-Mit dem Kreisblatt für dm Kreis Marburg
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Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
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wb. B e r l i n , 22. Juli. Der „Petit Parisien" «ringt eine Meldung aus Versailles, daß eine
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«en militärischen Arbeiten verwendet werden. m lshre Behandlung ist sehr schlecht, die Verpflegung 22 anz unzureichend. Die deutsche Regierung hat um lllsklärung ersucht.
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Ke «v5lShru»s des SnedeMNlrages.
wb V e r s a i l l e s, 22. Juli. Gestern fand hier
Gefängnisstrafe von 15 Tagen und gab ihm auherdem eine Geldstrafe von 1000 M. — Man rechnet hier »tt ein«» «WR Putsch für feie A^rhrijche R-Wchlit, DozM,
penzusammenziehungen weisen deutlich auf einen Angriff auf die rumänische Front hin. Wie verlautet, ist die Ernennung eines französischen Generals, wahrscheinlich Mangin», der eine lange Unterredung mit Clemenceau hatte, zu erwarten. Er soll die Führung aller verbündeten, tschecho-slowakischen, rumü- nischcn und südslawischen Heere, die gegen die Ungarn kämpfen werden, übernehmen. Wahrscheinlich werden die Westmächte bald Kriegsmaterial, Waffen usw. senden. Es ist jedoch klar, daß keine französischen oder griechischen Truppen entsandt werden sollen. Nicht nur im Falle Ungarns, sondern auch zur Durchführung des Friedensvertrages würden Frankreich, England und Amerika nicht geneigt sein, neue militärische Verantwortlichkeiten auf sich zu nehmen.
Das Unterhaus über de« Friefeeusoertrag.
wb. London, 22. Juli. (Reuter. Unterhaus.) Clynes erklärte im Namen der Arbeiterpartei, das Haus dürfe die Abstimmung über den Friedensvertrag nicht überhasten, da er bestimmte Mängel enthalte. Er trat mit beredten Worten für internationale Zusammenarbeit ein. Die nächsten Redner stimmten einmütig dem zu, dast der frühere Deutsche Kaiser vor Gericht gestellt werden solle, wenn auch Meinungsverschiedenheiten über den Ort in der Versammlung ve- standen. Alle Redner zollten dem Mut, der Erfindungsgabe und der unermüdlichen Tatkraft Lloyd Georges warme Anerkennung, da er nach seinen eigenen Worten die kolossale, beinahe unmögliche Aufgabe hatte, die auseinandergehenden Ansichten innerhalb der Konferenz in Uebereinstimmung zu bringe«.
Im Ausland.
wb. B e r l i ,i, 2L Juli. Von gut unterrichteter Seite verlautet: In Frankreich streiken die Av- beiterverbände der Verkehrsinstitute wie Post und Telegraphie nicht. In England ist vom Ausstand nichtdie Rede und in Italien nur an einzelnen Orten. Wo gestreikt wird, werden wirtschaftliche Forderungen als Grund angegeben.
wb. London, 21. Juli. (Reuter.) Der Ausstand der Bergarbeiter von Porkshire dehnte sich weiter aus. Er umfaßt jetzt 200 000 Trbeiter.
, 22. Juli. Rach einer Meldung f. Boltsztg." richtete der frühere Lon-
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und ihre früheren Stellungen wieder einzu- *• Die allgemei ne Mobilmachung wurde '• Juli besohle». Die Dorbereiiuugen und Trup-
waren bereits etwa 1500 Unabhängige versammelt. Sie wurden durch Militär zerstreut.
Berlin, 22. Juli. Die von der sozialdemokratischen Partei Unberufenen Demonstrationsversammlungen wurden nach einem,, wie die meisten Blätter meinen, einheitlichen Plan von den Unabhängigen und dem — nach den Worten de» „Vorwärts- — mit ihnen sympathisierenden Jan. Hagel ohne Ausnahme gesprengt. Zu einem blutigen Tumult kam es im Gewerkschaftshause, in dem der „Verwärts"redakteur Kuttner referierte. Seine Worte gingen bald im Tumult unter. Als die Versammlungsleitung für Vertagung der Ver- sammlung eintrat, bis die Ruhe wiederhergestellt sei, begannen die Unabhängigen und Kommunisten eine allgemeine Schlägerei. Zahlreiche Personen wurden mehr ober minder schwer verletzt, darunter auch der Referent. Plötzlich krachten 5 der 6 Revolverschüsse, worauf sich der Saal schnell leerte. Zahlreich« Tische und Stühle lagen zertrümmert umher. Die Verletzten wurden nach dem nahegelegenen Krankenhaus« geschafft. UeberaL waren nach dem wüsten Kampf auf dem Fußboden des Saales und attf den Treppen Blutspuren zn sehen.
In Spandau wird in allen sebenswichtigen Betrieben gestreikt. Spandau ist ohne Gas und El«k» trizität. In Siemensstadt verhindern Streikposten die Arbeitswilligen, in die Fabrikräume einzu» treten. Das Wernerwerk wurde von einigen Hundert Arbeitswilligen gestürmt, die Streikposten schlugen ste aber in die Flucht. In den Staatsbetrieben Spandau» wird gearbeitet. An der Eck» Brunnen- und Jnvalidenftraße kam es mit Ausständigen und wilden Fuhrwerken zu Zusammen- flößen. Teilweise wurden die Wagen umgestürzt.
3m Reiche. - -----
tob. Berlin, 21. Juli. In den größeren industriellen Betrieben Hannovers ruht seit 11 Uhr vormittags die Arbeit. Hüter freiem Himmel hielten die Kommunisten und Unabhängigen Versammlungen ob, nach bereit Schluß die Teilnehmer, mehrere Tausend Mann, nach dem Rathaus zogen, wo weiter« Ansprachen gehalten wurden. Die Fabrikbetriebe in Erfurt ruhen vollkommen. Di« Arbeiter der städtischen Elektrizitäts- und Wasserwerke sind ebenfalls in den Ausstand getreten. Di« Zeitungen erscheinen nicht. Die Kundgebungen in Kiel sind ohne nennenswerte Störungen ver- • laufen. In allen größeren Werken ruht die Arbeit. In Nürnberg streikt der größte Teil der Ar- beiterschaft. Die Zeitungen erschienen-nicht. Der Straßenbahnverkehr ruht.
wb. Königsberg i. Pr., 21. Juli. Hier veranstalteten Arbeiter, darunter Eisenbahner und Elektrizitätsarbeiter, Gaswerksarbeiter usw. einen Umzug durch die Stadt mit Fahnen, bei denen die Internationale gefeiert wurde. Mehrere Redner hielten Ansprachen. Die Straßenbahnen verkehrten nicht. Die Zeitungen konnten nicht erscheinen.
wb. Frankfurt a. M., 21. Juli. In zwei starkbesuchten Versammlungen der Mehrheitssozialisten und der Unabhängigen wurde gegen die Weltreaktion und für die Wiedervereinigung des Weltproletariates protestiert. Alle Versuche bet Unabhängigen, die Mehrheitssozialisten in ihrer Versammlung zu stören, führten zu keinem Erfolge. Zu Ruhestörungen kam es nirgends. Auch die Arbeit wurde in allen hiesigen Betrieben aufrechterhalten.
tob. London, 22. Juli. (Reuter.) Da« Postamt teilt mit, daß jetzt wieder Post für Deutschland angenommen wird.
Ueberfoll auf englische Truppen in Indien.
wb. S i m l a, 21. Juli. '4000 Eiammesangeybffge griffen eine britische Eskorte an, die sich auf dem Wege nach dem Fort Landeman an der afghanischen Grenze befand, und nahmen sie gefangen. Vier britische Offiziere der Eskorte wurden getötet, zwei verwundet. Die indischen Truppen hatten 100 Mann Verluste. Der Feind erbeutete zwei Geschütze.
nach dem Ausscheiden Kurdirektot v. Cbmeyers keine Repräsentationspersönlichkeit für bu
ner französischen Kommission die Bedingungen reinbart habe, unter denen die deutsche Regie- ng 500 000 Arbeiter in die zerstörten Gebiete tsenden werde. Wie von zuständiger Stelle dazu !ärt wirb, ist an dieser Nachricht kein wahres
Bus hin 6Wen Seine!.
Wiesbaden, 21. Juli. Der Magistrat plant eine Umgestaltung des ganzen Kurbetriebes. Es soll
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ner Botschafter Bürst Lichnowsky an den glischen Minister des Aeußern Balfour ein Tele- amm mit der Bitte, auch dem südlichen an Tschechien grenzenden Teil des Kreises Ratibor, in m ber, Fürst seinen Wohnsitz hat, das Recht der olksabstimw.ung nachträglich bei den verbündeten egierungen zu erwirken.
wb. Amsterdam, 22. Juli. Laut „Allgem. ndelsbl." meldet „Daily Telegraph" aus Paris, an frage sich im Rat der Fünf, wie der Völker-, nd seine Beschlüsse bezüglich der ihm als Mandat gewiesenen Gebietsteile, wie z. B. Oberschlesien, ^nzig, Memel, Klagenfurt und das Saargebiet n streitenden Parteien auferlegen solle. Man e mehr und mehr ein, daß er ihnen durch eine . ^^ärmacht Nachdruck verleihen müsse, da ®fe Beschlüsse sonst von den widerspenstigen Ele-
ten in Europa nicht berücksichtigt werden wür-
~ Wie „Daily Telegraph" aus Paris meldet, ttd die gesamte russische 'Politik der Verbündeten
Balde von neuem erwogen werden.
Die Wirkung der Blockadeaufhebung.
nEwaltigen Bedarf Deutschlands entsprechen «u r Verfügung stehenden Zah- . - g 2 m i 11 e l n i ch t. Rur langfristiger Kredit als Zahlungsmittel für unser« dringendsten m-ksursie schaffen. Die Regierung ist eifrig be- «9J. unseren Auslandskredit zu heben. Lang-
|Dte „Oderhessische Zeitung" erscheint sechsmal wSchentlich. — Der 4/*Q IBezugspreis beträgt monatlich 1.60 X. frei in« Hau»; durch di« Poft 1UÖ 1.75 X. »hne Bestellgeld. — Verlag uon Dr. C. Sitzerath.
Markt 21/2*. — Kenlsprecher SS.
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-Mebimg der Blockade wird ein« sofortig« und /Meidende Umwälzung unserer Ernährungswirt- nicht bringen können, doch wird mit einer
—■ trte*- Umständen den baldigen Zusammen- ftuch des deutschen Wirtschafts- L ebens nach sich ziehen muß. Die verbündeten |P legierungen verlangen die Vorlegung eines 1 y flaues über die vom September ab möglichen Lie- WW trungen. Die Verhandlungen werden am Don- lerstag fortgesetzt.
Die französische Regierung ist durch eine Note ärauf hingewiesen worden, daß nach aus Budapest ; ingeiroffenen Mitteilungen etwa 4000 bis 5000
_________ arkem tauf» männijchen Talent, der alle Zweige >... , urverwaltung unter seiner Leitung vereinigt. Er erhält Sitz und Stimme im Magistrat. — Der Lehrer Müller hatte einen Schüler französischer Geburt von der Klasse wegen ungebührlichen Benehmens verprügeln lassen. Da» französische Oberpolizeigerichi nahm den Lehrer m eine
o e r i t n, zi. ^uu. lieber die voraussicht- 9iit Wirkung der Aufhebung der Blockade wird r®’; zuständiger Stelle vermutet, daß uns aus —- neutralen und bisher feindlichen Ländern
förds Mengen Lebensmittel angeboten werden, zu- k* ^kilich noch zu hohen Preisen. Die bevor- llnt Elende Aufhebung der Devisenordnung wird den lisch, ^noel erleichtern, aber nur teilweise, denn dem
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tob. Amsterdam, 22. Juli. Reuter meldet ans Washington, daß Wilson an Dysenterie erkrankt ist. Der Arzt erklärt sein Befinden nicht für ernst. Der Präsident mußte jedoch seine Besprechungen mit den republikanischen Senatoren wegen des Friä>enSvertrages absagen.
Laut „Telegraaf" meldet die „Times" aus Neto- yorih daß außer dem Ausstand im dortigen Hafen, wo 500 Schiffe, und an der Küste, too weitere 700 still liegen, in Chicago 100 000 Arbeiter des Baugewerbes ausgesperrt wurden, nachdem 80000 Arbeiter infolge Lohnforderungen die Arbeit niedergelegt hatten. In Boston streiken die Straßenbahner und 100000 Arbeiter der Zigarrenindustrie.
Die Vorbereitungen gegen Ungarn.
^Amsterdam, 21. Juli. Laut „Allgem. Handel s- „Daily Telegraph" aus Paris: Der Rat » tt'mf hat in Gegenwart Fachs über die ungarische fei', ®l?cr.ö-cn- I» Böhmen ist vor einigen Wochen an ^L'ttjiere des alten Heeres ein Aufruf gerichtet in dem sie aufgefordert werden, ihren früheren
Amerikanisch-mexikanischer Zwischenfall.
wb. A m st « r d a m, 21. Juli. Dem „Telegraaf" zufolge meldet die „Times" aus Newyork, daß die ohnehin gespannten Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko durch einen Zwischenfall bei Tampico verschärft wurden. Die Mannschaften eines amerikanischen Kriegsschiffes, die im Motorboot, das das Sternenbanner führt, fischten, wurden am 6. Juli von mexikanischen Soldaten überfallen und ausgeraubt. Der Hilfssekretär des Staatsdepartements der Vereinigten Staaten erklärte, daß dieser Zwischenfall der ernsteste sei, der sich in den letzten Monaten ereignet hätte.
Marinesekretär Daniels erklärte, et habe um naher« Aufklärungen eruscht, und von dem Ergebnis dieser Anfrage werde er abhängen,- ob der amerikanische Botschafter in Mexiko Schritte unternehmen weid?.
Reuter meldet aus Washington, daß die amerikanische Regierung bei der mexikanischen Vorstellungen erhoben habe. Das Kriegs-und Marine- Departement gaben sich übet den Ernst der Lage keiner Täuschung hin. x
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In Trotz-Berlin. — Die Versammlungen Jrtt Mehrheitssozialisten gesprengt.
wb. Vetlin, 21. Juli. Trotz des Verbots von Versammlungen unter freiejn Himmel versammelten sich heute vormittag in Treptow und im Friedrichshain Tausende Anhänger der H. S- P. D.,> um gegen den Eewaltfrieden und Imperialismus und für Völkerverbrüderung zu demonstrieren. In Treptow wurde an fünf Stellen gesprochen. Im Friedrichshain wurden die Versammlungen durch Militär gesprengt. Als der Aufforderung zum Auseinandergehen nicht Folge geleistet wurde, feuerten die Truppen Schreckschüße ab, worauf die Menge unter Hochrufen auf die Internationale sich zerstreute. In den ersten Nachmittagsstunden bewegte sich eine große Menge Demonstranten vom Humboldthain aus nach dem Innern der Stadt zu, die sich allem Anschein nach zu den um 4 Hhr an- gesetzten Versammlungen zum Schlosse begeben wollten. Die Regierung sorgte für ausreichenden militärischen Schutz. Die 2. und 3. Marinebrigade sind einmarschierft Die Division Lettow-Vorbeck ist näher an Berlin herangezogen worden. Alle öffentlichen Gebäude, besonders das Schloß, sind mit starken Wachen besetzt. •
Viele Häuser tragen nationalen Flaggenschmuck als Demonstration gegen den internationalen Charakter des Ausstandes.
Die Umzüge der Unabhängigen und Kommunisten haben wie am Friedrichshain, wo etwa 6000 Personen demonstrierten, auch an anderen Plätzen im wesentlichen nach Abgabe einiger Schreckschüsse ein schnelles Ende gefunden. Zu Zusammenstößen ist es bisher nur am Lustgarten und Unter den Linden gekommen. Als die Menge heute nachmittag 2 Uhr mit roten Fahnen Unter den Linden passierte, feuerte plötzlich ein 17jähriger Bursche einen Revolver in die Lust ab. Die Menge wurde sofort aufgefordert, sogleich auseinanderzugehen. Als Antwort fielen zwei Schüsse. Nun gab man den Befehl zum Feuern, worauf einige Personen verletzt wurden. Nach Säuberung der Straße zogen mehrere Tausend Leute in nördlicher Richtung davon unter fortwährenden Rufen „Hach die Jnternaftonal« und die Revolution! Nieder mit der Regierung! Nieder mit Noske!" Nach den bisherigen Feststellungen wurden drei Personen verletzt. Eine Anzabl Personen, darunter 6 Motrosen, wurden verhaftet. An anderen Stellen kam es z« Zusammenstößen zwischen den Fuhrwerksbesitzern, die ihr« Wagen zur Beförderung der Personen benutzten, und den Ausständigen. Die Mchrheitssozialiften hielten in 9 Lokalen Ber- fammlungen ab.. Als bi« Mehrheitssozialisten vor den Einungen der Versammlungslokale erschienen^
( ws Rußland zurückkehrende deutsche Kriegsgefan- ' ene von den tschecho-slowakischen Militärbehörden ^gehalten und zwangsweise zu Schanz- und aiR
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. Nach den Friedensbedingungen für Deutsch-Österreich darf dieses eine Armee von 30 000 Mann unter» । halten und muß sich wie Deutschland grundsätzlich für alle aus dem Krieg entstandenen Verluste und Schäden veranttoortlich anseben. Die Wicdergntmach- ungskommission setzt unter fast glichen 'V'v.ignngen tote für Deutschland die bis zum 12. Mai 1920 zu zahlende Entschädigungssumme fest. Di« Vorkriegsschulden Oesterreich-Ungarns wird von allen Sukzessionsstaaten und Oesterreich getragen. Der Anteil den jeder Staat an dieser Schuld haben wird, wird von der Wiedergutmachungskoiumnsion festgesetzt. An der Kriegsschuld nehmen die Sukzessionsstaaten nur bis zum Betrage von 1500 Millionen Goldsranken teil. Hiervon entfällt die Halste auf Tschecho-Slo- -vakieit, die andere Hälfte wird gemeinsam von Polen, Rumänien un£ Südslavien getragen.
Die Bestimmungen des früheren Entwurfes bezüglich der Grenzen Tirols bleiben ohne jede Veränderung bestehen, sodaß also Südtirol bis zum Brenner italtenisch werden soll. In Kärnten wird eine Abstimmungszone geschaffen, die im wesentlichen das ganze Klagenfurter Becken umfaßt. Zunächst wird innerhalb dreier Monate nach dem Inkrafttreten des Vertrages im südlichen Teil abgestimmt. Fällt die Abstimmung zugunsten Deutsch-Oesterreichs ’ aus, so fällt auch der nördliche Teil ohne weiteres und ohne besondere Abstimmung an Deutsch-Oesterreich. Entscheidet sich das südliche Gebiet für Jugoslavien, so wird drei Wochen später im nördlichen Gebiet die Abstimmung vollzogen. Deutsch-Westungarn wird zum großen Teil Deutschösterreich zugesprochen, sodaß Oedenburg und der Neusiedler See an Deutfch- österreich kommen. Die Grenzen gegen die Tschecho- Slovakei sind insofern leicht geändert, als die Grenze nicht am rechten Marchuser, sondern mitten im Flusse verlauft, sodaß Deutschösterreich die Schiffahrt ermöglicht wird.
Zu dem österreichischen Friseusentwurf sagt „Echo de Paris": Man tonn eine Volksmasse, bie so bebeutenb ist wie der germanische Block zwischen Rhein und Weichsel nicht vernichten. Selbst wenn der Vertrag *on Versailles dem Buchstaben imch ausgeführt würde, würde das Deutsche Reich schon allein durch seine Mass« mach tig bleiben. Aber mit seinen sechs bis fieben Millionen Einwohnern wird Oesterreich glatt unter die Verwaltung der Verbündeten gestellt. Di« Wiedergut- machungskommisswn wird über Österreich herrscl-en. — Das „Journal" sagt: Hier wird kein Frieden geschlossen, hier wird einfach liquidiert. Auch her „Figaro" ist skeptisch Die Österreicher würden durch den Vertrag instinktiv dazu getrieben, Hilfe bei Deuffchland zu suchen. Die „Humanite" verurteilt den Vertrag schaff. Er übermittle dreieinhalb Millionen Deuffch-Böhmen der tschechischen Oberherrschaft, ohne ihnen den Schutz des Völkerbundes angedeihen zu lassen, der 500 WO Tschechen in Deutsch-Oesterreich zugestand«» werde. Das Blatt fordert zum Kampf gegen diesen Vertrag ans. „Oeuvre" erklärt, man rvolle Oesterreich zum Basallen-- tum verurteilen. Durch diese migeschickte Politik überliefere man die junge Demokratie -feem Bolschewismus und Deutschland.
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Kö unteren Auslandskredit zu heben. ßang= Hirt« eh» r-Ätebite werden die Valuta steigern und te fcrp1,.,®en^unÖ ber Preise herbeiführen. t»«1' 'Editgeber werden aber nur Vertrauen z> °wo^ ■‘»innen, wenn hier gearbeitet wird ckc uffiphnnA Szi*. - -
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6S L, ■ tr.® infuhrkontrolle muß bestehen blei- fei*’ °lS e“1 Ausgleich zwischen Angebot und Nach- " ■ h"gestellt ist. Bis dahin muß sich der Handel adt^ 'ckchränkungen auferlegen.
jhte erste Besprechung zwischen den Vertretern der jerbünbeten Regierungen und der deutschen Re- , ' xjerung sowie Sachverständigen über dieKohle n-
» ”” liefetungen statt, die Deutschland gemäß dem , ftiedensvertrag an die Westmächte zu leisten hat.
)ie deutschen Vertreter legten die gegenwärtige 85 iohlenlage Deutschlands dar, aus der sich ergab, Xnn«; toß die Abgabe von Kohlen unter den gegenwär- igen Verhältnissen die schwerste Gefährdung, ja