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wöchentlich. — Der
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«rfolgrcich verlaufen. Nach ihrem Abschluß wird iud) hier das Gelände weiter gesäubert werden.
Gestern wurde in Beuthen bei dem Schlosser- Meister Porcha eine Haussuchung vorgenommen, bei ber mehrere tausend polnischer Abzeichen, Miße Adler, die bei einer Berliner Firma her gestellt worden waren, Waffen- und Munition gefunden wurden, ebenso zweihundert deutsche
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inrtner das, was den Einzelnen aus ihr für den Augenblick daS Angenehmste ist. Da aber die Menschen gewohnt sind, sich ihre Wünsche als Ideale vorzustellen, o muh es eine der Hauprlätigleiten des demokratischen Lolksführers sein, dieses für den Augenblick Angenehmste so auszudrücken, daß es als eine sittliche Forderung
Zur Ausstandslage ist zu melden, daß sich eine allgemeine Wiederaufnahme der Arbeit bemerkbar »acht. Heute waren zur Frühschicht etwa 50 Proz.
i Belegschaft angefahren.
wb. Beuthen, 22. Aug. Große Beute wurde
iin Laufe des gestrigen Nachmittags und heute früh in einzelnen Ortschaften des Abschnittes Süd gemacht. In Scharley wurde ein englisches Maschi- Aengewehr gefunden. Das Militär ist nunmehr in diesem Abschnitt vollständig Herr der Lage.
- I terms und von Neu- und Altberun, sind weitere nute. Militärische Bewegungen im Gange, die ebenfalls
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sagen, was sie will. Die große Menge will
Schlagwörter ist das, welches jedem Bahn verspricht. Jeder vernünftige
soll len. Poyda war selbst kurz vorher verschwun- kc. Seine Frau wurde verhaftet. In Laurahiitte
Bericht Hoovers übet Oberschlesien.
wb. Versailles, 22. Aug. Vor dem Obersten Rat berichtete gestern der von einer Studienreise aus Polen und Oesterreich zurückgekehrte amerikanische Lebensmittelkontrollenr Hoover. Auch die Lage in Oberschlesien erwähnte er in seinem Bericht. Nach dem „Echo de Paris" glaubt Hoover, die internationale Kommission die Schwierig- leiten beseitigen könne, die sich in Oberschlesien zwischen Deutschen und Polen ergeben haben. Man nehme deshalb an, daß er in der heutigen Sitzung des Obersten Rates die Entsendung von amerikanischen, französischen, englischen und italienischen Sachverständigen des Bergbaus beantragen werde. Das Blatt glaubt, daß von einer sofortigen militärischen Besetzung Oberschlesiens nicht mehr die Rede sei.
1.50JÜ. Jeder Rabatt gilt eie »artebatt — Bei Must b. die *e;chiist»K. x. Ver- »ittlg.d.Lnßeb. 25 LondergebLbr. — Postscheck!.: Rr. 5015 Mixt Franls.a. M.
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erscheint. Auf Schlagwörter.
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Marburg.
emiMbenb. 23. August
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ift alles ruhig.
Die Aufgabe der Untcrsuchungskommissto«.
wb. B e r l i n , 22. Aug. Zn der heutigen Sitz- •ng der deutsch-polnischen Kommission, die im Auswärtigen Amt Anter dem Vorsitz des Reichsmini- fters des Aeußern Müller und in Anwesenheit der Vertreter der Ententeregierungen sowie der stimm- fLhrenden polnischen Delegierten stattfand, wurde kl Einverständnis mit den letzteren eine Instruktion für die in den nächsten Tagen nach Oberschlesien reisende interalliierte Militärkommisston fest- -«sctzt. Die Instruktion bestimmt, daß die Offiziere sich über die gegenwärtige Lage unterrichten und so- iaid wie möglich nach Berlin zurückkehren sollen, dm die deutsche Regierung von dem Ergebnis ihrer Reife in Kenntnis zu setzen. Die Kommission hat dolle Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit der Vesprechung mit beliebigen Personen und kann jederzeit die Grenzen überschreiten. Di« deutschen Vehörden find angewiesen, der Kommisfion jede tweckdienliche Auskunft zu erteilen. Hieraus folgt, «ß die Kommission weder überwachende noch gar entscheidende Befugnisie hat, daß sie vielmehr ledig« sich zur Einholung von Informationen dient, wie sienn auch ihre Tätigkeit auf möglichst kurz« Zeit beschränkt sein soll. Die Kommission begibt stch in *ex nächsten Tagen nach Oberschlefien, um zunächst sii Breslau mit den maßgebenden Stellen in Füh- ksng zu treten. In der Sitzung wurde dann deut- Arrseits noch hervorgehoben, daß eine Anzahl von Zivilpersonen au» dem Aufstandsgebiet durch polnische Banden über die Grenze entführt wurden. Es Wurde der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die twlnische Regierung alles tun werde, um sofort die Befreiung und Rückführung dieser deutschen Staats« Zugehörigen zu veranlaffen. Polnischerseits wurde «•» zugesagt. Ein Teil der polnischen Abordnung SejR heute abend für einig« Tage nach Polen.
Ter Sonderberichterstatter de» „Echo de Paris" in Washington meldet, Mlson habe den Senatoren erklärt, Amercka weiche 16 Jahre in den Rhetnlanden eht Truppenkontingent unterhalten müssen.
Der Ausstand in Mülhausen.
wb. Bern, 21. Aug. Rach einer Meldung schweizerischer sozialistischer Blätter au, St. Lud« wig (Elsaß) wurde« wegen d« Ausstandes tat 51» saß in Mülhausen di« Empfangsfeierlichkeiten für PoincarL erheblich eingeschränkt. Der Unterprä» fett hatte für ein Militäraufgebot zur Aufrechter, Haltung der Ruh« gesorgt, ohne daß « jedoch zu Zusammenstößen gekommen wäre. Rur die Au», standsführer wurden verbafteL. Alle größeren Betriebe und Geschäftshäuser find militärisch besetzt, da» Mülhausener Arbeiterblatt „Der Republik«- ner" verboten worden.
>aS war die Ursache des seelischen HochstandeS tat Landwerk, denn der Mann, welcher seine Kraft nicht verzetteln konnte in Führen von Geschäftsbüchern, handeln, Schreiben von Rechnungen und Beaufsichtigen w* Antreiben von widerwilligen Arbeitern, wendete sich nnn auf das Wesentliche, auf daS Hell seiner Seele. DK vorlntherischen Dibelausgaben gehen wahrscheinlich anj Handwerker zurück, in Handwerkerkreisen wurzelte Mt vorreformatorische freie Frömmigkeit; und naturgemäf wirkten die wenigen Wertvollen, da sie gesellschaftlich eng mit den Dumpfen und Stumpfen verbunden waren, auch aus diese.
Der Liberalismus hat die alte Handwerksversaffuns zerstört. Er hat ihr mit Recht vorgeworfen, daß sie Tatkraft, Initiative, Unternehmungsgeist und Aehnllchei lähmte, mit einem Wort, daß sic durch die wirtschaftlich« llnterdrückung der Tüchtigen zugunsten der Untüchtigen den wirtschaftlichen Aufschwung hinderte. Der LiberaliS- mus bewirkte nun, daß jeder „mft seiner Kraft und Macht erreichte, was er wollte und konnte", er schuf freie Bahn dem Tüchtigen. Wer nun Verstand, Kraft, Fleiß, Tüch« tigkeit, Mut und Ausdauer hatte, der las nicht mehr die Bibel und arbeitete nicht mehr schöne Dinge, die ihm niemand bezahlte, sondern er vergrößerte seinen Betrieb: mit einem Wort, er wurde aus eurem Handwerke« eilt Unternehmer. Der wirtschaftliche Aufschwung kam. Die „freie Bahn jedem Tüchtigen" ist eine Vorbedingung des Kapitalismus.
Die Arbeiter haben ja nun im Kapitalismus ein Haar gefunden: andere Leute vielleicht auch. Ein Test ihrer Bestrebungen entspricht völlig den Bestrebungen der mittelalterlichen Handwerker. Das sind int wesentlichen die gewerkschaftlichen Bestrebungen. . Diese sind zwar engherzig, selbstsüchtig und lleinlich, sie sind aber jedenfalls vernünftig und natürlich. Und was natürlich und vernünftig ist, wird immer einmal irgeiü»- welche ante Früchte tragen. Ein anderer Teil wird durch die allgemeinen politischen Phrasen bestimmt: und dieser ist scheinbar großartiger und hat die herrlichsten Menschenziele, ist in Wirklichkeit aber unvernünftig.
„Freie Bahn jedem Tüchtigen" wird kein Gewerkschaftsführer verlangen, wenigstens nicht als Gcwerk- schäftsführer: das verlangt nur der politische Agitator.
Es gibt eine alte Schnurre von einem polnische« Huden, der zum erstenmal in seinem Leben in "inew Kaffeehaus sitzt und eine Tasse Schokolade trinkt. philosophiert: „Schokolade schmeckt gut, Knoblauch schmeck, gut; wie gut muß nun erst schmecken Schokolade und Knoblauch." Die politische Arbeiterbewegung befindet stch in der Lage dieses Anden, sie möchte Schokolade mit Knoblauch.
Die gewerkschaftlichen Ziele sind Har und einfach einzusehen, ähnlich wie die Ziele der alten Handwerker: der Durchschnitt will leben, einer will eS so gut habe» wie der andere, und wenn sich etwa die Schuster organistert haben, so töill der eine Schuster ebenso viel Lohn habe» und ebenso wenig arbeiten wie der andere Schuster Die politischen Ziele sind wttoenbig unklar, denn bei ihn« handelt es sich nicht darum, daß die Mittelmäßigkci einer gleichartigen Maste stch durchsetzt, sondern bh Mittelmäßigkeit einer ungleichartigen Masse will M durchsetzen. Ein Sattlergeselle sieht, daß ein anderer Mensch den Staat leitet. Wir wollen nichts über bei Verhältnis der beiden Menschen sagen, vielleicht ist bet andere dumm und der Sattlergeselle immerhin noch ge- scheidter ;aber auch, wenn er eS nicht ist, dann wirb et das sich jedenfalls cinbildcn, er wird rufen: Weshalb bin ich nicht Leiter des Staates? Zum Wesen der Mittelmäßigkeit gehört ja doch, daß sie die höhere Menschlichfeck gar nicht sieht, daß sie sich für vortrestlich hält. Der Sattlergeselle ist notwendig überzeugt, daß er zum mindesten so tüchtig ist wie der Staatsleiter: wäre er es nicht so würde er sich ja nicht mit den politischen Dingen bc fassen, in die der Verständige sich ja doch nicht hinein begibt, wenn er nicht unbedingt muß: er ruft: „Freit Bahn jedem Tüchtigen", und nachdem er das lange genug gerufen hat, wird er wirklich denn auch Leiter bei Staates.
Was die Gewerkschaften wollen, was die alten Handwerker wollten, das kann man doch wohl als „Demokratie" bezeichnen; was unser Sattlergeselle in der Politik will, das ist auch „Demokratie". Man sieht, tote dasselbe Wort zwei ganz verschiedenartige Erscheinungen bezeichr^: zwei Erscheinungen, die beide au» derselben Minderwerttg» keft entspringen, und von denen die eine zu vernünftige« Zuständen führt, die andere zu unvernünftigen.
Denn wir stehen in der politischen Entwicklung ja erst am Anfang.
Niemand wird Herrn Ebert eine gewisse -Sympathie versagen. Er ist ein braver Mann, der niemand etwas Böse« tut Aber jeder wird auch zugeben, daß Her« Ebert nur durch Zufall an seine Stelle gekommen ist, daß so ziemlich «He anderen Mitglieder der Sattlerbranchz seinen Platz ebenso gut ausftillen würden wie Mit anderen Worten: Freie Bahn für den Tüchtiger« ist noch gar nicht gemacht, ber Tüchtigste kommt imuut noch nicht hoch. Er wird aber hochkommen.
Nur muß mau sich fragen: Wer ist denn der Tüchtigste? Da daS Hochkommen nicht von ihm abhängt, sondern von den andern, offenbar der, welchen die andern für bett Tüchtigsten halten. In ber demokratischen Politik ist das der, welcher den Leuten sagt, was sie am liebsten hören wollen. Oder aber hört daS am liebsten, was daraus hingehi, daß es ihm selber immer besser gehen soll. Nun hält sich jeder selber für tüchtig und glaubt, wenn der Tüchtige freie Bahn hat, so wird er selber schon hochkommen. Bei den 6anb» Werkern sahen wir, daß das zur Herrschaft der wirklich Tüchtigsten führt, denn wenn die Tüchtigkeit durch t*
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Aus dem besetzten Gebiet.
wb Köln ,22. Au«. Der britische Militärgottver- neut erläßt folgende Bekanntmachung: @6 wird hierdurch bekanntgegeben, daß, solang« die britische Militärbehörde die Kontrolle Über das von britischen Truppen besetzte Gebiet anSübt, kein« Aendernngen in ber deutschen Ber fa ssung diese- Gebietes erlaubt wird, nnb daß feine neue Autorität ohne vorherige Genehmigung bet britischen Militärbehörde anerkannt wirb. Jede Person, die gegen diese Bekanntmachung verstößt, oder solchen Hatchlnngen Hllfe leistet, setzt stch einer Gefängnisstrafe oder Ausweisung an» dem besetzten Gebiet oder beiden Strafen auS.
Der englische Erlaß richtet sich also gegen Vie rheinischen Absonderungsbestrebungen.
8 rechtliche Erschießungen statt.
hr. stdlich von Myslowitz, in der Gegend des Bismarck-
Set Fried»».
Die Volksabstimmung in den abzutretenven Gebiete«.
Berlin, 19. Aug. Für die Volksabstimmung in Ost- und Westpreußen, Oberschlesien und Schleswig kommen zahlreiche aus den genannten Landesteilen gebürtige und jetzt in anderen Teilen Deutschlands oder im Ausland wohnende Personen in Frage, die das 20. Lebensjahr vollendet haben. Es empfiehlt sich, daß alle diese Stimmberechtigten sich baldigst ihre Geburtsurkunde bezw. Taufscheine, verheiratete Frauen gleichfalls Trauscheine verschaffen, um bei der Abstimmung ihr« Berechtigung nachweisen zu können.
Drei deutsche Rote«.
wb. Versailles, 22. Aug. (Havas.) Herr v. Le r s n « r hat am Donnerstag folgende Noten überreicht: 1. eine Not« über die Aufhebung der interalliierten Schwarzen Liften, 2. eine Note über die Verantwortlichkeit der deutschen Küstenschiffahrt hinsichtlich der Transporte der Westmächte und 3. eine Note als Protest gegen di« von bet französischen Besatzungsarme« getroffenen Maßnahmen im Hinblick aus die deutschen Unternehmungen im besetzten Gebiet.
Freie Kahn jedem Tüchtige«. 4
Von Paul Ernst.
In demokratische Zeiten haben die Schlagwörter eine große Bedeutung. Das Wesen ber Demokratie besieht darin, daß dir Führer des Volkes nicht durch
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Mensch sieht die Sinnlosigkeit des Schlagwortes ein: denn iic ewig menschliche Gemeinheit, welche durch keine Revolution oder Neaktion zu beseitigen ist, sieht eine ihrer Hauptaufgaben darin, dem Tüchtigen grundsätzlich den Weg zu versperre«. Da die große Masse nun eben einmal gemein ist, so kann man sich sagen, was das bedeut.'t, wenn sie freie Bahn für den Tüchtigen verlangt.
Aber so ernst, toie es hier aufgefaßt ist, wird das Schlagwort ja auch nicht gemeint. Es kommt lediglich hinaus.«uf eine Umschreibung des Wortes Freiheit, welches Hobbes so definiert, daß es die Möglichkeit bedeutet für jeden, mit feiner Kraft und Macht zu erreichen, was er will und Tarnt. Nachdem die Freiheit ans den Höhen des Geistes in die trüben Niederungen dcS politischen Denkens gelangt war und da in der Wirklichkeit Folgen gehabt hat, ivelche die guten Leute nicht ahnten, die sie predigten, ist man ja bedenklich gegen sie geworden, und der Sozialismus als Idee ist aufgekommen als Gegenschlag gegen die Freiheit. Auch dem Sozialismus ist der Sündenfall in das politische Denken hinab zuge- sioßen; in dessen Uirklarheit und Verworrenheit befindet er sich nun; man braucht sich nicht'zu wundern, wenn unter den vielen haarsträubenden Widersprüchen, welche er heute enthält, sich auch der findet, daß in der Gestalt unseres Schlagwortes die alte wohlbekannte liberale Phrase von ihm wieder ausgenommen ist: sind ja doch in Wahrheit neun Zehntel bet Sozialdemokraten von heute dieselbe Art von Männern, welche vor fünfzig Jahren Fortschrittler waren.
Sozialismus bedeutet die Ordnung des gesamten Volkes zu einem bestimmten Zweck, bei rücksichtsloser Unterdrückung der etwaigen Ziele der Einzelnen. Das ist eine formale Bestimmung. Der Inhalt wird in diese Ordnung erst hineingebracht dadurch, daß man angibt, welches ber höhere Zweck ist. Wenn ich die Marxistische Sozialdemokratie recht verstehe, so ist dieser Zweck bei ihr die möglichst bequeme Herstellung von möglichst vielen GebrauchSgegenstänben bei möglichst gleichmäßiger Berteilung: e3 gibt aber auch andere Arten von Sozia- toantl mit Meten Zwecken, als dieser ist. Es versteht sich, daß man sich bei ber Betrachtung biefer Zwecke nicht irrefeiten läßt durch Bestimmungen wie „Da? Wohl aller": denn eben, was das Wohl aller ist, bas ist ja die Frage; nicht jeder wird es in der bequemen Herstellung und gleichmäßigen Verteilung der Massenartikel sehen.
Di« Sozialdemokratie ist von der gewerblichen Arbeit ausgegangen, nicht von der landwirtschaftlichen, in der gewerblichen Arbeit also müssen ihre Ursachen liegen. Die der heutigen, kapitalistischen, Ordnung ber gewerblichen Arbeit vorhergehende Ordnung war die ber Handwerkerverfassung der mittelalterlichen Stadt.
In bet mittelalterlichen Handwerker Verfassung war die Drbnung so, daß man den Bedarf an gewerblichen Gegenständen genau kannte, daß man wußte, wieviel Handwerksmeister bei ehrlichem Lohn und redlicher Arbeit ihn decken konnten, und daß man so viel Stellen für Meister batte, wie der notwendigen Zahl der Handwerker entsprachen. Ein Meister damals tonnte nicht „mit seiner Kraft und Macht erreichen, was et wollte und konnte", er konnte also nicht etwa, wenn er besonder- tüchtig war, sich eine Werkstätte von zwanzig und mehr Gesellen halten, indesien die anderen Meister ber Stabt, bie weniger tüchtig waren, verhungern mußten: er durfte nicht einen Gesellen mehr haben als die andern. Er konnte auch nicht höhere Preise nehmen, weil seine Erzeugnisse geschmackvoller waren oder durch niedrige Preise, die er bei größerer Tüchtigkeit in seiner Arbeit ermöglichen konnte, die anderen unterbieten, um so die Kunden an sich zu locken. Also: eS wat durchaus keine „freie Bahn für den Tüchtigen".
Auf Grund ber allgemeinen Tatsache ber Durch- schnittlichkeit und Mittelmäßigkeit, welche leben will, war eine Ordnung geschaffen, wo dem Tüchtigen unmöglich gemacht war, äußerlich weiter zu komm-m als ber Untüchtigere. Wir wollen unS hüten, bie mittelalterliche Arbeit-Verfassung als einen Au-bund von Weisheit anfzufassen: sie wat nicht- als da- Ergebnis ber allgemein menschlichen Gemeinheit. Aber sie war als solche vernünftig, fit war nicht durch Schlagwörter und Phrasen verlogen, und so hatte sie denn ein überraschend gute- Ergebnis: da dem Tüchtigen unmöglich war, äußer- sich höhet |u kommen als seine Srbeitsgenossen, so sucht» er innerllch höher »n kommen: btt Tüchtige legte in seine Arbeit »ehr all ihm, ber nicht mehr verdiente all ber Untüchtige, bezahlt wurde: das war die Ur- fache bei mittelalter lidjat KunstgewerbeS: denn jede Kunst, auch das KnuLh-tudwerk, ist nur möglich all freie» Geschenk, und bar Schächte, welcher mit ber Kunst ber» dienen will, wird nur wertlose- Zsng machen, Und
«tue Bandenfchießerei statt. Der Wachthabend
; wurde erschossen. Als die übrigen Mannschaften —’ hie Leiche bergen wollten, wurden sie von polnischer Seite von Hall er truppen mit Maschinenge-
| »ehren beschaffen, wobei noch ein Mann getötet und mehrere verwundet wurden. Sonst herrscht im Abschnitt Ruhe. Die Grenze ist wieder von unseren Trnpn-'n besetzt worden.
MttM im Loge in NttWksikn.
wb. Breslau, 22. Aug. Die Lage in Oberschlesien hat sich erheblich gebessert. Unsere Truppen stehen überall längs der schlesifch-polni- fdjen Grenze und verhindern den Rücktritt der Banden, die sich in größeren Mengen auf kongreßpolnisches Gebiet geflüchtet haben. Zu größeren Kämpfen ist es heute nicht mehr gekommen. Einzelne Polen- und Spartakistennester wurden gesäubert. An der Srenze hatten wir Verluste bei Verfolgung einer Lande dadurch, daß reguläres polnisches Mn l i t ä r mit Maschinengewehren in den Kampf eingriff. Die Aufnahme der Arbeit schreitet fort.
wb. K a t t o w i tz, 22. Aug. Die Pressestelle des Staatskommiffariats teilt mit: Abschnitt Kat - toroife: Nach Berichten aus dem Aufstandsgebiet hat heute nacht in dem noch nicht gesäuberten Geriet von Myslowitz, südlich Virkenthal-Neu-Verun, «ine große Aktion eingesetzt, die vorzüglich fiebt. Der Abschluß ist stündlich zu erwarten.
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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
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