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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberheffen

,Oberhessische Zeit»»«" erscheint sechsmal wöchentlich. Der

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Nenkl Msch«u>W in Ungarn

WNW Ms Mnemrln Im KmkMnk mit dr« MrnWrn.

Marburg

Freitag, 8. August

Die Fräste der Schuld am Kriegsausbruch,

verschwundene Akten Bei der Witwe und de«

Sekretär Eisner» gefunden!

wb. Berlin, 7. Aug. Die deutsche Vierer- kommisfion, bestehend aus den Professoren Han- Delbrück, Mendelssohn-Bartholdy, Graf Montgelas und Max Weber, die den Bericht über die Verant­wortlichkeit am Kriegsausbruch verfaßt hat, ver­öffentlicht folgende Erklärung:

Bei der Abfassung des Berichts über die Ver­antwortlichkeit am Kriegsausbruch war der deut­schen Viererkommisfion nur bekannt, daß der Bericht des bayerischen Legationsrates v. Schoen vom 18. Juli 1914 in der damals vorliegnden Fassung meh­rere Irrtümer enthielt. Aus den inzwischen von Schoen in der putschen Allgemeinen Zeitung" vom 2. August veröffentlichten Aufklärungen geht hervor, daß die irrtümliche Darstellung des Berichts als dessen Verfasser unrichtigerweise der vom 4. Juli bis 26. Juli beurlaubt von Berlin abwesende bayerische Gesandte Graf Lerchenfeld bezeichnet war, darauf zurückzuführen ist, daß wesentliche Stellen des Berichts weggelassen waren. Diese Stellen beweisen nuerlich, daß die Reichsleitung den Krieg niKt gervsllt uob je»

auch das Original aus dem Archiv des Münchener Ministeriums des Aeußern verschwunden wa­ren. Erst durch HaussuchungbetderWitw« Eisner» und den früheren Sekretär Eisners, Fechenbach, wurden st« wieder zu Tage gefö.« Bert. Die Unterzeichneten ersuchen die Reichsregie­rung, bei Neuausgabe des Weißbuches 1919 di« vorstehende Erklärung abdrucken zu lassen.

Das neue Kabinett.

wb. Budapest, 7. Aug. Nach einer Meldung des Ung. Korr.-Büros wurde in Budapest heut» eine Kundgebung des Erzherzogs Josef angeschla­gen, in der es u. a. heißt: Es droht eine Kata­strophe, wenn die ungarische Intelligenz nicht ver­eint mit der nüchternen Arbeiterschaft und dem ackerbauenden Volke mit starker Hand Ordnung schafft. ' . '

Weiter gibt die Veröffentlichung das vor­läufige Kabinett bekannt mit dem frühere» Staatssekretär für Heerwesen Stefan Friedrich als Ministerpräsidenten. Inneres hat Adostf S a m a ss a, Aeußeres General Gabr. T a u c z o S, Kultus und Unterricht Dr. Alexander Imre, Krieg General S ch m e tz e r, Handel und Gewerbe interimistisch Stef. Friedrich, Finanzen Dr« Johann ®tuen, Volkshygiene Dr. A. 6|tt< lery, Ernährung: einstweilen unbesetzt.

In einigen Tagen soll eine Uebergangs- regierung nach Anhörung der Bürgerschaft, des ackerbauenden Volke» und der Arbeiterschaft ge­bildet werden.

In der Presse und in politischen Kreisen wird die Einsetzung Erzherzog Josefs zum Rnchsverweser (er hat den Aufruf mitFeldmarschall Erzherzog Josefs unter­zeichnet) als der Beginn einer monarchischen Lösung angesehen. DerVorwärts" spricht von einer Gegen­revolution. Die verbrecherische Politik der Ratediktatur habe diese Entwickelung herbeigeführt. Diese Tatsache solle zu denken geben, denn sie könne eine Parallele sin- den, die auf Deutschland übertragen werden könnte, falls in ihm jemals die Räterepublik Regierungsform würbe.

M MMte mm die MrnSnen.

wb. Pa r i s, 7. Aug. Nach Blättermeldungen hat der Oberste Rat die Waffenstillstandsbedingun­gen, die Ungarn durch Rumänien auferlegt wor- den sind und die die tschecho-slowakischen, südslawi­schen und italienischen Rechte verletzen, zu hart befunden und zur Mäßigung geraten. Nach der gestrigen Sitzung des Obersten Rates hat Cl6« menceau nach Bukarest gedrahtet, daß sich Rumä­nien an die Waffenstillstandsbedingungen der Verbündeten halten müsse.

wb. Wien, 8. Aug. DieWiener Stimmen­erfahren, daß die Nachricht von dem Beschluß de» Obersten Rates in Paris, die nach Budapest ge­sandte Mission von Generalen mit dem Oberbefehl über sämtliche in Ungarn besindlichen verbündete» Streitkräfte'zu betrauen, in politischen und mili­tärischen Kreisen der Rumänen sehr verstim­mend gewirkt habe. Der Besuch König Ferdi­nands in Budapest werde unterbleiben und der rumänische Oberbefehlshaber zurücktreten. Der größte ^eil der" rumänischen Besatzungskräfte solle in den nächsten Tagen aus Budapest zurück« gewiesen werden.

trieben, sondern von Anfang an auf die Lokali­sierung de, Konflikts zwischen Oesterreich und Serbien hingearbelet hat und ernstlich bestrebt wars alle Anlässe zu einem europäischen Kriege auszu« schalten. Zur Begründung der außerordentlichen Verspätung dieser Auftlärung teilt Schoen mit, daß bei Nachforschung nach seinem Bericht sowohl das Konzept aus den Berliner Eefandtschaftsakten als

Diese von den in Betracht kommenden maß­gebenden Männern als zutreffend erklärte Dar­stellung bestätigt, daß von einem englischen Frie­densangebot gar keine Rede sein kann und daß auch eine Geneigtheit Englands, einen wirk­lichen Verständigungsfrieden zu schließen, nicht bestanden hat. Die belgische Frage hätte deutscher­seits kein Hindernis für den Frieden gebildet, da der Kaiser im Sinne des Reichskanzlers Michaelis entschied, der zur Wiederherstellung Bilgiens bereit war. Da-Dr.'Michaelis die ganze Angelegenheit in engem Einverständnis mit dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes v. Kühlmann behan­delte, der sich des Vertrauens der Reichs­tagsmehrheit erfreute, so müßten sich die Angriffe der fetzigen Regierung und der Parteien, auf die sie sich stützt,, auf die damalige Regierung und die damals angeblich herrschendenAlldeut- schen" a u ch gegen Herrn v. Kühlmann richten. Im übrigen ist in den letzten Tagen von amtlicher eng­lischer und maßgebender französischer Seite fest- gestellt wurde", daß "n --ncm Friedensangebot nicht gesprochen werden kann und daß die Frie­densbedingungen damals dieselben gewesen wären wie die jetzigen. Angesichts dieser Tatsachen ist es ein starkes Stück, wenn jetzt das Wolff- Bürovon zuständiger Seite" eine Auslassung ver­breitet, daßdis deutsche Regierung unter dem Einfluß der Obersten Heeresleitung und der hinter ihr stehenden alldeutschen Kreise die Friedensmög­lichkeit verscherzt" habe, weil sie eine Erklärung über Belgien nicht abgegeben habe.

wb. W i e n, 7. Äug. Die Blätter melden aus Buda­pest weitere Gewalttätigkeiten der rumfim?.t:cn Besatzungstruppen. Gestern nachmittag versuch en mehrere rumänische Abteilungen von der Czcperer Waffen- und Munitionsfabrik'Besitz zu ergreif'». Die Arbeiterschaft setzte sich zur Wehr. Nach kurzem sieuer- gefecht, worin bie Rumänen Sieger blieben, besetzte» diese die Fabrik.

wb. Budapest, 7. Aug. Entsprechend eintr Ver­ordnung des Ministerrats nahmen in Budapest und auch im ganzen Lande die von der Näteregierung zur Tis- positton gestellten justiziellen Beamten ihre Tättgkeit wie­der auf. Jnf^ge einer Weisung deS rumänis.che» Militärkommandos fordert der Oberstadthaupttnan» sämtliche Budapester Kaufleute auf, all Zeichen de» Wiederkehr des normalen Lebens ihre Geschäfte unver­züglich zu öffnen. Der Befehle^abec der rumänischen Truppen habe Verfügung getroffen, daß Leben»nttt«i und öffentliche Bedarfsartikel in genügender IReafli hierher gebracht werden, sodaß in dieser Hmfichk

Bauer veröffentlichte Briefwechsel zwischen mir und Hindenburg vom 12. und 15. September 1917, der übrigens in der amtlichen Wiedergabe um die für das Verständnis wichtigen Schlußsätze meines Schreibens gekürzt ist, änderte an diesem Sachver­halt nichts. Es handelte sich bei den militärischen Wünschen ebenso wie bei den wirtschaftlichen Wün­schen hinsichtlich Belgiens nicht um Vorbe­halte, die gegenüber England gemacht wurden, sondern um Ziele, die in den Verhandlungen mit Belgien selbst angestrebt werden sollten. Die dem Briefe des Feldmarschalls beigefügte Denk­schrift Ludendorffs vom 14. September 1917 hatte ohnedies nur den Zweck der schriftlichen Nieder­legung seiner im Kronrat gemachten Ausführungen, wie das auch aus ihren Eingangsworten deutlich hervorgeht. Die Aktion des neutralen Vertrauens­mannes ist durch diese Dinge in keinerWeise eingeengt oder erschwert worden. Sie führte jedoch schließlich zu einem durchaus nega­tiven Ergebnis: Stellte sich doch heraus, daß auf der von der deutschen politischen Leitung umschrie­benen Grundlage, die durchaus der Reichstagsrefo- lution vom 19. Juli 1917 entfprach, bei der bri­tischen Regierung keinerlei Geneigtheit zu Friedensverhandlungen bestand. Daraus ergab sich, daß der Kardinalstaatssekretär und der Apostolische Nuntius in München der Mit­teilung des englischen Auswärtigen Amtes und des britischen Gesandten beim Vatikan eine dieser Mit­teilung nicht zukommende Bedeutung beigelegt hatten.

Hieran schließt sich folgende Erklärung an: Die Unterzeichneten bestätigen, daß die obige Darstel­lung, soweit sich die Dinge unter ihrer Mitwirkung und mit ihrer Kentnis abspielten, in allen Punkten den tatsächlichen Vorgängen entspricht, (gez.): v. Hindenbu r g, (gez.) Ludendorff, (gez.): H e l f f e r i ch.

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Wir meldeten gestern bereit» den Rücktritt des erst vor einigen Tagen gebildeten ungarischen sozialistischen Kabinett» P e i d l. Die außerordent- Uch zerfahrenen Verhältnisse, die durch die Be­setzung Budapests durch die Rumänen und deren unerhörte Forderungen noch ernster geworden waren, haben nun im Einverständnis mit den Ver­bündeten zur Bildung eines neuen Kabinetts ge­führt unter der Oberleitung vbe» Erzherzogs I ofefs, der sich von jeher in Ungarn großer Sym­pathien erfreute. Als Ende Oktober 1918 das Ka­binett Wekerle ins Wanken geriet, hatte sich Erz­herzog Josef vor der Uebergabe der Regierungs- gefchäste an Michael Karolyi vergeblich bemüht, eine Regierung des Grafen Hadik zu bilden, die alle Parteien des Abgeordnetenhauses einschließlich der in diesem noch nicht vertretenen Sozialdemo­kraten umfassen sollte. Als Ungarn dann die repu­blikanische Staatsform wählte, leistete ihrJosef Habsburg" mit seinem Sohne Jole^ Franz am 16. November den Treueid. Er bot der Republik als Bürger und General seine Dienste an, von denen diese aber keinen Gebrauch gemacht hat.

Ueber den neuen Umschwung wird gemeldet:

wb. B u d a p e st, 7. Aug. Gestern abend 7 Uh c erschienen im Ministerpräfldium General Schmetze?, Polizeioberinspektor Wolkenberg, der frühere Se­kretär des Nationalrates Dr. Fritz und der gewesene Sektionschef im ungarischen Kriegsministerium Franz Seildery und forderten die eben zur Bera­tung versammelten Minister auf, abzudanken mit der Begründung, daß die Regierung n i ch t die Gesamtheit der Nation vertrete. Nach einer kurzen Beratung beschloß die Regierung, zurückzutretrn Die Ententemission übertrug die oberste Gewalt dem Erzherzog Josef, der den gewesenen Chef im Kriegsministerium Stephan Friedrich zum Ministerpräsidenten ernannte.

wb. B ud a p e st, 7. Aug. Sonderausgaben der Blätter melden: Sämtliche ordnungsliebenden Organisationen sowie die Beamten aller Mini­sterien hielten gestern Konferenzen ab, in denen die Lage besprochen wurde. Dabei wurde erklärt, daß der gänzlj,che Zusammenbruch Un­garns unvermeidlich sei, wenn sich nicht je­mand finde, der es in zwölfter Stunde rette. Darauf begab sich eine größere militärische Abord­nung nach Alosuth zu Erzherzog Josef und ersuchte ihn, die Lösung der Lage in die Hand zu nehmen. Nachdem der Erzherzog seine Bereitwillig­keit erklärt und in Budapest mit der Ententemission verhandelt hatte, wurde zunächst die frühere Staatspolizei versammelt und eine Freiwilligen­truppe von etwa 8000 Bewaffneten bereitgestellt. Eine Abordnung führte die Abdankung der bis­herigen Minister herbei, die vorübergehend ih Ge­wahrsam genommen, später aber wieder frei- gelassen wurden. Der Regierungswechsel vollzog sich in größter Ruhe und ohne Zwischenfall. Der kommandierende rumänische General, der Unruhen befürchtete, hatte für die rumänische Garnison Be­reitschaft befohlen. Sämtliche Missionsleiter ver­sicherten die neue Regierung ihrer wärmsten Unter­stützung. Erzherzog Josef wird im Laufe des heu­tigen Tages sein Palais in Ofen beziehen.

wb. Wien, 8. Aug. DieWiener Al!g. Zig." erfährt zur Berufung des Erzherzogs Josef, daß die englische Regierung zuerst mit dem früheren Kaiser Karl verhandelt habe. Dieser habe je­doch a b g e l e h n t, da es ihn nicht nach Herrscher- rechten gelüste, da es ihm trotz seiner Absichten nicht gelungen sei, den Zusammenbruch der Monarchie zu verhüten. Auch könnte er sich nur schwer damit ab­finden, als ehemaliger Kaiser und König nur mehr Verweser Ungarns zu sein. Darauf seien von der englischen Regierung Verhandlungen angeknüpft worden, die die Betrauung des Erzherzogs von Hohenberg, des Sohnes des Erzherzogs Franz Ferdinand, mit der höchsten Macht im ungarischen Staate zum Ziele hatten. Aber auch diese feien er­gebnislos geblieben, worauf dann die Berufung Se»

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1,50.4. Jeder Rabatt gilt al, Barrabatt. Bet «nsk. b. bi« «eichäftssi. n. Ver- 1Q1Q mittig, b.lxgtb. 26 . Sonbergebihr.Posts checkt.: Kr. 6016 Amt Frarits. a. M. 1919

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. Eine authentische Darstellung.

B e r 11 n, 7. Aug. Ueber den englischen Frie­densfühler veröffentlicht dieVosfische Zeitung" eine ihr von dem früheren Reichskanzler Micha­elis nach einer Besprechung mit Vertretern der früheren Obersten Heeresleitung und dem früheren Etaatsminister Helff er ich und in Gemeinschaft jrit diesen gegebene Darstellung, die in ihrem sach­lichen Teil lautet:

Am 5. September 1917 ging in Berlin ein Schreiben des apostolischen Nuntius in München an den Reichskanzler ein, das auf Grund einer in Ab­drift beiliegenden Mitteilung der britischen Regie­rung an den britischen Gesandten beim Vatikan der kaiserlichen Regierung eine Erklärung über ihre Absichten bezüglich Belgiens nahelegte und dabei lleberzengung des Kardinal-Staatssekretäre -Wssprach, daß durch eine befriedigende Erklärung ein bedeutender Schtitt zu weiterer Entwicklung -er Verhandlungen gemacht mürbe. Ich war mit dem damaligen Staatssekretär des Auswärtigen ». K ü h l m a nn , mit dem ich alsbald das Schrei- den des Nuntius eingehend besprach, der Meinung, chstz, angesichts der begleitenden Kommentare des Mrdinal-Staatssekretärs, zwar die starke Mög­lichkeit eines englischen ernsthaften Friedensfüh- Ulers vorliege, daß jedoch aus dem vom Nuntius mit- Meteilten Text der Mitteilung des englischen Aus­wärtigen Amtes an den britischen Gesandten beim WLütikan sich nicht mit der für die Abgabe der ge- kvunschten Erklärung über Belgien erforderlichen Sicherheit die Ernsthaftigkeit der englischen Bereitschaft ergebe, auf einer für Deutschland im übrigen annehmbaren Grundlage in. Friedensver- handlungen einzutreten. Deshalb vereinbarte ich TRtt Kühlmann, daß zunächst durch einen von K'Hl- tnann vorgeschlagenen neutralen Diploma­ten die englische Regierung auf ihre Bereitschaft sondiert werden sollte. Um der politischen Lü­tzing für diese Aktion die nötige'Bewegungsfreiheit zu sichern, erschien mir eine für alle Instanzen bin- sdende'Entscheidung des Kaisers erfor- -berlich. Diese Entscheidung holte ich in dem am 41. September 1917 im Schloß Bellevue zu Berlin Gattgehabten K r o n r a't ein. Mit dem Staats- Wkretär des Auswärtigen war ich der Ansicht, daß kber Schritt des Münchener Nuntius vorsichtigste, Wdiskreteste Behandlung erfordere Es wurde des- Mh»lb sowohl den Ministern und Staatssekretären, nie auch den Herren von der Obersten Heereslei- Wtzmg und der Marine nur die Tatsache mitgeteilt, Maß von neutraler Seite beim Reichskanzler ein unternommen worden sei, der auf einen Mglischen Friedensfühler schließen lasse und daß die ! Wiederherstellung der territorialen Integrität Sei« Vens als Voraussetzung für das Betreten dieses Weges bezeichnet werde. Dagegen wurde weder im Kronrat noch in den vorher und nachher siattgehabten Besprechungen eine Mitteilung über den Weg gemacht, auf dem die Angelegenheit c n bi« politische Leitung gelangt war, noch auch über dw Weg, auf dem die Angelegenheit weiter ver- folgt werden sollte. Im Kronrat vom 11. Septem­der beantragte ich mit Unterstützung des Staats- HtetSrs des Auswärtigen die kaiserliche Ermäch- tifiung, gegebenenfalls erklären zu dürfen, daß Deutschland zur Wiederherstellung der territorialen Ätegritüt unv Souveränität Belgiens bereit ht Nachdem der Kaiser die Vertreter der Armee *nd Marine aufgefordert hatte, ihre Ansichten über die für die Beurteilung der Frage in Betracht kom­menden militärischen und maritimen Gesichtspunkte vorzutragen, sprach sich der Chef des Admiralstabes dafür aus, daß die f l a n d r i s ch e K ü st e in beut« w Hanb bleiben müsse. Die Vertreter der Ober­en Heeresleitung legten die militärischen Gründe *r, bie in Rücksicht auf die exponierte Lage des für 2* Kriegführung durch seine kriegswirtschaftlichen Erzeugnisse unentbehrlichen rheinisch-Mstfälischen Industriegebietes und die spätere Verteidigungs- Möglichkeit des Reiches bie militärische Kontrolle «bcr bie F e stu.n g Lüttich unb Umgebung er« .Wünscht erscheinen ließen. Der Kaiser ent- h>teb im Sinne meines Antrages, mit dku, Vorbehalt einer erneuten Prüfung, falls Verzicht auf Belgien nicht bis zum Jahresenbe Sri eben sichern und so einen neuen Kriegswin- ersparen sollte. Auf dieser Grundlage beauf­lage ich den Staatssekretär des Auswärtigen, fei. Au neutralen Vertrauensmann ^Zu instruieren. Dem neutralen Vertrauensmann wurde in meinem .Mtrage weiter eröffnet, unsererseits sei $o r « s setzung für Verhandlungen mit England: Erhaltung unseres Besitzstandes vor dem Kriege schließlich der Kolonien, Verzicht auf Entschäbi- ^gen, Abstandnahme von einem Wirtschaftskriege dem Krieg. Der vom Reichsministerpräfibenten