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Ein Körnchen Wahrheit mag wohl daran fein; denn was soll man sich für eine Negierung und ein Volk einsetzen, die niemals ein „Nein" hatten, höchstens papierne Proteste. Daß Wilson der völlige rfuiammenbiud) ^Deutschland» gar nicht besonders willkommen ist, erscheint recht glaubhaft.
Einladung Rußland» zur Friedenskonferenz.
tu. Rotterdam, 10. Mai. Eine Reuter, dexesche aus Lyon meldet, datz eine anhero deutliche Einladung der Verbündeten an Russland zur Frie- denekonserenz erfolgt fei.
ehemaligen Verbündeten Deutschlands.
wb. V e r s a i l l e s, st. Mai. Die Besprechung mit den österreichischen Bevollmächtigten wird Mitte Mai beginnen. .Die Präliminarfriedensbe- dingungen mit Oesterreich, Ungarn, der Tii'kei und Bulgarien werden in gesonderten Verträgen enthalten sein.
tu. Genf, 10. Mai. Wie aus London gemeldet wird, ist die türkische Regierung eingeladen worden, ihre Friedensdelegierten nach Paris zu entsenden. Die Türkei werde ein ziemlich großes Gebiet als Ausgang znm Mittelmeer und zum Schwarzen Meer erhalten. Die Stadt Konstantinopel mit einem ziemlich großen Landstreifen werde im Namen des Völkerbundes von Amerika verwaltet werden. Die Bereinigten Staaten toet»'* den ferner das Gebiet erhalten, da- rem rr'f r-n Alexandrette sich bis zum Kaspischen Meere erstreckt. Frankreich erhält da» gewünschte Mandat über Syrien.
u. Wil sch ut»n Lob!
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»gestellt, brik
Marburg
Soilnabknd. 10. Mai
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wb. Versailles, S. Mai. Gras Vrock- dorsf hat gestern Abend an Cl^meneeau als den
Berlin, 9. Mai. Bon den Mitgliedern der deut- scher» Friedensabocknung werden Kommodore Heinrich und General v. Seeckt vorübergehend nach Berlin zurückkehren.
Gens, 9.Mai. Wie die franrösischen ZeUungen melden sind die englische»» Damvfer „St. George" und „St. David" mit 2090 deutschen Kriegsgefangenen aus Southampton in Le Havre ein- getrosfen. Die Gefangenen werden nach den sranzö- sischen Norddep-rtimemts verbracht trat beim Wiederaufbau der Gebäude btttoenbet zu werden.
rühtet. Nach der ersten hat die deutsche Friedens- Abordnung aus den überreichten Bedingungen erkennen müssen, daß in entscheidenden Punkten die ;! vereinbarte Basis des Rechtsfriedeus verlassen
Wilson al» Helfer??
B e r l i n, 10. Mai. Bei der Tagung der b-an« denburgischen Provinzial-Synode machte, laut „Berl. Lokalanz", v. Epieckers nachstehende interesiante Mitteilung: Wilson habe einem holländischen Geistlichen gesagt: „Sie finden die Bedingungen vernichtend für Deutschland? Ruu» die Deutsche« sagen zu allem Za. . Warum sagen sie nicht Stein? Zch warte ja bloß, ihue« zu helfen."
A»d die dem deutschen Volke und der ganze» Menschheit gegeben* Zusage somit illusorisch gemacht ist. Der Entwurf enthält Forderungen, die für kein Volk erträglich sind und ist in Vielem un- erfüllbar. Die Abordnung werde de» Nachweis i« einzelnen erbringen. Mit der zweiten Note »tmurt Sie Abordnung unter lleberreichung des sei- «r Zeit vo» der deutschen Presie veröffentlichten Kutsche« Entwurfes eines Völkerbundes Stellung m bebakt sich vor, sich noch eingehend zu dem E»t- »urf der Verbündete» zu äußer».
Die Parlamente,
wb. Berlin, 9. Mai. Die nächste Doklsibnni der Teuf dien Nationalversammlung findet am 1S. Mai. nachmitlag» 3 Uhr, in der Anla der llm-ersttät flat».
wb. Berlin, 9. Mai. Der AelteücnauSschuK der »renstüchen LandeSvcrsammlnng beschloß, die nächste Vollsitzung am 13. Mai, nachmittag« 1 Uhr, abm- Kalten. Ans der Tagesordnung steht: 1. Besprechung der vom MIni''ermöstdenten in der Sitzung vom 8 Mai a^aeael'enen Gt klärung über die FriedenS^edinanngen: 2. Bericht des MablaiiSfchiiffes; 3. Erste Beratung deS NachtragSetats betr. Miniüerinm für Bolkswoblfahrt Zu der Friedenssrage geben die Partei« einzeln Er- lläruugm ab.
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Boten- 450»
mit dem Krcisblat! für den Krcls Marburg
Tageszeitung für (bas früher kurhessische) OSerhessen
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für das Verbleiben Schneidemühle beim Reiche. Die Stadt ist 90 Prozent deutsch.
wb. Berlin» 9. Mai. Der Hausabund hat an seine Landesverbände und Ortsgruppen ein Rundschreiben gerichtet, in dem die angeschlossenen Stet- 'en aufaefordert werden, sofort in öffentlichen Versammlungen gecfen diesen Frieden der Vergewaltigung in schärfster Form Einspruch zu erheben und dies der Reichsleitung und der Oeffentlichkeit bekanntzugeben. Die Grundlage eines annehmbaren Friedens müßten der Wafsenstillstaudsvertrag bezw. d»e sogenannten 14 Punkte Wilsons sein.
ivb. Danzig, 9. Mai. Der Provinzialausschnß der Provinz Westpreußen richtete an die Reichsregierung folgende? Telegramm: „Der westpreutzische Pro vinzialausschust hält unter dem Eindruck der jedes Maß überschreitenden und den 14 Punkten Wilsons Hohn sprechenden Friedensbedingungen an seinem wiederholt betonten Standpunkt der Unverletzlichkeit deutscher Lande fest und erwartet von der Reichs- regicning die A b l e h n u n g des Gew alt friedens. Mögen sich unsere Feinde die Beute holen! Sein Todesurteil kann das deutsche Volk nicht unterschreiben!"
in. Königsberg, 10. Mm. In» Anschluß an die Beratungen sott sich dec Ausschuß der SDilfrie- de ns-SachneHündkgen nach Vertin begeben, um den Standpunkt der Provinzen bei bei» verantwortlichen Stellen zu vertreten. Die Lertreier »Derben ans Mit- 'fiebern aller Parieiei» zusammengestellt sein. Tie 'Tntsenduna von Vertreten» O<t"reußens nach Versailles als einer der am schwersten bedrohten Ländern des Reiches wick unter allen Umständen gefordert.
An die Schlesier. ,
wb. Breslau, 8. Mai. Der Oberpräsident von Schlesien erläßt gemeinsam mit dem Zentralvolksra! für Schlesien einen Aufruf, in dem es heißt: Schlesier! Ernste Gefc‘;r droht Eurer Heimat! Ein Gervaltfrieden. wie er schlimmer nicht gedacht werden kann, soll unserem armen Land« cwferlegt roerden. Allein, noch ist das letzte wort nicht g sprachen, llufere Regierung wird aus diese furchtbaren Bedingungen nicht ejnsphe«. sondern mit Gegenvorschlägen antworten. Unsere Unterhändler werden alle ihre Kraft ainsetzen, um die Annahme des Friedens auf Grund der bekannten 14 Punkte Älilfons durchzusetzen: Der beabsichtigte Frieden könne kein Frieden von Dauer sein, sondern für die Schlesier nur ein Frieden der Verzweiflung, der schlechtbin unerträglich sei. Für das erste heißt es setzt, Ruhe und würde zu bewabren. Einmütig und geschloffen »mitten setzt die Schlesier aller Stände hinter unserer Regierung stehen, um mit allen Mitteln die Abtrennung lebenswichtiger Gebietsteile von unserer Heimat, vom Deutschen Reiche überhaupt, zu,verhindern.
Ein Ultimatum?
wb. Bern, 9. Mar. Der Pariser Korrespon- bea der „Steilen Zürcher Zeitung- drahtet, gegen Ende des Monats würden sich die Deutschen über *te Annahme des endgültigen Vertrages in Form kirres Ultimatums entscheiden müsse».
»ob. Paris, 9. Mai. (Havas.) In den Kreisen kt Konscrenz glaubt man allgemein, daß die deutschen Vertreter aus den Präliminarsriedensvertrag mit einem :• Allgen Gegenvorschlag antworten werden, «ahrscheintich werden die Verbündeten den zuständigen «oiamisfione» dir Aufgabe anvertrauen, die Vor- M^ge finanzieller und wirtschaftlicher zu prüfc n. Tie Prüfung wird mindestens S? ^'a6t rrfordrrm Hierauf werden die Verbündeten «v Dr-ttfchen ihre A c u d c r u n-g e n bekanntgeben, «e gegebrnenfallö am Vertragsentwurf airgebracht »ver- *’* Hier»vuf wird den Deutschen eine ziemli ch 'Ucze Zeit, wahrscheinlich vier bis fünf Tage, zu- tvräbeii werde»» zwecks endgültiger Zustimmung zum r fitfemitn Friedensvertrag. Man muß also da-
>nrt rechnen, daß 2o bis 30 Tage bis zur Unterzeich- de? Friedens vergehen werden.
! 5 Arbeit-komm fs ove« t« Pernilles.
Li tob. Versailles, 9. Mai. Kestem abteb fand dem ®»rfi6 Brockdsrff« eine Sitzung der gesam-
: A FiledenSadordnnng ein chließlich der Kommissare und ^hversiändigen statt. Dir Sitzung dauerte von 9 bi« «ittecnacht. Es werden fünf Arbeitikommissio« gebildet, eint politische, wirtschaftliche, Finanz-, so- und rechtspolllischt Kommission. Tie Auffaffiing übereinstimmend dahin, daß der Entwurf in der legenden Fasiung nicht annehmbar tft.
Die »ege» Anweisungen an Graf Brockdorff.
t* Berlin, 10. Mai. lieber die »e»e» An. z^fange» aa Graf B r o ckd o r f f, R a » tz a n et.’ p^et Laser Vertreter: Für die Reichsregierung ist
die Erwägung, ob sie die Friedensdedingungen ^6tbmeM »der ablebne» soll, nicht maßgebend, v** wird vielmehr alle, versuche», »m z» Set. •*7° d ! » ngerr zu kommen. Für die deutsche Bb- ^Nung ift es wichtig, sestzustellen, ob die Beding, jMp« wirklich ernst gemeint find oder nur gestellt ihT *6 Erwartung, daß sich Destfchland ans
Kuhhandel elnlasieq werde.
siMndnm.
wb. Berlin^ 9. Mai. Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Seit Bekanntwecken der feindlichen Friedensbedingungen gehen beim Reichspräsidenten und dem Reichsministervräsi^enten zahlrnche Telegramme ans allen Teilen Deutschlands ein. die entschiedensten Protest gegen die uns zugemuteteu Vergewaltigungen enthalten. Alle bringen dir Hoffnung zum Aufdruck. daß die Reichsr-gierung keinen Frieden an- nehmen werde, der den nun vorliegenden Bedingungen irgendwie entspräche. Der Reichspräsident und dir Reichscegiernng sind außer Stande, auch nur einen Teil dieser Kuniwebnngen zu beantworten. Keine wird ungehört verhallen. Der Reichsregiccung sind sie willkommen sür ihre mit allen Kräften geköderten Beinühnngen, vom Gewaltfrieden zu einem Verhand- lunassrieden zu gelangen.
Protestkundgebungen fanden statt in der hessischen Volkskammer, der oldenburgischen und braunschweigi • scheu Landesversammlung und der hamburgischen Bürgerschaft. Tas badische Ministerium erläßt eine Er- llärung an das badische Volk, in der eS heißt: Wenn eS nicht gelingen sollte, den Friedensbedingungen eine Gestalt zu geben, die dem deutschen Volke daS Deiterleben als Volk möglich macht, dann werden wir vor die ernste Frage gestellt werden, ob wir uns den Feinden beugen müssen, oder ob nicht einmütig dieser Friedensschluß zurückgewiesen werden mnß. Die weitere Besetzung von Kehl durch dir Franzosen ist uns SBobercnt unerträglich. Dem wirtschaftlichen Leben unseres Lande- würde dadurch ein tödlicher Stoß versetzt. Wir erheben laut Widerspruch gegen diesen Hohn auf daS Selbstbestimmungsrecht der Völker.
Berlin, lO.Mai. Der EntrüstungSsturm über die vorgeleaten Friedensbedingungen nimmt in ganz Deutschland von Stunde zu Stunde zu. In Oberschlesien herrscht starke Erregung. Viele Orte an der Grenze sprechen sich entschlossen gegen die Angliederung an Polen au8. Auch au- Bayern treffen scharfe Proteste ein. Die Bevölkerung der Rheinlande hat. wie die „Voss. Zeitg." meldet, die Bekanntgabe der Friedensbedingungen niedergeschmettert. Man sei einig in dem Willen, in der Zukunft, bringe sie, waS fit wolle, treu zum Reiche zu stehen.
Berlin, 10.Mai. AuS Echneidemühl wird dem „Berl. Tagebl." gemeldet, daß dort Ruhe herrsche. Es wich eine Kundgebung aller Parkeits vorbereitet
A« ttil zMWWWW».
(Fortsetzung.)
4.freit Erster Abschn.: De utsche Kolonien. Art. 119: Deutschland verzichtet auf seine überseeischen Besitzungen. Art. 120: Alle seine Rechte werden auf die Regierung übergehen, die krast des Artikels 257 der finanziellen Klauseln die Autorität über delle Territorien ausübt. Artikel 122: Die die Autorität ausübende Regierung tarn alle ihr nötig tr- lcheiuenden Maßnahmen betreffend die Rückl'esörde- rnng deutscher Staatsangehöriger und betrossend die Bchingungen, unter denen deutsche Staatsangehörige europäischen Ursprünge- ermächtigt oder nicht ermächtigt werden, sich in jenen Gebieten aufzuhalten, Besitz zu haben.. Handel ober Beruf zu betreiben, treffen. Artikel 127: Die eingeborenen Deutschen der Lberseeifchen Besitzungen haben ein Recht auf den diplomatischen Schutz der die Autorität ausübenden Regierung .
Zweiter Abschnitt: Thino. Artikel 1281 Deutschland verzichtet zu Gunsten China- aus alle Privilegien au- d«nn Schlußprotokoll von Peking vom 7. September 1901 sowie auf jede Forderung von Ent- fchädigunpsiahlungen kraft dieses Protokoll?, die später al» 14. Mär) 1917 entstanden i|L Artikel 129: China ist nicht mehr verpflichtet, Deutschland Vorteile an- ben Abkomme» vom 29. August 1902 be- treffend neue chinesische Zolltarife, sowie vom 27. September 1905 bezüglich Wbang Poo und dem pro- visoriscben Ergänzungsobkommen vom 4. Avril 1912 ju gewähren. Artikel 137: Deutschland überläßt unter Vorbehalt anderer Bestimmungen diese- VettrageS China alle Gebäude, Kasernen, KriegSmunition. Skiffe aller Att, drahtlose Einrichtungen und an- dcrcS öffentliches Eigentum in deutschen Konzessionen in Lrr-.fin, tzsrUau ober auf anderem chinefijchrm
®etut Gebände mit R.-ohr.unge.t tun DtptomareA oder Konsul» sind ausgenommen, außerdem daS bei* uhe öffentliche oder private Eigentum im Gesandte 'chastsvicrtel von Peking, über daS die verbündetes Regierungen verfügen werden. Artikel 131: Deutschland nimmt die Aufhebung bet Verträge betreffend die deutschen Konzessionen in Hankau und Tientsftz an, die in die volle Souveränität China- übergehe», ohne daß dadurch die Eigentumsrechte von Staat-» angehörigen verbündeter Regierungen berührt werde», Artikel 133: Deutschland verzichtet auf alle Ansprüch« wegen der Internierung seiner Untertanen in Chintz der Beschlagnahme seiner Schiffe, Liquidationen uft* feit dem 11 August 1917.
Der fünfte Teil des Friedensvertraaes behandelt militärische, maritine und Lustklausel« und besagt, daß zwei Monate nach dem Inkrafttreten des Vertrages die militärischen Kräfte Deutschland» wie folgt demobilisiert sein müssen: Die deutsche Armee darf nicht mehr al» sieben Jnfanteriebivisioney und drei Kavalleriedivisionen upisassen. Die Gesamtheit bet deutschen Heere-bestände, einschließlich der Osfte ziere und der Depot-, darf 100000 Mann nicht übersteigen und bars ausschließlich für bie Aufrechterhaltung der Ordnung im Annern unb zur Grenz- volizei verwendet werben. Der dlAnüdestand bet Offiziere einschl.rßllch der Stäbe butf 4000 nicht Ibersteigen. Eine Insanteriedi-i^o,» darf aus löchsten- 110 Offizieren und 10 830 Mann, eine Kavallerie« Rvisio»» ans 275 Offizieren und 5250 Mann bosteben. hierin eingerechnet ist für jede Jnfant«rie-Tivision >e ein Feld.irftlterie-R»giment mit 85 Offizieren und 1300 Mann. Die Divisionen dürfen von höchsten- ’.toei Armeekorpsstäben encadriert werden. Det Große Genetalstab muß aufgelöst werden« Gendarmerie und Polizei dürfen mir in einem bei Bevölkerunqszunahme seit 1913 entsprechenden Maßt »rhöht werden. Zwei Monate nach Inkrafttreten btf Vertrage? darf die Bewaffnung Deutschlands 84 001 Gewehre, 18 000 Karabiner, 792 schwere Maschine»» qewehre, 1134 leichte Maschinengewehre. 83 mittler» 109 leichte M-neu werfe« 9fH7 7«r »^-schütze st», 105er Geschütze nicht übersteigen. Zwei Monate nach Inkrafttreten des Vertrages dürfen die Munition«- vorräte der deutschen Armee folgende Zahlen nicht übersteigen: 40 800000 Gewehrvatronen, 15 408 OÖO Maschinengewehrvatronen, 25 200 _ mittlere Minen« wersrrgeschosse, 151 200 leichte Minenwerfergeschosse, 20 400 77er Granaten, 67 200 105er Granaten. Alle- übrige in Deutschland befindliche Kriegsmaterial muß den Verbündeten zur Zerstörung ansgeliefert werden. Kriegsmaterial darf in Deutschland nur noch in den Fabriken hergestellt werden, welche von de» 5 verbündeten Regierungen angegeben sind und nut in dem von ihnen bezeichneten Umsang. Die Herstellung, Einfuhr und Verwertung von jeglichem an- derem Kriegsmaterial von Gasen, verbotenen flüssige» oder sonstigen Stoffen, von Panzerwagen, Tank- unb allen ähnlichen Werkzeugen ist Deutschland verboten« Die allgemeine cbiigatorischc Wehrpflicht ist i» Deutschland abgeschaffi. Deutschland bars keine Militärmissionen ins Ausland schicke»», mnß verhindern, daß seine Staatsangehörigen sich in fremde» Heeren, Flotten unb Luftflotten anwerben lassen. Alle Frstungsanlageu auf beutschem Gebiet westlich einer 50 Kilometer östlich des Rheins gezogenen Grenzlinie werden entwaffnet und geschleift. Der Ba» neuer Befestigungen in dieser Zone ist verboten. Die Besestigungssysteme an der Süd- und Ostgrenze Deuischlaichs bleiben in dem augenblicklichen Zu st and.
Sech- Monate nach Inkrafttreten de- Vertrage- dars btt deutsche 8 rieg-s lotte nickt mehr al» 6 Panzer vom Typ Deutschland od'er Lothringen, 6 leichte Kreuzer, 12 Zerstörer, 12 Torpedoboote, dagegen kein einziges Unterseeboot mehr umfassen. Die Mannschaftsbestände dürfen einschließllch Offizieren 15000 Mann nicht übersteigen. Diese müssen durch freiwillige Stellung für ununterbreckene 25 Jahr» für Offiziere und ununterbrochene 15 Jahre für Unteroffiziere und Matrosen rekrutiert sein. Alle weiteren Ueberwasserkriegsfchisfe, ferner alles Kriegsmaterial, da» Zahl und Quantität, wie fte von ben verbündete» Regierungen festgesetzt sind, übersteigen, alle Unterseeboote, Hebefchisse, Docks wecken ihnen von Deutschland au-geliesert. Es handelt sich hierbei um die Panzer „Oldenburg," ^Thüringen," „Ofisrie»'and," „Helgoland", „Posen", „Westfalen", „Rheinland", „Nassau": leichte Kreuzer: „Stettin", „Danzig", „München", „Lübeck". „Straßburg" und „Augsburg", „Kolberg" unb „Stuttgart", um 42 neue Zerstörer, 50 neue Torpedoboote. Dir im Bau bejindliche» Schiffe wecken zerstört. Hilsskreuzer, HilfsfÄllsi werden entwaffnet und wie Handelsschisfe behandelt. Deutschland darf keine neuen Kriegtschisf» bauen ober erwecken, die nick» zum Ersatz der bee Deutschen belassenen Einheiten dienen. Die Soffer» oeckrSngung bet Erlatzsckisse darf höchsten» beirage» So000 Tonnen für den Panzer, 6000 Tonnen für bie leichten Kreuzer, 800 Tonnen für die Zerstörer. 200 Tonnen für Torpedoboote. Bau und Erwerbung neue« Unterseeboote, selbst HandelSunterseeboote, sind Deutschland verboten. Kriegsmaterial, bi« die deutsche Flotte führen darf, wird von den SHIiit-ieu festgesetzt. Ta» überschüssige Mattrial muß auSge» liefert wecken.
Zur Sicherstettung der völlig freien Schifffahrt zur C ft 11 e für eilt Nationen in zwischen 65 Grab 27 Minuten unb 54 Ecod »«cv- licher Breite unb 9 Grad östlich, 16 Grad öutl« .Greenwich darf Deutschland krrueriei Festung« Mw
Bekanntmachung.
Fortgesetzt gehen uns voi» den dörflichen Nicht- j ßAbstverforgern oder Teiliwrsorgern Beschwerden dar- Rer zu, vaß sie noch nicht in dem Besitz ihrer zusicbcn- ben Kartoffeln, sind. Die UefÄKerdeführer müssen sich in diesen Fällen stets zunächst an die örtlichen Bür- rnrmeister wenden, der ihnen, falls im Dorfe noch Sartc^etn vorhanden sind, diese zuzuweisen hat. D i r öltliche n A rbei l e r - nnd B a ue ru r äte s i nd verpflichtet, Lei der Beschaffung von Kartoffeln helfend einzugreifen, falls sich hierbei Schwierigkeiten ergebe,». Es pmß mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dahinge- jbfbt »oecken, mindestens die dörflichen Nicht-Selbst- tzelforger oder Teilversorger mit Kartoffeln aus den eigenen Ortschaften zu berschen, da eine Zuführung »us anderen Orten gänzlich ausgeschlossen erscheint und kftiahwittrl nur sehr knapp sind.
Weite: ffchen uns täglich anouhme Zuschriften ta allen möglichen Dingen zu. Wir müssen es (ätz! ich üvlehneu, uns mit diesen zu beschästigeu, da btt Anzeigen ost nur nichtigen Motiven- enispririgen; teer eine gerechte Sache hat, muß auch feinen Namen mmten; Geheimhaltung wird zugesickert, falls dies wird.
Auch bitten wir die Bauern- unb Arbeiterräte uns die Adressen ihrer Vorsitzenden und deren Stellvertreter »illeileu z» wollen -
Arbeiter- und Soldatenrat Marburg:
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Die „Oberdessllcke Zeitung" erichelnt sechsmal »äckenttich. — De- *WX 1(1C Weznasvrei, beträgt monatlich 1.85 X. frei >n« H„u» (bwr* bie Pob V11. *VO ohne Bestellgeld). — «erleg von Dr. C. Hitzeroth. Markt 21/23. —
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