzsichtiger Heißsporne befinden, bi« kio- ber heute tote morgen lcSbrausen möchten, ist mit wohl bekannt. Bei der Aufgabe, auS 24 000 Offiziere» unb 4000 für die Reichswehr herauSzuwtzlen, wird sehr sorgfältig verfahren.
In der „Nationalzritnng" äußert fich NoSfe |» dem gleichen Thema. Er bestreitet, batz Bestrebung« ernstlicher Art im Gange feiens durch einen militärischen Putsch die Monarchie wiederherzustellen »ab schreibt u. a. weiter: Z» de» Offiziere«, die nie der- hehlt haben, batz sie in der Theorie Monarchist« sind, gehört auch bet Oberst Reinhard. Ich hab« wiederholt Gespräche mit ihm geführt. Dabei hab« ich stets ben Eindruck gehabt, daß Oberg Reinhard «ur von dem Bestreben geleitet ift bet Regierung zu helfe«, ein Chaos in Deutschland zu vermeiden. Er hat «4 vor allem verstanden, wieder leidlich« militärisksi- Ordnung in bie ihm unterstellten Truppenteile ju bringen, wenn auch von der strengen militärisch« Unterordnung, wie fU im alte« Heere bestand, heute noch nicht die Red« sei« kann. Linen Beweiä dafür bietet das Verhalten bei entlassenen sogenannt« OffizierstellvettvetetS Neuendorf, der eine» Tage» at:8 irgend einem Anlaß vor die Front trat und in ei — Weise gegen feinen Kommandeur sprach, die mit rn>.- tärischet Zucht, Unterordnung und Disziplin unser- einbar ist. Daß der militärische Betrieb nicht in jeder Hinsicht so klappt, wie die» in Zukunst erforderlich sein muß, geht daraus hervor, daß ein Mau» wie Neuendors überhaupt ausgenommen werden unb eint Zeitlang als Vertraueusmarm eine Rolle ig bss .
1*® worden. Das Kohlensyudikat lief ^82, nt l dem Wasserwege nach Rotterdam
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31t obttMßlA FkW.
Die-preußische Regierung gegen Erzberger. — Konflikt zwischen Zentrum und Sozialdemokraten.'
wb. B e r l i n, 19. Sept. Der Ausschuß bsr Landes- Versammlung beriet gestern die oberschlefische Frage und den Gesetzentwurf über die Erweiterung der Selbstständigkeit der Provinzialverbände. Tie geftertr in einem Teile der Presse erfolgten Mitteilungen über die Ge- ivährung einer beschleunigten Autonomie an Ober- schlefien, die Bildung einer Provinz Oberfchlcsien, die Bildung eines Lmrdrate? unb Dreimämierköllegiums erregten in der gesamten Kommission Aufsehen und Verwunderung. ES wurde festgestellt, daß die Mittettungen auS ber Reichskanzlei stammten. Sie ftnb auf Aeußerungen des Neichsfinanzminifters Erz- b e r g e r zu Vertretern ber Presse zurückzuführen. Ministcrpräsibent Hirsch unb ber Minister des Innern Heine nahWen scharf gegen biefe Methvde, die Presse zu unterrichten, Stellung, bie nur aus dem Bestreben zu erklären sein, Preußen vor bie voll en bete Tatsache zu stellen. Alle berührten Fragen feien durchaus noch nicht spruchreif. In der Beratung wurde ber Jn Form eines Gesetzentwurfs eingebrachte Antrag' beS Zentrums in ber zweiten Lesung verhanbelt. Paragraph 1, betreffenb bie Einteilung ber Provinz Schlesien in Provinz Ober- schlcsien unb Provinz Nieberschlesien, würbe angenommen. Bei ben weiteren Beratungen ergab sich lieber» Einstimmung darüber, batz bi« technische Durchführung ber übrige» Paragraphen bes Zentrumsantrages unmöglich fei, ba bie Vermögensauseinanberfetzung zwischen ben beiden Provinzteilen in dieser Weife zu regeln, ganz unmöglich seien. ES würbe ^shalb beschlossen, eine Nnterkomurission eiusufehen, bie eine passenb« Form finden soll. Bei ber Vorlage über bie Erweiterungen der SclWSwdigleit 6er «pvovnizialverbände tarn e8 bei den grunblcgcnbcn Paragraphen zu einem Konflikt zwischen dem Zentrum und den Sozialdemokraten. Nach dem Paragraph 1 soll der Pro- viuziallandtag berechtigt sein, durch Provinzialfkrtuten über bie Regelung solcher Fragen der Schulver- fassung zu beschließen, die für bie Bevölkerung der einzelnen Provinzen von besonderer Bedeutung sind. Die Sozialdemokraten beantragten einen Zufatz, wonach hierzu nur bie Sckmlversaffung In Betracht kommen sollte, bie von ber Landesgesetzgebung bestimmt fei. Begründet wurde dieser Antrag von sozialdemokratischer Seite damit, daß nach der Bersaffungsvorlage die Pro- vinzialverwaktungen im Stahmen ber bestehcnben Gesetze völlig frei in der Auswahl ber zu regelnden Fragen sein würben, was viel zu toeit ginge. Nachdem dieser Antrag mit den Stimmen ber Sozialdemokraten, der Demokraten unb Deutschen Volkspartei angenommen war, erklärten die Zentrumsvertreter, daß sie nunmehr kein Interesse an ber Weiterberaturig be» Gesetzentwurf» hätte«. ES würbe schließlich die Streichung bes ganzen Absatzes beschlossen. Somit ist der Kernpunkt ber . ganzen Vorlage auSgeschaktet. Die weiteren Kommifsionsverhandlungen würben vorläufig abgebrochen. Die weitere Beratung nntrbe nicht anberaumt.
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Aus dem besetzten Gebiet.
wb. Versailles, 19. Sept. Rach einer Depesche aus Brüssel stimmte die belgische Regierung zu, einem französischen General das Oberkommando über die Vesatzungstruppen in den Rheinlanden anzuvertrauen. Bis jetzt ist nicht be- i annt, ob England und Amerika auch schon znge- timnrt haben.
Mainz, 20. Sept. Die Franzosen erklären die wachsende Resistenz der Landwirte bei der Ablieferung von Getreide und Kartoffeln an den Kommunalverbaud
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Hill« Die Abstimmung im südlichen Ostpreußen.
IN. l l e n st e i n, 19. Sept. In Süd-Ostpreußen
«al»5 wie das „Allensteiner Volksblatt" von nraß- leyff»! ^nder Seite erfährt, für die Abstimmungszeit ö: E"eJ? eutsche Pol-zeitruppe unter Aufsicht »schäft' Verbündeten gebildet werden. Eine Besetzung 1$ ^4 fremde Truppen komme nicht in Frage, so- *i8e die Bevölkerung die Ruhe bewahre.
&hJ’« sminchr in einer Form abzugeben, die in der An-
6 ö • *)er ^ote uom 11. Sept, vorgeschlagen. wurde. Il, ttä Die den Ische Regierung sieht sich aber genötigt, zu D7S77 _ k« Ausführungen der verbündeten Reg'.erungen lijöll 4® bemerken, sie habe in dieser Note durchaus die - Auffaffung vertreten, daß der Artikel 178 der Ver- ° "Z ; Mung ti. a. den Zwc t habe, jeden eiroatc/.n Wi- j terspruch zwischen Verfassung und Friedensvertrag Wl-Mschließen. Zu den nicht ohne weiteres klaren 1 Bestimmung« des FrD^ensvertrages gehörten auch
-T—r' Durchfuhr durch Tcutschkurd noch Ungarn unb bolschewistischen Rußland, Verteilung unb Be- j$yL‘" ber Abriahäsen, Verkehr auf ber Donau, 5em
■j und der Elbe, Benutzung von Aniwerpen al» AuS- b -MttmgShafen für Deutschland, weitere Lcbrnsmittel- l otgung Mitteleuropas, durch Deutschland an Frank-
- «elatt n m h öeriaxl >ch«N (|
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*pt. 151) lerlcht.
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i ®'=CH 1^1, beruhe auf einer irrigen Voraussetzung, größa : Sie deutsche Regierung weise sowohl diese Unter« Ff.’urfl wie den ironischen Ton zurück, mit dem die eumW cni?tc Erklärungen der deutschen Regierung it ÜM handle. Die Tatsache der Niederlage Deutschlands - Kbc den Gegnern nicht das Recht, eine Sprache l'"** M gebrauchen, die Deutschland vor aller Welt v e r - krtze n solle.
_ I " begründete. Deutsch- stmd hab« nicht voraussehen können, daß das M» Ue l b ji ö esUmmungsrecht, das vom Gegner ^Nls eines der Crundzicle seiner Friedensbesrim-
»ei lxitigewiitets betragt für die 8 gel,. Zeile SO 4. u. reuerunglzuschl. k 1 ?J!?A'"^rt-,40 «.25*/.teuerung8$uji)L= 50 MeflamejeiU 04. Llyrg, 1.50^:. JederMebett gilt «I, «arrabatt. — Sei lut.d die®e|täft»H«.Bet- <nt® mittig, d. «wgtb.» 4. «sadergedühr. — Postscheck!.: Ar. 5016 «mt JJrjntf. a. R 1*1»
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•~UR9 in Seeschiffe erfolgt. Zugrunde gelegt ist «n Lieferungen der Auslandspreis des Kohlen- Mdiknts. Das Abkommen ist unabhängig dem Friedensvertrag getroffen, da von den Franzosen noch nicht ratifiziert wor- HL J *n ist. — Tic „Deutsche Allg. Ztg." bernerkt dazu: Die Kohleiinot in Deurfchland ist so groß, daß llNsiO ^hlenbeliefernngen außerhalb des Friedensver- "“«es als ein Ding der Unmöglichkeit be« !«D-Ä 'Enet werden müssen. Die Nachricht würde an '7® 5^rfchernlichkert gewinnen, wenn es sich etwa um —»lohlenlieferungen handelte, die auf unsere ver- J ^Ssmäßigen Verpflichtungen angerechnet m werden.
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