Di« .Oderdessische Zeitung" erickeint sechsmal wöchentlich.
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',** 4E4 Beznarvrei» betrügt monatlich 1.60 JU im wS Han»; durch die Post lol - 1.75 X. ohne Bestell««» - Verl», von Dr. L Hitzeroth.
Markt 21/21. — ^ermprecher 65.
1919
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heit ist Sorge getragen.
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tmg zur Beschaffung von landwirt-
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ohne Zwischenfall. Der Hauptbahnhof, da» Rathaus sowie sonstige Punkte wurden schon am frühen Vormittag non starken Truppenabteilungen besetzt und durch Geschütze und Maschinengewehre gesichert. Drahtverhaue sperren zur Zeit die nähere Umgebung des Rathauses ab. Das zur Arbeit eilende Publikum ertrug die Sperre mit gutem Humor, denn es fühlt sich unter dem Schutz des Militärs sicher und zieht Vergleiche mit den Tagen, an denen der Aufruhr in Hamburg tobte und Handel und Wandel gänzlich laßmliegen mutzte. Die kleinen Behinderungen des Verkehrs wurden deshalb gern in Kauf genommen. Nur an einigen Stellen wurden Truppen vom Publikum in herausfordernder Weise belästigt. An diesen Stellen schritt da» Militär sofort energisch ein.
notwendig, sondern geradezu al» eine Erleichterung des auf ihnen lastenden seelischen Druckes empfinden, wenn ich nunmehr folgendes bestimme:
Di« Arbeiter, di« nicht bis spätestens den 3. Juli den Dienst wieder aufnehmen, sind entlassen. Ebenso erhalten Beamte, die nicht bi» zuA 3. Juli den Dienst wieder anfnchmen. ihre Entlassung nach den disziplinarischen Bestimmungen. FUr Sicherung der «rbeitssrei-
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Mittwoch. 2 Jnli
Kriegsgefangenen.
Geheimrat v.Welser rGegenwSrtig ist eine Er« Höhung der Bezüge nicht angängig. In besonderen Fällen müssen sich die Betroffenen um ErhöhunLihrer Unterstützungss^e an die zuständigen Liefen ajJ5i bände wenden.
Notlage der Unfall-, Invaliden- und Alterrsrenten« empfanget.
Ein Regiernngsvertreter kündigt einen Gesetzent- Wurf über Erhöhungen an.
Frau Zieh (U.S.) stellt eine Anfrage über die nicdrige Unterstützung der Frauen und Kinder der
Etnr Bekanntmachung der Regierung.
Wb. Berlin, 1. Juli. Der Minister der öffentlichen Arbeiten erlich folgende Bekannt-
schastlichem Sebdiragfisah.
Der Ln»tcsnch-BerrckSerst (Arm) hat & Bennsasnj
Berlin, 1. Juli. Hebet den Verkehrsstreii erfährt die „Vosfische Zeitung" von zuständiger Seite: In Berlin wird man versuchen, den Verkehr trotz des Ausstandes der Straßenbahn urb der Hochbahn soweit als möglich aufrecht zu erhalten. Außerdem werden militärische Kraftwagen gut Personenbeförderung herangezogen. Ob der Omnibusverkehr sich aufrecht erhallen lassen wird, ist noch nicht ganz klar. Die Verwaltung der Omnibuggesellschaft bewilligte den Angestellten eine monatliche Zulage von 60 Jt, die für die zwei vergangenen Monate nachträglich, für die drei kommenden Monate im voraus bezahlt wird, so datz die Angestellten sofort 300 M erhalten. Die regelmässige Lohnerhöhung tritt am 1. Oktober in Kraft. Die Forderung der Angestellten p'"g auf Zahlung einer Entschnldungs- summe von 700 dt, die später auf 500 <Al herabgesetzt wurde. Ob sie sich mit dem Zugeständnis der Verwaltung zufrieden geben werden, ist noch unentschieden.
Die „D. T." berichtet unter der Heberschrift:
Rur an 22 Tagen von 140 kein Ausstand aus Essen: In der ordentlichen Hauptversammlung de» Bergbauvereins wies der Geschäftsführer in seinem Geschäftsbericht bei dem Rückblick auf die Zeit nach der Revolution eingehend auf die fürchterliche Lage im Ruhrkohlen- gebiet Ende des vorigen und Anfang dieses Jahres hin. In der Zett vom November bis 30. April fei nur an 22 Tagen kein Ausstande gewesen. An Schichten seien 6,6 Millionen verloren gegangen, der Förderausfall habe sich auf 3,3 Millionen Tonnen Kohle und der Ausfall an Löhnen auf 96 Millionen Mark belaufen. Was wir aus den Trümmern der Revolution gerettet hätten, das sei uns fetzt vom Feind genommen worden. Unsere Vorräte an Steinkohle würden durch die brutalen, auf die Dauer auf Erdrosselung des deutsch" Volkes abzielenden Friedensbedingungen von 195 Milliarden auf 78 Milliarden Tonnen zurückgebracht. Die Förderung an Steinkohle, die im Jahre 1913 190 Millionen Tonnen betragen habe, werde sich in Zukunft nur noch auf 91 ^uUtonen Tonen belaufen, denn 60 Millionen Tonnen gingen allein durch Abtretung deutschen Landes verloren, und ferner müßten 43,3 Millionen Tonnen aus Grund der Friedensbedingungen an die Verbündeten geliefert werden. Während bet inbustrielle und gewerbliche Bedarf in dem verkleinerten Deutschland vor dem Kriege 63 Millionen Tonnen behagen hab», w’rhcn hierfür in der Folge nich' mehr als 10 Millionen Tonnen zur Verfügung stehen. Mit diesen Zahlen eröffn» sich ein geradezu trostloser Ausblick. Die Folgen lägen auf der Hand. Da Deutschland mit Rücksicht auf die ganze Lage des Weltkohlenmarktes wie im Hinblick auf die eigene Zahlungsunfähigkeit gar nicht in der Lage fei, den Fehlbetrag von 53 Millionen Tonnen aus dem Auslande zu beziehen, müssten Millionen und aber Millionen Frauen und Männer von Deutschland ins Ausland abgestvtzen werden, denn es fehle jede Möglichkeit, sie auf deutschem Boden zu ernähren. Unsere (Segnet hätten ihr Kriegszicl, datz Deutschland aufhören müsse. König bet Kohlen zu sein, erreicht. Wir stände« am Stabe unserer Wirtschaft.
wb. Hamburg, 1. JuN. Der Einmarsch der Regierungstruppe« in Hamburg vollzieht sich in völliger Ruhe. Der Rathausmarkt und die Umgebung de» Rathauses sind durch Ctachelbraht abgesperrt. Bor dem Rathaus, bei der Börse und au anderen wichtigen Punkten sind Geschütze und Maschinengewehre aufgestellt.
wb. Hamburg,!. Juli. Hebet den Einmarsch bet Truppen in Altona wird folgendes mitge- teitt: Da» 1. Bayerische Schützenregiment unter Oberstleutnant Herrgott, bet burch seine Tätigkeit al» Stadtkommandant von München bekannt ge. worden ist, langte gegen 6 Uhr früh tu Altona an. Die Truppe ist während de» Einmarsches wteder- hott von den Dächern aus beschossen worden, so datz sie von den Waffen Gebrauch machen mußte. Im allgemeinen verlief bet Einmarsch ruhig, und die Besetzung vollzieht sich planmäßig. Die Operationen bes Abschnitte» West stehen unter dem Ober- befehl bes Oberstleutnant o. Ledebour.
wb, Hamburg, L Juli. Die Besetzung des Ostteils von Hamburg vollzog sich tm allgemedien
Hört! bei d-n Unabh.)
Frau Zieh stellt ferner eine Anfrage über Mr
namentlich auf Ersatzstoffe zurückgegrisfen werden könne. Et sprach von Lehm als brauchbaren Ersatz für Ziegeln. Wit haben Versuche gemacht, und sie batten ein verhältnismäßig günstiges Ergebnis teilweise durchaus befriedigend. Auch die Baukosten ermäßig' ten sich. Die größte Schwierigkeit liegt vielleicht tu bet Baukostenverteuerung. Das Reich hat 500 Mil-' (tonen für Wohnungsbauten zur Verfügung gestellt. Auf die Frage, ob diese Zahl ausreichen werde, kann ich nut sagen: Sie werden es bestimmt nicht tun. 'frört! frört!) Bonseiten der beteiligten Stellen wird alles geschehen, um die Schwierigkeiten zu befeitiqen »der wesentlich zu mildern, die sich der Schaffung neuer Ansiedelungen entgegenstellen. Sie sind aber so groß, baß die weitgehenden Erwägungen, die inbezug auf die Schaffung neuer Ansiedelungen vielfach an da- Gesetz geknüpft werden, kaum in Erfüllung gehen werden.
deSstaateu verpflichtet sind, gemeinnützige Siede lnugg« Unternehmungen zur Schaffung neuer AnsiedelnngeH und zur Hebung bestehender Kleinbetriebe zu bilden.
Abg. Blum (3tr.): Statt von einer Landluft, wie sie seit den 70er Jahren sich entwickelt batte, kann man heute beinahe von einer Stadtluft sprechen, und da« im Interesse der Gesundung unseres Balkes nach bet volkswirtschaftlichen wie nach der «bische» Seite hin nicht erfreulich. Für die Gedelungstätig- feit muß zunächst die Schaffung von Bauerngüter». mittlerer Große das Ziel sein. Die Siedelung ist eine volkswittschaftliche Tat von Bedeutung für da« Landleben.
Abg. Schmidthals (Dem.): Es müssen in der Landwirtschaft weniger Gro"b«ri:be u-b tne'-r Kleinbetriebe g-schaffen werden. Wenn wir die breiten Massen der Arbeitorbevöllerung nicht wieder ans da- Land hinausbringen, müssen sie auSwandern. Zu den Stellen, die über die Enteignung zur Landbeschaffung zu entscheiden haben, wünschen wir die Hinzuziehung praktischer Landwirte.
Abg. Söbe (Soz.): Wir begrüßen dieses Gesetz, i weil es endlich ein Versprechen erfüllt, da? den Kriegs- Teilnehmern geg-ben worden ist. Als Vorteil betrachten wir es auch, daß Kleinbauern, mittlere Bauern : und Lehrer bei der Ausführung des Gesetzes Mitwirken. Wir werden daS Gesetz und sämtliche Anträge anneh-/ men. (Beifall.)
?lbg. Dr. R ö ficke (Deutschnatl.): Wir haben unS für das SiedelungSwesen immer lebhaft interessiert. Von den beträchtlichen erzielten Erfolgen gebt für uns im Osten leider so gut wie alles verloren. Man steht dort geradezu vor dem Zlisammenbruch aller durch die deutsche Ansiedelung ifrrrci'f,‘en. Umso notwen- biw ist die Vermehrung deS SiedelnngslandeS. denn setzt muß Deutschland wieder mehr Agrarstaat werden.
Negicrungslomm'ssar für da? Wohnungswesen Scheidt :Die Schwierigkeiten, die einer Vollziehung des Gesetzes entgegensteben, fce’M’en in der fraupt- fache in dem Mangel an Baustoffen. Für die Bauwirtschaft fehlt eigentlich alles. Von 18 000 Ziegeleien in Deutschland, haben zeitweise über 17 000 still gelegen. Gegenwärtig liegen noch 16 500 still und auch' diese sind nur zum Teil imstande, ihre Wittschasts- mögsichkeit aus,„nutzen, sodast sie vielfach ihre Lieferungen nicht einhalten können. Dr. Rösicke wie- darauf hin, .daß bet landwirtschaftlichen Bauten
Frau Böhn (Deutschnatl.) Pellt eine Anfrage darüber, daß Kavitänlentnant v. Mücke, der Führer der „Ayesha". während eines VottrageS über seine Erlebnisse vor Schülern im Zirkus Schttmann in Frank- furt a. M. mißhandelt und zum Abbruch deS BottrageS gezwitng»n worden sei.
Geheimrat Fchr. v.Welser: Die Regierung verfügt noch n'cht über ausreichende Unterlagen zur Nach- prüsimg deS Falle-.
Abg. SernkeS (D. Bvt.) fragt nach ei new Versuch des Mitgliedes der Nationalversammlung Sievering, RegientnaSkommissar int Rheinland, die Stadtverwaltung in Oberhausen L Rhld. zur weiteren Besoldung der dottigen Arbeiterratsmftglleder zu zwingen. Der Oberbürgermeister sei in diesem Zusammenhang sogar mit der Festnahme bedroht worden.
Geheimrat Frhr. v.Welser fühtt an, baß die Bestimmung über die Selbstregelung der Angelegenheit durch die neugewählten Gemeindevertretungen nicht ohne Reibungen durchgeführt worden sei. Deshalb habe der Reichskommissar für einen gewissen Zeittaum da» bisherige Berfahren zugelassen. DaS fei zweckmäßig gewesen und werde von bet Reoiernng gebilligt. DaS Gerücht über eine Freiheitsbeschränkung deS Oberbürgermeisters fei nicht ernst zu nehmen.
Abg. Dr. Graf zn Dohna (D.Dpt.) fragt nach der in Aussicht gestellten reichSgefetzlichen Regelung der Haftpflicht für llnrnheschädeu.
Geheimrat Fchr. d.Welser teilt mit daß ein Gesetzentwurf über die durch die inneren Unruhen verursachten Sch Den bereits dem Staatenausschuß vor- liege und voraussichtlich in einigen Tagen der Natio- ncuversammlung Vorgel egt werden könne.
ES folgt der Bericht des ReichShauShaltSauSschuffeS
- rnll dcm Krcisblatl für den Krcls Marburg
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen
IttWk MmlStkslMAiMI.
Am Regierungstisch: David und andere. Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 3Uhr 20. Min.' Zunächst liegen Anftagen vor.
Abg.*9)1 um m (Deutschnatl.) fragt nach der Verwendung von Reichsgeldern für Patteizwecke, wie sie durch Versendung bon Br<ckchüeen und sonstigen Drnck- iachen durch den Werbedienst der deutschen Repttblik und die Zentralstelle für Heimatdienst durch portofreie Versendung erfolgt sei.
Geh. Oberregi-r-uosrat im Rrichsminrsterium des Innern Frhr. v. Welser: Seit Anordnung - der Liouidation de« Werbedienstes sind nach Annahme des Leiters neue Druckaufträge nicht mehr erfolgt. Seit mehreren Wochen ist jeder Versand endgültig eingestellt worden.
Abg. Erkelenz (T)em.) fragt an, ob sich die '^"bun.osplätze sowie die Baracken auf ihnen mit ihr-n Einrichtungen für Ferienkolonien der Schüler, für Ferienheime Erwachsener, für Herbergen unb Unter- Tunff*rrmnte der Wanderer- und Turnvereine verwerten ließen.
Oberstleutnant van den Beruh: Die Truppen- übu.tgsplä^e werden zum Teil zttr Unterbringung der Reichswehrtruppen benötigt, während die Lager zur Unterbringung der heimlehrenden deutschen Kriegsgefangenen dienen sollen. Freiwerdende Lager werden dcm Reichsschatzministerium überwiesen.
Abg Frau Zietz (U. S.) fragt, was die Regierung zu tun gedenke, die gegen viele Angehörige der U. S. P. angeordnete Ueberwachung ihrer Fernsprech- ansckffüsse durch die politische Polizei zu beseitigen.
Ein Regierungsvettreter teilt mit, bei Verhängung des Belagenmgs-nstandeS kö"nwn die Militärbehörden Anordnungen über die Ansh-bung des Telephonge- heimnisses in bestimmten Fällen ergehen lassen unb trügen dann dafür die Verantwottung. (Lebh. Hört!
Abg. Dusche (D.Vvt.): Man sollte möglichst viele neue Siedelungen schaffen, dabei möglichst auch die Kriegsbeschädigten und diejenige.l berücksichtigen, die ans den gns jetzt vettorengegangenen Gebieten znrück- roanbem. Ganz besonders wichtig erscheint mir die Bestimmung über die Beschaffung von Pachtland für« die landwittschaftlichen Arbeiter. Wenn man städtische Arbeiter aufs Land bekommen will, dann wird man} sich vor allem entschließen müssen, die Arbeitslosenunterstützung febr erheblich berabnis-'-en. Vor allem aber sollte die Reaierung beizeiten Maßnahmen treffen- um unter allen Umständen die Gefahr eines Streifs der landwirtschaftlichen Arbeiter zu barme» und überhaupt dem Streikfieber energisch entgegen» zutreten.
Abg. Wurm (U. S): DaS Gesetz erweckt trügerische fr Öffnungen Deshalb wird meine Fraktion dagegen stimmen. Für neue Siedelung ist kein Augenblick ungünstiger als der jetzige bei den hohen Bau- und! Grundstückspreisen. Anstelle der Privatbetriebe muß) die Gemeinwittschast treten
Regierungskommissar Pros. Hering: Der Großbetrieb wird in Deutschland immer eine Rolle spielen Bon den heutige» Besitzern wird großes fi":*,'z ffrn- vfinden verlangt, well sie für Si-delur-' den hergebe» sollen zum gemeinen Wett, rote c. pch berechnet ohne Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse' deS Krieges. DaS Volk kann sich über ein solche» (fc»; fetz freuen d
Abg. Dr. frei« (Zentt.): Die Schaffung flehtet; Existenzen ist ein konservativer Gedanke. Er läßt sich nut genossenschaftlich verwirklichen. Sozialisierung würde die deutsche Produktion erschweren. Wir müsse». uns darauf einstellen, daß wir wieder mehr Agrarland werden t
DaS Gesetz wird darauf in erster und zweiter Lesungj mit einigen Abänderungen angenommen. Die britte* Lesung wird ausgesetzt, da sich über den $ 24 auS juristischen Gründen leine Einigung erzielen läßt.
Nächste Sitzung Mittwoch 2 Uhr: Interpellationen,' zweite Lesung deS BersassungsentwurieS.
Jtnbgebtmg der dentsLnattonale, Fraktion
Die dsutfchnattomrl« Fraktion der NationalveriamS« lang hat in der Stunde der Unterzeichnung bes Schwach, frieden» von Versailles folgende Kundgebung
Auf Anregung der Eisenttchner stellt die Negierung «ertvoSe Anslandslebenslittel zu bedeutend herabgesetzten Preisen zur Verfügung, die einen rulfwrrnd von anderthalb Milliarden erfordern und •em gesamten Volke zugute kommen. Damit hat sie da» Aevtzerste getan, was nach Lage der Staatsfinanzen möglich ist. Sie wird aber auch weiterhin ihre« Personal zu helfen bemüht bleiben. Di« De- »okratisierung der Eisenbahnverwaltung erfolgt « voller Hebereinstimmung mit dem gesetzgeberliaen Vorgehen im Reich und den Anschauungen der Lanoes- versammlung. Durch die Einführung der Petrie Säte auf Erund de» Reichsgesetzes wird dem Perft-ua! An weitgehendes Mitwirkungsrecht eingeräumt. Sämt- «che Ettzenbahnorganifationen haben ausdrücklich erklärt, datz sie den gegenwärtigen Streik nicht billi- tzen. Auch sonst betonen weite Kreise des Volkes wie- verhyst, datz dis Arbeit wieder ausgenommen werden würde, sobald der Streikerlatz des Reichswehr- ; • i n ; fl e i} u m 5, durch den fie sich in ihrer Arbeits- fwibcH beeinträchtigt fühlten, aufgehoben fei. Im Ver- tranen auf die Zusicherungen wurde der Stteikcrlatz «usgehobs». Trotzdem wird der Streik fort« Ersetzt. Abgesehen davon, daß die Arbeiter große «chmrusfälke erleiden und die streikenden Beamten »ast des Gesetzes ihres Diensteinkommen» für die Tage •er Arbeitseinstellung verlustig gehen, find die Fol- Ren fit die Allgemeinheit unüberseh- bar. Alle Zufuhr nach Berlin kommt wegen bet Betriebs Anstellung auf den Bahnhöfen ins Stocken. Gelen 960e Wagen allein für Berlin kamen unterwegs 2™ Stillstand. So müssen wertvolle Lebensmittel zu ®ranbe geben: das Vieh mutz unterwegs verhungern •ab die Fstchsendungen verderben. Der Stteik würde '»er auch verhindern, datz di« vorbereitete Senkung der Lelens Mittelpreise und die Verteilung der verbilligten Rationen allseitig und rechtzeitig durchgesübtt werden «nnt«. Hierdurch wird nicht nut die Ernährung der Millionen-Grotzftadt Berlin, sondern auch der gesamte Volks körper aufs schwerste bedroht, «ngeficht» der sirrchtbaren Lage, in der der Staat sich infolge de» nn- Glücklichen Ausgange» des Krieges befindet, mutz jetzt bas Wirtschaftsleben unbedingt mit allen Mitteln wie- ber in Gang gebracht werden, um da, Land vor dem öusammenbruch und die Bevölkerung vor weiterem Hun.
zu bewahren. Schweren Herzens, aber im Bewußt- Wn der ernsten, mir vor dem Volk« obliegenden Ber- »ntwortung sehe ich mich daher genötigt, nunmehr •** Aufnahme des Betriebes mit den äußersten «nittel» durchzusetzen. Di« Beamtenschaft ist sich -l«m allergrößten Teil ihrer Pflicht gegenüber dem Bolksganzou bewußt und besttebt, gemeinsam mit den ^hlreichen gleichgesinnten Arbeitern den Verkehr vor , m Ettiegen zu bewahren. Alle diese Kreise der $e» •utten mch Arbeiter werden mit mit e» nicht nur ab
hlktiWtt.
; Nufer Volk kommt nicht zur Vernunft. Trotz der b^Ktbare» Not, mit der wir zu kämvfen haben, trotz fe Elends, dem wir entgegengehen, Hetzen unverant- eliche Elemente die Massen in wilde WittschastS-
>f4 und weite Kreise unseres Volkes leisten willio «olge. Ei» Streik im gegenwärtigen Auoenbl'ck, wo zmsee ganzes Volk neck, an den Folgen der Wirtschafts- Hmpfe bet letzten Monate leidet, ist geradezu ein Dnchreche». Der Friede von Versailles legt uns Opfer stuf, die wir nur in langer, raßloser Arbeit aufzubriu- s^en vermögen. Das ganz« Volk weiß das, wir alle tzhne Ausnahme spüren das Messer an der Kehle, und trotzdem taumeln lvir von Streik zu Streik, sinken Immer tiefer hinein ins Elend, bis es zuletzt zu spät tzmd rin Wiedererholen unmöglich geworden ist.
l Jeder Arbeiter hat das Recht eine Besserung seiner Lebenslage anzuflrebeu, aber es ist unverantwortlich Wenn man den a<taden Weg verlädt, einfach zur Selbst- tstfe greift, bevor man noch versucht hat, sich mit Iben maßgebenden Stellen tn Verbindung zu setzen tmd dort eine Einigung über ihre Forderungen zu er- riefe«. Die Revolution hat die Vorherrschaft der vnterMhMer auf wirtschaftlichem Gebiete gebrochen. Ws nmß nun doch gesagt werden, daß die vielbefehdeten herrschenden Klassen" nicht mehr das Bür- yrtum, sondern gerade die Arbeiter selbst -sind.
Ganze Industriezweige find vernichtet, der Staa' wußte Reichsmittel in vielen Fällen beisteuern, um sie por bötiigent Untergänge zu bewahren und dem arbeitenden Botke die Möglichkeit zur Erhaltung ihrer Eri sieuz tu lassen. Die Mittel aber, die aus b*>r Staals- dsse betoefteuert werden, gehen unserem Volke ver- I»ren »uv müssen durch neue, drückende Steuern wieder aufgebracht werden. Fod-r wilde Wir'schafls'ampf richtet M gegen die Arbeiter selber. Am verwers- uchsten von allen Stteiks sind auf jeden Fall die, welche in öffentlichen Betrieben ausgekämpft werden, weil badurch die geringere Bevölkerung am meisten betros- M Heber nichts ist in den letzten Monaten 8ti uns geklagt worden, als übe: die hohe» Lebens- wittelpreist!. Der Staat überlegt fieberhaft, wie eine Wreiösensirng möglich ist. Sie ist aber völlig undurch- Mhrb«, wenn alle Arbeit sich von Tag z>t Tag ver- tntett. Man sollte also an gleichzeitige Herabsetzung der Löhne und Lebensmittelvreise denke», nicht an riildr Wirtschaft durch Streiks.
DerAnzeigenpret» beträgt für di« 8g«i» -leite») 4* 83V,**, teummutrufd-L, ei
4 > amtl. i. euiroätt. 40 4 n 2S»k,Teueruno»zuichl. = 60 ->,K»tt«m«zerle vuljiy.
Feder Rabatt gilt «le Barrabatt. — Btt A»,k. b. Me L«llhltt»st. a. Ver- mtttlg.k.Ingeb. 26 4-Sonkergebühr. — Postsche«.: Ar. 5C16 AmtFr'.a.i.a. M