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mit dem Kreisblatt für den. Kreis Marburg

Toaeszeitung für (bas früher kurhessische) Oberhessen

DieOberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich Der

'-x* 4f*!i Bezugspreis beträgt monatlich 1.60 Jt. frei tn< Hauk; durch bte Post

Jlo lll 1.75 Jt. ohne Bestellgeld. »erlag wn Dr. L. Hitzeroth.

Markt 21/23. Fernsprecher 53.

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Marburg

Freitag. 25. Juli

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DerLnzeigenpreir beträgt für di« 8g,s». Zeile30 4. u. 33V,/. Teuerungtzuschl. kj cktfirft = 40 <5, omtl. m. aurwärt. 40 4 u.2S»/,Teuerungszuschl. --- bg Aeklamezeii» «juyiy« 1.50X. Jeder Rabatt gilt al, Varrabatt. Bei Au,k. d. die «eichäftrst. M. Ber- mittlg. d Angeb. 25 . SondergebShr. Postscheck! : Xr. 5015 Amt Frrnls.a. M

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Venizelos droht mit einem neuen Balkankrieg.

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Wien, 23. Juli. Das tschrcho-slowakische Presse- chüro erfährt an maßgebender Stell«, daß in dem von rcußisch-Tchlesien an die Tschechen abzutretenden Ec­kt '! Ratibor eine Volksabstimmung nur in L«ob- HnSn wird, während das übrige Land dem stowakischen Staat ohne Abstimmung zufällen

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Db. Saarbrücken, 24. Juli. LautSaarbr. i»g." fand gestern hier zur Vorbereitung der Aus- sthmng des Friedensvertrages eine Besprechung von giertrffern der deutschen unb der französischen Regie- rung statt, die die Uebergabe des Besitzes der Saar­kohlengruben und die Verhältnisse der Gruben- bramtenschaft zum Gegenstand hatten.

vrterbinden. Die Pfadfinder wurden durch den konderburger Redakteur Graus mit einer Rede Empfangen, in der er hetzerische Ausfälle gegen Deutschland mit Hochrufen auf das größere Däne­mark verband. Unter seiner Führung traten die Rstrdfinder dann einen Demonstrationszug durch bie Stadt unter der Absingung dänischer Lieder an. .Durch das Verhalten Graus' gereizt, zog abend- kin Zug Deutscher in das dänische Versammlung-^ kus und verlangte in dieser die Auslieferung braus', aber ohne Erfolg. Dieser versammelte beute morgen die dänische Bevölkerung auf dem Markte und veranlaßte die Menge zu dem Beschluß der Entsendung einer Kommission nach Kopen- Sagen, welche die Westmächte zur sofortigen Besetzung Nordschleswigs zur Sicherheit «er angeblich schutzbedürftigen Bevölkerung ersuchen Ml. Bei diesen Ereignissen ist es zu wiederholten «Mißhandlungen Deutscher gekommen. 1 Die Deutschen des Kreises Sonderburg verlang.n

Dänische Hetze in Sonderburg.

mb. Kiel, 24. Juli. Aus Sonderburg wird

»/«V. I 11111X4 Utl <jui,iuiig UUll 1^1! igitt t it. Die dänische Bevölkerung der Stadt fand sich an der LMidungsbrücke ein, um dadurch den erwarteten widerstand der Behörde gegen die Landung zu

Ivb. Amsterdam, 24. Juli. Barnes teilte im Mnterhause mit, daß man bereit sei, Deutschland so wald wie möglich in den Völkerbund aufzunehmen

Konferenz in Washington'zugelassen werden, die über Hie Arbeitergesetzgebung verhandeln soll.

Deutsch-polnische Besprechungen.

wb. Danzig, 24. Juli. Zur Fortsetzung der Im 15. Juli begonnenen deutsch-polnischen Bespre- Hunaen traf gestern, von Posen kommend, eine

on der Behörde eine genaue Untersuchung und trenne Ahndung gegen alle Ruhestörer, einerlei ab te^" o>er Dänen. Sie protestieren gegen jede Wir. . ische. Verhetzung und dänische Demon-

.Plat« *itgeteilt: Am 23. Juli landeten in Sonderburg 651 ebne Pässe und Ausweise etwa 1500 dänische Pfrd- iWe# finket unter der Führung von Offizieren.

wb. Versailles, 24. Juli. Der Friedensaus- der Kammer hörte gestern die Fortsetzung des richtes des Abg. Dubois über die finanziellen wseln des Friedensvertrages an. Dubois fügte, W» frage sich, ob Deutschland in der Lage sei, die k-vstichtungen des Vertrages zu erfüllen. Man -Mse bedenken, daß die Vermögensaufstellung Helf- ichs'Objekte in Betracht zag hinsichtlich der Werte -eutschlands im feindlichen 'Ätslande.. Die meisten Merke befänden sich in Amerika. Frankreich sei ver-

lELEtz^ästmsmäßig in ungünstiger Lage, da nur wenige berü? Werte in Frankreich seien. >

wb. Versailles, 24. Juli. Der Sonderbericht- »rsiatter desEcho de Paris" in Washington meldet, baß die Führer der r-'-.r iHon im Senat Wilson mit-

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Berl'in, 24. Juli. Wie dieDeutsche Allg. FS" erfährt, erklärte gestern Venizelos, wenn die »w.erikaner sich in der bulgarischen Frage nicht den £ ikiechischen Wünschen fügten, sei ein neuer f«alk an krieg unvermeidlich. In den - >w.erikanischen Kreisen ist man unangenehm davon ' getrascht, daß Venizelos, der sich immer als eif- i ^8er Befürworter. des Völkerbundes aufspielte, t ^'«"lehr den Glauben an ihn verloren hat. s Griechen sordern die gesamte thrazifche Küste.

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f«n Friedensvertrag abzulehnen. Senator Morris, ein Anhänger des Völkerbundes, weigerte sich, '*8e ^»r. Wilson vertrauliche Mitteilungen über den Frie-

Mr?"'rtrag entgegenzunehmen.

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, polnische Kommission unter Führung des Kommis- !!?IW ^t5 Obersten polnischen Volksrates in Posen IlulW Fustizrats v. Lafzewfki in Danzig ein. Die Ver- erkaufG Handlungen fanden vor» und nachmittags im.

Litzungssaale des Landeshauses statt. Den Vorsitz fthrte Oberpräsident Schnackenburg. Für das Mi­nisterium des Innern nahm Geh. Regierungsrat 1 Loehrs an den Verhandlungen teil.

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Erfolgreich« .Kämpfe gegen die Rumänen.

wb. B u d a p e st, 24. Juli. Der Armeekomman­dant Eugen Landler teilt in einem Telegramm an den Vorsitzenden des revolutionären regierenden Rates über die Kämpfe gegen die Rumänen u. a. mit: Die Rumänen setzten dem Uebergang unserer Truppen über die Theiß an den meisten Stellen hartnäckigen Widerstand entgegen. Der Ansturm unserer Truppen' brach jedoch überall die Kraft des Feindes. Wir machten große Beute, darunter etwa 200 Eisenbahnwaggons, vieles sonstige Eisen­bahnmaterial, 15 Kanonen und sehr viele Ma­schinengewehre.

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Die Kohlenkuappheit.

Haag, 24. Juli.Manchester Guardian" be­richtet, daß in London noch für etwa zwei Wochen Kohlen vorhanden seien. Falls ein strenger Winter eintrete, müßte für Kohlen eine Rationie­rung erfolgen wie in den schlimmsten Kriegstagen des größten Kohlenmangdls. Der Nachmittags­schnellzug von Manchester nach' London mutzte gestern wegen Kohlenmangels auf offenem Felde bei Croewe liegen bleiben.

Reuter meldet aus Loickon: Bonar Law sagte im Unterhaus, bis jetzt seien sechs Kohlenbergwerke ersoffen,' und 17 anderen drohe das gleiche Schicksal.

Einschiffung deutscher Kriegsgefangener.

wb. Amsterdam, 24. Juli.Daily News" meldet, daß Vorbereitungen getroffen worden sind, um eine große Anzahl deutscher Kriegsgefangener auf dem Wege über Dover-Rotterdam in die Hei­mat zurückzubefördern. Der erste Transport wurde am 21. Juli auf dem DampferSt. Denis" in Dover eingeschifst.

Die englischen Streitkräfte in Rußland.

wb. London, 24. Juli. (Reuter.) Der Fi­nanzsekretär des Kriegsamts Forster teilte im Unterhaus mit, daß die gesamten britischen Ver­luste auf dem russischen Kriegsschauplatz seit dem Abschluß des Waffenstillstandes 411 Mann be­trugen. Long erklärte, die britischen Marinestreit- kräste im Kaspischen Meer ständen einer aus zahl­reichen bewaffneten Handelsschiffen, Zerstörern und Unterseebooten bestehenden bolschewistischen Flotte gegenüber. Die Operationen in diesem Gebiet wür­den eingestellt und die britischen Mannschaften noch vor dem Winter zurückgezogen werden. Der Zweck der Belassung britischer Kriegsschiffe in der Ostsee sei der, nicht herausgeforderte Ueberfiille gegen die Küstenstädte der baltischen Staaten und Finnlands sowie eine Unterbrechung in der Ver­sorgung der Bevölkerung der Randstaaten mit Nahrungsmitteln und die Ausbreitung des bolsche­wistischen Militarismus zu verhindern.

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Meuterei russischer Truppen.

wb. London, 24. Juli. Das Kriegsamt teilt mit: General Jroufide meldet, daß unter den rus­sischen Truppen in Archangelsk eine Meuterei aus­brach. Im Onegabezirk lieferten die Meuterer die Front dem Feinde aus. Die Meuterei war durch bolschewistische Propaganda verursacht, die infolge der Gewißheit entstand, daß wir uns aus Nordruß- land zurückziehei^ General Jroufide hat die Lage in der Hand. _ . ____

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tem Geld au$ dem Versteck zu locken. Schließlich kommt eine Kontrolle btit Auslandbesitzes deutscher I KapMWn in Verrucht. 1

wb. Budapest, 24. Juli. Das Ungar. Telegr. und Korresp.-Büro erhält von verschiedenen Orten an der Demarkationslinie Meldungen über den Ausbruch der Revolution in Kroatien. Die Serben versuchen die kroatischen Revolutionäre durch Mi­litär niederzubalten. An mehreren Orten kam es zu Zusammenstötzen zwischen Serben und Kroaten. Weitere Meldungen besagen, daß di« kroatisch«« Soldaten in verschiedenen Städten eine selbständige kroatische Republik ausgerufen und für die un­garische Räterepublik demonstriert haben. Stellen­weise haben kroatisch« Soldaten die Demarkations­linie überschritten und verbrüdern sich mit den un­garischen roten -Soldaten.

Militärausruhr in Marburg an der Dran.

wb. Graz, 23. Juli. Die Abendblätter berich­ten über eine Militär-Revolte eines großen Teils der südslawischen Garnison von Marburg, die unter den RufenLos von Serbien!" ihre Unzu- fmedenheit mit der serbischen Herrschaft und ihre

tu. Weimar, 25. Juli. In der gestrige« Sitzung des Reichskabinetts wurden eingehend die Angriffe Dr. Helfferichs und des Grafen 9BeM gegen den Reichsminister Erzberger besprochen. ist möglich, daß das Kabinett, da Erzberger Vize­präsident des Ministeriums ist, zum Schluß der politischen Aussprache in der Nationalversammlung die Vertrauensfrage stellt. Erzberger stellt« bereits gestern in der Fraktionssitzung des Zen­trums die Vertrauensfrage. Seins Partei sprach ihm daraufhin das Vertrauen aus. Erzberger wird heute auf die Angriffe von rechts antworten.

Erbitterung über die zwangsweisen Einrückungen ausdrückte. Zurückzuführen sei die Revolte auf eine von slowenischen und kroatischen Soldaten zahlreich besuchte sozialdemokratische Versammlung, in der ein Redner unter allgemeiner Zustimmung für eine republikanische Staatsform Süd-Slawien eintrat. Zahlreiche Versammlungsteilnehmer wur­den verhaftet, wodurch der lang verhaltene Unmut der slowenischen und kroatischen Soldaten zum Aus­bruch kam. Am Dienstag abend kam es zu e r - bitterten Kämpfen, die an der Drau sich weiter entwickelten.

wb. Wien, 24. Juli. Nach einer Meldung aus Graz nahm an dem Aufruhr in Marburg nahezu die ganze Garnison teil. Die wilde Schie­ßerei, wobei außer Gewehren auch Maschinen­gewehre und Handgranaten verwendet wurden, for­derte mehr als 100 Tote und mehr als 200 Ver­letzte. Schließlich wurden die Serben aus der Stadt verdrängt. Nach den letzten Nach­richten trat in Marburg wieder vollkommen Ruhe ein.

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Bei der Besprechung zur Ausbildung der Finanz­beamten in Weimar, an der eine Reihe von Hoch­schullehrern teilnahmen, hielt Reichsfinanzminister Erzberger eine Rede übek seine Steuerpläne, aus der wir Folgendes hervorheben: \

Der Gesamtbedarf des Reiches einschließlich der Aufwendungen für die Bundesstaaten und die Ge­meinden wird auf 25 Milliarden Mark zu bemessen sein. Diese Höhe erklärt sich dadurch, daß in Zu­kunft die Steuererhebung vom Reich gemeinsam vor­genommen wird, und daß das Reich die V e r t e i l u n g vornimmt. Vor 25 Milliarden Mark dürfte das Reich für sich ein..-, über 17 Milliarden Mark bean­spruchen, hiervon entfallen 10 Milliarden Mark auf den Schuldendienst und 4 Milliarden auf die Kriegs­beschädigtenfürsorge. Unter Berücksichtigung der frühe­ren Einnahmen, der im Kriege geschaffenen Steuern und der Ersparnisse sind 8 Milliarden Mark zu er­warten, die fehlenden 17 Milliarden müssen ans neuen Quellen geschöpft werden. Als solche kommt in erster Reihe der Ausbau der Umsatzsteuer in Betracht, die ein wesentlich gesteigertes Ergebnis bringen soll. Ferner dasReichsnotopfer". Nicht zu umgehen wird ferner eine Besteuerung wich­tiger Lebensbedürfnisse sein. Den Schluß­stein in diesem System bildet die R e i ch s e.i n k o m - men steuer. Diese wird nach verschiedenen Sätzen gestaffelt werden. Grundsatz ist, daß nur das Reich Einkommensteuern erheben darf, daß weder die Gliedstaaten noch die Kommunen Zuschläge zur Einkommensteuer erheben dürfen. Es wird also keine Städte mit hohen und leine mit niedrigen Steuern geben, sondern man bezahlt überall die gleichen Steuern. Die Gliedstaaten werden nach einem be­stimmten Schlüssel an den Reichseinnahmen beteiligt, wobei der zehnjährige Durchschnitt des Bedarfes zu- grnndcgelegt toirb. Sie erhalten ferner einen Anteil von 20 Proz. bei der Erbschaftssteuer und von 50 Proz. bei der Grundwe'chsclsteuer. Außerdem haben sie in einem noch zu bestimmenden Prozentverhält- uis an der Einkommen- und der Umsatzsteuer Anteil. Ferner verbleiben chnen die Grund-, Gewerbe- und Gebäudesteuern. Auch auf die Reichsvergnügungs- steuer wird zugunsten der Bundesstaaten verzichtet. Die neue Reichseinkommensteuer soll möglichst mit den direkten Stenern schon am 1. April 1920 in Kraft treten. Da die Steuererhebung Reichs- sache wird, so werden die Steuerbeamten in Zukunft Reichsbeamte. Vom 1. Okiober 1919 ab wird eine Reichsvermögensverwaltung geschaf­fen, der u. a. die Truppenübungsplätze, Kasernen usw. übergeben werden. Tie Organisation der Steuerbe­hörden im Reiche wird von Grund auf geändert, wobei die süddeutschen Verhältnisse zum großen Teil als B.'rbild gelten. Die oberste ©teile ist das Rcichs- sinanzministerium, dem die Landesfinanzämter unter­stehen. Diese sind zergliedert in drei Abteilungen: je eine für direkte und Verkehrs steuern, für Zölle und für Vermögensverwaltung. "Der Unterbau ist das Finanzamt, eine für Preußen neue Einrichtung. Insgesamt werden voraussichtlich 20 Finanzämter ge­schahen. Die Finanzämter sollen bereits am 1. Oktober in Tätigkeit treten. Ausgabe der Hochschulen soll.es fein, so schnell wie möglich das vorhandene Beamten­material entsprechend fortzubilden, die neuen Veamten- anw örter in besonderen Kursen zu erziehen und aus­zubilden.

Zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung und der Kapitalflucht ins Ausland soll, wie bereits gemeldet, die A b st e m p e l u n g der Wertpapiere, Coupons und Talons dienen derart, daß die nicht zur Mstempe- lung eingereichken Stück« zugnnpen des Reiches v e r- fallen. Ergänzt wird diese Maßnahme durch d-e Pläne des Reichsfinanzministers, den gesamten No- tenumlauf einer Kontrolle zu unterziehen, wobei er hofft, ungeheure Summen von gehamster-

Zu Mitgliedern der Kommissionen für Ausbildunß von Finanzbeamten sind folgende Hochschullehrer bt» rufen worden: 1. Kommission für den Ausbau bet Fina nzwissenschaften: Prof. Dr. Schuh mach et /Berlin), Pros. Dr. Dietzel (Bonn), Prof. Dr. Lotz (München), Prof. Dr. Alfred Weber (Heidel­berg), und Prof. Dr. Gerl ach (Königsberg); 2. Kommission für die Vorbildung b?r Steuerbeamten: Prof. Dr. Bredt (Marburg), Pros. Dr. I a st r o w (Berlin), Prof. Dr. Zitelmann (Bonn) und Pros. Dr. Prion -(^Berlin); 8. Kommission für Aus­bildungskurse: Prof. Dr. Sering (Berlin), Prof. Dr. Schmalenbach (Köln), Prof. Dr. W ald«tckker (Berlin), Prof. Dr. Pohle (Leipzig) und Dr. Jöh^ Unger (Berlin)i

Der angebliche englische ^riedensfiihler e im Sommer 1917.

Berlin, 25. Juli. Wie verschiedenen Blätter« aus Weimar mitgetcilt wird, beabsichtigt Reichsmrniste« Erzberger in der heutigen Sitzung der Natlonalvev- sammlung wichtige Aktenstücke aus dem ©ommer 1917 zu verlesen^ aus denen hervorgehe, daß em engnsche» Friedensangebot durch die damalige Regierung Michaelis falsch behandelt woiden sel. Der päpstlich« Nuntius in München hatte sich rn einem Schreibe« an die Regierung gewandt, in dem er erst arte, di« englische Regierung habe durch den englischen Bot­schafter am päpstlichen Stuhl geßelAi, in Deutschland! anzusragen, wie dieses über die belgische Frage deicke> um vielleicht auf diesem Wege zu einem bald'gen Frie­den zu kommen. Deutschland solle mitteilen, welch« Entschädigung es Belgien zuzubilligen gewillt sei und welche Garan!!-" Deutschland' beanspruche. General Ludendorff chie dden Reichskanzler Dr. Michaelis, eine für die zweite Septemberhälfte beab­sichtigte Kriegssaw.mlungsr^>e nicht zu Balten. ®et General hoffte, daß Herr v. Kühlmann die Erklänrn« über Belgien alsbald ab geben würde. StaatssekretÄ v.Kühlmann gab jene Erklärung jedoch nicht ab. Die Verhandlungen müfsen später im Sande bedaxfK fein; die Oberste Heeresleitung hat ebenfalls nie Iw der etwas, vss dem Kri^rckiMler gehärt. _______________

wb. Berlin, '24. Juli. Wie dirVoss. Ztg. i aus zuverlässiger Quelle ans Stuttgart erfährt, wurde zwischen dem Reichsfinanzminister und den süddeutsche« Finanzministern in der Frage der Ai'.sgestaltung bet Reichssteuergesetze eine Einigung erzielt. i

I] Sin neuer schwerer SBorwurf für Erzberger.

Nach den wiederholten schweren Angriffen Dr. Helfferichs gegen Erzberger veröffentlichen jetzt unter der UeberschriftDer Jminediatbericht de» Grafen Czernin vom 12. April 1917 dieHambur. ger Nachrichten Darlegungen des Botschafters a. D. Grafen Wedel zu der vielerörterten Mission de« Herrn Erzberger in Wien, die Graf Wedel bei« Blatte auf dessen Bitte zur Verfügung gestellt hat. Graf Wedel schildert leidenschaftslos und sachlich die Rolle, die Herr Erzberger im Frühjahr 1917. nicht als Abgesandter des damaligen Kanzlers, v. Bethmann, sondern auf eigene Faust in Wie« im Verkehr mit Kaiser Karl und anderen Personen des Hofes sowie dem Grafen Czernin gespielt hat. Danach hat Erzberger, der das zum Abfall bereit« Oesterreich-llngarn bei der Stange halten wollte, die Kenntnis eines pessimistischen Ge­heimberichtes des Grafen Czernin über die Lage Oesterreich-Ungarns indiskret benutzt, so daß sie zur Kenntnis der Westmächte gekommen ist und diese, die damals einem Friedensschluß geneigt waren, zur Fortsetzung des Krieges br- stimmt. Graf Wedel betont, daß Erzberg'er di« Czerninsche Denkschrift nicht etwa von ihrem Ur­heber, auch nicht von sonstiger amtlicher Wiener Seite, sondern von anderer Seite erhalten hab«; unter dieser vermutet man, wie in Berliner Blät­tern ausgesprochen wird, den kaiserliche« H o f in Wie«, dessen eigenmächtige Friedenspolitik ja bekannt ist. '

Blätter der Rechten fordern, daß Erzberger vor den Staatsgerichtshof gestellt werde, den« aus der Veröffentlichung des Botschafters gehe her­vor, daß Erzberger durch feine Indiskretion we­sentliche Schuld am traurigen Ausgange de». Krieges trage.