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mit dem Krelsblaü für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

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amerikanischen Sachverständigen hätten bei WilsGl darauf gedrungen, daß P o l e n Oberschlesien behal-

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Teil mit neuem Schuhwett versehen.

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Di«Tägl. Rundschau" schreibt zu den Vorgängen' Gewiß kann man begreifen, daß der Gedanke der Los­lösung von- Preußen und schließlich auch vom Reich in' der Bevölkerung Boden gewinnr, wenn man sie j darauf hinwerst, wohin die innrrdentschenBer- ihältnisse unter der Regierung Scheide-

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Das Hochverratsverfahren gegen Dr. Dorten.

wb. Berlin, 4. Juni. Der des Hochverrats angeklagte Staatsanwalt Dorten konnte bisher noch nicht aufgefunden werden. Die Borunterfuch» ung gegen ihn ist beantragt. Zum Ilntersuchungs« richter wurde Reichsgerichtsrat Dr. Schmidt er» nennt. j

Die Abendblätter bezeichnen die Friedensbe­dingungen übereinstimmend als unannehm­bar und undurchführbar. DieReue Freie Preffe- sagt:ffianj Deutsch-Oesterreich ist sich einig über die Unannehmbarkeit des Bertrages. Er ist ein n a ck t e r B e r r a t am gegebenen Worte, ein Vertrauensbruch und eine Falschheit, wie sie nie vorher an einem Volke begangen wurde. Die bis­her bekannt gewordenen wirtschaftlichen Bestim­mungen bedeuten eine gänzliche Ausplünde­rung und einen Mord am deutsch-österreichischen Volke.«

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wb. Wien, 4. Juni. Wie die Blätter mittei- len, war der Eindruck, den die Friedensbedingun­gen auf die in Wien weilenden Abgeordneten ge­macht haben, niederschmetternd. In parlamentari­schen Kreisen wird erklärt, daß die Friedensbeding- ungen die schlimmsten Befürchtungen übertreffen. Sie werden in ihrer gegenwärtigen Fassung als unannehmbar und der Friede als ein Hen- kerfriede bezeichnet.

Staatssekretär Bauer erstattete im Haupt­ausschutz einen eingehenden Bericht, aus dem sich ergibt, datz bei einem Festhalten der Gegner an den gestellten Bedingungen eine Lebensmöglich­keit für die deutsch-österreichische Republik nicht gegeben erscheint. Der Bericht Bauers fand bei den Vertretern aller Parteien einmütige Zustimmung. Es wurde davon Kenntnis genommen, datz sich Präsident Seitz, Vizepräsident Fink und Staats­sekretär Bauer nach Feldkirch begeben, um mit dem Staatskanzler R e n n e r, der dort in den nächsten stunden eintrifft, in unmittelbare Fühlung zu tre­ten. Man glaubt, datz die deutsch-österreichische Ab­ordnung dasselbe Verfahren anwenden werde wie die deutsche, und datz in der deutsch-österreichischen Antwortnote in Form von Gegenvorschlä­gen und Eegenäutzerungen den Weltmächten das Unannehmbare dieser Friedensbedingungen bewie­sen wird.

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Einspruch bet Rumäne»

wb. Versailles, 8. Juni. Die rumänische Frie­densabordnung keilt demTemps" mit. sie'habe wenige Minuten vor der Eröffnung der gestrigen Ueber- t ichungssitzung In St. Germain festgestellt, datz der Ar­tikel des Friedensvertragsentwurfes über die Minder­heiten. die si« am Sonnabend beanstandete, nicht ge- ändett feien. Sie habe schriftlich Einspruch erhoben, da sie in Gegenwart des Feindes leime Einwendungen hab« machen wollen. ,

Marburg

Donnerstag, 5. Jnni

mannstreiben müsse» Viclieicht gibt es auch im Besten gntdeutsche Kreise, die der Auffassung Hab* man könne am ehesten Deutschland wieder »ur ®e* iundung führen, wenn man sich von dem verbatzte« Berlin und seiner sotlalistischen Regierung lasse,« und Politik auf eigene Faust mache. Aber bei den west» Iichen Loslösungsbestrebungen ist doch zu berücksichtige^ daß sich die neugebildeten Staatengebilde schon aus wirt» schastlichen Schwierigkeiten heraus aus eigener Kraft gar nicht im Verband« Deutschlands zu halten vermöchte» Die Gesundung kann also in solchen Fällen nicht aus den westlichen Bezirken komme»" Diesen Gedanken­gängen wird man sehr wohl zustimmen können. Aber eine Verwirklichung von Selbständigkeitsolänen im jetzigen Zeitpunkt der höchsten Not und in Verbindung de« politischen Gegner be» Reiches ist und bleibt ein verab» scheunngsivertes Verbrechen.

Sie W'm kn StomitWt.

»b. Paris, 4. Juni. (Havas.) Die vier Re­gierungschefs fetzten Dienstag die Prüfung der deutschen Gegenvorschläge fort. Man hofft, datz sie gm Donnerstag damit zu Ende sein werden. Sie werben dann eine endgültige Entscheidung über die Antwort treffen.

wb.' Rotterdam, 4. Juni. LautRieuwe Rotterb. Courant" meldet Exchange Telegraph Company aus Paris, man könne jetzt schon voraus- tzigen, datz die Verbündeten die deutschen Forderun­gen n ich t bewilligen werden. Den feindlichen Be- sollmächtigten werde ein Termin von drei bis v i e r T a g e n zur Entscheidung darüber eln- gcräumt werden, ob sie die Bedingungen annehmen wollten oder nicht. Das Recht Englands, die d e u t- fchen Kolonien zu behalten, werde wahrschein­lich nochmals zur Sprache kommen infolge des Vor­schlages Lloyd Georges, datz Oberschlesien Deutschland zurückgegeben werdeWWösie, um seine wirtschaftliche Lage zu erleichterA Die

indem er sagte, Deutschland sei wegen seines Scharfsinnes in Geschäftsangelegenhelten bekannt und würde niemals einen in wirtschaftlicher Hinsicht so ungesunden Friedensverttog festgesetzt haben. Philipp Snowden, mit ungeheurem Bei­fall begrüßt. führte Reden des Präsidenten Wilson an, worin dieser für die Notwendigkeit der Wie­derauferstehung Deutschlands eintritt.. Je­rome K. Jerome erklärte, England sei sieges­trunken. Man müsie warten, bis es wieder nüch­tern fei. Dieser Friede zur Ermordung des Friedens, den der Rat der Vier mit dem Teufel als Präsidenten festgesetzt hat. werde der schmutzigste Fetzen Papier sein, der die Geschichte der Welt besudelte.

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Das rechte Rheinufer wird vom linken ge­trennt, die Tätigkeit der deutschen Regierung wird am Rhein aufhören, ... in allen Fällen werden die Deutschen auf dem linken Rheinufer nichts zu sagen haben". So erklärte General Gerard, der Befehlshaber der französischen Besatzungstruppen in der Pfalz schon am 8. März den Abgeordneten Richter und Hoffmann, die mit ihm wegen der Er­richtung einer selbständigen pfälzischen Republik verhandelten. DieReue Badische Landeszeitung" kann darüber ein Protokoll veröffentlichen. Der General verbürgte sich: Die Herren sollten ganz außer Sorge sein; wenn sie einen unabhängigen Staat oder mehrere auf dem linken Rheinufer bil­den ober sonst einen modus vivendi finden wollten, so sollten sie nur getrost fein. Sie würden keine .,Matzregelung" zu fürchten haben. General Gerard beruhigte die Herren auch darüber, datz er nicht bloß im eigenen Namen spreche. Die Angelegenheit sei dem Marschall Fach unterbreitet worden, der Mar­schall habe mit Clämenceau darüber Rück­sprache gepflogen.

Obwohl fast ein Viertelsahr seit dem verflosien ist, war es trotz des französische» Schutzes und der französischen Förderung nicht möglich, die Los­lösungspläne so durchzuführen, datz der Schein selb­ständiger Entschließung der westrheinischen Bevölke­rung gewahrt wurde. Keine politisch maßgebende Person, von der Maffe der Bevölkerung ganz zu schweigen, hat ihre Mitarbeit und ihr Einverständ­nis erklärt. Nur bisher gänzlich unbekannte Herren haben sich zu Werkzeugen der Franzosen hergegeben und glauben, durch Hochverrat ihrem Ehrgeiz und Geschäftsbegehren Genüge tun zu können, an der Spitze der an den Nerven leidende ehemalige Staatsanwalt Dr. Dorten, über den Näheres bereits mitgeteilt ist, ein Dr. Haas, ferner zwei Lehramtsasiesioren, ein Oberpoftafftstent, die. beiden oben genannten Abgeordneten u. a. In Speyer mißglückte die Plakatierung der Republik zu einer wirklichen Ausrufung kam es überhaupt nicht völlig; der ehrenwette Dr. Haas nebst Anhän­gern bezog etliche Prügel, wogegen die französische Bcsatzungsbehörde mit Rücksicht auf die Volksstim­mung nicht einmal einzuschreiten wagte. Eie ent­führte nur rettend Herr» Dr. Haas. In Mainz und Wiesbaden tonnten die Hochverräter einen Schritt roeiter gehen, dank der tätigen Mithilfe oes franz.'fischen Militärs. Dr. Dorten hat sich zu'u vror.isorische»Staatspräsidenten" gemacht, Reichs­präsident und Ministerpräsident von feinemRe­gierungsantritt" benachrichtigt und in Paris um Zulassung zur Friedenskonferenz gebeten. Antwort deutscherseits: Oberreichsanwalt. Was auch sonst? General M a n g i n aberbesteht auf bet Rheini­schen Republik" und hofft die Bevölkerung durch Erleichterungen" zu ködern. Dann soll sie über die Eriindu-»g der neuen Republikbefragt" wer­den. Ob die erhofften 80 Prozent Anhänger der Rheinischen Republik dann In Erscheinung treten werden? Wenn die Vergewatligung nicht gar zu haarsträubend ist, wird weder Wiesbaden noch Koblenz Hauptstadt bet neuen Republik wer­den. Koblenz schon gar nicht; denn da sind die Amerikaner. Und nur so weit wie die französische Gewalt reicht, reicht auch die des Herrn Dr. Dorten und seiner Spießgesellen.

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mittelli ferung an die Bevölkerung hat nahezu gänz­lich aufgehört, und eine außerordentlich scharfe Paßkontrolle wurde angeordnet.

Der Standpunkt der demokratische« Partei.

wb. B e r l.l n, 4. Juni. Die Fraktion der Deutschen dewokvtischen Partei der Nationalversammlung faßte auf Nntrag der Abgeordneten Haußmann, 38aldst'"n und Schiffer einsrimmiq folgende Entschließung:In vollständiger Uebreinstimmung mit dem Reichs- minisierium und den Mitgliedern der Fraktion im Kabinett erklärt di« Deutsche demok'atische Frattion Der Nationalversammlung ihre Zustimmung zu dwl deutschen Fri densvorschlag trotz seiner bis an die äußerste Grenze gehenden Belastung und beharrt ein­mütig auf dem Standpunkt, daß der mit den Lebens­bedingungen des deutschen Volkes unvereinbare und völlig unerfüllbare Friednsvorfchlag der En­tente unannehmbar ist und bleibt."

i Auch Schweden und Dänemark lehnen ab.

i wb. Paris, 3. Juni. (Router.) Es wird ge­meldet, dast Schweden und Dänemark sich in ihrer Antwort auf die kürzliche Anfrage der Westmächte gernei ge r t haben, bei einer eventuellen Erneue­rung der Blorkade gegen Deutschland mitzuwtrken.

DasKabinett Dorten".

hat sich folgendermaßen gebildet: Dr. Dörte« (Vorsitz), Ecker mann (Justiz), Dr. Klingel« sch m 111 (Kunst und Wissenschaft), Klaus R ree« mer (Schulwesen), Adolf Krämer (Volkswohl* fahrt), Dr. Liebln g (Finanzen), nlkes (Inneres), Salm (Landwirtschaft und Volks» ernährung). Es erläßt folgende Kundgebung; Nachdem die Unterzeichneten von den Ausfchüsie» mit der Wahrung der Reglerungsgefchäfte betraut sind, übernehmen sie hiermit die Regierungse gewalt. Die Behörden haben von den preußischen, bayerischen, hessischen und oldenburglschen Zentral« reglerungen keine Befehle mehr anzunehmen. Sie empfangen ihre Weisungen von der vorläust* gen Regierung, die ihren Sitz im Landeshaus bi Wiesbaden genommen hat. Die amtlichen v» kanntmachungen der vorläufigen Regierung stutz i bis auf weiteres von sämtlichen Zeitungen zu eew] öffentlichen.

> Ausweisungen ans Mainz.

Der »Srankf. Ztg." zufolge ist dem hessische»^ Landtagsabgeordneten Reiber von der franz-,' fischen Militärbehörde befohlen worden, das be* j setzte Gebiet sofort zu verlasien. Das gleiche Schick* sal traf mehrere Dutzend Schullehrer, die sich a«' dem Abwehrausstand am Montag beteiligt hatten. Es wird erzählt, daß fänttliche katholischen Lehrer, die in großer Zahl ebenfalls den Untericht ein* gestellt hatten, von der Ausweisung verschont ge» blieben find.

Der Abwehrausstand am Rhein.

Mainz, 8. Juni. Hier dauerte der Ausstand gestern abend noch an. Als sich Demonstrationszüge der Arbeiter bildeten, wurden Senegalneger anfzo- boten, von denen gegen 9 Uhr auch eine Abteilung nack Wiesbaden kam.

Elberfeld, 2. Juni. Im Solinger :!kjirt sind die Arbeiter als Protest gegen den Plan Der Errich­tung einer rheinischen Republik in den Lst.chiand ge- treten.

KL1 n ch Rh. 4. Juni. DerKöln. Ztg." wird aus Aachen gemeldet: Ein« imponierende- Kundgebung gegen die Sonderbündler und für die Einheit des deut­schen Reiches, veranstaltete heute ein großer Teil des hiesigen Arbeiterschaft. In sämtliche» Großbetriebe«^ bei der Straßenbahn, den städtischen Gas- und Elek­trizitätswerke legten die Arbeiter um 12 Ahr bi« Ar­beit nieder und begaben sich auf die Straße, wo Re sich zu einem gewaltigen Zuge vereinigten, der sich tu mustergültiger Ruhe und Ordnung durch die Haupd- stratzen bet Stadt bewegte. Bor den Redaktioneu zweier Blätter, die in leidenschaftlicher Weis« für Ml Rheinische Republik kämpfen und vor dem Hause eines Arztes, des ersten hiesigen Wortführers der Lösung»* bestrebungen, wurden Kundgebungen veranstaltet. Um

Uhr endete der Zug in vollster Ordnung.

i r Ostafrika bekommen sollten, um ihnen die Er- Mrmg der wirtschaftlichen Bedingungen zu er­möglichen.

wb. Versailles, 4. Juni. Den Pariser k Rorgenzeitungen zufolge erörterte der Viererrat gestern nachmittag die deutschen Gegenvorschläge. Abgesehen von dieser Tatsache darf die Presse keine ; Einzelheiten über den Verlauf der Erörterungen veröffentlichen. Ein ganzer Aussatz desHomme Wro" und der Bericht desErcelsior" sind von der Zensur gestrichen. Rur einigen wenigen Blättern - t ist es gelungen, in einer Zelle anzudenten. datz * nach rote vor die Absicht besteht, grundlegende Richtlinien des Vertrages n i ch t zu ändern, daß cs sich höchstens um Zugeständnisse handeln könne, die «an Deutschland in unwesentlichen Einzel- : fragen machen werde.Chicago Tribüne" darf ferner berichten, daß Wilson von Veränderungen ; Nichts wissen will, aber daß der amerikanische tzinanzsachverständigenausschuß die Ansicht vertrete, r man müsse den Gesamtbetrag, den Deutschland zu bezahlen habe, foforf festsetzen und nicht bis 1921 warten.

Jntransigeant" weist eine große Zensurlücke 1 i «ui. Rur der TitelLloyd George bereitet eine 4 | Roke vor" und einige Zeilen sind von der Meldung stehen geblieben, aus der hervorgeht, dEBoirar Lsw im Flugzeug aus England nach P«is-- ge- frmmen ist und datz Lloyd George eine amtliche Roke vorbereitet, die den Standpunkt Englands öekanntgeben werbe und morgen ober Freitag ver- kffentlicht werden solle.

Bern. 3. Juni. Di« Pariser Ausgabe derChicago tribune meldet: Das gesamte englische Kabi- »ctt hat sich am Montag in Paris zu einer Sitzung »ersammelt, um die Revision des Friedensvertrages »it Deutschland ziz,, besprechen. Die Minister teilten km Premierminister mit, daß sowohl der liberalen als such bet Arbeiterpartei Englands die wirtschaftlichen' Und finanziellen Bedingungen, di« Deutschland aüf- ttlegt werden, zn hart erscheinen. Ltoyd George gab ? die Erklärung ab, daß ihm am F^thakten der Frie­densbedingungen nicht gelegen sei und daß er Mil­derungen anstreben werde.

wb. Paris. 3. Juni. Mit Bezug aus die Berichte Eber Meinungsverschiedenheiten unter den britischen Berttetern der Friedenskonferenz wegen der Deutschland zn bewilligenden ZuMtändnifs« wird von inständiger Seite mitgeteilt, daß zwar di« Ansichten dicht in jedem Punkt übereinstimmten, daß jedoch keine grundsätzlich en M«iuungs«rschreden. Heiken bestünden.

Scharfe englische Kritik.

wb. A m st e r d a m, 4. Juni. Wie derDaily Gerald" meldet, fand am 30. 5. In der Essex-Hall in London eine Protestversammlung gegen die absur­den und frevelhaften Friedensbedingungen mit Deutschland statt. Es wurde eine Entschließung an­genommen, in der gegen die Friedensbedingungen protestiert wird, die eine Verletzung der Waf- |tnftiaftanb5bebipflungen, eine Vergewaltigung der Grundsätze, von denen die btttischen Staats­männer bei der Fortsetzung des Krieges geleitet ntrben, und eine Vernichtung des Völkerbundes kbeuteten. Roel Buxton legte in einer Rebe bar, M der Friedensvettrag nicht nur von den Pazi­fisten verurteilt werde. Unter feinen energischen Gegnern befänden sich Männer, die früher den Krieg kräftig unterstützten wie Lord Hugh Cecil *nd Carols. Der Fttedensvertrag bedeute eine Iterierung der Ehre und werbe den Ruf Englands dr^mchten. Ein Parlamentsmitglied wies den Trugschluß nach, in dem diejenigen befangen Citren, welche erklären, was würde ein siegreiches Deutschland uns für Bedingungen auferlegt haben.

wb. A m st e r d a m, 4. Juni.Daily Herald" veröffentlicht den Auszug eines Briefes, den her­vorragende politische Persönlichkeiten an Wilson "vd Llovd George sandten. Sie fordern darin alle Staatsmänner in Paris dringend auf, die deutsche Bitte um Abänderung des Vertrages unpar­teiisch und sympathisch zu erwägen und dieser Bitte wenn irgend möglich entgegenzukommen. Der Brief fährt fort:Wir sind der Ansicht, daß ein Frieden, der willig von der deutschen Regierung als der Vertretung des deutschen Volkes unterzeichnet wird, von unendlich größerem Wette ist als ein Frieden, der ihnen durch Drohungen mit der Hungersnot anfgezwungen wird."

wb. Versailles, 4. Juni. Relchskolonial- minister Dr. Bell reift heute abend nach dreitägigem Aufenthalt nach Berlin zurück. Während sein s Auf­enthalts in Versailles bat er mit den Mitgliedern r>er deutschen Friedensabordnung allgemeine politische Fragen und mit dem Kolonialsachverständigen die kolo» nial n Fragen eingehend besprochen.

M o » t abaur, 3. Jurist Die Amerikaner suchen die Bevölkerrrng durch starke Vorbereitungen, im Falle xer Frieden aügesthnt würde, zu bluffen. Täglich fahren Hunderte Automobile mit Proviant und Kriegs­material an die Grenze des belebten G-bietes H Lim bürg und werden dort aufgestellt. Die Mannschaften wurden teilweise n-u eingekleidet und zum größten

Köln, 4.Juni. In bet Kölner Stadtverordneten­versammlung wurde einstimmig ein von Oberbürgermeister Adenauer verlesener Beschluß angenommen, wonach bis ganze Bevölkerung von Köln mit der angeblichenRhei­nischen Republik" in Wiesbaden jede Gemeinschaft ab* lehnt und sich von solchen politischen Phan* ta Rereien fern halten will. Die Stadt Köln baba sich niemals enger mit dem deutschen Vaterland« W bnnden gefühlt als in dieser Zeit bet schwersten Not.

Darmstadt, 4.Ium. Die zu FraktionSsibungen hier versammelten Mitglieder der heffischen Volkskammer erhoben in einer Entschließung Einspruch dagegen, daß ibr Präsident und vier weitere Mitglieder der Volkskammer um ihr Bekenntnis für die deutsche Einheit von de» französischen Besntzungsgewalthobern in Rheinhessen ü» Haft genommen nwrden sind und fordern sofortige Frei-- gab« der Verhafteten. Dse Versuche Heiner Kreise Rbetn» Hessen vom Mutterland« In Jäten, weisen die gewählte» Vertreter des hessischen V.lkeS als Hochverrat ,urüL Sic sehen in der Ausrufung der Rheinischen Repub^ nur die Absicht, das linke Rheiimfer ftanLösifch zu xoatiL

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