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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

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Tageszeitung für (das früher kurhefsische) Oberhesseit

Der Lnzeigenpreir beträgt für die 8 gefe. Zeile 80 4. u. 88V, LeuerungSzuschl. k ä qacm ' - 40 \amtl. m. auswärt. 4 ) 4 » 25»/, TeuerunqSzuschl. = 50 e\ Meflamegetle 04.

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den ans immer ein Hort des Vaterlandes sein, dem Eie nach besten Kräston zu dienen gesucht, dem Sie in ' dem fürchterlichen Kriege die schmerzlichsten Opfer ge-

Es ist ein dornenvolles Amt, das in der schwersten Zeit teL Vaterlandes auf Ihre Schultern gelegt wird. Aber mit nchigem Gewissen können Sie jede Schuld und Ver­antwortung an der trostlosen Lage des Reiches ab lchnen. Sic suchten Fortschritt und Freiheit und sozi­ale Wohltat nur in ruhiger Entwickelung zu

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Ordnung und Arbeit und die Wege zu weisen zu lang- , fernem aber sicheren Aufstieg unseres besiegten Vaicr- alndes."

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: Erste fein, wenn es gilt, Rechnung und Zeugnis ab- Mlegeu für den neuen Lebensgrundsatz des deutschen Volkes: Freiheit und Recht!"

Präsident Fehrenbach hielt darauf eine An- - spräche an die Nationalversammlung, in der er u. a. : sagte:Die Stunde des Abschieds von Weimar hat : tzeschlagen. Was wir von Weimar erhofften, haben wir gesunden und unser Abschied vollzieht sich nicht »6ne eine gewisse Wehmut. Wir versprechen allen, die uns eine wohlwollende Gesinnung entgegenbrachten, . «in treues Gedenken. Auch die Kritik jener Kreise, F deren politische Gesinnung der Mehrheit der National- s Versammlung nicht freundlich gegenübersteht, haben wir

1 gerne hingenommen, solange sie verständig und an« - bändig war. Unsere Hauptaufgabe in Weimar war die Herbeiführung des Friedens, das Schaffen der Verfassung und die Einleitung einer umfassenden Steuergesetzgebung. Ausgabe der Nationalversamm- !ung war es, auf dem Trümmerhaufen ein neues Ge-

l bände zu erbauen, zu dem das Volk den Schlüssel in drn Händen hat, das allen Bolksteilen bescheidene ^er wohnliche Räume bietet, auf dessen First die

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tfn auch heute diejenigen anerkennen, die an den alten I Einrichtungen hängen. Möge es Ihnen, Herr Präsi­dent, beschicden sein, das ganze deutsche Volk wieder zu

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wb. Weiurar, 21. Aug. Auf Grund der Bee« faffungZbestimmung trat dec von der Nationalversamm­lung gewählte ständige Ausschuß für auswärtige Ange­legenheiten heute zusammen. Zum Vorsitzenden wurde Scheidemann (Soz.), zum stellvertretenden Vor­sitzenden Haußmann (Sem.) gewählt. Schriftführer sind: Herscbel sZcntt.) und D. Traub (dentschnat.). Der Ausschuß beschloß, alsbald in Berlin zu einer Sitzung zusammenzutreten, -und den Außenminister ein­zuladen, an der Sitzung teilzun-.-hinen.

Mittelstand und Neichsregierung.

Abgeordnete sämtlicher Fraktionen der Nationalver­sammlung (mit Ausnahme der Unabhängigen) haben folgende Anfrage gestellt:In der 28. und 29. Sitzung der Nationalversammlung ist anläßlich der Mittelstands« interpcllation verschiedener größerer Parteien die drin­gende Forderung erhoben worden, cs mäste im Reichs­wirtschaftsministerium eine Abteilung errichtet werden, deren Hauptaufgabe die Förderung der Interessen des selbständigen gewerblichen und kaufmännischen Mittel­standes sein solle und die gleichzeitig die Interessen im Reichsarbeitsministerium zu vertreten hätte. Bis heute iit* biefe Forderung nicht v.-rwirklicht worden, wodurch lebhafte Unruhe und Mißstimmung ' in den weitesten Kreisen des deutschen Mittelstandes hervorgerufen wor­den - ist. Gedenkt die Reichsregierung in Bälde diese Forderung zur Förderung des Mittelstandes zu verwirk­lichen?"

der Produktion an das gesamte Bedürfnis, der Vermei­dung überflüssiger Arbeit und bet höchsten Steigerung der Gütererzeugung. Wir sind nicht der Ansicht ,daß mit dieser Vorlage die Wünsche der Arbeiterschaft restlos er- stillt worden sind. Aber wir hoffen, daß durch sic die volle Demokratisierung und die wirtschaftliche Gleichberechtigung für die Arbeiter und Angestellten erreicht wird. Wir bean­tragen die Ueberweisung der Vorlage an den Ausschuß für Sozialpolitik . '

Abg. Erhardt (Zenit.).: Von dem Gesetz befürchtet die Industrie einen weiteren Rückgang der Pro­duktion und dadurch eine Gefährdung der Rentabilität der Betriebe, die Landwirtschaft eine Einschränkung der Entschließungsmöglichkeiten und dadurch den Zwang, zu einer extensiven Wirtschaft überzugehen. Der Entwurf bringt gar nicht so wesentliche und arundstürzendc Neue­rungen ,wic manche glauben, da vieles schon durch die Tarifverträge verwirklicht ist. Alle Einzelbestimmungen billigen wir nicht. Was die Aufgaben bet Betriebsräte anbelangt ,so haben wir gegen eine Anzahl der Vorschläge des Entwurfs erhebliche Bedenken, insbesondere gegen die Mitwirkung der Betriebsräte bei den Neueinstellun­gen. Gegen die (Hitsendung von Arbeitetvertretern in die Aussichtsräte bestreu Bedenken.

Die Vorlage geht an den 7. (sozialpolitischen) Aus­schuß.

Auf Wunsch der Fraktionen wird noch nachträglich der Ausschuß bericht über die Notversorgung mit Ober kl ei« dung und Schuhwerk sowie übet den

Abbau der Zwangswirtschaft

in der Textilindustrie erledigt cher die Einsetzung eines parlamentarischen Ueberwachungsausschusses betrifft, der die Aufgabe hat chic schleunigst cinzuleitende Liguidatton der Reilhstkxtil--Aktiengesellschaft zu überwachen. Der Ausschußantrag wird angenommen und die sieben Mit­glieder des Ausschusses fofort gewählt .

Präsident Fehrenbach: Wir stehen am Schlüsse eines Tagungsabschnittes von ganz außerordentlicher Ar- beilssüllc. Wenn wir mit einer gewissen Hast arbeiten mußten ,so ist das auf die Rechnung der außerordentlichen Verhältnisse zu setzen . Es handelt sich nicht um eine normale parlamentarische Tagung. Wir mußten ein znsammengebrochenes Haus wieder neu ansbauen. Dabei kam es nicht darauf-an, (eben Stein sorgfältig zu behauen. Die Ferien für die Ausschüsse erstrecken sich bis »um 23. September. Die Vollversammlung wird am Diens­tag den 30. September in Berlin wieder zusammen­treten, vorausgesetzt, daß außerordentliche Verhältnisse nicht die Notwendigkeit einer früheren Tagung bedingen.

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Eozialdemokralische Schreikolounen.

Die Berichte des Wolfs-Büros über die Parlaments­sitzungen zeichnen sich, tote schon früher erwähnt und wie ohne weiteres festzustellen ist, keineswegs durch objektive Wiedergabe der.Vorgänge und Reden aus, sind vielmehr im Sinne der Regierung und ihrer Mehrheit ge­halten. Besonders ausfallend ist das bei dem gestern veröffentlichten Bericht über die Sitzung der National- vcrsammlung vom 20. d. Mts., der erheblich von dem abweicht, was andere Blätter darüber melden. So schreibt z. B. dieKöln. Zeitg." über die Sitzung:

Unter lebhaftem Lärm der Linken suchte bet Abge­ordnete Hugenberg das heutige Regime dahin zu kennzeich­nen, daß im Grunde genommen nicht die Herren Bauer und Erzberger regierten, sondern Reid und Haß unsre wirklichen Ministerpräsidenten seien. Tie Erregung über die Hugenbergsche Rede war bei den Sozialdemokraten derartig stark geworden, daß sie während der nun folgenden Rede des Finanzministers Erzberger Schreikolonnen auf die rechte Seite de- Hauses schickten, die jeden Zwischenruf aus de» Reihen der Deutschnationalen niederbrüllteu. Der Vize­präsident Haußmann schritt gegen diese Störung bet parlamentarischen Ordnung nicht ein; er sandte wohl einen Diener, der die stimmgewaltigen Herren ersuchen sollte, sich ans die ihnen gebührende Seite des Hauses zurück­zubegeben. Seine Einladung fand aber wenig Gegenliebe, rbcnfo wie die Versuche ciniaer tettitänbiaet Sozialdemo-

Btrtihiw de; MMiWente».

wb.'Weimar, 21. Aug. Die Vereidigungsfeier kchkeitcn für den Reichspräsidenten hatten schon lange »or Beginn der'Sitzung eine große Menschenmenge 'tot das Nationaltheater gelockt. Kurz nach 4 Uhr Mckte mit klingendem Spiel eine Ehrenkompaguie San- /tesjägec auf den Platz. Knapp vor 5 Uhr erschien das Auto des Reichspräsidenten. Am Haupteingange wur- tzc der Reichspräsident durch die Vizepräsidenten Dr. Haußmann und Loebe und die Schriftführer Neumann- jhofer und Pfeiffw empfangen. Als der Reichspräsi­dent das Haus betrat, erhoben sich die versammelten Mtglieder de^ Reichsrates zur Begrüßung, ebenso bie Nationalversammlung, die sehr stark besetzt war. Nur sie Plätze der Deutsch-Nationalen und der Unabhängi- yit Sozialisten waren leer geblieben. Präsident F e h- ttenbach richtete an den Reichspräsidenten folgende Worte:Hcrr PräsidenI! Ar ikcl42 unserer in Kraft ge­tretenen Rcichsvcrfassung ordnet an, daß Sie den Eid Duf bie Verfassung zu leisten haben. Ich habe zur Pornarme dieser ernsten, feierliche« Handlung diese Sixinig auberaitmf. * Ich bitte das gesamte Haus,' sich hon den Plätzen zu erheben." Nachdem die die Eides- ssrmel enthaltende Urkunde dem Reichspräsidenten Kbergeben worden war, fuhr Präsident Fehrenbach fort: (eure Exzellenz! Ich bitte Sie, den vorgeschriebenen Ud zu leisten." Der Reichspräsident sprach dann die »orgeschriebeue Eidesformel. '

Hierauf richtete Präsident Fehrenbach an den Reichspräsidenten eine Ansprache, in der er u. a. sagte: ,Eie sind aus dem Volke hcroorgegaugeu. Sie werden immer ein treuer Freund des arbeitsamen Volkes sein,

Marburg

Freitaq, 22 Anglist

sähigkeit des Betriebes genau dasselbe Interesse, wie die Unternehmer. Den Betriebsräten steht ein Ein­spruchsrecht lediglich in einer bestimmten Zeit zu. Der Einspruch kann nur auS ganz bestimmten sachlichen Gründen erhoben werden und muß auf die Verhältnisse des Bet.rftbes-Nücksicht nehmen. Soziales Empfinden auch gerade in der Auswahl s-t Personen in den leiten­den Stellen wird verlangt. Das Gleiche gilt für Kün­digungen. Die Arbeiter sollen rechtzeitig davon Kenntnis erhalten. Als Gründe gelten: Rückgang der Aufträge, schlechte Zeit, Verbesserung fc-'t Betri'bseinrichtung. Nur Härten sollen vermieden werden. Eine Anzahl sozial- politisch fortgeschrittener Unternehmer bat feit der Ein­führung des M ithestimmimgIrechteS der Arbeiter gute Erfahrungen gemacht. Die Besorgnis, die Betriebsräte erhielten das volle Recht in alle Dispositionen hinein« ureben, ist nach bem Wortlaut des Gesetzes nicht begrün­det. Gegen das Gesetz ist das heute allgemein ange­wandte Mittel der Drohung gebraucht worden. Arbeit­geber und Groß-Handel toefr*n Bei Annahme des Ge setzcs auswandern. Auf der anderen Seite besteht noch die Gefahr, daß gerade die tüchtigsten und besten Arbeiter auswandern werden. Diese Gefahr ist für uns Benfe so groß wie bi»»«her». Dem Wunsche der höhe­ren Beamten und Angestellten nach besonderen Be­triebsräten kann nicht f!attr-e**5cn werden. Auch den Redakteuren der Tagespreise und den Angehörigen der darstellenden Künste kann ein' Sonderstellung nicht cingeräumt werden. Im gemstnsameu Arbeiten werden die Verhandlungen zur Verbess-rung dcr nicht immer rosigen Stellung der Redakteure geführt werden, vier wäre -^geboten, daß auch die geistigen Arbeiter zur besseren Wahru'rg ihrer Interessen den Weg der Or­ganisation betreten.

Abg. Schneider (Dem.ft Dem Grundgedanken des Entwurfs haben wir bei der Verfassung zugestimint. Der Entwurf nimmt keine oder nur wenige Rücksichten auf die fe außerordentlich vecschi denen wirtschaftlichen Verhält­nisse für Industrie, Handel, Handwerk und Landwirt­schaft. Dadurch werden bei der praktischen Durchführung bedauerliche Hemmungen entstehen. Für die An­gestellten bedeutet die Vorlage eine Verschlechte­rung. Zur Vermeidung von Konflikten muß eine klare Umgrenzung beider Betriebsarupven ,ber Arbeiter und der Angestellten, Platz greifen sowie eine andere Be­messung ihrer Rechte. Ein Einspruchsrecht bei Einstel­lungen könnte leicht zu einer Bedrohung der Freizügig­keit werden. Unbedingt erforderlich ist andererseits das Einspruchsrecht bei Kündigungen. Soll ein Betriebsrat etwas leisten, so bedarf er einer Erfahrung, die eine iabrefonae Vorbildung erfordern. Mit 24 Jahren kann kein Mensch einen tieferen Einblick in die Wirtschafts­ordnung gewonnen haben. Man kann es den Arbeitgebern nicht verdenken, wenn sie sich gegen allzu weite Eingriffe in ihren Betrieb wehren, da sie mit ihrer Per­son und ihrem Vermögen für die Unternehmungen has­ten. Mer sonst ist die Arbeitgeberschaft durchaus bereit, der Arbeitnehmerschaft weitgehendste Aufschüsse über B'- triebsvorgange^zu geben und ihr auch ein Einspruchsrecht zu gewähren.

Abg. Dr. v. D e l b r ü ck (Deuts^nakl.): Das Gesetz ist von der Regierung wr-derholt als ein überaus dringliches bezeichnet worden. Diese Dringlichkeit dürfte aber weniger in sozial-politischen und wirtschasts-politischen als viel­mehr ist rein politischen Opportunitätsrücksichten zu suchen fein. Das beweisen die immer radikaler ge­wordenen Entwürfe. Die Regierung sollte sich hüten, bei dieser Frage gewaltsam von oben Umwälzungen dnrchzu- -ühren ,füt die die augenblicklichen Zustande unseres Wirtschaftslebens so ungeeignet wie nur möglich sind. (Lebhafter Beifall und Zustimmung rechts.) Ich würde es für richtiM halten .wenn man vor allen Din­gen an die durch die Verordnung vom 15. November 1918 regierungsseitig anerkannte Arbeitsgemeinschaft angeknüpft und sie weiter ausgebaut hätte. Im übrigen halte ich den Versuch, alle Arten von Betriebsräten nach ein und der­selben Schablone zu organisieren ,sür falsch und gefähr­lich. Falsch ist cs auch ,daß man dieselben Grundsätze auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit ganz verschiedener Schulung anwendet. Auch das Wahlrecht gibt zu Be­denken Anlaß. Die Mitwirkung der Räte bei Einstellun­gen und Entlassungen geht entwichen zu weit. Die Vetternwittschaft wird infolge des Gesetzes erst recht betrieben werden. (Zustimmung.) Die Einflußnahme der Räte auf die technische und finanzielle Seite der Betriebe wird zu einer Quelle störender Reibungen werden. Solange wir noch mit den Mitteln der kapitalistischen Wittschaftsordnung arbeiten müssen, ist auch die Freiheit des Arbeitgebers notwendig.

Abg. Winnefeld (D.Dot.): Durch dieses Gesetz muß iebe Wirtschastsgrupve erfaßt werden. Keine darf sich zn- rückgeseht fühlen. Der Redner ,bel sich im weiteren den einzelnen Entwurfsbestimmungen zitzvendet, hält das Wählbarkeitsalter von 24 Jahren für bedenklich, ebenso tote das Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte bei Einstellungen und Entlassungen vom Standpunkte der Arbeftcrschast aus. Das Gesetz müßte, um wirklich zu einer gesunden Wohltat zu werden, in allen Einzelheiten nach praktischen Rücksichten durchdacht werden.

Mg. Braß (U. ©.): Die Regierung hat es versäumt, die. Räte zu den festesten Stützpunkten der Revolution zu machen. Mft diesem Gesetzentwurf sind wir nicht einver­standen. Wir verlangen die Selbstverwaltung für Ar­beiter und Angestellte mit der Einheitlichkeit des Ausbaues deS Rätesystems bis zum Reichswittschastsrat mit größeren Rechten für die Räte die ganz gleichberechtigt neben den Unternehmern stehen müssen.

Abg. Dietrich (So;.): Das Gesetz ist ein Fortschritt, bringt aber keine Verwirklichung des Sozialismus. Di- Allmacht der RAe führt nicht zu dem Ziele der Re- oraamkallon der aelamten Volkswirtschaft, der Anpalluna

^7221 bracht haben, da von vier Söhnen, di« Sie unter die

3 erreichen. Aber mit dieser Niederlage waren die Wür- - ftl über Staatsform und Dynastie gefallen. Das soll-

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Reichspräsident Ebert erwiderte u. a.:Das We- mann, fen unserer Verfassung soll vor allem Freiheit fein, Freiheit für alle Volksgenossen. Ich werde immer der

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Sitzung der Nationalversammlung vom 21. August.

Die letzte Sitzung tu Weimar.

Am Regierungstisch: Schlicke und Bell. Vire- präsident Löbe eröffnet die Sitzung um 8Uhr 20Min.

Erster Gegenstand ist ein von Abgeordneten aller Parteien cinnebradjter Antrag, notleidenden Kriegshin­terbliebenen Beihilfen zu gewähren.

Bizepräfident Löbe: Die Regierung ist mit dem von allen Parteien unterstützten Antrag eiunerstanden.

Der Antrag wird einstimmig angenommen.

Es folgt die erste Beratung des Gesetzes über die Betriebsräte.

Reichsarbeitsminister Schl-icke: Das drei Gebiet: behandelnde Gesetz: Arbeitsverfassung, Arbeitsverwaltung und Arbeitsrecht, stellt eine grundlegende Umgestaltung des Wirtschaftslebens dar. Der 9. November warf den Rätegedanken in die öffentliche Diskussion. Ein einheit­licher Rätegedanke ist cigenilich überhaupt'noch nicht vor­handen. Die Regierung hat erklärt .daß sie ein^Rätesvstem mit politischen Aufgaben ablehne, und daß neben dem aus freien Wahlen hervorgehenden Parlament nicht noch ein anderes eingesetzt werden kann, dagegen hat sie sich den Gedanken, die Räte mit wirtschaftlichen und sozialen Ausgaben zu betrauen, zu eigen gemacht und in Artikel 165 der Verfassung festgelegt. Diesem ersten Gesetz werden andere folgen über Ar­beitsräte und Wirtschaftsräte, sodaß in diesem Jahr noch die ganze Räteverfassung festgelegt ist. Die Dringlichkeft dieses Gesetzes ist bedingt durch die Not- wendigkeft, die Wittschaft möglichst schn-ll wieder aufzu­bauen. Voraussetzung für Gemeinschaftsarbeit ist volle Gleichberechtigung der Arbeitnehmer auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet. Weite Kreise der Arbeitgeber hal­ten politische und gesit-liche Gleichberechtigung auf wirt­schaftlichem und sozialem Gebiet für unmöglich. In diesem Sinne sind nach der Veröffentlichung des Ge­setzes Proteste und Warnungen erhoben worden. Dem Widerspruch von rechts steht ein genau so scharfer von links gegenüber. Was jenen zu weit geht, geht diesen nicht weit genug. Diese verlangen die Sozialisierung der Be­triebe, dis aber nicht durch bie Betriebsräte erfolgen kann. Sozialisierung bedeutet Gemeinschaftsarbeit. Ter Wirkungskreis der Betriebsräte ist viel zu eng, um diesen Gedanken zu verwirklichen. Nur eine Stelle mit einem großen wittschasliche» Tätigkeitsgefühl kann das. Die Wittschaftsräte werden sich der Aufgabe vielleicht unter­ziehen können. Den Gckankcn der Mitwirkung der Ar­beiterschaft an den Arbeitsbedingungen, gegen die sich mit aller Schärfe sehr weite Kreise wenden, haben die Gewerkschaften bereits im weiten Maße erkämpft. Solche Kämpfe toerbetk unter dem Betriebsrätegesetz nicht wie­der so scharf auftreten können. Auch ba8 Mitbestim« mungsrecht der Arbefterschast bei der Anstellung neuer Arbeiter ober bei Kündigungen und Entlassungen ist ein Recht, das bereits unter der Demobilmachung bestanden

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deutsches Volk, unser geliebtes deutsches Vaterland, es lebe hoch!"

Inmitten des Präfii'.ams der Nationalversamm­lung trat der Reichspräsident dann an die Brüstung auf dem Altan jtnb hielt an die auf dem Platz vor dem Theater stehende Volksmenge eine Ansprache, in der er u. a. sagte:Zum ersten Male hat heute das Volk sich selbst in Pstichst und Eid genommen; Kein Auftrag von unverantwortlicher S elle, keine Beruf­ung von oben her ist durch meinen Schwur auf die Verfassung bekräftigt worden, sondern in die Hand des ersten Mannes der Volksvertretung habe ich Treue gelobt in dem Amt, das mir diese Volksvertretung anvertraut hat. Ein Volk, gleich und gleichberech- itgt an Haupt und Gliedern; das soll der heutige Tag vor allen Deutschen bezeugen. Keine.neuen willkür­liche, nach Parteigründen zugeschnittene Rechte haben wir in der Verfassung geschaffen, wir sind vielmehr aufs neue vom alten Recht ausgegangen, das ver­schüttet lag, vom Rechte, das mit uns geboren, vom Recht, das dem Volke vorenthalten war und nun vom Volke slbst eerungen und gesichert worden ist. Darum sagen wir mit Ludwig Nhland: Das gute alte Recht, das aller Verfälschungen und Erzwungenheiten» ent­kleidet, ist Allgemeingut und Erbe des Deutschen und soll es bleiben für immer. In.diesem Sinne und Glauben erneuere ich vor Euch den Schwur der Treue zum Volk und zum Volksrecht. Laßt uns zusammen- stehen."

Die Bereidigung der Minister.

tob. Weimar, 21. Aug. Nach der Vereidigung ches Rcichspräsidenten versammelten sich die Rcichs- minister beim Reichspräsidenten, der sie mit folgenden Worten empfing:Nachdem die Verfassung in Kraft getreten und die Bercidigung des Reichspräsidenten stattgefunden hat, haben gemäß Artikel 176 der Ver­fassung auch alle Beamten des Reiches den Eid auf sie abzulegen. Als die ersten Beamten des Reiches bitte ich Sie, in dieser Ehrenpflicht voranzugehen und die Ablegung des Eides hier vorzunehmen,' indem Sie mir nachsprechen:Ich schwöre Treue der Verfassung Gehorsam dem Gesetz und gewissenhafte Erfüllung mei­ner Amtspflichten." Nach der Eidesleistung der Reichs- Minister hielt dcr Reichspräsident eine Ansprache.

IDieOberheffiiche Zeitung" erscheint sechsmal rnöchentlich. Der Bezugspreis beträgt monatlich 1.60 Jt. frei ins Hous; durch die Post 1.75 -Jt. ahne Bestellgeld Verlag non Dr. T. Hitzerath.

Markt 21/23. Fernsprecher 55.

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Zn der Steuergesetzgebung waren wir gezwungen, dem ^olke ungeheuere Lasten aufzuerlegen und noch totitere größere werden folgen^. Die Na- ftonalversainnftung darf sich vor Gott und der Ge- ichichte das Zeugnis ausstellen, daß sie in unermüd- ucher Arbeit und in edler vaterländischer Gesinnung

- «ie ihr gestellte Aufgabe gelöst hat. Sache des teut« Wen Volkes wird cs jetzt sein, den Willen zum Le-

[ kn durch Wahrung von Ruhe und Ordnung, ; unermüdliche A r b ei t und treues Zusammenhal- ; in unserer neugeschaffenen tatsächlichen Ordnung & betätigen. In den Händen des Volkes liegt unser Schicksal, ob wir zu Grunde gehen ober ob wir wenn langsam und unter vielen Ops^kn, zu neuem F Etlichem Gedeihen auserstehen. Wir glauben an dcutsche Botk.

f-., Darauf sprach Abg. v. Pahe"r dem Präsidenten^ ° Mrcnbach den Dank des Hauses für die Führung