ro
ttt
74
l.
16
st
M
O
7.
ch«. sucht
it
43 nd ft.
rtage auch tbott 23$
noch
Feil' m
Marburg
DlenAag, 10. Juni
Mb '■'tert nifl«. i uld^ , 87 1817
Urbergabc der Antwort am Mittwoch. — Der Hascher »m Oberschlesicn. — Di« gefährliche Bolks- nbjtimmung.
jebem Opfer bereit finden, um die deutschen Gebiete Südtirols in staatlichem und wirtschaftlichem Verbände mit unS r« behalten. Die österreichisch-ungar-j ische Monarchie konnte eine dauernd« Freundschaft mit Italien nicht begründen. Dar deutsche Volk aber, daS kein italienischer Dors beherrschen wird und beherrschen «will, tarnt im dauernden Frieden mit Italien leben und darf hoffen, sich allmählich die herzlich« Freundschaft deS italienischen Volker zu erwerben. ES ist ein Unglück für beide BSlker und ein Unglück für den Frieden Europas, wenn die Annexion Deutsch-Südtirols diest natürliche Entwicklung verhindert. Der Staatssekretär wendet fich gegen die Grenzziehung in Kärnten und St-eiermark, durch btt nicht nur uralte
lehnung diese» Frieden» gefordert wurde. I
wb. Teplitz 7. Zmrr Infolge de^Lerboteo der^ für Sonntag geplmrte« MafientLndae^ungen in Deutsch- Böhme« haben di« S^tialdemokratische Landespartete Vertretung, die Landesaau-er^boftskommission und die.
nicht gewaltsam aufzwingen kann.« Wenn wir unterzeichne«, venirteilen wir uns und I unsere Nachkommen zu lSngerer Sklaverei.! Wen« wir nicht unterzeichne«, werden Blockade» | und andere Maßnahmen der Entente Unruhen her-1 beiführen, die das Ende der europäischen Zivilisation bedeuten werden. Zum Schluß erklärte Dr. I David, daß die deutschen Eegenvorschläge bis an die äußerste Grenze dessen gingen, was I Deutschland ertragen und erfüllen könne.
Ein dauernder Friede« unmöglich.
wb. A m st e r d a in, 8. Juni. Der Amerikaner William V u l l i t 1, der nach der Veröffentlichung des Friedensvertrages seine Stelle als Mitglied der amerikanischen Friedensabordnung niederlegte, hatte in London eine Unterredung mit einem Vertreter des sozialistischen „Daily Heralb". Bullitt sagte bei dieser Gelegenheit: Wenn Wilson darauf bestanden haben würde, öffentlich für seine Ideale zu kämpfen, anstatt hinter geschlossenen Türen, so würde er gesiegt haben. Die bis- Iherigen Beschlüsse der Konferenz über Italien. I Thrazien, Ungarn, Ostpreußen, Danzig, Schantung und das Saarbecken machen einen dauernden Frieden unmöglich. v-
wb. Amsterdam, 7.J5uni. Der amerikanische Korrespondent des „Mgemeen Handelsblad" meldet, die Franzosen erklärten, daß die auf eine Milderung der Friedensbedingungen gerichtete Haltung der Engländer die Unterzeichnung des Frie- !dens bis zum 1. Juli aufhatten werde. Er fei in der Lage zu erkläre«, daß die Amerikaner und die Briten den Versuchen, die Dauer der militärischen | Besetzung des linksrheinische« Gebietes von 15 auf 2 Jahre herabzusetzen und Deutschland die Ausbeutung der Kohlenbergwerke Oberschlesiens zu gestalten, nicht zustimmen.
wb. Amsterdam, 7. Juni. Der Pariser Korrespondent der „New York World" meldet, der Wunsch Deutschlands, in den Völkerbund auf- I genommen zu werden, finde Unterstützung, da Deutschland bereit sei, der Einschränkung seiner Armee auf 100 000 Mann zuzustimmen. Die Antwort auf die deutschen Gegenvorschläge werde meh- I rere tausend Worte umfasien und jeden Punkt ein- I sein behandeln.
wb. Bersaille«, 9.Juni. Graf Brockdorff-Rantzau ist gestern von Köln nach einer Besprechung mit Sar- I dinal Errbischos v Hartmann hierher zurückgekebrt.
I wb. Versailles, 9. Juni. „Matin "meldet, daß btt türkischen Abgeordneten am ll.Juni in
I Marseille und am 13. Juni in Vancr-sson eintresfcn werden, wo eine Villa für sie gemietet wurde.
Dr. David zur Frage der Unterzeichnung.
wb. Versailles, 9. Juni. Der Berliner Berichterstatter des „lemps" wurde von Dr. Da - vid empfangen, der ihm erklärte, es gebe innerhalb des deutschen Kabinetts keinerlei Mei- nungsunterschtede über die Frage der Richtunterzeichnung der gegenwärtigen Friedensbedingungen. David sagte: Wir alle wissen, daß wir uns den militärischen Maßnahmen der Entente nicht widersetzen können, aber andererseits wissen wir auch, daß man das deutsche Volk nicht vernichten kann und daß die Entente unter den jetzigen Umständen ihre Bedingungen
7
gehören will. Der Frtebensentwurs reißt im Norde« und Süden die wertvollsten Gebiet« von unS los und läßt u«A fast nicht- übrig als da- felsige und unfruchtbare Gebirgs- «mssiv der Alpe« mit der Hauptstadt Wien. Aut «nch Albst gestellt und lebenSuufLhig können wir nur in dwitt grö bereit Verbände die Möglichkeit erlangen, etti allmählich wieder hochzuarbeiten. Darum erstreben wir den Zusammenschluß mit dem großen deutschen Mutterlande. (Lebhafter Beifall). Dte Entente verfügt über Machtmittel, uns zu zwingen, ieden «Frieden zu unterzeichnen, wie «S ihr beliebt. Aber ein Friede, wie er dem Vertragsentwurf entspricht, wäre kein Friede, denn Deutsch-Oesterreich würde nach seiner Unterfettigung infolge des finanziellen und wirtschaftlichen Zusammenbruches verfallen und ein soziales wie nationales Chaos hinterlassen.
. Namens der christlich-sozialen Abgeordneten erklärte Hauser, die Nafionalversammlung kenne nur einen Gedanken: Nämlich, nicht zu rasten, auch den letzten Blutstropfen hinzugeben, damit dieses drohende Verderben abgewendet werde. Der Fricdensvettrag kenne keine Versöhnung, sondern nur hte brutale Ole wall, die Deutsch-Oesterreich national, wirtschaftlich und moralisch vernichte. Der groftdeutsche Abgeordnete Dinghoser forderte die Wiedervereinigung mit dem großen deutschen
wb. A m st e r d a m , 9. Juni. Dem Presiebüro Nadio zufolge meldet „New York World": Obgleich man es nicht amtlich zugeben will, bleibt die Tatsache bestehen, daß eine wesentliche Abänderung im Friedensvertrag mit Deutschland vorgenommen wird. -Verschiedene Punkte, auf die von den Deutschen Gewicht gelegt wird, werden eine Fassung erhalten, die man für einen geschlagenen Feind für annehmbar hält. „New York Sun" meldet, daß die Lage hinsichtlich Aeuderun- gen im Friedensvertrag beständig wechselt. Die Neigung, eine endgiltige Entschädigungssumme festzusetzen, wächst. Die Franzose« bestehen auf 1- .ehestens 50 Milliarden Dollars, die Engländer sind für 40 Milliarden, die Amerikaner wollen nicht über 30 Milliarden gehen.
„Journal" meldet, daß der Bericht über die Wiedergutmachung vom zuständigen Ausschuß heute überreicht wird. Er seht die Höhe der Teile der deutschen Schuld, die sofort berechnet werden I können,-wie beispielsScife die Gesamtheit der Pensionen, fest, während für die übrigen Teile so schnell als möglich eine Untersuchung vorgenommen ! werden soll.
I
a
hn.
sw
SB
mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhesse«
wb. Amsterbam, 8. Juni. Den englischen Blättern zufolge fragte Ronald Mc.Neill im l Unterhaus, ob etwas Wahres an dem Gerücht sei, daß zwischen Lloyd George, Clömenceau und Wil- Ion in der Frage der Abänderung der Friedensbedingungen Uneinigkeit bestehe. Sonar Law antwortete, wenn daran etwas Wahres lvare, so würde et sich hüten, die Frage zu bcant- worteu.
1 Die Milderungen
Kt Mort am dir SWMMW. i der Friedensbedingungen sollen dem „Corriere - 'della Sera" zufolge in einem Anhang zum Friedensvertrag niedergelegt werden. Die wichtigsten Punkte sind: Deutschland wird danach am 1. Okt. Mitglied des Völkerbundes werden, wobei erwähnt wird, daß die erste Versammlung des Völkerbundes in Washington unter dem Vorsitz Wilsons ftaflfinbet Die Entschädigungs- summe soll innerhalb zweier Monate nach Friedensschluß auf Grund der Verhältnisse in Deutschland festgesetzt werden; sie wird einstweilen auf 200 Milliarden beschränkt. Ein Vertreter Deutschlands wird in die Kommission für Entschädigungen zugelassen, doch beschränkt fich diese Ver- rretung nur auf Versammlungen, in denen wichtige Entscheidungen zu treffen sind. Weiter soll Deutschland das Zugeständnis gemacht werden, daß die genannte Kommission fich nicht in die inneren Angelegenheiten Deutschlands einmischt. Die Verbündete« sind ferner geneigt, eine Beschleunigung ^der Räumung des besetzten Gebietes lins Äuge zu fassen, wenn die Entschädigungs- leistungeil durch Deutschland regelmäßig erfolgen, wb. Ä ui st e r d a m , 8. Juni. In einem „Bessere Nachrichten" überschriebenen Aufsatz begrüßt die „Daily News" vom G. mit Genugtuung die Nachrichten, daß die ursprünglichen Friedensbedin- 1 aungen abgeändert werden sollen und namentlich, daß Deutschland das Mandat der Verwaltung S ü d w e st a f r i k a s unter dem Völkerbund er» I halten und der Schadsuvergüllu>gsbcimg auf fünf Milliarden Pfund Sterling begrenzt werden soll.
SeM'SMkkW geirni feine Ser* temlliM.
Protest der Nationalversammlung.
wb. Wien,?.Juni. Die Nationalversammlung hielt I eine außerordentliche Sitzung ah, um der Meinung des I gesamten deutsch-oestcrrcichischen Volkes über die Fric-1 densbedingungen Volk St. Germain Ausdruck zu geben. Präsident Seitz erklärte in seiner Eröffnungsrede: Wir I können nicht ermessen, ob die Machthaber wirklich w'ssen, I was ihr Spruch für Deutsch-Oesterreich bedeutet. Aber I Wir wissen, daß dieses Urteil ein Todesurteil ist.
Staatssekretär des Aeußere» legte die vernichtenden Wirkungen der Friedensbedingungen für die Lebensfähigkeit Deutsch-Oesterreichs dar. Der Verlust Deutsch-1 'Böhmens und des Sndctenlandes bedeute nicht nur die 1 Unterwerfung von dreieinhalb Millionen Deutschen unter 1 die Fremdherrschaft, sondern auch den Verlust eines in-1 dnstricll und kulturell höchststehenden Teiles Deutsche. Oesterreichs. Die verbündeten Mächte schafften mit dem I tscheche-slowakischen Staate, der Tschechen, Deutschen, i Mowaken, Magyaren. Polen und Ukrainer umfassen wird, ein neues Oesterreich und einen neue» Nationalitätenstaat, I in dem sechs Nationen, von wildem Hasse gegeuein-1 ander erfüllt, zusammengepfercht sein werden. Wenn der Freiheitsdrang der Völker diesen neuen Staat schliesslich sprengt, werde dann nicht abermals der ganze Erdteil in Flammen gesetzt? Man sucht uns damit zu trösten, daß die tschecho-ssowafische Republik zu einer neuen Schweiz werden könnte. Aber die Schweiz ging aus einein gemeinsamen Freiheitskampfe hervor, nicht aus einem Zwangssmidikat des Siegers. Die Schweiz ist eine freiwillige Eidgenossenschaft, nicht ein Zwangsverband. zusammengehalten durch das Schwert des Sie- gürs. Der Staatssekretär wendet sich weiter gegen die einseitige Berücksichtigung der historischen Grenzen I zugunsten der Tschecho-Slowaken und gegen die Abtretung Ides fruchtbarsten Gebietes von Riederoesterrcich. wo- I durch eine geordnete Lebensmittelversorgung ihm unmöglich ish. -In Besprechung der Südtiroler Frage erllärt der Staatssekretär: Vom ersten Tage an war es der Staatsregierung klar, daß wir Deutsch- I Südtirol nur retten können, wenn es uns gelingt, mit I Italien zur direkten Verständigung zu gelangen und Italien selbst zum Verzicht auf jene deutschen I Gebiete zu bewegen. Wir unterbreiteten der ftalienischen I Regierung schon vor Monaten einen Vertragsentwurf, I demgemäß Deutsch-Südtirol zumr staatsrechtlich und wirt- I schastlich bei uns bleiben, aber in militärischer Be-
deutsche Städte, wie z.v. Klagenftrrth der Fremdberr- schäft unterworfen, sondern auch die Lebensfähigkeit Deutsch-Oesterreich- infolge deS Verlustes der Wasserkräfte Untersteiermarks bedroht werde. Bezüglich dieser Grenz fta gen, ebenso bezüglich Deut sch-West Ungarn« wird unsere Friedensdelegation eine Volkrab-, 'C- 14 'tniri ein« ei»
sttmmung unter neutraler Kontrolle Vorschlägen, damrt Vertreter Sudet«rland-- be» 14. 3nm ctt«x , auch Deutsch-Westungarn Gelegenheit habe, selbst zu tägigen ^l^nleiuanikpand f^c ga«, Deutsch», entscheiden, ob e« zu Deutsch-Oesterreich oder Ungarn I Böhmen und das Sudeten land beschlösse» ,
Mittwoch überreichen können.
wb. V e r s a i l l e s, 6. Juni. Der „Temps" uzibei. daß der Ausschuß, der sich mit den Ost- tzrenzen Deutschlands beschäftigen soll, anr 6. Juni , tzir Grundsätze für die Antwort an Deutschland sest- | krgtc. Der Gedanke einer Volksabstimmung in • vberschkefien stößt auf starke Einwendungen hin- ßchtlich des Rechtsstanopunktes, denn Preußen habe ~ Mc Eindeutschung aufs äußerste betrieben; eine
: »rifrichiige Abstimmung könnte erst nach einer I langen Frist, die zur Ausschaltung aller unter-1 • drückten Einflüsse nötig wäre, erfolgen. Wollte I ttflti den Cenzverrlauf der wirklichen Bevölkerung!
• genau anpassen, so wäre vorznziehen, den Polen! kWlcsisches Gebiet von etwa 1060 Quadratkilo-1 j Metern mit 47140 Deutschen und 1770 polnischen I ■ I ikiNtvohnern wegzunchrnen, ihm dagegen in 1 l «ittelschlesien 98 Gemeinden aus- | zu liefern, die der Vertrag nicht an Polen i : gibt, wo aber die polnische Bevölkerung die Mehr- j i [ Heil besitzt. _ j
| Der Bericht des Ausschusses für die deutsch-> polnische Grenze wird eine Volksabstimmung in I Ohecfchlesien in Erwägung ziehen.
Weitete Veränderungen nicht gestattet. — „Der I Sieg Frankreichs gefährdet."
wb. Versa t l# c s, 9. Juni. „Chicago Tri-I feite'* beriWet^-vß bei der Ueberreichung der Ani- f itett deik eine Frist gesetzt wird, die I
«wgenblicklich noch nicht seststehi. Frankreich möchte I I tine^Sefrifiung von 48 Stunden, die Vereinigten 1 Staaten eine solche von 4 Tagen, England eine I Woche. Es sei endgiltig beschlossen, daß Deutsch- dmd nicht gestattet wird, noch weitere Verändernn- ßeu zu verlangen. Präsident Wilson werde sofort »ach Unterzeichnung oder Ablehnung des Vettrages durch die Deutschen nach Amerika zurückreisen. Den Abschluß des Vertrages mit Oestereich-Ungarn, den Türken und Bulgaren werde^ er Lansing und > Whitc über lassem Das Bkatt berichtet, daß am Sitze der amerikanischen Abordnung in Paris, im Hotel Grillon Wetten abgeschlossen wurden, daß! der Frieden am 13. Juni in Versailles unter»*] | zcichuet werde. Mitton werde noch an demselben r Abend abreisen. 1 -
| Die außerordentlich widersprechenden Mel- [- dringen erklären sich zweifellos durch die sehr heiklen Verhandlungen, die der Viererrat über die Zulassung Deutschlands zu der Gesellschaft der Nationen pflegt. Einige Blätter, die heute diese Frage erörtern, müssen fich von der Zensur große Etliche gefallen lassen. Der „Matin" berichtet, daß der Völkerbundsausschuß sich für die Zulassung Deutschlands entschied. Werde dieser Beschluß von der Konferenz angenommen, so breche der ganze Vertrag zusammen, wenn nicht, so werde der Völkerbundvertrag von den Haupturhebern des Pattes selber nicht mehr unterstützt werden. Der Lieg Frankreichs sei gefährdet. Das »Echo de Paris" meint, daß sich der Himmel für i Deutschland aufhelle. Man müsse von der ftanzö- fischen Regierung erwarten, daß sie durch einen : L energischen Akt den Sieg wieder her st eile
wb. Paris, 7. Juni. In dem Bericht über lit diplomatische Lage heißt es: Nachmittags pnrbe die Prüfung der deutschen Gegenvorschläge ; stktgesetzt und besonders die Frage von Ober- Mesien beraten. Es wurden einige Grenz-! Berichtigungen besprochen, die mit Einwilli- wng Polens vorgenommen werden könnten, lieber ste Opportunität einer Volksabstimmung j#i jene Gebiete werden wegen der starken' Ger- Wmisicrung Bedenken geäußert, da man ein «Mlschtes Ergebnis erhalten könne. Eine Sonder- stnmnisfion beschäftigte sich mit der Frage, in der Md; kein Beschluß gefaßt wurde. Paderewskis Vortrag erzielte große Wirkung. In der Entschä- . tzigungssrage soll man auf folgende Fassung " Mmen: Es unmöglich, schon jetzt die Dhr der EMM^zung festzusetzen. Der Viererrat < M sich allrWE mit den Beratungen der Frie- bmsvsrsilrlöW MHnde zu kWinen und wird die Llltwori der deutschen Abordnung kommenden
Mntkrlande, von dem Oesterreich tmrch bttnastische tzaus- machtinterefsen künstlich getrennt gewesen sei. Der Sozialdemokrat Adler protestierte dagegen, daß alle Verantwortung und alle Lasten des Krieges- aus das werktätige Volk Deutsch-Oesterreichs abgewälzt werden. Er bedauere, daß bei den Kundgebungen gegen den Gewaltfrieden die Tschecho-Slowaken und Polen fehlten. Sch ras fl erllärte namens sämtlicher Abgeordneten deS Landes Tirol: Wir gönnen dem italienischen Volke bin Vollendung seiner nationalen Einigung, aber ebenso unerschütterlich begehren wir für die deutschen und ladr«- ischen Südtiroler das volle stete Recht der Selbstbestimm- ung. Aehnliche Protesterklärungen gaben ab: Rieger (Sr,-' für Deutsch Böhmen und das Sudetenland, Großbauer für Kärnten, ©taret für Niederösterreich und Wien. Am Schlüsse der Sitzung stellte Präsident Seitz fest, daß aus den krllärungen aller Redner hervorgehe, daß ganz Deutsch-Oesterreich mit dem Staatssekretär .darin überernstimme, daß der Friedensentwurf unerträglich fei, und erklärte: Wir geloben Treue un-
I seren bedrohten Brüdern im Kampfe gegen die Unter* I drückung; wir hosstn, daß es den Unterhändlern in I St. Germain gelingen wird, die Bedingungen zu mit* I dern. Sollte es aber nicht gelingen, so möge die Welt wissen, es stirbt kein Volk, auch nicht das Volk Deutsch-
I Oesterreichs. (Stürmischer Beifall). Mann kann ei« I politisches und soziales Chaos schaffen, in dem alte* mntergeht, was wir an Kultur und Wette« be-
I sitzen, dann werden wir aber nicht allein leide« und I nicht für immer leiden. Wir werden uys erbeben I zu neuem Leben unb uns angliedern als freier Staat I in die große deutsche Rupublik. (Langanhalternder Beifall I und Heilrufe).
Deutsch-österreichische Gegenvorschläge.
wb. W i e n, 7. Juni. Den Blättern zufolge I wird der Friedensvertragsentwurf von Deutsch»
Oesterreich in vier Noten beantwortet, die die I Gegenvorschläeg enthalten werden.
wb. V e r s a i l l e s, 7. Juni. Die Abendblätter .berichten, daß Renner wieder in St. Germain eintraf. Er erklärte einigen Journalisten, er sei der Ansicht, daß der Frieden für Oesterreich unannehmbar und undurchführbar sei. Der Vertrag sei das Todesurteil für Oesterreich. Die österreichische Regierung werde Gegenvorschläge
.machen, ohne den Ablauf der 14tägigen Frist abzuwarten. |
wb. Wien, 7. Juni. Wie die „Wiener Allg. Ztg." erfährt, fand eine Sitzung der Vereinigung der Wiener Banken statt, in der einmütig der Aus- sassung Ausdruck verliehen wurde, daß, wenn bet > überreichte Friedensvertrag ratifiziert würde, der
Staats - und Bolksbankerott in Deuffch-
ztehung neutralisiert werden sollte. Es war der I Oesterreich unvermeidlich wäre, italienischen Regierung bisher aus Gründen, die wir I Kuudaebunge« «üb Protest«,
rnfte^n und achten, unmöglich, mit uns m btrefte Wien, 7^ Juni. Dl« gewaltige Bewegung
Verhandlungen einzutreten. Unser Vorschlag rst b^- Frstben-bedinaungen von 6t Germain und
ber unbeantwortet geblieben, a^r wir h°^u, dass b»' ^».^F.E^ mit^D«itich^nd fand heut« einen italienische Regierung nicht «blebnen wird, bei den Ver- ’jementQ~^n Abdruck in der Maisenkundgebung. welch« Handlungen in St. Germam diesen Vorschlag zu erörtern. I \ ^oßdentsche Bereinigung der Nationalvcrfmnm- Wir würden uns ber einer solchen Erotterung z u | ()R Einvernehmen mit sämtlichen nationale«
Fraktionen Wiens veranstaltete. Eingeleitet wurde sie durch eine Kundgebung der deutschen Studenten btt Universität Nach dieser Versammlung zogen die leit* nehmet zu einer Kundgebung vor das Rathaus. Nachdem mehrere Redner gegen den Dernichtungsstiede« gesprochen hatten, «in Tell bet Redner die sofortig« Rückbetusung der deutschSfterreichischen Vettteteri von St Germain verlangt« und sämtlich« Redner füt: ein einiges Erohdeutschland waren, wurde ein« Res», lution angenommen, in der die Friedensbedingungen der Entente für Deutkchland und Deutsch-Oesterreich als «in einzig in der Geschichte dastehender ungeheuer, kicher Dolksbetrug bezeichnet und von den Bertretet» DeutichOefterreich» hi St Germain eine glatte Ab-,
Die „Oberhessisch« Zeitung- erscheint sechsmal «»chentlich. — Der 4QO Bezugspreis beträot monatlich 1.60 X. frei ins Hous: durch »ie Post Jte IvZ 1.75 X. ohne Bestellgeld — «erleg von Dr. C. Hitzeroth.
* Blerkt 21/28. — Fernsprecher 55.