Einzelbild herunterladen
 

mit dem Krcisblat! für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberheffen

DieObetbeffifAe Zeitung" ericheint sechsmal wöchentlich. Te* Bezugsvrei» beträgt monatlich 1.85 X. frei m« Haut (durch die Veit ohne Bestellgeld). Verlag »an Dr C. Hltzereth. Markt 21/2». Yrrnsprecher 55.

Marbnrq

Frrilaq. 16 Mal

Der An;«iqenprei« betriitt fär die NgB» Zeile 25 4 u «Ci*. tfvm:nu<<uf<fL 85 , amtl. w. eueroärt. 83 4 n. 50e/et«umi«»#iui*L 45 >,R,k!,»e»ei!e' '.SDX. Zeder Rabatt gilt! Serrebctt Bet Heet. k »i» 0ie,chZtt»ll «. ver- «intfl. 6. Ingeb. » 4. Sondergebllhr. - PeMche«: Xr. 5CH a*t Aron«.«.»

54. Iadrg,

19i9 -

Abkommens über das inter-

5. T;cr Entwurf des eoticTtofr Arbeikerrccht,

-er VorauSschuug der Zu- Behörden der vertretenden

bou Reformen, auf die die Arbeiterklasse mehr denn jt ein brecht hat nach der harten Prüfung, die der WM mWre-tS Ser testen fünf Jahre auferlegt toor den ij(. ;

Die Bemerkung tzlemenceaus, daß nut der deutsche »Militarismus" ett Industrie die Last der Rüstungen bufcrtegt hat, ist -eine schmähende Ueberhebung, die Berechtigung entbehrt.

den die deutsche R*g'.erun>- borLereitcl hat, iveist eine Lücke auf: er enthält keine Bestunrnuiig, die eine Vertretung der Arbeiter auf de rnteruationalen Konferenz vorsieht, die er in seinen- Artikel 7 vorschlägt. Die verbündeten Regierungen sind der Meinung, daß ihre Entsche'dungen der Sorge Rechnung tragen, die die deutsche Abordnung Hinsicht sich der sozialen Gerechtigkeit äußert und daß diest kntscheidungen die Gewähr sind für die Verwirklichung

»b. Versailles, 18. Mai. Di« Pariser Iress« meldet, daß die letzten drei Noten de,in Gegenvorschlägen unerschöpflich scheinende» Grafen Hrockdorfs" den zuständigen Ausschüssen zur Ab Kstung de» Antwort überwiesen wurden. Der «ortlaut der Noten wird nicht veröffentlicht, «Alder» nur eine kurzgefaßte Inhaltsangabe.

tvb. Versailles, 15. Mai. Dal Blatt ,La Voliiique" meldet, daß der Kammerausschuß für Alls- *5ttifle Angelegenheiten beschloß, die Regierung dring- Ach

Zu ersuchen, ihm den Ariedensvertrag zur Prü- BNg sofort znzustellen.

wb. Paris, 15. Mat. (Havas.) Der Vierer- M beriet über die Wirtschaftsprobleme und prüfte We Vorschläge für die Maßnahmen im Falle einer ^ichtunterzeichnung durch die Deutschen.

fünf Außenminister hielten nachmittags eine Atzung ah. Die Gefangenen Rußlands men heimbefördert werden. Für die Auf- ^chterhaltung der Ordnung in den von den beut= Truppen geräunkten Gebieten des Ostens soll *^«nglische Marin« sorgen.

Der Werer-Rat hat dreizehn Unterausschüsse ^gesetzt. die ans je einen Mitglied für jede der uf Drotzmeichte bestchen und die deutschen

6iit Mirtnolt G'tmerttans.

Die Arbeitergesetzgebung.

wb. Berlin, 15. Mai. Der deutschen Frie- tzensabordnung in Versailles ist am 14. Mai eine von (r<cr..ft1re<nt unterzeichnete Antwortnote übergeben worden, in der es heißt:

Here Präsident l Ich habe die Ehre Ihnen den Empfang Ihres Briefes vom 10. Mai zu bestätigen, der sich ans die nationale Arbeitergesetzgebung bqieht, sowie Ihres Entwurfes des Abkommens über internationales Arbeiterrecht. Die Antwort der ver­bündeten Regierungen 'lautet wie folgt:

1. Sie nchmen Kenntnis von der Erklärung der brutschen Delegierten, daß der innere Friede und her Fortschritt der Menschheit von der Lösung der Arbeiterfragen abhängt. Sie sind überzeugt, daß in Zukunft solche Lösungen leichter erreicht tverden, wenn baS Gemüt des Menschen von dem Druck und der Angst vor einem Kriege, und wenn die Industrie von de» Last der Rüstungen befreit sein wird, btt der deutsche Militarismus ihr auserlegte. Der £eül3 des Entwurfes der Friedensbedingungen sieht die Mittel vor, durch die Lösungen erreicht werden können. Der zweite Abschnitt des gleichen Teile" setzf die Grundsätze auseinander, die sortschre^end bte internationale Arbeiterorganisation und den'- Itrbitnb leiten werden. Artikel 427 - legt klar Zeug­nis darüber ab, daß die Aufzählung der vorgesck/age- nnt Grundsätze nicht abgeschlossen ist. Zweck der ge- M) offenen Organisation ist die ständige Entwicklung der virraotiona'en Arbeiterordnung.

2. Das Arbeiterabkommen ist in den Friedens- t rfrag ausgenommen. Deutschland wird also anfoe- !ordert, es zu unterzeichnen. In Zukunft wird Ihrem iande das Recht, an den internationalen Arbeiter- organtsatinnen teilzunehmen, sicher znst-hen, sobald es gemäß Art. I des Vertrages in den Völkerbund aus- tzeimmnren stin wird.

8. Es ist nicht für nötig erachtet worden, ^ne Arbeiterkonferenz nach Versailles einzubernfen. <$v* Beschlüsse der Gewerllckaftskonft'enz in Bent, die in Ihrem Entwurf des Abkommens über interna'iona^e Arbeiterrecht enthalten sind, und auf die sich § 1 Ihres Brieses vom 10. Mai bezieht, sind bereits mi< der ^rgsältigsten Ausmerksamkeit geprüft worben. Tie Letireler der Gewerkschaften sind an der Ansarbei hing der Artikel der Friedensbcdinauugen beteiligt, die aus bk Arbeiter Bezug haben. Wie aus dem An­hang zu , zweiten Abschnitt des Teiles 13 Seite 200 hervorgehl, umfaßt das Programm der ersten Sitzuno der internationalen Arbeiterkonferenz, die im näch­sten Oktober in Washington tagen soll, die wichtigsten Fragen, die auf der Gewerlschastskonserenz in Vern verhandelt wurden. Die Gewerkschaften werden aus- tzefordert, an der Konferenz in Washington teilzu- vchnic-ii. Sie wird nach bestimmten Gesehen abge-

i .. rn werden, die eine Fortsetzung ihr-r Beschlüsse ror- * i schell, jedoch L.....mag der a:::

Lauder.

Einwände gegen den Friedensvertrag beraten sollen.

wb. Paris, 15. Mai. (Jjanas.) Marschall Fach ist am Donnerstag nach dem Hauptquartier der Rheinfront abgereist, um die sofortige Durch­führung der Zwangsmaßnahmen vorzu­bereiten, die im Falle der Richtuvterzeich"ung des Friedensvertrages durch Deutschland angewendet werden sollen.

wb. Paris, 15. Mai. lReuterF Der Oberste Rat gibt bekannt, daß Maßregeln getroffen wur­den, um die Blockade gegen Deutschland sofort aufzuheben, sobald Deutschland den Friedensvertrag formell angenommen haben wird.

wb. Pari», 15. Mat. Da»Petit Journal gibt ein Telegramm des Parts, e Kort fpondenten der ,Times au» Washington wieder, nach dem Wilson gegenwärtig annrikanüche Fachleute für internationales und konstitutionelles Recht üb r bfe Neuformulierung eines Schriftstückes zu Rate zi he. in b:m Frankreich m Falle eines deutschen Angriffes Hilfe zugelagt wird. Wie die gleiche Zeitung meldet, würde Frankreich l in rseits nickt gezwungen fein, den anderen Unter­zeichnern des Abkommens Hilfe zu leisten.

Truppen der Verbündeten nach Schleswig.

wb. Paris, 15. Mai. Der Rat der Außen­minister verhandelte über die Aufrechterhaltung der Ordnung in Schleswig während der Polksab- stimmungcn Mehrere Sachverständige bereiteten einen Plan zur Entsendung einer gemischten fran= -ösisch - enali'ch - T-"ppe, sowie

einiger Kriegsschiffe nach Flensburg vor. Es wurde auch vorgeschlagen, drei bis vier Bataillone Infanterie im Lande zu halten.

Polen »erlangt deutsche Handelsschiffe.

wb. Paris, 15. Mai. Polen verlangt von dem Rat der Minister des Aeußeren, daß die deut­schen Kriegsschiffe verkauft werden sollen. Polen verlangt auch einen Teil der deutschen Handels­flotte.

Deutschland und Dentsch-Ocsterreich.

zv. Versailles» 15. Mai. Die Stimmungs­mache gegen Deutschland wird in der französischen Presse fortgesetzt und sicher nach ausgegebener Order weiter verfolgt. So behaupten die meisten Blätter immer wieder, Gras Brockbotsf-Ranl-au habe von der französischen Regierung verlangt, mit der österreichi­schen Abordnung in Verbindung treten zu dürfen, was in keiner Weise den Tatsachen entspricht. Die deutsche Abordnung hat nicht nötig, in. irgend einer Form Stel­lung zu den Verhandlungen mit Oesterreich zu neh­men, da die deutsche Reg'erung wiederholt in feierlicher Form erklärt hat, wie sie zu dem Problem Deutsch- Oesterreich stehe und daß sie das Selbstbcstimmungs- recht der Völker in dem Programm Wilsons anerkennt. Es wäre also höchst überflüssig, eine Verbindung mit dem Staatskanzler Renner zu suchen. Der Frie­densentwurf, der den Oest-rreichern überreicht wird, soll fast ebenso umfangreich fein wie der deutsche. Man nimmt aber an, daß die Unterzeichnung vor Unterzeichnung des deutschen Vertrages erfolgt.

Der Ueberreichung deS Friedensentwurfes an Oesterreich werden beiwohnen die Vertreter von Ser­bien, Montenegro, Frankreich, England, Japan, Bel- gien, Italien, Rumänien, Amerika und der Republik San Marino. Die Ueberreichung deS Entwurfes dürfte kaum vor Mitte nächster Woche erfolgen.

Die vernichtenden wirtschaftlichen Bedingungen.

wb. Bern, 15. Mai. In einer Auseinander­setzung über die wirtschaftlichen Bedingungen des Friedensvertrages weist dasJournal de Genaue" darauf hin, daß das deutsche Nationalvermögen nicht mehr als 400 Milliarden betrage und daß man feine Realisierung nur durch Vernichtung der fiedenzig Millionen Deutsche erreichen könne. Gut unterrichtete Kenner der finanziellen Lage Deutschlands weisen darauf hin, daß man nicht glauben dürfe, mehr al, 100 Milliarden von Deutschland zu erhalten. Diele halten die Aus­bringung selbst dieser Summe für sehr proble­matisch. Die fast vollständige Beschlagnahme der deutschen Flotte, eines großen Teils der Maschinen und Rohstoffe beeinträchtige die Zahlungsfähigkeit Deutschlands in erheblicher Weife. Aus diesem Grunde urteilten viele Leute, die an sich von der Notwendigkeit der Entschädigung durch Deutschland überzeugt seien, daß der Friedensvertrag zwar nicht zu hart, aber ungeschickt sei, weil er nicht die gebührende Rücksicht auf die notwendige wirtschaft­liche Zusammenarbeit im neuen Europa nähme, indem man Deutschland unter der Form wirtschaft­licher Wiedergutmachung des größten Teiles feiner Produktionsmittel beraube und zu gleicher Zeit außerordentliche Zahlungen von ihm verlange. Das hieße nichts anderes, als die Henne, die die goldenen Eier legt, töten. Das Blatt meint, es werde große Mühe kosten, die von Brockdorff- Nantzau in feiner letzten Note gemacht« Eimsände üi alle, Einzelheit« zu widerlege«.

Sie Muw 6er Melitsreoiernng.

Die Wirkungen der Unterzeichnung und der Nichtunterzeichunng.

wb. Berlin, 15. Mai. Wie dieDeutsche Allg. Zig." von zuständiger Seite hört, betonte Reichsminister Preuß gestern noch einmal, daß die Reichsregierung den Friedensvertrag in der vorliegenden Form unter keinen Umstän­den unterzeichnen werde. Dr. Prcuß rechnet im Falle des Scheiterns der Fricdensve.Handlun­gen mit einer Verschärfung der Hungerblockade und damit auch mit dem Wiedereintreten größerer Un­ruhen. Werde aber der Bettrag in der vorliegen den Fassung unterzeichnet, so würde ein n 0 ch 0 i e l größeres Chaos entstehen, da Millionen Deutscher infolge des Ruins von Industrie und Handel brotlos würden. Die Wirkungen im Falle der Unterzeichnung der Bedingungen würden also nicht anders sein als im Falle der Richt- Unterzeichnung. Die Unterzeichnung hätte aber den großen Nachteil, daß durch sie dem Deutschen Reiche die Hände gegenüber den Verbündeten ge» Kunden würden, während im anderen Falle Per- vftichtungen nicht übernommen würden. Die Hoffnung der Westmächte auf die Unabhängigen sei eine Seifenblase. Kämen di« Unabhängigen ans Ruder, so komme damit auch das Chaos und der Bolschewismus nach Deutschland. Damit sei den Verbündeten auch nicht gedient: denn einmal wür. den die Unruhen vor ihren Grenzen nicht Halt machen, und sodann würden sie von einem chaoti­schen Deutschland irgendwelche Kriegsentschädigun­gen nicht zu erwarten haben. Irn wohlverstan­denen Znteresie der Weltmacht liege es daher, daß die fetzige Regierung am Stüber bleibe. Sie werde aber nur bann die Geschäfte weiterführen, wenn die Westmächte zum Wilfonschen Programm zuriickkeh en und den Friedensvertrag so gestalten, daß er den deutschen Lebensbedingungen gerecht werde.

Vormittags tagte eine Kabinettssitzung, in der neben einigen laufenden Angelegenheiten insbesondere die territorialen Fragen des Frie- densvertrages btfchgefprochen wurden. Es wurde dabei auch mit Befriedigung festgestellt, daß die gewaltigen spontanen Kundgebungen gegen den Gemaltfrieden nickt in eine schmähende Kritik bei persönlichen Politik Wilsons ausgeattet find.

DieDeutsche Allg. Ztg." schreibt unter der Ueberschrift:Kein Umfall, keine Krise" u. Seit einigen Tagen erscheinen hier und da Ver- öffentlichungen, die in der Friedensfrage einen Um- fall der Regierungen vorgeben und auch allerhand Kombinationen über Gegensätze innerhalb des Ka­binetts daran fügen. Aaß diese Gerüchte halt­los sind, sollte eigentlich fedem von vornherein klar fein, der die bisherige Entwicklung der Frie- densverhandlungen im Auge behält. Die Beding» ungen, wie sie der Entwurf von Versailles enthält, sind für Deutschland unannehmbar. Aufgabe der Regierung und der Parteien ist es, zusammen, zustehen in dem Bemühen. Benderungen herbeizu­führen, die es gestatten würden, der Welt endlich den so drigend notwendigen Frieden zu geben. Die Grundlagen für die Verhandlungen sind und blei­ben diePunkteWilsons. Welchen Erfolg sie haben werden, ist noch nicht abzufehen. Das eine ist jedoch sicher, daß in der deutschen Oesfentlichkeit alles vermieden werden sollte, was die Geschlossen- heft der Regierung und des Volkes als irgendwie beeinträchtigt auch nut erscheinen lasten könnte.

e e

wb. Berkin. 15 Mal. Der Frieden», a u s f ch u ß bet Nationalv«*fammlung wirb am 17. Mai. nachmittags 5 Uhr. im Reichsfinanz- miniflerium tr. Berlin wleber zusammentreten.

tob. Samberg, 15. Mal. Aus den Kreisen der pfälzischen Abgeordneten erfahren mir, daß diese tret' znm Reiche stehen und alle Abttennungsbestrebungev ablehnen.

------

kmdÄNWN Md MW.

wb. Berlin, 15. Mai. Zn einer gewaltiger Kundgebung gegen den Gewalt- und Rachefrieden ge­staltete sich eine Massenprotestverfammtung auf dem KönigSplatz vor dem Reichtagsgebäude, die vom Re'chs- verband der Grenzmarkenfchutzvereine einberufen war Eine ungeheure Menschenmenge besetzte den freier KönigSplatz, darunter Fahnen. Musikkapellen und Ta­feln mit Inschriften tote:Rur ein wahrer Völker­bund. fein Raub der Grenzmarken, Selbstbestimmung der Völker, nur die 14 Punkte!" Sämtliche Kirchen- alockeu Berlins leiteten die Feier ein, die mit dem Niederländischen Dankgebct begann. Zahlreiche Red­ner, vor tiLaa Vertreter aller bedrohten Landcstei'.e hielt« Ansprüchen gegen den ÄewaUfrieden, den Raub

deutscher Gebiete »uv die Vergewaltigung des Et'-btl» bestimmuugSrechts. Am Schlüsse wurde ein treu» gelübde verlesen, das die schwere Enttäuschung anse» ree Erwartungen auf einen Rechlssrirden ansdrückt, ittt unsere bedrohten Landsleute das zuaesicherte Recht der Selbstbestimmung forbert und gelobt, in Deutsch- tandS Schicksalsftnnde mit Gut und Blut einzu- stehen, baß deutsch bleibt, waS deutsch ist. Tau­sende von Hände« streckten sich empor, um diese« Schwur zu bekräftigen. Ein brausendes Heck aus baS deutsche Volk und Vaterland traten das Echo einet Protest-Entschließung. Abordnungen der einzelnen Grenzschtckrer-tne begab'n sich znm Reichspräsidenten Ebett und Minisiervtäsident Scheidemann vor b« Reichskanzlei. Namens bet Bevölkerung der bedroh­ten Gebiete sprach Geheimrat v. Titln der Re-.chS- regierung das Vertrauen ans und gelobte unverbrüch­liche Treue.d;ctbernenn antwortete: (seien Sie überzeugt, die bedrohten Gebiete dürsen und müsien in uns die berusensten Vertreter ihrer nationalen Rechte sehen und können sich im Kampfe um diese unbedingt auf uns verlassen. Die Reichsregierung hat sich in den trpten acht Tagen in unaufhörliche« Beratungen mit Grgenvorfchlägen beschäftigt, bte unsere Antwort darstellen sollen. Diese Gegenvorschläge stel­len sich ohne Einschränkung ans den Boden bet Wilfonschen Grundsätze, also auf den RechtSboden. den mir uni von niemand entliehen lasten dürfen; fte losten uns die Verhandlungen bringen. H* toft brauchen und auf die mir Anfvrnch baben gemäß bet Note Wilsons vom 9. November. Handeln und Bev- handeln. da- ist das Gebot bet Stunde.

Im Laufe des späte« Nachntittags versammele« sich vor der Reichskanzlei immer wieder neue genmtti« Masten. Als die Menge auf diel« Tausend« angewaty- sen war nnd immer lebhaftere Ruse den Ministerpräsi­denten vettangten, trat Scheidemann an das Fenke» und hielt eine Aasprache. Et sagt« 1. Was biete» Gewallfrieden fit bas deutsche Volk bebettien ritbc, wenn er Gesetz wirb«, berat eg in dieser Stunde ibee» bannt kein Mensch in allen feinen ftenfeouenjen z» übersehen. Man würde uns Lasten euibCrten. btt zu übernehmen kein Volk der (trbe imstande ist. Dem­gegenüber webte« wir «ns. Sie dürsen über­zeugt fein, daß die Männer, die in bet Regierung fitzen, sich ihrer Vfttcht dell bewußt sind, baß rot» entschlossen sind auszuhalten bis zum letzten Atem­zuge. Bit können als ehrliche Männer nur eine» Frieden annehmen, von dem wir überzeugt sind, bah mir sein« Brdingunaen auch e r s Ü l l e n können. Uniert Unterhändler in Versailles werden um ko bester ar­beiten, je mehr fte Überzeugt sein dürfen, daß bei ganze deutsche Voll gekchlosten hinter ihnen kehr. Ich bitte5te, bleiben Sie bei der Stang«, steh« Sie treu zu uns. tun Sie ihre Schuldigkeit, wie ich Ihnen verspreche, das unsrige zu tun. Ich bitte Sie, einzustimmen in bas Hoch auf unser ungllickUckes, aber so schönes geliebtes Vaterland, dem wir eint glücklickwre Zukunft schaffen wollen: ES lebe Deutsch­land! Die versammelten Taufende stimmten begeistert in den Ruf ein.

wb. H a m b « r g, 15. Mal. Nach den gesttige« Kundgebungen -vg eine Menge zum Hotel Atlantic, wo bi« amerikanische Kommission Ihr Quartier hat« Redner der Deu^chen Volkspartei und der Demo­kraten erhoben nochmals Protest gegen den beab­sichtigten Mord am deutschen Volk«. Di« Tt* metscher bet Gesandtschaft übernahmen die Utbet» Mittelung bet Forderungen an bie Amerikaner« Abends 7 Uhr zerstreute sich bi« Meng«.

wb. Oldenburg, 15. Mai. Gegen den dro« benden Gewaltsrieden veranstalteten hier sämtliche Par­teien eine große Kundgebung, worin einstimtnig die Friedcnsnorlage abgeiehnt wurde.

tob. Bamberg, 15. Mai. Zu einer mächtige« Kundgebung des bayerisckten BolleS gegen den Gemalt* und Schmgchstieden versammelte sich heute vormittag im Kaijetsaal der Residenz zu Bamberg der bayerische Landtag. Bon der Regierung hatten sich bi« in Bam­berg weilenden Minister cingesundm. Ministerpräsi­dent H 0 j s m a n u wandte sich in einer Siebt von ein­dringlicher Kraft gegen den Schmachfrieden. Er schloß mit folgenden, tmt lebhaftem Beifall cvlnenommeneu Worten:Wie ein Mann steht das bayerische Boll zu« Deutschen Reich. ES lcÜnt jeden Gedanken eines bayerischen Sonderfriedens ab. Wir Bayern leben mit unseren deutschen Brüdern oder gehen unter mit ihnen. Heute in der schwer­sten Stunde unseres Volkes schwöre» wir Treue de« Reich. Treue unseren deutschen Brüdern. Ein Lumv, der jetzt sein Volk und Vaterland verläßt! Die Enient« und die Welt sollen hören: Wit wollen sein ein einig Volk von Brüdern, keine Rot und trenne und Geiaht!* Hierauf wurde einstimmig, auch von den Unathängi- gen, eine Entschließung angenommen, in der eS beißt: Der bayerische Landtag ist einig mit dem ganze« deutschen Volk in bet unbedingten Ablehnn n g bet Friedensbedingungen, die in der jetz'gen Form de» wirtschaftlichen und politischen Tod Deutschlands be­deuten. Die bayerisch« Volksvertretung wendet sich ins­besondere mit Entrüstung gegen die Abtrennung kern­deutscher Gebietsteile im Osten und Seiten. All» Versuche unserer Feinde, Bayern durch Gewalt obe» List vom Reich loszureißei^ müssen an bet nneo- schütter!ichen treuen deutschen Gesinnung bc4 bauen« 8en Volkes zu schänden werden. Ju btt uächtte« oche wird der Landtag ix feine cigcnlluhw Ct*

raümgea cintret«. .... . uu.-i