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mit dem Krcisblat! für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher kurhessische) OLerhessen
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die Verantwortung für eventuelle Zwischenfälle über lassen.
auf die Weiterre'se nach Pasen begab, um dort mit dem Kommandeur der Posener polnischen Truppen Besprechungen abzuhalten.
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Meinung, daß ein Völkerbund nur dann seinen Pttrrf 'riüllt. wenn er 1.) von Anfang an auf der Grund'aae gleicher Pflichten und Rechte alle nnabbängiaen V8l ker in sich vereinigt, die die V'rvslichtnngen des Ver träges ilbernebmen: 2.) wenn er über eine internationale Autorität verfügt, die beauftragt ist, sowobl den ein aegangenen Vernilichtungen inb'zug auf den Frtedensver- trag wie der Tätigkeit des Völkerbundes Geltung zu verschaffen: 33 wenn et Maßnahmen für ein Verbot weiterer Rüstun^n. für dir vrogr"ssive Herahsehnng der gegenwärtigen Rüstungen und eine Kontrolle der noch gestatteten Munitionsfabriken varfieht und baldigst aut eine völlige Abrüstung zu Walser und zu Lande hin arbeitet: 43 wenn sich alle Mitglieder, ans denen sich der Völkerbund zufammenseht, ausnahmslos dazu ver» ustichten, alle Konflikte vorziilearn, auf die der Völkerbund Anwendung findet, und wenn die Rationen sich ver- Pflichten. daS Urteil des Bundes anznerkennen und in keinem Falle zum Kriege ihre Zuflucht zu nehmen- 5.) wenn er, um diesen Zweck zu erreichen, die Methode der öffentlichen Divlomatie annimmt, die eine Gewähr dafür bieten würde, daß die südslawischen Forderungen 'ür jeden einzelnen Teil entschieden werden, um dadurch allein die Beständigkeit des Friedens zu sichern. Diese Bedingungen sind gegenwärttg von den verbündeten Regierungen nicht befolgt worden.
Ferner wurde eine Entschli ßung angenommen, hie besagt: Die in Amsterdam tagende Konferenz, die dir 'ozialistische und die Arbciterbew'.gung von 26 Nationen vertritt, erklärt ihre Entschlossenheit, den Kampf füi einen Frieden aufzunebmen, der nicht im Widerspruch mit den 14 Punkten Wilsons steht. Die Konferenz beauftragt ihre Delegierten, eine Zusammenkunft mit den vier leitenden Männern der Verbündeten zu verlangen Bei dieser Zusammenkunft müssen die Vertreter der Jnlernationale darauf bestehen, daß eine Lösung herbei» geführt wird, die sich mit den Berner und Amsterdamer Beschlüssen deckt. Die Konferenz bat den Regierungen die Verantwortlichkeit für alte aus einer etwaigen Wei- zernag sich ergebenden Folgen zu überlassen.
Sitzung findet am 1. August in Luzern statt.
~ Die internationale Sorialistenkankerenz faßte Schluß ihrer Beratungen eine Entschließung über Völkerbund, in der es heißt: Die Konferenz ist
A n n e k t t o n der im Londoner Vertrage erwähnten Gebiete verlangt. Er erinnerte auch die Negierung an ihre Pflicht, die übrigen noch nicht befreiten Städte Italiens, u. a. Spa lato, Italien anzugliedern. Die Tagesordnung wurde von dem Gemeinderat unter dem Beifall des Volkes angenommen. Die Menge zog nach dem Ouirinal- platz: hier übe'gab Fürst Colonna dem König die Tagesordnung.
Fiume de« Italiener» übergebe«.
wb. F t u m e, 29. April. Der hiesige italienische National-at übergab die Stadt feierlichst dem italienischen General Eraziolo.
Eebasiopol geräumt.
wb. Pari«, 29. April. (&aoas.) Da« .$<&» b* Pari»" meldet, daß Sebastopol am 28. April vollständtz geräumt werden mußte. Alle» Kriegsmaterial mußtz eins«'chijit «der zerstört werdep.
Vtabett gilt «1« Tarrabett. — Bei Sutfunft d die ®ei*ih«K. «. Vermittlung »er Ingebete » 4.6«n»ergrhibt. - P»stfcheckl«nto: Mr. 6C15 Amt Franks.«. 3H.
F»Minm itt siriiiünstM'itr.
wb. Amsterdam, 29. April. Die Sozialistenkonferenz hat heute nacht gegen 12 Uhr ihre Beratungen beendet.
Die Konferenz sprach sich g e g e n die Wegnahme der deutsch n Kolonien, gegen eine Einverleibung der deutschen Stadt Danzig in Pol n und gegen die politische und wirtschaftliche Annektion des Saarbeckens aus. besten Koblenprobuktioir zur Vergütung für den durch Deutschland ungezwungen in Nordfrankreich angerichteten Schaden bestimmt werde. Ein: Entschließung fordert die Gleichberechtigung bet Juden. Die nächste
Marburg
Mittwoch, 30. April
MM.
Di« Siebertage der Bolichewiki im Oste«.
wb. Amsterdam. 29. April. Dem „Telegraaf* zufolge meldet die „Times" au« Jekaterinburg, daß bi« Bolschewisten versucht Haden, ihre demoralisierten Itup» p n durch die falsche Vorspiegelung, daß sich 60 000 Mann ukrainischer Truppen zur Verstärkung unterwegs befänden, zum Wetterkämpsen zu bewegen. Die Kote Armee unternahm einen Gegenangriff, bet jedoch unter schro ten Verlusten für sie abgeschlagen wurde Das sibirische Heer dringt unaufhaltsam aus seinem schnellen Vormarsch beiberlett« der Kama vorwärts General Dutow hat die Bolschewisten aus der ganz»« Front zuriukgeworfeu und rückt in der Richtung £nit bürg vor.
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5er Anskiß gtotn $in$tn.
wb. Berlin, 29. April. Die Reichstruppe« überschritten im Einverständnis mit bayerische« Regierung die Grenze. Gemeinsam mu der bay« erischen und schwäbischen Volkswehr führen sie den Aufmarsch gegen München durch. Freising und Starnberg wurden genommen.
Die 2. Eardedivision mit de» Regimentern Alexander, Augusta, Franz und dem Freikorps Görlitz befinden' sich auf dem Marsch. Die Spar« takisten-Armee wird nicht mehr von Teller, sonder» von dem früheren Stadtkommandanten und Kam« munisten E g e l h 0 s e r angeführt. Tie Garnison München gilt den Spartakisten als verdächtig. 200 Mann des Leibregiments wurden verhaftet. Alck zuverlässig gelten nur die bewaffneten Arbeiter» bataillone.
Im Kommunistenlager greift die Uneinigkeit um sich: das ausländische Element unter bet Kommunisten verstärkt sich. Laut „Bayrischer ’* Volkszeitung" haben sich die Ingolstädter Verhand» hingen mit der Räte-Regierung in letzter Stunde zerschlagen.
Berlin, 29. April. Die Operationen gegen München gehen weiter. Die Regieru-gstruppen haben Wasserburg und Gars am Inn besetzt.
wb. Augsburg, 29. April. Amtliche Mit« teilung des Gruppenkommandos Augsburg: Die Regierungstxpppen sind am 29. Ap il anf der Lcch* (Inte näher an Mstn-be" b»ra'"'^^r'qen.
wb. ®ambera, 28. Avril. Die Zeittmosnochricht, baß daS militärische Unternehmen gegen München vom Reichswehrminister geleitet werde, ist unrichtig.
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»6. 9U*. 29. April. Nach einer „S'efani"- Melduug begab sich auf Einladung des Bürger- '"Eisier, di« Bevölkerung der Stadt Rom gestern do, Kapitol, wo der Eemeinderat eine Sitzung Fürst Tolonna verlas eine Tagesordnung, v0^ bet das Volk von Rom Kenntnis nimmt von V?8 freien, kßUimen und festen Willen Fiumes, M Aft H«? z« vereinigen und die fojsrtiüe
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wb. Berlin, 29. April. Die preussische Regierung erläßt folgende Kundmachung: Rach dem Gesetz vom 17. April gilt der 1. Mai als allgemeiner Feiertag im Sinne der reichs- und 'andesgesetzlichen Vorschriften, also in dem Umfange wie die bestehenden gesetzlichen Feiert'ge. Demgemäß haben die Berkehrsanstalten, insbesondere die Eisenbahnen, den Dienst am l. Mai mit an den anderen gesetzlichen Feiertagen auszuführen, hierzu wird angeordnet, daß der Güterverkehr, soweit als die notwendigste Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln tmb Kohle dies irgend zuläßt, ruhen soll, damit bem Eisenbahnpersonal eine weitestgehende Befreiung vom Dienste zugute kommt.
Berlin, 29. April. Zn einer Sitzung der Generalkommtsfion der Gewerkschaften und der Organisationen des Eastwirtegewerbes beschäftigte man sich mit dem Beschluß der letzteren, am 1. Mai zu feiern. Man kam zu einer Uebereinkunft in der Form, daß die Gastwirte ihre Betriebe an diesen Tagen offen halten könnten, soweit sie imstande seien, selbst und mit Hilfe ihrer Anverwandten usw. die Bedienung der Eäste zu übernehmen, oder diese sich selbst bedienen konnten. Auch die sogenannten Eveisewirtschaften sind von dieser Einschränkung nicht ausgenommen. Die großen Luxuslokale bleiben dagegen geschlossen.
Berlin, 2**. April. Die Organi'ation bet Buchdrucker und die Sertrauenelente der ZetiungS-Personale beschlossen vollständig« Arbeilsruhe am 1. Mai. Ton» nerbtag Mittag, Donnerstag Abend und Freitag Morgen erscheinen allo keine Zeitungen.
wb. Ludwigshafen a. Rh., 29. April. Der 1. Mai ist auch von der französischen Besatzungsbehörde für die Pfalz eis politischer Feiertag erklärt worden.
wb. Ber», 29. April. ElSmenceau hat die Maiumzüge geuehzuigt, jedoch den LrKaniiationen
wb. L u x: - f- n r 1, fn. wn-:t. Die luxemburgifche Frage wurde in Paris im Sinne iner wirtschaftlichen Union mit Belgien geregelt.
Berlin, 28. Avril. Aus Paris wird gemeldet' Kaiser Wilhelm wird wahrfcheintich auf Drängen der englischen Kommissionsmitglicder anf seinen Geisteszustand untersucht werden. Erst nach dem ärztlichen Gutachten wird entschieden werden, ob der Kaiser vor ein Gericht gestellt w rden wird.
Berlin, 29. April. Die F anm'en gaben Befehl, daß sämtliche Cifniere und Un’t’O'ft tere der aktiven bciit'dien Aimee und ihre Familien ans dem Saargebiet Zwangsweise nach dem rechten Rheinufer z« brtn« en sind.
tob. Bern, 29 April. Koblenzer Meldungen der Lvoner Blätter berichten, daß die interalliierte Lebeus- mittelkommission beschlossen habe, den fi-ben Millionen Deutschen der befevt'n Gebote eine tägliche L bensmittel- ration von 930 Gramm znzuweisen: kalls die örtliche Zufuhr zur Erreichung dieser Menge nicht genüge, werden die Alliierten das fehlende nachliekern.
Main,, 23. Avril. In Verfolg der Angelegenheit des, Oberbürgermeisters Dr. G ö 11 e l m a n n mit General Mangin bat dieser jetzt um seine formelle Verletzung in den Ruhestand nachgesucht: unter Bewilligung eines RuHeneHaltes von 17 OOO Mark wurde ihm dies von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig ge- roährt.
wb. Malta, 29. April. (Havas.) Dis japanische Flotte im Mittelländischen Meer wirb sich nach einem Besuch ber französischen Häfen nach Griechenland begeben und erst «ach Unterzeichnung des Friedensvertages nach Japan zurückkehren.
tob. Mülheim a Ruhr, 29. Avril. Aus Anlaß der bevorstehep!>en Fri >p-"-s---rt-a>'bl"ngen s"nd heute hier eine große Massenversammlung statt, in d-r nach Ansprachen folgende Enychließung, die der Reichsregierung und der Rationalverrammlun 1 telegraphiert wurde, an» --—'Minen wurde: Einem Freden der Schmach, einem Frieden der Selbstvernichtling w-rden wir uns niemals beitaen. Unsere Feinde mögen es sich gesagt sein lassen: Bildet Euch nicht ein, Ihr könntet auf die Dauer -ines Friedens froh werden, der das Selhsibe^ immnnas- recht der Völker mit Füßen tritt, der aller Menschlichkeit und Gerechtigkeit und auch jeder politischen Weisheit Hohn spricht. Solcher Verblendung furchtbare Saat müßte in kurzer Frist auffchießen zu grauenhaftem Verderben der ganzen Kulturwett. Zugleich verlangen wir im Namen der Menschlichkeit sofortige vollständige Aufhebung der Blockade und sosorttge Freigabe unserer 'befangenen.
Eine beutschnatiouale klein« Anfrage.
SB e t m a t, 28. April. Aus einer Reih: von kleinen Anfragen, die der Nationalversammlung zugegangev sind, ist eilt: Anfrage der deutschnattonalen Adgg. Graf Pofadowsky und Schiele hervorzuheben, in der es heißt daß aus England zurückg. kehrte verwundete Gefangene ausgesagt haben, daß dort die Heimsendung verwundeter Gefangener davon abhängig gemacht wird, daß für jeden nach Deutschland h imzusendenden Verwundeten ein gesunder Gefangener zur Aufräumung der Schlachtfelder nach dem Festland abgesandt werde. Die Abgeordneten frage» an. ob der Reichsregierung hiervon etwa« bekannt sei und welche Schritte sie dagegen zu tun gedenke.
Di» Folge bet Ankunft bet Armee Haller.
Berit«, 29. April. Die Lage an ber polnischen Front hat. wie bem ..Internat. Tel.-Büro" gemeldet wirb, seit einigen Tagen ein anderes Gesicht angenommen. Offenbar erhalten die Polen dauernd durch neu ankommende Truppen Zuzug, unter dem sich auch nach zuverlässigen Nachrichten Artillerie befindet. Wenn nicht alles täuscht, so stammen diese Truppen fast ausschließlich von der polnischen Ostfront, wo sie zum Teil infolge des Rückzuges der Bolschewisten, zum größeren Teil jedoch vor allem durch die Ankunft der zur Zeit durch Deutschland rollenden Armee Haller entbehrlich geworden sind. Wenn es also auch vielleicht Tatsache ist, daß di« Hallerschen Truppen selbst in feinet Weise an der deutschen Front zu kämpfen beabsichtigen, so hat trotzdem durch die Ankunft der französisch-amerikanischen Polentruppen die polnische Wehrmacht gegen den deutschen Grenzschutz eine erhebliche Verstärkung erfahren. Mit diesen Eindrücken stimmt auch die Tatsache überein» daß General Haller ganz kurze
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Ankunft bet Deutschen in Paris.
wb. Paris, 29. April. (Reuter.) Sechzig deutsche Fnedet^sdelegierte sind in Versailles ein» getroffen. Sie haben sich im Kraftwagen zum Hotel du Reservoir begeben. Es ereignete sich kein Iwischenfall.
Dem ..Petit Parifirn" zufolge wirb die Prüfung ber Vollmachten der deutschen Delegierten am Donnerstag erfolgen. Der Gemeinderat wird durch eine:1 Anschlag das Publikum ausforde'-n während ber Dauer der Verhandlungen eine würdige Hal- ,rng zu bewahren.
wb. B e r l i n , 29. Ap' il. Ueb»r die Zusammensetzung der nach Versailles entsandten Friedens-, «bordnung verlautet u. a. noch: Außer den sechs Beauftragten besteht die Abordnung aus den zwei 6?ntro!bireHoren im Auswärtigen Amt v. Stock- Hammer und D". Simons als Ceneralkomm's- "sare. denen 11 höhere Beamte des Answär'igsn ■Kmls und 18 Herren anderer Reichsministerien zur Seite stehen. Zu dem besonderen Büro des Rc'chs- ’minf’crs des Acußern gehören Gefai.dter von 'Haniel, Legationsrat Dr. Rödiger, L-:ga- tionsfekretar v. B ü l 0 w, Herr E a h e n und Lega- iion'skan-lift Fischer. Das Finanzministerium m'-d durch Anterstaatssekretär Dr. Schröder und Herrn Bergmann vertreten, das Reichs- Ministerium des Junern durch Geheimrat Beer #ttb Attache« v. Friedberg, das Reichsjustiz- Minksterium durch Geheimrat Dr. Richter, das Reichskolonialamt durch ,Geheimrat Nuppel, das Reichswirtschaftsministerium durch S'aatsral p. M e i n e l und Herrn Richard Merton, das Reichsernöh-ungsministerium durch Geheimrat «risch und Herrn L e g i e n, das Kricgsmini- perrn« und der Große Generalstab durch General v. Steckt, die Majore Draudt und von Oertze« und Hauptmann Fischer, das Neichs- «arineamt durch Kommodore Heinrich und Ka- pitat;leittnent Kiep.
Der Bölkerbundsvertrag.
wb. Pa r i s, 28. April. (Reuter.) In einer Vollsitzung ber Friedenskonferenz wurde der Entwurf des Völkerbundes angenommen: alle Berbesierif--—-"-trage- w*«« ,i«-"§v«-vgen.
Dis zurückgezogenen Verbeficrungs- auirSge zum VLllerbnndsvert ag roa-en der japanische Antrag, der die Aufhebung der R a s s e n u n t e r s ch i e d e fordert, und die fran» Mfchen Anträge zugunsten eines Zwangsschieds- gerichts und zugunsten der Errichtung eines m'li- Krijchen Rates, der in den die Abrüstung betreffenden Fragen dem Nate des Völkerbundes zu: beite stehen sollte. Diese Angelegenheiten wurden für die Entscheidung durch den Bund selbst zurück- -kstellt. Di« Plätze der italienischen Delegierten waren unbesetzt.
wb. London. 29. April. Der Text des Völ- kerbundvert-ags wurde heute nachmittag bekannt- ^gebr«. Biele der darin enthaltenen Bestim- Mungxn find bsHPits halbamtlich veröffentlicht worben. 23 ursprüngliche» Mitgliedern
•erben v*r" ■ dreißig Staaten, darunter di Xiebeiläi ti, ....^e^ordert, dem Völkerbünde brizu- tretrm Der Hauptpunkt des Völkerbundvertrag-s Efi der, daß eine Nation, die unter Mißachtung des Dertrazes ihre Zuflucht zum Kriege nimmt, durch Wiests Ergehen als eine Nation angesehen wird, vtze ehre Kriegshandlung gegen alle Mitglieder be= ^nge« hat.
wb. Paris, 29. April. Rach einer Havas-Mel- berichtete Wilson in bet gestrigen Vollsitzung ber Btitbeuetonferenii über Abänderungen bes Texte« des ®Rferb«nbenfrourf6 u. a.: Austritt aus dem Bunde v mit zweijähriger Kündigung möglich, Ausschluß Ist bei Verletzung der Verpflichtungen möglich. Zum dchntze ber Arbeit sollen Maßnahmen getroffen wer-
Aks Generalsekretär d-s Bundes schlägt Mlson britsiche« Kronrat Str Erik Drumond vor.
Wb A m ft e r d a rn, 29. A"-il. Laut . Atgemeen ^nbetebteb" meldet die „Morning Post" aus ÖafMngtxm: Der frühere Präsident Taft und rsvublikauische Senatoren, die den schärfsten W i d e r p a n d gegen den Völkerbund geleistet ^beu, »erteidigeu Wilsons ©‘arb^urft in de aittnK.gixoge. Sie werden deshalb von einigen ^littetn angegriffen, und es wird ihnen vor- daß sie sich in eine Sache einmengten, die ^lnerika nicht» angehe.
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IDie „Oberbess'lche 3e110no" erliefnt Iech»m«l wSchentllch. — De- -w* </)/) I SeaupsDret« beträgt monatlich 1.35 *. frei >t,« Hnu» (durch die Potz tilg. IVV ahne Bestellgeld). — «erleg von Dr C. Hitzersth. Markt 21/21. — 1 Fernsprecher 55.
Berlin, 29 Avril. Rach einer ,.B Z."-Melbung erließ die boherifAe Regienina eine Prsklamatton. in der sie darauf binroeift, daß kleine Minderheiten durch Terror jede freie Beweauna niederüttd-r len versuchten und wie toahntofftiat Narren und brutale Dernaaoat» Bayern in die Schrecken eines BütaerkriegeS stürzte«. Der Avpekl an die Vernunft fei fruchtlos a'Wfen. Gewalt könne nur durch Gewalt gebrochen werde«. Tie Not Münchens schreie zum Himmel, Daher könne nicht -'entartet werden, bis die im Lande selbst gesammelte« Truppen stark genug seien. In dieser Not rufe hie Regierung die Hilfe des Reichs und der Württemberaer an. Reich?truppen und Württemberger ständen bwit, mit bäuerischen Manuschaiten gegen Münch n vorzurücken. Zum Schluß sagt der Anstuf, eS sei Ehrenpflicht des k>aveiischen Volkes, den Reichstruppen eine freundlich« Aufnahme zu bereiten
Rach dem „Bert. Tagebl." berichtet« «kn au« München in Bamberg «Ingetrosfener verläßlicher Gewähr«« mann dem dortigen Korrespondenten be« Blatte«, daß e« zwischen Lewlen und den Münchener ftafernenräte« zu sehr schweren Differenzen gekommen sei. Dt« Letzteren beantragte«, daß mit de« Soldaten auswärtiger Garnisonen verhandelt werde, fieroien verhinderte die Annahme dieses Antrages, sodaß sich die Kafernenrät» mit dem Rufe entfernten: „Euch trifft die Blutschuld". Auch bei einer großen V-ttammIung Im Löwenbräu wurden den gegenwärtigen Gewalthabern fchwere Bor, würfe gemacht. Die Kasernenräte sagten der Säte* repuhlil und ihren Führern die Gesolgscbast auf. Da bi« Räterepublik keinen Halt haben könne.
tob. Würzburg, 29. April. Um einer weiteren Beunruhigung der Polks^enofsrn vorziibeim n. verbot das 3. Armeekorps das Erscheinen des „Fränkisch-'n Kuriers", bet „SSoten Fahne" und des „Freien Arbeiters" bis auf weiteres.
Rü rnberg, 88. April. In Nürnberg wurde« neuerdings ber Landrsvorfitzende bet U. S P. Dr. Freund, ber Nürnberger Führer bet Partei. August Mcver, und verschiedene andere Unabhängige ver- hastet.
tob. Ansbach, 29. Avril. Heute mittag ist ei* Flugzeug ber Flugzeugstatton Kitzingen, daS Flugblätter der Regierung Hossinann abwersen wollte, abpeflßrjt Beide Insassen sind tot Das Flugzeug ist zertrümmert.
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