Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

II Tageszeitung für (bas früher kurhessische) Oberhessen

maH

1919

>8 L

vor,

en Blockadeab

IIitiid)c Konsuln nach Deutschland gehen, um

IS

6

ev

o.

Geor jat mi nmdbul nögenr

Berlin, 12. Juli. Das Gocke-Kal korpZ wird demnächst aufgelöst und wchrbrigaden eine.'gliedert.

^iung in der Frage gefunden hat.

. wb. Versailles, 12. Juli. In der heutigen

wb. V e r n , 12. Juii. Der Pariser Korrespon- derNeuen Züricher Zeitung" bestätigt, daß

Marburg

Montag, 14. Juli

merksam gemacht, daß es die vornehmste Pflicht Deutschlands sei, bei den zurzeit von den Gefange­nen begonnenen Arbeiten eine Unterbrechung nicht eintreten zu lassen.

tu. Essen (Ruhr), 13. Juli. Die Rückkehr der ersten deutschen Kriegsgefangenen in das rheinisch- westfälische Industriegebiet hat begonnen. Vor­gestern und gestern sind mehrere Transportzüge ein­getroffen. Es handelt sich um Truppen aus Salo­niki, die zum Teil im besetzten rheinischen Gebiet und zum Teil im rechtsrheinischen und westfälischen Industriegebiet beheimatet sind. Die Truppen ka­men in Duisburg an, von wo aus sie in die ver­schiedenen Städte weiterbefördert werden. Dem­nächst werden Transporte aus England erwartet.

wb. Berlin, 13. Juli. Der Rest aller noch in der Türkei und in Saloniki festgehaltenen deut­schen Truppen hat am 28. Juni mit den Transport­dampfernReschid Pascha" undAkdenis" die Heimreise nach Deutschland angetreten. Ihr Ein­treffen in Hamburg oder Bremen wird ungefähr für den 18. Juli erwartet.

' Die Frage der Ratifikation durch die Bundesstaate«.

wb. P a r i s, 12. Juli. (Havas.) Die Blätter sind der Ansicht, daß die Ratifizierung des Frie» dsnsvertragcs durch die deutsche Nationalversamm­lung nicht hinlänglich sei, da nach der deutschen Reichsversasiung zu terrtiorialen Abtretungen auch die E i n z e l st a a t e n, von denen etwas abgetre­ten werden solle, ihre Zustimmung geben mutzten. L'Oeuvre" meint, haß der Vertrag weder von P r e u tz e n noch von Bayern ratifiziert worden sei, deren Staatsgebiet teilweise umgestaltet oder besetzt werde. Auch derPetit Parisien" betont, datz die Ratifizierung durch Bayern und Preußen erwünscht wäre. Andere Blätter, wie derHomme Liber*', äußert sich ähnlich und glauben nicht an den deutschen Friedenswillen.

Von zuständiger Seite wird dazu erklärt: Diese Frage wurde vor der Ratifikation von den zuständigen deutschen Stellen reiflich geprüft. Man gelangte üder- einstimmend zu dem Ergebnis, dah^ allein die Nationalversammlung und der Staatenausschuß die Ratifikation zu genehmigen hätten. Die Grundlage hierfür bildet das Gesetz über die vorläufige Staats­gewalt vom 10. Februar 1919. Hiernach hat die ver- saisunggcbende deutsche Nationalversammlung die Aus­gabe, neben der künftigen Reichsversasiung auch sonstige dringende Reichsgesetze zu beschließen. Das Gesetz sieht ferner ausdrücklich vor, datz der Friedensschlutz durch Reichsgesetz erfolgt. Damit ist die Reichsgcsetz- g:bungskompetenz für den Friedensschlutz unbeschränkt, also auch für den Fall gegeben, datz der Friedensschlutz die Abtrennung von bundesstaatlichen Gebieten vor­sieht. Für das Zustandekommen der Reichsgesetze wird die Ueb.'reinstimmung zwischen der Nationalversamm­lung und dem Staatenausschutz gefordert. Die Rati­fikation des Vertrages wurde denn auch, bevor das Gesetz über den Friedensschlutz der Nationalversamm­lung vorgelegt wurde, vom Staatenausschutz unter Zu st i m m u n g der preußischen und bayerischen Vertreter genehmigt. Es kann daher keinem Zweifel unterliegen, datz das Gesetz über den Friedensschlutz in vollkommener Uebereinitimmung mit dem gegenwärtig in Deutsch­land geltenden Staatsrecht erlaflen wurde. Dement­sprechend wurde auch in der Not« der Verbündeten die vom deutsch?« Reichspräsidenten vollzogene N atifi- kation als ordnungsmäßig und vollständig anerkannt.

Clemenceau über denFrieden der Gerechtigkeit".

wb. Versailles, 12. Juli. Vor der Friedens­kommission der Kammer erklärte Clemenceau gestern, der Friedensvertrag fei auf dem Grundsatz aufgebaut, Gerechtigkeit und Genugtuung zu schaffen, in welchem Sinne auch der aufgezwungene Krieg geführt worden sei. Der (Mundgedanke des Vertrages fei, den Welt­frieden durch die Vereinigung der vier verbündeten Großmächte aufrechtzuerhalten. Auf eine Anfrage Barthous erklärte Clemenceau, es fei charakteristisch Mr den Vertrag und es müsse wie eine Befriedigung der Moral angesehen werden, datz di« für den Krieg ver­antwortlichen Persönlichkeiten angeklagt und abge­urteilt würden. Das sei eine Strafe und eine Mahnung zugleich. Man werde davon nicht abgehen.

Aufruf bentfdjet Hochschullehrer.

wb. Berlin, 13. Juli. Die Berliner Blätter bringen einen Aufruf deutscher Hochschullehrer zum Einspruch gegen die unerhörte Schmach, die unsere Feinde unserem Volke antun wollen, indem sie die Auslieferung und Aburteilung des Kaisers und unserer besten Männer durch ein parteiisches, von Haß und Rachsucht eingesetztes Gericht verlangten. Di« Forderung sei um so schamloser, da sie unter der heuchlerischen Maske der Gerechtigkeit er­hoben worden sei. Die Unterzeichner erklären, daß st«, wenn die Erfüllung der Forderung erzwungen werden sollte, sich mit vollster Verachtung von Nationen abwenden würden, in denen sich die sitt­lichen Kräfte nicht fanden, um dieses verbrecherisch« Gaukelspiel zu unterdrücken und alles daran setzen werden, um diese Gesinnung auf Kinder und Kin- drskinder zu vererben und in der deutschen Nation dauernd lebendig zu arhalten.

«n Konsulardienst wieder einzurichten. Ein V o t - Hafter werde bald für Berlin ernannt werden, sie Regierung wünscht den britischen Kaufleuten kn Verkauf von Waren an Deutschland zu erleich- kkn. In der nächsten Woche werden die Abmach- Kfien. für die Wiederaufnahme des Handels be- rnnt gemacht werden. Für die Ausfuhr aus ^ntschiand werden die Beschränkungen bestehen Eriben. Für die Reise nach Deutschland werden ©tläufig noch Beschränkungen gelten und eine be- mdere Erlaubnis nötig sein. Bona fide-Kauf- kuten würden keine Schwierigkeiten gemacht wer- en.

. wb. Ä a s h i n g t o n, 12. Juli. (Reuter.) Die Hstfahrtsvcrbinduugen mit Hamburg und Bre- krn werden wiederhergestellt, sobald Ladungen da- « aufgebracht werden können. Von Philadelphia >rrd sofort ein Schiff Nach Hamburg abgehen. Aus kn südlichen Häfen wird Baumwolle direkt °ch Deutschland verschifft werden.

Die Freigabe der Gefangene«.

L-G- k.

bekam! »erblindeten Mächten abgefchloss 6161 tontmen zu erlangen.

tob. Amsterdam, 11. Juli. DemAlgemeen landelsblad" zufolgeb berichtet der politische Mit­

in 17 elszensur für Deutschland wurde zugleich mit «schäft? >er Blockade aufgehoben. Mit den neutralen h fiaitf Ländern sind Verhandlungen izn Gange, um deren »sortige Einwilligung zur Aufhebung der mit den

Kupons solcher Werte, die seit 1. August 1914 feind- ichen Untertanen gehören oder gehört haben. Der Zerlauf und Ankauf von Markwerten ist nur durch Vermittlung der zuständigen Banken nach dem Ge­rtz vom 3. April 1918 gestattet.

wb. Paris, 13. Juli. (Amtlich.) Die Han-

Sie Stiüimo in KM

wb. Amsterdam, 12. Juli. DieTimes" meldet aus Peking, daß ganz China in verzweifelter Stimmung über die Lösung der Schantungfrage im Friedensvertrag sei. Die Haltung der chinesischen Abordnung, die sich weigerte, zu unterzeichnen, fin­det allseitig Zustimmung. Die Aussichten auf einen Sonderfri eben zwischen den Chinesen und Deutschland erscheinen keinem C-/.nesen als etwas Außergewöhnliches. China behandelte die Deutschen stets freundlich. Wenn es gegen sie ein­schritt, so tat es dies nur unter dem Druck der Verbündeten. Mit Ausnahme der deutsch-asiatischen Bank ist das meiste deutsche Eigentum unliquidiert geblieben und wartet auf die Rückkehr der Besitzer. Der Korrespondent derTimes" sieht den Grunb für die Freundlichkeit der Chinesen gegenüber den Deutschen darin, daß die Deutschen seit der China- expedition die Chinesen stets mit großer Mäßigung behandelt haben. Es scheint, Deutschland hat seine Stellung in Schantung nie zu einer Haltung aus­genutzt, die die Chinesen für ihre Souveränität fürchten ließ. Die Haltung Deutschlands weicht sehr von der Haltung der Weftmächte ab. Ebenso war es Deutschland, das die Initiative zur Erleichterung der chinesische« Anleihen für die Anlage von Bahnen nahm. In China dauert der Boykott ge­gen dir Westmächte fort. Im ganzen Lande halten

Nachdem sich auch in der sorialdcmokratischen Frak­tion der Nationalversammlung keine Mehrheit für Ne von dem Weichswirtschaftsministrr Wissell und seinem Unterftaatssekreiär v. Möllendorff vertretene auf die Vorschläge Walter Ratheimus zurückgehend«gebundene Planwirtschaft" gefunden hat, ist Herr Wissell nun doch aurtitfgetreten. Die Gegnerschaft sowohl des Kabinett- wie der Mehrheit der sozialdemokratischen Fraktion gegen die Wissellschen Pläne ist umsomehr beachtlich, als Derr Wissell auf dem letzten Parteitag für seine Pläne Bil­ligung und Rückendeckung gefunden hat. Der Widerstand des Kabinetts bedeutet das Eingeständnis, datz ietzt nichts ziveckwidri'ger und unheilvoller für das deutsche Witt- schastsleben wäre als Versuch« mit einem neuen büro­kratisierenden und schematisierenden Wirtschaftssystem.

Die nach sachkundigem Urteil die Kriegswirtschaft in ihrer Wirkung noch ül>ertrumpfende Planwittfchaft hätte unsere besten Zukunftskräfte gebunden. Denn nur im freien Schaffen können sich Unternehmungslust und Arbeitsfreude betätigen. Das System Wissell hätte ferne« die Entartungserscheinungen, die während des Kriege- zutagegetreten finb, verewigt. Schleichhandel und Schie- beirtnm können nur ausgemerzt werden, wenn Wicke« frische, freie Lust durch unser gesamte- Erwerbsleben weht. Mit der Planwittschast hätte man den krank- und schadhaften deutschen Wirsschaftskörper wahrscheinlich rasch zu Tode kuttett. Gibt man die bislang gebundenen Kräfte frei, so kann man sich, wenn auch nur allmähllch^ Heilung versprechen. Schon heute beweisen Preis« und Ware;!i:n ter schiede zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet, datz die Zwangswirtschaft ganz sonderbare und ungesunde Blüten treibt. Und die ausnahmsweise zuge» lasicne Durchbrechung der Zwangswirtschaft hat stet- einen durchschlagenden Beweiserfolg gegen Herrn Wissell gehabt.

Die Regierung will Milliarden über Milliarden für Reichsbedürfnisse aus der deutschen Volkswirtschaft schöp­fen. Da wick es dem Kabinett und der Fraktionsmehrheit klar geworden sein, datz man einen Wittschaftskörpe« nicht die letzte und äußerste steuerliche Kraft absurden« kann, während man ihn einem lebensgefährlichen Experi­ment unterwirft. Unter diesen Umständen hat «an auf das Expettment verzichtet. Freilich wird das deutsch« Wirtschaftsleben nun nicht von jedem Zwang befreit. Welchen Weg das Kabinett einschlagen will, ist bereit* in der Presse kurz dargelegt worden, und Ministerpräsi­dent Bauer wird in seiner bevorstehenden Programm rede ' in der Nationalversammlung vermutlich ausführliche« daraus eingehen. ES war nicht zu erwarten, datz da- in seiner Mehrheit sozialistische Kabinett -ewillt wäre, daS freie Spiel der Kräfte im Wirtschaftsleben wie vor dem Kttege wieder herzustellen. Das Kabinett sowohl als auch die soxialdemokrattsch« Fraktion haben ja die Wisselsche Planwirtschaft mit deshalb abgelehnt, well sie nach ihrer Meinung die Sozialisierung hemm«. Ul* die Sozialisierung in größtmöglichem Umfänge dnrchzn- führen, wecken sich beide Faftoren umsomehr ango- legen sein lassen, als sie bestrebt sein müssen, den Unab« hängigen den Wind auS den Segeln zu nehmen. Zmn anderen sprach bei dem Widerstand gegen die Planwirt­schaft aber doch die Einsicht mit, daß an dem todkranken Wirtschaftskörper Deutschlands keine neuen Experiment« vorgenommen werden dürfen, wenn er wieder lebens­kräftig gemacht werden und gesunden soll.

izrat ,,:uei5oiao zusoigev vericyrer oer pouniaje :uin= _____L- Arbeiter derDaily Mail", daß demnächst mehrere

DieOberhessische Zeitung" erscheint fechrm«! wöchentlich. Der >ret« beträgt monatlich 1.60 jH. frei in- Hau»; durch die Poft JL ohne Bestellgeld. Verl«, von Dr. C. Hitzeroth.

Markt 21/». Fernsprecher 65.

F E e ftellung vonArbeitskräften als * Ochste wichtige Aufgabe. Es wurde ausdrück- 7 betont, dafp die Freigabe der deutschen Kriegs- Mangenen nicht von der Gestellung dieser Arbei- |j ^hängig gemacht werden solle. Jrn Anschluß 'le Erklärung wird nachdrücklich darauf auf-

Sie WWW Der MM.

Die Wiederaufnahme der Beziehungen.

wb. V e r s a i l l e s, 13. Juli. Ministerpräsi- nt Clömenceau hat eine Note folgenden Inhalts ; den Präsidenten der deutschen Friedensabord- ng gerichtet:

Sie haben mit durch die Note vom 10. Juli mit­teilt, daß der Präsident des Deutschen Reiches am . d. Ms. nach Zustimmung der gesetzgebenden Ver- mmlungen die Ratifikation des am 28. Juni un- rzeichneten Fritzdensvertrages, des augeschlossenen roiokolls und das Abkommen betreffend die mili­rische Besetzung der Rheinlands, die am selben ;age unterzeichnet wurden, vollzogen hat. Die atisikationsurkunde ist in einmaliger Ausferti- ung heute im Eeneralfekretariat des Friedenskon- gesses niedergelegt worden. Ich habe die Ehre, neu mitzuteilen, daß die alliierten und assoziier- n Regierungen Kenntnis davon genommen haben, ß die ordnungsmäßige und vollständige Ratifizic- ng des FriedensvertraLLL dMh dis deutsche Re- blik von Ihnen offiziell notifiziert woden ist. s ist infolgedessen Befehl gegeben worden, die lockade Deutschlands vom 12. Juli ab aufzu - e b e ii.

wb. Versailles, 12. Juli.Journal Ofst- tel" wird morgen ein Dekret veröffentlichen, rvo- urch die Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Be­ichlingen zu Deutschland gestattet wird.

Waren, deren Ausfuhr aus Frankreich freigs- eben ist, können ohne Formalitäten nach Deütsch- and ausgeführt werden. Für Waren, deren Aus- hr verboten ist, ist eine Sonderarnchmigung des inanzministers notwendig. Deutsche Waren oder olche, die aus Deutschland kommen, können nur mit inet Sondergenehmigung nach Frankreich einge- iihrt werden, die ebenfalls der Finan,»Minister er­eilen muß. Für Zahlungen zwischen Deutschen und

Franzosen bleiben im allgemeinen die alten Ve- 53 ai chrünkungen aufrechtcrhalten. Ferner sind alle

Operationen untersagt hinsichtlich feindlicher Güter, ite unter Sequester stehen, auch die Zahlung von

Se«l*ieiBew»$«to lettlgt ft« bi« Saito. Seilt »0 J.u. 8»»/,»I. reuenmo-zuschl., e j ----- 40 j.emtL U. euiwitt 40 J u. fc*/,xeuent«gljuf4)l. = KM, MtUeweaeHe 1.6M. Jeder Reckitt gilt tto ButtaSeft. Bei Bu»J. d. die «efch-ftoft. u. Per- »ittlg. d. Lngeb. N j. Toud«rgeb>hr. Postscheck.: Nr. 5016 8mt Franks, a. M.

,u £ Verbündeten die Frage der Freigabe der deut- 1aB'< kn Kriegsgefangenen nicht mit der Aufhebung Blockade verbinden. Die Verbündeten werden a 11 e n, bis die hauptsächlichsten Mächte den 631 ^edensvertrag vollständig ratifiziert und bis die '^stihrungskommission des Friedensvertrage» eine

mtw .wo. Versailles, 12. Juli. In der heutigen Bist« Besprechung mit der vorbereitenden Wieder- h ^toachungsIommifston bezeichneten die Westmächte

Protest Persien».

wb. Verfaille,, IS. Juni. Die persische Re, Gierung überreichte der Friedenskonferenz in Paris eine Rote, in der sie gegen die Verletzung der po- littschen, wirtschaftlichen und juristischen Unabhän­gigkeit protestiert. Vor und während de» Krieges seien Persien Beiträge und Abmachungen aufge, zwungen und Konzessionen abgerungen worben, die seine Unabhängigkeit vermindert und seine wirtschaftlichen und polittschen Interessen geschädigt hätten. Die persische Regierung verlangt die Rück­gängigmachung dieser Abmachungen und außerdem Entschädigung für die Verwüstungen, die von der Türkei und Rußland während des Krieges an- gerichtet worden seien. An dieser Entschädigung soll auch Deutschland beteiligt werden. Zum Schluß verlangt Persien die R ü ck e r st a t t u n g der Ge­biete, die Rußland und die Türkei ihm entrissen haben.

Di« Bedenken gegen den Kaiferprszetz.

wb. Haag, 12. Juli. Der Londoner Mitarbeiter desNieuwe Courant" meldet, die öffentliche Meinung schein« immer mchr gegen die Einleitung des Ver­fahrens gegen den Kaiser zn fein. Die Blätter ver­öffentlichen Zuschriften, worin Holland geraten wird, den Kaiser nicht auszuliefern. In gut unterrichteten Kreisen weiß man, daß Holland die Auslieferung ver­weigert.

wb. Bern, 11. Juli.. Nach Meldungen der west- schweizerischen Blätter sieht man in englischen parla- mentarischeir Kreisen die Wahl Londons zum Sitz des Verfahrens gegen den ehemaligen deutschen Kaiser als einen Fehler an. Im Unterhaus wird deshalb am Montag an Lloyd George die Frage gerichtet wer­den, ob es nicht möglich fei, diesen Gegenstand einer nochmaligen Besprechung zu unterziehen. Di« ameri­kanischen diplomatischen Kreis« in Paris sollen Über die letzten Erklärungen Lloyd Georges zu der Auf­nahme des Prozesses betroffen sein. Sie hätten für den Fall der Auslieferung be» Kaisers durch Holland, woran sie nicht recht glauben, daran gedacht, das Ver­fahren in Genf durch den Völkerbuick führen zu lassen.

---

MM.

Di« amerikanischer» Sozialisten gegen Wilson.

wb. Versailles, 12. Juli. DieHumanite" veröffentlicht eine vorn nationalen Exekutivkomittee der amerikanischen sozialistischen Partei angenommene Entschließung. Darin wird gegen den Friedensvertrag protestiert, der auf der Grundlage der vierzehn Punkt« Wilsons versprochen worden jez, den man aber auf der Grundlage geheimer Verträge abgeschlossen habe. Aus der Friedenskonferenz gingen fünf Groß­mächte hervor, di« die Welt durch den Völker­bund beherrschen wollen. Trotz der Versprechun­gen, die der Präsident der Bereinigten Staaten dem deutschen Volke mehrere Male gegeben habe, daß ihm keine Strafe auferlegt werden solle, wenn es seine mili­tärischen Machthaber stürze, habe man ihm einen Frie­den angeboten, der das deutsche Volk durch mehrere Generationen in Hörigkeit bringe.

Füe die Freiheit Irlands.

wb. Rotterdam, 12. Juli. LautNieuwe Slotierdamschen Courant" fand in Newyork eine große Kundgebung zu Gunsten der Freiheit Irlands statt. 15 000 Menschen waren zugegen; weitere 10 000 hatten keinen Zutritt in den Saal erhalten können. De Dalera und Frank Walsh hielten Reden. Als die Namen des Präsidenten Wilson und Sir Douglas Haigs genannt wurden, pfiffen die Zuhörer.

chinesische Studenten japanfeindliche Ansprache» und fordern die chinesisch« Industrie auf, sich ron Japan unabhängig zu machen.

Ws WL

wb. Berlin, 12. Juli. (Amtlich.) Reich», wirtschastsminister Wissell und Unterstaatssekr^ tär im Reichswirtschaftsministerium 0. Möllen- d 0 r f f haben heute ihr Abschiedsgesuch eingereicht, ebenso Bankier Andrea«, der dem Ministerin« in Handels« und Finanzfragen ehrenamtlich zur. Seite stand.

Es wurde nochmals an Ernährungsminister Schmidt mit der Aufforderung herangetrtten, das Reichswirtschaftsamt zu übernehmen. Schmidt nahm das Amt jetzt an und verwaltet weiter da» Reichsernährungsamt kommissarisch. Die Ernen­nung der Unterstaatssekretäre, insbesondere für da» Reichswirtschaftsamt, ist - noch nicht vollzogen.

Das Reichsernährungsamt wird nach Blätter« Meldungen als selbständige Behörde aufgelöst und als nachgeordnet dem Reichswirtschastsamt an­gegliedert. Durch die Aufhebung der Blockade und die dadurch bedingt« Erleichterung in der Zwangs­wirtschaft habe da» Reichsernährungsamt fein« bisherige Bedeutung verloren; es werde in Zu­kunft mehr Gewicht auf die Produktionsför« d e r u n g gelegt werden müssen als wie bisher lediglich auf die Verteilung der erzeugten Güter, Diese Aufgaben können nach Ansicht des Reich«, kabinetts im Reichswirtschastsamt besser gelöst wer­den als in einem selbständigen ReichsernährungS-' amt.

ik,