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mit dem Krelsblatt für den Kreis Marburg

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Tageszeitung für (das früher kurhefstfche) Oberhessen

1919

Fernfprecher 55.

Erstes Blatt

Bit WteilW BtiltmiMioams.

. Mai steht weiter unter dem Ein-

üohi 11

Marburg

Mittwoch, 14. Mal

wb. BersallleS, 18. Mai. Der Zehnerrat, wozu Tardieu als Vorsitzender des Territorial» I ausfchuffes hinzugezogen wurde, erörterte gestern 1 die Grenzen Deutsch-Oesterreichs und Ungarns, di« I unrerändert nach den Ausfchußbeschlüffen ange» normnen wurden. Dm»Journal" berichtet dazu, der tschecho-slowakische Staat werde Böhmen und l I Mähren sowie eine« guten Teil vom Lsterreichi« Ischen Schlesien und Teschen umfasien. Zwecks un» mittelbarer Verbindung mit Rumänien habe man

dieser Frage im Hintergrund stehen muffe. Italien hat an diesem Zwist kein unmittelbare» Interesse. Dahe« bleibt dafür nur England und Frankreich übttg. Da man König Georg nicht zumuten wird, da» forme!» Ersuchen um Auslieferung seine» Vetter» zu übe» nahmen, so erscheint Frankreich al» einzige Macht für diesen Schritt in Betracht zu kommen.

Wb London, 13. Mai.Daily Expreß' meldet: Dem früheren Deutschen Kaiser werde die Rückkehr nach Deutschland oder der Aufenthalt.in einem an Deutschland grenzeuLeu Lande nicht erlaubt werden. Wilson wücke für das Verfahren gegen den Kaiser nur unter Aufsicht des Völkerbundes eintreten.

(?;n Jahrhundert der Rache.

tob. Rotterdam, 13. Mai. Der Vertreter der .New Kork World", Brown, schreibt nach einer Mel­dung de» »Nienwe Rotterdamicken Courant", daß btr unveränderte Annahme des Friedensoertrage» eine Zu­kunft der Rache und der Verwüsiunq bedeuien würde. Die demokratischen Fübrer in den Vereinigten Staaten seien der Meinung, daß diesem Venraae ein Jahr- bnndert der Rache folgen würde. Das Recht der Selbstbestimmung, daS den kleineren Völkern gewährt werde, werd« dc» Besiegten vorenthalten.

(*tne deutsche Rote über die Koleuie«.

wb. Pari», 13. Mai. (Hava«.) Die Blätter melden, daß die deutsche Abordnung tm Laufe de» gestrigen «dendr eine neue Noie an Clemenceau ge» riebret habe. Laut .Echo de Paris" wendet sich die Roie de» Grafen Brock, orff gegen die Beschlüsse hin- sicktlick der Kolonien und reat an, die afrikanischen Kolon en rn internationalisieren.

Rack de« .Echo d« Paris" scheinen die Verbünde­ten entschloss-n zn sein, den Deutschen nach dem SS. "kai nur acht Tage Zeit für ihre Gesamteinwendnng ;n geben.

druck einer Mißstimmung. die das Bekanntwerden der Versailler Friedensbedingungen im Lande her- rorrust. Die Zuteilung Ostafrikas an England bedrohe die Zukunst des Kongostaates aufs schwerste. Daneben wird die Teutschenhetze fort­gesetzt. Die Krone des Ganzen bildete eine Stra- sienkundgebung der belgischen Vaterlandsparlei in Brüssel am 11. Mai. Sie gipfelte in zwei Adressen an den König und an die Ententegesandten, tnirbe aber durch Gegenkundgebungen gestört und scheint in Tätlichkeiten ausgeartet zu sein.

wb. Rotterdam, 13. Mai. Dem .tz°ele- graaf" zufolge meldet dieTimes" aus Lisiabon: Die gesamte portugiesische Presse bringt die Mel­dung, daß Alfonso Costa in Paris gegen den Vor­schlag Wilsons, die Forderung Portugals auf Ent­schädigung von 335 500 000 Pfund «Mt amuerkcn-

Kroatien und Krain, ferner die südserbischen Be. zirke von Ungarn. Das Schicksal des südliche« Teile» von Kärnten, Steiermark, der Gebiete um Klagenfurt und Marburg wird durch Volks« abstimmung entschieden. Somit ist Deutsch» OesterrLich auf einen Teil von Kärnten, Steier» mark» auf Ober- und Niederösterreich und Tirol be« schränkt. Wie derPetit Parisien" hinzusetzt, et- hält Italien Südtirol bis zum Brenne, Paß. Ungarn besteht nur noch aus der Donas» Ebene.

liebet die weiteren Bedingungen berichtet der Matin": Gemäß den im Vertrage mit Deutsch­land angewandten Grundsätzen werden die vor dem Kriege entstandenen Schulden proportional unter alle Staaten im Gebiete der früheren Habs­burgischen Monarchie geteilt, ebenso die Wie­dergutmachungen, wofür Oesterreich-Ungarn di» ^Verantwortung zu tragen haben würde. Di, österreichische Handelsflotte wird ein Te» der gemeinsamen Flotte feindlicher Schiff» bilden, die den Verbündeten den verlorene« Schiffsraum ersetzen soll. Italien hatte vergeblich gefordert, daß die in Triest beheimateten Schiff» nicht unter die Verbündeten verteilt, sondern al« zu Triest gehörig betrachtet würden. Durch Ver» teilung wird jedes Land etwa 45 Prozent von seinem verlorenen Schiffsraum bekommen, da» heißt, Italien wird etwa 380 000 Tonnen wieder.

RkMiilMW-md Bftntöhinos,ritte.

Bon zuständiger Stelle wird mitgeteilt:

Bei einer kurzen Durclfficht des uns vorgelegten Friedensvertrages zeigt sich, mit welcher Verblendung «nkre Gegner uns behandeln wollen, lediglich um das deutsche Volk zu dc m ii t i g e n.

Artikel 216 des Fri densvertrages legt uns die Pflicht auf, den Schädel eines in Deutsch-Ostasrika. re-storbenen und wahrscheinlich in irgendein Museum gelangten Häuptlings wieder an Ott und Stelle nach Ostafrika zurückzuLringen. Die Bedingungen dieser Expedition werden uns nach Wunsch der Verbündeten auferlegt werden. Nähere Angab n über diesen De. mütigungsversuch des deutschen Volkes gegenüber den Eingeborenen sind noch nicht festgelegt.

Die Bezahlung der Ents.hüd'gung für unsere Kriegsbeschädigte n und Kriegshinter­bliebene« darf erst dann statrsinde», wenn seder der Kriegsinvaliden, Krirrsb.'schcidigten und Kriegs- Hinterbliebenen der g e j a m t o n verbündeten Ni lickte -von Deutschland aus befriedigt und bezabli wort-en »st; hierbei wird nicht nut Bezahlung der Schäden an Gesundbeit, Leben und Eigentum der Au- gehörigen der verbündeten Staaten verlangt, sondern 'ec- muffen vom deutschen Volke auch Entschädigungen für dieEhre", die scheinbar rttlch taxiert werden soll, bezahlt werden.

Deutschland ist verpflichtet, für eine Neihe von Jahren eine große Anzahl von Tonn'n Kohle an Italien zu liefern. Die Höchstzahl dieser zu l'efern- ben Tonnen beträgt 8 Millionen. Hierbei wird uns 6f.et als Bedingung auferlegt, mindestens zwei Drittel der zu lief-inden Gesamtmenge ans DeMM^v» Kosten auf dem Landwege nach Italien zu befördern, und pur ein Drittel darf zu Schiff verfrachtet werden.

Die dem deutschen Volke anfmerleaende Steuer« ja st kam» so geregelt werd-n, das; sie stets dem sah gleich bleibt, der von einer der verbiindettn Mächte als höchster erhoben wird, d. h. also, wenn irgendein kleiner Staat in Asien, der zu den verbündeten Möllte Kebörte, 60 v. y. de» Gesamteinkornm ns usw. der Be­völkerung als Steuer vbniwmt, so muh Deutschland von ^seiner Gescmtbevölkerung gleichfalls GO o. H. er­heben.

Alle R e r ch s ä m t e? und alle Aemter der deut­sche-! Einzel st aalen können mit Hebe r- iwachungsausschussen der Verbündeten besetzt werden, die das Recht haben, sich sämtliche Bücher, Archive und Akten öffnen zu lassen.

erhalten.

LautPetit Parisien" würden alle früher in» Auge gefaßten Lösungen bezüglich der a d r i a t i» schon Frage pretsgegeben. Da» Parla­ment von Belgrad fordere, daß Dalmatien über sein,Schicksal befragt werde.

wb. Pari», 13. Mai. (Reuter.) Der öfter, reichische Friedensverttttg nähett sich seinem Ab» schluß. Die Klausel über die Verantwortlichkeiten ist mit dem deutschen Vettrag identisch, unterläßt aber jede Erwähnung des Kaiser». Die Klause: sieht eine Einleitung von Verfahren gegenMilt, tärische Verbrecher" vor einem internattonale» Kriegsgericht vor.

I wb. Versailles, 13. Mai. DerTempS" e> mahnt die verbündeten Negierungen, die Vereinigun» Deutschlands mit Deutsch-Oesterreich nicht nur durch ein Verbot, sondern auch dadurch zu verhindern, daß man Deutsch-Oesterreich innerlich von Deutschland ab- sprnstig mache. Eine Vereinigung beider 2anbei wäre ein Unglück für dir Verbündeten und da» neu» Oesterreich selbst; für die Verbündeten, weil Drut^chlm«i einen großen Zuwachs erhalten würde, für Oest«e reich, weil es ganz von Deutschland abhängig wär^ Die Abreise der Oesterreicher «ach 6L Germain., wb. Wien, 18T. Mal. Die deutsch-österreichisch» Friedensabordnung unter Führung be» Staat»» kanzler» Dr. Renner ist gestern abend adgetttHi

wb. Hamburg, 13. Mai. Die Mannschaft des DampfersImperator" hat diesen am 5. Mai in Brest an die Franzosen abgeliefert und ist am Montag mit dem DampferRugia" der Ham- burg-Amerika-Linie nach Hamburg zurückgekehrt. Vvn Brest werden an jedem Tage 10 000 amerika-1 nische Soldaten mit erstklassigen deutschen Damp-1 ern in ihre Heimat zurückbefördert. I

Die feindlichen Schiffsverluste. I

wb. London, 13. Mai. Im Unterhaus wurde I die Zahl der durch feindliche Handlungen verloren I gegangenen Schiffe wie folgt angegeben: Groß­britannien 2197 Schiffe mit 7 638 020 Brutto- Registertonnen, Frankreich 238 mit 696848 B.-R.-T., Italien 230 mit 742 363 B.-R.-T., Japan 29 mit 120176 B.-R.-T., Vereinigte Staaten 80 mit 341512 B.-R.-T.

WaS (fn«lanb an Amerika rastlt.

wb. Wasbington, 12. Mai. Der Krieassckre» tär teilt mit, daß eine vollmundige Klärung der zwl-1 scken den Unionsiagien und Grostbritannien sckwebenden I Fragen die sich au» den Kriegsoperaiioncn ergeben baben erhielt wurde. Großbritannien befahlt den Unionsiaaten in der endgiirigen Al rechnunq 35'72 Milliarden Dollars.

Die Masuren, I

wb. Berlin, 13. Mai. Tie Chr stianiaer Zei­tung ,.Verdensgang" berichtete am 28. April über eine Abordnung von vier masuttschen Bauern, die mit Pässen deS amerikanischen Hauptouartiers versehen nach Patts gekommen sei, um die SPertinigtmg Mast'.-1 rens mit Polen zu verlangen. Die Abordnung wurde: auch von Wilson empfangen. Wie von zuständiger ©eite mitgeteilt wird, ist diese Abordnung in keiner Weise berufen» für die masuttsche Bevölkerung $u sprechen, da sie nicht gewählt, smrdern von polnt- fcher Seite ernannt worden ist. An ihrer Spitze soll der Posener Apotheker Lewandowski stehen, der kein Masure, sondern ein P o l e ist. Daß die über­wiegende Mehrheit der Bevölkerung im RegierungS- bestrk Allenstein deutsch bleiben will, bewiesen eben erst die Gemeinde- und Kreistagswahlen schlagend. Im Landkreise Allenstein, wo der polnische Einschlag am stättsten ist, ergab sich bei der Kreistagswahl eine deutsche Zweidrittelmehrheit; in der Stadt Allen- stein wurde unter 42 Stadtverordneten nur ein Pole gewählt.

Die Auslieferung de, Kaisers

wb. Amsterdam, 13. Mai.Allgenreen Handel»- blad" zufolge meldet »Daily News" au» Paris, daß der Beschluß, den früheren Deutschen Kaiser vor den Richterstuhl zu bringen, keineswegs seine baldig« Set* teirung bedeute. Man ist noch nicht einig darüber, welche Macht das Auslieferungserstuhen an di« Nieder­lande richten wird. Amerika, da» auf dem Standpunkt steht, daß das Vettahren nicht gerechtfertigt ist, kommt nicht in Betracht. Belgien scheint am besten dazu geeignet, da» formelle Ersuchen an die Nieder- land» zu richten, t» ist jedoch der Ansicht, dah e» in

Der Schacher »m D utsck O'kasr^a. ------------------------

wb. Amsterdam, 13. Mal. Laut .Allaemeen ihm auch ungarisches Gebiet an »7« KarMhen zu- Handelsblod" meldet die .Mom-ng Post" an» Patt», gewtesen. Dieser Beschluß habe scharfen Wider daß zwischen Lord Milner und den belgischenAutori- spruch der Ukrainer bet

,öien über die Streitfrage bezüglich de, Mandat» für Ruthenen, hervorgerufen. Sre hatten namens de» Deiit'ch-Ostattka in der Weise eine Elniqung erziel, Völkerrechts den ganzen östlichen Tett Talizren« wurde, daß Belgien für den Teil der Kolonie, der fe», bis zum San und den ungarischen Teil Ider K von den belgischen Truvven bett,t ist, ein Unter- pathen gefordett. Dre Konferenz, so berichtet da» Mandat erteilt wird. Ditte Lösung würde jedoch in I Statt weiter, gewahrt R um a n i

Belgien mit Entrüstung anfgenomweit werden, da man I was ihm im Vertrage von 191 .7®

sie für einen Einbruch in die Souveränität Belgien« «der ihm die ganze Bukowina, S 8 .

als i nabböngiges Land betrachten würde. I Ebene auf dem linken Theißuferun

»6. S.ub.u. 12. M-i. (Starter.) 8«U. «8- ««t »«fomli«. »twl »- son erklärte im Namen des Schiffahttskontrolleurt I unbestreitbar ruthenisch

im llmerhau^. daß bis zum 9. Mai an Großbritannien I Siebenbürgen. Der südöstliche $

22 deutsche Passagierdampfer mit zusammen ungefäl)r Banate» Temesvar wird Serbien zugewiesen. 168 800 BNT. und 89 Frachtdampfer mit zusammen ! S ü d s l a v i e n erhält Bosnien, Herzegowina, ungefähr 663 210 BRT. ausgeliefert worden feien. 1 ~ " * '-

' zu Beri aikles, 13. Mai. Dir sranzösifchc .Presse versucht den Gedanken zu erwecken, Deutschtaick- Mrd? trotz aller Protest" den FriedenSvettrag dock Mterzeichncn. -Gegen dieses Gebare-t -ttmö scharet Pretest erhoben werden, da die o'ier.&are Absicht vor liegt, uns zu 'beschwichtigen. Wir- nerinchten eine großen Lktrsf und würden unterschreiben, auch tstit» nie: i« an dem Vertrag geändert roürdr. Deshalb wird auch die Nachricht verbreitet, das; die gestern abcuch nach Deutschland abgereisten Muttster und Sach­verständigen nicht mehr zurückkehren und durch andere ersetzt werden mürben.

wb. Versailles, 13. Mast Die Pariser Blät­ter glauben, daß angesichts der Geschlossenheit der Berbündeleu die Deutschen den Frieden unterzeichnen werden.

wb. Limburg, 13. Mai. Der Bischof von Limburg, Dr. K i 11 a n , sandte dem Papst ein Telegramm, worin er ihn bat, für Milderung der Friedensbedingunaen bei den verbündeten Mächten sinzutrcten.

wb. Paderborn, 13. Mai. Der Bischof von Paderborn bar den Nuntius in München, den Papst nm Vermtttlung bei den Verbündeten zwecks Milderung der Bedingungen anzngehen.

Wenn Deutschland nicht unterzeichnet.

wb. L » » d o n, 13. Mai Rsuter erklätt: Falls ^«utschtand die Friedensbedingungen nicht anneh- Kn sollte, was für unwahrscheinlich gehalten wird, 'n sind militärische Vorbereitungen dafür getroffen, d-si die verbündetett Armeen genau so vor» rücken, wie sie es getan haben würden, wenn Deutschland die Waffenstillstandsbedingungen nicht Angenommen hätte.

Die Ledeutung der geforderten Biehablieferung.

wb. Berlin, 13. Mai. Die geforderte Ab- peferung von 140 000 Milchkühen würde nach amt» ßichen Berechnungen die Milchversorgung der Kin­der, Mütter und Kranken in den Städten, in», desondere tn den Großstädten, deren Bedarf jetzt «tut zu 68 Prozent gedeckt werden kann, weiter um annähernd 9 Prozent vermindern. Da infolge der Viehablieferungen für die notwendigste Fleisch- persorgung in die Milchviehbestände eingegriffen Derben msttzt«, da der Nachwuchs durch die Ab­lieferung von 40 000 Stück Jungvieh erheblich ver» dttndert wird, würde die Milchnot tm Laufe der Seit sich »efjentttch steigern.

Der Lnzetaenprei, beträgt für bi« 8g«I» Zeile A 4 40"k I«umni<(»xuf<tL, rj Qnhpfl M , amtl.». auswärt. 30 4 * M'e/,$#ufrunn?iu)*L 45 -> Reklernezeil« i.BOut. Fever Rabatt gilt «l» Strrabatt. Bei Ausk. b. die Settbäitsff. u. ver- mittlg. 6. Ingeb. 26 4. Sonbergebilhr. Postjcheckk.: Mt 6C15 Amt Franks.«. 5L

Die llnterschrist Italien» zweifelhaft.

wb. B e r n , 13. Mai. Der der Konsulta nahe­stehende römische Berichterstatter derPerseve- ranza" erklärt offenbar in der Absicht, seine warnende Stimme in Paris hören zu taffen, daß in Rom die Lage als ganz unsicher angesehen werde. Man hält die Unterzeichnung des Frie­dens durch Deutschland für alles andere als sicher. Auch die Unterschrift Italiens sei zwei f.e l h a f t. Das Blatt sagt ferner, daß die Unterschrift Ita­liens zu einem Frieden, der Deutschland wirt­schaftlich ruinieren könne, als ein schwerer Fehler zu betrachten wäre.

Rücktritt Pstain».

wb. Bern, 13. Mai. DasBerner Tagblatt" meldet nach zuverlässigen, in Genf ein getroffenen Meldungen den Rücktritt des Generalissimus der wa"-östf(hen Armee. P ck t a i n. Die Ursache des Rücktritt:. Parins H:gt tn Meinungsverschieden­heiten wegen der Friedensbedingungen mit deut Marschall Fock. Pcktain bekämpft die Absicht Fachs, Deutschlmtd bei Ablehnung der Friedensbe- T gv!-*-> ?> betasten, weil da?u eine Million französischer Soldaten nötig sei. Rach der Ansicht P^tains fennten während des Sommers eventuell farbige Truppen verwendet werden, jedoch in den Wintermonaten nur weiße Franzosen, die dann der (Setaffr der Ansteckung durch den Bol­schewismus ausgesetzt seien. Die französische Zen­sur hat alle Meldungen über den Rücktritt P<r- tains verboten. DerPetit Parisien" tnetaet je­doch, daß Clömenreau Pdtain empfangen hat.

Die unzufriedenen Belgier und Portugiesen.

wb. Berlin. 13. Mai. Die belgische Presse

DieOberbess'icke Zeitung" «rfcheint sechsmal wöchentlich. Der */$ 444 Bezussprei» beträgt »wnatlick 1.85 Jl. frei in» Han» (durch di« Post e/IS. Hl ohne Bestellgeld) «erlag von Dr. C. Hitzerath. Markt 21/23.

ne«, protestiert h'öe. Portugal e"balte für seine Unterstützung im Kampfe für das Recht keine ein­zige territoriale oder wirtschaftliche Vergütung tind befinde sich daher in einer noch schwierigeren Lage als das geschlagene Deutschland.

Amerikunisch« Bcdenlen.

mb. Rotterdam, 12. Mai. DieDaily Mail" berichtet aus Nenmork, daß man sich dott aug sichls der Deutschland auferleqt n Friedensbedingungen frage, ob die beabsichtigt« Bestrafung nicht vielleicht größer fei als Deutschland überhaupt aus^atten könne. In den Kreisen, in denen man dem Ziel, für das der Krieg geführt wurde, heu bleibe, frage man sich, toas Deutschland an Steinkohlen übrig behalten werde, wenn es sowohl da» Saardecken als auch die schlesischen Kohlenbergwerke verliere. Die vollständige und baldig« Wied-rherstellung Deut'chlands aus industriellem K-cbiet sei nach der Ansicht der ameri­kanischen öffentlichen M.'inunq und auch der verant- wörtlichen Autoritäten einer der wichtigsten Bedingun­gen für eine g rechte Regelung. Es werde versicherr, daß ohne diese Regelung Deutschland keilt« Skhaden- vergütung werde bezahlen können.

«b. Spaa, 13. Mai. Die amerikanische Zeitun» Tribüne" sagt zu den Friedensbedingungen: , Seit Karthago ist ein solcher Friede nicht diktiert worden. Einst wird jnan warnen: Denkt daran, wa» Deutsch land passtett ist, nehmt Euch in Acht.

wb. Spaa, 13. Mai. DerDaily Telegraph" bringt eine Darstellung au, Washington und Rewnotk, wonach japanischchinesische Agitation und 'die Un­ruhen in Peking tm Fortschreiten begriffen seien. Die Unterbrechung der' Kabelverbindung mtt Peking da» fast oollftändige Aufhören de» Kakeldienste» zwi­schen den Bereinigten Staaten und Japan ruft allge­meine Unruhe tn Amerika hervor.

Korea fordett seine Selbständigkett wieder.

wb. Amsterdam, 18. Mai.Allgemeen Handels­blad" zufolge meldet dieTimes" au, Paris, daß bie koreanische Abordnung an di« Friedenskonferenz das Ersuchen richtet«, den Vertrag von Soul vom 22. August 1910, durch den Korea an Japan angegliedert wurde, aufznheben. Dieser Derttag sei Korea durch Ge­walt und mit Settug aufgezwungen worden. Korea macht geltend, daß Japan die UnaLHLngigkeit Koreas verbürgte, außerdem beruft sich Korea in der Forde­rung auf Unabhängigkeit aaf bta 14 Punkt« Wil­son».