mit dem Krcikblat! für den KrclS Marburg
Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen
T>te „DberbefM*« 3t tt*Me tricheint sechs««» »«chentlich. — T**
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indem sie abermals die Untersuchung durch internationale« Schiedsgericht fordert.
Marburg
Montag, 26. Mak
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Gvngsfrage zugehen lassen. Die neue deutsch« Not« widerlegt laut „B. 3-“ die falsche Bezugnahme aus Lansing» Note vo« 5. November 1918 und die Sinnoerdrehnng de» dort gebrauchten Wor. te» „Aggression" in der Antwort Cl^menceaus. Die deutsche Note gibt Deutschlands Ersatzpflicht in Belgien und Nordfrankreich zu, stellt aber di« glet» ch t n Ersatzansprüche Deutschlands für den Schaden
Italienische Politik auf eigene Faust.
wb. Amsterdam. L4. Mat. Einer Radio» Meldung aus Rew-Pork zufolge wissen amerike« nische Blätter von ettret im Vierrat herrschenden Unstimmigkeit Mitteilung z» mache«, bU dadurch entstanden ist, daß italienische Truppen ohne Wsse« der Konferenz in der Türket gelandet sein sollen. Wie Associated Ptetz meldet, sollen Grotzbrttannlen, Frankreich und die Vereinigten Staaten gemeinsam Italien um eine Erklärung darüber ersucht habe«. Wie die amerikanischen Blätter bemerken, scheinen die Italiener die Absicht z« habe«, eef eigene Faust ihre Interessen wahrzunehme«.
Türkischer Protest gegen die Besetzung von L-yrna.
wb. Versailler. 24. Mat. Da» „Echo do Pari»" meldet au» Konstantinopel: Das neue tüt» kische Kabinett protestierte am 19. 5. bei allen eet* bündete« Mächten gegen die Besetzung Smyrna« durch die Griechen. Au» allen Teilen Anatolien« laufen bei der Negierung Protesttelegramme ein. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, sich freiwillig zur Rrmee für die Verteidigung de« nationale« Recht» zu melden. In 'Konstantinopel herrscht Ruhe. Ein starker Patrouillendienst ist eingerichtet war« den. . ' - . ..
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Die ütMmti in 6m
Die deutsche« Gegenvorschläge.
wb Verlin, 24. Mai. lieber den Verlauf der Verhandlungen in Spaa verlautet: Die Besprechungen wurden im kleinsten Kreise geführt. In beit ersten Taxen der nächsten Woche werden die Gegenvorschlöx. in einer größeren Denkschrift überreich werde" (deutsch, englisch und französischs, in d:r alle Fragen als einheitlicher Komplex behänd rli werden, die bisher in Einzelnsten noch nicht erledigt DU'den. Zugrunde gelegt ist der Rechtsboden, der sich aus der Lansing-Note ergibt Es wurde versucht, unter Anerkennung der derlei seitigen Bedürfnisse den Zwiespalt mit den gegnerischen Vorschlägen zu beseitigen, der darin besteht, dass einerseits es Deutschland auf wirtschaftlichem Gebiet unmöglich gemacht werden soll hochzulommen, dah andererseits Deutschland die härtesten wirtschaftlichen Auflagen zugemutet werden. Es wurde versucht, in positiven Vorschlägen darzulegen, was Deutschland unter den gegebenen Bedingungen leisten kann und was nicht, und ferner, daß gewisse Leistungen Über^aWt nut möglich sind bei einer gewissen Gemeinsamkeit der Arbeit zwischen den Gegnern und uns. Da? Kabinett und die Delegierten sind der Ansicht, daß unsere Gegenvorschläge ei« brauchbares Instrument zu Verhandlungen, auch zu mündlichen, sind.
wb. Berlin. 24. Mat. Die kolonialen Fragen beim Friedensschluh waren Gegenstand einer Sitzung, die heute unter Vorsitz des aus Spaa zu- rückgekebrten Ministers Dr. Bell and in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des kolonialen Wirtschaftslebens, vor allem auch langjähriger Ansiedler aus den Schutzgebieten selbst, im Reichskolonialministerium stattfand. Es kam die Ent- schlollenbeit, Deutschlands kolonialen Rechtsstandpunkt ans der klaren Grundlage des Milson-Pro- gramm» bis zur letzten Stund« mit allem Nachdruck zu verfechten, zu starkem, einmütigem Ausdruck. Die kolonialen Forderungen bilden einen integrierenden Bestandteil der deutschen Gegenvorschläge an die Westmachte. Dr. Bell erklätte, daß er sich für den Fall, daß e» zu sachlichen Verhandlungen mit den Gegnern kommen sollte, jeden Augenblick bereit halt«, mit einem erweiterten Kreis kolonialer Sachverftändiq«, nach Versailles zu fahren.
Berlin. 25. Mai. Wie die „Boss. Ztg." er- lährt, nimmt man in unterrichteten Kreisen an, datz die Äeberreichung der deutschen Gegenvorschläge rchon am Dienstag, also vor Ablauf der verlängerten Frist erfolgen wird. . ' '
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wb. Versailles, 24. Mai. Die in der ausländischen Preffe verbreiteten Nachrichten, datz die deutsche Friedensabordnung und besonders ihr Vorsitzender für Unterzeichnung des vorgelegten Frte- den«ntwurf« unter allen Umständen eintrete, sind offensichtlich tendenziöse Machwerke und entbehren feder Grundlage. Die Bemühungen der Abordnung. annehmbare Frtedensbedingungen herbeizu- führe«, beweisen am besten, dah die Frage der Unterzeichnung oder Richtunterzeichnung noch gar nicht aktuell ist. E» ist vorläufig undenkbar, daß di« Gegner sich «etgern sollte», über de« deutschen Gegenvorschlag zu verhandeln.
Bei Rlchtunterzeichauag.
wb. Amsterdam. 24. Mat. „Algemeen Han- delsblad" meldet aus Part«: Es bestätigt sich, datz alle Neutralen dieselbe Rote wegen der Bockadematzregel gegen Deutschland erhalten haben, fall» diese» sich weigern sollte, zu unter, zeichnen.
wb. B r v s s e l, 24. Mat. (Havar.) Im Hi«, blick auf die für den Fall der Nichtunterzeichnung de» Friedensvertrage» durch Deutschland vorgesehenen Mahnahmen wurde die Entlassung der Jahr- gange 1907 bi» 1909 bi» zur Wiederkehr normaler Verhältnisse verschoben.
wb. «otterdam, 24. Mai. Der„Rieuwe Not- tnbamsche Courant" meldet au« Brüssel: Gestern wnrd» der interalliierte Kongreß für LcbenSmitiel! ersocguug eröffnet. Vertrete» waren Belgien, die Vereinigten Staate^ England, Frankreich und Italic».
der Hungerblockade fest und be st reitet nochmals die alleinige Kriegsschuld Deutschlands energisch, etn
Erhebliche Aenderunge«?
. wb. Amsterdam, 25. Mat. Der Pariser refponbent der „Datlo News" meldet: In Äteb |tn bei Konferenz nimmt die Ueberzeugung auch stnrcr den Franzosen Zn, datz an dem Vertrage er - cheLliche Aenderungen vorgenommen werben mllsien, ehe von der endgültigen Unterzeichnung !bir Rede sein könne. Ein Delegierter erklärte dem Korresgondenten. die nationale Ehre jeder etnzel- «en Lerdandsmacht fordere die Abänderung ch« Berttages. Er werde zweifellos abgeändert, chbe: «an könne noch nicht vorher sagen, ob genügend, um ihn zu einer handlichen Grundlage für ben Friede« zu mad^ ., den der Völkerbund im Laufe der Zeit verbessern würde.
Pie Antwort auf die Saarbecken-Rote«.
wb. Versailles, 25. Mai. Da« heute der deutschen Abordnung übermittelte Schriftstück stellt Antwort dar, die die Verbündeten auf die bet-
i de« deutschen Noten über das Saargebiet abgebe«. Die grundlegenden Bestimmungen de« ursprünglichen Bettragstexte« sollen nicht geändett werde«, i« wird nur eine Formel eingefügt werden über den eventuellen Rückkauf der Gruben durch Deutsch-
die die Westmächte machen. Aber Brockdorff soll«, nun nicht seinen Ehrgeiz allzu hoch einstellen, weil eine seiner unzctzliaeu Beschwerden für gerechtfertigt befunden wurde. Tie Westmächte hätten gerne nach- gegeben: aber einmal sei nicht jede« Mal.
Englische Widerstättde gegen den Gewaltfriede«.
wb. Amsterdam, 24. Mai. Der englische BolkS- wiris^afiler und Pazifist G. LeweS-Dickinson, Professor am KinqS-Eottege in Cambrid"*, fällt in der .Daily News" ein vernichtendes Urteil "her den Frie- »ensvertrag. Er .schreibt, sei- her Z -'^rung Ear ha- go« durch die s icn niemals einem besiegten Völle ce.arrrge Bedingungen arfer'egt worden. Wa« man 1815 Frankreich antat. nachdem e» 20 Jahre ganz Europa mit dem Schwert bekämpf' batte, sei im Vergleich dazu nur eine Bagatelle. Auch der Friedensschluß mit Frankreich von 1871 se eine Kleinigkeit dagegen. Man übettre'be ni-cht. wenn man sage, daß au« der deutschen Nation ein Boll von Heloten gemacht werde. W-nn man di» 3M- fisation noch retten wall», müllen d'° B->'-*>lsllf non "tar-'s i'n»"schehen oe^acht werden. Rur die von den Schtachlfeldern zurückkehrende Arbeiterjugend könne das tun.
Der , Labovr Seabtr" schreibt, ^-in B"lk würde »'nen selchen Vertrag anders annehmen als in der Absicht, ihn nur bis zu dem* Taae em-nbatt-n. wo e? ihn mit Gewalt vernichten kann. Wenn diese Be- dinaungen tatsächlich durchgefühtt mürd-n. si Vie nur durch militärische und wirtschaftliche Gewalt ge- t-andhabt werden. Die Zuchmst weche beweisen, daß die Verbündeten ihren militärischen S*°g durch d'e Frie- d-nsbedinnnngen. die fit auferlcg'en, zu einer verhängnisvollen Niederl aae machten.
Berlin, 24. Mai. Laut „B.Ztg." drah'et der Londoner Berichterstatter der Kopenhagener „Politiken": Der Bollznasausschuß des erwlllchen Gewerkschaftskongresses überreichte Sonar Law eine tom ..Dreibund" ^rgarbefier, Eistwbahn- und Trans- vortarbeiter) angenommene Enllchfiestung. dir -e Ans- Hebung der Jniettwntisn in Rußland. derHere-rin- h-rltfunaen und der ^l*ckade gegen Deutschland ford-rt. Der Dreibund droht mit dem Ausstand, wenn diese Fordernnaen nicht erfüllt werden. Die Antwort Bonar LawS wird nicht al« befriedigend erachtet. D-r Arbeitsminister reiste nach Bari«, «m mit Lloyd George über die Lage zu verhandel«.
Die ..Germania" meldet au« Versailles: Die Tatsache, daß der Diererrat esabaelehnt hat, den Ausschuß de« intern ationafett sozialist'.schen Büros unter Führung des Engländers Henderson zu emvlang-n, liefert den Beweis, daß die Sozialdemokratie nicht nur in Frankreich, sondern auch die Sozialdemokratie in England so ohnmächtig ist. daß man in Devtschland gut daran tut, keinerlet Hoffnungen auf irgend welche Schritte zu setzen, die die internationale Sozialdemokratie in den nächsten Tagen unternehmen könnte. Zuerst haben die Sozialisten eine mächtige Aktion angezeigt, jetzt aber hört und sieht man nichts mehr davon.
Giat Hott itt Miklich«.
Srsotche, «n baldigste (Eröffnw»| der Unter- "• handlunge«.
wb. St Germain, 24. Mai. Heute wurde bim Präsidenten der Friedenskonferenz, (Hemen.ea«, ernt sttote der beutsch-österreichilchen Abordnung überreich^ in der es heißt Die Republik wurde in Kenntnis gesetzt, daß der Oberste Rat der verbündeten Mächre be« stylosse.i hat, sie nach St Germain für Montag de« 12. Mat zur Prüfung der Friedensbedingungen tvw zuladeu Seither ist der deutsch-österreichischen Abordnung kein Mitteilung über bie Eröffnung der Bev-1 handlunge: zug:*'mmen. DaS lange Warten aut den- Frieden erweckt im Geiste des deutsch österreichischen । Bolte» eine mm so schwerere V"i"r"hig-!i«g, als die! Berzögeruno den Massen unt'rständl'ch erscheine und. notwendigerweise Gerü^- v-*' all:r Art
Hervorrufen muß. Solche Stimmung der Lstcnilictzen Meinung weckt ernste Soram inb-rng auf die Ai frech!« -rhaltnng der Ordnung und Ruhe in unferm B.tter« <and, besonders in Den großen industriellen Zent-e«, otoie in den besittttenen Gebieten. Die dentich-S er« reichische Abordnung wendet sich daher an da« Ent« gegenkommen des Präsidenten des Fnedenkkonarelle«, nm die Eröffnung von Unterhandlungen mit Den'sch« Oesterreich in kürzester Frist zu erlangen, damit die Entscheidung, von der das Schicksal und die Zukunft eines in Ungewißheit und Angst lebenden Volkes ab« hängt, nicht weiter ausgeschoben wird.
Die Bedingungen für Deutsch-Ocsterreich.
wb. Versailles, 24. Mat Die Pariser „Chicago Tribüne", erklärt, datz der Vertrag mit Oesterreich am Mittwoch bet österreichischen Ab«' ordnung überreicht werden wird. Den Oester« reichern wird eine Woche Frist, eingeräumi, um den Vertrag zu prüfen. In militär'scher Hinsicht ist beschlossen worden, daß die österreichisch« Armee auf zwei Divisionen mit höchstens 20 000 Mann ein« chlichlich acht Feldartillerie-Reglnreatera herab« . gesetzt werden soll.
Sollt
Polnische Geovaltherrschast in Ostgalizien.
wb. Berlin, 25. Mai. Die ukrainsche Gesandtschaft tritt mit: Die Polen haben in Ostgali'ien das Standrecht verhängt In den durch polnische Truppen neubesetzten Gegenden wütet eine Schreckensherrschaft ohnegleichen gegen die Ukrainer und Juden. Ti« ntrainische Intelligenz wird zu Hundette« verhaftet unb festgesetzt. Nach verläßlichen Berichten aus Sam» bot wurden viele Ukrainer, Intelligenz wie Bauern, standrechtlich erschossen. Se!b!t die Kirchen werden gespertt und die Priester verhaftet.
«in rfterreichifch-polnifchee -anbeloveetro^
wb Vien, 25. Mm. Die von Berrre:ern Deutsch- Oesterreich.' in Warschau mit der polnischen Rrg-erun, gepflogenen Verhandlungen fühtte» zum Abschluß eine« KompensationSvettrages, der ron beib-n Regierungen bereit« genehmigt ist. Da« Uebereiukommen über den Warenau-tauscb rfrimt in beiden Staaten dem ! rtitfi Handel weitestgehend« Betätigung ein. Polen liefert an Tcutfd’-Celterrtid) monatlich 50 POO Tonnen Kobl^ weiter Petroleum, Benzin, ll'asöl, Pa«-asinterzen, Schmieröl und verschiedene Lebensrnittel. Die polnisch« Regierung wird für den Fall einer znsri-'enstellendc« Rübenernte Deutsch-Oesterreich auch Zucket zur Bet» sügung stellen.
tob. Mähtlsch-Osttau, 25. Mat Potnljche Blätter melden an- Kali sch, daß e« gestern dort zn blutigen Kundgebungen der Arbeitslosen kam. Da« Militär schoß. Biele Personen wuwen verletzt _
Drei wtittt inrtltt Mn.
tob. Spaa, 24. Mai. E« sind zwei Note« an Tlömeneean abgegangen. Die erst« beschäftigt sich e-t bet Ententeantwott ans die deutsche Rote über bie Arbeitergefetzgebung unb fühtt u. a. aus:
Die deutsche Delegation ist mit den Ententeregie- rangen übet die Mittel zur Lösung der Arbmterfraqe nicht einig. Es war d'e Absicht bet deutschen Delegation, den berufenen Vertretern bet Arbeiterschaft aller Länder noch während der Friedensverhandlungeu Gelegenheit zu geben, in den Fragen des Arbeiter- rechtS und des Arbeiterschutzes selbst ein entscheidendes Wott zu sprechen und eine Uebereinstimmung zwischen dem Ententesnedensentwurf, dem deutschen Borfch'ag unb den Beschlüssen bet Bernet internationalen Ge- werkschastskonserenz herhoizusübten. Die deut'che Delegation wiederholt deshalb ihren Antrag auf Einberufung einer Vertreterkonferenz aller Arbeitergewerk- schaftrn noch während der Fnedensm-'-handlungen Sollte et wiederum abgelehnt werden, so ist mindestens eine Aeußernng bet Führer der Gewerkschaften aller Länder erforderlich.
Die zweite Note besagt n. e.: Die FriedenSbedin gungat über da» Privateiyontum der beiderseitigen Staatsangehörigen sind m erster Linie von ben Bestrebungen der Ententeregierungen blTtiert das gesamte in ihrem Machtbereich befindliche deutsch« Pn- vatvermögen als «in« einheitliche Maste zu behandeln, ans der sowohl die Pttvatfordernngen ihrer Staatsan- aehöngen als auch di« ßaatlichen Ansprüche auf die Kriegsentschädigung befriebigt werden sollen. Die deutsche Delegation sieht sich zu der ErNSrnng ver- vftichtet daß ihr die vorgeschlagene Rege'ung strnnd- sStzlich unannehmbar erscheint, da sie mit dem elementarsten Gedanken eine« RechtSsrieden« nach verschiedenen Richtungen hjn in Widerspruch steht Die vorgeschlagene Verwendung deutschen Privateigen, turn» im Ausland läuft auf eine weitgehend« Son- fiskation von Pttvatbesitz aller Art hinaus. Die deutsche Delegation ist überzeugt daß sich »wischen den beiderseitigen Aufsassungeu em Ausgleich finden ließe.
Eine deutsche Erwiderung zur Cck-nldfrage.
Berlin, 26. Mai. Gestern hat bie beutsche Abordnung in Versailles eine Erwiderung auf die Note TlSmenceau« über bie Schuld» unb Entschädi-
Wnnktm ZnniWwWen.
Stt Forderungen werden auf^chtcrhatteu.
1* Pari«, 23. Mai. (HavaS.) Clömen- *teu sagt in feiner Antwortnote auf die Note des Gra- WuBtockdotff-Randau vom 13. Mai übet die Wirtschaftlichen Bedingungen des Fr'edor-s^ettraoes, tzatz die Darlegungen der deutschen Abordnung ganz > «ngrnügend und stark üb>'ttrwben feien. Die Antwort: lemerft, daß bie deutsche Bevölkerung um KMillio- ,en Einwohner vermindert werde, anderer- ftitk bilde die Wegnahmeöer deutschen Ton- wage eine unabänderliche und notw endige Züch- tzigii n g wegen des unerbittlichen Kambses gegen b’f Handelsflotte der Welt Die Tonnage, die man Deutschland wegnehmen wolle, stelle nicht einmal ein Dtttbü bet auf unverantwort ille Weise zerstörter tonnage dar. Die zollfreie Einfuhr der SaTtofMr (ft für drei Jahre vorgesehen. Die Lage ist die gleiche ftr Phosphate, die Deutschland vor dem Kriege ein- *rfti5rt bat und di« es anch nachher weiter einsübren liwn. Deutschland wird weiter ein Viertel seiner Kohlenproduktion verlieren. Aber bie?e fjtnriie ans übertragenen bieten, und es htribkn Deutschland 80 Millionen Tonnen Brann- tzoble. Ferner müsse man in Befracht ziehen, daß DeulMond die durch die svstematifche Zerstörung an ben Kchlenbergweifen Nordftankreichs herrv'g-rn'eren AnssÄK decken muß. Wenn Deutschland gezwii"gen sti Dsen und Zink einznführen, so befinde es sich in ÜerftÄen Lage.wie viele andere Länder. Die Aus- ftgi.ö.tzen der deutschen Note über die Zukunft der beut» fiten Industrie seien sehr übertrieben und rechneten «ich» damit, daß daS durch den Krieg hervorgernfene w,rrschastliche Unglück allgemein «si. Deshalb sei es in bet Ordnung, daß Deutschland» daS am Kriege Mulb sei, darunter leide. Weiter heißt eS: Di« bretMfcn Voraussagungen über bie zn'ünftige Berö'ke- wmg sind zweiielhaft, und wenn Deutschland von d-n lsierlusien spricht, die es nach dem Kriege an Bevölkr- ttkng erleiden wird, so vergißt es die viel beträchl- tzcheren Verluste, dir die Verbündete« infalg« seines engdfl« erlitten haben. UebrigenS beruht die Zahl der Verinste. b:e durch die Blockade verursacht sern fol- les, ous «infacheu Hypothesen. Außerdem litten bk brutschen Gebiete nie unter Plünderungen unb BesvÄstringen. Die tnlatten Quellen, dir ihm Wei- ben, vereint mit seiner Einfuhr, müssen für feine Wie- berLichcichtnng unb Entwicklung genügen. Die Her- -tbsrtzang bet militärischen Rüstungen wird dtefeWie- brr^srichiung erleichtern. Die Note schließt: In dem wizchenren Weltunglück ist der Anteil, den Deutsch- ftnch auf sich nehmen muß, an seiner Schuld und nicht et seinen Kräften zu messen. Die Rationen Europas eerbm lange an den beinahe zu schweren Lasten ju kennen haben, die ihnen durch den deutschen Angriff OLse-ksgt worden sind. ES ist gerecht» daß Deutsch- llti'b, das dieses Elend verursacht hat, eS im vollen llii'se<it|t feiner Mittel riebet gut macht. Seine 8ei- tfn habe.? nicht bett Ursprung in den Friedensveding- imgen, sondern in denjenigen» bie den Krieg hervor- tzerusen und verlängert Icaöen. Die Ucheber de» Krie- tzck tnftlen den gerechten Folgen nicht entgehe».
Mr Journal" wissen will, bat btt Bieverrat die jAorbärnng sollen lassen» daß Deutschland den Rück- i«nf bte SaarbeckenS in Gold bewerkstellige, falt» die fbach 16 Jahren stattftndende Abstimmung zugunften < Deutschlands anSfallen sollte. Die neue Fasstmg sieh' sbor, daß Deutschlaich da» RÜckkansSrecht nicht durch iBabluM in Metallgeld, sondern auch durch andere ^Bürgschaften geltend machen kann. Der Vierer- - «at machte diese Konzession besonder» im Hinblick au sZ. Umstand, daß daS Selbstbestimmung-recht der Be» sbilkrrung be» SaarbeckenS verletzt worden wäre, falls ,fk sich für Deutschland entscheiden würde, aber Deutsch- ■ BteS den Rückkauf in Gold nicht hätte vornehmen tön- ijrit und da- Saarbecken in diesem Falle ohne wei- ♦«♦rt» Frankreich zugefallen wäre, wie die» in der ^sprSngllchen Faslung festgesetzt war. — „Petit gibt »u, daß dies bie «rite Konzellion fei.
l Di« „Dbeebeffd»« 3ett*n<e erichetnt sechsmal »«cdentlich. — Dt-I
«* «Qf Memaoret» beträgt monatlich 1.88 X. frei w« -au» (»«* btt ▼•r|
Jlx 1-1 »bitt Bestellgtld). — Btrlag eo* Dt C. Hitzoroth. Markt 2VÄ —|