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mit dem KrtisblaL für den -Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) OSerheffen

Di«Oderftefs'iche Zeitung erscheint sechsmal mschentllch. Der

MS 4 Hl B «Zu- » vrei» beträgt monatlich 1.35 X. frei 'n« Hau« (durch Me Poft

JfZ <* ohne Bestellgtld). Berte» »->" Dr C. Httzerottz. Merkt 21/23.

Zerniprechee 55.

1919

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Zu« Vormarsch bereit.

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Marburg

Fnilig. 23 Mak

Unruh« bei den Zuruf:$>aben gehen?) Müller Deutschland (Minutenlanger

Der Unabhängig« Richard Müller erklärte: Präsident Fehrenbach hat erklärt, daß die Schuld am Kri ge die Entente tresse. Das ist nicht wahr! (Große

Bei der Kundgebung der Unabhängigen im Lust« garten erklärte Haase, daß der Friedensvertrag unter Protest unterschrieben werden müsse. Dir Welt- revolution sei unausbleiblich, und sie werde diese« Hetzen Papier vernichten. Die Unabhängigen tonnte« at'erdinis die Verantwortung für den Friede« nicht übernehmen, das sollten die tun, die ben Krieg entfessel und verlängert hätten. Auch in die Ne­gierung könnten die unabhängigen Führer setzt nicht e i n t r e t e n. Sie würden die Neg'erung übernehmen, aber erst dann, wenn das Proletariat sie ruft. Wei­tere Redner verlangten die Freilassung Ledebours und aller anderen politischen Gefangenen. Weiter verlangte man Auslösung der Freiwilligen-Truppen, einzelne orderten sogar stürmisch die Räterepublik.

wb. Amsterdam, 22. Mat. Wie derDail, Herold" aus Paris meldet, fchlug die Ankündigung des Rücktritts P a d e r e w f k t s auf der Frieden», kcnfe.cnz wie eine Bombe ein. Sie bedeutet, daß die polnische« Imperialisten, die von den West« möchten ermutigt werden, nicht die geringste Rei- gutfl haben, ihrem Schutzherrn zu gehorchen. Man frißt sich, was der Rat der Bier tun wird, wenn sich tre polnische« Imperialisten seinen Anord- nuigeu nicht fügen und ihre Angriffe gegen die Ukraine sottführen. Der Rat befindet sich in einem Dtle nmo, wenn et den Polen nachgibt, treibt er die Ukrainer in die Arme der Bolschewisten, zeigt er sich den Polen gegenüber unnachgiebig, macht er sich di« Polen zum Feind und damit seinBoll­werk" wirkungslos.

Reu« Verletzung«« de» Waffenstillstandes.

wb. B e r l t n, 22. Mai. Die Polen machten sich in den letzten Tagen erneut grober Berletzunge« des Waffenstillstandes schuldig. Sie setzten nord- westlich Kempen, diesseits der Demarkationslinie, zwei Feldscheunen in Brand und wurden in Merz, darf, nordwestlich Groß-Wartenberg beim Plüa« der« von unfern Patrouillen überrascht. Eben» fall» wurde das hinter unserer Demarkatiouslmta

V wb. Amsterdam, 22. Mai. Reuter meldet j«vs Köln, es sei kein Geheimnis, daß die Truppen ^der Verbündeten an allen Stellen zum sosorti- fie » Vor « « rs' bereitständen.

Rach einerTageblatt"-Meldung au» dem Haag berichtet Reuter aus London: Der englische Oberbefehlshaber Lord Robertson besuchte die «.k»m 'Ww amk WuMtttdi SA mit

Mehrheitsfozialisteu und Demokraten. Sie denn bie Hungerblockade ver- sortfahrend: Ich gehe noch weiter: allein hat die Schuld am Kriege! Lärm und Unruhe. Zurufe:Eine

Die Ententevorsrbrist an die Neutrale«, den Han­delsverkehr mit Deutschland sofott abzubrechen, fall» Deutschland den Versailler Vertrag nicht unter­schreibt und zwar unter Androhung der Blockade eines etwa widerspenstigen neutrale« Staate-, ist auch her der schwedischen Regierung auS Paris zugeganqen. Dis heute hat diese zu diesem neueste« Parller Sllaverei- edikt, wie es in derVoss. Ztg." heißt, noch nicht Stellung genommen.

Italienische Minifterkrife.

wb. Bern, 22. Mai. Hebet das Ergebnis des gestrigen italienischen Ministerrates verlautet nichts. Man beriet sechs Stunden lang. In den Blättern fehlt m nicht oa wSteüicüiAw VenbernnneL. dteSL mtt dem

Vit SMttüier Mrilmslr

lir MlttzMviiW.

wb. Berli», 22. Mai. Zum ersten Male seit dem Bekamttwe.'den der F'.iedensbedingungea tagte am 21. Mai die Vollversammlung der Großberliner Arbeiter- und Soldaten.äte, Als erster Punkt stand die F Lebensfrage auf der Tagesordnung. Nach stellenweise sehr erregter Aussprache wurde ein An­trag der Unabhängigen angenommen, der die Unterzeichnung des Friedensvertrages for­dert. Die Haltung der Regierung wird darin aufs schärfste verurteilt. Die Erklärung schließt mit einem Appell an das Proletariat der Verbündeten.

Verbleib n des Kabinett» beschäftigen. Die führenden Blätter find der Anficht, daß eine Minifterkrise jetzt n cht wünschenswert wäre, da sie eine weiten Zurück etzung Italiens bei den Pariser Verhandlungen zur Folge haben würde.

Di« Ausschließung der deutsche« Misfione«.

wb. Ber-l in, 22. Mai. In einem Aufrui, den der Missionsdirektor Arenselb au d'e Freunde Got­tes in.den feindlichen mtb neutralen Ländern richtet, wird darauf hingewiesen, daß die deutschen Missionen letzt über den Friedensschluß hinaus aus dem britischen Kolonialreich, wo sie 600009 protestantische Christen in b'ü' ei den Gemeinden g sammelt hatten, ausgeschlos- en seien und daß sie selbst aus den deutschen Kolo­nien mit ihren 180 000 protestantischen und 220 000 römisch-katholischen Christen, verdrängt werden sollen. Der gleiche Plan scheint bezüglich des nahen Orients ia soggr des Heiligen Landes, zu bestehen. Soeben wurden an-b in China deutsche M''s anare deportiert.

Der Bischof von Fulda Josef Damian Schmitt und der Vors'tzende der Supenorm her deutschen Orden und Konsirkgationen Theovh'lns Wivel wenden s'ch au die Kaibol'ten der vt"bündeten und neuira'en Län­der. an die Bischöfe, Priester und Laien gegen den Ltnsfchlüf: der deutschen Missionare aus den grölen und wichtigsten MissionslÄtdent. D'es bedeute einen stagräiten Eingriff in die Freiheit der Kirche -und ihres Apostolates. -Die Missionare der deutschen Orden erzogen schon vor dem Kriege die Eingeborenen treu ihrer Amtspflicht zum Gehorsam gegen dte Obriako'« und worden nach Friedensschluss erst recht der Welt »eigen, daß sie keine politische« Agitatoren find, sondern einzig das Heil der Seelen im Auge babon. Wir bitten die einflußreichen Kathol'ken der al ii'r'en und neutralen Länder einmütig dochr oinzutreten, daß dir deutschen Missionen vor Lent Untergang-» bem ähr' bleibcn und bi< Freiheit der Missionen, ähnlich w'e früher in ber Kangoakto, jetzt im Vertrage dos Völker- bu'ch-s festgelegt und von allen Mächten verbürgt

Ein Protest von Marineangehötigen.

tob. Kiel, 22. Mai. Heull vormittag fand aus de-n alten Erorzierplatz in Kiel eine machtvolle Kund­gebung der Marine gegen ben anoesonueuen GewaU- und Raubsriedon statt, wozu Offizrere, Deckosfizwre, Unteresfiztero und Mamischasten der Garui'onen Kiel und Friedrichsott sich zu Tmr,enden versammelten. Nachdem mehrere Redner die Friedonsbedingungen für unannehmbar erklärt und die Notwendigkeit g schlosse nor Unterstützung der Regierung betont hatten, mcchnto Statiouschös Kontreadmiral Meurer in eindr>ng lieber Ansprache zur Einigkeit, an der allein die feind­liche Raub und Rachsucht zuschanden worden könne. Er verlas schließlich eine an den Chef der Admiralität und den Reichswehrminister gerichtete Entschließung die einstimmig angenommen wurde und in der die Marineanoehörigen aller Dienstgrade und Truppen­teile erklären, ati deutsche Staatsbürger eins mit der Neichsreg'.eruug zu sein, und daß der uns zugrmutete Gewaltfriede unannehmbar ist.

Schande! Cie find kein Deutscher!") Auch das neutrale Ausland erklärt, daß Deutschland Schuld am Krieg hat. (Troße Unruh« und Zuruf«:Schwind l! Be­weisen Sie e» doch!" Zuruf bet ben Demokraten:Es ist eine Schande, Deutschland so zu begeifern!")

Kaliski (Mehrh.-Soz.) erfinde: Wenn wir keine Mildening erreichen können, so müssen wir unter­schreiben. E» wäre Unsinn, einem Volke zuzu- muten, zu sterbe« und dasür Ehrengründe anznführen. Bei den wttterrn Ausführungen wird der Redner oft von dem Tob«« seiner Genossen unterbrochen. Der Kommunist Marx will sich auf da» internationale Proletariat verlasse«. Unter furchtbaren LärmauS- brücken und Toben der Galerien spricht dann Cohen- Reuß, der Vorsitzende deS Zentralrats . Er findet, daß das deutsche Schicksal so schwer ist, daß man eigentlich die Parteileidenschaften zurückstrllen müßte. Wenn hier einzelne Szenen aus Protestver- sammlungen angcfühtt würden, daß die Leute gesungen hab««: Ei« fest« Burg ist unser Gott, so müsse« wir doch wenigstens das als Ausdruck des tief- ßta ciamm-ra w foffter Not versteh««. Das muß doch

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\ Sie iralRtn SmmWsN.

Btett Zusammenkunft i« Spaa.

wb. Lee!in, 22. Mai. Ministerpräsident «4 ei bemann begab sich, begleitet von den tkeichsministern Dernburg und Erzberger gnd dem Dorsitzenden der Geschäftsstelle für die Ariedensverhandlungen, Graf Be r n st o r f f, ged) Spa«. Die deutsche Abordnung reist von Ver- ttilles ebenfalls nach Spaa. Dort findet am Frei- . leg die endgültige Redaktion der deutschen Gegenvorschläge statt. Die Zusammenkunft gmrde notwendig, weil der Verkehr zwischen Ber­sin und Versailles außerordentlich- erschwert war, andererseits aber die Reichsregierung fest ent- Hlossen ist, dem deutschen Volk so schnell wie mög- sich K i a r h e i t über die deutschen Gegenvorschläge »nd damit zugleich über die Fricdensaussichten zu tzebe». Der Reichskolopiaiminister Bell nimmt sdensalls o». bei Reise nach Spaa teil.

U» wd. BersailleL, 22. Mai. Die deutschen ßriedi.'NLmtterhändler. Reichsminister des Auswär- sigeu Graf Brockdorff-Rantzau, Reichs- fstizminister Eiosbkrts, Präsident der Prcu- schen Landesversammlung Oberbürgermeister e i n e r t. Professor Dr. Schücking und Dr.

Melchior, begeben sich heuje abend nach Spaa, Hin dort mit den Mitgliedern der Rrichs'egierunp Mc demnächst in der Friedensfrage abzugebende Erklärung zu besprechen und dxren eudgiltige Fas frng z» beschließen.

Weiterer Roteawechsel.

wb. Berfailles, 22. Mai. Von deutscher Seite wurden heute Herrn ClSmenceau zwei Noten, Ebergebe«, die erste über die Frage des deutschen jBriuaidymtimi» im Auslande, die zweite über tze- A'bLiterrecht, die letztere als Erwiderung auf He Pen gegnerischer Seite hierher gelangte Ant-.! »ottnste. Gleichzeitig sind zwei Noten Clämen- sesus etngegangcn, erstens die Antwort auf unsere Roke über die wirtschaftlichen Folgen des Entwurfs her Frledensverhandlungeir, zweitens die Antwort ftvf unsere Rote betr. den Völkerbund.

DerBost. Ztg." zufolge wiederholt die eine deutsche Rote das Verlange« nach der Versailler Arbeiterkonferenz und fordert zum Schluß, daß bei Heser neuen Konferenz die Führer aller Eewerk- Hasterr gehört werden. Die zweite Note bringt M«en neuen, gründlichen und umfangreichen Ein- Wruch gegen- die Bestimmungen des Friedens- «ertrages und über die Beschliisie der Bcschlag- Mhme des deutschen Privateigentums im Aus- iwbe vor. Zu» Schluß wird das Ende des Wirt- HastskrwMs auf, Grund von Gegenseitigkeiten im Ainne- des Böiterbundes gefordert.

Die Rote über bi« Fristverlängerung.

ti>&. Versailles, 22. Mai. Dem Vorsitzenden JG deutsche« Friedensaborbnung in Versailles, Gras -Drorkborfs-Ran-au, ging am 21. Mai folgende wei- ?«re Not« Wemencea'.rs zur

A- . Paris, 21.Mai 1919.

Herr Präsident! Ich habe die Ehre, Ihnen den Wmpsang Ihres Briefes vom 20. Mai zu bestätigen, «e hatten bk Güte, mich darauf hinzuweisen, die Nagen, über welche bi? deutsche Abordnung Bemerkun- jtz» vorzulegen wünsche, seien so verwickelt, daß die Denkschrifte« der deurschen Abordnung in der Ihnen du, 7. Mai gewährten sünfzehntägigen Fnst nicht fertig Vitt könnten. Sie fordern infolgedessen die Verlänge- fruug dieser Frist. In Erwiderung hierauf habe ich bir Eh«, Eurer Exzellenz mitzuteilen, daß die ver- M«dete« Regierungen einverstanden sind, die Frist bis -Evnnerstag, den 29. Mai zu Verlängern.

Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherung fftieirrer srlSgezeichneten Hochachtung.

(gez.) Elemeueeau.

wb. Versailles, 22. Mai.Statin er- ftärt, daß die Fristverlängerung um 8 Tage die fetzte Frist bedeute. Di« Verbündeten würden vier Ei» fünf Tage zur Prüfung der deutschen Eegen- Arrschläg« benötigen und dann eine sehr kurze Frist tzur endgiltigen Unterzeichnung des Fttedcns stel­len. Laut ,Matin könnte die Unterzeichnung etwa am 7. oder 8., lautEcho be Paris zwischen kern 10. a«b 15. Juni erfolgen. LautPetit Pa­risten wirb bis der deutschen Abordnung zu ge­währende letzte Frist nach Prüfung der deutschen Gegenvorschläge durch die Verbündeten 48 oder 72 Stunben betragen.

5m'rifWioe* Wen.

wb. Berlin, 22. Mai. Ein amerikanischer Fnnkspruch aus Lyon vom 20. Mo <xr

Friedenskonferenz erwachsen einige ywierig«

feiten durch die Polen. Paderswski verhandelte

drnlang mit Wilson und Oberst House, um Amerikas Zustimmung für den Krieg Polen» zu erlangen. Er wollte die Erlaubnis hceinen Feldzug gegen die Ukrainer führen zu Y" ' Er erklärte auch, daß ganz Pake« das Recht zu alte« ' wünsche, die AngelegenheiteTeschen mit bee schecho-Slowaken auszusechten. Die heimliche Hoffnung des polnischen Premierminister» schiea die zu fein, daß Deutschland sich der Ausführun« der Friedensbedingungen für den O^"n wider« e tz e n möge, was Polen die Mögl?^^ "übe. dem verstümmelten Preuße« den endgiltigen große« Schlag zu versetzen. Die Theorie der polnische« Führer ist einfach zu kämpfen und ben Krieg gegen irgend jemand zu gewinnen. Man achtet nicht viel darauf, gegen, wen man kämpfen will oder welche» die bchrndere Ursache zum Kriege ist. lo­derte den größten Druck auf Paderewski, uui <>it bewegen, in die Einstellung der Feindselig« ketten zu willige«. Paderewski war einversta 'be«, aber als man die Entscheidung in Polen bekannt gab, entstand in der Regierung sofort eine Krisi», die Paderewski veranlaßt«, seine Entlassung einzureichen. Es bestehen ernste- Zweifel, ob durch die Richtannahme seines Gesuches die Schwierig­keiten für den Premierminister ans der Welt ge« schafft sind. Polen glaubt heute die st ä r k st e Armer im Osten zu besitzen und betrachtet diese Armee als wichtigstes Instrument. Seine Führer erklären, daß die Hoffnung auf das Weiter« bestehen der Ration, die zwischen feindlichen Mäch­ten eingeschlosien ist, besteht, man müsse nur zeige«, daß man über eine genügend starke Militärmacht verfüge, um ben Platz in der Welt zu behaupten. Dieser amerikanische Funkspruch ist ein erneutet Beweis für die sogenannte und oft behauptete Friedferttgkeit und Aufrichtigkeit der Polen.

auch uns erfchüttern. (Stürmisches, langt archaltenbeg Gelächter. 3urufe: Sie haben bloß Verständnis fti die Kapitalisten.) Rein, nein, diese Stute sind auch nicht alle Kapitalisten. Die Leute baden doch et« Recht, sich so zu äußern, wie sie fühlen. (Erneuter Lärm. Man ruft Cohen zu: Gewaltsstrolch, Noskehelb und dergleichen.) Machen Sie mir doch nicht immer diese dummen Borwürse. Cohen versucht verg-bkich zu Worte zu kommen. A >f der Tribüne schrei: nun aus vollem Halst und '»oht mit Fäusten. Cohen er­kennt eine Schuld Deutschlands an, will sie aber nicht allein auf Deutschland HLuse«. Er tritt daun für big Unterzeichnung des Friedens ein, da wir andern­falls doch in vier Wochen jeden Vertrag unterschraibe« müßten.

dem belgischen Oberkommando. E» ist kein Ge- htimois/daß die rcibinrbeten Truppe« überall be­reit sind, be« Aufmarsch zu beginne», wenn dies nötig sein wirb.

Die ameritanische Adorbnung gegen die Friebeus- bebingungen.

WB. London, 22. Mai. (Reuter.) Die Daily Mail" meldet, daß neun Mitglieder der amerikanische« Friedensabordnung ihr Rück­te i t t s ge s u ch einreichten. Drei Ersuchen wurde entsprochen. *

wb. Amsterdam, 22. Mai. DieWest­minster Gazette meldet aus Paris, bei einige; Mitgliedern der amerikanischen Friedensabord­nung, die den Friedensvertrag staik mißbil­ligen, nehme der Widerstand dagegen ständig zu. Wahrscheinlich werden Persönlichkeiten, die zu den augenblicklichen amerikanischen Devollmä h- tigten in enger Beziehung stehen, gegen den Frie- densvettrag protestieren. Eine der bekanntesten Autori-äten erklärte, dieser Vertrag bedeute nicht den Frieden, sondern den Krieg. Diese Persön­lichkeit fügte hinzu, sie werde deshalb in Kürze ihr RUcktrittsgesuch einrcichcn. Unter,'der amerikani­schen Abordnung herrscht Enttäuschung dar­über, daß Wilson in seinen Punkten nachgcgeben habe.

Eine Kundgebung cuglischcr Arbeiterführer.

wb. L o n d o n , 21. Mai. Reuter meldete Eine' Anzahl hervorragender Arbeiterführer veröffent­lichten eine Kundgebung, die besagt, der Friedens­vertrag enthalte die Keime zu Konflikten und müsie deshalb so schnell als niöglich einer Revi­sion unterzogen werden.

DieVerhöhnung bet ir-ierno.ttouclc» Arbeiterschaft".

wb. Bern, 21. Mai. Der über 600000 Mit­glieder zählende allgemeine ArbeiterveWAnd Ita­liens nahm aus einem Sond-erkouoreß in Mailand einstimmig eine Tagesordnung an, in der ausdrück­lich erklärt wird, daß die italienischen Arbeiter­organisationen jede direkte oder indirekte Mit­schuld an der Antwort der verbündeten Regierun­gen an die deutschen Bevollmächtigten in Sachen der internationalen Gesetzgebung ablehnen. Die Tagesordnung schließt mit einem scharfe« P r o - test gegen die Verhöhnung der internatio- wrlen Arbeiterschaft durch die Pariser Konferenz, die sich sowohl über die Besch!üffe von Leeds im Jahre 1916 als über die vor Bern aus den Jahren 1917 und 1918 vollständig hinwegsetzt. Sie fordert die alsbaldige Eröffnung bet ersten Tagung der internationalen A beiterkonferenz und brandmarkt den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Ver- gemaltigungsversuch der Pariser Konferenz.

öelgtfd'e Kritik.

wb. Amsterdam, 28. Mai. Das Brüsseler BlattPeuple setz trotz bkstiaer Aus'älle gegen Dentfck- !and die Krink des Friedm-veurages fort. Es betont, baß es ungerecht fei» di« beutirben Führer mit dem dem'chen Volk zu verrocibkht, besonders setzt, wo er. wenn auch spät, den Mut zur Revolmwn nefitnbeu habe. Auch erfordere es das ebene Inter sie Belgiens, daß Devtfibland wirisckmsilich wieder auflebe. Es müsse für Licht gesorgt werden. Zu diesem Zw de müßten rückt nur die vemscken. 'andern auck die Getzeim- ve'träge der Verbündeten veröffenttickt werden. Da« dem Saarbeckc» zugedachte Schick al sei eine verschleierte Annexion.

Di« Anfrage a« die Schwei».

wb. Bern, 21. Mai. Di« Schweizerisch? Depeschen- agentur teilt amtlich mit: Die Vertreter von Frank­reich,, Croßbritannien. Italien und ben Bereinigten Staaten haben bem politischen Departement eine Not« zugehen lassen, in ber gefragt wirb, ob, falls bie ver­bündeten Regierungen burch bte Umstände gezwungen werben sollen, weitere Maßnahmen zu ergreifen, bie schweizerische Regierung sich verpflichten würbe, febe Ausfrll wie ben Transit von Waren an» ihrem Ge­biet obei durch ihr Gbtiet nach ober von Deutschlanb zu verbieten, e» sei benn. baß bie orbünbeten Regierungen ihr« Zustimmung bazu «rteilen. Der Bunb'srat hat bie Angeleg nheit bem Departement für auswärtige Ange­legenheiten zur Prüfung überwlefen