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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Obrrheffm

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senfrüchle und 125 Gramm Auslands-Speck Konservenfleisch und zwar zu den festgesetzten billigten Preisen erhalten.

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t.Echo de Paris" glaubt ferner zu wissen, daß wegen der Kundgebungen vom 16. Juni anlätz- der Abreise der Friedensabordnung von Ber- illes gemaßregelte Präfekt Chaleil in aller Kürze über in sein Amt eingesetzt werde.

Der Friedensausschutz der Kammer hörte em den Schluß des Berichts des Abg. Dubois i die finanziellen Klauseln des Friedensvrr- es. Der Berichterstatter vertrat die Ansicht, man von Deutschland eine größere Koh- nabgabe hätte verlangen können, denn das $ bas beste Geld, mit dem Deutschland zahlen Man dürfe außerdem den deutschen Kohlen­eis nicht auf der Basis des Preises der englischen kohle berechnen, weil dadurch Deutschland einen rtrieben hohen Preis erhalte. Die Engländer Wen sich dazu verstehen, ihre Preise einer Revi- zu unterziehen. Bei Verteilung der Entschädi-

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Sonnabend, 26. Juli

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>entli4Mxn Botschaft in Paris übersiedeln. Freiherr >e,,!mg ».geisner hat zu diesem Zwecke bereits eine kestchtigung vorgenommen. Mer deutsche Dele- gierte, die beauftragt find, die in den besetzten Ee- r vo --*en beschlagnahmten Werte wieder nach Frank-

ich zu schaffen, haben sich bereits dort eingerichtet, wb. Versailles, 25. Juli. Der Sonder­ichterstatter desEcho de Paris" in Washington ldet, Wilson habe Japan aufgefordert, ein ntliches Versprechen hinsichtlich der R ü ck - abe von Sch antun g zu geben, habe aber jetzt noch keine Antwort erhalten.

wb. Paris, 25. Juli. (Havas.) LautEx- or" ist der Friedensvertrag mit Bulgarien abgeschloffen. Bulgarien soll eine Entschädi- von etwa einer Milliarde bezahlen, wovon 1 größte Teil den Rumänen und Serben, der Rest n Griechen zufallen soll.

Deutschlands Kolonialpolitik.

»b. B e r l i n, 25. Juli. In seiner jüngsten Se- rede erklärte Präsident Wilson nach den bisher be- «lt gewordenen Auszügen, die Kolonien seien tfchland genommen worden, weil es sie lediglich als beutungsobjekt benutzt Hütte. Von hervorragens »fener Stelle wird dazu erklärt: Jeder Kolontal- itiker in Deutschland wie im neutralen und fetnd- « Ausland weiß, daß diese Behauptung unwahr ist.

gierungen die Innehaltung ihrer übernommenen Verpflichtungen zu erzwingen."

* *

Der Reichsernährungsminister hat bestimmt, daß die jetzt heimkehrenden Kriegsgefangenen von den Kommunalverbänden, von denen sie zum ersten Male in die ordentliche Lebensmittelversorgung ausgenommen werden, Sonderzulagen an Lebens­mitteln erhalten. Die Kriegsgefangenen werden während der ersten sechs Wochen nach ihrer Heim­kehr neben den allgemeinen Rationen wöchentlich 1 Pfund Brot, 50 Gramm Fett, 250 Gramm Hül­

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'pitulatton damals dem deutschen Volke als einen Waffenstillstand frisierte. Wäre damals $>em deut­schen Volke zum Bewußtsein gekommen, daß es seine Waffen auslieferte, so hätte das etwas Aehn- liches hervorgerufen, wie am 12. Mai, als alle Par­teien und die Regierung erklärten, daß ein Volk seine Ehre nicht preisgeben dürfe. Was am 12. Mai nur Rede war, wäre am Anfang November noch eine Tat gewesen. Aber dann wäre es aus mit dem Erfolge der Revolution gewest. Nur ein einiges Volk hätte diese Tat vollbringen können. Eine ehrliche Demokratie hätte unserem Volke die Entscheidung überlassen, anstatt ihm mit dem Gaukelspiel des Waffenstillstandes zu kommen. Hart auf den Tisch schlagend, hat Herr Erzberger als erster das gemacht. Der Redner führt dann eine Anzahl sozialdemokratischer Aeußerungen an, daß die Politik des Reichstags seit dem November 1917 nicht unter dem Einfluß der Alldeutschen stand. Und jetzt sollen die Alldeutschen die Träger der Politik vor dem 10. November 1918 gewesen sein? Das heißt Sand in die Augen des deutschen Volkes streuen. (Andauernder Beifall rechts und Widerspruch links.) Aber der s ch l i m m st e aller Annektionisten (der Redner blickt auf den Minister Erzberger; langandauernde starke Heiterkeit). Der Redner legt das bekannte Annek­tionsprogramm des Ministers Erzberger aus dem November 1914 dar und fährt fort: Dieses Annek­tionsprogramm können Sie nicht ableugnen. So sehen die Annektionisten aus, die Sie uns heute auf einmal in die Schuhe schieben wollen. Ich zweifle nicht, daß Herr Erzberger hernach allerlei vorlegen wird, was die Annektionslust der all­deutschen Kreise in der obersten Heeresleitung be­weisen soll. (Minister Erzberger: Allerdings.) Ich bin überzeugt, daß es Ihrer Geschicklichkeit und Ge­wandtheit gelingen wird, durch irgendwelche Ent­hüllungen sich hier im Hause eine Begeisterungs- atmosphäre zu schaffen. Ich halte aber den Nach­weis für erbracht, daß der Minister ihm bekannt gewordene Geheimnisse in einer so schwer schädigenden Weise für das deutsche Volk verwandt hat, daß er unmöglich noch Vertrauen finden kann. Wenn er auch nicht im feindlichen Solde ge­handelt hat, so hat er doch so gehandelt, als ob er im feindlichen Solde gestanden matte. (Langanhal­tende Unterbrechungen.) Der Redner spricht unter andauernder großer Unruhe und Schlutzrufen aus dem Hause weiter: Was hören wir in der Rede des Ministerpräsidenten? Das arme unfHutld^e Belgien spielt die erste Rolle in seinen Dar­legungen. Werktätige Liebe soll unsere Revanche gegen Frankreich sein? Von den Brutalitäten w:rg er kein Wort zu sagen. Als höchstes Ziel unserer auswärtigen Politik bezeichnet er unseren Eintritt in den Völkerbund. Hat er gar kein Gefühl dafür, wie solche demütigenden Freundlichkeiten und Unter­würfigkeiten auf das Ausland wirken müffen? Die Quittungen, die wir daraufhin von unseren Geg­nern erhalten haben, sind so beschämend, daß ich Bedenken trage, auch nur ein Zitat davon vorzu­lesen? Und wie die äußere, so ist auch die i n n e r e Politik der Revolutinsregierung völlig zusammengebrochen. Das ab­gedroschene WortFreie Bahn dem Tüchtigen!" hat sich schon lange verwandelt in das Wort:;Freie Bahn dem Eesinnungstüchtigen ran an die Futterkrippe!" (Große Unruhe und Lärm bei den Sozialdemokraten. Beifall rechts.) Den wilden Treibereien sieht hie Regierung vollkommen hilflos zu. Jetzt kommt sie mit der Sozialisierungs­politik und mit einer Steuerpolitik, die einfach eine Bermögenskonfiskation bedeutet. Trotzdem wird man um den Staatsbankerott nicht herumkommen; die beiden Amtsvorgänger des Herrn Erzberger haben das beizeiten eingesehen. Wir wollen aber der Regierung unser Miß­trauen in aller Form aussprechen! Im Lande sehnt man sich trotz aller seiner Mängel nach den Zuständen unter dem alten System zurück! Wir sprechen der jetzigen Regierung mit allen Gründen unser Mißtrauen aus. Wir wissen, daß wir damit eine weitgehende Resonanz im deutschen Volke außerhalb dieses Hauses finden werden! Die Mehrheit des Hauses kann uns im Augenblick von fruchtbarer Arbeit zurückd'.ängen .aber nach den Worten des Dichters ist es ein Genuß, einer Min­derheit anzugehören, die die W a h r h e i t vertritt!

Reichsfinanzminister Erzberger: Ist das alles? Das ist die einzige Frage, die ich an den Vorredner zu richten habe. (Heiterkeit.) So viel Anllagen in Ber­lin und hier und fo schwach begründet wie in einer öffentlichen Agitationsrede! (Sehr richtig!) Wir neh­men den Kampf auf und wollen ihn gegen die Partei des Vorredners mit aller Entschiedenheit und Rück­sichtslosigkeit führen im Interesse des deutschen Volkes. (Lebhafter Beifall links und im Zentrum.) Di« Wiederkehr der deutschnaticnalen Elemente würde den Ruiu der deutschen Vaterlandes für alle Zukunft be­deut«». SSaeai denn biz Nsvember herrsche Zeiten

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In Stitien.

wb. Versailles, 25. Juli.Echo de Paris'

crletzullg f " DieOberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Der Bezug,prei» beträgt monatlich 1.60 X. frei in» Han»; durch die Paß 1.75 X. obste Bestellgeld. Verl-, »an Dr.. Hitzoroth.

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Nachmittagssitzung der Nationalversammlung vom 25. Juli.

Vizepräsident Dietrich eröffnet die Sitzung um 3 Uhr 40Min.

Abg. Fran Dr. Bäumer (Dem.): An dem vom Ministerpräsidenten entwickelten Programm werden wir im Rahmen unserer demokratischen und politischen Ueberzengung mitarbeiten. Dabei stehen wir in ent­schlossener Treue zu deutscher Art und Gesinnung lehnen aber eine Gewaltpolitik entschieden ab. Der Völkerbund hat für uns nur Wert auf der Grundlage der Gleichberechtigung des deutschen Volkes. Die Ok­kupation deutscher Gebiete muß sobald als möglich ab­geschafft werden, da sie nur neue Reibungsmöglich­keiten, die zum bewaffneten Zusammenstoß führen kön­nen, bietet. Wir lehnen uns auch gegen die Auf­ladung der Kriegsschuld. Wir verlangen, daß der von uns bereits aufgeworfene Gedanke eines internatio­nalen Schiedsgerichts über die Schuldfrage noch ein­mal erörtert wird. Eine Revanchepolitik lehnen wir ab. Dem für die innere Politik aufgestellten Regie­rungsprogramm stimmen wir durchweg zu. Die not­wendigen Maßnahmen für unseren finanziellen Wie­deraufbau dürfen nicht zur Absaugung des Produk­tionskapitals führen. Unser ganzes Wirtschaftspro­gramm dient dem Gedanken, aus unserm zerrissenen Volk wieder eine Einheit aufzubauen, denn das ist die Voraussetzung zu einem Wiederaufstieg. Von diesem Standpunkt aus hat uns die Regelung der Schulfrage mit der tiefsten Besorgnis erfüllt. In dem Augen­blick, wo wir die Einheit des Volkes so nötig haben, wird ein Schulkompromiß abgeschlossen, das unser Volk in seiner Grunderziehung auseinanderreißt. (Leb­hafter Beifall bei den Demokraten.)

Abg. v. Gräfe (deutsch-nat.): Die jetzige Re­gierung unterscheidet sich von ihrer unmittelbaren Vorgängerin nur dadurch, daß ein Teil der alte« Mitarbeiter ausgeschifft wurde. Die Ministerreden haben das nur bestätigt. Charakteristisch erschien mir das Geständnis des Ministerpräsidenten. Er verzichtete darauf, die Errungenschaften der letzten acht Monate aufzuzählen. Herr Bauer, war das die Geste des stolzen Bewußtseins? Gute Ware lobt sich selbst. Oder Vorsicht und Rücksicht auf denjenigen Kollegen im Ministerium, der die eigentliche führende Stellung hat? (Große Unruhe links.) Als Opposition haben wir gar keine Ver­anlassung, Ihnen den Rückblick zu schenken. Wir wollen uns genau ansehen, wodurch die jetzige Regierung und ihre unmittelbare Vorgängeriw auf den Platz Bismarcks gekommen find, um fein Werk zu zerstören. (Großer Lärm links.) Wir müssen die Gründe unserer Regierung nachprüfen, wes­halb wir die Regierung und ihre Taten als ein Unheil für unser deutsches Volk ansehen. War der Weg, auf dem Sie die Monarchie stürzten, der Wille der Mehrheit des deutschen Volkes? Das Wahlrecht gibt Ihnen kein Recht dazu. Den Wahl­modus haben Sie sich aus eigener Machtvollkom­menheit der Revolution so gestalten können, wie es Ihnen günstig erschien. Haben Sie aber eine urprüngliche republikanische Mehrheit in diesem Hause erzielt? Die Berufung auf die Mehrheit dieses Hauses ist ein Trugschluß. Sie kam zustande durch eine Vergewaltigung des deutschen Volkes (lebhafte Unruhe links), wie man dem deutschen Volke jetzt eine republikanische Verfassung gegen den Willen einer Mehrheit aufgezwungen hat. Möglich wurde die Vergewaltigung der Mehrheit durch die Minderheit nur, weil das deutsche Volk, durch die Schrecknisse des Krieges zermürbt, Friede und Brot verlangte und alles über Bord warf, wenn ihm dafür die Aussicht auf Friede und Brot geboten wurde. Wenn auch manche Phantasten Brot und Friede erwarteten, so haben doch unend­lich viele lediglich zur Befriedigung ihrer poli­tischen Machtgelüste das deutsche Volk in seiner gedrückten Stimmung mißbraucht. Die Zer­mürbung unseres Heeres hat seinen Zusammenbruch herbeigeführt. (Lärmender Widerspruch bei den Sozialisten.) Die Revolution hat den letzten Stoß gegeben. Sie machte die Annahme der Waffenstill­standsbedingungen nötig. Nun geschah die welt­geschichtliche L ü g e t daß man die sollstLndige Ka-

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tu Deutschland?! Wenn in den Monaten seitdem nichts geleistet wurde, so ist das die notwendige Folge dessen, was Sie Ihrerseits geleistet haben. (Sehr richtig! ) Wodurch toad) Deutschland Republik? Ledig­lich durch Ihre Schuld! Sie waren die ersolgreichen Schrittmacher auf diesem Gebiete! Ein ganz erheb­licher Test der Schuld trifft auch den Kaiser und die Bundesfürsten selbst.^ Wo toAen sie in jenen Tagen?! Wo war Mut und Selbstachtung, in der Not zu seinem Voll zu stehen?! (Beifall und Lärm, an­dauernde Unruhe.) Und im Wahlrecht hat Ihre Partei in Preußen am schlimmsten gesündigt. Das Deutsche Reich ist eine Republik und wird eine Republik bleiben, trotz Graefe und den anderen!

In langen Jahren parlamentarischer Arbeit habe ich politische Fehler begangen. Einer der größten Fehler war eine zu weitgebende Gutmütigkeit gegen­über den früheren Regierungen, ein zweiter ein zu wett gehendes Vertrauen zu ihnen. Auf diesem Vertrauen beruhten die Ausgaben, die ich von dem damaligen Reichskanzler erhielt. Ich habe immer da- Beste für das Vaterland gewollt und auch dafür gearbeitet. Ich wünschte, weine Gegner hätten so Gutes gewollt wie ich! Erzberger kritisierte im einzelnen die KriegS- politik der alten Regierung. Deutschland hatte vier Jähre lang überhaupt keine politische Regierung, fon» bern ti*e ^ailitärifAe Diktatur! Mehr als einmal waren Friedensmöglrchkeiten vorhanden. Jetzt Haden wir nicht mehr zu schweigen. (Zurufe.) Mindestens zweimal konnte ein chrenvoller Friede zustande kom­men. (Hört! Hört!) Die Rechte mit dem Militär zusammen hat dies beide Male verhindert! (Große Bewegung.) Das belgische Problem war das größte Hindernis. Man bestreitet, daß unter der Führung Helfferichs die Schwerindustrie Aspirationen aus Bel­gien organisierte; man bezeichnet es als gemeine Lüge. Erzberger verliest demgegenüber einen amtlichen Bericht nach dem Schwerindustrielle unter Führung der Firma Krupp, her Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft, des Phönix und des Geheimrats Hugenberg, des Bürger­meisters Marx und anderer große Werke in Belgien zu Gunsten der großkapitalistischen Interessen Deutsch­lands erwerben wollten. Ludendorff und Helfierich seien der Ansicht gewesen, daß man das deutsche Boll vor vollendete Tatsachen stellen müsse. Die Akten sind in belgische Hände gefallen. Wilson wollte 1916 mit aller Energie den Frieden herbeiführen. Man frage nur den Grafen Bernstorsf. Warum wurde Graf Bernstorff nach seiner Rückkehr aus Washingwn wochen­lang nicht zum Vortrag am Hofe zugelassen?!. Das Friedenswerk Wilsons tourbe sabotiert durch die Er» llärung des U-Boot-Krieges. Der Abgeordnete Graefe hat sich mit einer Darstellung des Grafen Wedel in denHamburger Nachrichten" beschäftigt. Ich bi« dem Grafen Wti>el für sein Hervortreten dankbar. (Zurufe rechts: Na, na!) In seinem Artikel bestätigt er zweierlei: die Notwendigkeit eines Friedensschlusses im Jahre 1917 und die Möglichkeit dazu. Das sind die großen politischen Tatsache«, die der Artikel des Grafen Wedel enthält. Bis zur Stunde ist aber von Ihnen (zu den Deutschnationalen) die Möglichkeit eines Friedensschlusses immer bestritten worden. I» die­sem Zusammenhang will ich an mein Wort vom Juli 1917 erinnern, das oft mißbraucht worden ist, sich aber auf die Tatsache der Möglichkeit des Friedensschlusses gründete. Damals habe ich gesagt, daß man 1» wenigen Stunden im Verlaufe eines Gespräche» mit Lloyd George zum Frichen kommen könnte. Hebet die Qualitäten des Grafen Wedel will ich mich nicht auslassen. (Zuruf bei den Deutschnationalen: Jq, diese Methode kennen wir!) Gegenüber dem Grafe« Wedel halte ich aufrecht, daß ich im amtlichen Auftrage in Wien gewesen bin. Ich will de« Bericht des Grasen Czernin wegen seines Umfanges nicht verlesen; er wich aber in den nächsten Tagen tieroffenttidjt werden und dann mag sich jeber ein Urteil darüber bilden, ob man diesen Bericht mtt einem so nichtssagenden Satz abtun dürfe. (Der Minister ver­liest die Schlußsätze des Jmmchiatberichtes.) Dieser Bericht ist mir seinerzeit frei zu meiner Verfügung gestellt worden mit der einzigen Bedingung, über seine Herkunft zu schweigen. Ich fühle mich zur Diskretion verpflichtet und toetbe den Namen des Ueberbringer» nicht nennen. Nun hat der Abgeochnetr Graefe ge­wagt, zu sagen, ich sei von Oesterreich bestochen worden. (Heftiger Widerspruch rechts, große Unruhe.)

Präsident Feh renbach: Das hat der Abgeotimtte Graefe nicht gesagt, wenn er auch ein Zitat gebrmuA hatte, das ich lieber nicht gehört hätte!

Minister Erzberger fortfahrend: Ich frage be* Abgeordneten Graefe: Hat er mit feinen Andeutungen zum Ausdruck bringen wollen, daß ich von Oesterreich bestochen worden fei und noch in österrerchrschern Solde stehe, oder hat er irgendwie zum Ausdruck bringe, wollen, daß ich auf Veranlchsung oder auf Anstifter, Oesterreichs meine Stellungnahme zur Friedensfrage eingenommen habe ? Ich habe es nicht nötig, die Ant­wort abzuwarten, sondern ich erlläre im Voraus: Wer es wagen sollte, einen dieser beiden Sätze, de, ersten ober den zweiten, sich zu eigen zu machen, bei erlläre ich für einen gemeinen Lügner und Ehrab­schneider! Graf Wrt>el behauptet, Czernin habe mich veranlaßt, nach Wien zu kommen und mich zu de» antworten. Das ist unwahr. Es ist auch unwahr daß ich gesagt hätte, ich hätte meine» Fehler eiet* sehen. (Zurufe rechts: Das wäre wohl and? das erste Mal gewesen ! Heiterkeit.) Also, ine Angriffe be5 Grafen Wedel fallen in sich selbst zusammen. Ifrj nun zur Friedensaktion selbst. Im April 1917, dieser Jmmediatbericht auch schon vetteren bekannt toa^ haben vur ua Auswärtige« Amt cäa r

Die Rückführung der deutschen Kriegsgefangenen.

2^Der dritte Vertretertag desVolksbundes zum 1 Autze der deutschen Kriegs- und Zivilgefangenen" ***> derReichsvereinigung ehemaliger Kriegs-

1 Zivilgefangener" hat an die Regierung die JMorberung gerichtet, ihre Vertreter in Der- ^tiailles zu veranlassen, mit den Verbündeten un- ^iiiglich wegen Rückführung der deutschen Gefan- zu einem Abschluß zu gelangen.Sollte dieser 'Schluß an dem Widerstand des Gegners scheitern, ; 'erwarten die Vertreter desVolksbundes" und jReichsvereinigung", daß von der deutschen ^Sierung dieser offenbare Vertragsbruch Zweideutig als solcher gekennzeichnet wird. Der Morste: tag verlangt, daß die Regierung Mittel Wege findet, gegebenenfalls unter Anrufung

Mllbt, der Friedensvertrag werde durch die Kam- 'rTflns. «ei am 6. August und durch den Senat am 15.

-Wist ratifiziert werden. Die Kammer «erde in zehn Tagen ihre Tätigkeit beenden. Die

, Neuwahlen fänden voraussichtlich am 10. Oktober

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X-ci« > der deutsche Kolonien gesehen hat, weiß, welche llahl- Eimnmen von kulturellen Leistungen in ver- xjirt j E'nismätzig kurzer Zeit von den Verwaltungen, An- * Wlern und Missionen vollbracht worden find, und i auch, wie wenig ziffernmäßig greifbare Ge- *mne Deutschland von feinen Schutzgebieten hatte, eg Raubbau und Ausbeutung verschmähte, wird dafür gesorgt werden, daß diese Tatsachen in !* weitesten Kreisen des Inlandes und Auslandes br- »nnt werden. Hier genügt die Feststellung, daß Wil- es mit feiner Eigenschaft als höchster Repräsentant amerikanischen Volkes für vereinbar hält, äbzu- *tichen von seiner mehrfach in feierlichster Form ge- Wwnen Versprechung und seine Niederlage gegen- den anderen Ententemächten dadurch zu ver- W^iern, daß er sich hairdgreifliche Unwahrheiten * «gen macht.

virtsch^ aus 'd-er Vorrat gcbt»4 Zahlui getreia ' Reichs -str De» e darauI 1 Falle,» su'-dresß ar: w«, ' der'A löte

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sni»Wngssummen müßten Frankreich und Belgien b :>reis«-Wrzugt werden, weil sonst England eine allzu ,ieile».spkiyilegierte Stellung einnehmen würde.

; wb. Paris, 25. Juli. (Havas.) Nach dem Zournal" wird die deutsche Abordnung in Ver illes demnächst in das Gebäude der früheren deut-

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