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mit dem Krelsblatt für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das ftüher kurhefstfche) Oberhessen
Der Anzeigenpreis beträgt fli >te Sgeln. 3etle30 4. u. 83V,•/. Teuerunslautöl ex tYrtf.rrt = 40 4, emtl. m. «»»wärt. 40 4 w. 25•/, teitemng8guf^L — 50 4, Keflamejeile vUlJig.
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Würde, englische Waren zu kaufen oder eine Schadenvergütung zu b^ahlen. Für einige englische Industrielle bedeute die deutsche Jickmstrie nicht nur nicht den Ruin, sondern viel eher eine Hilfe. — Die Lloyd George nahestehende „Daily Thronicle" erklärt sich mit der Antwort von Geddes durchaus einverstanden.
wb. Helsingfors, 6.Sept. Nach einer hier ein- actroffenen Meldung verloren die Engländer außer dem Zerstörer „Viktoria", der, wie gemeldet, am 30. August torpediert wurde, die Zerstörer <2.19" und „F. 95".
Mandat für Syrien erhalte, daß jedoch, die Mehrheit der mohammedanischen Bevölkerung dagegen ist. Diese Frage werde dadurch erschwert, daß die Araber gut bewaffnet sind. Allein in Damaskus liegen z. B. 300 000 Gewehre aufgestapelt. Emir Faifl unterstützt die Frankreich feindliche Partei.
wl>. A in st c r d a m, 6. Sept. Das Preßbüro Radio meldet, daß die amerikanische nationale sozialistische Partei sich zu den Grundsätzen der russischen Sowjetrepublik sowie der int?rnatioualen sozialistischen Bewegung bekannte und sich gegen die Ratifikation des Friede ns per träges ausgesprochen hat.
Wb. W a s h i n g t 0 n, 6. Sept. (Reuter.) Das Schatz- amt gibt bekannt, daß Italien ein Kredit von 17 Millionen Dollar gewährt worden ist.
nialfragen sei ausgegangen vom englischen Imperialismus. Die Fragen von Persien, Kleinasien und Aegypten, ja selbst von Marokko seien gefahrdrohend. Maurice Batres verlange am lin'm Rheinufer eine Annäherungspropaganda mit Deutschland. Der Redner befürchtet, daß das in der Hoffnung geschehe, die rheinische Bevölkerung von Deutschland l 0 s z u l ö s e n. Das sei ein« verheerende Politik. Er und seine Freunde stimmten gegen den Friedensvertrag, well er von der Geheimdiplomatie abgeschlossen sei, der Quelle der Unglücksfälle von gestern. Man müsse dafür sorgen, daß die Völker nicht in falschen Sicherheitsgcdankcn eingeschläsett würden, und deshalb rufe er den Arbeitern zu: Zählt nur auf Euch selbst, denn Ihr müßt den Frieden organisieren. Die Arbeiter wollten keinen französischen, englischen und amerikanischen Frieden, sonder« einen humanen Frieden. Der Sozialist G0ude trat warm für die Unabhängigkeit Aegyptens ein und erinnerte daran, daß es Cleemenceau geivesen sei, der diese Unabhängigkeit vor 32 Jahren verteidigt habe. Der rechtsstehende Abgeordnete de Baudry d'Asson kritisierte den Friedensvertrag äußerst scharf, weil er Frankreich nicht das linke Rheinuser brachte.
1.604. Jeder M«b«tt gilt «l» B«rrabatt. — »et «u»t. b. die Se,ch«ft»st. u. Ver- mittig. >. Angel». 26 4. Londergebiihr. — Posts checkt.: Ar. 6015 Amt Firnis, a. M.
Wb. Berlin, 6. Sept. Die Nachricht ,daß der deutsche Vertreter in Versailles, Freiherr v. L ers ner in Berlin eingetroffen ist, hat vielfach zu Beunruhigungen Anlaß gegeben. Es ist davon gesprochen worden, daß unsere Beziehungen zu den Verbündeten vor dem Wbruch ständen. Daran ist, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, kein wahres Wort. Lersner ist auf eigenen Wunsch nach Berlin berufen worden, um wegen verschiedener Angelegenheiten, die brieflich schlecht erlebigt werden können, Rücksprache zu nehmen. Er bleibt nur zwei Tage in Berlin und kehrt dann wieder auf seinen Posten nach Versailles zurück.
wb. Hamburg, 6. Sept. Die Hamburger Dreimastbark „Reiherstieg" der Mineralölwerke Albrecht u. Co. ging unter deutscher Flagge als erstes Segelschiff nach den Vereinigten Staaten (Philadelphia) ab. Das etwa 2000 Tonnen fastende. Fahrzeug soll mit einer Ladung Mineralöl in Fässern zurückkehren.
wb. Amsterdam, 6. Sept. Laut „Telegraaf" meldet die „Times" aus Ottawa, daß der kanadische Senat den Friedensvertrag ratifiziert hat.
. M Mmm der MeMder.
Zwei deutsche Noten. — Dee Festlegung einet ;; Ränmungsplanes unmöglich.
wb. Berlin, 6. Sept. Die deutsche Regierung richtete in der Frag« der Räumung der baltischen Gebiete an die Westmächte eine Not«, in der die deutsche Regierung bedauert, daß di« von ihr befohlene vollständig« Räumung der baltischen Gebiete durch das gehorsamswidrige Verhalten der noch in Kurland stehenden deutschen Truppen in- Stocken geraten ist. Während sie die Eigenmächtigkeit der Truppen aus- schärfste verurteilt, sieht sie sich jedoch infolge der ihr von den verbündeten Regierungen auserlegten Beschränkungen außerstande, durch Anwendung mili-
Regierung nichts übrig als der Versuch, die Truppen durch Zureden zur Vernunft zu bringen und von Ausschreitungen, namentlich auch gegen Angehörige der verbündeten Mächte, zurückzuhalieu. Lediglich zu diesem Zweck ist auch General v. d. Goltz nach Mitau zu- rückgekehrt. Seine vorgesetzten Dienststellen werden ihn sofort nach Erreichung des erwähnten Zieles wieder von dort zurückberufen. Bei der äußerst gereizten Stimmung der Truppen ist die Festlegung eine- Räumungsplanes und insbesondere auch der Abtransport der Truppen zur See zurzeit noch ausgeschlossen.
wb. Berlin, 6. Sept. (Amtlich.) Dem Führer der lettischen Abordnung in Berlin, Schreine^ wurde vom Reichsminister des Aeußern, Herman» Müller, folgende Rote übergeben:
Die deutsche Regierung verurteilt aufs schärfste die am 24. August in Mitau von den deutschen Truppen gegen lettische Soldaten und Behörden verübten Gewalttätigkeiten und spricht der lettländischen Regierung ihr lebhases Bedauern über die Vorkommnisse auS. Ohne diese Vorkommnisse irgendwie entschuldigen zn wollen, glaubt die deutsche Regierung doch die lettisch« Negierung auch bei dieser Gelegenheit aus die Ursachen der gereizten Stimmung eines Teils der beut* schen Soldaten aufmerksam machen zu müssen. Ein Teil der deutschen Soldaten ist im höchsten Grade erbittert d arüber daß dir lettische Regierung den fremd- staatlichen Soloaten zu einer Zeit, als ihr die deutsche militärische Hilfe unentbehrlich schien, das Recht der Einbürgerung gab und damit die Aussicht auf eine Ansiedlung im Kurland eröffnete, daß sie diesen nunmehr aber: jede Anwartschaft abspricht. Dessen ungeachtet versucht die deutsche Regierung mit den ihr zu Gebote stehenden Mitteln, insbesondere auf dem Wege stärkster Beeinflussung der Truppen durch ihre Führer, weitcren Ausbrüchen dieser verbitterten Stimmung vcr- zubeugen und die Truppen zur Aufgabe des Widerstandes gegen den von ihr gegebenen Befehl der schleunige und vollständigen Räumung Lettlands zu bewegen. Die deutsche Regierung spricht die Hoffnung aus, daß sie hindurch zu dem von ihr erstrebten Ziele der Vermeidung weiterer Uobotmäßigkciten der deutschen Truppen in Lettland gelangt.
Die Lage an der baltifdien Front.
In einem Bericht der Pressestelle res 6. Res. Karpin Mitau heißt es: Es scheint das Prinzip englischer Politik zu sein, die russi'chen Freikorps nur mit Worten und Versprechungen, nicht aber mit Taten zu unterstützen. Es ist hattprsächlich aus den mangelhaften Nachschub zurückzuführen, daß das russische Nordkorps in diesen Tagen eine schwere Schlappe er litten hat. Die Stadt Pleskau wurde besetzt und btt russischen Abteilungen gefangen oder vernichtet. Di« Niederlage hat in Estland große Besorgnis erweckt Die Roten stehen in der Nähe von Werro wieder aus estnischem Gebiet, und es ift nicht ausgeschlossen, das sich die sozialistische estnische Regierung früher ode, später entschließt, in Friedensvechandlungen mit Mo»
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An erika
Für sofortige Wiederaufnahme ver Handels mit Deutschland.
wb. Haag, 6. Sept. Nach einem Telegramm des ..Nieuwe Rotterdamschen Courant" setzt sich der Präsident der amerikanischen Stahlkorporation für die sofortige Wiederaufnahme des Handels mit Deutschland und Oesterreich ein, um die internationalen Handelsverhältnisse wieder in Ordnung zu bringen. Er sagte, die Vereinigten Staaten müßten die weniger glücklichen Länder finanziell unterstützen, um ihnen zu ermöglichen, ihre Produktionskraft wieder herzustellen. Amerika stehe vor dem heftigsten kommerziellen Kampfe, den die Geschichte kenne. Die amerikanische Handelsflotte sei der besten Handelsflotte gleichwettig und zum Siege in diesem Kampfe notwendig!) Der amerikanische Dollar müsse als universale Standardmünze für den Kurs anerkannt werden.
Wilso» gegen die englisch-französischen Geheim, verträge.
irb. Haag, 6. Sept. Wilson erklärte, wie der ..Nieuwe Courant" aus St. Louis meldet, in einer Rede in der dortigen Handelskammer, er sei g e - g k n die Cehcimrerträge Großbritanniens und Frankreichs. Er hoffe, daß unter dem Völkerbund Geheimverträge unmöglich fein würden.
Marburg
Montag, 8. September
wb. Amsterdam, 6. Sept. Laut „Telegraaf" hfel^t die „Times" aus Damaskus, daß die "misten in Syrien wünschen, daß Frankreich das
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Di« Finanzminister über die Lasten Deutschlands. — Das deutsch« Danzig. — Die Keime für einen neuen Krieg. — Sozialistische Ablehnung des
Friedensvertrages.
wb. Paris, 6.Sept. (Havas.) Die Kammer setzte am Freitag die Aussprache über den Fttedensverttag fort. Bedouze, radikaler Sozialist, stellt fest, daß, absolut genommen, die aus dem Kriege sich ergebend- Last Deutschlands geringer ist als die Frankreichs. Er erklärt unter einmütiger Zustimmung der Kammer und Clemen- coans, daß Frankreich sich gegenwärtig in schlimmer Lag« befinde, da es alles geopfert habe und sich in die Notwendigkeit versetzt sieht, andercnNationenTri- but zu zahlen. Es wäre der Bankerott des Völkerbundes, wenn et mit Frankreich feilschen wollte wegen der Mittel zur Mcbcranfrichtung. Finanz- minifter Klotz erinnert daran, daß Lloyd George sich am 11. Dezember da bin missprach, daß es recht und billig sei, daß die Kriegskosten Deutschland auferlegt werden, wobei er hinzufügte, daß die Verbündeten bis an die äußerste Grenze des für Dentfchland Erträglichen gehen müßten. Klotz schätzte die Gkmmtfumme der Kriegsausgaben auf etwas über 1000 Milliarden, von denen zwei Drittel auf dir Verbündeten entfallen. Der Frankreich
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Ablehnung der deutschen Rot« in d«r Auschlutzfrag«.
L Berlin, 8. Sept. Laut „L.-A." bezeichnet thte halbamtliche französische Pressenotiz die deutsche Antwortnote in Sachen der Anschlußfrage «ls unannehmbar. Der Oberste Rat werde sich Montag nachmittag mit ihr beschäftigen und beschließen, was zu geschehen habe, da die Note inhaltlich und der Form nach unannehmbar sei.
Teutsch-^ksterreich.
Unterzeichnung unter Protest beschloßen.
wb. Wien, 6. Sept. Die deutsch-österreichische Nationalversammlung nahm nach längerer Aussprache den vom 'Hau ptänsschuß vörgeschlagenen Be- schlußantrag, wonach gegen die Verletzung des Mit- bestimmuupsrechtes Deutsch Oesterreichs durch den Friedensvertrag protestiert wird, an. Der Staats- kanzle: wird beauftragt, den Friedensvertrag zu unterzeichnen, der Protest wurde einstimmig angenommen. Der Auftrag an den Staatskanzler, den Friedensvertrag zu unterzeichnen, wurde mit 97 gegen 23 Stimmen angenommen.
IDie „Ob erhef fische Zeitung" erscheint sechsmal.Wöchentlich. — S>ei Bezugspreis beträgt monatlich 1.60 A. frei ins HanS; durch die Post 1.75 -L. ohne Bestellgeld. — «erlag von Dr. €. Httzeroth. — Druck der Uni» »Buchdr. von I0h. Ang. Koch. Martt 21/28. — Fernsprecher 55.
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zufallende Teil sei verhältnismäßig viel kleiner als der ,. ...
kMMMHnd Amerikas. Kotz erw-Wtt, daß DcuM-- ^Escher MachunrUel dew ^horfam der Truppen
Die deutsche Regierung hatte in der Note den beanstandeten Artikel 61, Absatz 2 der neuen Reichsverfassung solange für kraftlos erklärt, bis der Völkerbund gemäß dem Friedensvertrag einer Ab- änderung der staatsrechtlichen Verhältnisse Deutsch- Oesterreichs zugestimmt habe. Es scheint also, als ob Frankreich eine formelle Abänderung bet Reichs- «rfafsung verlangt. *
Sie Unmöglichkeit der Strafverfolgung des Kaisers.
wb. Amsterdam, 6. Sept. Nach einer Meldung des Presiebüros Radio aus Annapolis erklärte Lansing in einer Rede über die Verhand- langen der Friedenskonferenz bezüglich des vor- L Beschlagenen gerichtlichen Verfahrens gegen den früheren Deutschen Kaiser, es sei vom ersten ; Augenblick an ersichtlich gewesen, daß die Mitglieder der Kommission entschlosien waren, vor allen an- i deren den Kaiser vor einen internationalen Gerichtshof zu ziehen. Drei Anklagen könnten gegen ihn erhoben werden, nämlich, daß er für den Krieg, F für die Verletzung der belgisch-luxemburgischen ) Neutralität sowie für flagrante Verletzungen der ^Ariegsgebräuche durch deutsche Streitkräfte verant- wortlich sei. Die Kommission habe mit der Ünter- fuchung der strafrechtlichen Derantwortlichkeit be- i gönnen, sei aber schließlich einstimmig zu dem Ergebnis gelangt, daß es n i ch t m ö g l i ch sein würde, i den Kaiser für den Ausbruch des Krieges oder für [ den Einmarsch in Belgien und Luxemburg straf- I rechtlich zu verfolgen. Die Kommission erkannte * zwar an, daß der Kaiser die moralischen Verbrechen gegen die Menschheit begangen hat, sah sich aber I gleichzeitig genötigt zu erklären, daß es k e i n p 0 - - fttives Gesetz gebe, durch das das Ver- p halten des Kaisers zu einem strafbaren Verbrechen gestempelt würde. Die Schuld des Kaisers sei sticht derart, daß sie von einem Gerichtshof festgepellt und bestraft werden könnte.
Die deutsch« Stahl- und Eisenindustrie und die englische Konkurrenz.
wb. A mst e r d a m , 7. Sept. Die vom eng- p'chen Munitionsministerium ernannte Kommis- . zur Untersuchung der Verhälttiisse in den Eisen- «nd Stu »Werten Lothringens, des besetzten dcut- kchen Gebietes, Belgiens und Frankreichs hat englischen Blättern zufolge ihren Bericht veröffentlicht. In ihm wird u. a. gesagt, daß die lothringischen Eisen- und Stahlwerke, da sie mit der Kohlen- versorguug vollständig von Deutschland abhängig seien, sich in einer sehr wenig beueidens- »etten Lage befänden. Die Kölnische Abteilung der Kommission ist zu dem Ergebnis gelangt, daß Großbritannien trotz Vergrößerung seiner Werke wahrend eines Krieges nicht imstande sein würde, wit Deutschland in der Eisen- und Stahlindustrie stirter den gleichen Bedingungen zu konkurrieren, wenn die deutschen Werke in der Lage waren, unter ähnlichen Bedingungen zu erzeugen wie vor dem Kriege: denn die deutsche Eisen- und Stahlindustrie sii moderner eingerichtet als die britische. Die Kommission erklärt, sie könne sich über die fchließ- kiche Wirkung der durch den Krieg in der wirt- Mrftlichen Lage Deutschlands heroorgerujenen Ver- Mderung noch kein Urteil bilden. Sie habe aber den Eindruck erhalten, daß der Vorteil, den Deutschland früher hatte, trotz der noch bestehenden technischen Ueberlegenheit beträchtlich abgenommen habe, da die Arbeitslöhne in Deutschland sich jenen . ** England mehr genähert hätten und auch sonst Erzeugungskosten gestiegen seien.
Di« Bedingungen für Bulgarien.
B a s e 1,8. Sept. Laut „Basler Nachr." hat der ; berste Rat den Vertrag mit Bulgarien endgiltig LUtgeheißen. Bulgarien muß auf Thrazien vernichten und die später von den Verbündeten fest- »usetzende Neugestaltung annehmen. Dafür erhält Js den freien Verkehr mit dem Hafen Dedeagatsch, •** Benutzung der Schiffahrtslinien sowie die ' "innenschjffahrt nur der Matitza.
Die syrische Frag«.
England.
wb. Amsterdam, 6.Sert. Wie der „Telegraaf" aus London meldet, erklärte Sir Auckland Geddes einer Mort-, "n. von Spielwarenfabrikanten, die ihn ersuchte, dl: . ■: ausländischer Spielwaren für drei Jahren zu verbieten, es sei unmöglich, ein derartiges Verbot zu erlassen, ohne auch den anderen Fabrikanten in ähnlicher Weise entaegenzukommen. Die Folge eines allge- ineinen Einfuhrverbots für deutsche Spielwaren würde lediglich die fein, daß Deutschland außer Staube fein
land die verwüsteten Gebiete instand setzen müsse. Er zählt bie durch den Friedensvertrag Dcntschland übertragenen Lasten aus, so weit sie sich auf Bezahlung in Waren, Schiffen, Kohlen usw. vor März 1921 beziehet!. Tiefe werben vielleicht die durch den Friedensvertrag vorgesehenen 20 Milliarden über ft eigen. Deutschland wirb insgesamt 3 7 5 Milliarbeil bezahlen itnb sich seiner Schuld in einem Zeitraum von 36 Jahren entlebigen können. Während der beiden ersten Jahre wirb es 190 Milliarden cntrichlcn, nachher 13,6 Milliarden mit 5proz. Verzinsung. Die von Deutschland an uns zu zahlende Totaliu-nme wi-b sich nach 36 Jahren ans 463 Milliarden belaufen. Wir loerben gegenüber Deutschland eine tatkräftige Politik führen. Immerhin werd?» wir ihm behilflich fein, seine Erzen- «FiingSmittel zu entfalten, um ihm die Mög- tichkeit z« geben, feine Sbnld abzrttragen. Das geschieht jedoch in einem Maße, daß cs nicht in eine bessere wirtschaftliche Lage verletzt wird als Frankreich selbst. Ausschließlich bie Wiedergntinachungskommission wird mit Tentschlaud über bie Abtragung der Schuld verhandeln. Ter Minister schließt mit dem Wunsche, daß bie Kammer den Vertrag gutheißen möge. (Lebhafter Beifall auf zahlreichen Bänken.)
Mareel Sem bat erklärte, selbst Charles Benoist habe in seinem Bericht festgestellt, baß Danzig eine urbentsche Stadt sei. Gewiß habe man den Polen den Zugang zrun Meere sichern müssen. Das sei aber möglich gejoesen, ohne Danzig von Deutschland zu trennen. Man hätte es nur zu einem Freihafen machen müssen. Als Zus-ibr hätte eine genau wie bie Weichsel 51t internationa li iierenbe Ellen bahn genügt. Sa aber habe man aus der be-.-rschen Ttadl eine polnische gemacht. Die sich bas mit bem Grundsatz der freien Wahl der Bevölkerung vertrage? Die Wiederherstellung Polens >ci von der gesamten Weit gntqeheißen worden. Trotzdem habe man diese Befreiung dergestalt durchgeführt, daß sie die stärksten Keime sür einen künftigen Krieg in sich trage. Ganz Rußland sei gegen Frankreich-, und nicht nut die Bolschewisten, auch bie revolutionären Sozialisten beklagten sich, baß man sie verlassen habe. Denikin und Koltkchak wollten ein einiges Rußland. Trotzdem hätten die Verbündelen bereits den Zerstückelungsveriuchen zugestimmt. So in der Ukraine. Cine derartige Politik müiie Rußland in bie Arme Deutschlands treiben. ' Deutschland habe nach seinem Sieg, das Zarenreich kolonisieren wollen. Es w-erde cs jctzl nach her Niederlage viel leichter kolonisieren können. Habe doch die polnische Frage Frankreich Dentsch» Ctinb und Rußland auf den Hals geladen. 'Den ameri- kanisch-französisch-englischen Sch-.itzderttag findet Sembat nicht lefrttpr(tr.d Man habe Deutschland mmt entwaffnet. Man habe davon gesvrochen. die deutsche Einheit zn zerstören, tabe sie aber mit der preußischen Einheit vcnvcchfelt. Tie erstere sei unzerstörbar, weil sie sich aus den Tatsachen ergebe und normal sei. Es sei ein unverzeihlicher Fehler gewesen, Kurt Eisner nicht angehört zu haben. Vom Völkerbund erwartete Sembat die A b r ü st n n g. Wenn er bie erforderliche Sicherheit bringen solle, mußten ihm alle Staaten angehörten; denn e.ft dann könne man die Verantwortlichkeiten cm Krieg umstellen und ci; Schuldigen bestrafen. Der Sozialist Mistral erklärte, daß er und seine Freunde den Fricbensverttag nicht ratifizieren, tvell die Unterhändler ihn nicht im Gedanken an einen dauerhaften Frieden abgejchIossin hätten. Die zellkiche Besetzung der Rheiuged-cte sei eine mögliche Quelle von Konflikten. Die Regelung der Kolo-