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mit dem KreiSblaL für de» Krels Marburg
* Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhesseii
Die „Dbeibelf i1<6e Zeitung" erscheint sechsmei wöchentlich. — Der
»• UH Bezvaspreis bettaet monatlich 1.60 X. frei in« Hau«; durch »re Post JK I»V 1.75 Jf. ebne Bestellgeld - Serie« von Dr. C. Hitzervth.
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Marburg
Donnerstag, 19. Juni
D«r Anzeigenpreis betrögt für die 8gei» Zeile«) j.u. 83*/,»!« TetteeunH«)uf*L — 40 amtl. v. ausmärt. 40 4 ■ 25 •/, 4etteruna«|ttf4)L — 50 Reklomezeile 1.50X 3ebet Hebelt gilt al« Serrabett — Bei «Mit. k di« Eeichäftsft. *. Ber- Mtttlg.d.Lngeb. 25 4. Souder,-döhr.—Postsche«.: Str. 5015 AmtFrintfta. M
54. Jahrg. 1919
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Die Ration der „Seeräuber" und „Verbrecher" Seht vor einer Entscheidung, auf die heute die ganze Welt blickt. Nach Clömenceau ist das freilich g«r nicht so. Der Abschaum der Menschheit hat «oig im Staub zu versinken. Woher kommt es also, daß bte Neutralen und auch die Völker der Feinde sich so um unsere Antwort auf das soge- tonntt „Friedens"instrument aus Versailles kümmern? Weil sie wissen und fühlen, daß diese ganze im Innersten verlogene, irrsinnige Hetze gegen das Deutschtum, wie sie von England und Frankreick gegen uns gerichtet wurde, nichts war als ein Ariegsmittel, das nun seinen Zweck erfüllt bat und tm „Friedens"dokument noch einmal eine Abschieds- rorstellung voll gesteigerter Perversität gibt.
Leber die Stimmung bei den Neutralen erhal ; teil wir aus Vern folgende Zuschrift:
Obwohl die ganze Welt durch endgültige Einkehr des Friedens von einem Albdruck befreit sein ckürde, kann man doch behaupten, daß ein beträchtlicher Teil der fremden und auch feindlichen Völker hie Verweigerung der Unterzeichnung wünscht, un nicht das schimpflichste Unrecht, das die Welt bisher gesehen hat, verewigen zu lassen. Denn darüber ist sich jedermann klar, daß eine Verweigerung der Unterschrift durch Deutschland zwar den Kriegszustand «och eine kurze Weile hinausdehnt, den Feinden «6er keinen Segen bringt.
Tie internationalen Folgen der Verweigerung kr deutschen Unterschrift unter dem Friedensvertrage würden nämlich für die Sieger und die Neutralen viel schwerer sein, als grade für Deutschland, kicher ist, daß die Zustände in Deutschland noch verwirrter werden würden, und schlechter sich ge-
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Halten würde, als in den letzten Monaten. Größere Teile des Landes würden voraussichtlich besitzt werden, aber dadurch würde wieder die Ver- sirgung des Landes aufgebessert. Deutschland «ürde sich abernicht für die nächsten Fahr Hunderte in die Sklaverei ver- ka u f t h a b e n. Für die anderen Völker wäre dir Verweigerung der Unterschrift von mannigfacher Wirkung. Die Neutralen müßten sich wieder dem Kachtgebote Englands fügen und die Grenzen ge-
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|e« den deutschen sandel ^n»rren. Dadurch würde »tzch in den neutralen Ländern der Mangel des Krieges eine weitere Ausdehnung erfahren.
Am wenigsten angenehm dürften aber England ■ • «nb Frankreich die Ausdehnung des Kriegszustanks empfinden. Es wurde schon mehrfach betont, batz mit fortschreitender Zeit auch die S t i m - »ung der Völker sehr zu Gunsten Deutschlands einen Umschwung erfahren hat, trotzdem die feindliche Preffe durch Nörchen aller Art den Versuch macht, die Devölke- Ang bei ihrer Abneigung gegen Deutschland und ' kr Kriegsstimmung zu erhalten. Die Grausamkeiten einer neuen Blockade würden aber sicherlich k England und Amerika eine Wirkung haben, die kn Machthabern nicht sehr angenehm wäre. Die behnfuchr nach Ruhe und Frieden würde ungeheuer kerben und zu einttru Sturm führen, der der deut- Den Sache nützen würde. Sv stellen sich die internationalen Folgen der Verweigerung unserer Un- trrschrift für uns immerhin nicht ungünstig dar.
; Die Welt wird jeden Tag daran erinnert, daß c.r Volk gegen jedes Abkommen vergemaliiat wi'd rr>‘ tarn nicht zur heiß ersehnten Ruhe kommen, bis k»s Unrecht beseitigt ist. Die Empörung der Welt Mtz und wird die Reform des Friedensveertrages bringen, wenn Deutschland standhaft h l e i b t.
Auch Frankreich braucht de« Friede«.
Der Krieg hat auf allen Gebieten geradezu ktfrerenb gewirkt. Infolgedessen ist auch da» Frie- knsbedürfnis bei allen Wikern gleich groß. Zwar Stinten einige Ententeländer ohne größeren Schaden kn Krieg noch einige Zeit lang fortsetzen, andere aber, kie Italien. Belgien, die Balkanstaaten, vor allem fober Frankreich brauchen einen schnellen Friedens- Mlutz, um ihre wirtschaftliche Lage wieder heben zu Dirnen. Ob die Unzufriedenheit der Massen Dri unseren w-ülichen Nachbarn zu einem voli- Eischen Umsturz führen wird, bleibt abzuwarten. Jeden- sitlls wäre es sehr töricht, darauf große Hoffnungen ; Mifzubauen. Der Franzose ist zunächst Patriot, der Xit glühender Begeisterung an seinem Baterlande i Hängt und dem die Interessen der Republick über seine " Eigenen gehen. In letzter Linie aber erst Revolutionär, killte es also wirklich doch zu einer Ravolution in , örankreich Hpmen, so wird sie wahrscheinlich auch nur
eine nationale sein, di« nur eine Besterstellung de, Volkes und der Heimat anstreb-t, nicht aber eint Verbrüderung mit den Weltrevolutionären, um Deutschland und den anderen unterlegenen Staaten einen besseren Frieden zu gewährleisten. Es wäre allerdings falsch, wollte man die jetzige Stimmung in Frankreich unterschätzen. Denn es ist längst kein Geheimnis mehr, daß sie aus dem Bedürfnis nach einem schnellen Frieden hervorgegangen und sich gegen diejenigen richtet, die den Fri.densschlüß in die Länge ziehen wollen. Frankreich braucht ebenso notwendig Ruhe und Erholung, wie wir. Das ganze Wirtschaftsleben liegt völlig lahm und wenn nicht bald umfastend« Maßnahmen getroffen werden, droht ihm ein« gleiche Krise, wie wir sie bxi uns erlebt haben. Das ehemals so reiche Land ist heute völlig verarmt, schon zu Anfang des Krieges hatte Frankreich eine Staatsschuld von über 52 Millionen Franken, heute find mindestens 22 Milliarden zu decken, wozu noch eine Auslandsschuld von ungefähr 16 Milliarden k mmt. Di" Forderungen, die der Staat im eigenen Lande zu decken hat, belaufen sich heute schon auf weit über 100 Milliarden. Um diese abzutragen, wird man fich also gezwungen s hen. eine Fülle von Steuern dem Volke aufzuladen. Handel unb Industrie liegen auch fast völlig darnieder. Üm wieder einigermaßen die Verkehrsbeziehungen aufnehmen zu können, und die Wirtschaftsbetriebe intakt ui se^en, sieht man sich vor die NoOve 'diakeit gesteift, Rohstoffe und Maschinen zu teurem Preise aus dem Auslande einzuführen. Auch der Verkehr im Inlande muß völlig neu organisiert werden. Das Eifenbahn- material ist gänzlich aufgebraucht. Trostlose Verhältnisse herrschen auch bei der Landwirtschaft. Das fruchtbarste Ackerbaugebiet hat der Krieg völlig zerstört. Den Landwirten fehlt es an den notwendigsten Arbeitskräften, um ihre Ländereien zu b stellen, denn der Krieg hat gerade unter dem französischen Volke die meisten Blutopftr gefordert. Weiter mangelt es an den notwendigsten Maschinen, Düngemitteln und Saat- srüchten. Frankreich, das früher als Agrarland in der Lage war, fich durch seine Landwirtschaft zum weitaus arößien Teil selber zu ernähren, und nur ganz wenig Lebensmittel einzuführen, ist heute genötigt, fich von Amerika versorgen zu lallen. Die Kolonien sind während des Krieges vollständig ausgesogen worden, sodaß von dort h t nur mit einer ganz geringen Einfuhr gerechnet werden kann. Weiter siebt sich Frankreich vom Auslandsmarkt fast völlig verdrängt. England und Amerika haben mit ihren Produkten überall die Stellung der französischen Waren eingenommen. Welchen Schaden das für Frankreich bedeutet können nur wir ermessen, die wir uns in der gleich n Lage befinden. An eins regelrechte Wiederaufnahme der Exports ist zudem garnickt in absehbarer Zeit zu rechnen, da di« Produkte während des Krieges eine ganz enorme Preissteigerung erfahren haben.
Wer all das. was wir oben kurz gestreift, eingehend betrachtet, dem wird ohne weiteres einleuckten, aus welchem Grunde Frankreich an uns so harte Bedingungen gestellt hat. Auf Kosten Deutschlands will man sich erholen. Wir sollen auf unsere Industrie verzich- len, damit die Franzosen wieder Arbeit haben und eine schnellere und billigere Produktion ihnen eine Aufbesserung ihrer Finanzen ermöglicht. Dab.i übersahen die augenblicklichen Macktbaber in Frankreich aber ganz, daß durch eine Verständigung mit uns und Anbahnung guter Beziehungen eine Gesundung eher zu ermöglichen ist, als durch die völlige V rnichtung Deutschlands. Beide Länder werden nach Friedeus- schluß eng auf einander angewiesen sein und die Folgen einer völligen - Zertrümmerung Deutschlands wird Frankr ich an seiner eigenen Wirtschaft $it fühlen bekommen.
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r* In Weimar, welches kn diesen Tagen von wärmender Vorsommersonne liebend umlost wird, rollt das Schicksal. Die sämtlichen politischen Aemter des Reiches sind dort versammelt. Im Schlosie und in der Nationalversammlung herrscht Hochbetrieb. Die bange Frage „ja oder nein" steht nunmehr in ihrer ganzen unnennbaren Gewalt, in ihrer furchtbar für Geschlechter hinaus entscheidenden Bedeutung vor uns. Auch wird wohl so mancher den Ernst des Augenblicks so ganz inne werden, der ihm vielleicht in gutgläubigem Optimismus bisher trotz allem noch nicht so recht ausgehen wollte?
In Weimar vollzieht sich nunmehr eine geschichtliche Entscheidung, von welcher Leben und Existenz von 65 Millionen deutscher Volksgenoffen und nicht nur von diesen, sondern auch von den Millionen nachgeborener Generationen abhängt.
Es ist nun natürlich, daß der erste Eindruck der Ententeantwort in den Reihen der Parlamentarier wie der.Regierungsmänner ein ungemein nieder, drückender war. Man findet den Ton dieses Dokumentes als herausfordernd und beleidigend zugleich. Die Note selbst kennzeichnet fich in allen ihren Punkten im Grunde als nichts anderes als den Ausdruck einer ungeheuren Angst vor der wirt, fchaftlichen Wiedererstarkung des deutschen Reiches, wie überhaupt der ganze Friedensvertrag daraufhin abgeftimmt ist, mit allen nur irgend möglichen Mitteln diedeutscheKonkurrenzaufdem Weltmärkte ein für alle Mal auszuschalten. ...
Einen ungemein schweren und tragischen Schluß wird in den nächsten Tagen Weimar zeitigen müssen. Aber wie die Würfel auch fallen mögen: Der Geist, den dieses neue Ententedvkument atmet, ist nicht der Geist der Friedfertigkeit, der Versöhnlichkeit und des Entgegenkommens der allein imstande wäre, den Dau der neue» Welt zu sichern.
Von parlamentarischer Seite wird uns geschrieben:
Die Antwort der Entente ist nun überreicht worden. Die uns zur Erledigung gewährte Frist ist reichlich kurz bemeffen.. Zn fünf Tagen haben Regierung und Volksvertretung sich darüber zu entscheiden, ob sie annehmen wollen oder nicht. Wie die Antwort ausfallen wird, läßt sich im Augenblick noch nicht sagen. Gegenwärtig finden Beratungen zwischen Kabinett, Friedensdelegation, Staatenausschuß und den Parteiführern statt. Die Nationalversammlung tritt wahrscheinlich am Donnerstag oder Freitag zu einer Sitzung zusammen, in der die Stellungnahme der Regierung bekanntgegebeg wird. Wie wir hören, wird das Ministerium noch- mal5 versuchen, mit der Entente zu Verhandlungen zu kommen. Von einer direkten Antworterteilung ist also vorläufig noch nicht die Rede. Allgemein nimmt man an, daß neue Vorschläge gemacht werden, um die Gegner zum Entgegenkommen zu »et« anlaffen. Ob die Regierung aber hiermit Erfolg haben wird, ist fraglich.
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Unterzeichnung?
tu. Weimar, 19. Juni. Weite parlamentarisch« Kreise rechne», fall» die Nationalversammlung in der Friedensfrage ein zustimmendes Votum fällt, mit einet Regierungskrise, die allerdings nicht als Ganzes zurücktrete» wird, sonder» »ine» partielle» Tharakter tragen wird. Ma« nimmt an, daß sich die Minister Graf Brockdorfs« Rantzau, Landsberg, David, Gtesberts und Scheidemann für die Unterzeichnung des Friedensvcrtrages nicht hergebe» werde». Für den Posten des Ministerprasidrute» hört «an bereits schon die Namen Erzberger, Nosle und Herrmann Müller aussprechen.
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wb. Weimar, 18. Juni. Di« Friedensabordnung ist beute morgen 6 Uhr mit mehrstündiger Verspätung hier eingetroffen. Seit vormittags 10 Uhr findet eine »Sitzung des Kabinetts statt.
SB e i-m a r, 18. Juni. Graf Brockdorfs- Ra n tz a n empfing heute früh nach Rückkehr aus Versailles in feiirm Salonwagen den Vorstand des Volksbundes zum Schutze der Kriegs- und Zivilgefangenen. Graf Vrockdorff betonte, daß es ihm besonders am Herzen liege, die Vertreter unserer schwerleidenden Gefangenen und der sich um ihr Los sorgenden Ange- börigen jetzt als erste nach s iner Rückkehr in die Heimat zu empfangen. Graf Brockdorff klarte den Vorstand über die Sachlage, wie sie durch die Note der Entente geschaffen ist, auf und beantwortete bereitwillig die gestellten Fragen. Nach den Ausführungen der Vertreter des Voiksbunfrs schloß Gras Brockdorff ■ die Unterredung mit der Versicherung, daß der von der Re- gierunip zu fastende Entschluß nicht nur den Jnterestcu bet Heimat, sondern auch den Interessen der Gefangnen Rechnung tragen müste und werde. Auf ausdrücklichen Wunsch Gras Brockdorffs verbleibt der Vorstand des Dolksbundes bis zur endgültigen Entscheidung in Weimar.
Berlin. 18. Juni. Wie von zuständiger Seite verlautet, sind zwischen der Drnkschrist und dem abge- änderten Urtext des Vertrages Differenzen. Es fehlen in den Verbesserungen gewiss: Bestimmungen, die teils in der Denkschrift vorhanden sind oder auf die diese hinweist. Es wird also notwendig sein, hierüber nack SßerjaiHes Rückfrage zu richten. Ferner wird es aus diesem Grunde erforderlich sein, in Versailles die strlkte Frage zu stellen, ob die Denkschrift ein identieller Bestandteil des gesamten Friedensinstrumentes sein soll, d. h. ob die Denkschrift in ihrem gesamten Inhalt bindwdes Reckt sein soll für den Fall, daß eine Annahme erfolgen sollte.
Weimar, 18. Juni. Die Sitzung des Reichs- kabinetts, di« uet 4 Uhr unter dem Borsitz des Reichspräsidenten Ebert miede« aufgtnommtn wurde, dauert um Mitternacht noch an. Vermutlich wirb fi« fich noch auf einige Stunden ausdehnrn. Es besteht die Abficht, noch heut« nacht zu einer abschließenden Entscheidung 3« gelangen.
Zu den Belästigungen der deutsche» Abordnung.
wb. Versailles, 18. Juni. Wie Cl6- menceau in seiner heutigen Note an die deutsche Abordnung mitgeteilt hotte, fand sich am Abend der Präfekt des Seine-et-Oiie-Dcr.nrtements, Cha- leil, bei Herrn v Haniel ein und drückte ihm das Bedauern über die gestrigen Zwischensälle aus. Heute abend herrschte auf der Straße zwischen den Hotels des Reservoirs, Vatel und Suiffe völlige Ruhe. Es hat den Anschein, als ob die Polizei in Versailles bedeutend verstärkt worden ist.
wb. Versailles, 18. Zuni. Die Not« bes Vorsitzenden der Friedenskonferenz, Clömencean, iber die Vorgänge in Versailles an de« Vorfitzknden der deutschen F rieben sabordnung Reichsminister des Auswärtigen Grafen Brock« !)orff-Rantzau hat folgenden Wortlaut:
Herr Vorsitzender! Ich habe erfahren, daß ta Augenblick der Abreise der deutschen Abordnung aus Versailles gestern abend Zusammenrottungen an den Türe» Ihrer Residenz stattgefunden habe« und daß dies lärmende Zwischensälle zur Folge gehabt hat. Ich beeile mich. Ihnen mein volles Bedauern wegen dieser verurteilenswetten und den Gesehen der Gastfreundschaft in so ärgerlicher Weise zvwiderlaufenden Geschehnisse auszudrücken. Diese Kundgebungen waren nur infolge der Abwesenheit einet Anzahl von Polizeibeamten, die aus Gründen der öffentlichen Ordnung in der Umgebung von Versailles an eine anbe^ Stelle beordert worden waren, möglich gewesen'. Der Prä« fekt des Departements Seine-et-Oise wird Herr« v. Haniel seine Entschuldigung Vorbringen und wird, wie auch der Polizeikommissar, seines Amte» enthoben werden, da sie die Ordnungsmatznahmen, sie ihnen anbefohlen waren, nicht getroffen haben. Genehmigen Sie, Herr Vorsitzender, den Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung.
lsez.) ElLmenceau. ;
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Sie SmdzSge der gegiMw Untat.
wb. Weimar, 18. Juni. Heber die Gründ« züge der gegnerischen Antwott ist folgendes z» bt» merken: An dem Völkerbunds st atui wird nichts geändert. D-eutschland soll vor seiner Aufnahme in den Völkerbund erst eine Art Probezeit durchmachen. Wenn es seine Vertragstreue bewahre und eine Gewähr für sein Wohlverhalien gebe, soll nichts mehr im Wege stehen, daß es in nicht allzu ferner Zeit in den Völkerbund ausgenommen werden wird. In Bezug auf die territorialen Fragen wird nichts geändert. Bezüglich Westpreutzens, Danzigs unb Ostpreußens unb zwar sowohl bezüglich ber südlichen Kreise bei Allenstein sowie auch Memels wird nichts geändert. Nur die Earantien für den Eisenbahndurchgangsverkehr durch Westpreu- zen nach Ostpreußen wurden verstärkt und präziser gefaßt. Eine Grenzkorrektur zugunsten Deutschlands ist insofern zugestanden worben, baß nicht mehr gewiffe Teile Pommerns in bas polnische Gebiet fallen sollen. Für O b e r « schlesien soll eine Volksabstimmung In einer spater festzusetzenben Zeit vorgenommen werben. Falls die Abstimmung zuungunsten Deutschlands ausfällt, sollen Garantien für bte Bezug der oberschlesischen Kohle daht« geschaffen werben, baß Deutschland ebenso wie Polen in Oberschlesien Kohle erwerben kann. I« Schleswig wurde auf Antrag Dänemarks die dritte, die südliche Abstimmungszone fallen ge- laffen. In der Kolonialfrage wird jedes Entgegenkommen kategorisch abgelehnt, wieder»« unter Hinweis auf die Sünden unserer Kolonialverwaltung, wobei auf bi« früheren Reben von Erzberger unb N0sk< im Reichstag Bezug genommen wirb. Auch bis Bestimmungen über bas Verhältnis zu Rußlanb werben nicht geänbert. In Bezug auf bie beutschen Recht« und Jntereffen außerhalb Deutschlands, also auf bea Außenhanbel unb bie Schiffahrt find keinerlei Zugeständnisse gemacht worben. Es bleibt bet bem Vertragsentwurf hinsichtlich ber beutschen Hanbele-flotte. Das Gleiche gilt für bie Grundlagen unserer Schadenersatzpflicht. Unser finanzieller Gegenvorschlag wurd4 nicht angenommen. Die früheren Bedingungen erfuhren in ihrem Wottlnut selbst keine Aenberung. Nur wirb in bem Memoranbum zugesagt, baß Deutschlanb innerhalb 4 Monaten nach bem Frie- bensschluß bas Recht haben soll, feste Vorschläge z« machen, aber bie verbünbeten Mächte können biese annehmen, ablehnen ober änbern. Eine neutrale Instanz über ben Streitpunkt wirb badet ab gelehnt. Eine ebensolche brutsche Kommission wirb neben ber Commission bes repara« tions zugelaffen behufs Verhandlung mit ber geg. nerischen Kommission; aber binbenbe EntschlLffr hat allein bie letztere zu fassen. Dagegen wirb fest- gestellt, baß bie Friedeirsbebingungen nicht einen unmittelbaren Eingriff bcr Cammisfion bes repa- rations in bie -beutsche Verwaltung bezwecken, je- boch kann bie gegnerische Kommission unser Bub« get prüfen unb bie Reichsausgaben streichen. Ausbrücklich wirb erklärt, baß ein« unmittelbare Einmischung in bie Verhältnisse einzelner Fabriken nicht statlfinben soll. Unser ganzes Heeresgerät unb Flottenmate« tial sowie unsere ganze Handelssjlotte s>eM