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Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen

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k)leDbeibe|ftf<he Zeitung" erscheint sechsmal wSchentlich. Der . 4 14 rBezuaspreis detröot »wncitlich 1.60 A. frei in« Hou»; durch die Post

J12. 141 I 1.75 A. ohne Bestellgeld - Verlag non Dr. <L Sitzerath.

I Markt 21/28. Fernipiecher 55.

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Freitag. 20. Juni

1919

Der Anzeigenpreis beträgt für die 8gt(». Zeile 30 4. u 88V, «f, Teumtnil«jtufd'L, n 40 , amtl. u. eutroitt. 40 4 » 25«/,LeuerungSznfchl. 50 <=, Ätflemewile ,J±* v'ud i.5(Ut. Jeder Rabatt gilt al« varradatt. Bei Ausk. d. die Se,«hättest. tu vet- mittig, d. Ingeb. 26 /. Sondergeblhr. Postscheck.: Ät 5015 Amt Franks. a. M.

! Des Minett ziMMeii.

»6. Weimar, 20. Juni. Das Kabinett ist soeben Anrückgelrete«. <?s wird die Geschäfte vorläufiq we terführen, bis der NeichApräiideuL ein neues .Kabinett gebil­det hat. (1 Uhr 15 Mm. früh.)

Der Rücktritt des bisherigen Kabinetts läßt daraus Ken, baß verschiedene seiner Mitglieder fich nicht ir Unterzeichnung einverstanden erklären konnten. In politischen Kreisen werden, wie wir schon gestern Meldeten, für die Neubildung des Kabinnetts die Romen Noske, Müller und Dr. David genannt.

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Mer.

Bon »nserem parlamentariscl)en Sondervertreter in Weimar erholten wir folgende fesselnde Schilderungen ßber die Stimmung in Weimar, wie sie stch gegcnwär- kg unter dem Drucke der ungeheuren politischen Span- aung angesichts der folgenschweren Entscheidung ent- »ikdoln. 3Kh geben dieses Stimmungsbild unseren Le­sern wieder ahne aber den Standpunkt zu den Einzclfra- gen in atten Punkten für uns zu eigen zu machen. Wir glauben aber doch, daß die nachfolgenden Aufzeich- «ungen da» Srtrik über die gegenwärtige Lage und die ZusanlmenhLng«, die für die zu treffende Entscheidung berücksichtigt werden müssen, wesentlich erleichtern."

Zur Stunde schwebt natürlich die Schicksals­frage, ob unterzeichnet wird oder nicht, auf aller Lippen hi Weimar. Man legt stch naturgemäß na- «entlich ht Regierungskreisen, aber nicht minder hl politischen Zirkeln die Frage der Folgen in dem einen wie in dem anderen Falle vor. Werden wir Unterzeichnen, dann ist es klar, daß die spätere Re­gierung gerade von denjenigen Kreisen den stärksten Anfeindungen ausgesetzt sein wird, die jetzt nach einer Unterzeichnung unter allen Um- fLnden rufen. Im Falle der Unterzeichnung müßte eit Hilfe der Presse eine gewaltige Propaganda hn ganze« Dolle Platz greifen, welche die Gründe, die Sie Regierung zur Annahme bestimmt haben, darlegt. Das würde natürlich eine ungeheuer stiure Arbeit werden angesichts der furchtbaren Schwere der Bedingungen und der fast unmittelbar »ach ihrer Annahnie fich geltend machenden Folgen. Vas eine wäre aber auch ficher, daß eine Regierung »ach Unterzeichnung des Vertrages fich nur halten Snntc unter rücksichtslosester Anwendung aller nur zur Verfügung stehenden Machtmittel gegen alle diejenigen, die dann nach dem Sturz dieser Regie­rung und die Anzettelung immer neuer Unruhen und neuer Wirrnisse betrieben. Gerade nach Ab­schluß des Fricdensvertrages werden wir zur Er- föllung dieser Bedingungen alle unsere Kraft zu­sammen nehmen müssen, um überhaupt eine Bafis zu gewinnen, die es uns gestattet, einen Wieder­aufbau unseres inneren, namentlich unseres wirt­schaftlichen Lebens hiaufzugehen. Mit diesem Ge­danken also muh man sich heute schon vertraut nut« chen, daß nach Annahme des Friedensvertrage, «ikweder die jetzige Regierung ausgebaut oder »ollftändig neu gebildet wird und zwar, auf der Unter den jetzigen Verhältnissen denkbar breitesten Basis. Es wäre zn diesem Zwecke auch wünschens- »ert, die Rechtsparteien zu diesem Arbeitsblock, aus welcher Linie eine neue Regierung fich betäti­gen könnte, zu gewinnen. Daß sie im gegenwärti­gen Augenblick nicht geneigt find, zu einer solchen Arbeitsgemeinschaft fich zusammenzuftnden, ist an­gesichts der Ereignisse nach dem 9. November 1918 durchaus verständlich. Würde aber der Friede ab­geschlossen sein, so würde eine feste Tatsache geschaf­fen fein, mit der jeder Politiker rechnen müßte. Es päre dann auch die Bahn frei, um allen einzig und »Lein für das Wohl und den Wiederaufstieg de, Paterlandes bejorgten Parteien zu sammeln. Des­wegen gehen jetzt schon die Bemühungen dahin, eine folchs politische Arbeitsgemeinschaft zu sichern. Von feiern Zustandekommen wird in der Tat viel davon »ihängen. ob die neuen Verhältnisse diejenige Bürgschaft erhalten, die notwendig ist, mn unsere künftige Arbeitsweise und unser künftige. Wirken ju Formen zu Neiden, die uns einerseits die Erfül- bng der Friedensbedingungen möglich machen und fee uns andererseits gestatten, bee Aufbau unserer fegenen Wittschaft nach neuen Prinzipien ins Werk ft setzen.

Im Falke abgelehnt würde, würde die jetzige Kegierung natürlich stch nicht zu halten vermögen. Bon radikaler Seite, von den Unabhängigen und Kommunisten wird gerade jetzt eine auch tn An- Sendung von Maschinengewehren betriebene Putschpropaganda in Szene gesetzt mit dem Ziele Me Regierung zur Unterzeichnung bes Friedens- Verträge, oder aber zu» Rücktritt zu zwingen, ms p« Bahn frei zu machen für eine unabhängig« Re. ßernng, die nach Lag« der DinM auch mn: eine

vorübergehende Erscheinung wäre und schließlich den Kommunisten nach dem Muster Rußlands oder Ungarns Platz zu machen hätte. Anter diesen Um­ständen ist die Entscheidung, vor welche sich jetzt die Regierung und Nationalversammlung gestellt steht, eine geradezu fürchterliche.

Es gibt in parlamentarischen Kreisen insbeson­dere eine starke Richtung, welche die Meinung ver­tritt, man solle nicht unterzeichnen und den Dingen ruhig ihren Lauf lassen. Die Vertreter dieser Rich­tung find dabei der Meinung, daß die Gegner wohl kaum ihren Einma-sch nach Deutschland vollziehen und daß sie bei dem Bestehen des jetzigen Zustandes selbst am meisten riskierten. Ich persönlich kann mich insbesondere nach den Erfahrungen und Beob­achtungen, die ich bei einer dieser Tage durchgeführ­ten preßdienstlichen Reise nach Siiddeutschland ge­sammelt habe, dieser Auffassung nicht anschließen. An dem Einmarsch der (Segnet dürfte nach Lage der Dinge wirklich nicht zu zweifeln sein. Die Stim­mung, welche sich seitens der Franzosen bei der Ab­reise unserer Delegation in Versailles offenbarte, läßt doch wirklich nichts davon erkennen, daß g'oße Gruppen des französischen Volkes geradezu nach einem Hineintragen des Krieges in das noch un­versehrte deutsche Gebiet lechzten. Eine Hoffnung auf den französischen Sozialmus ist ebenfalls völlig unangebracht, denn der Pariser Pöbel, der sich an den Ausschreitungen in Versailles beteiligte, ge­hört zum überwiegenden Teil geradezu diesen so­zialistischen Kreisen an. Wir find nunmehr in einer Zwangslage, in welcher es nicht gefühlsmäßig, son­dern rein rechnerisch kühl und nüchtern entschieden werden muß, welches Uebel das kleinere ist.

Zn den führenden Kreisen wird im Falle der Ablehnung auch der sofortige Zerfall des Reiches in einzelne Teile befürchtet. Es wäre ja eine andere Frage, ob dieser Zerfall bei Unterzeichnung des Friedensvertrages im Laufe der Zeit überhaupt aufgehalten werden könnte. Die Loslösung des Westens und der Bruch zwischen Nord- und Süd­deutschland wäre aber im ablehnenden Falle doch wohl unmittelbar zu erwarten schon mit Rücksicht darauf, daß die Gegner versuchen würden, mit sol­cher Art gebildeter Reichssplitter unter Zubilli­gung von Sondervorteilen zum Friedensschluß zu kommen. Preußen würde auf diese Weise isoliert, was ja auch den letzten Absichten der Gegner und ihren Plänen nur entgegenkomme. Auch von die­sem Eesichtspuntte aus muß die jetzige Frage be­trachtet werden.

Von einem hervorragenden Mitglieds der heute angekommenen Versailler Friedensdelegation höre ich über den allgemeinen Standpunkt dieser Dele­gation das Folgende:

Die ideellen Einzelheiten des gegnerischen Frie­densvertrages, also die Aufbürdung der Allein­schuld am Weltkriege an Deutschland, die Forde­rung der Auslieferung des Kaisers und anderer für den Krieg oder feine Führung verantwortlich ge­machter Persönlichkeiten, die Behandlung der Ge­fangenenfrage usw., können unter keinen Umstän­den von deutscher. Seite nach den Forderungen der Entente angenommen werden. Dagegen sei Deutsch­land durchaus bereit, in den materiellen Fragen, der Entschädigung und Wiedergutmachung, den feindlichen Wünschen sich anzupassen, wie das ja auch mehrfach von deutscher Seite ohne alle Um­schweife erklärt worden ist. Mein Gewährsmann faßt seine Ansicht dahin zusammen, daß unter Be­rücksichtigung des Zwanges, unter dem wir stehen, letzten Endes doch eine Unterzeichnung erfolgen müsse, allerdings beschwert mit einem ausführlichen Protest der sich insbesondere auf die Festlegung unseres Standpunktes zu den oben angedeuteten ideellen Teilen des Friedensvertrages erstreckt. Diese Stimmung, unter Protest zu unterzeichnen, ist auch in parlamentarischen Kreisen im merklichen Wachsen begriffen. Heber die Form des Protestes gehen allerdings die Meinungen auseinander. Er muß in packenden, die Welt geradezu erschütternden Worten und von einem überragenden Standpunkte aus in großzügiger Auffassung der Gesamtfituation gestaltet werden.

Wie ich von einet anderen Seite aus der Frie­densdelegation höre, ist der vorstehend entwickelte Standpuntt hinstchtlich der Schlußfolgerung, wo. nach wir letzten Endes doch unterzeichnen sollten, nicht die Gesamtauffassung aller Delegattonsmit. glieder. Die Delegation hat vielmehr ete Gut. achten ausgearbritet, welch«, erklärt, daß der Frie­den auch auf dieser Grundlage nicht angenommen werden könne. S, wird nur noch erwogen, ob man den Gegnern erklären soll, unter dem Druck der Lage den Frieden anzunehmen unter dem Vorbe­halt des Wegfalls der oben erwähnten Ehre» punkt«.

(Es ist auch nicht ansgcfchlosseu, daß andere Wit. glieder der Rei$KegUtmg und «dev» ai£«öeU

tige Persönlichkeiten nach Versailles zur Unterzeich­nung des Friedens delegiert würden, falls das Reichsparlament und die Nationalversammlung noch zu dem Entschluß kämen, den Frieden unter den entsprechenden Vorbehalten und Protesten an­zunehmen. Sollte das der Fall sein, so würde die Unterzeichnung auch nut unter der Erklärung er­folgen, daß man lediglich unter dem von der En­tente geübten Zwang zu dieser Maßnahme schreite.

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Die Mnngtn in Wei«.

t. Weimar, 20. Juni. Die augenblickliche politische Lage wird gekennzeichnet durch den heute Nacht erfolgten Rücktritt des Kabinetts. Infolge­dessen ist die politische Spannung auf das Höchste gestiegen und über die dramaüsche Erregt­heit der Verhandlungen, die die ganze Nacht hindurch andauerten, machen fich Fernstehende gar keine Vorstellung. Wen» auch über die Zuspitzung der Dinge im Augenblick noch keine klaren Informationen zu erhalten find, so dürfte stch die Entwickelung in folgender Lirie voll­zogen haben: Nachdem das Zentrum in einer Mehrheit von 4/s $u V, für die Unterzeich­nung des Friedensvertrages, allerdings unter Vorbehalt, und nachdem auch in den Reihen der Sozialdemokraten die Neigung für die Unterzeichnung stark im Wachsen war, sodaß auch hier die überwiegende Mehrheit für die Unterzeichnung sich aussprach, bildete einen entscheidenden Differenzpunkt die Frage der Wandlung der die deutschen Ehren punkte be­rührenden gegnerischen Forderungen. Das Ka­binett hat nach Lage der Dinge bei den Frak­tionen anfragen lassen, ob sie für den Fall, daß die Ehrenpunkte von den Verbündeten abgelehnt wür­den, trotzdem eine Unterzeichnung ins Auge faßten. Darüber tonte es zu einer klaren Entscheidung nicht kommen. Infolgedessen ist das Kabinett zurückge­treten. , Heber die näheren Einzelheiten ist im Augenblick noch nichts zu erfahren. Es ist unver­kennbar, daß die Lage ungemein kritisch geworden ist. Zur Stunde finden Besprechun­gen wegen der Neubildung einetRegt«. ru«S statt.

Weimar, 19. Juni. Die deutschnatio­nale Fraktion bet Nationalversammlung hat einstimmig beschlossen, den Friedensvertrag ab­zulehnen.

Weimar, 19. Juni. Die Fraktion der Deut­schen Demokratischen Partei nahm heute eine provisorische Abstimmung vor. Bon 65 anwesenden Mitgliedern stimmten 8 bedingt, einer unbedingt für die Unterzeichnung des Vertrages, die anderen dagegen.

wb. Berlin, 19. Juni. Eine zur Prüsimg der Antwort der Gegner auf unsere Gegenvorschläge an« allen Kreisen de« deutsche» A irtschafsleben», aus Ve>- trehmnen der deut'cken Grenzgebiete und an« Ausland«, deutsche» znlammenberusene Sachverständigenkommission ist biet ziisammengetreten und bat in engeren Unlerkom- Missionen den ganzen besteigen Tag die gesamte Materie beraten. Da« Ergebnt« der Beratungen winde in for- mnliertcn Vorschlägen niedergelegt, die den heute wieder nisammengetretenen Voll'ommissionen der Cachverstä». digen al« Referat unterbreitet wurde». W<e wir hören, kommen die Beschlüsse der vollkommissionen einmütig m dem Ergebnis, daß die in der Antwort der Gegner enthaltene» Zugeständnisse nicht geeignet sind, da» ani Grund der trüberen Beratung erstattete Votum über die llnersüllbariest bezw. Unannebmbarkeit de« Enlenievor- schlage» wesentlich zu modifizieren.

wb. Berlin, 19. Juni. DerVorwärts" schreibt: Heute Vormittag hielt die sozialdemokratische Fraktion der preußischen Landesmrsammlung eine Fraktionssitzung ab. in der die Frage der Friedens­unterzeichnung besprochen wurde. Obwohl formelle Be­schlüsse nicht gefaßt wurden, ließ fich die Stimmung doch dahin f.-ststelle», daß der überwiegende Teil der Frak­tion der Ansil^ war, daß die Unterzeichnung sich schließlich nicht würde umgehe» lassen. Dos größte Bedenken gegen die Unterzeichung erweckte auch bei deren Anhängern da» Schicksal der Ost« Provinzen. Agemein war man der Ansicht, daß vor der Unterzeichnung noch ein äußerster Versuch gemocht werden müsse, wenigsten« für Westpreußen eine Volksabstimmung rote für Oberschlefien zu retten.

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Nute.

tob. Budapest, 18. Juni. Nach einer Meldung de« Ungarischen Korresp-Büros heißt es in der N 01 e Elementen«? an die ungarische Regierung: Die auf tschecho-slowakischem Gebiete kämpfende ungarische Arme« wird aufgeforderh sich sofort hinter die für Ungar» bestlnrmten Grenzen zurückzuziehen. Wenn die verbündeten Mächte auf Grund oer Information ih«r Bertrettr vom 14. Juni mittags gerechnet inner­halb vier Tag«» nicht Mitteilung erhalten, daß die öSpsHHBa tatsächlich durchgejührt ist, j» wird c6

ihnen freistehen, vorzudringen oder sonstige Maßnah­men zu ergreifen, die znr Sicherung eines gerechte» Friedens geeignet erscheinen. Die rumänische» Truppenwerdenaugenblickli ch^tz« r üdge*** zogen, wenn die ungarischen Truppe» .die Slowakei räumen. Di« verbündetenMächt» fordern nachttäglich, daß während dieser Truppen« bewegungen die Rumänen nicht beunruhrgl werde» und keinerlei Versuche gemacht werden, ihnen über di» rumänische Grenze hinaus zu folgen.

Eine weiter« Depesche ClemenceauS an die unga­rische Regierung Lußett sich über die Grenzen Un« g a r n S gegenüber der Tschecho-Slowakei und St»« mänien. Danach bildet von Preßburg bis zu» Mündung des Eipel-Flusses der Hauptlauf der Dona» die Grenze. Die Grente geht von der Eipclmünduntz 25 Kilometer in nördlicher Richtung entlang bei Eipel-Flusses, durchschnüdet den Eipelwinkel in nörd« östlicher Richtung und erreicht den Eipel-Fluß vo» Neuem südlich von Jpelyzag. Von Jpelyzag diH zu einem Punkte 10 Kilometer südlich von Losonctz entlang geht die Grenze am Eipelsluß entlang, ve»' läßt dann den Nuß und schneidet die Eisenbcchnlinl» SalgoTarjanLonsoncz, 7 Kilometer nördlich vo»' Salgotarjan. Von diesem Punktt zieht sich dirGrenzt in nordöstlicher Richtung, berührt den Vereinigung»« punkt des Sajo und des Rimaflusses und geht sodan» in nordöstlicher Richtung weiter bis zur Gemeind» Torna. Diese Gemeinde gehört den Tschechen; fie liegt etwa 13 Kilometer südwestlich von Kaschau. Bri' Torna beginnend nimmt die Grenze im allgemeine» östliche Richtung an, schneidet den Hernad-Fluß und zieht sich in südöstlicher Richtung gegen Satoraljad« Ujhely. Dieser Ort gehött Ungarn. Bon Satoralj» Ujhely ist die Grenzd derart festgelegt, daß die Sat»> ralja-Ujhely, Tzap, Vercgszaß, Nagy SzoelloeS, Szato war-Nemeti, Nagy-Karoly, Groß-Wardein und Nagy« Szalonta (letztere Ortschaft 35 Kilom. südwestlich vo» Groß-Wardein) verbindende Eisenbahnlinie bei de» Tschechen bezw. bei den Stumäncn verbleiben würde. Die Grenze zieht sich von der genannte» Eisenbahn­linie abwechselnd in einer Entfernung von 21 bis 15 Kilom. hin. Von Nagy-Szalonta an läuft die Grenz« in südwestlicher Richtung weiter bis zum Maros-Fluß in der südwestlichen Ecke des Komitates Arad und ist weiter entlang des MaroS-Flufses bis zur Höhe bet Stadt Mako festgestellt. -.!

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Msch-MrM

tob. St. Germain, 18. Juni. Eorr.-Büro. D« Oberste WirtschaftSrat beantwortete den Brieß des Staatskanzlers Renner über die für die Leben!» mittelsendungen zu bestellenden Sicherheiten und e» klärte sich bereit, die in diesem Brief vom Oberste» Wirtschaftsrat verlangten Sicherheiten: <m8l6n* dische Werte, Edelmetalle, Gelder sowie die Balutn» eingänge aus bet Holzausfuhr Kt gewähren, knüpfte ' aber daran das Ersuchen, diese Sicherstellungen nicht nur füv die schon gelieferte« Lebensmittel, sonder» auch für spätere Lieferungen und für die Sen» düng von R 0 h st 0 f f e n gelten zu lassen. Der Staats­kanzler sprach ferner die Erwartung au3, daß vor Durchführung der einzelnen Veränderungen deutsch- österreichische Finanzsachverständige gehört werden. I» der Antwort de» Oberste» Wirtschaftsrates wird bet Wunsch ausgesprochen, baß zunächst bie in deutsch-öster» reichischem Besitz befindlichen ausländisch«» Wert«, die ht Deutsch-Oesterreich oder i« neutrale» Ländern liegen, sowie die Eingänge aus der Holzaus­fuhr zur Ächerftellung der LebenSmittelkredite de» wendet werden, und gefordert, daß die dazu nottoew* digen Maßnahmen binnen kürzester Frist getroffe» werden. t

wb. Wien, 18. Juni. Die KorrespondenzWe« meldet aus Wiener-Ncustadt: Die hiesige Staatspolizei wurde von vertrauenswürdiger Seite verständigt, da, die Kommunisten Ungarns für morgen eine» Putschversuch in Deutsch-Oesterreich beabsichtigen, indem ungarische Rctgardisteu über die Grenz« bet Neudörfl und Neufeld an der Leitha einbreche« und gegen Wiener-Neustadt und Ebenfutt vordringe«» den, mn die Möllersdörfer Munitionsfabrik vorläufig zu besetze». Die Staatspolizei hat sofort Gegen« maßregel« getroffen. Sie zog die BolkSwehr «W Gendarmerie an den gefährdeten Grenzorten zusammen, sodaß ein Durchbruch der ungarischen Roten Gard« ausgeschlossen erscheint. Im Einvernehmen mit bet hiesigen Staatspolizei sammelten auch die Grazer Be­hörden an der stetrisch-ungarischen Grenze nächst F5» st en seid, Truppen.

-* zmkrtis.

tob. Versailler, 13. Juni. Der Metalfe arbeit er streik, der seit 14 Tagen audauett, schein» nttn auch ans daS übrige Frankreich überareifen z» wolle«. Heute Abend werden die Metallarbeiter-Ben« bände Frankreich« durch Abgesandte in Pari» eit be» streikenden Metallarbeitern unterhandeln über die ®C- klärung des Generalstreiks für ganz Frankreich.

tob. Pari», 19. Juni. Diplomatische 2a$e. ®e» Rai der Vier versammelt sich Mittwoch uno Don­nerstag nicht, da Wilson »ach Belgien gefahren mch Lloyd George an die Front gereist ist, Doyd George hat Pari» gestern morgen im Auto verlasse» und zwar mit zahlreichem Gefolge, da» der eny lischt» Friedensabordnung airgehört, um dir SchlcuÄ« felder von Verdun und Umgebung zn besuche». M wird Donnerstag muh Paris zurückkchren. )