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Wem über sei» NimMMM.

Die KriegSgefangenenfrage.

Sitzung der Nationalversammlung vom 12. August.

Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 3 Uhr 20 Min. Bei Erledigung einer Reih« von An­fragen fragt u.a. Abg. v. Gräfe (Deutschnatl.) unter Bezugnahme aus Pressenachrichten, nach denen in eng­lischen und amerikanischen Gefangenenlagern den deutschen Kriegsgesangenen mitgeteilt worden sei, daß ihre beschleunigte Heimkehr nach Deutschland von dxr deutschen Regierung nicht ge- wlln.scht, ja sogar durch die Weigerung der' deutschen Regierung, die Vorbereitungen zum Abtransport in die Wege zu leiten, verhindert werde:Ist die Reichs­regierung bereit, darüber Auskunft zu geben, welche Vor­bereitungen tatsächlich zu einer raschen Rückkehr getrof­fen und namentlich welch« diplomatischen Schritte unter­nommen worden sind, um der weiteren Zurückhaltung der Kriegsgefangenen ein Ende zu machenT

Reichsminister des Aeußern Müller: In einem Teile der Presse ist letzthin die Behauptung-Mfgestellt worben, die Regierung habe nicht alles getotvi wn die schleunige Heimbesorderung der deutschen Kriegsgefange­nen zu ermöglichen. Zur Rechtfertigung hat sich die Presse aus Aeußerungen aus englischen Gefangcninlagern berufen. Die deutsche Regierung kann es vorerst nicht glauben, daß sich derartige osfenkundige^Vntstcllungen der Tatsachen, die da behauptet werden, in offiziellen Be­fehlen und Bekanntmachungen der englischen Lagerbe­hörden befinden. Sie hat daher unverzüglich Schritte unternommen, nm den Sachverhalt zu klären und Ab­hilfe zu schassen. Im übrigen stellt die Regierung fest: Alle Bemühungen bis zum. Beginn der Friedensverhaud- knngen die Heimkehr unserer Kriegsgefangenen zu veran- lasien, sind erfolglos geblieben. Die erste Anerken­nung der selbstverständlichen Pflicht, die Kricgsgefange- nenschast ckicht zur Sklaverei ausarten zu lassen, findet sich in Artikel 214 des Friedcusver- trases. Der Friedensvertrag.tritt aber erst nach der Ratifikation durch drei der gegnerischen Hauptmächte in Kraft, und darauf können die Ententemächte formal ihre Weigerung stützen. Gleichwohl war die deutsche Regie­rung unablässig bemüht, das Los der Gefangenen zu lindern und ihre schleunige Heimschafsung zu ermöglichen. Der Minister gibt dann einen Ueberblick über die wieder­holten Vorstellungen der deutschen Regierung und die in dieser Angelegenheit überreichten Noten und fährt fort: Solange die Hauptkommilfion, die im Friedensvcrtrag vorgesehen ist, ihre Tätigkeit noch nicht ausgenommen hat, ist der Abtransport der Kriegsgefangenen nicht möglich. Die deutsche Abordnung zu dieser Kommission weilt be­reits seit Beginn der Friedensverhandlungcn in Ver­sailles, während die Eutente ihre Vertreter noch nicht ernannt hat. Die Schuld kann unmöMch W'deutsche Regierung treffen. Jetzt- wird von Kreisen, die die Leiden unserer Kriegsgesangenen politisch auszuschlach­ten bestrebt sind, immer wieder behauptet,, die Regie­rung lasse es an dem nötigen Nachdruck fehlen. Mit den Angehörigen der Kriegsgefangenen, mit dem ganzen deutschen Volke weiß sich die Negierung einig in der schärfsten Verurteilung der Zurückhaltung der Kriegsge­sangenen . Aber die Regierung verfügt nicht über die Macht und ntzcht über die Mittel, um di« Leidenszeit der Kriegsgefangenen abkürzen zu können. Die Reichs- regierung wird nach wie vor bestrebt sein, die Kriegsge­fangenen so schnell wie möglich frei zu bekommen. Sic hofft von der Einsicht unserer kriegsgesangenen Lands- leute, daß sie sich nicht von de» Irreführungen der Hetz- presse in den Ländern ihrer Gefangenschaft verführen lassen, solche Ungeheuerlichkeiten zu glauben, als läge der Reichsregierung nichts an ihrer Heimkehr. Es gibt keinen Partei -und keinen Finanzstandpunkt in dieser Frage des Blutes. Dicse Erkenntnis wünscht die Reichsregierung aber auch denen, die sich nicht gescheut haben, partei­politische Agitationen mit dem Leid und dem Schicksal unserer Kriegsgefangenen zu treiben. Politisch« Aus- . schlachtung dieses nationalen, gemeinsam zu tragenden Unglücks weist sie mit Entrüstung von sich Und weiß sich darin einig mit allen Kreisen des Volkes, denen das Schick­sal unseker .Kriegsgefangenen warm unb uneigennützig am Herzen liegt. (Stürmischer Beifall bei den Mehr­heitspa rteien.s

Abg. v. Grae-se (Deutfchnatl.l richtet die Anfrage an den Reichsminister Mueller, wen er damit gemeint hat, tvenn er von Leuten svrach, die diese Frage partei­politisch ausnutzen wollent.

Reichsministcr Mueller: Ich meine damit so scham­lose Blätter wie dieDeutsche Zeitung", die in ihrer Ausgabe vom 6. August solche Behauptungen bringen, und diejenigen Kreise, die sich mit diesen schamlosen Ver­leumdungen identifizieren. (Lebhafter Beisall links, große Unnihe rechts.)

Hieraus folgt die zweite Lesung des Entwurfes eines Zündwarensteuergesetzes. Er wird nach lan­ger Aussprache unter Ablehnung aller Abänderungs- anträge mit geringfügigen Aenderungen in der Ausschuß­fassung «mitgenommen. Das. Spielkart^ngesetz wird in zweiter Lesung ohne Aussprache erledigt. Es folgt dann die erste Beratung der

großen Finanzgesetze.

Präsident Fehrenbach macht Mitteilungen über den Arbeitsplan ber nächsten Tage. Er hofft bei ge­nügender Unterstützung bis zum 20. August lämtsiche Vorlagen erledigen zu können.

Reichsfinanzminister Eczbergcr: Das Haus und das deutsche Volk haben em Recht, mehrere Fragen be­

antwortet zu bekommen. Was ist, was muß und tote wird es werden? Was ist?: Dar größte Finau»« «l e n d, daS die Wey zu sehen bekam. Was werden muß: Baldige Ordnung unseres gesamten Finanzwesens im Reich, in den Ländern und in den Gemeinden. Wie soll es werden? Wir müssen Abschied nehmen, von manchem Alten, Liebgewonnenen, ein wohl durchdachtes Steuer­system aufstellen, einheitlich erfassen alle Steuerquellen; Gerechtigkeit auf der einen, Gewissenhaftigkeit auf der anderen Seite. Nur unter diesen Voraussetzungen ist Hoffnung und Möglichkeit, daß Deutschland erhalten bleibt vor dem schwersten Unglück, dem Staatsbank kerott, der hier einen Volksbankrott bedeuten würde. Der Redner gibt dann einen Ueberblick über die Entwicklung der Finanzlage Deutschlands von 1918 bis 1918. Die ungeheueren Zahlen rufen mehrfach Bewegung und lebhaftesHört, Hört" auf allen Seiten des Hause- hervor. Zwei Forderungen müssen noch erfüllt werden, die finanziell und volkswirtschaftlich von größter Be- beuhtng sind. Wir müssen sofort mit aller Be­schleunigung an die

Schaffung einer oeutschen Handelsflotte Herangehen, fw engster Zusammenarbeit mit ben Personen und Gesellschaften, die hier bis jetzt bahnbrechend waren. Wir müssen sodann und ebenfalls mit größter Beschleu­nigung unseren? Auslanddeutschen mit Reichsvor­schüssen zu Hilje kommen. Schon die nächste Woche wird eine solche Vorlage an die Nationalversammlung bringen. Endlich muß unser Bankenstand erleichtert werden. Das Höchstmaß, das -ein Kriegsjahr an Anleihen aufbrachte, waren 25 Milliarden. ^Dieses Höchstmaß muß jetzt daS Volk Jahr für Jahr aufbringen, um zu gesunden. Von einem Staatsbankrott würden gerade die unter­sten Schichten des Volkes am härtesten betroffen werden. Bei einem vollendeten Staatsbankrott würden gut zwei Drittel deS gesamten Privatvermögens vernichtet, und die gesamte Wirtschastsmaschiirc würde zum Stillstand kommen. Wie grauenvoll die Zustände in Deutsch­land werden würden, ist gar nicht auszumalen. Di« Reform wird kommen, weil sie kommen muß. Dazu gehört auch eint vollkommene Umgestaltung der Steuergesetze im Sinne höchster Gerechtigkeit. Ich werd« nicht ruhen und rasten, um am 1. Oktober einen geordneten Etat vor« zülegen. Ich habe mit den Ressorts schwer darum zu kämpfen, besonders mit den Kriegsministerien. Regie­rring und Parlament haben mit Hochdruck gearbeitet, nm Ordnung in das Chaos der Liquidation des zu- sammengebrochencn Kriegsunternehmens zu bringen. Wir haben mft dem Friedensvertrag sehr schwere Pflichten übernommen, denen wir mit ehrlichem Willen nach« zukommen haben. Zunächst gilt es

die schwebende Schuld zu beseitigen oder herabzumildern. Früher, als sie vielleicht eine Milliarde betrug, bedeutete sie schwere Sorge: heute sind eS 7 6 Milliarden. Durch die Kriegsabgabe, di« Zuwachsstener und das Reichsnotopfer wird die schwe­bende Schuld auf höchstens 46 Milliarden ermäßigt wer­den. Eine Zwangsauleihe wäre jetzt von verhängnisvoller Wirkung für unser Wirtschaftsleben: es bleibt der Weg einer freien Anleihe oder einer Prämien-An- leihe. Jedenfalls waS Menschengeist ersinnen kann, muß geschehen, um die schwebende Schuld herabzumin« dern. Die 46 Milliarden schwebende Schuld machen mir mehr Sorge als die 90 Milliarden Kriegsanleihe. Die Notenpresse in Gang zu setzen, ist kein Weg zur Herabminderung der schwebenden Schuld ,. Gegen die Kapitalslucht müssen Maßregeln ergriffen werden. Durch bte Maßregeln, die noch gegen die Steuerflucht Ergriffen werden, werden übrigens die deutschen Bank­noten, die sich im Auslände befinden, keinerlei Wertver« Minderung erfahren. In jedem Falle werden die Maß­nahmen hart, sehr hart sein. Aber auf diesem Gebiet kann keine Maßnahme scharf genug fein, um das öffentliche Gewissen aufzurütteln und Gerechtigkeit für alle zu schaffen. Die bis jetzt in zweiter Lesung verab­schiedeten Steuergesetze und die noch zu verabschiedend« Erbschaftssteuer werden etwa 8 Milliarden bringen. Es müssen aber 25 Milliarden beschafft werden. Dazu sollen in erster Linie dienen die Einnahmen aus dem Reichsnotopfer, aus der Umsatzsteuer und aus der großen Reichscinkommensteuer. Das wird aber auch noch nickt ausreichen. Deshalb wird ein neuer Weg beschritten werden müllen. Hierher gehört die Er­höhung der Postgebühren. In Vorbereitung ist dann noch ein Gesetz über die

'Besteuerung der Mineralöle.

Ick kann mich damit einverstanden erklären, daß di« Umsatzsteuer erst dann verabschiedet wird, wenn die par­lamentarische Sicherheft besteht, daß die Reichseinkom­mensteuer eine allseitig befriedigende Lösung findet. DaS große Vermögensopfer ist der erste Schrrtt zur Rerchs- finanzresorm. Es ist das eigentlich« Mittel, um den Reichskredit zu heben, gibt den Anlaß zu einer Gene- ralinventur des gesamten Vermögens und ist das brauch­barste Gegenmittel gegen die verhängnisvolle Erscheinung der Kapitalflucht. Wenn die breite Masse sicht, daß bic finanzkräftigen Kreise bis an die Grenzen ihrer Lei­stungsfähigkeit belastet werden, dann wird auch moralisch der Weg frei zu indirekten Steuern. Beseittgen wir di« Ueberfülle der Geldm'ttel, dann wird auch bet Weg wieder frei für die Sen kurpg des Preisniveaus. Dabet ist es selbstverständlich, daß inis Betriebskapital nicht s o stark gekürzt wird, daß der Wiederaufbau des Wirt« schaft-lebcns unmöglich wird. Die Verminderung des flüssigen Geldes wird vor allem auch die Besitz titel wie­der wertvoll machpn und u.a. den Kursstand der Kriegs­anlechen beben.. *£te Vermögensabgabe wird uns auch in dem Bestreben unterstützen, uns die nötige Einfuhr zum Weltmarktpreis zu sichern. Zu den Preisen votz

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Schwere Uebergriffe im besetzten Gebiet.

wb. Berlin, 12. Aug. Tie englischeu und franzö- Uschen Besutzungsttuppei? ließen sich dem Vernehmen nach nette schwere Uebergriffe in dem besetzten Gebiet zu

Die Räiimnng Kurlands.

Wb. Königsberg i. P r 12. Ang. Nordkurland ist bis zur Linie Angern-Zenen-Kauda«-Dnnen-Wor- Uien-Schruuden-Turben von den deutschen Truppen ge- " räumt. _

Wb. Mitau, 12 Aug. Gegenüber den Zweifeln tu: Abtransport der deut säum Truppen auö Kurland wird von unterrichteter Seite festgestellt, daß selbst die lettischen Zeitungen, denen der Abtransport der Deut­schen bisher auch nicht schnell genug ging, jetzt mit Ge- nugtumrg feststellen, daß der Abtransport in einem schnellen Tempo stattsinde.

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drängen. Der Schiffbau gebe in England zurück, während er in Japan und Amerika dauernd wachse.

-».Deutschen Alla. Ztg." zufolge mit. in Lervik in Nor­wegen werde mit Billigung der norwegischen Regierung ein« englische Flotte irhasiS errichtet, von^der s aus die englifdwn Minensucher bte GOÖOO Minen aus- filchen sollen, die gegen die deutschen 11-Boote ousgelegt * 'Tsutben. Bisher' wurden 4590 Minen ausgesischr und ' unschädlich gemacht.

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A",u» it Haupt. -Blaur. Herren. -Nellen, kehr 7'/» m.

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Eine englische Flotteubajis i» Norwegen.

Wb. Berlin, 12. Aug.Daily Expreß" teilt

In Friedest.

Die Frage des Wiederaufbaus RordfraukreichS.

Wb. Berlin, 12. Aug. Heute fand in Weimar eine AabinetiSsitzung unter dem Vorsitz des Ministerpräsi­denten Bauer statt, in der die Kommission für den Wie­deraufbau, bic in Versailles verhandelt hatte, Bericht er­stattete. Die bisher erzielte Annäherung zwischen der deutschen Anschauung und der der Franzosen und die großen Schwierigkeiten, die dem Wiederaufbau noch ent­gegenstehen, wurden eingehend besprochen. Die, Kom- niission fährt nach Berlin, wo in den nächsten Tagen die Einzelbesprechungen fortgesetzt werden.

Die Rückkehr der Gcfaugeuen.

wb. München, 12. Aug. Nach der Korrespondenz Hoffmann teilte die Neichsleiiung auf Ersuchen der bayerischen Negierung, die sofortige Nülllehr der Kriegs­fangenen zu ermöglichen, mit, daß entsprechend dem Standpunkt, Sen die Gegner einnehmen, mit der Rück- kchr der Gefangenen erst ab Mitte September zu rechnen sein werde.

Tie Ablieferung der Handelsflotte.

Hamburg, 12. Aug. Am Sonnabend wurde» xnt der Handelsflotte 114 Schiffe mit einem Gcsaurt-

Rnßlarid.

wb. Vern, 12. Aug. Großfürst Kyrill ver­langte in einer Unterredung mit dem Vertreter des Matin" in Helsingfors die sofortige Unterstützung der anribolschewistischen Armee. Das Land sei am Ende seiner Kraft.

wb. Mitau, 13. Aug. Die Bolschewisten haben den Uebergang über den Luga-Fluß erzwungen. Er­bitterte Kämpfe finden westlich deS Fluffes statt.

- «ütigungen verhaftet und nach Besamen Irans- tzortiert. Nachdem sie zurückgekMrt Ivar, wurde sie von r neuem verhaftet und nach Frankreich verschleppt, t -Beter ihren Verbleib fordert eine Note Ausllürung.

An-mln

Die verlorenen 14 Punkte.

Newyork, 12. Aug. Die Senatskommission für auswärtige Angelegenheiten hat die Delegier­ten zur Friedenskonferenz in eine Art Verhör ge­nommen, um sich über ihre Tätigkeit zu orientieren. Lansing gabdabei zu, daß die vierzehn Punkte Wilsons während der Verhandlungen aus den klugen verloren wurden.

Hamburg eingelroffen. Sie umfaßt etwa

wb. A m ft e r b a m , 12. Aug.Newyork Sun" zu­folge find Präsident Wilson und sein Kabinett fest ent­schlossen, sich durch die Forderungen der Arbeiter nach Verstaatlichung der Eisenbahnen nicht einschüchtern zu kaffen. Sie seien voll bereit, ihr Möglichstes zu tun, nm die Arbeitslöhne mit den Anforderungen des Lebens- vnterhalts mehr in llebereinstimmung zu bringen. Sie fei n jedoch der Ansicht, daß die Forderung nach hohen Löhnen mit der Frage der Verstaatlichung nichts zu tun labe.

»Allgcmeen Handelsblad" meldet aus London, daß ter Milliardär Andrew Carnegie gestorben sei.

Mit dem Gelde dieses amerikanischen Dollarköuigs ist der Haager Friedenspalast erbaut worden. Seit 1914 vehörte Carnegie zu den wütendsten Deutschenhassern.

Die führende Stellung Englands bedroht.

te6. Haag, 12. Aug. LautNieuwe Courant" schreibt Archibald Hurd imDaily Telegraph", aus Lloyds Statistik gehe hervo'., daß die führende Stellung Englands als seefahrende Macht nicht mehr unantast­bar sei. Tie Vereinigtet» Staaten und Japan würden ötoerfellss alle Strati* anfpannen, ukn England zu der-

wb. Wien, 12. Aug. Wie die Blätter melden, wird am Mittwoch die gesamte bewaffnete Macht Wiens eine Kundgebung gegen die monarchischen Bestrebungen und für die Republik in Form einer Dein onst raiionspa rade vor dem Parlament veranstalten. In den Landeshaupt­städten sind ähnlich« Ktlndgebungen vor den Landes­regierungen geplant.

Nach einer Mitteilung des Wiener Korr.-BüroS be­gab sich der Präsident der interalliierten Donaukom­mission gestern von Wien nach Budapest, um die Schiff­fahrt auf der Donau zu organisieren. Sobald die von der Negierung Khun gelegten M ixt e n entfernt sind, wird die Schiffahrt wieder ausgenommen werden.

von 1320 000 Tonnen abgeltesert, darunter 35 der HamburgAmerika-Linie.

Die erste Post aus Amerika.

Berlin, 12. Aug. Tie erste Post ans Amerika

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- wb. M aJ m edh , 12. Aug. Die belgischen Truppen 6 705? Haben heule mittag Malmedy besetzt.

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wb. Budapest, 12. Aug. Gegenüber auslän­dischen Blätterstimmen, die zurar die Wendung in Ungarn als die einzig mögliche Lösung bezeichnet haben, nichtsdestoweniger aber unter dem Gesichts­punkte der republikanischen Demokratie mit einer gewissen Besorgnis ansehen, da sie hinter dem Auf­treten des Erzherzogs Josef als Gouverneur von Ungarn monarchistische Bestrebungen befürchteten, wünscht das Ungarische Kor.-Vüro die wahre Be­deutung des Unternehmens des Erzherzogs Josef durch den Hinweis darauf klarzustellen, daß die vom Erzherzog Josef ernannte Regierung erklärt habe, Erzherzog Josef als Gouverneur von Ungarn anzuerkennen, bis die Nation die Staatsform Un­garns «ruf konstitutionellem Wege festgestellt haben würde. Ferner habe der.Erzherzog im Amtsblatt der Regierung über die Bedentmig seiner NrHyoben als Gouverneur eine amtliche Erklärung abgegeben und auf Befragen erklärt, daß er nicht im Interesse der Monarchie arbeite, sondern in der geradezu trostlosen Läge Ungarns auf von allen Seiten an ihn gelangten Aufforderungen hin die Aufgabe übernommen Habs, bis zur Wahl der Nationalver­sammlung die Tätigkeit zur Rettung des Vaterlan­des zu leiten und die freie unbeeinflußte Willens­äußerung der Nation zu sichern, damit sie auf Grund des allgemeinen Wahlrechts selbst über ihre Staatsform und über ihre Zukunft entscheide. Sobald die Nationalversammlung zusammentrete, ss».seine Tätigkeit von selbst zu Ende. ^Die Entschei­dung der Nationalversammlung werde allen heilig sein.

wb. Budapest, 12. Aüg. Der Verweser Un- gaius, Erzherzog Josef, forderte nach Besprechun­gen mit den politischen Parieifiihrer» diese auf, -einen Entwirrungsplan auszuarbeiten. Der Aufforderung Folge leistend, traten die Parteifüh­rer zu einer Beratung zusammen.

Kriegsminister Shnctzer erläßt einen Aufruf zur Organisierung - eines Nationalheeres, das von gesundem Geiste durchdrungen sein müsse. Aus diesem Grunde wird den Soldaten das Po­litisieren untersagt und das vor der Ok­toberrevolution gültige Dienstreglement wieder eingesetzt.

IDleOberhessiscke Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Der Bezugspreis beträgt monatlich 1.60 Jt. frei ins Haus; durch die Post 1.75 -J>. ohne Bestellgeld. Verlag von Dr. C. Hitzerath.

Markt 21/28. Fernsprecher 55.

Schulden kommen. Ter Polizist Heister wurde in NciS- T^.holz (bei Düsseldorf) ohne Grund erschossen. Eine , Brschwerdenote mit der. Forderung auf Untersuchung ist - abgc gangen. Frau Angs, die Gattin eines deutschen fc Ingenieurs, eine geborene Französin, wurde unter Te-

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wb. Wien . 12. Aug. Wie dir Blätter melden, wird von zuständiger Seite erklärt, daß von fran- -ösischer Seite kein wie auch immer gearteter Schritt gemacht wurde oder gemacht werden wird, zur Wiederausrichtung der Monarchie in Ungarn oder Oesterreich. ,

Wien, 13. Ang. Wie verlautet, hat die rumänische Regierung beschloßen, für den Fall, daß sich in Ungarn eine endgültige Regierung bilden würde, ihre Truppen hinter die am 13. November festgesetzte Demarkations­linie z u r 'ü ckL u z i e h e n.

Di« Unterschlagungen der Räteminister. . .

Wien, 11. Aug. Wie aus Budapest gemeldet wird, hat die g"gen die bolschewistischen Führer eingeleitete Untersuchung ergeben, daß die leitenben Männer der Kommunisten ihre Macht zu schweren Eigentumsver­gehen mißbraucht haben. In der Wohnung Bela Khuns wurden für 18 0 0 0 0 Kronen in Gold eiitge­rn a u e r t gefunden, der durch Selbstmord aps dem Leben geschiedene Volksöeauitragte Szamnelh hatte so­gar sieben Kisten mit Gold und Silber­geräten in sicherem Gewahrsam versteckt. *

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