mit dem Krcisblati für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen
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Marburg
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54. Iahrg.
1919
Bit drei Wen Mn.
Di« tret Noten, die Graf Brockdorff-Rantzau. Nie bereits kurz gemeldet, an Cldnenceau als Prä- D>ent«n der Friedenskonferenz gerichtet hat, betref- ■tat die Wirkungen des Friedensvertrags auf das tzeutfche Bevölkerungsproblem, die Wiehe rautmachung und Schuldfrage und .tzje Le b i e t sa bt r e tu n gen. die wir In ihren ^sentlichen Teilen wiedergeben:
8i«U Millionen Deutsche miHen auswandern oder verhungern.
Au der ersten Note heißt eS: Deutschland war im Laufe der ketz'en beiden Generationen vom Agrnrstaat iBna Industriestaat iibera-aangen. Als Agrar- ;laat konnte Deutschland 40 Millionen Menschen er- InShren, als Industriestaat war eS kn der Lage, die MnÄrung einer Bevölkerung von 67 Millionen sicher & stellen. Tie Einfuhr an Lebensmitteln betrug
Jahre 1913 rund 12 Millionen Tonnen. Bor dem Kriege lebten in Deutschland von dem auswärtigen handel und der Schikkahrt — entweder direkt oder iMrekt durch die Verarbeitung auswärt'ger Roh- gofft — rund 15 Millionen Menschen. Nach den «siimnmngen des Friedensvertrages soll Deutschland 'fttite fftt den Neberseehandel taugliche Handelston- Bagt' und Schiffsneubanteu ausliesirn. Auch sollen ,Me Werften in den nächsten fünf Jahren in erster Linie für die verbündeten Negierungen bauen. Deutschland büßt ferner seine Kolonien ein. Bei Aus- ■ffintunfl der territorialen Bestimmungen des Friedensvertrages würden im Osten die wichtigsten Pro- ibnktionsgebiete für Getreide und Kartoffeln verloren gehen; das wäre gleichbedeutend mit einem KuSfafl von 21 Prozent der Gesamternte in diesen Lebensmitteln. Uederdies würde unsere landwirtschast- istche Produktion in ihrer, Intensität stark zurück- ßen. Einmal wäre die Zufuhr von bestimmten Roh- fe« für die deutsche Düngemittel-Industrie, wie Ubosvhaten, erschwert, sodann würde diese, wie jede andere Industrie, unter Kohlemnangel leiden, denn 'der Friedensvertrag sieht vor, daß wir fast ein D r i t- kel unserer Kohlenproduktion verlieren. Außerdem werden unS für die ersten zehn Jahre un° Leheure Lieferungen an Kohle an bestimmte verbündete Länder auferlegt. Weiter soll Deutschland nach dem Vertrage fast s/t seiner Eisener zproduk- ,tkon und mehr als V» seiner Produktion an Zink p Gunsten seiner Nachbarn abtreten. Nach dieser Einbuße an eigener Produktion, nach der wirtschaft- llchen Lahmlegung durch den Verlust der Kolonien, der Handelsflotte und der auswärtigen Besitztümer, vän Deutschland nicht mehr in der Lage, ge- «ngend Rohstoffe aus dem Auslande zu beziehen. Die deuische Industrie müßte daher in ihrem gewaltigen stinsangs erlöschen. Gleichzeitig würde der Bedarf an Lebensmitteleinsuhren erheblich steigen, wäh- Kitb die Möglichkeit, ihn zu befriedigen, außerordentlich stukrn wüßte. Deutschland wäre daher in kurzer ßeit o ußer st r. u d e, den vielen Millionen ans Schisf- vhu und Handel angewiesenen Menschen Arbeit und Erot zu gewähren. ' Diese Menschen müßten aus Deutschland auswandern; daS ist aber technisch ^möglich, zumal sich viele de.r wichtigsten Länder der gerade' gegen die deutsche Einwanderung sperre« würden. Außerdem würden Hunderttausend« aus- stewiesener Deutscher aus den Gebieten der mit Teutsch- wib Krieg führenden Staaten sowie aus den abzu- drikndrn deutschen Territorien und Kolonien nach dem kleibendc-t deutschen Gebiet einströmen. Werden & ^rtedensbedi-lZungen durchgeführt, so bedeutet das »mach, daß viele Millionen Menschen in Deutschland zugrunde gehen müssen. Kein noch so groß und langfristig angelegt, könnte iestm Massensterben Einhalt tun. Der Friede würde *k Deutschland ein Mehrfaches der Men-- icheuopfer fordern, die der 4>/.sährige Krieg ver- Hra«g fP/t Millionen sind im Felde gefallen, fast
Million sind Opfer der Blockade geworden). Wer ^en Friedeusvertrag unterzeichnet, spricht damit das ^desurteil über viele Millionen deut- sther Männer, Frauen und Kinder auS.
Wiedergutmachung und Schuldfrage.
Di« zweite Note besagt: Deutschland hat die ^krpflichiung zur Wiedergutmachung übernommen Grund der Note des Staatssekretärs Lansing 5. November 1918, unabhängig von der utage der S ch u l d am Kriege, Die deutsch« Dele« Mion vermag nicht anzuerkennen, daß aus einer schuld der früheren deutschen Regierung an der ^tstehung des Weltkrieges ein Recht oder An- Mruck bet verbündeten Mächte auf Entschädigung «rch Deutschland für die durch den Krieg erlitte- -**« Verluste abgeleitet werden könne. Die $cr« ^ter der verbündeten Staaten haben zu dem wie« T^holt erklärt, daß das deutsche Volk nicht für ” Fehler seiner Regierung verantwortlich ge- werden solle. Das deutsche Volk hat den ^kieg picht gewollt und würde einen Angriffskrieg jemals Unternommen haben. Im Bewußtsein des putschen Volkes ist dieser Krieg stets ein Ver« ^S«ngskrieg gewesen. Auch die Auf« Msung de« verbündeten Negierungen darüber, wer ~_8 klrhetzer des Krieges zu beschuldigen ist, wird den deutschen Delegierte» nicht geteilt. Sie
vermögen der früheren deutschen Regierung nicht die alleinige oder hauptsächliche Schuld an diesem Kriege zuzusprechen. In dem vorgelegten Entwurf eine» Friedensvertrages findet sich nicht», was jene Auffasiung tatsächlich begründet. Keinerlei Beweise werden für sie beigebracht. Die deutschen Delegierten bitten daher um Mitteilung des Berichts der von den verbündeten Regierungen eingesetzten Kommission zur Prüfung drr Verantwortlichkeit der Urheber des Krieges.
Die Gebietsabtretungen.
In der dritten Äote weist Graf Brockdorff-Rantzau auf die Friedensbedingungen hin. die nach Auffassung der deutschen Vertreter mit der Absicht der verbündeten Regierungen, nach WilsonS Grundsätzen zu verfahren, in Widersvruch stehen, besonders hin- sichtlich Abtretung verschiedener von deutscher Bevölkerung bewohnter Reichsteile, nämlich von Elsaß- Lothrinqen und Kehl, die später behandelt werden sollen, des SaargebietS, der Kreise Enven und Mal- medy sowie Prrußisch-Moresnet, Obersck'leÜ-n, deutscher Teile Mittelschlesiens. Rosens, W^stvrcußens »nd C{tprat6cn8. Allerdings könne auf einige dieser Bestimmungen der Grundsatz bet nationalen Selbstbestimmung geltend gemacht "werden, weil gewisse bisher von deutsche Seite beherrschte Bevölkerunos^reise. Z- B. die Polen, sich als Nichtdeutsche betrachten Aber es sei nich: einzufchen, mit welcher Vollmacht die feindliche« Regierungen dir dev?sck"s5-ifche Brenzfrage zum Gegenstand ter Ftvedensverhanolungen machten, denn d'- neutral? därusche Regierung wisse, daß die gegenwarüg- deutsche Regierung immer bereit ge- wese l ist, sich mit ihr zu vorn lind'gen, doch wolle die deutsche Regieravg tr-.-üdrm dem Umweg über die FrikdinLvxrhan^lun.gen nicht widersprechen; sie halte es aber fR- r " ’ ’’ ■ 1r f t ”, daß znr Sicherung finanziell« oder wirtschaftlicher Forderungen der Gegner unzweifelhaft j>_Lu t s che Berölletungen undGe- btete von der bisherigen Souveränität zu einer anderen übergeschachert würden, als ob sie bloß Gegenstände oder Steine eine? SpielSwären, obgleich die ganze Bevölkerung sch gegen eine solche Lostrennung von der alten Heimat wehre. Der Rückfall des Saargebietes an Deutschland nach 15 Jahren werde davon abhängig gemacht, daß die deutsche Regierung binnen kurzer Frist sämtliche Kohlenbergwerke des Gebiets der französischen Regierung mit Gold ab kaufe. Falls die Zahlung nicht gekittet werden könne, solle daS Land «ndgiltig an Frankreich fallen, selbst wenn die Bevölkerung sich einstimmig für Deutschland aus- spreche. Nach bett finanziellen und wirtschaftlichen Bedingungen des Vertrages könne Deutschland in 50 Jahren nicht über so viel Gold verfügen. Noch nie in neuerer Zeit dürfte eine zivilisierte Macht eine andere veranlaßt haben, ihre Angehörigen als ®e- genwert für eine Summe Goldes unter fremde Herrschaft zu bringen. Als Entschädigung für die Zerstörungen der nord französischen Bergwerke könne die Naturalentschädigung anders als durch eine Fremdherrschaft, nämlich durch Lieferung deutscher Kohle, nicht nur Saarkohle, sondern auch Ruhrkohle, die verkehrspolitisch und technisch sür die beschädigten Bezirke geeigneter seien, bewilligt werden. Da Deutschland bereit sei, die Schäden Belgiens in vollem Umsange gutzumachen, könne eS keinen Grund dafür erkennen, weshalb es Pr-ußifch-MoreSnet und die Kreise Eupen und Malmedy abtreten solle. Angesichts ihrer überwiegend deutschen Bevölkerung habe die Volksabstimmung dort nach den vereinbarten Friedensarundsätzen keine innere Berechtigung. Sir solle nach dem Friedensentwurf noch nicht einmal attsfchlaggebend sein, vielmehr würde eine Instanz, an der Deutschland in keiner Weise beteiligt fei, nach freiem Ermessen über die Zukunft der Gebiete bestimmen. Die Regelung in diesem Sinne Wäre ungerecht. Vom Osten des Reiches sott eine be- fonbert Note handeln.
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Berlin, 15. Mat. Dem Büro Europa-Preß wird au» Versailles gemeldet, daß die Friedensabordnung zwei weitere Note« ausarbeitete, die sämtliche Punkt« de» Friedensvertrage» berühre. Die nächste Note dürst« Elsaß-Lsthringen und dir östlichen Gebiete bctref'e .
Ctne Rote an Deutsch-Oesterreich.
wb. Parts, 13. Mai. (Havas.) Graf Brockdorff-Rantzau setzt« mit seinen fünf Mitarbeitern eine Not« an Deutsch-Oesterreir auf, die ein Kurier am Abend der deutsch-österreichischen Abordnung überbringen wird.
Die österreichisch« Abordnung.
wb. Versailles, 14. Mat. Dt« Ankunft der österreichischen Delegierten in 6t Germain ist auf heute abend festgesetzt Genau wie die deutsche Abordnung wird auch die österreichisch« mit her Außenwelt nicht verkehren dürfen. Ob und wann eine ungarische Abordnung eintrifft, scheint noch ganz ungewiß zu sein.
Strenge Blockade bei Richtuuterzeichuuug.
wb. P a r i s, 14. Mai. (Havas.) Der Oberste Wirtschaftsrat erörterte die Wirtschaftsmaßnahmen für den Fall, daß Deutschland den Dorfrieden nicht unterzeichnet Es ist die Wiederherstellung
einer strengen Blockade vorgesehen, über deren Inkrafttreten der Diererrat beschließen wird.
Wie ei» wirklicher Glö»en«a».Feicde» aus« gesehen hätte!
wb. Versailles, 13. Mai. H e r » < erklärt in der „Victotre", die Deutschen irrten sich, wenn sie glaubten, daß der ihnen angebotene Friede ein Eiämenceau-Friede und nicht ein Wilson-Friede sei. Ein Clämenceau-Friede würde ganz ander« aussehen. Zunächst hätte er das Bismarcksche Werk vollkommen zerstört und Deutschland von der preußischen Vorherrschaft befreit. Alle von Preußen 1866 ausgesogenen norddeutschen Staaten wären wieder aufgerichtet worden; die süddeutschen Staaten hätten ihre Freiheit innerhalb des Deutschen Bundes wieder er« Hilten mästen. Das ganze linke Rheinufer wäre zu einem neutralen Staat unter der Oberherrschaft Frankreichs gemacht werben. Frankreich hätte alle B i'ckei'.lörsi bes Rheins von Holland bis zur Schweiz auf ewige Zeit besetzt und hätte nach 15 Jahren eine Volksabstimmung auf dem linken Rheinufer vorgenommen. Ostpreußen wäre voll- komm.'l an Polen gefallen. Wirtschaftlich und finanziell hatte Clömenceau die volle Entschädigung und Erstattung sämtlicher Kriegskosten von Deutkchland gefordert und hatte als Bürgschaft für die Durchführung her Vertragsklauseln nicht nur das Saar decken, sondern das gesamte Ruhrgebiet besetzt. Dann hätten die Deutschen heulen können, daß man sie wirtschaftlich versklave. Daß di« Deutschen einen Tl<rmenceau-Frieden nicht haben, dafür müßten fie Wilson danken.
Die französische« Soziakiste« werde« sich «icht rühre«!
wb. Versailles, 14. Mai. Wie wenig von der Aktion der französischen Sozialisten er- wartet werden darf, um bestere Bedingungen durchzufetzen, zeigt sich in einem Aufsatz des „Jour- nal du Peuple", in dem Henri Fabre schreibi: Die französischen Bürger und Steuerzahler werden es nicht unangebracht finden, daß ein^Volk, welches die größte Krtegsverantwortung trägt, auch den größten Kriegstribut bezahlt. Ein Unglück ist es, daß Det'sichland nicht alles zahlen kann. Leider wird auch für uns etwas übrig bleiben. Jahre lang werden wir schaffen wüsten, um unsere Kriegsausgaben zu sanieren. Herv6 schätzt in der „Mctoire" die Zahl jener, die eine Aktion zugunsten Deutschlands möchten, nur als eine Handvoll Fanatiker. Ob Deutschland sich bolschewisiere oder nicht, in Frankreich werbe sich niemand rühren. Jeder Gedanke einer soziale« Revolution, auch nur eine» Revolntionsversuch» in Frankreich fei augenblicklich vollkommen ausgeschlossen.
Täuschung und Enttäuschung,
Am 18. Juni 1918 erklärte bet Führer btt Unabhängigen, Aböls Hoffmann, der nach dem No- veinberurnsturz zeitweilig Kntti-sminitter wurde, im Reichstage: „Ein demo'katisches Deutschland hatte in aller Welt Freunbe. Siegte bie Demokratie in Deutschland, hätte Deutschland auch einen Fri-den ohne Annexionen und Kontributionen, nicht einen solchen Frieden, wie Deutschland Rußland anfaezwnngen hat. Selbst wenn Elemeneeau den Krieg weitersübren wollte, würde ihn die Revolution der Arbeiter wegfegen, genau wie die Kriegshetzer in Enaland und Italien. Es würde bet Weg bet Demokratie weiter nichts herbei führen, als bk Berteibigunaskräfte in Deutschland stärken und uns mit der Welt wieder versöhnen."
Adolf Hossmann steht allerdings nicht allein mH diese«. Voraussagen. Die gesamte Sczialdemokrat', und z. T. auch die bürgerliche Linke vertraten bis zuletzt ähnliche Ansichten und begründeten damit die Notwendigkeit btt inneren Umwälzung in Deutschland. Man vergleiche mit dieser Stellungnahme nun die jetzige Lage. Die Demokratie — und war von den Radikalen so genannt wird — h a t gesiegt Aber der Frieden „ohne Annektionen und Kontnbiitionen" ist auSgeblieben und Clemencean noch immer am Ruder.
D.e seindttche Presse z« L^eidemaunS Rede.
wb. Berfaiile«, 14. Mat Zur Siede Scheide, manne, die von der qdamtnt Presse adaedrucki ift, liegen t« der heutigen d'orgeuvreste aulfallend wenige Kommentare vor. „Petit Jonrnat" ist von den heftigen Proteste« ScheidemannS «nd der Nationalv rfammtunp gcge« die FriedenSbedingungen nicht überrascht, denn jeder Verurteilte protestiert, wtn» bk Stunde der Sühne nabt. Dtutschiand müllt dit Folgtn stintS Vtrbrtchtn? tragt«. In völltgtt Verkennung btt Sachlage wiegt Schttdtman« sich anschtintnd Immtr noch in brr Hoff nuug, daß bttftr Vertrag das Schicksal des Vertrages von Lrest-Litowsk haben werde. Die Verbündtten wüide« geschlost« beweist«, daß Dtutschiand sich roitbtrum täuscht.
wb. Kotttrbam, 14. Mai. Wit der „Rituwt Rotttrdamscht Courant' au» London mtlbet, wird btt Siebe Echeibemauu» trott bat kouftrvatiocu «gUfche«
Plättern auf» schärfste verurteilt, findet jedoch ÄuIUu bei den liberalen uud sozialistischen Blättern wie „Daily f.twe* uud „Dail, Herold". Die „Daily News' schreibt: W« wollen eintu Ftitdtn, dtn dit Dtntschtu anntbmtn könnt«, olmt das Gefühl zu haben, daß fie einem Morde zum Opfer fallen. Aber rote die Sache ttegt, ift die Annahme be8 Fri-bensvertragts ebenso ver« bängniSvoll al» bte Ablehnung des Vertrage». Der „Daily Heralb" steht voran», daß statt Entschädigungen i« erhalten, mit« deutsche» (gebiet werbe besetzen müssen.
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wb. 9 erfellle», 14. Mai. In der PariserPreste tritt allmählich der Standpunkt hervor, daß mit der angriffetabigftt Punkt des Frtedtnsvcrtrazt» bte Wegnahme bet deutschen Kolonien ist.
zv. Pari», 14. Mai. (Havas.) Der Bunde?» kongteß der Eisenbahner nahm eine Tagesordnung an, in der alle in der Revolution begriffenen Nationen be» müßt werden, dit ihre fopalt Wtltbtfrtinng e kämpfe«. Dit Tagesordnung mißbilligt jede militärische oder dipto» matischt Aktion gegen jene Rationen »nd erklärt fich btt Aktion btr Rtgittung gtgtnüber abgtntlat.
wb. Zürich, 14. Mai. (Schweiz Dtv.-Aa.) In der heutigen Sitzung de» internationalen F r a u e uk o n» «refft • rourbt eint Entschließung angenommen, in der eG heißt: Dit finantitlltn und wittichnftlichtn ktdtn» gnngtn dt« EnkwurftS vtrdammtn eint Station von 100 Mlliontn Mtuschen im Herzen Europa» zur Bertten- dung, Btrzwttflung unb Verseuchung, was in Haß t.nb Zlnardnt ausarten müsse. Der international! Frauen» kongreß fordert daher die Verbündeten liegierungen auf, dit Btdiugungtn so zu verbessern, daß btr Frttdeu in Einklang gebracht wird mit dm von Wilson zu« erst anffltftcttten Grundsätzen.
Amsterdam, 13. Mai. Rach einer Erklärung hx kanadischen Unterhau», wird der König von England da» offiziell« End« de» Kriege, wahrscheinlich nicht vor dem 1. August ar.setzen können.
Italie« und die Fritden^edingungeu.
wb. Bern, 14. Mat. Der „Corriere della Sera" richtet in fast flehendem Ton« an Frankreich die Bitte, die italienjeindlichca Friedens» bedingungen nicht zu unterstützen, uud ersucht Clä« menceau, die pilgernd« überspannten Friedens» bedingungen aufzuheben. .Dieser Friede sei eine Höllenmaschine, die zu einer kiesigen Rata» strophe führen müsse. Es sei felbstverständlich, daß Italien nicht einem Frieden zujubeln könne, der di« Vorherrschaft Frankreichs in Europa bedeute.
Sowjet-Rußland lehnt ab?
wb. Pari», 14. Mai. (Havas.) Laut „Journal de Eenöve" soll Tschitscherin in einem F nk« sprach an Nansen, der die Verproviantierung Rußlands durch ble Westmächte vorgeschlagen hatte, die Bedingungen über die Einstellung der Feindseligkeiten ab gelehnt haben.
Rücktrittsabfichttn «ras Brockdorfi»?
Nach einer Meldung der Tel. Komp, ist im «kptnsatz zu Scheidemann und der Mehrheit der Rabinettemit» gliebtr Graf Brockdorss-Rantzau entschloßen, auf all« Fälle seinen Posten zu verlassen, wenn es nicht ge. lingt, btt territorialen Bedingungen des Friedensoer» träges erheblich zugunsten Deutschlands abzuänd rir. Augenblicklich wirb bie Frage, wer jein Nachfolger r er« ben wirb, bereits lebhaft erörtert. Wie es heißt, wird von verschiedenen Seiten erwogen, da» Portefeuille Herrn Erzberger zu übertragen. In links orientierten Kreisen ift bie Rede davon, daß der frühet« deutsche Gesandte in Warschau Graf Keßler möglicherweise als Nachfolger Graf Brockdorfs-Rantzaus in Frage kommt.
EtzSerger gegen die „Germania".
Die „Germania" hat in einer Besprechung bet Sch:ibemann-Reb« In ber Nationalversammlung bie staatsmännische Zweckmätzigkeit bet Rede anptzwti- feit unb gefragt, ob ber Ncbner sich auch wobt alle« Möglichkeiten bewußt war, bie seine Rebe im Gefolg« bahn könne. Minister Erzberger läßt nun bet Preße mittelkn, baß er bte barin vertretene Auslastung nicht flutgeheißen hob«. Er teil« vollkommen bie von Herrn Scheibcmann ausgesprochenen Anfichten.
Marfcha« Fach <m bte „Front".
Mainz, 13. Mat. Marsthall Fach traf heute abend in Mainz ein, wo er von General Mangin unb ben übrigen französischen Behörden empfangen wurde. Abends fand Fackelzug unb Feuerwerk statt. Marlchall Fach wirb zwei Tage hier bleiben unb Wiesbab-w besuchen unb bann «inen Ausflug in ben Taunus unternehmen. Von hier au» wirb «r sich tm Schiff nach Koblenz begeben. -
Mannhaft« brutsche Kaufleute.
Der „Timer" zufolge haben bie beutfchen Kaufleute in Neu-Euinea der australischen Schisfahrtsgefellschaft, bie bis jetzt ihre Transport« nach Eurova vermittelt^ mitgeteilt, daß sie sämtliche Vetträg« aufhebe». 6i< wollen künftighin ihren Handel mit dem fernem OfirX über Hamburg unb Rotterdam leiten, xnh P«ty japapisch« und hoüänbiicheu SchlfftS» .....