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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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die Räumung Lettlands von den deutschen Trup­pen verabredet werden. Nach der Räumung sollen die lettländische Regierung bezw. die verbündeten Kommisstonn zum Schutze der Bevölkerung ver­pflichtet sein.

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Montag, 7. Juli

ner Abreise sich dahin ausgedrückt, daß noch kein be­stimmter Beschluß gefaßt sei inbezug auf die Aus­führung der Strafbestimmungen.

Eine Liste auszuliefernder deutscher Offiziere.

wb. A m st e r d a m, 8. Juli. Die britische Ad- wird der deutschen Regierung innerhalb eines Mo­rine- und anderen Offizieren, darunter viele Unterseebootskommandante», die besonders bar­barischer Taten beschuldigt werden, ein. ILa. wird ihnen vorgeworfen, offene Hafenstädte der eng­lischen Küste beschosien und Minen unter ungesetz­lichen Umständen gelegt zu haben. Einige der Ge­nannten befinden sich augenblicklich in den Händen der Engländer. Alle verbündeten Regierungen stellen eigene Listen der Personen auf, die aus­geliefert werden müssen. Die vollständige Liste wird der deutschen Regierung inerhalb eines Mo­nats nach Inkrafttreten des Friedensvertrages mitgeteilt werden.

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helmsbrück an. Oestlich Kempen erhielten wir Arttl- lerlefeuet. Dort muhte auch ein größerer Patrouillen»^ vorstoh abgewiesen werden. Nördlich Rawitsch übet»- fielen die Polen unter Bruch des Waffenstillstandes einen unserer Posten. Der Feind beschoh in der Gegend von Rawitsch bis nördlich Liffa mehrere Ortschaften auf deutsch-m Gebiet mit Artillerie. Hierbei traten Ver­luste unter der Zivilbevölkerung ein. Seit dem L Juki wird östlich von Ltssa eine deutsche Patrouille vermißt.: Eine am 2. Juli zur Feststellung ihres Verbleib, au,ge> sandte zweite Patrouille stieß bei Neuwelt westlich bet Demarkationslinie mit einet starken polnischen Pa­trouille zusammen. Ein Unteroffizier und ein Mann' wurde getötet. Ein in Gefangenschaft bet Polen ge»1 ratener Mann wurde vor den Augen seiner Kameroven ermordet und die Leiche an dem nächsten Tage mit de« Bescheid ausgeliefett, daß zukünftig jeder gefangen«' Erenzschutzangehörige dasselbe Schicksal erleiden werde.:

wb. Versailles, 8. Juli. Der Seneraksekr« tär der französischen Gewerkschaften fordert all« gw wirtschaftlichen Organisationen Frankreich» z» einem Demonstrationsstreik am 21. Juli auf. Hier­durch soll protestiert werden gegen da, Eingreifen der Verbündeten in Rußland und Ungarn feste gegen die Lebensmittelteuerung. Ferner soll pte gleich für die baldige Demobilmachung, eine &» nestie und die Wiederherstellung der bürgerlichen' Freiheit demonstriert werden.

Sie Sftmort.

Polnische Ausschreitungen in Kattowitz.

wb. B e u t h e n (Oberschlesien), 7. Juli. Wie dieOstdeutsche Morgenpost" aus Kattowitz er­fährt, kam es dort gestern nachmittag 2 Uhr zu schweren Ausschreitungen bei einer Masienkund- gebung, durch die gegen die Besetzung Oberschle­siens durch die Armee Hallers Einspruch erhoben und dem Wunsche Nachdruck verliehen werden sollte, daß Oberschlesien durch amerikanische Truppen be­setzt nabe Etwa 4000 Polen, die aus der weite­ren Umgebung zum Teil adf Leiterwagen nach Kattowitz gekommen waren, um die Kundgebung zu stören, entrisien den Frauen und Kindern die Fahnen und schlugen damit auf sie ein. Sie schrien die Redner nieder und warfen sie von den Tribünen herunter. Auch gegen die Polizisten und die Sol­daten des Grenzschutzes, die zur Aufrechterhaltung der Ordnung kommandiert waren, gingen sie ge- walttötig vor. Die Unruhen dauerten an, bis mi­litärische Verstärkungen eintrafen. Es sind einige Tote und eine Anzahl Verletzter zu verzeichnen.

Wetter, polnische Uebergriffe.

wb. Berlin, 5. Juli. An der posenschen Front dauern die polnischen Ueb ergriffe bei Ml-

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vrcchtigkeit in der Welt, das schon groß genug v, erWeilern und von neuem Gelegenheit zu kiins- ttsem Unrecht gegeben haben.

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Die Deutsche Allg. Ztgch läßt sich zur Ausliefe­rungsfrage aus dem Haag melden: Nach den ameri­kanischen Meldungen hat di« Mitteilung Lloyd Georges, daß der Kaiser in London vor ein Gericht gestellt werden soll, die amerikanischen Delegierten in Erstaunen gesetzt. Sie hätten davon nichts gehört, daß Wilson diesem Beschluß zugestimmt habe. Jedenfalls habe er vergessen, die Delegierten davon in Kenntnis zu setzen. Auch wegen der aus­zuliefernden Offiziere sei noch nicht, getan wor­den, Präsident Wilson habe noch am Tage vor fei»

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wb. Ä m st e r d a m, *5. Juli. LautNieuwes van den Tag" meldetDaily News": Der Kaiser wird wahrscheinlich ein Haus in der Nähe von London als Aufenthaltsort angewiesen erhalten. Er wird während des Prozesses von einer bewaff­neten Wache bewacht und jedesmal nach Lor.don geleitet werden. Man wird dem Kaiser erlauben, sich von eine.: <schen verteidigen zu

lassen. Ein britischer Kreuzer wird nach den Nie­derlanden gesandt werden, um den Kaiser nach England zu bringen. Falls er schuldig befunden würde, soll er verbannt oder unter die Aufsicht des Völkerbundes gestellt werden.

tu. Genf, 5. Juli. Pichon teilte dem Kammer- ausfchuß mit, daß im Prozeß gegen Wilhelm TI. Frankreich die lebenslängliche Verbau- n u n g des Kaisers beantragen werde. Die deutsche Regierung solle veranlaßt werden, die private Korrespondenz Wilhelms II. seit seiner Thron­besteigung auszuliefern. Das Privatvermögen des Kaisers und feines Hauses werde in erster Linie den Schadenersatzforderungen Frankreichs, soweit sie von Deutschland nicht gedeckt werden, zu dienen haben.

wb. Bern, 6. Juli. Wie die GenferSuisse" aus London meldet, werden die deutschen Offiziere, die für die Verbrennung von Löwen verantwortlich sind, zum Tode verurteilt werden: ebenso die U-Boot-Kom- mandanteu, die Dosvitalfchisfe versenkt haben. Die Ab­urteilung geschieht durch ein englisches Gericht. In den Fällen, wo es sich nm Verstöße gegen die Gesetze verschiedener Staaten handelt, tritt ein gemischtes Kriegs­gericht zusammen, das seinen Sitz in London hat. Der Kaiser und der Kronprinz werden nicht zum Tode ver­urteilt, sondern mit lebenslänglicher Verbannung auf eine Insel bestraft werden.

wb. Rotterdam, 6. Juli. Im radikalen BlatteDaily News" veröffenil'.cht Larbiker einen energischen Aufsatz gegen den Plan, dem früheren Deutschen Kaiser in England den Prozeß zu machen. Ein so großes und in der Weltgeschichte ohne Bei­spiel dastehendes Ereignis muß so schreibt Ear- diner mit einer möglichst rukige.a und gerechten Atmosphäre umgeben werden. Man darf sich nicht verleiten lassen, eine Schaustellung da-aus -u machen-. Es könne niemand behaupten, daß die Stimmui Z in England gegenüber dem früheren Deutschen Kaiser leidenschaftslos sei. Wenn schon ein Verfahren gegen den Kaiser ringeln et werden müßte, dann sollte es'durch einen aus den neu­tralen Ländern gewählten kompetenten Ge­richtshof geschehen. Sei das unmöglich, fo könne man von einer rechtlichen Verantwortung in irgend einer anerkannten gesetzlichen Bedeutung dieses Ausdruckes überhaupt nicht sprechen. Gardiner schließt mit der Frage, ob die Regierungen viel­leicht damit rechneten, daß Holland auf dem Asyl­recht bestehen werde und daß es infolgedessen zu keiner Verhandlung kommen werde. Wenn das der Fall fei, dann spiele man ein gefährliches Spiel, die öffentliche Meinung mit so viel Auf­wand zum Narren zu halten.

wb. H a a g, 7. Juli.Het Vaderland" schreibt zur Frage der Auslieferung des Kaisers: Unsere Minister haben ehre schwere Zeit vor sich. Wir wünschen nur, daß sie mit kühlem Kopf und mu­tigem Herzen tun, was die Ehre und Würde un­seres Landes erfordert und alles verweigern, was diese Würde und Ehre verbietet.

Die Söhne des Kaisers stellen sich für ihren Batet zur Verfügung.

wb. Berlin, 5. Juli. Wie die Abendblätter schreiben, sandte Prinz Ettel Friedrich von Preußen an den englischen König ein Telegramm, worin er erklärt, sich mit seinen vier jüngeren Brü­dern in Ausübung selbstverständlicher Sohnes- und Offizierspflicht anstelle des Kaisers für den Fall der Auslieferung zur Verfügung zu stellen, um ihm hierdurch den entehrenden Gang zu ersparen.

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Eeneralfeldmarschall v. Hindenburg hat folgen­den offenen Brief handschriftlich an Marschall Fach gerichtet:

Großes Hauptquartier, Kolberg, 3. Juli 1919.

Herr Marschall! Der Krieg ist beendet! Das deutsche Volk ist entschlossen, die schweren Beding­ungen, die ihm durch den Frieden auferlegt worden sind, auf sich zu nehmen. Auch die Armee, an der Spitze ihre Offiziere, ist bereit, für die ehrliche Er­füllung dieses Friedens jedes, auch das härteste, persönliche Opfer zu bringen, sofern ihre Ehre hier­bei »nicht Schaden leidet. Allein ein Srldat, der nicht für seinen Obersten Kriegsherrn ein­tritt, dem er Mannestieue. geschworen hat ein solcher Soldat wäre dieses Ehrennamens nicht wert. Solange echte, soldatische Ehre auf der Welt noch etwas gilt, werden Feind und Freund -diese Auffassung achten. Auch dieser Krieg hat trotz der Härte, mit der er geführt werden muhte, auf beiden Seiten Beispiele hohen sittlichen soldatischen Den­kens und Empfindens gezeitigt Beispiele, die beweisen, daß die allen Kulturvölkern gemeinsamen soldatischen Ehrbegriffe nicht erstorben sind. Als dienstältester Soldat und zeitweise erster militäri­scher Berater meines Kaisers und Königs halte ich es für meine Pflicht, im Namen der alten deutschen Armee an Sie, Herr Generalissimus, als den ober­sten Vertreter der Heere der alliierten und assozi­ierten Mächte diese Zeilen zu richten und Sie zu bitten, dafür einzutreten, daß von der Forderung der Auslieferung Seiner Majestät des Kaisers und Königs Ab stand genommen wird. Als höchster Führer einer Armee, die Jahrhunderte hin­durch die Tradition echter soldatischer Ohre und rit­terlicher Gesinnung als kostbarstes Gut gepflegt hat, werden Sie unsere Aufassungen zu würdigen wissen. Um diese schimpfliche Erniedrigung von unserem Volke und unserer Armee fernzuhalten, bin ich be­reit, jedes Opfgr zu bringen. An Stelle meines kaiserlichen und königlichen Kriegsherrn stelle ich mich daher hiermit den alliierten und asso­ziierten Machten mit meiner Person voll und ganz 3 u r Verfügung. Ich bin überzeugt, daß je - der andere Offizier der alten Armee bereit ist, ein Gleiches zu tun.

Genehmigen Sie, Herr Marschall, den Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung.

v. Hindenburg, Eeneralfeldmarschall.

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kW. Versailles, 7. Juli. Die deutsche Frie-

-sabordnung richtete in einer Note an Elö- . «au die Aufmerksamkeit der Verbündeten auf krh ^drohliche Lage der Bevölkerung Lettlands ti- durch die lettisch-estnischen Kämpfe, die l>ei dortigen deutschen Bevölkerung fernx aw$ des Abschlusses eines Waffenstill- ' Rv' deutsche Regierung schlägt daher

K^nahnr«, zum Schutze der bedrohten deutschen vor. Es sollen bestimmte Fristen, für

Es ist überraschend, daß Lloyd George es für dngebracU hält, zur Begründung des an Deutsch­und begangenen Raubes an Kolonien sich stärker « Behauptungen als in Beweisen zu zeigen. Der fische Miuisterpräsident würde in die größte .^ttegenheit kommen, wenn er die Wahrheit dieser Behauptungen vor einer unparteiischen Stelle b e - ®e! i c u sollte. Deutschland war mit der Hal- n8 der Eingeborenen ganz zufrieden. Es hätte ei° kein Grund zu irgendwelchen Repressalien vor- ^icgen. Daß jemals von Südwestafrika aus Auf- unb Repressalien gegen dis südafrikanischen , 8'°Rien hervorgerufen wurden, glaubt schwerlich Irgend jemand in der Welt, und Lloyd George es selbst auch nicht. Er weiß vielmehr ganz Dau, daß die Widerstünde, denen England in ^dafrika begegnet ist, auf die schmähliche V«r- I? to a 11 i g u n g der Burenrepubliken durch die Engländer zurückzuführen ist.'

wb. Amsterdam, 6. Juli. Eine Durchsicht ff Textes der Unterhausrede Lloyd Georges er- daß er erklärt habe, Südwestafrika werde ein ^tegrierender Bestandteil der südafrikanischen arrton werden und Deutsch-Neuguinea zu Austra- kommen.

Auch China uuterzeichuet.

wb. Amsterdam, 5. Juli.Nieuwes van Dag" meldet aus Paris: Die chinesische Ab- 2"nun9 wurde telegraphisch angewiesen, den Frie- . asvettrag zu unterzeichnen. China kann damit den Völkerbund ausgenommen werden.

' Die Lag« in Lettland.

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»b. Versailles, 6. Juli. Der Vorsitzende |et deutschen Friedensabordnung in Frankreich stellt in einer Note die Annahme der deutschen Re­gierung fest, daß der Friedensvertrag selbst, nicht Dagegen das Protokoll, und die Vereinbarung über hie besetzten Gebiete zu ratifizieren sind. Die Note aan, ob die verbündeten Regierungen diese sung teilen. Sollten sie auch die Ratifikation des Protokolls und der Vereinbarung beabsichtigen, f» mürbe dies auch deutscherseits geschehen. Als­dann müßte wohl für den Friedensvertrag und das Protokoll eine gemeinsame Ratifikationsurkunde «nb für die Vereinbarung eine zweite Ratifi­kationsurkunde ausgefertigt werden.

Ic6. Versailles, 6. Juli. Der Vorsitzende der Kutschen Friedensdelegation in Frankreich, Legationsrat sirhr. v. L e r s 11 e r, übermittelte Clcmenceau folgende Roic: Im Auftrage des Reichsministers des Aeußern kehre ick, mich. Eurer Exzellenz anzuzeigen, daß ich pur Vorsitzenden der deutschen Friedcnsdelegation er-

wb. Bern, 6. Juli.Humanitö" veröffent­licht folgendes Telegramm des amerikanischen kchriststellers Upton Sinclair an Oberst House, das sofort nach Bekanntwerden des Friedensver- frages abgesandt worden ist: Wir Liberalen sind über die K a p i t u l a t i 0 n Wilsons enttäuscht, köir bitten Eie dringend, weniger grausame Frie- tencbedingungen zu stellen.

. Die deutschen Kolonien.

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Die Kammer über di« Demobilisierung.

wb. Bern, 6. Juli. Nach Lyoner Blättern fand in der französischen Kammer am Freitag bi« Aussprache der seit langem eingereichten Inter­pellation Durand, Eiray, Dalbiez und Poncet über^ die Demobilisierung und die damit zusam­menhängenden Fragen statt. Durand entwickelte' seine Ansicht über die Demobilmachung, ohne bte bie wirtschaftlichen und finanziellen Probleme nicht gelöst werden können. Im Mai d. Js. habe Frank-' reich »och 2 900 000 Mann unter den Waffen ge­habt, darunter eine Million Ackerbauer. Mit den Toten und Verstümmelten seien dies 3 Millionen Mann, die der französischen Erde fehlten. Diese» Jahr werde die französische Ernte nicht 50 Mill. Doppelzentner betragen, was einen Ausfall von 44 Millionen Doppelzentner bedeute. Am dies« aber einzuführen, habe man weder den genügenden Frachtraum noch die entsprechenden Devisen. Bi» jetzt habe man der Regierung Vertrauen entgegen» gebracht. Aber jetzt müsse diese der Kammer Vertrauen entgegenbringen und ihr die Gründe für ihre Maßnahmen darlegen.Wir werden uns nicht damit zufrieden geben, daß die Regierung bereit ist, zur Demobilisierung, wenn nichts dazwischen kommt". E'.ray will wissen, warum Frankreich in Rußland und auf dem rechten Rheinufer Truppen stehen habe. All« Reservisten müssen entlassen werden. Die Truppen sind unzufrieden. Unter Protest des Kammerpräsi- benten unb zahlreicher Deputierter bes Zentrums unb bei Rechten ruft Eiray gegen bte Regierungs­bank: Wissen Sie, was am 1. Juli in Chstlons-fur- Marne vorgegangen ist? Wenn diese Fälle an- bauern, werben bie Soldaten sich selbst de­mobilisieren. Für Frankreich ist der Krieg be- endet, denn der Frieden mit Deutschland ist unter­zeichnet. (Lebhafter Beifall.) Dalbiez erklärte, daß man mit der Demobilisierung der Klasse« 1907/09 nicht zufrieden sei. Die Klasse 1911 sei seit acht Jahren unter den Waffen. Der Anterstaats- sekretär für die Demobilisation erklärte, die Regie­rung werde vom 9. Juli ab gerechnet die Demobili» > sation sämtlicher Reservistenklassen vornehmen, so­daß am 20. Oktober 1919 die Jahresklassen 1917, 1918 und 1919 im Dienste wären. Dir Kammer nahm eine Tagesordnung Durand mit 366 Stim­men an, die eine schnelle und ununterbrochene De­mobilisation verlangt, verwarf dagegen bie Tages­ordnung Augagneur, bie verlangte, baß bte Demo­bilisation am 30. September beenbet fein soll«,

Joftrr vor bte parlaweutarischeu Ausschuß.

wb. Berfaille«, 5. Juli. Marschall Zofft« «bi schien vor dem parlamentarischen Ausschuß, der ehe Untersuchung über bte Verteidigung de« Becke, w* Briey veranstaltet. Der Marschall verlas ein Schrift­stück, in dem et die militärischen Vorbereitungen, bte zu Beginn be» Kriege, getroffen wurden, auseinanvev- setzte. Bemerkenswett ist, daß Zoff« erklärt«, die Be­teiligung England, an dem Kriege sei voran,zu«, sehen gewesen. $ habe ein Mtlttärabkoe«' men mit England bestanden, von dem aber nicht ge­sprochen werden durste, da e» geheimen Eharakter hatte. Frankreich habe auf sechs englische Divisionen und e* di« Mitwirkung der Belgier gerechnet. Auf et« FtaM des Abgeordneten violett« erklärte Zofft«, bte Msche Armee sei mtt 2300 000 Gewehren t* den gezogen.

Di«Oberhessische Zeitung" erscheint sech»m«l wöchentlich. Der e» 4KR Bezug,pret, beträot monatlich 1.60 X. frei tn< Hou«: durch die Post ylil W*' 1.75 X. ohne Bestellgeld verleg von Dr. C. Hitzeroth.

r Merkt 21/23. Fernsprecher 55.

wb. Amsterdam, 6. Juli. Den englischen Blätter« zufolge sagte Lloyd George int Unter» Haust stber die deutschen Kolonien: In einigen der Kolonien ist eine überwiegende Menge von Be- «eismnterial dafür verhandelt, daß Deutschland die klügcboienen grausam mißhandelt hat. Wenn trotzdem und trotz der Rolle, die die Eingeborenen bei ihrer Befreiung gespielt haben, Deutschland diese Kolonien zurückgegeben würden unb ihm ba=

i E Gelegenheit zu Repressalien gegeben würde, fo »äre das niedriger Treubruch gewesen, unb es geht itidjf nur um die Behandlung der Eingeborenen. Ernki man daran, was für einen Gebrauch Deutsch- I«nb sonst von seinen Kolonien machte! Südwest- «frika benutzte es, um Ausstand rnb Raubwesen Men die südafrikanischen Kolonien zu erwecken. £ie anderen Kolonien benutzte es als Basis zu Beutezügen gegen den Handel aller Länder in Men Meeren. Die Rückgabe wäre also eine Tor- Vit für uns, und sie würde das Gebiet der Un-