fesTetfe ttol dem Schiffohrtswege »wuchere Nordsee und-Ostsee installieren. D-rt befindliche Sye^nt^n «Äffen geschleift. Geschütze forraeschafft werden. Deutschland barf seine ^üstenverw^digung nicht ver» Kärkrn, noch ihre Bewachung «ebin^errtn.
Drei Monate nach Inkrasttreren de? Mr«
|m die Funksvruchstatioven nun H«»n-
«over. Berlin nur Hande lötete,rame t unter Kontrolle ab senden, D-nrichlanb beq ix dreier Zeit keine neuen Gtotionta toten.
Der sechste Teil enthält tkftinnmragfli «der die Kriegsgefangenen nnd Grabstätten. Die deutschen .ffriegsgesaneenen werden nach der Frie- denSunterzeichnnng fchnellmöglichst repatriiert. Die deutschen Kriegsgefangenen und di« 8ioilgtfing..ien werden nach der Fre-'-fftfa d—ch d e o.'uijche st>e° gierung auf ihre Kosten in l^^en r* '-'-l tnrück- aeb rächt, selbst wenn der Wohnort tn den besetzten Gebieten ist, fc": . Z vorbehaltlich der Zustimmung und Kontrolle der Berbünd-ttn und Otknpationsb.Hörden. Kriegsgefangene, welche wegen Verstöße gegen die Disziplin eine Strafe verbüßen oder gegen welche ein Verfahren schwebt, »erden repatriiert nutzer bei Borkommnisfen, »elche nach 1. Mai 1919 statt- finden, anderer Verstöße schuldige Gefangene können znrttckgehalten werden: diesenige«, welche die Repatriierung verweigern, brauchen nicht repatriiert xu werden, jedoch beha'ten sich die verbind et en dar Recht wr, sie zu repatriieren, sie in «in neutrales Land zu führen, oder zur Ri-derlassnng auf ihrem Gebiet zn ermächtigen. Ti« Verbündeten nnd die deutsche Regierung verpflichten fick, die Grabstätten auf ihrem Gebiet bestatteter Soldaten nnd Ma- trafen zu unterhalten und zn respektieren nick den Ausschüssen eile Erleichterungen für die Registrie- rung der Grabstätten und die Errichtung von Grabmal ern zu gewahren und die Uederfübrung der Erden- reste in di« Heimat zu gestatten. Die Verbündeten und die deutsche Regierung tauschen eine vollständige Liste der Toten und die Ängobe der Grabstätten derjenigen ein, welche nicht identifiziert werden konnten.
Der siebent Teeil betrifft Strafm atznahmen. Vie verbündeten Mächte erheben öffentliche Anklage zrgen Wilhelm IL wegen der höchsten Verstöße «gen die international« Moral und gegen die heilige dtoritti der Verträge. Ein Sondertribuna! ar Aburteilung des Angeklagten, welchem das Sei» eidigungsrecht gesichert ist, wird aus vier Richtern chiwet, die von den vereinigten Staaten, England, zankrrich, Italien und Japan ernannt werden (also tnf Richter). Die Verbündeten werden die Re» erung der Ri^erlande um die Auslieferung kS Exkaisers ersuchen. Personen, welche sich eine Zu» -iderhandlung gegen die KriegSgefepe und -Gebräuche jhuldig machten, können von den verbündeten Mächen vor ihre Militärgerichte gestellt werden. Die wutsche Regierung wird den Verbündeten Mächten lebe Person auSliefern müssen, welche der Zuwiderhandlung gegen die KriegSoesetze und -Ge- rränch- beschuldigt ist und der deutschen Regierung mtweder namentlich mit Rang, Amt oder Stellung bezeichnet wird, worin diese Personen von den deutschen Behöchen beschäftigt waren. Wenn die Zuwiderhandlungen gegen Angehörige mchrer-r Mächte begangen wurden, werden die Militärgerichte anö Mit- aüebent aller interesiierteu Mächte zusammengesetzt sein. Deutschland verpflichtet sich, alle notwendigen Dokumente und Auskünfte nt gchen, welche für die völlige Kenntnis der Schuldigen und die genau« Er- kenntnis der Verantwortlichkeiten für notwendig be- find.
Die Luftschiffsfragen fhtb int 2.teil da- biugchend festgesetzt, daß die Flugreuge der Verbündeten die volle Frriheft des Neberfliegens und Landens in deutschem Geb'ri " in b-n Hehe'tSgewäs- sern bei tzen, dieselben votteile. wi« die deutschen F:»gzvuge haben. Die Flugplätze Deutschlands, di« dem nat'.ona!en oder öffentlichen Verkehr geöffnet sind, müllen den Flugzeugen der Verbündeten betreffs Taren aller Art aus dem F-sie der Gleichberechtigung geöffnet sein. '
Dre weiteren Abschnitte betreffen die deutschen Verzichte i?i Siam, Liberia, Marokko, ® e fi 1) b t e n, Vnlgarieu, der Türkei.
Aus den Bestimmungen über Danzig ist noch hervorzuheben, daß Polen das Recht erhLt, die Was- serwege, Schiffahrtseinrichtungen, Eisenbahn« and andere Verkehrsmtttri zu entwickeln und zu verbessern und hierzu Grundstücke und anderes Eigentum unter geeigneten Bedingungen zn mieten oder zn kaufen.
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Auch heute können wir infolge der Gassperre und des dadurch bedingten stnndenlangen Stivstau- des der Setzmaschinen die Wiedergabe de, Auszuges aus den Friedensbedingungen noch nicht beenden und müssen uns auch im übrigen auf das Wichtigste beschränken.
Die geforderten vtehLbliefernugeU.
»b. Versailles. S. M-i. Dta laut Fris- densverrrag von D-niftchkrnd ru leistrnLen Biebl:-- reru tigert belaufen sich nu er^elnen ruf folgens«: l. An to franzrsifL: Regierung sind SS 3nif)tberede von 3—7 Jahren. 30 000 Erurenfüllen und Et-etta non H Moneren bis zu 7 Jahren von rrdenuilÄav und belgischer Raste, 2<XX) Stier« von >8 Monarau bi» zu 3 Jahren, 80000 Milch, kühe von 2 bis 6 Jahren, 10 000 Säcke, 100000 Schafe uu» 10000 Ziegen zu liefern. 2. Lu di« belgische Regierung 200 Zuchthengste von 3 bis 7 Jahren. 5000 Sturen non 3 bi, 7 Jahren, 5000 Stutenfüllen von IS Monaten bi» 3 Jahren, sämtlich schwer« belgische Raffe. 2000 Stiere von 18 Mo- uaten bi» 3 Jahren. 50000 Milchkühe von 2 bis 8 Jahren, 40000 Köpf« Jungrind, 200 Böcke, 20 000 Schafe und 15000 Mutterschweine. Tie abgelieferteu Tiere müssen von normaler Gesundheit und Perfastung sein. Falls die gelieferten Tiere nicht als verschleppte oder beschlagnahmte identifiziert werden können, wird ihr Wert Deutsch- laich kreditiert werden.
Englische LictterheriSvorkchrnogen i» ftaabsnt
wh Hamburg, 9. Mai. Am Liegeplatz her tag* kstcheu Kriegsschiffe orrme^ttu die Engländer am Ton» nerStag, an dem b:t FriedenSbchimnmgeu bekannt wur- seu. die SicherbeiKvorkehrunpen mb stellten z. L. schon am frühen Morgen Maschinengewehre auf.
Die Landestrauer.
Berlin, 9. Mai. Die neu dem Ministerprüst- denteu Scheidemann bekanntgegebene Landest rauer soll ob Sonntag beginnen und es werden für Preußen vom Ministerium bes Innern au» die nötigen Anordnungen dafür sofort ergehen. Die Theater sollen nur noch ernste Stücke spielen, die Konzert« in den öffentlichen Lokalen sollen unterbleiben, die Rennen find bereit» für Sonntag und für die nächste Woche für Berlin, für Dresden und Hamburg abgesagt. Auch die Radrennen in Berlin wie im Reiche werden unterbleiben. Tanzlustbarkeiteu find an» terftgt,
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Arrss stimmet».
Sh Haltung der sozialistischen Prest«
ging an» den gestern durch do» Wolfs-Büro ent geteilten Prrstestimmen nicht deutlich hervor. Der „Bor- wärtsck reimet mit der Möglichkeit der klnter- zeichnvng der diktierten Friebensbebingung«: „Tie -trotzen ikrnäbrungslchwierigschsierigkeiten Deutschlands fegen uns besondere Pklchtrm «ck. Soviel aber fei gesagt: Denn wir diesen Frieden unterzeichnen werden, so geschieht es nur, um dem (Sehet der Gewalt zn folgen. Innerlich lehnen wir diesen Frieden entschieden ab. Wird man fetzt in versaille» einen Frieden schließe«, so wird «an der Welt nicht» andere» al» ein papierne» Dokument schenken." Die „Freiheit", das Organ der Unabhängigen, protestiert zwar gegen bie Gewaltbedingungen, tritt aber für Unter. Zeichnung ein, da die Verweigerung de« Unterschrift kein geeignete» Mittel sei, die Vergewaltigung, bie ms «gedacht ist, abzuwenden. Da» Blatt bezeichnet di« Friedeusbedingungen im verabeich zu der »Gewatt- polttik Deutschland» tu Vreft-Litswsk* al» »recht matz »oll- und stellt fest, dost man nicht erwarren könne, dost bte feindlichen Staatsmänner über »die deutsche Schuld tun Weltkriege" gleichgültig hin weggehen würden. E» ertötet als» Deutschland ak» den Schuldigen.
Feindliche Preffesttmmeu.
Haag, ü. Mai. Di« »Morning Post" schreibt: (Eine sremtckiche Politik g-gsn De-'tschland wäre eine grausame Politik gegen unsere Dundesgenogeu und da», was Asquith einen reinen Frieden nennt, hätte Deutschland lediglich in bie Lage versetzt, Europa au»- zubruten und zu terrorisieren, wie die» früher geschehen ist. Die Friedensbedingungen seien bester, al» man hätte erwarten können. Aber eines sei gewitz, «an könne die Friedeusbedingungen nur dann verwirklichen, wenn man den Willen «ti> die Macht habe, sie durchpt- setzen. Der Völkerbund könne 6mm ein Zwangsmittel werden, nur ein Bündnis bet wichtigsten Mitglieder des Völkerbünde» sei hierzu in der Lage. Auch die „Times” steht das letzte Mittel in de« englisch-fran- zöfisch-amettkanischen Bündnis. Das Blatt gibt aber seinem Aetger darüber freien Lauf, daß Me anrrri. konische stau ffahttei flotte nm 89 deutsche Schiffe vermehrt werden soll, die gegenwärtig tn amerikanischen Häfen liegen. .Dail, Telegraph- nennt die Bedingungen einen Recht»f rieben. Manchester Guardian" sagt, mm, forme kaum behaupten, daß
Gast^ielr der Kaallrchr« «asset.
Der Zyklus der Aufführungen der Easseler SSpe begann am Dienstag mit einem Lalletaben d. Wer, wie bas Programm ankündigt«, „Tanz- iptele“ sehen wollte, wurde enttäuscht, denn al» lsfthe konnten die Aufführungen nicht bewertet
. en. Gleichwohl boten diese im Rahmen des Lallet» auch eine angenehm« und unterhaltsam«
** achslung. I?» » rtsnh > ' Tänzerinnen
staub Eustel Jtiepel, «ine ruqrig« Eolotänzeri« «tt guter Schule, welch« mit großem Geschick den besten lleberlieferungen folgt und mit dem »Schmetterling- und „Rabetzky-Marsch* äußerst exakt« und temperamentvolle Tanzstudien schuf, kehr fein durchdacht war ihr Vrauttanz nach der »kustk von Rubinstein, der auch einen gewissen ebenen Stil verriet. Son den Gruppentänzen vermochte die „Harlekinade-,' in der di« Damen lasse und Selle eine neckische Ilnd niedliche tinbelei boten, die Aufmerksamkeit zu fesseln, »leich wirksam waren auch die »Tarantella-, hb ?'schmackvollen Kostümen getanzt von Gusti und öte (E b e r I e. In dem Tanz »Frühlingsrauschep-, »en man nicht zu den gelungensten zählen kann, zeichnete sich die Dame im blauen Kostüm durch elegante Grazie und anmutige Haltung besonders aus. Leider ermüdeten die immer wiederkehrenden Hand, und Brmbewegungen und das stereotype Lallerinenlächeln auf die Dauer, wie überhaupt «in Lallet einen ganzen Abend hindurch nicht zu fesseln vermag. Die gar trockene KlavierdWlei- ttrng vermocht« den Reiz des Ganzen, zu dem die Alegre einen annehmbaren Rahmen geschaffen hatte,
nicht zu erhöhen. Das Publikum lohnt« gebührend jede Darbietung und ließ «• an erfolgreichen Hervorrufen nicht fehlen. -8t.
Als zweites Gastspiel bet Tasseler staatlichen Schauspiel« wurde Mozart» .Entführung aus dem Serail- aufgeführt. Hat man st« einige Zeit nicht gehört, so sehnt man fich immer wieder danach, denn nirgend» vielleicht lächelt Mo- -?rt so strahlend wie aus diesem Bräutigamswerk. All sein reine» und innige» Liebessehnen klingt aus den Melodien bet Oper wieder, nnd das verleiht der «ustk eine Frische, Zartheit nnd Innigkeit, die bet Meister selbst in seinen größeren und bedeutenderen Werken nicht mehr erreicht hat. Und bi» beute ist der Reiz dieser Musik noch nicht im mindesten verblaßt. Die „Entführung" stützt sich auf da» deutsche Singspiel, dessen einfach« Formen Mozart im Sinne der komischen Oper veredelt bet Di« fünf fingen den Personen, die darin auftreten, sind köstlich charakterifiert Die Aufführung entsprach den Erwartungen, die man en sie gestellt bette sowohl hinsichtlich der Darstellung wie der musikalischen Wiedergabe, wenn man auch einer anderen Orchesterdefetzrmg den Vorzug gegeben hätte. Immerhin wußte Dr. P a «l i mit fein gestaltender Hand bie zärtliche Mozartlieb« seinen wohldisziplinietten und wackeren Streichern zu suggerieren und durch vornehm schattterte Tongebung und diskret gehaltene Begleitung, gepaart mit sicherer Lvertterung der Sänger, etwas für den Ausfall der Holzbläser zu entschädigen. Ouver- türe, Intonierung wie Zwischensätze waren fiar und feinsinnig für den zusammengestellten Tonkörper herausgearbeitet und von diesem geschickt
Re fSe ie» GaeigeHtf cefcrfTene Lösung vorteilhaft sei. Sen* habe cs hier «ft einem schlechten und lom- vllzierten Ksm-rsrnktz zu ten. bei ftdtnlich bra biene, di« TSunbe »ffen,sta!t ei. Immert,, iei es iedöch noch befiet eis ernt Anvervm. Di« Sckt^ng des Falle» Danzig tet bester als do» Eslimmste, womit pe- wurde, aber vre! bd!echter al» da», «e» «an 65ns boffett dürren. Bebet die BeletzungrZeir von 15 Jahren erklär: bas Blatt, datz «tu fo langer Zettrainn stcherlich die Geduld England» mehr al» erschöpfen werde. Bester wäre e» gerne!en. man hätte Mt Summe feftoekegt. die Dentschlan» tnnerbakb ehtf» kürzeren Termin» hätte leisten können. Di« „Salle Wem»” schreibt: Die Rovoendigkett. einen Frieden zu schlietzen, wird Deutschland wohl m dieser Operation zwingen. Aber wir glauben, e» wird sehr schwierig lein, datz Deutschland ß» wirklich auuführt. Franttrich et. HSU bte Erlantmi». seine Waren zollfrei nach Deutschland zu senden, aber Frankreich darf dagegen ftden beliebigen Zoll auf deutsche Waren legen. Glaubt «an wirklich^ datz derartige Berhältuiffe bleiben können?
wd. Amsterdam, 8. Mai. Reuter meldet aus jlavIjCn, Wt iKvtQnwaicn WtttlR|llMBWIW <T* klärten. Deutschland werde durch di« Friedensbedi ngnn« geu völlig machtlo» und habe damit da» Schicksal gefunden, da» e» verdiene.
za. versaille», 1 Mai. Der offizielle „Tempi* ist auf da» höchste entrüstet, datz bet Präsident der preutzischeu Landes Versammlung, geteert, Mitglied der Abordnung ist. nennt die jetzige Regierung eine Fortsetzung der alten und faselt von einem noch bestehenden Einflvtz de» preutzischen Seneralstabe». Sem bat nennt tn bet „Heue* den vorgeschlagenen Frieden ein Friede de. Rechte» mch der Gerechtigkeit.
bet srauzösifche« iqialifttfdie« Preise.
wb. verfaille», 5. Mai. Di« fatalistischen blätter prvtrstikrru heftig gegen den Frieden, den bie .Humaultä^ eineu Frieden der Äewast und Un- grrrchtigkrft nennt tri frauzösi'ch« Proletariat verweigert bie lluterfchrift zu de« Berttng. In wenigen Tagen wirb «s sich gegen die» Dokument im Bismarck-Ltil wenden, da» eine Beschimpfung de» TSIkerrecht» und der Moral ist. Wenn der verttag vor die Kammer kommt, wird kein sozialistischer Deputierter bk» diplomatische Schriftstück gntheitzeu dürfen, da» die Geschichtt al» «fae verbrecherisch« L«r- Irtznng grgrbeuer Brrivrichen und al» ein Attentat gegen Moral und Völkerrecht bezeichn« wird. Die „fyimanitä* nennt die Klausel über da» Saar- gebitt die schlimmste Gewalttat de» Vertrage». Die ftanzöfische Zeitung forbert die Deutschen de» Saargebiet» auf, mit Heroirnm» der Gewalt und Korruption Widerstand in leisten, die jetzt gegen fie versucht rotrbtn. Sie sollen fich ihr« nationalen Sinn erbalten. Die ftauzönfch« Sozialist« werden für sie rin trete«, wie fie für «le unterdrückten Völker ein- qetteien find. Ebenso schlimm sei die Weanabme her Kolonien. Da» volkreiche arbeitsame Deutschland brauche Kolom« wie jede» ander« groftt Volk. Silien hab« d« größten Fehler begangen, al» er zu- '"tfanntt, datz bte Kolorit« zum Votttii da Siega geraubt werden.
Rewtrale Stimmen.
wb. vorn, t, Mat Di« veröffentlichnmg der Friedenspräliminarien rWf, soweit bte ersten Wahrnehmungen bereit» «tu Urteil gestatten, ht der schweizer Oeftzentlichkert eine Bestürzung hervor, wie sie in dieser Weise während de» Kriege» noch nicht zu verzeichnen war. Der Berner „Bund* «rklört, bet Präliminarfrieden werde in dem weit« Kreis Anbefangener und Unparteiischer keine Frtedenshoflnung aufkomm« lassen, well man den Eindruck gewinnen müsse, datz viel Unversöhnlichkeit und wenig Verständigungswille am Tisch im Tttanov-Palast satz. Dte Baseler ^Ratlovalzeitung- sagt, da Friede Tiemen- ceau» gehöre zu den Dingen, dte kein Volk ertrage. Dte Genf« Levlik«- «klärt, da» fei der Gewaltjried« In sein« ganz« Schönhett; « sei schlimmer noch al» ber Friede von Brest.
wb. Kristiania, 8. Mai. Die Friedensbediugm:- gen werden von der gesamten Presse al» auhetordent- lich h a e t, triinrrise 6b« jede» Erwarten schwer bezeichnet. Äur der Leitartikel von „Aftenposten* ist auf den To« einer gerechte» Strafe für die Schuldigen gestimmt, während alle übrigen Blätter mit Ausnahme von „Tibenftegn" und „Zntelligensscdler". die fich ber Stellungnahme enthalten, In den Friedens-- bedivgungeu den Sieg do» Machtwillon, über Wilson» ursprünglichen Rechtsgedanken «blicken. „Rorgenbladet- meint, datz von einem ver- ständigungssri eben leint Rede sei. Die Friedensde- Vingungen bedeuten dte Zerschmetterung von ^Bismarck» WerL Deutschland solle von d« Groh- macht zu einem Staat dritten *n einten Ranges aBnHBHHHnOHHBDMHnBKHSBK! übernommen. Luch bet Klaoierpartner war redlich und wirksam — im Gegensatz zur Balletbeitzlei- tung am Dienstag — um bie Erfüllung seiner Aufgabe bemüht. In ber bekanntlich sehr schwierigeu Koloraturpartie bei Constanze zeigte fich Martha Hofacker im Besitz eines angenehmen, modu- kationsfähigen Sopran» und wurde auch technisch den Ansprüchen Mozart» im allgemeinen gerecht — tu der Arie „Marter aller Arten- —, wenngleich fich nicht verkenn«, Netz, datz die Läufe zwar sauber, aber tn der Höh« beim AuÄlang gelegentlich etwas spitz herauskamen. Die Gestalt der Tonstanze war voll Hoheit und Würde, dabei einfach und innig. In der Berkörperung des Blondchens legte Tauia Oumtroff den Keim einer Soubrettenrolle, wa» ihr wohl ««stand und im Duett mit Osmin wirksam zum Ausdruck kam. Ihr frischer und umfangreicher MeUofopran entfaltet« sich lohnend tn der Luftrittsarie wie im Duett. Ein männlich chevalererker und musikalisch vornehmer Belmonte war Fritz W i n d g a s s e n, dessen lyrischer Tenor geschmeidig in allen Lägen zarte Rüanzen aufweist. Ausnehmend gut gefiel der Bassist des Abend» Bruno Bergmann, der, ausgestattet mit feinem volltönenden vorzüglich ge- meistettem Organ, den Osmin mit wahrhaft fhake- spearischem Humor zeichnete. Gustav W a r b e ck stand gesanglich wie darstellerisch gleichfalls auf der Höhe feiner Aufgabe. Besondere Hervorhebung verdienen noch die harmonisch glänzend verbundenen Quartette. — Das ausverkaufte, bis ins einzelnste Winkelchen besetzte Haus spendete nach jedem Aufzuge starken Beifall und jietz es am Schluffe kaum unter 10 Hervorrufen bewenden. — St.
degradiert werden. Das Blaft wirst die Frag« auf, ein giotzes Volk solche Bedingungen ertragen fön^
Cin« bcdetrisntlfc fcänij^ Erklärung.
wb. Kopenhagen, 9. Mai. Die dänisch, Regierungspresie veröffentlicht anlägltch der Ent« scheidnng der Friedenskonferenz ein« anscheinend inspirierte Erklärung, in der es heitzt: Die Entschej, Sung ber Friedenskonferenz bezüglich der Abstim, mungcn in Schleswig rief hier das größte Er, staunen hervok. Die Bestimmung, datz auch j, der sogenannten dritten Zone, also in einem r e i, deutschen Gebiet, eine gemeindeweise Absti«, mung abgehalten werden soll, steht in direkten» Gegensatz zu dem klar eingenommenen Stand» punkt des dänischen Reichstags, der dänischen Re» gierung und des nordschleswiqschen Wählerve-eins. Der Beschlutz der Friedenskonferenz mutz auf unter» irdische Einflüsse dänischer Chavvinister zurückge» führt werden. Er ist eine direkte Fälschung des Eelbstbestimmungsiechts-der Völker und ein B r u ch der Wilsonschen Ide«. Es kan» erwartet werden, datz die Regierung und btt Reichstag Dänemark» so nachdrücklich wie möglich hiergegen protestieren werden.
Die Ungarisch« Press«. 1 ■
wb- Budapest, ü. Mai. Dir ungarisch« Press« bte zeichnet bie Versailler Frledensbedingungeu als ein pathologisches Aktenstück, da» di« Verkörperung bet Dih, tatur des Kapitalismus bedeute. Der „Peste, Lloyd- nennt da» verdM von Versailles ütet Deutschland ein Todesurteil uud betont, es sei zweifellos, datz dl« Bedingung« dieses Frledensver» ttage» prattisch niemals durchgrjührt werde» ISanten,
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Die Lm in Lettin!.
Abkehnuvg der englischen Forderungen. — Zurück» ziehung der deutsche« Truppen.
tob. Berlin, 9. Mai. Im Auftrage der britffche» Regierung ersucht« der englische Bettreter in Spaa am 22. April die deutsche Regierung um bte sofortige Wiederherstellung ber Lage in S ib au, tote sie voi dem Staatsstreich gegen die lettische Regierung bestand. Dieser Staatsstreich sei von den Deutschen ausgefühtt worden. Deutscherseits wurde auf biefe durch nichts begründete Anschuldigung erwidert, di« »eutfdje Regierung mische sich in bte innerpolitischen Verhältnisse von Lettland nicht em, könne aber auch das Recht ein« anderen Regierung ans eine solche Einmischung nicht anerkennen. Gegenüber de» Behaupttlngen der englischeit Rote stelle sie fest, daß deutsch« Trupp«» und Behörden keinen Staatsstreich gegen die lettisch« Regierung anZgeführk »nb sich an einem solchen auch nicht beteiligt hätten. Der in Libait vollzogene Regierungswechsel sei nach den bisherige« Ergebnisie« bet alsbald eiugeleiteten ffntetsnchunq oa» ®eirf der heimischen Bevölkerung. Am 5. Mai übermittelte General Rudant dem deutschen Vorsitzende« in Spaa eine Antwortnote, bte die unmittelbare Zu - cückbetufung beS Generals von ber Goltz uud' die Bezeichnung Deutsche Hilfskräfte" für bte deutschen Streitkräfte statt „BesatzungS-Armee" verlangt. Dieft Bendernng der Bezeichnung soll von der deutsche« Regierung öffentlich angezcigt werden. Vor Erfüllung dieser Bedingung werben kein« LebenS« mittel irgendwelcher Art für die deutschen Streitkräfte i« Stbau ausgeschifft werden.
Ans biefe unmögliche Forderung ließ Erzberg« am 8. Mat in Spaa u. a. erwidern: Die deutschen mWtärischen Behörden in Lettland iveisen es nochmals ausdrücklich zu rück, daß irgendwelche deutsch«Trtlp- pen an dem Sturz der lettischen Negierung beteiligt war«. ES besteht vollkommene Klarheit darüber, datz der baltische Stoßtrusch selbständig, willkürlich unb unt« Richtberücksichtignng aller Verhandlungen seiner baltisch« Landsleute gehandelt hat. Von deutscher Seite wird keine Regierung in Libau gehindert, ihre Recht« als regierende Staatsmacht ansMübeti. Ter Grnndstch der Nichteinmischung in innere Angelegenheit« Lettlands wird von deutscher Sette peinlich gewahrt. Die lettische Regierumz wird auch durch baltische Truppentörper am Arbeiten nicht gehindert. Der Forderung, die Bezeichnnng „beutjche Hilfskraft«^! für die deutschen Streitkräfte statt „Besatzmrgsaruree^ anzunehm«, kann die deiitsche Regierung nicht Nachkommen. Die Annahme dieser Fordernng würde dazu führett, daß die deutsch« Truppen Befehle der Entente durch Vermittlung eines von den Verblindeter! obl'iingi» gen Kabinetts erhalten würden. Die deurfche Reg!«- rung zieht vielmehr die gesamte« Stleit- kröft« aus Lettland und Litauen in tüt» zester Frist zurück. Die Zurückziehung wird in einem Zeitmaß erfolgen, durch welches das der,'. Deutsch« Reich ««bärig« Eigentum in Lettland und Litauen gesichert wird. Die Verantwortung für die aus der Räumung von Lettland uub Litauen ent- sichend« Folg« tragen die verLiiudet« Mochte.
Unter ben von den Verbündeten gestellten Bedingung« und tretet ihren direkten Beschien könne» die d«tfch-n Trupp« nicht tämpf«, rmd Deutschland braucht zudem diese Truppen viel notweudigrr in Westpreußen und Obrrschlesie«, nm dort für all« Eveutlullitäten gerüstet zu fein, und uvt die Ruhe nnd Ordnung in diesen Gegenden anfrrcht ;« erhalte«, ---♦---
WM.
tob. London, 9. Mai. Im Untechanft teilte Uit- terflMtefdrttär HarmStootlh ndt, daS Auswärtige Amt habe di« Nachricht rrhalte«, daß di« r«v»i»tionLr« Regirrnnz in Budapest gsstürzt fd.
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Dir Tötung ßiebknechik m»d KuLembnrg» vor Gericht.
Berlin, S.Mai. Cberimtnaut Bogel, bei beschuldigt ist, Frau Luremburg erichosftn zu haben, bestreitet dieS. Er hicke all «möglich« Borfkchts- maßregekn getroffen, um Frau Luremburg ungefährdet auS dem Ebenhotel- berauszttbcfördcrn, sie fei aber bei dem Verlassen des Hotels von Soldaten erschlagen worden. Als bas Auto absnhr, sei fie bereit- tot gewesen. Man habe sodann in der furchtbaren Erregung des Augenblicks beschlossen, ihren Leichnam in d« Kanal zu werfen. Als der Angeklagte daraus aufmerksam gemacht wird, daß er früher eine andere Darstellung gegeben und behauptet habe, die Leiche der Frau Luxenrburg sei von Unbekannten entrisse« worden, erklärte der Angeklagte, daß er das gesagt habe, damit der Division kein Nachteil entstehe. Weiter nntrdeu eine groß« Anzahl Zeugeu^vrr» ttommen. Verschiedene bekundeten, das Runge Frag