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Marburg

Freitag, 12 September

Der Rnreigenprei, beträgt für bte 8gesp. Zeile 30 ^f.u. 83V«/. Leuerungtzuschl- 40 r>. emtl. m. eueawirt. 40 4 *25 */« Teuerungszufchl. 50 d, MetUweietle 1.50=<. Jeder Redeti gilt eil Äetteiett Bei Luik. 6. dir Srichestest. m. Bei» Mittig, d. Ingeb. 26 J. KendergebShr. Pofifchrckk.: Mr. 5016 Amt Franks. a. M.

54. Jahrg.

1919

nid. I mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

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aj Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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Oberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Der

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i/» opj Bezugspreis beträgt monatlich" 1.60 Jl. frei ins Hauk; durch die Poft

JO. lo 1.75 ohne Bestellgeld. Serie« »en Dr. T. bitzerHth. Drucks der Univ » Buchdr. von Ioh. A u g. Koch. Markt 21/23. Ferntprecher o5.

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von deren Leiden und Mißhandlungen. In Tschen- tochau war die Be»ölkerung wie rasend. Die Unterbringung in Gefängnissen, Viehwagen und im Jnterniertenlager bei Debie spottete jeder Beschrei- iung. Die Befreiung erfolgte nur dank der tat­kräftigen Hilfe der amerikanischen Kommission, von der ein Mitglied folgende bezeichnende Aeußerung ntachte:Wenn Oberschlesien oder das Teschener Revier an Polen fallen sollten, dann kommt der Bolschewismus über Europa, denn* eine Polonisie- rung dieser beiden kulturell und industriell hoch­entwickelten Gebiete bedeutet eine Katastrophe ür ganz Europa, ja noch mehr, für die ganze Welt."

Die Niiäkehr der KrieqSqefange«e«.

wb. Berlin, 11. Sept. Die Reichszentral* , teile für Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit, daß mit Genehmigung der englischen Regierung die in Malta befindlichen deutschen Gefangenen jetzt in die Heimat zurückgeführt werden. Der Dampfer Guldjemal", der russische Kriegsgefangene nach dem Schwarzen Meer bracht«, und der Dampfer Akdenis", der gleichfalls mit russischen Kriegs­gefangenen unterwegs war, werden auf ihrer Rück­reise Malta anlaufen, um alle dort befindlichen Deutschen aufzunehmen.

wb. A m st e r d a m, 11. Sept. Den Blättern zufolge stimmte die niederländische Regierung und die in betracht kommenden niederländischen (Eifen« bahngesellschasten dem Plan, die noch in England befindlichen deutschen Kriegsgefangenen in Trans­porten von je 3000 Mann über die Niederlande nach Pentschland zuriickzubefördern, zu.

wb. Versailles, 11. Sept. Major Drandt, Vorsitzender der deutschen Hauptkommisston für Kriegsgefangene bei der Friedensabordnung, stat­tete in Begleitung des Hauptmanns Hinchlay Eooke von der Militärmisfion der Verbündeten in Ver­sailles den Kriegsgefangenenlagern in Doulogne» fur-Mer erstmalig einen Besuch ab. Major Draudt fand unsere Kriegsgefangenen in guter Verfassung, gut aussehend und zufriedenstellend gekleidet. Er wurde mit Fragen bestürmt. Sie wollten wissen: Wie steht es mit der Heimat, und wie stellt sich Deutschlands Zukunft dar? Major Draudt konnte feststellen, daß nicht zum wenigsten die wirtschaft­liche Zukunft unseres Vaterlandes den meisten Kriegsgefangenen am Herzen lag.

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entgeht*

Aus dem besetzten Gebiet.

Die Reichstreue der Pfälzer.

wb. Mannheim.il. Sept. Die Pfalzzentrale meldet: Eine hochbedeutsame Kundgebung für das Deutschtum fand am 11. September in Landau statt. In einer Entschließung heißt es: Ueber 2000 zu Landau versammelte Bürger und Bürgerinnen der Stadt und des Bezirks Landau, Pfälzer und Pfäl­zerinnen aller Parteien, aller Berufe und aller Bekenntnisie geloben unentwegte Treue dem deut­schen Volke heute und immerdar. Sie weisen mit Empörung die Schmach ad, mit welcher die berüch- tigt geworden«21, zumeist keine Landauer, ihre

wb. Amsterdam, 11. Sop'. DemAllgemeen bandeisblad" zufolge wird die Weizenernte in "tn Vereinigten Staaten auf 923 Millionen Buschel

Die EMeidm Des Döerttea Hotts.

Unterzeichnung einer Nichtigkeitserklärung verlangt.

wb. A m st e r d a m, 11. Sept. (Reuter.) Aus Haris wird gemeldet: Der Oberste Rat hat über Antwort auf die deutsche Note mit Bezug aus >ie Forderung der Entfernung des Artikels 61 der putschen Verfassung berate». Er kam zu der An­sicht, daß die deutschen Bürgschaften unzulänglich und daß die deutsche Regierung bevollmächtigte Vertreter nach Paris entsenden muß, die ein Pro­tokoll unterzeichnen sollen, in dem alle Artikel der deutschen Verfastung, die mit dem Vertrag von Ver- tzMes unvereinbar find, für null und nichtig- er­klärt werden. Dies Protokoll muß ebenso wie der pertrag von der Nationalversammlung ratifiziert «erden.

wb. 'Prag, H. Gkpt. DieHvhemm" schreibt: Der grenzenlose Hätz auf alles Deutsche macht nicht einmal vor den Toten Halt. Auf dem katholischen Soldatenfriedhof in Prag-Wolschau werden von den Gräbern mit deutschen Aufschriften.di« Namen und alle Daten mit Farbe überstrichen und unleserlich ge­macht. Bei den Osfiziersgrübern ist das Werk schon vollbracht, und nun sollen auch die Manuschafts- gräber an die Reihe kommen.

wb. Wien, 11. Sept. Wie aus Prag gemeldet wird, unterbreitete der Justizminister der Nationalversammlung Gesetze gegen den WuchermitLebensmitteln und Bedarfsgegenständen. Danach können Geldstrafen den Betrag von 2 Millionen erreichen, in schweren Fällen kann das ganze Vermögen konfisziert werden. Wenn in eine» Bezirk die Preise so verteuert werden, daß die öffentllche Ruhe und Ordnung bedroht wird, kann das Standrecht verhängt werden.

Nen-Detttschland und das Ausland.

ImTag" lesen wir:Im Verfolg unserer Selbst- zerfleischungsmanie hat es unser Auswärtiges Amt für angezeigt gehalten, die bekannte Broschüre zur Vorgeschichte des Waffenstillstandes, dir schwere An­klagen gegen die alte Regierung und die Oberste Heeresleitung zur höheren Ehre der Revolutionsre- gientng enthält, in der Schweiz und wahrscheinlich auch in anderen neutralen Staaien durch die dortige Ge­sandtschaft verbreiten zu lassen. Die Wirkung dieser wunderlichen Propaganda ist eine andere gewesen, als man wohl in Berlin erwartet haben mag. Schweizer Blätter geben der deutschen Regierung den beschämen­den Rat, lieber weni ger zu enthüllen und mehr Kohlen fördern zu lassen."

Ein Brief aus englischer Gefangenschaft.

Es wird uns folgender Bries eines in englischer Ge­fangenschaft in Aegypten befindlichen ehemalige» Marburger Oberrealschülers an seine Eltern znr Ver­fügung gestellt, der beachtenswerte Streiflichter auf die deutschfeindliche Stimmung der Engländer und die Hal­tung der Eingeborenen wirst:

Es muß Euch sicher ausgefallen sein, wie sehr die Stimmung meiner Briese wechselt. Manchmal schrieb ich von Langeweile und Unzufriedenheit, das war der Wahrheit gemäß. Aber manchmal tat ich mir Zwang an unb bemühte mich, die Sache von der besten Seite anzusehen. Jetzt will ich aber einmal von Herzen reden unb die Dinge beschreiben, wie sie wirklich find. Es mag Euch ein Trost sein, uns in Gefangen­schaft zu wissen, bei einer Ration, die sich in jedem Satz der Humanität brüstet. Ich aber sage Euch, daß ich noch keine Nation gesehen habe, die.... Jeder Engländer kennt hier die WorteGott strafe England" und findet sie unchristlich, barbarisch. Daß aber noch jetzt nach Friedensschluß in engt Zeitungen steht: Es sei die ebelfte Pflicht für einen Engländer, auf immer Deutschland zu hassen, das übersehen die Herren. Spricht man von uns Deutschen in den Zeitungen, so kennt man nur die Worte: Barbaren, Hunnen. Und Worte wie Hunnenregierung, Hunnenvertretung sind ebenso geläufig wie Hunnenkaiser und Hunuenkreuz (Eisernes Kreuz.) Aber man kennt für uns Gefangene »och andere yelcibigiutflen, Berte, bk ich nicht wage,

Tschecho-Zlowakei.

Das Teschener Kohlengebiet für Pole».

wb. Prag, 12. Sept. Gestern abend ist in der Prager Burg eine Depesche des Ministers des Aeußern Benefch aus Paris angelangt, der zufolge die Teschener Frage zu Ungunften der Tschechen entschieden ist. Die Pariser Abordnung hat die Weisung erhalten, den Vertrag, der Teschen an die Polen ausliefert, nicht zu unterschreiben, sondern iofort heimzureisen. Aus dem Teschener Gebiet laufen Alarinnachrichten ein, daß die tschechischen Bergarbeiter auf eigene Faust Widerstand leisten wollen.

Wie aus bester Quelle verlautet, wird den Polen die Pflicht auferlegt.werden, unter der Kon­trolle der Westmächte der Tschecho-Slowakei so viel Kohlen aus dem Karwiner oder oberschlefrschen Ge­biet zu verkaufen, daß die ganze tfchecho-slowakische Industrie, sowohl die bestehende wie die zu er­richtende, befriedigt wird.

Wbcreinkommen in der WiedLraufbau-Frage.

Berlin, 11. Sept. Laut ^L.-A." haben die rsailler Besprechungen über den Wiederaufbau einem Uebereinkommen über die Entsendung »on Arbeitern geführt.

Ratifizierung durch die Südafrikanische Union.

wb. A m st e r d a m, 12. Sept. Reuter meldet Kts Kapstadt, daß d-r Friedensvertrag mit Dcutsch- md mit 84 gegen 19 Stimmen ratifiziert wor- ist.

Be rli n, 11. Sept. DerBoss. Ztg." zufolge meldet ,Times" aus Kapstadt: Die Südafrikanische Union t die Verwaltung D e n i s ch - S ü d w e st a f r i k a s rnommen Die Union bat absolute Vollmacht über hie Verwaltung und Gesetzgebung.

(Die Ueberreichung der Fricdensbrdingungen für Bulgarien.

wb. Paris, 10. Sept. Die Ueberreichung des Hulgarifchen Fliedensvertrages ist auf morgen ver- ben worden. Bulgarien e.hält 25 Tage Zeit, den Friedensvertrag anzunehmen.

wb. A m st e r b a m, 11. Sept. Wie das Pressebüro tiabio meldet, beantragte Williams im amerikanischen ^enat, Truppen zur Ausrechterhaltung der Ordnung wich Armenien zu senden.

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Tode »erzlich kel.

Oberschlefien.

Eine Rote der Westmachte.

wb. B e r l i n, 11. Sept. Dem Vernehmen nach ist eine Rote der Westmächte betreffend Ober- schleflen eingegangen, die den Willen zu einer durch­aus objektiven Haftung erkennen läßt.

Die Kommission bet Verbündeten von Polen de- schofie»!

Gleiwitz, 12. Sept. Mittwoch nachmittag wurde die nach Schloß Klein-Gorschütz übersiedelte Kommission der Verbündeten in der Nähe des Schlosies von polnischen Banden jenseits der Grenze beschossen. Es wurde jedoch niemand verletzt. Abends griffen Banden Uhilsko an. Sie wurden durch Feuer vertrieben. .

Die Leide« bet «ach Pole» Verschleppten.

Bei einer Besprechung zwischen den nach Polen verschleppt gewesenen Personen und Vertretern der Preffe in Kattowitz wurde erneut festgestellt, daß die polnischen Behörden vom Putsch in Oberschlefien gewußt haben müssen und, wenn fich dies viel­leicht nicht ganz einwandfrei feststellen lasten sollte, daß sie zumindest an der Verschleppung und an der unerhört grausamen Behandlung der Ver­schleppten mitschuldig find. Ans den Schilderungen der Verschleppten ergab sich es» erschreckendes Wld

Amerikanische Feststellungen.

Die Grenzen bet ametikanischen Ueberlegenheit. Die Witkung deutscher Selbstanklagen.

Zu den verschiedenen Belegen für die Richtigkeit der Behauptung, daß die militärische Lage im Herbst 1918 keineswegs so hoffnungslos war, daß bei entsprechendem Wollen durch erfolgreiche Defcn- ive nicht ein wesentlich anderer Frieden hätte er­reicht werden können, ist ein neuer zu verzeichnen. In einem derD. Tagesztg." zur Verfügung ge­stellten Briefe eines Amerikaners teilt dieser mit, Oberst Cowan vom amerikanischen Hauptquartier habe im Januar 1919 erklärt, daß die Transport­lage an der Front so schlecht gewesen sei, daß die amerikanische Armee nicht einen Monat änger hätte aushalten können und daß, alls die Deutschen nicht aufgehört hätten, die Amerikaner dazu gezwungen gewesen wären. Genau dasselbe hat der Vriefschreiber übor die Perhältniste an der französischen Front gehört.

Von Jntereste ist weiter folgende Aeußerung des Vriesschreibers:

Der Engländer hat die Lügen über Deutschland tn die Welt gesprengt und gewußt, daß es Lügen waren. Der Amerikaner hat sie geglaubt, und nur weil er sie geglaubt hat, ist er in den Krieg ge­gangen. lind sobald er sie als Lügen erkennen wird, wird auch seine Stellung Deutschland gegen­über sich ändern. Und da erscheinen täglich Deutsche selber auf der Bildfläche, und durch Lügen verpestete Lippen erklären sie, daß Dokumente es beweisen sollen, daß Deutsch­land für den europäischen Krieg verantwortlich ist. Dies geschieht offenbar in dem irrigen Glau­ben, daß durch ein solches Zugeständnis A ch - tu ng gewonnen we.den kann. So dumm ist aber keiner, daß er nicht sieht, daß das Zugeständnis selber eine Lüge ist; denn es ist nicht wahr, daß Deutschland den europäischen Krieg provozierte."

bis heute stets mit Ehren genannte Stadt der beut» chen Pfalz besudelt haben. Cie bitten ihre deut» chen Brüder, die Reichstreue der Landauer unb -er Pfälzer nicht nach einem kleinen Häuflein selbst- üchttger und verführter Abtrünniger zu bemessen. Deutschland und der Pfalz Treue auf Ewigkeit unb immerdar!"

wb. Berlin, 1L Sept. Dem Reichspräsidenten ist nachstehende Kuick-gebnng einer in Neustadt a.K Hardt abgehaltenen Volksversammlung zugegangen: lieber 5000 im Saalbau zu Neustadt versammelte Pfälzer und Pfälzerinnen aller Parteien und Be­kenntnisse geloben Treue dem Deutschen Reiche heute und immerdar. Es war nicht schwer, in guten Tage« zum machtvollen Baterlande zu stehen; das arm unb chwach gewordene t« seiner bitteren Not zu verlassen, lehnen die deutschen Pfälzer als schmachvollen Bater- landsverrat in flammender Entrüstung ab. Unsere übrigen deutschen Brüder und Schwestern fordern wir auf, die Reichstreue der Pfälzer nicht nach einem 1 kleinen Häuflein selbstsüchtiger und verbohrter Ab- ' trünttiger zu bemessen. Die Pfalz, des Reiches Perle« ' bleibt deutsch.

-.Berlin, 12. Sept. Nach den Morgenblättern inb in letzter Zeit mehrere französische Offiziere, darunter auch ein Sohn des Generals Andlauer, nmh Frankreich zurückgeschickt worden und zwar wegen allzu intensiver Beteiligung an dem Saarbrücker Schieberhandel. Besonders wurden Fett unb Seife nach dem rechten Rheinufer verschoben.

Denlsch-Oesterreich.

wb. Wien, 11. Sept. Eine vom Wiener Bürger­und Ständerat veranstaltete Massenkundgebung betonte die Notwendigkeit der Organisierung der Bürgerschaft zum Kampfe g e g e n das dem Volksempfinden f r em d e Rätesystem und nahm eine Entschließung an, in der unter Bekenntnis zu den demokratischen Grund­sätzen der Republik gegen eine Nebenregierung der A- und S.-Räte Stellung genommen und die Regierung aufgefordert wird, die politische Freiheit und die Un­verletzlichkeit des Eigentums zu sichern.

Linzer Blättern zufolge versammelte sich die Ar­beiterschaft von Gemünden und mehreren Nachbar­gemeinden vor dem Gemündener Rathaus und Norberte die sofortige Entfernung her Fremden. Die anwesenden Gemeindevertreter mußten zugeben, daß das alseiserne Ration" für die Einheimischen be­stimmte Mehl bereits an die Fremden ausgegeben wor­den sei, was eint große Entrüstung bei der Menge hervorttef. Ein Vertreter der Bezirkshauptmann­schaft gab über die weitere Versorgung mit Mehl und Brot beruhigende Erllärungen. Die Versammlung nahm eine Entschließung an, in der die Absetzung mehrerer Beamten bedangt wird. Ein Gemeindever­treter stellte in Aussicht, daß die Fremden zur Sofort­igen Abreise angehalten werden sollen. Darauf gingen die Versammelten ruhig auseinander.

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Ein in Rotterdam lebender Deutscher teilt in einer Zuschrift an ein Berliner Blatt u. a. beachtenswette Aussagen zweier hoher Beamter der Westmächte mit. Der eine, ein Franzose, sagte:Noch nie hat sich Deutschland in den Augen bet Welt so erniedrigt wie in den letzten Monaten." Der andere, ein Eng­länder, sagte:Ich kenne das deutsche Volk. Aber nie hätte ich geglaubt, daß es auf eine fo niedrige Stufe sinke, daß es sich so gemein zeiget würde wie jetzt."

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Amerika

r Kamps des Senats gegen ben Friebensvertrag.

wb. Amsterdam, 11. Sept. Reuter meldet aus icago vom 10. 9. Der republikanische Feldzug gegen vorbehaltlose Ratifizierung des Friedensvettrages K mit einer Rede des Sxnaioffs Johnson eröffnet, ♦tE Wilsonsmaßlose und raufe?' Kritik zurückwies. Wie Senatoren Borah und Mc. Uormick hielten eben- lls Reden.

Die Vorbehalte bezüglich des Friedensvertrages sehen das unbedingte Recht des Austritts aus leiu Völkerbünde vor und schlagen vor, daß die Ver­einigten Staaten cs ablehnen, sollen, die sich aus dem Artikel 10 ergebenden Verpflichtungen zu übernehmen. Die Hauptabänderungen fordern, daß Amerika die­selbe Stimmenzahl erhält wie Groß-Britannien und baß Schantung an Äf)ina statt an Japan fällt.

Geplanter Anschlag auf Miso«?

tu. Mailand, A2. Sept.Eorriere della Eera" meldet,-in St. Louis sei der frühere Flieger- kpitänlcutnant Wicka unter der Anklage verhaftet eotben, Präsident Wilson ermorden zu wollen. Dicka habe geäußert, daß der Name des Mannes, bet Wilson umbringe, der Geschichte angehöre und b«g er dieser Man sei.

Opposition gegen ben Völkerbundsvertrag auch in Kanada.

wb. Amsterdam, 11. Sept. LautTele- ttcaf meldet dieTimes" aus Ottawa, daß aus ben Erörterungen im kanadischen Parlament er- ^chtlich ist, daß die Opposition sich wahrscheinlich weigern wird, den Völkerbundvertrag ohne Ein­schränkungen anzunehmen. Die Oppositionsredner wiesen daraus hin, daß die Autorität des kanadi­schen Parlaments aufrecht erhalten bleiben müsse, ba sonst Kanada ohne seine Zustimmung in einen Krieg verwickelt werden könne. Außerdem frage Wian sich, welches die Stellung Kanadas im Falle Eines Streitfalles zwischen Großbritannien und btmetila, wobei der Völkerbund gegen England Partei ergreifen sollte, sein würde.