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mH dem Krcisblatl für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhesiett

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ITHe ^Oberdess'klbe Zeiteng" »rtLrtut sechrmel wächentlich. Ter Bezuaeprei» betr8<*t monatlich 1.00 X. frei ins Hans; her* die Poft 1.75 X. ahne BefteUaelb verlea von Dr. L. Httzereth.

Markt 21/23. Ferm»«cher 55.

$it NutiRslUrsmmlnl! ptjKiiot ik lluterädifjnuiig i>cs gritiitnSBtitragt».

r Di« Entscheidung ist also nunmehr gefallen: Eas deutle Volk erklärt durch seine parlamenta- -kyche Vertretung und Regierung seine Bercitwil- Agkeit, den ihm diktierten Friedensvertrag anzu- Wtbtiie«.

Dieser Friede ist fei n Friede! Weil er ein Asitrat-, ein Gewaltfriede ist, wie ihn die Welt Me gesehen hat. Noch immer ist in jedem Frieden ßln Bünnent der Verständigung enthalten gewesen. Dieser Friede ist ein Diktat Cl6menceaus, mit Hilfe Wilsons uns abgepretzt!

Die ganze Welt soll es hören, daß wir uns mit Fefern Frieden nie und nimmer abfinden werden!

Unter vorgehaltsnsn Revolvern, und Schlacht- »effern hat man von uns die Annahme einer Mhi,sinnigen Ausgeburt von Hatz und Rache er- Pvuuge». Nur der Gemalt weichen wir!

Wir haben Verständnis dafür, datz man endlich, Mid wen» das Herz bei dem Entschlüsse auch brach. M den Preis furchtbarer Opfer willen dem seit ß Jahren unsäglich gequälten Volke Ruhe und Iricden wieder zurückgeben wollte. Denn über pseicrlek darf man sich nicht täuschen: Der Feind, »er jetzt ins Land käme, käme nicht unter dem Zei- Wen des Waffenstillstandes, der immerhin ein felber Friede ist. Er käme vielmehr unter dem geiü)e!i eines in seiner Hörte unumschränkten Kriegsrechts! Und zum zweiten: Dieser Feind, her ungeduldig an Deutschlands Tore pocht, würde seinem Siegerübermut und seiner Trinmphgebärde «ahrlich keine Zugel anlegen! Gerade dieses, datz Zsr Feind unter dem Recht des Krieges einmar- Micrt, datz die oberflächlichen Hoffnungen auf Bessere Ernährung eitel Wahn sind, weil im Zei- des Krieges dem unterworfenen Lande und Volke nicht nur nicht Lebensmittel überlasten, son­dern vielmehr alles Verwertbare im Wege von Requisition und Kontribution hinweggenommen Wird, gerade dieses Fürchterliche wird viel zu Wenig beachtet. Freilich darf man dem entgegen« Galten, daß die e i n in ti t i g e Ablehnung der ^Frredeur^bedigungsn durch Deutschland einen un Deheuren Eindruck in der Welt gemacht haben Dmrde. Auch mutz man sich bewußt sein, datz unsere fein' e wegen Ser geringsten Nichtrnnehaltung des Dsciedensvertrages sofort einmarschieren können ßmd werden. Wie aber kann der Vertrag über- Haupt erfüllt werden? So ist die Frage, ob die Unterzeichnung wirklich den Einmarsch-abhält, doch -echt zweifelhaft, ja nach der Unterzeichnung kör- 'ett wir plles, was nachher geschieht, nicht einmal Mr feindfelio» fi---dlungeu erklären!

Das deutsche Volk hat nach der fünfjährigen Leihenszeit nicht mehr die materielle, aber auch nicht mehr die moralische und seelische Widerstands­kraft. Sie erforderlich wäre, um die letzte schwere Wrnsung zu bestehen. Dazu kommt als eine Er- Mägung, die über allen anderen steht, datz die Re- rslution uns ja ivehrlos, ganz und gar mit gebun­denen Händen und Füßen dem Feinde ausgeliefert Hat! Unser Volk ist auch heute nicht mehr zu der irinmütigen Ablehnung des Friedensvertrages im- stande, die notwendig wäre, um den Eindruck in der Welt zu erzielen.

Es gibt keine einzige Partei in Deutschland, !»sn der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken, Nie nicht davon überzeugt ist, daß mit diesem Frieden" dem deutschen Volke die ungeheuerlichste ^Vergewaltigung angetan wird, die je ein Volk in ;Net Geschichte erlebt hat. Und auch darüber gibt ,es nur eine einzige Stimme in Deutschland, daß Nieser Friedensvertrag unerträglich und unerfüll- iNer ist! Unseren Feinden rufen wir den römischen Rechtssatz in Erinnerung: Für llnmögli'che« Gibt es keine Verpflichtung!

Die Feinde haben hochmütigdas letzte Wort- für sich beansprucht. Aber nicht sie, sondern die Weltgeschichte wird es sprechen! Die Weltgeschichte ;»irb auch über das erzwungene Schuldbekenntnis Nes deutschen Volkes in vielleicht kürzerer Zeit hin­weggehen als die Feinde es ahnen! Und wir alle hoffen es zu erleben. Ja, wir sehnen uns in- brünstig nach dem Tag, an dem es sich erweisen wird, datz dieserFriedensvertrag" wirklich nichts anderes ist als ein mit Tinte beschmierter Fetzen Dapierk . ;

6s wirft nntoiM

Weimar, 23. Juni. Die Retionalverfemmlmrg H-t heute gegen die Stimmen der Deutschnolionaleu kolkspartri, bet Deutschen Sollspartei, eine» Telles bet dental ms und b$< Sem 0 trat ai di, vufsassuqg sie zu»

irrsfend erklärt, datz die Regierung nach wie vor e««l mLchligt bleibe den Friednsoertrag zu unterzeichnen.

r. SBtimat, 23. Juni. Ministerpräsident Bauer teilte in der Nationalversammlung den Antraq die Re­gierung zu ermächtigen, in «»betracht der gefährlichen Lage und gegnerischen Drohungen bedingungslos zu nn- ter,-i^ >!-»,.

wo. Bersailles, 23. Zuni. Heute nachmittag 4 Uhr 40 Hst der deutsche Ecsandte v. Hanirl dem Vor- itzenden der Friedenskonferenz. Clemenceau, die Rote züstrllen lassen, in der sich dir deutsche Regierung bereit erklärt, die Bedingungen der verbündeten Regierungen bcdingnuglos anzunehmeu. D

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WW5-AMI MM 2.

Am Ministertische: Bauer, David. Wistell, Mül­er, Erzberger, Bell, Schmidt, Eiesberts, Mayer, owie General Märcker.

_ Präsident Fehrenbach eröffnet die Sitzung um 3 Uhr mit der Bemerkung: Es haben sich seit der gestrigen Sitzung Ereigniste vollzogen, die eine abermalige Besprechung der Frie­densfrage notwendig machen. Wenn kein Wi­derspruch erhoben wird, will ich als ersten Gegen­stand nochmals die Berat«» g der Fricdensfrage auf die Tagesordnung setzen. Das Haus ist damit ein­verstanden.

Präsident des Reichsministeriums Bauer: Meine Damen und fierten! Namens der Reichs­regierung habe ich Ihnen folgende Mitteilung zu machen: Die Mehrbeit der N-tioual"ersammlung hat in der gestrigen Sitzung die Ausführungen gut­geheißen, in denen die Stellung der Reichsregie- rrmg zum Friedensvertrag dargelegt wurde. Ent­sprechend diesem Votum nnb der darin ausged Lick­ten Bevollmächtigung haben wir gestern nachmit­tag in Versailles eine Note fb-ve.'ben Iorfcn, die diese unsere Stellung mit folgenden Verwahrungen und Vorbehalten darstellt, die wir folgendermatzen betont haben: (Der Ministerpräsident verliest hier­auf die bereits bekannt gegebenen Noten und die Antwortnote der Gegner und fährt dann fort: Da­mit ist die Lage in zwölfter Stunde von Grund auf verändert und damit stehen wir vor der unerbitt­lichen Frage: Ablehnen oder bedingungslos unter­schreiben? Die Reichsregierung hat Ihnen gestern die bedingte Unterzeichnung vorgeschlagen und da­für die Zustimmung Ihrer Mehrheit gefunden. Sie hat geglaubt, diesen letzten Versuch machen zu müffen, um wenigstens etwas von den Idealen zu retten, die unsere Gegner angeblich in diesem Kampfe für die Menschlichkeit erst reiten wollen. Sie hat vor allem eines ihren Häuptern ersparen wollen: Ern unwahres Schuldbekenntnis und die Auslieferung von Volksgenossen an ein Tribunal, bei dem Ankläger und Richter eins sind. All das sind aber heute nur noch theoretische Betrachtungen. Es sollte uns nichts, gar nichts erspart bleiben. Zur Knechtung wollen die Feinde auch noch die Verach­tung gesellen. Heute mutz die ganze Welt sehen: Hier wird ein besiegtes Volk an Leib und Seele vergewaltigt, wie k">n Volk i?*-o-. Kein P"atcst heute mehr, kein Sturm der Empörung! Unter­schreiben wir, das ist der Vorschlag, den ich Ihnen namens des ganzen Kabinett mache, bedingungslos zu unterzeichnen. Wehrlos ist nicht ehrlos! Eewitz die Gegner wollen u ns an die Ehre. Daran ist kein Zweifel, aber datz dieser Versuch der Ehrabschnei- derei einmal auf die Urheber selbst zurücksallen wird, datz e nicht un­sere Ehre ist. die bei dieser Welt- tragödiezu Grunde geht, das ist un- sere Hoffnung bis zum letzten AI em - zuge. Ich darf wohl annehmen, datz auf diese Vorgänge die Regierung ermächtigt bleibt, den Friedensver­trag zu unterzeichnen.

Abg. Schiffer (Dem.): Die Ermächtigung be­anstanden wir nicht. Meine politischen Freunde setzen keinen Zweifel in die vaterländische Gesin­nung auch jener, die mit Ja gestimmt haben.

Abg. S ch u l z - Dromderg (Dtsch.-Ratl.): Wir lehnen den Friedensvertrag nach mit vor ab. Mir erkennen an, datz euch die Gegner unserer Ansicht aus vaterländischen Gründen handeln.

Präsident Fehrenbach: Ein Widerspruch ge­gen die Auffassung des Ministerpräsidenten, daß die Regierung ermächtigt bleiben soll, den Frie­densvertrag zu unterzeichnen, ist nicht erfolgt. (Widerspruch rechts.)

Abg. Schulz-Bromberg (Dtsch.-Ratl.): Wir sind nach wie vor der Ansicht, daß gestern nur eine beschränkte Ermächtigung zur Unterzeichnung ge­geben wurde.

Piäsident Fehrenbach: Ich nehme an. es wird Widerspruch erhoben und nochmalige Abstim­mung verlangt.

Abg. Schulz- Bromberg (Dtsch.-Ratl.): Ich beantrage namentliche Abstimmung. (Große Un­ruhe links und im Zentrum. Zurufe: Unerhört! Es ist bald 7 Uhr! Bewegung.)

Präsident Fehrenbach: Wir sind in der Ab­stimmung und da können keine Anträge zur Abstim- »nung mehr gestellt werden, auch wenn die Deutsch- Rationale Volkspartei die Verantwortu"g auf sich nehmen wollte, die Sache hinauszuzögern und na­mentliche Abstimmung verlangen.

Abg. Schiffer (Dem.): Ich bitte ausdrücklich fest- zustellen, worüber abgestimn't werden soll.

Präsident Fehrenbach: Heber die Auffas­sung der Regierung, daß sie nach tote vor ermächtigt bleibt, den Friedensvertrag zu unterzeichnen. Rur- darüber wird abgestimmt.

In einfacher Abstimmung erklärt darauf das fiaus gegen die Stimmen der Deutschnationalen Volkspartei und eines Teils des Zentrums und der Demokraten die Auffasiung der Regierung für zu­treffend.

Präsident Fehrenbach: Damit ist vor'ä'lf'a eine schmerzliche Angelegenheit erledigt, und ich stelle mit Genugtuung fest, datz von verschiedenen Seiten des Hauses anerkannt wudc, daß alle Par­teien des Hauses, ob Ja ober Rein, sich nur von vate. ländischen Gründen bei der Abstimmung lei­ten ließen, getragen von schweren Gewissensbsden- ken und von ernster Aufastung über die Lage un­seres Vaterlandes. (Allseitige Zustimmung.) Ich möchte wünschen, datz dieser Geist auch binausgehen möge in unser Volk. (Beifall.) Es wäre nun das alle^schlirnrnste und das allergrößte Verbrechen, uns n Schmähungen und Verdächtigungen gegen die vaterländische Gesinnung unserer Mitbürger zu er­gehen. Ich würde es in dieser schwersten Stunde des deutschen Volkes als das größte Verbrechen bs- 'eichnen, das von innen heraus an ihm begangen we-den könnte. Ich hoffe, daß man draußen in der gesamten Bevölkerung und namentlich in der Presir dafür ein Verständnis haben wird und gewillt ist nun mehr einträchstg zusammen all die großen La­sten auf sich zu nehmen, die uns jetzt bevorstehen. alle zusammen getragen von dem heiligen Willen Da'ertänbiftber Liebe. Im übrigen empfehlen mir unser unglückliches Vaterland dem Schutze des barmherzien Gottes. (Beifall.) Es ist beabsichtigt von den Parteien eine gemeinsame Kundgebung an die Truppen zu erlösten, die ober erst noch redigiert werden soll. Die Sitzung wird daher auf eine Stunde unterbrochen.

Präsident Fehrenbach: Die Parteiführer haben sich auf folgenden Wortlaut des Ausrufs an das deutsche Heer geeinigt:

In der Stunde des tiefsten vaterländischen Un, glück» dankt die Deutsche Rationolve sammlung der deutschen Wehrmacht für die er f errette VerleidI- aitng der deutschen Heimat. (Be fall.) Ungeheure und niederdrückende Anforderungen stellt der trotz de» Heldenmutes ursecr Truppe« un» anfge- zwungene Friede ob alle Teile unsere» Volkes, be« sonders Schweres aber an das Gefühl unserer Sol­daten. (Beifall und Zustimmung.) Das deutsche Volk erwartet zuversichtlich, datz Heer und Marine. Offiziere, Unteroffiziere «nd Mannschaften, treu ibrer groben Vergangenheit in dieser schwersten Zeit ein Beispiel der Selbstverleugnung und Auf­opferung geben und Hand in Hand mit den anderen Volksgenosieu an der Wiederanf'ichtnng unseres Vaterlandes arbeiten werden. Sie wird gelingen, wenn alle ihre vaterländische Pflicht erfüllen.

Ich stelle fest, datz das Haus mit diesem Aiifru an das deutsche Heer einverstanden ist. (Beifall und Zustimmung.)

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Fristverlängerung abgelehnt.

wb. W e i m a r, 23. Juni. Aus eine von der deutschen Regierung an die Ententemächte gerichtete Stete, in bei unter Hinweis auf die Bildung der noucn Regierung und die Notwendigkeit, nochmals die Slationo Ircrfammlung zu befragen, um eint weitere Fristverlängerung für die Un­terzeichnung bes Vertrages von 48 Stunden gebeten wurde, ist folgende Antwort eingegangen:

Herr Präsident! Die verbündeten Regierungen hab«» die Etzre, den Empfang Ihrer F......

vom 23. Juni zu bestätigen. Nach einer gründlichen Prüfung Ihrer Bitte bedauern sie, daß es ihnen nicht möglich ist, Euer Exzellenz die schon be­willigte Frist zu verlängern, um Sie Ihre Entscheidung bezüglich der vorbehaltlosen Unter-- Zeichnung des Vertrages treffen zu lasten.

Genehmigen Sie Herr Präsident ufw.

gez. Clämenceau.

Die Revision der Ehrenpunkte.

wb. Weimar, 23. Juni. Die Antwort der verbündeten Mächte an den Präsidenten der deutschen Friedensabordnung hat folgenden Wor.- laut: Herr Präsident! Die verbündeten Mächte b" lien die Note der deutschen Abordnung vom Hel­gen Datum geprüft und sind in Anbetracht der Tu - -n Zeit, die übrig beeid' ura. da': es -bre

glicht ist, eine unverzügliche Antwort zu geben.

r*e~ Frist, innerhalb deren die Negierung ihre endgültige Entscheidung über bie Unterzeichnung des Vertrages t offen muß. bleiben weniger als 24 Stunden. Die verbündeten Negierungen haben mit"bet größten Aufmerksamkeit alle Bo schlüge der deutschen Regi-rung hinsichtlich des Vertrages ge­prüft. Sie haben daraus mit voller Einmütigkeit geantwortet und die Zugeständniste gemacht, die ihnen richtig zu sein schienen. Die letzte Nele der deutschen Abordnung enthält keine Bemerkungen, die nicht bereits Gegenstand der Prüfung gewesen wären. Die verbündeten Mächte halten sich des­halb für verpflichtet zu erklären, datz die Zeit der Verhandlungen vorbei ist. Sie kön­nen keine Modifikation ober Vorbehalte annehmen ober anerkennen und sehen sich geybungen, von den Vertretern Deutschlands eine unzweideutige Erklä­rung zu fordern über ihren Willen, den Vertrag in seiner endgültigen Form zu unte zeichnen und im ganzen Umfang anzunehmen oder die ilnterzeichnung und Annahme zu verweigcrr.. Rach der Unterzeichnung werden die verbündeten Mächte Deutschlarrd für die Ausführung des Vertrages in allen seinen Bestim­mungen verantwortlich machen.

Emp-angen Sie, Herr Präsident, usw.

, gez. (IlämeRceaM.

Empfangen Sie, Herr Präsident, usw. e e

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wb. Versailles, 23. Juni. Ter Vorsitzende der Frirbenskonferenz, Klemen ernt, bezeichnete gestern Mend in der Note an den Gesandten v. Haniel, die der deutschen Friedensabordnung am 19. Juni über­gebenen 200 Exemplare als den autbenlifchen Tert der endgültigen Friedensbedingungen. Auf die deutsche Note Vom 20. Juni, betreffend Abweichungen zwischen dem Tert des Vertrages und der Denkschrift vom 19. Juni, teilte heute (Sternenceau die Ansicht der verbündeten Regierungen über diese verschiedenen Punkte in einer langen Note mit 12 Punkten mit. In Punkt 2 wird zugegeben, daß Frankreich die Schul­den Elsaß-Lothringens und seiner öfsentlichen Einrich­tungen vor dem 1. September 1911 übernimmt. Laut Punkt 6 halten die verbündeten Mächte alle deutschen Eisenbahnen und Bergwerke in Schantung für öffentlichen Besitz. Wenn jedoch Deutschland den Nachweis erbringt, welche Jiuereisenteile seine Staats­angehörigen hieran besitzen, werden diese nach den all­gemeinen Grundsätzen für d-utiches Eigentum im Aus- laude behandelt. Laut Punkt? soll innerba'b eines Monats nach Inkrafttreten des Vertrag" ' '-n

Regierung die Liste derPers 0 ne 11 ' >

den, die Deutschland den »erbün eeten Mächten a.u «tiefem soll. Nach Punkt S wol­len die verbündeten Mäck.te derCommission des RL- parations" nicht die Machtbesugnis erteilen, die Preis­gabe von Fabrikgeheimuissen oder anderen ver­traulichen Auskünften zu verlangen, ober noll-iebende Gewalt aus deutschem (M>iete und Ginmi^- - - in die Leitung oder Ueberwachung der deuischei! ^r!>nlein- richtungen z« beanspruchen. Punkt 10 bindet die Er- Erleichternngen für den Bezug von Lebensmitteln und Rohstosien für Deutichland an geniste Bedingun­gen, die nicht vorher angegeben werden können und unter dem Vorbehalt der Notweud:gkett. daß die für die Verbündeten au* dem deutschen Angriff und dem Kriege bervorgebeude be'onbcre toirtidiaillirbe Sage zu berücksichtigen sei. Es sei also nicht ver­sprochen. vom Jnbalte des Vertrages abzugeben, son­dern, soweit es mög'ich sein wird, die Wiederaufnahme des wirtichastüchm-! Lebens in Deutschland zu erleich­tern. Nach Punkt 12 wollen die verbündeten Stacr ten Auskünfte nnb Bewetse entgeaeunebmen bezüglich' interessierter oder betrügerischer Manöver, dir sich die mit der Liquidierung des deutschen EigentutnS ix den verbündeten Staaten zu Scktulven kommen lasten und gegen diese Personen strafrechtlich gemäß ihres eigenen Gesetzgebung Vorgehen. Im übrigen werde» die von der deutschen Regierung dargelegten Widern spräche nicht anerkannt. Diejenigen Punkte,, die die verbündeten Machte als Verpflichtung für fs|