Rußland.
fob. Amsterdam, 1. Sept. Tie englischen Blätter melden, daß einem bolschewistischen Bericht zufolge, Vie Bolschewisten 30 Meilen südwestlich von Krasnojarsk eine der Divisionen TenilinS geschlagen haben und 2000 Gefangene machten, darunter einen Divisionsstab. Auch in der Gegend von Zarizin und Kersun errangen die Bolschewisten Erfolge. Die Truppen Denikins sollen sich in Unordnung in der Richtung auf Zuamenka zurück- ziehcn.
Einer Wireleß Pretz-Metdung zufolge berichten die Bolschewisten, daß alle britischen, kanadischen^rnd japanischen Truppen Wladiwostok verlassen haben.
wb. Kopenhagen, 1. Sept. Tas hiesige letttsche Pressebüro meldet, daß die lettischen und litauischen Truppen in einem gemeinsamen Angriff die bolschewtsti- schen Truppen aus der Stadt Nowo-Alexandrowsk vertrieben haben. Rotvo-Alexandrowsk liegt 25 Kilometer südlich von Tünaburg. Die lettischen und litauischen Truppen erbeuteten zahlreiche Beschütz« und anderes Kriegsmaterial und machten Gefangene. Der Vormarsch wird energisch fortgesetzt.
Die Deutschen solle« Heist».
Wb. M i t a u, 31. Äug. Die Lag« an der estnisch- lettischen Front bei Pleskau ist Suberft bedrohlich. Der Frontdurchbruch der Bolschewisten ist vollfiän- dig gelungen. Die lettische Regierung befördert die baltische Landes wehr beschleunigt an die Front. Nach Abtransport der baltischen Landeswehr stehen der lettischen Regierung in Kurland keine nennenswerten Truppen mehr zur Verfügung. Es sind örtliche Aufstände von Bolschewisten in den von den deutschen Truppen geräumten Gebieten ausge- brochen. Russisch«, lettische und baltisch« Zeitungen beurteilen die Lage sehr ernst. Die Stimmen, die eine deutsche Unterstützung fordern, mehren sich stündlich.
Die Hetze gegen General v. her Goltz.
wb. Berlin, 1. Sept. Die „Freiheit" stellte dieser Tage die Behauptung auf, daß Graf v. der G o l tz die alleinige Schuld an der Meuterei in Mita» trage. Sie sei erst nach seiner Ankunft ausgebrochen. In Wahrheit ist, wie wir von unterrichteter Stelle erfahren Goltz erst 24 Stunden nach den bedauerlichen Borfällen in Mitau eingetroffen und wandte seine ganz« Energie auf ihre Unterdrückung. Wie gerade er über diese Vorfälle denkt, bewies sein inzwischen veröffentlichter Tagesbefehl zur Genüge. Auch diese Behauptung der „Freiheit" ist wieder nur ein Ausdruck des Hasses gegen Goltz, gegen den sich die Verleumdung«« der lettischen Parteigenossen der „Freiheit immer besonders gerichtet haben.
Lenin hofft auf de« „rote« Terror".
wb. Amsterdam, 1. Sept. Lenin erklärte in einer Rede in Moskau mit Bezug auf die Ereignisse in Ungarn, die einzige wirsame Waffe gegen die Feinde ves Bolschewismus sei der „rote Terror", ohne den der Sieg KoltschakS und Denikins sicher sei.
Die Bolschewisten als „Befreier" China».
wb. HelsingforS, 1. Sept. Wie rin Moskauer Funkspruch meldet, fand dort vor einigen Tagen «ine große chinesische Versammlung statt. In der Versammlung gab der Chef der Ostabteilung des russischen flom- miffariatS für ausländische Angelegenhetten bekannt, datz die Sowjetregierung Ende Juli einen Aufruf an das Volk und die Regierung Nord- und Südchinas sandte mit der Mitteilung, daß die rote Sc»vjetregierung ihren Marsch jenseits deS Urals gegen Osten wieder ausgenommen habe, um den arbeitenden Klassen Chinas Hilfe zu bringen, und datz die Sowjetregierung bereit sei, dem chinesischen Volke alle» da» wiederzugeben, was die Regierung de» Zaren ihm genommen habe, fleht russischer Beamter, Priester oder sonstig« Person solle sich künftig in die inneren Angelegenheiten Chinas mischen und im entgegengesetzten Falle vor Gericht gezogen werden. Keine andere Macht und kein anderer Gerichtshof solle in China Geltung haben als die chinesische Macht und die chinesischen Gerichtshöfe. Di« Sowjetregierung wisse Wohl, datz die Westmächte versuchen würden, zu verhindern, daß der Aufruf der russischen Arbeiter und Bauern bis zum chinesischen Volke gelange und datz eS notwendig sein werde, zuerst den Plünderern, die sich in der Mandschurei und in Sibirien festsetzten, den Garaus zu machen, um dem chinesischen Volke daS wiederzngeben, hv? sie ihm genommen hätten. Deshalb sende die So.rffet- regierung zugleich mit diesem Aufruf ihre rote Armee, um Sibirien von den Banditen floltschak, Japan and den Verbündeten zu befreien.
— Nachdruck verboten.
Die Sekretärin.
Original-Roman von Paul Leonhard Stamm. 14) Fortsetzung.
> Frau Anna öffnete die Flurtür und empstug Miß Dearlingham.
„Seien Sie herzlich willkommen, gnädiges Fräulein! Treten Sie bitte näher und nehmen eine Minute mit mir vorlieb! Eva wird gleich da fein, sie ist nebenan."
„Bitte sehr gerne, Frau Müller, ich bin wohl ein bischen sehr pünktlich eingetroffen, hoffentlich störe ich Sie ititfrt", grüßte die Amerikanerin Evas Mutter freundlich und ging mti ihr nach dem Wohnzimmer, wo sie gleich auf Frau Annas Aufforderung hin ungezwungen Platz »ahm.
„Gnädiges Fräulein, Sie wölken, wie ich höre, Einkäufe besorgen, hoffentlich treffen Sie es gut, Eva wird, kwfe ich. Sie schon richttg weisen."
»Ja, Frau Müller, Sie haben gewiß nichts dagegen, wenn Ihre Frl. Tochter etwas länger mit mir bleibt, wie sie eS gewohnt sind. Herr Kreitling hat sie zwar jetzt schon für die Geschästsstunden fteigelassen, aber das genügt doch nicht, — wenn Frauen Einkäufe machen."
Die reizende, natürliche Art der Amerikanerin gefiel Evas Mutter ausnehmend, ihr« gefürstete Befangenheit überkam sie garnicht. Im Lauf« deS Gesprächs erwähnte Miß Maud, daß sie vor allem auch in der weltberühmten Porzellanmanufaktur mehrere Service kaufen wolle. Die Amerikanerin nannte noch eine Reihe anderer Gegenstände, WaS Frau Müller auf die Vermutung brachte, daß diese nur zu einer Aussteuer dienen könnten, denn Familie Dearlingham müßte doch hinreichend damü versorgt sein. Demnach war die Amerikanerin Wohl im Geheimen verlobt, wahrscheinlich würde die Verlobung mit dem jungen Kreitling, wie Eva ja schon vermutet hatte, in nächster Zeit an die Oeffentlichkeit kommen.
Während Miß Dearlingham von ihren guten Eindrücken plauderte, die sie von dem vorzüglich organisietten Geschäfte Kreitling u. Cie gewonnen habe, überlegte Frau Müller, ob bk Amerikanerin eine indiskret« Frage übet»
| Die Tannenberg-Feier.'
. wb. Königsberg i. Pr., 1. Sept. Die im Hefigen Tiergarten am Sonntag veranstaltet« Gedenkfeier an den ruhmreichen Tag der Schlacht von Tannenberg nahm einen glän3?nbat Verlauf. Der Feier wohnte auch der fommmtbkrenbe General des 1. Armeekorps, Generalleutnant v. Estorff, bei. Etwa 40 000 Fcsiteünehmer durchfluteten den Garten und unterhielten sich bei sportlichen Beranstaltungen, Gesang- und Musikvorträg««. An Grnet alseldmarschall ».Hindenburg und die übrigen Führer in der Tannenberger Schlacht wurden Telegramme gesandt, die den Dank und die Verehrung Ostpreußens ausdrückten.
Auch die in Hohenstein vom 20. Armeekorps, vom ostdeutschen Heimatdienst und vom Masuren- und Erm- länderbuvb veranstaltete ErinuerungSfeier an den Tag von Tannenberg nahm trotz regnerischen Wetter» einen würdigen Verkauf. Als Hauptteilnehmer hatten sich Truppen aller Verbände der Reichswehr und deS 1., 20. und 17. Armeekorps eingefunden, ferner besondere Abordnungen jener Truppen, die bei Tannenberg mitgefochteu hatten. Eise unübersehbare Menschenmenge war in Sonderzügen in Hohenstein eingetroffen. Es waren erschienen von mllitärischen Führern außer dem komman- diereudeu General des 20. Armeekorps, Generalleutnant Albrecht, und dem kommandierenden General des 17. Armeekorps, General v.Makakowski, die Führer der Reichswehrbrigaden 20. und 41. An der Spitze der Zivilbehörden waren außer dem kommissarischen Oberprä- fibenten Winuig und dem Regierungspräsidenten von Oppen, Oberbürgermeister Zülch (Mlcnstein) sowie die Oberhäupter der übrigen umliegenden Gemeindeweieu versammelt. Gleichzeitig von drei Tribünen auS wurden Festansprachen gehalten. Nach der Beendigung der Gedenkfeier wurde nachfolgende Drahtung an Generalkld- marschall v. Hindenburg gerichtet: „Utter 30000 Teilnehmer au der Tannenbergfeier brachten heute wickerholi das tiefste Dankesgefühl gegen Ew. Exzellenz als Retter ihrer Heimat zum Ausdruck. Sie gelobten, das Vertrauen, das Ew. Exzellenz in Preußen setzen, zu rechtfertigen und dazu beizutragen, daß deutsch bleibe, was deutsch ist. In tiefster Ehrerbietung: Ostdeutscher Hrimatdienst, Masuren- nnb Ermländerbund und 20. Armeekorps."
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Alldeutscher Verband.
Der Kcsamtvorstand des Alldeutschen Verbandes tagte am Sonntag in Berlin. Der Vorsitzende Justizrat C l a ß nannte in seiner einleitenden Ansprache den November- Umsturz das größte politische Verbrechen bet Weltgeschichte. Der Bries Hindenburgs an Michaelis votn August 1917 sei ein glanzendes Zeugnis für die Richtigkeit der Poliük des Alldeutschen Verbandes während deS Krieges. All das, was Hindenburg damals beanstandete, habe der Alldeutsche Verband von jeher, ohne Rücksicht auf Haß und Anfeindungen entschlossen bekämpft. Es fei eine hohe Ehr« für den Verband, Gegenstand derselben Hetze zu fein, die sich gegen die Oberste Heeresleitung richt«. Der Geschäftsführende Ausschuß habe mit allen Stimmen gegen eine beschlossen, dem Verband «in klare» Bekenntnis znr Monarchie vorzuschlagen. Der Verband gedenke dabei nicht, bei einer Restanratton nach ftauzösischem Muster mitzvwirken. Ihre Notwendigkeit müsse von dem Bolle stimmungsmäßig erkannt und anerkannt werden, ehe sie üatt- sinden könne. Und daS Herrschergeschlecht selbst müsse feine Rückkehr erarbeiten. Auch müsse die neue Monorchie der dentfchen Auffassung vom Herrschertum entsprechen. Rur höchste Leistung rechtserttge höchste Rechte. Die Rückkehr zur Monarchie sei Wunsch und Wilken aller guttu, von gewissenlosen Hetzer» noch nicht verführten Deutschen. Freiherr v.Bietiughofs-Scheel führte aus: „Mangel au nationalem Sinn hat zu unserem Zusammenbruch geführt. Die Souveränität des Reiches ist dahin, wir find ei« Sklaveuvolk, ein Frondoll geworden. So heißt eS denn, unseren Befreiungskampf vorbereittn! ferne Ruhe darf e» geben, kein Rasten, bis unsere Kette« gnllvrengt sind. Das fll das Hauptziel. Im einzelnen wollen wir die Rückkehr zmu Kaisertum. Man wird tut» daraufhin Reaktionäre nennen. Rückkehr zum Kaisertum und Reaktion ist aber nicht dasselbe. Das Kaisertum ist mit einer freiheitliche» Verfassung sehr wohl verträglich! Hatte der Kaller je die Rechte Wilsons ? Mr verlangen weiter bk Rückgewinnung der uns getonten Gebiete. Wir fordern bk Eingliederung Deutsch-Oesterreichs inS Reich. Sk hätte am Tage des Zusammenbruchs der Habsburger Monarchie vollzogen werden mässen: daß fk unterblieben ist, bedeutet ritte schwer? moralische Belastung der zuständigen deutschen Sttllen. Unser besonderer Gruß gift den Flamen »nd Balten. Anch für sk 6äft der Alldeutsche Verband am Erlösungsgedanke« fest. (Stürm. Beifall.) Dk Andauer der Herrschaft der heutigen Machthaber bedeutet be» Untergang des deutschen Bolles." Justizrat Dr. Rosin, Wkn: „Ich bin
nehme« würde. Hatte doch Eva davon gesprochen, daß Kreitling eventl. feine« hiesigen Posten ausgeben würde, falls er sich verheirattte. Das intcressiertt sie doch auch. Sie fäbelte ihre besondere Frage fein ein, indem sie Ser Ämerilhnerin zu verstehen gab. daß sie eine Art Hausstand zrtfammenkauftt. ob di« Gegenstände alle für sie ober zu Geschenken bestimmt feien? Miß Dearkingham mochte wohl empfunden haben, daß weniger ein Interesse an Einkäufen als etwas Neugkrd« ans Frau Müllers Frage klang. Sic gab ihr daher mit einem schelmischen Lächeln und Achselzucken die Antwort: „Nun, zum Teil für mich, gewiß, zum Test zu Gescheukeu, wie man's aufsasien will. Der Hauptgrund, weshalb ich diese Sachen hier kaufe, ist der, daß ich gerne deutsche Fabrikate haben möchte, weil ich weiß, welchen Wert gerade Dinge ans der Heimat für ün Auslände lebende Deutsche haben, und welche Freude ich---"
Eva war ins Zimmer getreten und hatte so die Unter Haltung unterbrochen, zum Leidwesen der Frau Anno, die zu gerne noch mehr von der Amerikanerin erfahren hätte.
Nach ein paar freundlichen Worten der Begrüßung verabschiedeten sich die jungen Mädchen von Frau Müller und eilten nach dem unten wartenden Auto, das sie in die Stadt führte. Frau Müller sah ihnen vorn Fenster ans nach, bis das Gefährt um die Ecke gebogen war. Tann etztt sk sich aus einen Sessel und dachte über alles nach, vaö die Amerikanerin ihr erzählt hatte. Nnu, Eva konnte ihr am Abend gewiß noch mehr berichten.
Als Bruno Kreitling von der Börse zurückgekehrt war, fand er Eva» Brkf vor: er nahm an, sie würde nm Erlaubnis einiger Freistunden bitten. Der kurze rind bift-'nnde Ton ir Evas Zellen imponiert« ihm. Höflich, V schriden, ohw jede Phrase. Nachdem et ihr aurch Miß Dearlingham schon DisvenS erteilt hatte, hätte Eva ja nicht mehr zu schreiben brauchen, sie haudelle eben nnir.r korrekt und taktvoll, das sollte eigentlich von einer gu.cn Kirckerfiubr zeugen. Allein nach dem, was er von F.sch-c übe Evas Verhältnisse wußte, stammt« sie doch :<s kleine!! Verhältnissen. Allerdings hatte sie eine zuie Ausbkldung yenoffcn; diese und der damit Verbund: ne Verkehr mochten wohl viel dazu beigetraae» haben, sie etwas über das Niveau des kleinbürgerlichen Elternhauses
hier alS Mstglicd der Großderitschen Vereinigung der deutsch-österreichische« Nationalversammlung, deren 26 Mitglieder geschlossen mA ohne Vorbehalt dem Mbeut- schen Verbände bcitreten. Da» fluchbeladene Habsburger Haus ist fort! Für immer! Fall» es k wiederkehren sollte, würde kurzer Prozeß mit ihm gemacht werden! Wir würde» bereit sein, uns zu seiner Bekämpfung mit den radikalsten Elementen zu verbinden. Wir find Anhänger der Einverleibung Oesterreichs durch Deutschland. Ste ist unser« rinzig« Rettung. Wir verlangen einen Hohen- zollern, keinen Habsburger, wenn der Umschwung kommt. Unsere Magnetnadel zeigt «ach Norde«,- wir sind Anhänger eines echten wahren Preußentums." (Stürm. Beifall.).
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LitjekiwlMjchlöge für Brotgetreide — Beschränkung des Hafernvsdrusches.
wb. Berlin, 1.Scpt. Die AnLnerunge« an Brotgetreide «nd Werst« hei der Reichs»treidestrlle erfolge» in diesem Jahre st» langsam, datz bk Bestände in absehbarer Zeit sich zu erschöpfen drohen, wenn nicht Maßnahmen getiotfen werben, die eine beschleunigte Ablieferung gewährleiste«. Jnfiftgr der außergewöhnlichen Witterungsverhällnifse verspätet sich das Einbringen ixr Ernte derart, daß überdies bk Gefahr besteht, daß die (Setreiteirfennig zeitlich mit der Kartoffelernte zusammenfallt. ei« Saftenh, der transporttich nicht zu ertragen toäre und bk Wiuttrcindcckung mit Kartoffeln gefährden würde. Dk süddeutschen Staate», insbesondere Bayern, sind daher auch schon dringend mit dem Antrag vorstellig »eworden, durch Gewährung von Liefe- rungszuschlägen die Anlieferungen an Brotgetreide zu steigern. Der Reickscruähru ngsminister, der mit Rücksicht auf dk Verhandlungen in der Rationalversammlultg srincrzeit seinen Vorschlag, Frükchrusch Prämien riuzu- führen, zurückgestellt hatte, sah bei dieser Sachlage sich genötigt, nunmehr Lkferungszuschläge für Brotgetreide und Gerste anzuorbncn, die in einer Höhe von 150 Mark für die Tonne bis zum 30. September und in einer Höh« von 75 Mark bis zum 15. Oktober gegeben werden sollen. Die Lkferungszuschläge werden zur Vermeidung großer UnbißigBrit auch für Getreide neuer Ernte nachge - zahlt, daS vor Inkrafttreten der Verordnung geliefert ist. Bei den Beratungen wurde geprüft, ob den Schwierigkeiten in der BrotgctrcLevcrsorgung in der nächsten Zeit durch weitere Einfuhr begegnet werden könnte. Ties ist jedoch nicht möglich, weil die Einfuhren in der erforderliche« Höhe nicht mit bei nötigen Schnelligkeit beschafft werden können. Außerdem würden die Opfer, bk für bk Einfuhr geldlich zu bringen wären, erheblich höher fein als bk Kosten, bk durch de» Lieserungszuschlag entsteh««, indem mit einem Einfuhrpreis von etwa 1800 bis 2000 Mark für die Tonne gerechnet werden muß, dem gegenüber sich der inländische Preis für Roggen ein- schließlich des Lieferung szuschlagcs auf 550 Mark für die Toinw stellt.
Der Ausdrusch von Hafer wurde gleichzeitig bis zum 15. Oktober verboten, um auch damit bk Srotgetreibefieferuug zu fördern. In dringenden Fällen können die Kommunalverbänd« Ausnahmen von dem Verbot genehmigen. In Verbindung mit dem Ausdrusch- verbot erfolgen Maßnahme», um dcn Transport von Hafer einzuschränken. Dk Eisenbahnverwaltttug wird bis Mitte Oktober beit Transport nnr insofern zulassen, als Hafer vor Inkrafttreten des Truschverbotes eher später mit Genehmigung des Lommnrmlverbaudes ausgebrof-che« worden ist.
Dk durch die Liefernngszufchläge entstehenden Mehrkosten werben auf bas Reich übernommen, sodaß eine Verteuerung des Brotes durch die Zuschläge nicht ri«tritt. Die für Saatgut geltenden Prrisvorschristeu werden durch Bestimmungen, bk in nächster Zett ergehen, der «er» änderten Sachlage angepaßt.
Eonstiqe MrldMM.
Liman v. Sander» über die Htmewiermebeteitn.
Berkin, 1. Sept. In einer Unterredung, die der hier eingetroffene Marschall Liman v. Sanders mit einem Vertreter bet „56. Z." hatte, erklärt« et. datz olle Behauptungen von seiner Mitschuld an den Armeniar- : Metzeleien erlogen und böswillig erfunden seien. I« Bezug auf den Zusammenbruch an dec Palästina front erklärte der Marschall, dieser sei auf das gär.-licke Versagen b.-r reckte» Flüge lgrtwpe der 8. türkischen Armee i zurückzuführcu. Deutsch« Truppen hatte» dort nicht gestanden. Der Marschall bc'ettic zum Schluß, daß Deutschland zuerst die Otieulgefangene» $utüd6ef6rbcrn solle, da ihre Sage am traurigste» sei.
wb. Amsterdam, I. Sevt. Einet Witel-tz Pretz- Meldung zufolge luirb sich General Lima» v. Sanders lücgcn der Armenier- und Svriermctzcleien zu verantworten haben.
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hinausznhebcn Ein- gute B'ldnni kann- h viel bas nicht angeboren' Tffkk-a'n'l wenn auch nicht ganz Und Eva war in P=r.-m und Handeln eine vollendete Dame, bk sich ihrer Pi-llf chatt sichen wie geschäftlichen Sicherb-it voll bewußt war. ohne es jedoch nach außen Ein irgendwie ,n nnkcrstrrichen, sogar bi's ihr untergeordneten Angestellten gegenüber nicht, darin lag eben etwas Vornehmes! . l°<nvoh!. Eva hatte entschieden eine vornehme Gesinnung! Vom Vater ober von der Mutter?
Ach ja. er wollte einmal mit Michels sprechen: jetzt war ia die beste Griegeubtit^bazu.
Mit etwas ängstlicher Stimmung nähr» er seine» Weg »ach den Lagerräumen des Erich ä ft tgebändes. Aber schließlich, wenn auch bk Mutter eine noch so einfache Frair war und Evas erstorbener Vater Lackierer — er wollte doch Eva — und sie konnte für ein« Gehcimrats- tochtcr gelten.
Ob sie wohl öfter an ist« dachte, er ihr innerlich dock etwas näherstand, wie olle andern jung«» Leute, mit denen sie znsammeukam? Kürzlich, als sie ihm getagt hatte, daß ihr der Tag so lang geworden fei, hatte er ihren Worten eise tiefere Bedeutung brigemeffc«, aber nach den Tagte, die darumcheu lagen, zweifelte er bock wieder daran — sie war so frei und so unbefangen.
Er war im Büro des Herrn Michels angelangt.
„Guten Tag. lieber Herr Michels, Frl. Muller sagte mir vorhin, daß es mit Neoier-Toulon etwas wackelig aussähe, tok groß und wann war denn dk letzte Effeftmc- rung? Tie ist ja bczahll worden. Frl Müller wollte Lieferung als Kommission Vorschläge», hat sie mit Ihnen darüber gesprochen?"
„Nein, Herr Breitling, ich war eben unten in Ihrem Zimmer und dort hörte ich, Frl. Müller sci heute Mittag beurlaubt. Ich meinerseits würde raten, wenn Frl. Müllers Korrespondenz noch nicht expediert ist, bei Nebict- Tovlon anrufragen, ob sie dk neue Qualität Girrtstoff wünschten, bk wir jetzt bezogen oder die früher«, dadurch gewinnen wir Zeit, um neue Auskunft, einen Sonder- bericht rinzuholen; wir stoßen die Leute, falls sie vielleicht hrteber kredttsicherer geworden find, nicht vor den 3opf. Mc letzte Auskunft ist ein halbes Jahr alt, üt der Zeit haben sie sich vielleicht rangieren können."
Smuts Nachfolger Bslhas.
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Berlin. 1. Sept.
Reben zu halten.
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Mordes, zwei Angcüagee je zwei Lerbrecheu des Moedi drei Angeklagte je acht Verbrechen dec Bechilfe $
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Mandant des Luirpold-Gymue-sinm!
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1894 in Chemnitz geboren, sächsischer SiaüiSau-
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Dr. Liebnecht, der wiederholt in das Berhör rinn -st «ßr-aiirs«
wollt«, sodaß ihm zntetzt vom Porfitzeudcn eine Ql
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«ungdstrase anacdroht würbe.
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Herr Michels", erwiderte Krk t, „hat sie denn Herrcnbek
erregten Auscmandcrjetzung kam e5 iut Laust nehmnng zwffckcn dem Borfipendeir und dem '
ejcr be: temeutc
Keiche
— Zum Besuch brr Leipziger Musicrmeffr hatten s Hauptickrifttettcr und andere Personen von 6er bevilÄ und ausländische» Presse in Leipzig cfagcfu::bcn. 1 Herren wurden im Metzautt vom Direktor Dr. Köö benrüßt. Zum Mittagbeot derriuigteir sich die deutsch und anslönbifckeu ssonrnnkisten mit dem Aufsichtsr,-.t i Mcßanrke?, dessen Bonihender Oberbürgermeister 9
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NnpsNtische LryKMkachrtchE
EisenVahnniiglSck. wb. Glotz, t. Sept. Ein ich: Lijenbahnunfall ereignet« sich gestern nachmittag li 5 ilhr bei der Einfahrt eines Zuges der kalengcsii
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eine ganz gute Parti« „So, meinen Sie,
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liug sichtbar iniercfficrt, ... . .
sckaften. ick> denke fk lebt ziemlich riu’iim mit ihrer 9
— Renes Tarifabkomme« im Bnchi>ri«ckqcwkrl>e. Verhandkungen im Bnckdrnckgewerüe sind zum S6fe gekommen. Der Tarisn»«schütz der dcnffchcu Nnchdr! hat bcschkofien. daß die Teiiernngszulagen 1. Oktober diese- Aabrrs ab, k »ach den OrtsziffcklL nm ss, 8. 1t und 12 Jt wöckcnilick, erhöht tec.b Eine Verkürznng der 48 ftünbig«» Arbeitszeit nickt rin. Das Milbe stimm rurgsrecht der Arbeiter, nicht über die Bestimmungen des Betricbsrätegese hinauSgehcn.
9Rc ^Sieben
ab kn Betuf
inrr Röteres * Srfir 1 E.
wb. Pretoria, 29. Ang. (Reuter.) ( erklärte auf Ersuchen, baß er bereit fei, ein Minlsterium zu bilden.
-Schön, dos ist auch ein durchaus annehmbarer ckkag", meinte Krettling. „Wir können ja nachher nml nacksehen. ob der Brks an Rebkr schon abgcas ist. Ick habe Frl. Müller ftrigegeben für heute M> da Frl. Dearlingham sie Mene heute als ssiühreriu da! möchte zu Einkäufe» in der Stadt. Ich glaubt1, i Müller eignet sich dazu ganz gut, Jte weist sich ja reckt gut zu bencbmcn und anznpaücu. Sic schrirlt ganz sorg sättige Erziehung g «7! offen zu haben. Sie ntn sii bk Mutter, wohl eine sehr achtbare Frau?"
„O *<r, gewiß, Heer Knittino. die Frau kann e nur nnpoirkren. In isneerrn Jahren hat sie b Tage gefcbc». Ihr Vater war Kanzteirat, sie «vor eiuzig« Tochter Sk hatte bk Mutter früh verlöre!', wurde von einer allen Taute, die dem Vater bat Haus führte, erzogen. Als sie 19 Jahre all war, starb Vater. Leider hatte sich ihr Vater auf eilte Bürg-ck eingelassen bei einem Verwandten, der zahinngsn:-! mar, und so ging die eingezahlic Vernckcrmrgssmuu'i dessen Gkirubiacr, und nun stand das Mädel ohne i Mittel da. ek meldete sich bann als Stütze ber S;s stau und sand auch halb Stellung bei einer Fa mit der fk nach London zog. Daun hat sie aus und«kannten Gründen bk Stellung aufgeben müssen ernährte sich mit Weißzcuguähcn, heiratete daun ei
Meiden, nf statt, Irtatrou
M hat! Ut und tzmug ci röt: auf
ütcn-3 «rast Ja siizi brr Vc tt di
Morde bezichtigt. Leid' wird von den Rechtsaru.väh Dr. Loewcnfckd und Licblliecht verteidigt. Aus der F ftetfung der Personalien geht hervor, daß die niet Angeklagten erheblich vorbestraft sind, u. a. wegen Ti stabls, Zuhälterei und 'Lnressuna. Schicklhofer wird Alkoholiker und Shphiliriker bczcichuer. Nach der B,
»Erk-,./
Der rumSiiische Kronprinz fvzialdcmvratischer Kandst, - Berlin. 1. Sept. Der rumänische Kronprinz, j de
. Daum
eidigung der Zeugen, b.itn ungefähr 150 geladcit ist |ffcr^d:i wurde zuerst der Hatrprschnldigc Seidl, der frühere Ä» rttlpiel e In Alt hnni See. iduiMUA *4n >>»." Vu 1- .1 »1 Cü '
Malermeister, einen Witwer ohne Kinder, der ihr 6 bald starb, — Eva Müller war damals noch ein kst'i sind. — Na, heute hat sk ein ganz gutes Geschäft, > sie junge Mädchen aakiBt und wohl schön verdient. 3 glaube, von ihrem Mann bat sie noch einen Spar griff- geerbt, den sic zu Evas Erziehung und Ausbildung * I21 wandte. Nun hat sie das Glück mit dem fingen ”! netten Ttäbdkn- Wer weiß, vielleicht macht sie rim®
g<>ti srcM'dfthastlich mit ihm." ,
(Forrfttzunz
— Der Ausstand 'm 1-n Papier , Pappe« und H» «r Rad ftvssabrikc« im Riefen^ebirz« ist dem .Boten aus « ^cr. & Ricscngebirge" -ufolge- bcigelcgt. Am Montag ist die I kr ff-ffb beit in sämtlichen Betrieben wied-:r anfgcnom» 6r '-elu worden. Seifern, d
Ladern
Kj-riuchte
— Ebert und Rocke sind von Darmstadt kommend! tH&'k' & Dresden angekommcn. Sie begaben M vom !wf nach ber Sarde reue rkasem«, wo militärische Vorlr,
und tvar nie beim .yccr. Wühecitd des Krieges k-ar 1 ■ Ofetnan zuletzt in der Pulverfabrik in Tackau beschäftigt, peu 1 Maschas allgemein als der größte Denunziant galt. Zn rst ] 1
— Die Ermordung der Miinchrncr Geisclv. Vor ! Bolksgericht München begann gestern der Prozeß -x die Personen, die an der Ermordung der Geiseln am April im Luiipoldghmnasium beteiligt waren. Ar klagt find 16 Personen. Die beiden Hanptan,zeklag Fritz Seidl, Kaufmann ans Chemnitz und 2 ch 11 Hofer au8 München, werden je zehn Brrbrrckerr Mordes, neun weitere LugeNbgie V acht PerdreLcu
tpegen einer bürgerlicken Heirat gemaßregelt wurde' > ssch laut „L. Ach nach der rumänischen Zeitting *s,tl-nb ' bartda" zu den im Oktober stattfindenden Parlain-, wählen als sozialdemokratischer Kandiz anfstellen lassen. Der Kronprinz reift jetzt an die ruifii ° '
rumänische Front, um dort antim 0 uarch ift
ter zusammen?"
„Gewis loohl, Herr Kreftlknz, aber mir ist aitfaerw bas ein Zankbeamler sich ihr etwas auffallend zu näv sucht und, was ich so bemerkt habe, steht Frl.
Soffet erläuterte die näheren Ziele der Rnstcrmesie 9 beut Wege znr Forderung' des Außenhandels. Es i den ausländischen Jndirstricn in Znunft mehr als bich - Gelegenheit geboten sei», auf der Leipziger Messe 1 E der deutschen Industrie in die Schwanken zu treten. I \ wa„ j sei ein Fehler, wenn immer wieder, freilich ohne 8 r- ■ felg, Plän« für die Schaffung von Messen in anbei ' Plätzen Denlschlands austaucken, denn damit würde i ?“ Bercinheiklickung nicht zustemde kommen mid an lh r Stelle die Zersplitterung treten.
und eine Truppcnbericktigung Kattfaudau. Wäh^ darauf ber Reichswe'hrmintstcr die Kascrncnanlagen z sichtigte, fand im Ministcrialgeoaude eine Begrüß Eberls durch die sächsischen RcgterungSinitgliedr'r ss, stchttkst Gegen Mittag erfolgte im Krafüvagcn eine Fahrt «, »vzkncn Pillnitz, wo eine Eestchtignng tzes Schlosses und der tz hW«ge» lagen stattsand. Bon Prlnitz aas fuhren di: Harren., tettttfk 1 einem Tonderbampfer nach Meißen zur Besichtigung J «c»sebra staatlichen Porzellanmanufaktur. ' tii essen
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