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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

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Tageszeitung für ldas früher kurhesstsche) Oberhesseii

Der

DieOberhessische Zeitung" erscheint sechsmal »»chrntlich.

u-m 4 z»n Beruasprei» beträgt monatlich 1.60 X. frei ins Haus; durch die Post Ivn 1.75 X. ohne Bestellgeld «erlag »on Dr. C. Hitzerath.

mittig, d. Xngeb. 26 J. Londrrgebähr. Posts checkt.: Nr. 5016 Amt Franls. o. M

Markt 21/26. Fernsprecher 55.

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Die widerliche Anmaßung und Heuchelei, aus denen Lloyd Georges Worte wiederum bestehen, kann nicht überraschen. Aber man muß immer von

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r erwähnten Kommission.

wb. V e r l i n, 22. Juli. Der dänische Minister nsen sagte in einer Rede, daß Dänemark nicht ibsichtige, die Beamten des abzutretenden Ee- tes weiter zu behalten, sondern wird sie 'ein- lietzlich der Lehrer aus den besetzten Gebieten u s w e i se n.

wb. Amsterdam, 22. Juli. LautAllgemeen ndelsblad" isttchie Pferdeausfuhr aus den Nie- rlanden nach Deutschland wieder gestattet.

Preußen fordert Schadenersatz vom Reich.

wb. B e r l i n, 22. Juli. Die preußische Staats- gierung hat Verhandlungen mit dem Reiche ein-

Teuisch-Weftungarn Der Teutsch-Oeste:- sriehe.

Marburg

Mittwoch, 23. Juli

Frankreich überall ruhig verlaufen. Den An­weisungen der Confäderation generale du travail gemäß ist fast überall gearbeitet worden. Einige Teilausstände sind ausgebrochen. Auch in der Provinz wurde nur teilweise nicht gearbeitet. In Marsaille kündigte die Polizei einen Ausstand an, die von morgens 6 Uhr bis abends 12 Uhr dauern sollte. Der Präfekt von Marseille hat die allerschärfsten Maßnahmen angedroht, falls die Polizei ihren Bechluß ausführen sollte.

wb. Versailles, 22. Juli. Der Nationalrat der französischen Gewerkschaften setzte gestern die Verhandlungen über den abgesagten Allgemeinaus­stand fort. Aus den Berichten der Sekretäre ein­zelner Gewerkschaften ging hervor, daß die Arbeiter über die Bedeutung des Ausstandes ungenügend aufgeklärt waren und daß der Ausstand, wenn man ihn nicht verschoben hätte, zu einem Fiasko hätte führen müssen. Die Sekretäre der Eisenbahner und Postbeamten ließen keinen Zweifel, daß die Mit­glieder ihrer Gewerkschaften nicht durchweg gewillt waren, den öffentlichen Verkehr am 21. Juli lahm­zulegen.

wb. Rom, 22. Juli. In ganz Italien herrschte am Montag vollkommene Ruhe. Die großen Städte hatten Flaggenschmuck angelegt zum Zeichen des Protestes gegen den Ausstandsversuch. Die Arbeit wurde überall wieder ausgenommen. In einigen wenigen Städten fanden Versammlungen statt.

wb. A m st e r d a m, 22. Juli. Das Organ der niederländichsen sozialistischen ParteiHel Volk" stellt fest, daß, wie in England, Frankreich und Italien, so auch in Holland, der für den heutigen Tag anberaumte allgemeine Ausstand ein Fehl­schlag sei.

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Meitze durch Deutsch-Oesterreich bedeute den E^aatsbankerott. Die Zeit werde kommen, wo die

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allgemeine Politik btt Regierung sofort zu Worten.

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-*®ei Fünftel seiner Bevölkerung und in wirtschaft- Net Beziehung acht Neuntel seiner Erwerbs-

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Die Schantuugfrage.

wb. Rotterdam, 22. Juli. LautN. Rott. >ur." meldet ein Exchange-Telegramm aus Paris, 6 Japan der Friedenskonferenz mitgeteilt habe,

*an die Oesterreicher aber würden doppelt ;a!t ; *vd dreifach getroffen. Deutsch-Oesterreich verliere

£ zugestandene S-rick.ben Haupt nicht in Betracht.

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Der Kaiserprozeß.

wb. Haag, 22. Juli. Der Londoner Korre­spondent desNieuwe Rotterd. Cour." meldet: Ich erfahre von maßgebender Seite, daß die Lage in der Kaiserfrage jetzt folgendermaßen ist: Die Ver­bündeten sind der Ansicht, daß sie den Prozeß nicht fallen lasten können, weil er einen Bestandteil des Friedensvertrages bildet, den sie unterzeichneten und zu besten Durchführung sie verpflichtet sind. Es ist deshalb nutzlos, darüber zu debattieren, ob es richtig oder falsch war, diese Bedingung in den Vertrag aufzunehmen. Es wird von Tag zu Tag wahrscheinlicher, daß der Prozeß n icht in London stattfindet, und man hofft, daß die Opposition größ­tenteils verhindert wird, sobald dieser Beschluß mitgeteilt wird. Holland wird nicht ersucht, den Kaiser auszuliefern, sondern die Verbündeten wer­den die holländische Negierung um eine 1l e b e r - gäbe bitten. Sie sind der Ansicht, daß Holland dann die Bedenken gegen die Auslieferung fallen läßt.

Parlament über den Friebensvertrag sehr zahm ge­wesen seien. Die Hauptredner enthielten sich einer ent­schiedener Kritik. Maclean und Clynes z. 93., die im Namen der unabhängigen liberalen bezw. der Arbeiter­partei sprachen, faßten die von ihnen angeführten Fra­gen mit Glacehandschuhen an. Der einzige Zweifel, den Maclean in seiner mit Lod gespickten Rede zum Ausdruck brachte, bezog sich auf den polnischen Korri­dor. Der Premierminister gab zu, daß ihm dies« Frage stets viel Sorge bereitet habe. Lord Robert Cecil machte aus seinen Enttäuschungen über verschiedene der Regelungen kein Hehl. Als Ganzes billigte er den Friedensvertrag, er hob jedoch ernstlich« Bedenken gegen die Regelungen betreffend: 1. den polnischen Korridor, 2. das Saartal, 3. die 15jährige Besetzung der rechtsrheinischen Briickenöpfe, 4. die Nichtfestsetzung der von Deutschland zu bezahlenden Entschädigungs­summe, die wie Cecil sagte wegen der ihr an­haftenden Unsicherheit wie eine wirtschaftlich« Wolke über Deutschland und ganz Europa hängen werde. Doolin forderte den Premierminister auf, die Regelung der irischen Frage in die Hand zu nehmen. Die Antwort Lloyd Georges fiel kühl und trocken au».

wb. W i e n , 22. Juli. In einer Versammlung ^zeichnete Friedrich Adler den Friedensvertrag St. Germain, als das To des urteil Deutsch- Österreichs. Die in den wirtschaftlichen Vestim-

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Rotterdam, 23. Juli. LautR. Rott, schreibt der parlamentarische Korrespondent der News", daß die Beratungen im englischen

Briefe kaute P. a b

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bu"ti . Die Blätter erklären, die Friedensb Mngungen nr-f furchtbar, daß ihre Erfüllung den Bankerott t zu» ^ittsch-Oxsterxxichz bedeuten würde. Ebenso wur-

uvueuun wutuc. vutiqu wuu alle Hoffnungen auf teilweise Milderung der ^ritorialen Bestimmungen zunichte. Gegenüber Verlust Deutsch-Tirols, Deutsch-Südmährens

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Die vernichtenden Friedensbedingvuge«.

Arbeitern der verbündeten Länder, weil diese nicht streiken. Vielleicht würden die Berliner jetzt einseh«^ daß sie mit ihrer internationalen Lieb! allein stehen. Berlin selbst habe den Schaden.

rein deutscher Giftete komme

Ter .Wkllaiisstaiid'.

wb. Bern, 22. Juli. Der 21. Juli

Ä ^utsch-Oesterreicher den Druck, den der Friedens- 4 ?^trag ihnen auferlegt, abschütteln würden.

Rur in Deutschland und Deutsch-Oesterreich, den Ländern, in denen ununterbrochene Arbeit am meisten nottut, wurde im allgemeinen nicht ge­arbeitet. Ein treffendes Urteil darüber:

Rotterdam, 2L Juli. DerN.R.C." sagt: Da in FrankreiL Italien und England der Aus­stand ein Fiasko sei, müsse man den Sympathieaus­stand in Berlin als eine lächerliche Komödie an- ithen. Berlin streike allo aus Svmpathie mit de»

sllbc» ! wb. Versailles, 22. Juli. Staatskanzler Renner wird am Sonntag wieder in St. Eer-

spÄ 1,lln9en enthaltene Zumutung auf llebernahme itatrt» mindestens 50 Milliarden Kronen Kriegs- ?. 19* " ------ '

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5er Stieben.

wb. Berlin, 22. Juli. DieDeutsche Allgem. tg. schreibt, daß, obwohl nach Artikel 214 des liedensvertrages die Heimschaffung bei riegsgefangenen nach dem Inkrafttreten ts Vertrages mit größter Beschleunigung durch- xführt werden soll, die deutsche Kommission für «se Angelegenheit seit Wochen in Berlin arte, ohne daß die Eegenkommissionen bis j.tzt

rhaupt ernannt worden seien.

wb. Versailles, 22. Juli. Die deutsche mmission hat gestern Ministerpräsident Cl6men- «SA erneut um baldige Mitteilung betreffend Zu- mensetzung und Zeitpunkt des Zusammentritts r Kommission zur Heimbeförderung der Kriegs- psangenen ersucht und darauf hingewiesen, daß ^menceau bereits am 26. Mai versprochen habe, Vertreter der verbündeten Mächte würden mit kößter Bereitwilligkeit eine Kommission zu diesem eck einsetzen, sobald der Friede unterzeichnet sei. r Friede sei unterzeichnet und bereits von

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DerRnzeigenpreis beträgt für die Sges». Zeile 30 j.u. 33'/,»j, Leuerungszuschl. KJ

= 40^, amtl. m. «»»wärt. 40 J ». LS»/,TeuerunqS,uschl. 50 Reklemezeiie '3U"< 1.50.«. Jeder Rabatt gilt «l» «arrabatt. Bei «M»t.» dieSeichiftsst. u.«er-

Der Fricdkn^crüag nu Unterhaus ausienomuien.

Lloyd George über den Kaiserprozeß.

wb. London, 22. Juli. Im Unterhaus krachte Bottomley bei der zweiten Lesung des Friedensvertra­ges einen Verbesierungsatrag ein, in dem das Be­dauern ausgesprochen wird, daß der Friednsvelttag Deutschland nicht bestimmte bindende Verpflichtungen auferlegt, Großbritannien die gesamten Grldaus- gaben für den Krieg zu ersetzen. Lloyd George erklärte, Großbritannien sichere sich beträchtliche Kompensatio­nen, obwohl es unmöglich gewesen sei, die gesamten Kriegskosten zurückzubekommen. Es sei unmöglich, den Betrag für die Entschädigung und Sie Wiedergutmach­ung festzusetzen, da die Kosten für die Wiederherftel- lungsarbeiten gegenwärtig noch nicht festgesetzt werden könnten. Lloyd George verteidigte ferner die terri­torialen Neureglungen und die Deutschland auferlegten militärischen Bedingungen. Er betonte, daß in der ganzen Welt der Wunsch bestehe, die Dienstpflicht zu beenden, und sprach die Hoffnung aus, daß Großbritan­nien Ende 1919 durch freiwillige Rekrutierung alle Streitkräfte aufgebracht haben werde, die notwendig seien, um die über die gan.z« Welt verstreuten britischen Interessen zu schützen. Lloyd George erklärte, es fei unmöglich die Dienstpflicht aufzuheken, bevor sich die gegenwärtige Lage geklärt habe. Er halt: in jeder Be­ziehung fest an der früheren Erklärung über die Politik gegenüber Rußland. Bezüglich des Gerichtsverfahrens gegen den Kaiser sagte er, niemand habe vorgeschla­gen, daß die für diese MaffenschrScht-rvsi verantwort­liche Person entkommen solle. (V.;Er fragte, wel­ches Recht Großbritannien zu der Annahme habe, daß ein neutrales Land der Schauplatz des Prozesses sein solle. Die Reuttalen waven weder auf der Friedens­konferenz, noch haben sie am Kriege teilgenommen. Wenn die Sache ibncn überlassen worden wäre, so würde für eine gerichtliche Berfolgui^ des Kaisers kein Anlaß vorliegen. Die Verbündeten hätten genug Zu- trairen zu Großbritannien, um zu wissen, daß jede Per­son, die in England vor Gericht gebracht wird, g e- r« cht behandelt wird in Ilebereinstimmung mit den höchsten Traditionen der britischen Rechtsprechung, die unübertroffen seien. (Beifall.) Er habe große Erwar­tungen hinsichtlich der heilsamen Warnung, wenn erst­malig das Vorgehen eines Mannes, der vorsätzlich zwecks persönlicher Erhöhung oder aus eitler Ruhm­sucht den Krieg organisiert hat, zu einem Kapitalver­brechen gestempelt werde.

Ueber die irische Frage sagt Lloyd George, das größt« Hindernis, das einer Regelung int Weg« stehe, fei, daß die Nationalisten Wilsons Grundsätze nicht auf ganz Irland anwenden wollten, daß sie sich nicht damit zuftieden gäben, selbst das Selbstbestimmungsrecht zu verlangen, sondern anderen dieses Selbstbestimmungs­recht nehmen wollten. Er blieb dabei, daß der Frie. desverttag gerecht sei und der Welt auf Generationen hinaus beweisen werde, daß man die nationalen Rechte nicht mit Füßen treten und feierlich Verttäg« nicht bre­chen dürfe. Er glaube, daß der Friedensvertrag wie ein Leuchtfeuer sein werde, eine Warnung an die Völker und Herrscher vor den Gefahren, an denen das deutsche Kaiserreich zerschellt sei. (Beifall.) Der An­trag Bottomleys wurde abgelehnt.

Der Friedensvertrag wurde in allen Lesungen, nachdem die irischen Nationalisten als Protest gegen­über der Haltung der Regierung in der irischen Frage Abstimmung verlangt hatten, mit 163 gegen 4 Stim­men angenommen. Die den englisch-französischen Vertrag betreffende Vorlage wurde in sämtlichen Lesungen einstimmig angenommen.

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Von außenpolitischer Seite wird uns geschrieben:

Die deutsche Reichsregierung kann für jetzt und ab­sehbare Zeit mit einem bestimmten außenpolitischen Programm nicht hervortreten. Wir müssen erst wieder dieOrientierungen" bekommen, die zwar der durch den Versailler Fnedensvertrag geschaffene welt­politische Zustand in weiter Ferne erkennen läßt, die aber noch lange nicht dazu angetan sind, baj$ toit unsererseits auf solchen schwankenden Boden einen festen politischen Grundriß einzeichnen. Nur das eine ragt zur Stunde klar und deutlich aus dem große« Wirrwarr hervor: Die Verschiebung der weltpolitischen und der militärischen Machtsphäre vom Osten nach denk Westen. Es ist eine Tragik der Geschichte, daß da- deutsche S ch w e r t die Zertrümmerung des allen russischen Reiches besorgte und damit England den stärksten Konkurrenten vom Halst schaffte. Die Zerschlagung des russischen Kolosses war eine Notwendigkeit, wenn das Deutsche Reich nicht von seinem, den natürlichen Gesetzen der Schwer« folgenden und immer weiter wachsenden wuchtigen Tlluck erdrosselt werden sollte. Aber nur dann hatte Deutschland an einer s-lchen Ausschaltung seines russi­schen Nachbarn Interesse, wenn es Sieger blieb. Ärs Geschick hat anders entschieden. Rußland wird zwar kür absehbare Zeit aushörcn, eine Gefahr für Deutsch­land zu bilden, aber dieser Erfolg ist mit dem nun fast unbegrenzten Einfluß Englands im Oste n unserer Grenzen doch zu teuer erkauft. Umso­mehr, als auch die militärische Machtsphäre, wie sie 'eilher 1-o.n deutschen Heere dargesiellt war, zerrissen ist und die Westmächte einen neuen Militarismus im Westen errichten, der zum mindesten eine ebensolche Gefahr für die Ruhe und den Frieden Europas bedeu­tet, als sie von der deutschen Wehrmacht angeblich' immer befürchtet worden war.

Die deutsche Außenpolitik kann sich künftighin nicht mehr auf eine militärische Macht stützen, wie sie in Heer und Flotte verkörpert war. DaS behindert ohne Zweifel ihre Aktionsfähigkeit in hohem Maße. Wir werden uns damit abfinden müssen, für viele Jahre, ja vielleicht Jahrzehnte in allen außen- und weltpolitischen Dingen mehr oder minder von frem­dem moralischem Kredit zu leben. Dies? Tatsache zwingt uns zu ganz n^uer Einstellung unseres Han­delns, um so mehr, als wir ja auch überseeische Stützpunkte tn Gestalt hon Kolonien und sonstiger well- verbindender Hilfsmittel, tote Kabel usw. ab treten müssen. Wir werden also uns vorerst mehr passiv wie aktiv in Dingen der Außenpolitik verhalten müssen. Das hat viele Nachteile, aber auch viele Vorteile, die man gerade in unserer Lage nicht gering schätzen soll. Wir können die Dinge an uns herankommen lassen. Mann kann uns einfach auf die Dauer nicht entbehren. Und man wird es umso weniger können, je rascher und reicher das deutsche Volk von neuem Proben seines Schassens und Wirkens, seiner Tatkraft und Energie, seines Erfincungs- und Orga­nisationsgeistes gibt und damit seine Unentbehrlichkeit durch Taten beweist.

Schauen wir uns die iluumehr von den Blockade- schranken entblößte neue Welt an, so sehen wir eine Konstellation", die allerdings auf den ersten Blick unsere Lage als hoffnungslos erscheinen lassen könnte. Die Isolierung Deutschlands ist in geradezu grotesker Form vollendet. Bon allen Bundesgenossen getrennt und von seinen österreichischen Blutsverwand­ten gewaltsam abgeschnitten, dazu blutend am eigenen Körper, der rechts und links verstümmelt ist, steht das Deutsche Reich vereinsamt mitten im Ring. Und doch brauchen wir' nicht zu verzweifeln. Me Milli­onen schaffender Deutschen, und die vervielfältigten Millionen deutscher Energien in diesen Menschen lallen, sich nicht wegwischen. Und so sehen wir: man rechnet schon heute sehr nachdrücklich mit uns. Wenn auch der Westen uns vorläufig als Objekt behandeln zu tönen glaubt; er wird diese Tallik kein halbes Jahr mehr durchhalten können. Es ist ein leuchtendes Zeichen der neuen Zeit, daß vorn sernsten Osten, von China her^ der erste Versuch gemacht wird, sich Deutschland zu nähern. Die Welt wird einst einen gewaltigen Kampf im Osten sich mtstragev sehen, und jetzt schon handelt cs sich um die Gruppier­ung der Zuschauer. Die Mächte, die heute rm Sieges- triumph sich sonnen, werden einst ein sehr starkes Jnteresie daran haben, Deutschland auf einem Platz zu sehen, den sie ihm heute freilich noch nicht gönnen. Wir Deutsche werden ttotz allem einst eine sehr stark bestimmende Rolle in der Außenpolitik spielen.

Und darauf müssen wir uns heute schon vorbe­reiten. Vor allem gilt es, die Beziehungen zu den neutralen Staaten so rasch als möglich in Ord­nung zu bringen und sie zeitgemäß auszubauen. Wenn wir so die polittsche Basis deS Reiches verbreitert urch verankert haben, können wir weiter gehen: wir müssen dann den im Friedensvertrag von Versailles geschaffe- nen Tatsachen Rechnung tragen und mit den neu- entstandenen Staaten und Staatswesen in Verbindung zu kommen suchen. Mit Polen und der Tschecho- Slowakei u. s. w. müssen wir auf dem Boden nüchterner Sachlichkeit nüchterne und sachliche Staats- und Witt- * schastspolitik machen. .Gefühle müssen wir bei aüebeni beiseite lallen.

*Htem Vertreter der Radio-Agentur, der Vertrag & unannehmbar. Deutschland behandelte

' isa ®&- Versailles, 22. Juli. Nach dem

A ^kemps" hat jetzt Italien dem Standpunkt Frank- cks llii ^chs und Englands zugestimmt, Bulgarien vom ntte ü tkgäischen Meer abzudrängen und die gesamte o^ten! Küste Griechenland zuzlisprechen. Venizelos habe amwi «ßjjiibent Wilson telegraphiert, um auch ihn zu CuM veranlassen, seinen Widerspruch gegen die Lösung der thrazischen Frage aufzugeben.

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Vorlegung aller Protokolle verlangt. Die wan­kende Regierung.

wb. Versailles, 22. Juli. Ter Abgeordnete" Franklin Bouillon, Präsident des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten der Kammer, brachte Li Friedensausschutz einen Antrag ein, die Negie­rung aufzufordern, alle Protokolle der Friedens­konferenz vorzulegen und die Ratifizierung des Friedensvertrages zu verweigern, wenn der Ausschuß nicht Kenntnis aller Akten erhalte, die notwendig seien, um die Friedensklanseln und Handlungen der Regierung zu beurteilen.

wb. Versailles, 22. Juli. In der heutigen Vormittagssitzung der Kammer bcantragie dec Sozialist Bon, die auf der Tagesordnung stehende Aussprache über Ernennungen zur Ehrenl.gioil zu vertage», da es keine Regierung mehr gebe. Die Kammer habe Freitag durch Annahme der Tagesordnung Augogueur dem Ministerium ihr Mißtrauen ausgesproch-en. Trotz des Widerspruches des Justizministers Nail pflichtete die Kammer Bon bei und vertagte die Sitzung auf Nachmittag. Zu Beginn der Nachmittagssitzung erklärte sich Ministerpräsident Clemenceau bereit, die Interpellationen des Deputierten Fournier über die

fsä es ine Truppen aus Schantung zurück- ichen und nur seine wirtschaftlichen Ansprüche -nt-d die Bahnen aufrecht erhalten will.

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leitet, um Ersatzansprüche beim Reich fiir die kckil!?M,rch ben Frieden für Preußen eingetretenen Schä-

iuflichi ktt anzumelden.

Um die thrazische Küste.

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ig, pjAcutschland ratifiziert: aber immer noch warte ' ie deutsche Regierung vergeblich auf die Bildung

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