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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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Der Anzeigenpreis beträgt für die 8ge|». Zeile SO 4-u. 83Vt/, r* QnW

= 40 amtl. u. ausroärt. 40 4 »- 25»/,TeueeungSjujchl. 50 Ärflemegetle'**

DieOberhessische Zeitung- erscheint sechsmal wöchentlich. Der

-e» 4RI1 Bezugspreis beträgt monatlich 1.60 A. frei ins Hau»; durch die Post - JE W 1.75 A. ahne Bestellgeld »erleg non Dr. L. Hitzerath.

v* Markt 31/23. Fernsprecher 55.

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WjUkm« der MedmsektkWr.

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tat jitii Lhef erhalten. Zum Vorsitzenden der Ront

tzt werdcu. Im ganzen sind für diesen Dienst 200

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jtn soll di« provinzielle Selbstverwaltung erwei

) GschL tei-. und Sprachenfragen den Provinzen zur freien

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1 Juli befanden sich in Europa noch

122 000 auf hoher See und

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Cugtisch'belgische Reibungen i» Malmedy.

*« die Briten in Malmedy eigentlich noch zu

entlasten. Am 419 000 Mann, Amerika selbst.

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französische an Gesetz

ttonsauO stand am 21. b. Mts zu beteiligen. Jnfelgo» dessen wird am 21. Juli von 9 Uhr vormittag- an Verkehr in Frankreich 24 Stunden ruhen.

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Marburg

Freitag 11 Juli

Haag, 10. Juli. Hollandsch Nieuws Büro meldet aus Rewyork: Von den vier Millionen Soldaten, die sich zur Zeit des Waffenstillstandes unter der ameri­kanischen Fahne befanden, find jetzt über drei Millionen

6 c x |, 10. Juli. Wie aus London gemeldet »ird, wtttfce Lloyd George vom Unterhause beauf-

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ifirigadegerreral bestimmt. Unterkommissionen wer­ben in »erfchiedenen Zentren Deutschlands einge-

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Lugano, 10. Juli. Nach demCorriere" äußert; sich bet Kronprinz einem Korrespondenten gegen­über, daß, falls die Verbündeten sein« Auslieferung verlangen sollten, er seinem Leben ein Ende machen würde.

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tob Versailler, 10. Juli. Da Amsterdamer Korresporckent deSPetit Journal" berichtet, im Falle die Verbündeten von Holland die Auslieferung des früheren Kaisers verlangen, werde die holländische Regierung die Angelegenheit dem Völkerbund zur EnischeLung unter* breiten und sich dessen Entschließung fügen.

tob. Berlin,- 10. Juli. Die Vereinigung deutscher Frauen hat an die fkSnigin der Niederlande «ne Drah-

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Deutsch-Böhmen.

wb. Wien, 10. Juli. Nach Blättermelduugen hat die deutsch-böhmische Landesregierung an den Staatskanzler Renner in St. Germain gedrahtet, daß die amtlichen Angaben der tfchecho-slowakischen Regierung über das Ergebnis der Gemeindewahlen zeigten, datz unter den 2% Millionen Einwohnern von Deutsch-Vöhmen nur 135 000 Tschechen sind, d. h. 7V& der Bevölkerung, datz also Deutsch-Böh­men ein geschloffenes einsprachiges deutsches Siede- lungsgebiet ist. Die Landesregierung bittet Ren­ner, die von den Tschecho-Slowaken falsch unterrich­teten Ententeregierungen über das wahre Ergeb­nis der Eemeindewahlen genau aufzuklaren.

angenommen, das der Bank von Frankreich gestattet, den Notenumlauf um weitere vier Milliarden auf 40 Milliarden zu erhöhen. Der Berichterstatter des Haus­haltsausschusses Peret bezifferte die Ausgaben für 1919 auf 4445 Milliarden, was einem ungedeckten Defi­zit von 12 Milliarden gleichkomme. Er ver­langte die Unterstützung durch die Verbündeten, da in dem Friedensvertrag die Frage der Gemeinsamkeit der Kriegskosten nicht genügend betont worden sei. Finanz­minister Klotz erklärte, Derhandlungen unter den Ver­bündeten über eine gemeinsame Finanzpolitik seien eingeleitet.

Durch Schiedsspruch der Regierung wurde gestern der Berga rbeiterausstand beigelegt. Die Arbeit wird Freitag wieder auf genommen. Die Sergarbeiier haben fast tu allen ihren Forderungen gesiegt.

Wb. Versailles, 10, Juli. Die französischen Srftnbahner habe« beschlossen, sich an dem Demonstra»

Dos Matern «ata tea Soifer.

wb. Versailles, 10. Juli. Der Londoner Be­richterstatter desJournal" stellt fest, daß man eine Lösung der Frage der Aburteilung des Kaisers auf der mittleren Linie gern sehen würde, durch die der Prozeh vermieden werden könne, dah dem Kaiser nur ein moralischer Tadel ausgesprochen werde. Er glaube, dah eine derattige Lösung von der englischen Regierung gut aufgenommen werde.

wb. Amsterdam, 10. Juli. DerTeleqraas" meldet auS London: Im Unterbaus fragte das Mitgli'd der Arbeitervartei Thorne, ob Bonar Law sich bewußt sei, dah in England und besonders in Somon eine Strö­mung dagegen bestehe, dah der frühere Deutsche Kaiser nach London gebracht werde. Der Vertreter der Bergarbeiter Stanton sagte, daß auch in der Provinz eine starke Strömung dagegen fei Der Sprecher verlangte daß über die Kaiserfrage augenblicklich nicht verhandelt werden dürfe.

Telegraas" meldet Es Paris: DerRewyork Herold" erzähll, wie der Dreierrat plötzlich zu dem Beschluß kam, den Kaiser in Sotiron vor Gericht zu stellen. Danach fragte Lloyd George während einer Pause in den Be­ratungen plötzlich:Sind Sie dagegen, daß der Prozeß in London flattfinbet?" Wilson und Clemenceau Watten einander Blicke zu und sahen Lloyd George an. Cle* menecau, der wie verlautet dem Prozeß skeptisch gegenübersteht, zuckte mit den Achseln, al» ob er sagen wollte: Nun, meinetwegen? Wilson tat dasselbe. Hier­auf wurden die unterbrochenen Verhandlungen fortge­setzt. Es wurden keinerlei schttstliche Abmachungen ge­troffen.

wb. Haag, 10. Juli. Der Standpunkt der Re­gierung gegenüber.einem zu erwartenden Ausliefe­rungsersuchen ist derselbe wie bisher und wie er auch seinerzeit durch den stellvertretenden Vorfitzenden des Minister rate» in der Zweiten Kammer dargelegt wurde, nämlich, dah das Ersuchen um Auslieferung auf Rechtlichkeit und Menschlichkeit geprüft werden soll. Dais Ersuchen um Auslieferung ist entgegen den da­rüber verbreiteten Gerüchten bi» heute «och nicht bei

«ne unauslöschliche Schande ffc England.

wb. Amsterdam, 10. Juli. Den engkksche« Blättern vom 8. zufolge wurde ein Aufruf gegen Ma Blockade veröffentlicht das n. a. die Unterschriften von Snowden, Dr. Philips, Dr. Walsh und Besant $etgt In diesem Aufruf wird erfiärt: Die Fortsetzung Mr Blockade durch sieben Monate de» Waffenstillstandes hat in der ganzen Welt Verwunderung und Entsetze» erregt, und die fortdauernde Verwendung einer so gare* tarnen Waffe bildet eine unauslöschliche Schande füt England. Wir appellieren an unsere Landsleute «rd «S alle diejenigen, denen die Ehre England» teuer ist, dah di« zivilisierte und christliche Welt vor allem sich in dem Bestreben vereinigen möge, die kushu»gerung»Mrff» abzuschaffen.

A a ch e n, 10. Juli. Die belgischen Besatzungs­truppen sind am 6. Juli durch französische ab­gelöst worden. Den Befehl über das Gebiet des Regierungsbezirks Aachen mit Ausnahme der Kreise Eupen, Düren, Malmedy, Montjoie.und Schleiden hat der Kommandeur des 33. Armeekorps übernommen.

Zugeständniffe au Deutsch-Oesterreich.

wb. St. Germain, 10. Juli. Staatskanzler Nenner Hai heute vom Präsidenten der Friedens­konferenz Clemenceau eine Note erhalte»:, in tret die vom Staatskanzler Renner am 23. Juni angeführ­ten Momente für berücksichtigungswert erklärt werd:«, weshalb Artikel 49 gestrichen werden soll und durch folgende Bestimmungen ersetzt wurde:Die Güter. Rechte und Jntereffen der österreichischen Staatsbürger und der von ihnen kontrollierten Gesellschaften unter­liegen in den Gebieten, di« allein die österreichische ungarische Monarchie gebildet haben, nicht der Be­schlagnahme oder Liquidation. Die Bestimmungen be­ziehen sich nicht auf Güter, von denen in den Finanz­klauseln di« Rede sein wird. Sie beziehen sich auch nicht auf Schiffe, über die in den Wiedergutmachungen Bestimmungen enthalten find." In der Rote wird ferner die handelspolitisch: Rote der österreichischen Ab­ordnung beantwortet: Die Verweigerung der Meist­begünstigung sei für das Wirtschaftsleben OesterreiSzs nicht gefährlich, weil es ihm gestattet sei, mit der Tschecho-Slowakel und mit Ungarn auch von der Meist­begünstigung ausgenommen«- Verträge abzuschliesien. Dis verbündeten Staaten wünschen nicht, das; die österreichische Ausfuhr feindseligen Beschränkugen unter­liegt, sind aber nicht in der Lage ihr sofort Meist­begünstigung einzuräumen. Sie haben sich entschlossen, folgenden Artikel hinzufügen:Die Oesterreich in Ar­tikel 14 auferlegte Meistbegünstigung wird nach drei Jahren von keinent verbündeten oder neutralen Staat in Anspruch genommen werden, ohne die Eegenseing- keit zu gewähren, wenn nicht der Völkerbund anders entscheidet."

hing gerichtet, in der sie die höfliche Bitte ausspricht, der Auslieferung des früheren Deutschen Kaisers Wil­helm II. nicht stattgeben zu wollen.

tob. Berlin» 10. Juli. Wie b*rTemPS" erfahrt, gedenkt der ebemolioe Deutsche Kaiser an die verbündeten Regierungen das Ersuchen zu richten, von einer Ver­urteilung seiner Person abzusehen. Dagegen werde er fr-eiwillig einen Ort außerhalb Europas aufsuchen. Mit Bestimmtheit verlautet, daß der Kaiser Niederlän­disch-Indien Vorschlägen werde. Alle Meldungen über den Ort der Abutteilung des Kaisers seien freie Er­findung. Die englische Regierung habe noch keinen Be­schluß gefaßt, auch wisse sie nicht, wo sie den Kaiser in Hast setzen soll. Es heißt, sie suche augenblicklich nach einem Landhaus in der Nähe von Epsom, wo der Kaiser gut bewacht werden könne, und von wo auS er täglich im Automobil zum VcrhandlungSort gefühtt werden könne.

Prinz Heinrich an den König von England.

Prinz Heinrich von Preußen hat an den König von England folgendes Telegramm gesandt:

Im Namen der Gerechtigkeit bitte ich Eure Maze- stät, von der Auslieferung Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm Abstand nehmen zu wollen. Ich, der ich nach Rücksprache mit Eurer Majestät in London am 26. Juli 1914 nach Deutschland zurückkehrte und bis zum Aus­bruch der Mobilmachung bei unserem Kaiser verweilte, hin Zeuge, nie der Kaiser und feine Ratgeber bemüht waren, mit allen nur erdenklichen Mitteln einen Krieg als Unheil für die Menschheit abzuwenden. Die aller Wahrheit zum Trotz jahrelang ausgesprengien Verleumdungen über den Deutschen Kaiseru wider­legen. bin ich bereit und ich stelle mich Eurer Majestät zur freien Verfügung, um Eurer Majestät behiiflich zu sein, die Wahrheit über die Kr-egsursachen und deren Folgen an das Licht zu bringen. Es ist nicht anzu­nehmen. datz die hochherzigen Schritte der preußischen Prinzen die gewünschte Wirkung haben werden: denn man will eben den Kaiser persönlich um rhn als Ver­treter des preußisch-deutschen Machtgedankens zu er­niedrigen. Zudem ist der König von England ohne jeglichen Einflutz, um irgend etwas durchsetzen zu können.

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Freistaat Danzig.

tu. Danzig, 11. Juli. Der Abbau der deut- föesi Verwaltung in Danzig und Westpreußen hat btelts begonnen. Die Eisenbahndirektion wird »ach Stettin verlegt. Augenblicklich ist man damit ^ichsstigt, die wertvollsten Maschinen aus den ab« Mretenden Gebieten abzutransportieren.

.tob. Amsterdam, 10. Juli.Allgemeen Han« Msblad" zufolge ist in den letzten Tagen eine Rei« n6 zwischen den englischen und belgischen Trup- von Malmedy zu spüren.Nation Belg«" fragt.

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«Ktionen und fast alle Stabsoffiziere.

Die Fhmge der größeren Selbständigkeit vöersch testens ist, wie verschiedene Blätter reiben, durch eine Verständigung erledigt morden. Die van Zentrumsseite vorgebrachten und vom Wesifche« Bokksrat befürworteten Wünsche sollen tetjiit berücksichtigt werden, daß auf Vorschlag des

*krhandeS, der nach der Erklärung des Magistrats *arch dis politischen Parteien einschließlich der Po- gebildet werden soll. Seine Hauptaufgabe wird Vorbereitung der Wahlen M der verfassung- ^henbe« Landesversammlung sein, liebet die wirtschaftlich« Lage hat der Magistrat nähere An- iRben gemacht. Danach ist der Freistaat bei einer ^«w»h»erschaft von 350 000 Menschen trotz der *3« gehörigen fruchtbaren Weizenniederungen r ch t ft, der Lage, sich selbst zu ernähren.

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Das englisch-amerikanisch« Bündnis und der Völker­bund.

wb. Amsterdam, 10. Juli. Exchange Telegraph Eompany meldet aus Washington, dah Senator Borah erklärt hat, das vorgeschlagene Bündnis zwischen Groß­britannien und den Vereinigten Staaten sei ein vor­zeitiger Nekrolog des Völkerbundes als einer Friedens­liga. Clemenceau habe das Bündnis als Preis für die Unterstützung des Völkerbundes durch Frankreich ver­langt, wie Japan Schantnng verlangt habe.

Wiffons Ankunft.

wb. Amsterdam, 10. Juli. Aus Rewyork wird drahtlos gemeldet, Hag ein Geschwader von vier Schlacht­schiffen und 36 Torpedojägern demGeorge Washing­ton" entgegenfiihr, darunter diePennsylvania", auf der sich Vizepräsident Marschall und mehrere Mitglieder des Kabinetts befanden. Dis Schiffe erhielten Befehl, Wilson bei der Einfahrt in den Hafen zu begleiten.

wb. Amsterdam, 10. Juli. Das Pressebüro Radio meldet aus Washington, daß bet Senat be­schlossen hat, Wiffons Mitteilungen über den Friedens­vertrag und die begleitenden Botschaften morgen in öffentlicher Sitzung entgegenzunehmen.

haben, nachdem dieses Gebiet durch den Frie- itteog Belgien zugewiesen worden ist. Die tscheu Blätter stellen fest, daß die Belgier in . noch immer nichts zu sagen hätte« und der deutsche Landrat noch immer Herr und ^isie, fef «nd zwar mit Unterstützung der briti- Behörden. Zwischen dem britischen Befehls- nvh dem deutschen Landrat besteht zum Erger de» Belgier ein freundschaftlicher Verkehr, befffisihc« Blätter dringen darauf, daß die bel- Fsen Treppen sofort Malmedy besetzen, wie das -eit? LrWLrrpeU geschehen ist.

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Die Finanzlage.

wb. Versailles, 10. Juli. Die Kammer hat mit 333 gegen 164 Stimmen

«tfutt 46 bildenden vorläufigen Verfaffungsausschuffes

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s fibd tragt. de« Friedensvertrag zu ratifizieren, ohne Wtt der Kammer vorgelegt zu haben. Danach wird Ugland die erste verbündete Macht sein, die den Vertrag rattfiziert.

8r««denz, 10. Juli. Graudenz wird eine ^'^Pslntsche Besatzung von 3000 Mann er-

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Staatenausschuß, Nationalversammlung und Reich»- Präsident haben die Ratifizierung de» Bettrage» twrge« nommen. Damit ist der Versailler Frieden für Deutsch­land in Kraft getreten, die Vertragsbestimmungen müsse« in Kürze durch gefühtt werden, falls die Anerkennung in den gegnerischen Ländern nicht auf größere Schwierig­keiten stößt, was aber kaum anzunehmen ist. In Frank« reich loerden sich nicht viel protestlerische Stimmen ee« heben, die unabhängigen Sozialisten in der Kamm« werden vielleicht ein wenig lärmen und poltern, oh« damit etwas zu erreichen, denn ihre Zahl ist verschimudend gering. Größer dürfte der Widerstand in England wer­den, da die Arbeiterpartei erklärt, hat, dem Vertrage nicht zuzustimmen, aber auch ihr Protest wird nichts bezwecken. Man wird daher mit der Möglichkeit rechnen müssen, daß der Friedensvertrag auf beiden Seite« spätestens im August Rechtskraft erhält.

Für Deutschland erwachsen aus der Ratifizierung schwere Pflichten. Zunächst müssen die Gebiete, die a« Polen fallen, geräumt werden, auch die preußischen 8er* Wallungen upd Behörden in Oberschlesien und Schleswig haben ihre Tätigkeit einzustellen und diese Landesteile zu verlassen. Seit einigen Tagen finden Besvrechungen zwischen dem Reichskabinett und dem preußischen Mini« stenum und der preußischen Regierung mit den Frak­tionen der Landesversammlung statt, um alle diese Fragen zu erledigen. Westpreußen, Posen und der Memel- distrikt werden alsbald geräumt werden. Oberschlesien soll während der Besetzung bis zur Volksabstimmung eine gewisse Autonomie erhalten und alle innerpolitischen Fragen selbstständig regeln können.

Bald nach dem Austausch der Ratifikationsurkunde« werden auch die deutschen Kriegsgefangenen wieder in ihre Heimat zurückkehren. Die Arbeiten für die Aus­nahme in den Konzentrations- und Durchgangslager» schreiten rüstig fott. Vettrtter der Reichsregierung wer­den die Heimkehrenden im Namen des Reichspräsidenten ititb des Kabinetts willkommen heißen und ihnen die vom deutschen Volke in letzter Zeit besonders reichlich ge­währten Liebesgaben und G'ldspenden übermitteln. Die Landesbehörden beschäftigen sich augenblicklich sehr eifrig mit der Frage der Beschäftigung der Kriegsgefangenen, Die Lösung dieser Frage dürfte nicht dicht fallen, da die Arbeitlosigkeik noch immer sehr groß ist.

Die bis jetzt noch in Kraft befindlichen Blockadebo» Kimmungen sollen gleich nach der Re'-"-'-rung «mft gehoben werden. Unsere Gegner und die raten habe« eine Unmenge Waren aufgespeichert, die nach Deutsch» land abgeschoben werden sollen. Ganz gewaltige vo»> rate lagern bereits in den besetzten Gebieten und in deft Häfen in Holland. Hauptsächlich scheint Arnettka ebt lebhaftes Interesse daran zu haben, möglichst bald «M Deutschland toieber in geschäftliche Verbindung trete« zu können. Aber auch England und Frankreich warten auf die Freigabe der Einfuhren. England möchte bi erster Linie Tuche und Schnhwaren nach Deutschland bringen, während in Frankreich ein gewaltiger Borrat an Webwaren und Textilerzeugnissen lagert. Die ameri­kanischen Waren, dürften wohl den auS den ander« Ententestaaten kommenden den Rang ablaufen, da fie bedeutend billiger sind. Mit der Aufhebung der Blockade wirb die deutsche Industrie auch wieder die Möglich­keit haben, ihre Erzeugnisse auszuführen. I« alleft Stäubern der Erde herrscht eine geäste Nachfrage nach den Erzeugnissen der deutschen Chemie und Arznei. Auch Farbstoffe und Maschinen sind sehr gesucht. Bo« -er Größe und den, llm'a'i^ her deutschen Ausstihr hängt in erster Linie die Gesundung unterer Wnawn und He Wettsteigerung unserer Valuta ab. Wenn wir deutsche Arbeit in unserem Londe v»möglich machen, wenn unsere Industrie nur soviel schafft, als zum eigenen Bedarf unseres Volkes notwendig ist. dann bl-ibt uns nichtA anderes übrig, als unser letztes Gold ht das Ausland zu führen, um Lebensrnittel zu erhalten. Eine «och gewaltigere Schuldenlast, als sie setzt schon unser Land anstveist, wäre die notwendigste Folge davon.

Der Friedensvettrag fordert zu den Unsummen, die wir im eigenen Lande an Steuern ausbringen müssen, noch eine riesige Kriegsentschädigung von uns, bte wir in Geld niemals zahlen können. Es bleibt un« als« nur die eine Möglichkeit, sie durch Arbeitsleistung unk erhöhte Erzeugung von industri-elten Produkte« ata»* tragen. Nur die Arbeit kann uns au» der Vv« klcmmnng befreien, in die der Vertrag uns gezwungen hat«,

knrgiu «issiotr M tleSrrwachnng der Ausführung der ma- ***®'! ttiitne» mtb Luftfahrtbedingungen hat der Oberste | ßflt Mi in Paris einen britischen Admiral und einen

7 öi. Berlin, 10. Juli. Unterstaatssekre'är m^reaald hat sich gestern mit einer Kommission «oA Pari» begeben, um dort über das Abkommen fettefaA die Besetzung der Rheinlande zu verhan- tzleichzeitig ist die Kommission betreffend

m Regelung Aderlässen bleiben. Vielleicht, so heißt « da««, ftU auch aus Oberschlesien eine selbstän- d.GW W6 Provinz gemacht werden. Die Verwirklichung ~'"lUr dieftr Puntte wird aber hinausgeschoben bis setf) VoSziehung der Volksabstimmung und Abzug

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Die ,/Deutsche Tageszeitung" meldet aus Dan- -r ^8- I« der Stadtverordnetenversammlung wurde ' z Eingey^ über die Art der Zusammensetzung des

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b eoot tut werde». Insbesondere sollen bestimmte Äul-

ttorlaÄwsfizie« »»^gesehen.

Itrafce IQ . )60e| Offiziere müssen, einer Weimarer Meldung tzesD«rffchen Boten" zufolge, noch in diesem Monat 1 «s Gsm» derFriedens"-Bediiigugen ihren Ab- denloö«. schied nehm en. darunter voraussichtlich alle Eene- , «le al^e» den Befehlshabern der Freiwilligen-For-

böctPtziaaiskvmmiffars durch die Zentralregierungen im Einvernehmen mit dem Regierungspräsidenten ein °"!""^»terschlefischer Beirat berufen wird. In ganz Preu-

S*Äi| |Ltt Mederaufbau der besetzt gewesenen französt- - k i'ticn Gebkte abgereist. An der Spitze dieser Kom- " b°^I«Won steht Unterstaatssekretär Schröder vom 27, ü. ^eichrfftuwMinisterium. Beide Kommissionen Werden gettennt voneinander arbeiten.

«litiiit Die militärische Ueberwachungskommifsion der Verbündeten für die Ausführung der militärischen dingtrxsen des Friedensvertrages durch Denksch- ftnd tmrrst wie verschiedene Blätter berichten, ihren . Sitz in Berkin haben und einen französischen Gene- nftr.'s. mn Chef erhalten. Zum Vorsitzenden der Kom-