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Berlin. 9. Juli. Die deutsch« Bucht in der Nordsee ist in einem Umkreis von 70—30 Seemeilen um Cuxhaven durch die Reichsmarine von verankerten Mine« gesäubert und. für Schiffahrt
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Marburg
Donnerstag. 10. Juli
Berlin, 19. Juli. Dem Beschluß der Nalio- Meieetl«**IHn9 folgend, hat gestern abend 8 Uh» lirnt vorwärts" der Reichspräsident di« Ratifika- ti»« des Friedensvertrages vollzogen. Alsbald da
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Air Ratifikationsurkunde nach Versailles abgesandt.
> mtt dem tkreisblatt für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher kurhesiische) Oberhessen
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Ae Soöklioi H 8rieüni§9trtra(|t§ genehmigt
208 etimme« fit, 115 otgti bi« Motin.
|ver»u»eigen»rei, betrigt fit die 8 geb. Seile 80 4* 88V, «I, teuetunfl«auf(6L, 1
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Frhr. v. ßetsnet, übermittelte heute dem Mi- nisterorö'stdenten Cl^mcnceau folgende Note: Die Ausführung des Friedensvcrtrcktzes im deutschen Osten macht unmittelbar mich der Ratifikation um» fangrerche Borbereitunges erforderlich. Insbesondere würde eine unvermittelte Zurückziehung der deuifäion Behörden aus den abzutretenden Gebieten große Verwirrung Hervorrufen. Dies gilt vor allem für dis innere Verwaltung, die Rechtspflege und das Verkehrswesen. Sicherheit und Ordnung er- Heinen um so schwerer gefährdet, als die nationalen Gegensätze in den in Frage kommenden Ee- ' bieten bereits fetzt zu einer starken Erregung der ganzen Bevölkerung geführt haben. Die deutsche Regierung hält deshalb die befchlernttgke Tinlei- tung unmittelbarer Verhandlu ngen >-tni t bet polnischen Regierung für unerläßlich. Das Ziel dieser Verhandlungen würde sein, unter Zuziehung vor allem auch der beteiligten preußischen Ressorts eine geordnete Uebergabe und lieber» leitnng der einzelnen Verwaltungszweige sicherzul stellen und die Einzelheiten über die planmäßige Zurückziehung der preußischen Beamten festzulegen. Die Verhandlungen würden mit Rücksicht auf den Umfang der Beteiligung drr preußischen Dienst stellen »nd die notwendigen sachlichen Ilnierlaaen em besten in Berlin stattfinden. Den polnischen Delegierten würden für diesen Fall alle erforder- iichcu Erleichterungen gewährt werden. E« wird em eine baldige Mitteilung darüber gebeten, ob bie polnische Regierung diesem Vorschläge zustimmt tnb bereit ist, mit größtmöglicher Beschleunigung ihre Vertreter zu benennen und den Zeitpunkt ihres Eint---- -- 5r> Berlin mitzuteilen.
Das verfahre« gegen den Kaiser.
Die BÄenken gegen das geplante Verfahren legen den Kaiser, die in England laut werden, Mehre» ßch. Wie die „Daily News" meldet, hielt bee Mitglied des Parlaments Kenworthy im Libellen Berein von Northingford eine Rede, in -der " ingte, seiner Ansicht nach würde eine in London Ion den Vertretern der Verbündeten gegen den Kaiser geführte Verhandlung ein großer Miß - Triff sein. Die Verbündeten dürften den Kaiser »icht zum Märtyrer machen. Die „Times" ver- sftentlicht einen Brief Graham Bowers, in dem er den Beschluß, den Kaiser in London vor ein G>e» *üht zu stellen, für unklug und ungesetzlich erklärt. Bowers sagt weiter, in England habe inan stch schon längst davon überzeugt, daß es bester sei, eine» Missetäter von einer Lücke in der Eesetz- tzebung profitieren zu lasten, als ihn auf ungesetzliche Weise zu verurteilen. Auch früher wurde killen Könige und Königinnen gerichtlich vor- fiegQügen, aber in jedem Falle sei das Urteil innerhalb einet Generation von der öffentlichen Meinung umgestoßen worden, und die Sympathien hätten stttz dem Verurteilten zugewendet. — Ber- Mrb Shsrs sagte in einer Unterredung inft dem ®etrreie| des „Sunday Chronicle", Wilhelm von övhksei jetzt ei» gewöhnlicher Bürger und
Sitzung bet Nationalversammlung vom 9. Juli.
Da» Hau» und die Tribünen sind stark besetzt. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 10 Uhr 46 Min. Tagesordnung: Ratifikation de» Fttedens- vettroge». Bon bet Deutschnatl. Volkspartei wird folgende Entschließung vorgelegt
Die Deutsche Nationalversammlung wolle beschüe« ßen, die Ratifikation dc» Fritdensvettrages nur vorzu- neh-men unter dem ausdrücklichen Vorbehalt: 1. daß vor Inkrafttreten der §§ 227—230 des FriedenSver- trage» von Lehrern des Völkerrechts von Ruf ein Gutachten darüber eingeholt wird, ob es nach den anerkannten Grundsätzen des Völkerrechts zulässig oder üblich und gerechtfertigt ist, mit rückwirkender Kraft einen Gerichtshof zur Aburteilung vorher begangener angebücher Verstöße gegen daS Völkerrecht eiuzufetzen und auf vorher I nicht angedroht gewesene Strafen zu erkennens 2. baß int Interesse der internationalen Gerechtigkeit ein neutraler Gerichtshof zur Untersuchung der Fmge an der Schuld am Kriege eingesetzt wird.
Zu dieser Entschließung wird in der zweiten Lesung Stellung genommen werden.
Minister de» Auswärtigen Müllet: Ausrechterhatten bleibt heute und immer unser einstimmigerProtest gegen diese Vertrag gewordene Vergewaltigung. (Lebhafter Beifall.) Aufrechterhalten bleibt aber ebenso unsere Zusicherung der Vertragserfüllung bi» zum Aeußersten. Aber für die Grenze der Erfüllbarkeit darf uns keine Schuld und kein Vorwurf treffen. Wir haben die Ratifikation beschleunigt, da unS die Aufhebung der Blockade in Aussicht gestellt wird. Wenn das Wort Frieden nicht, jeden Sinn verlieren soll, muß die Rückgabe der Gefangenen jetzt erfolgen. (Lebhafter Beifall.) Wir danken für die Fürsorge der neutralen Staaten, bei denen unsere Kriegsgefangenen Heilung und Erholung gesunden haben. Wir bauten diesen Völkern und dem Papst von ganzem Herzen. (Lebhafter i Beifall.) Wir danken dem Roten Kreuz. Wir haben nicht : die Macht zu verhindern, daß ein Teil von Deutschland abgerissen wird, der unserm Volke nach Sitte und Sprache zu gehört, ohne daß die Bevölkerung vorher daS Recht erhielt, nach freiem Willen über ihre Staatszugehörigkeit zu bestimmen. Wir wollen aber diesen Deutschen versichern, daß wir sie nie vergeffen, wie auch wir fest glauben, daß sie uns niemals vergessen und verleugnen werden. Im übrigen wollen wir unser dcuMes Haus mit all den Kräften, die uns verbleiben, D»*Wsstallen, daß in unfern Schwester» und Brüdern, die Hs entrissen werden, das Bewußtsein nationaler Zu- gehMgkeit wach bleibt, bis auf friedlichem Wege in hoffentlich nicht zu ferner Zeit in einem wahren Bunde der Völker alle strittigen nationalen Probleme eine gerechte, d. h. den Willen der Völker achtende Lösung finden. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Krätzig (Soz.): Mit der Ratifikation fallen die Schranken, die Hurcherttause.nden von deutschen Kriegsgefangenen den Weg in die Heimat und zur Familie ver- l'perrt haben. Wir pro teilt e.ren gegen den Gewaltfrieden, der die Versöhnung der Völker hintertreibt und Europa zu einem ExplosionSherd für neue blutige Kriege zu machen droht. Nie werden wir uns damit abfinden, daß man unser Vaterland in Stücke reißt und eine große Anzahl von Volksgenossen unter fremde Herrschaft bringt. Unzerreißbar bleibt das Bündnis mit Oesterreich, und immer bleibt die Hoffnung, daß alle Deutschen auf Grund des Selbstbestimmungsrechts in einem Einheitsstaat vereint werden. Protest erbeben wir gegen die Wegnahme der Kolonien. Wer unser Volk als den Schuldigen am Kriege hinstellt, spricht wissentlich eine Unwahrheit aus. Der Krieg war n i ch t das Werk einzelner Personen, sondern des imperialistischen internationalen Kapitalismus. Wir werden uns bemühen, den Bettrag loyal durchzuführen. Wir sind überzeugt, an einem Tage wird sich die Macht der internationalen klassenbewußten Arbeiter stärker erweisen als der Imperialismus. Dann wird auch das Unrecht diese- Friedens toibernfeu werdest.
Abg. Spahn (Zentr.): Der Friedensvertrag entspricht nicht den Grundsätzen des die Völker verbindenden christlichen Geistes, sondern er ist das Ergebnis einer uns bis über den Frirdensschluß hinaus verfolgenden Unversöhnlichkeit. Wir stimmen trotz- dcm dem Fnebensvertrage zu, nicht aus freiem Willen und aus innerer Ueberzeugung, sondern um uns vor Anarchie und Verfall zu retten und um unser Volk und Vaterland vor dem Untergang zu bewahren. Binnen kurzem wird sich zeigen, daß der Friedensvettrag in vielen und wesentlichen Teilen unerfüllbar ist. Schon deshalb ist eine baldige Revision eine unabweisbare Notwendigkeit.
Abg. Schücking (Dem.): Die demokratische Fraktion erklärt, daß sie dem Gesetz nicht zustimmen kann. Einig wissen wir uns mit dem ganzen Hause in der moralischen Verurteilung des Friedensvertrages. Wir wollen ihn getreulich erfülkn, soweit er sich erfüllen läßt. Slber unerfüllbar bleibt für uns der Verzicht auf den staatlichen Zusammenhang mit Millionen unserer Volksgenossen, die gegen ihren Willen von uns losge- rissen oder am Zusammenschluß mit uns gewaltsam ver- hindett werden. Wir protestieren feierlich vor aller Welt gegen diese Verletzung des Selbstb-stimmringsrechts bet 1 Völker, Wr setzen unsere Hofftmng aus bas Gewissen.
Von den Verbündeten ist, wie die „Dische. Allg. Ztg." erfährt, durch Herrn Dutasta mitgeteilt worden, daß die Verhandlungen über die Verwaltung der Rheinlands unverzüglich beginnen sollen und zwar io Verbindung mit der Frage des Wiederaufbaues der belgisch-französischen Kriegsgebiete. Es wurde gleichzeitig der Wunsch nach baldiger Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zum Ausdruck gebracht. «e..,,
wb. Brii fsel, 9. Juli. Havas-Reuter verbreiten eine Dläriermeldung, wonach der Minister des Aeutzer« die Frage der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Deutschland ernstlich k'.«6ge, da nach Unterzeichnung des Friedens- Vertrages kein Hindernis mehr dafür bestehe.
Ha«g, 9. Juli. Aus Newyork wird gemeldet: 5m Hafen von Newyork liegen 40 große Schiffe mit Nahrungsmitteln, die nach deutschen Häfen abfah- ren sMen, sobald die Blockade aufgehoben wird. Wahrscheinlich werden einige dieser Schiffe schon vorher Newyork verlassen und in den Hamburger Hafen einkaufen, sobald die Blockade aufgehoben ist.
Die Ostfragen.
] lT>le „Oberhessisch« Zeitun," erscheint sechsmal wöchentlich. — Der
> -w» «EQ IBezuasprei» betrScrt monatlich 1.60 X. frei in» Hau»; durch die Poft JfS. Ido 1 1.75 X. ohne Bestellgeld — «erlog non Dr. t. Hitze,oth.
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der Wett und auf da» Wiebeverwachen unb Erstarken M Rechtsgchanken». (Lebhafter, allseitiger Beifall.)
Abg. Traub (Deutschnatl.): Wir sind uns der Folge« einer Ablehnung voll bewußt. Der Redner beschäftig sich in großer Brette mit den Reden Lloyd Georgs und Elemenceaus. Der Bettrag ist unerfüllbar Das werden wir immer wiederholen. E» wird komme« der Tag der deutschen Befreiung! Sollte man es wagen die Hände auf bie besten Führer unseres Volke» zu legen, so sagen wir: Hände weg! (Lebhafter Beifall.) Alles hat seine Grenzen, die Eh« ist kein leerer Wahn, die Ehre ist alle». Die Wunde dieses Friedens» schlusses wird nie vernarben, sie soll nicht vernarben, (Stürmischer Beifall rechts und ans den Tribünen lebhafter Beifall und Händeklatschen.)
Präsident Fehrenbach: ES ist der Tttbüne mchk gestattet, sich an den Beifallskundgebungen zu beteiligen, (Rufe bei den Unabhängigen: Bestellte Arbeit!) 3W Falle der Wiederholung werde ich die Tttbüne räume« lassen. (Große Unruhe.)
Abg. Dr. Kahl (D.Vpt.): Die Deutsche Volkspartei wiederhott nach bestem Wissen und Gewissen ih« Ablehnung im vollen Bewußtsttn der Berantwottttch- (eit, die sie vor der Weltgeschichte und dem deutschen Volke Übernimmt. Sollte dieser Ftteden jetzt zum Bölter» gesetz erhoben werden, so werden wir niemals fein« Rechtsbeständigteit anerkennen. Wir lehnen ttnen solchen Ftteden heute und immer ab. (Bttsall und Händeklatschen.) , ,
Präsident Fehrenbach: Ich mache darauf ank- merksam, daß auch die Angchöttgen des Hause» nicht in die Hände klatschen dürfen. (Widerspruch recht» und Unruhe.) ...
Abg. Henk« (Unabh.): Durch untere Jmtvttwe ist die Regierung zur Unterzttchmmg de» Frieden» bet- anlaßt worden. (Gelächter ttn ganzen Hause.) Wir stimmen dem Friedensvettrag »u unter dem Zwange der Gewalt, gegen die wir uns nicht mehren können. Ein« Abwehr durften wir nicht vettuchen, weil sie von neue« großen Leiden für unser Boll begleitet gewesen wäre, Wit verlangen bie sofortige Aufhebung bet Blockade uw die Rückgabe der Gefangenen. Mr begrüßen bie Flam- menzeichen innerhalb der revolutionären ArbeiterklaM -nr Osten und Westen Europa» und reichen den Proletariern der ganzen Wett die Bruderhand zum Kamvfu für die Welifreihttt. (Lebhafter Beifall bei den Unabhängigen.) „ , „j.
Abg. Gröber (Zentr.): Sonderbarerweise liegt ttnl der Antrag der Deutschnationalen erst in letzter Minute vor. Unser Antrag, einen unparteiischen Gerichtshof einzusetzen, ist von der Entente abgelehnt worden. Wir können nicht mehr darauf zurückkommen. Wr brauchen kein gelehrtes Kollegium, da» uns über "bie Rechtsfragen belehrt. Oder verbindet die Partei des Herrn Schultz- Bromberg mit ihrem Antrag nur parteipolitische titele? .'Sehr richtig unb lebhafte Zustimmung btt den Mehr- htttSpatteien. Widerspruch unb Zuruse rechts. Zuruf: Demagogie!) Mann kann nicht hinter den Ofen, wen« inan nicht selbst dahinter gesteckt hat. (Unruhe rechts« Bttsall unb Rufe bei den Mehrheitsparteten: Schrebery Welchen Zweck Sie (nach rechts) mtt dtesem Antrag verfolgen, darüber ist niemand in diesem Dause im Zwcr» fei. (Sehr wahr! bei den Mehrheitsparteien.) Sie wollen ihre Partttsuppe an dem Antrag kochen. (Sehr wahr! bei den Mehrheitsparteien.) Aber wir wollen dafür sorgen, daß Ihnen dieses Manöver nicht gelmgt. (Lebhafte Zustimmung bei den Mehrheitsparteien.)
«bg. Schultz-Bromberg (Deutschnatl.): Daß der Antrag, den wir in letzter Stunde eingebracht haben, noch nicht gedruckt vorliegt, ist nicht unsere Schuld« Das Büro ist nicht in der Lage gewesen, ihn zu drucke^ Unser Antrag ist nur der letzte Schrei nach Gereckttgtett eines Volke«, da» dem Untergang bestimmt ist. (Betrau ^Präsident Fehrenbach stellt fest, daß der deutschnationale Antrag dem Bür» erst zwischen 10,20 und 10,25 Uhr Überreicht worden ist. (Höttl Höttl) ,
Minister des Aeußern Müller: Ich bttmuett ganz außerordentlich, daß wir auch in dieser histottfchen Stund» Parteigezänk erleben müssen. Im übrigen glaube ich. Die Zeit der Vorbehalte ist vorbei. Was würden unter« Feinde in dem Antrag sehen? Nicht? teertet att ei« letztes Manöver, eine letzte Schiebung (Sehr nchtyf unb lebhafte Zustimmung bei den Mehrhe.tspattete^ Und ich glaube, die Schiebergeschaste auch m der Bottich müssen ein für allemal vorbei fein- Mit loyalem Sandel« können wir die Revision des Fnebens erreichen. Abet mit solchen Anträgen wird sie schlecht eingelötet
Abg. Löbe (Soz.): Ter Zweck des Antrages ist nicht zweifelhaft. Das Generalsekretariat der Deutsch nationale« Partei hat ja kundgegeben, daß die Ciiimtion der niederschmetternden Fttebensbedingungen oaiteitorisch auch ausgenutzt werden muffe. (Hort! Hört!) 1 Richt nur bl« Einbringung des Antrages, sondern auch die ganz» Rede des Abgeordneien Traub widersprach der Würde dieser Stunde.
Abg. Dr. v. Del brück (Deutschnatl.): Unser «W trag ist schon gestern in der Fraktion beschlossen unb ohne untere Schuld nicht gedruckt worden. Er sollt» kttneswegs das Hau» überraschen. -i <■
Abg. Dr. Haase (U. S.): Der «bg. sich, deutlich gezeigt, daß er nur seine Parteiintern b****»
u>6. Versailles, 9. Juli. Der Bmfitzendc für d!« der devkfchetr Friedensdelegation i« Frankreich,
habe das Recht, zu leben, wo es ihm gefalle. Das Beispiel Napoleons treffe hier nicht zu, da Napoleon wegen feiner furchtbaren kriegerischen Eigenschaften persönlich gefährlich gewesen sei. Jeder, der sich vor dem früheren Kaier fürchte, sollte in eine Jdiotenanstalt gebracht und auf Wahnvorstellungen hin behandelt werden. Niemand habe das geringste Recht, sich in Angelegenheiten dieses Herrn zu mischen. Es sei Pflicht der Königin von Holland, sein Asylrecht ficherzustellen.
mb. London, 9. Juli. (Reuter.) George Lambett fragte im Unterhaus, ob Vorsichtsmaßregeln getroffen worden feien, um eine Rückkehr des Kaisers nach Deutschland und damit die Möglichkeit weiterer englischer Menschenverluste zu verhindern. Bonar Law erwiderte, alle Schritte, die wir in dieser Richtung für möglich hielten, find ergriffen worden. •
wb. Haag, 9. Juli. Wie das Niederl. Kov.- Büro erfährt, ist an maßgebender niederländischer Stelle nichts darüber bekannt, daß eine Note der Verbündtzten bezüglich der Auslieferung des ehemaligen Kaisers an die Niederlande abgsfandt worden ist.
Aus der Auslieferungsliste.
wb. V e r s a i l l e s, 9. Juli. Die Liste der an die Verbündeten auszuliefernden Deutschen wird heute in einigen Blättern vervollständigt. Man stellt darunter noch fest: den Herzog Albrecht von Württemberg (Blutbad in Somme Py, Nieder- metzelnng in Namur), General v. Kluck, der Frauen und Kinder vor seinem Heer hergetrieben habe, General Liman v. Sanders (Niedermetzelungen in Armenien und Syrien), Generalmajor Stenger, der am 26. August 1914 den Mmeebefehl erlassen habe, von diesem Tage an dürsten keine Gefangene mehr gemacht werden, General v. Ostrowsky (Plünderung von Deynze und Erschießung von 103 Zivilisten), sowie die früheren Eefangenenlagerkommandanten O l tz e n (Cassel und Döberitz), Oberstleutilant Rüdiger (Ruhleben), Major v. Görtz (Magdeburg), die Gebrüder Niemeyer (Holzminden und Clausthal.)
Die Friedensbemühungen des Kronprinzen.
Berlin, 9. Juli. Die „Tägliche Rundschau" meldet: Der frühere Ordommnzoffizier des deutschen Kronprinzen, Rittmeister Rechberg, richtete an <Lle- menceau ein Schreiben, worin er sich für den Fall, daß ein Verfahren gegen den deusschen Kronprinzen einge- leitet werden sollte, bereit erklärt hat, unter Eid zu bezeugen : (srftens, daß der deutsche Kronprinz vor bem Kriege energisch politische Bemühungen unterstiitzbe, deren Verwirklichung den Ausbruch des europäischen Krieges unmöglich gemacht hätten: zweitens, daß stch der Kronprinz im Herbst 1914 dafür einsetzte. Friedens- Verhandlungen mit Frankreich herbeizuführen; drittens, daß der Kronprinz 1917 Pläne befürwortete, welche darauf abzielten, einen allgemeinen Frieden durch Vermittlung Großbritanniens zu erreichen.
Di« Aufnahme Oesterreichs in den Völkerbund.
rob. Paris, 9. Juli. (Havas.) Der Oberste Rat versammelte stch gestern nachmittag im Quai d'Orsay. Clömenceau, Balfour, Lansing, Tittoni und Matsui nahmen daran teil. Der Rat beschloß, eine Kommission zu ernennen, die Frankreich, Italien, England und die Vereinigten Staaten vertreten soll, um die Frage der Angliederung Spitzbergens an Norwegen, die von diesem Staate verlangt wird, zu prüfen. Die Vertreter der Großmächte haben die Antwort auf die Note der österreichischen Abordnung, die die Aufnahme Oesterreichs in den Völkerbund verlangt, redigiert. Die Verbündete' 'ntworten, daß sie der Aufnahme Oesterreichs in den Völkerbund durchaus nicht feindlich gegenüberstehen. Oesterreich müsse nur den Beweis seines guten Willens erbringen. Die Art und Weise, wie es den Friedensvertrag einhalten werde, werde den Prüfstein abgeben, ob es zur gegebenen Zeit in den Völkerbund ausgenommen werden kann. Die Verbündeten rrklären, daß sie bereit find, die Kandidatur Oesterreichs zu unterstützen, sobald es über eine verantwortliche Regierung verfüge, die imstande sei, die internationalen Verpflichtungen zu erfüllen.-
Tittoni begibt sich nach Rom, um mit dem König und den Mitgliedern des Kabinetts den Stand der diplomatischen Beziehungen zu besprechen. Seine Abwesenheit von Paris wird drei Tage dauern.
Die Kommission, die zur Untersuchung der Ereignisse in F i u m e eingesetzt worden ist, umfaßt 4 Generale, die Frankreich, England, Italien und die Bereinigten Staaten vertreten.
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Rechte,? teuf ist die entsprechende Urkund« durch Kuriere t m3dfc' «ch Versailles abgesandt worden.