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Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberheffen
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Die „Oderdess'ilbe Zeitung- erscheint sechsmal wöchentlich. — Der Bezugsvrei« beträgt wonotlicft 1.85 Jl. frei in* Han* (durch die Poft »hnr Bestellgeld). — veil«, von Dr. C. Httzerath. Merkt 21/23. — Fernsprecher 55.
Marburg
DiknStall. 29 April
4 Iahrg, 1919
Der NnzelgenPrei» beträgt f*r die 8-ei» Zeile 20 J n 50*1* Rtul$uf*L, amtl. au» wart. u.Eemmelanr. 80 j. a 83'/,*/, Kriegezuschs. Reklo»»»«iie 1.20,4. Zeder Aadatt gilt ,1, Barrabatt. — Bei vuekunst d die Geichätt.R. il Verrnittlana der Angebote 2* ^.Lenbrrgrbähr. — Pestscheekkente: Ät. 6C1» Xmt 5tewlt.«. Di.
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> wb. Parts, 28. April. (Havas.) Der Wortlaut des Doifriedensrertrages wird heute fertig Igesteüt. Es bleibt nur noch das Kiautfchou-Problem ^fien. Voraussichtlich werden die drei Staatsmän- 'ett am Dienstag die endgültige Entscheidung tref- |en, indem sie die Forderungen Japans befriedigen. Die militä ifchen und maritimen Bestim- Wingen sind bis auf wenige von untergeordneter Bedeutung festgelegt, lieber den Kaiser Wilhelm- Kanal ist noch keine Einigung erzielt. Der Dreier- #tt hat ferner noch die Luxemburger Zollfrage, die Frage der Zukunft der deutschen Kabel, di: Frage ter deutschen Kriegsgefangenen und deutschen Arbeiter zu regeln. Tie übrigen Fragen find sämtlich gelöst und werden in ihre endgültige Fassung gebracht. Die Bestimmungen über die deutschen Grenzen mit Einschluß der Bestimmungen über das Sckicksal des linken Rheinufers sind fertig gestellt. In Konferenzkreisen ist man der Arrficht, daß der Text am Freitag, spätestens ein Samstag der deutsche Abordnung übergeben werden kann. Am vorhergehenden Tage wird der : Text in einer geheimen Vollsitzung den Vertretern der 21 verbündeten Möchte zur Kenntnis gebracht.
Poincar«* bat am Sonntag Marschall Fach im Llys<"-e empfanden.
wb. P a r i s. 28. April. (Havas.) Dem ..Echo de Varis" zufolge fordert der Entwurf der Wirt- fchaftskommisston im Fricdensvertraa. daß Deutschland den Ve-bündeten das Recht auf Meistbegün pigung, sogar in vielen Fällen die Gleichberechtigung mit seinen eigenen Landesan.ge- hörigen zugestehe.
wb. A m ft e k d a m , 28. April. Dem „Algemeer £ Zundel-blad" zuin'ae meld-l der Pariser Korrespondent des „Etaike Velo ' - "elgien wird Mal- Medy mit Umgebung rlvuiivi. Frankreich und Belgien werden die Rhein lande 15 Jahre Ion 9 besetzt balten, Frankreich mit 200 000 Belgien mit ungefähr 20 000 Mann: die Kosten der Besetzung fallen Deutschland zur Last. Außer- denr wird Belgien freie Fahrt auf Wm Rhein zu- gestanden
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?lach Variier Blädermelbnnaen sei es der ansae- sdrochene Wunsch der Franzosen, den Friede« an derselben Stelle imteneMmen zu lassen, wo da» beutfrf’r Koiserreich audoer>>'en wurde. Für die Verhandlung«' «it den detrsscken Dclealenen eigne fick zudem Verkaille!> besser «l» Part». M>n hätte geglaubt, daß in Pan? «vsteb'ame ZnEevkässe haften schwer ve nsteden werden ^ne». In dem fteilten Versailles ist der Sicherheit« öienst leichter tmrchzn'üdren. Nachdem verich'cdene Ls s«aen in» Rone aesaßt worden waren, entschloß man
iftr i>le Requirier«nq des Hotel» de Reservoir, daß k” Deutschen vollständig zur Verfügung gestellt wird feie starke Sichersteitstruvve umgibt daß Hotel. Für k« Fall, daß der Platz nicht genügt, ist da» Hotel So» iK m Bereitschaft oefieflt.
Z« den Besprechungen mit den Verbündeten begeben M die Deutschen in das Hotel Ttianon, da» während de» tritge» ;hi Hersümmq de? Obersten KriegSrateS stnn Wd letzt den interalliierten Keneralstab beherbergt. Die Beil.andlnngkN mit den Deutschcri werden so wenig Nntlick sein, wie etz diedeS Zebner- und VlererratS waten, fern siebt nur eine einzige öffentliche Sitzung vor. die der Uwerzeiä nung der Prälimmarim gewidmet ist. €te wird im Spiegel tagt de» Versailler Schlosse« statt. Men. Der große Saal wird durch eine Schranke in Mi Hälften geteilt. Die eine Hälite steht den Ber> Stiern der großen und kleinen Mächte und dem Sekretariat I* BerffltMnta, die andere der Presse ans Berti eterr «I Bnblihnw».
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Der Park von Versailles wird während der Medensverhandlungen, die ziemlich lange dauern Werden, für da» Publikum nicht völlig geschlossen M. Den deutschen Delegierten find 60 Hektar ^krviert. Die Delegierten werden das Recht Men, in die Stadt auszugehen, aber in diskreter Begleitung, um jeden Zwischenfall vermeiden. Es wohnten die deutschen Delegieren, am Sonntag dem Gottesdienst in der Stadt bei.
tob. Berlin, 28. April. (Amtlich. ) Der Reichs- Atfchaftsminister betraute mit der Vertretung bei den «riedtnSverHandlungen in Versailler den bayerischen «taatsrat v.Meinel und Richard Merton (Frank- S.M.).
# Berlin, 28. Avril. Der Friedensausschuß der ^tionalversammlung ist aus Freitag nachmittags 6 lUjr * einer Sitzung einberufen worden. Die Sitzung wird 16 Berlin im Reichskanzlervalais stattfinden.
Eeneral Haller, der Führer der polnischen Divi-
«ensral Haller, der Führer der pointju/en 0)lvt- durch dar Spuaer äbtonume# vom 4»
Verletzung des Sonderabkommens von Spaa durch General Haller.
Am 26. 4. ließ Reichsminister Erzberger fot= an Marschall Foch gerichtete Note dem französi- -veu Vorsitzenden in Spaa überreichen:
April 1919 der Durchzug durch deutsche, Gebiet gewähr' worden ist. nahm am Ostersonntag, dem 20. April, in Krotoschin (aus deutsch m Gebiet innerhalb bet Grenzen des Deutschen Reiches gelegen) während der Durchreise die Parade über die dortigen polnischen Truppen ab. D'bei gab er nach dem „Dziennik Pozuanski" folgende Ertlämng ab: „Was Danzig an- langt, so gibt e» nut einen Standpunkt: Danzig gehört Polen und muß polnisch werden. Was Schlesien und West- und Ostpreusien anlangt, so muß man diesen Teilgebieten zu Hilfe kommen. Wenn diese Länder den Status erlangen, wie jetzt das Grotzl>erzoa- tum Posen, dann würde diese Fra^e scheu geklö"t sein." Durch diese Kundgebung bat General Haller sich eine "ebroere Verletzung des Spaaer Abkommens vom 4. April 1919 ,'uschulden kommen lassen. In diesem Abkommen ist seitens d r Alliierten zugesagt worden, das- alle Maßnahmen ergriffen werden, damit die auf dem Transport durch deutsches Gebiet befindl'chen Truppen alles unterlassen, was Unruhe in der Bevölkerung herv-uruf n könnte. Der Fübrer dieser Truppen. General Haller, bat ater durch seine Ansprache auf deutschem Gebiet hiergegen verstoßen. In dem Sch'uß- latz bat er die polnischen Truppen und die pvlnisch- ipr-chende Benölkerung direkt zum Aufstand geaen b:e deutsche Regierung aufgereizt, indem er für Schiessen, West- und Ostpreußen denselben Zustand der Empörung gegen die deutsche Regierung forderte, wie er im D.'z mber 1918 in Posen e'ngetr-ten ist. Hierdurch wird Unrube sowobl in der deutschen wie in der naln'schen Bevölkerung hervoraerufen. Wegen dies s Verstoßes gegm das Spaaer Abkommen lege ich hierdurch nachdriickl'chst Rrotest ein mit dem Ersuchen an cherrn Marschall Joch, b n ibm untersteNten General Haller auf das Ungehörige seines Verhaltens Hinweis n zu wollen.
Verbot der Maifeier im besetzten Gebiet.
wb. Bern. 28. April. Wie Lyoner Blätter rüg Kcblenz melden, untersagte der Befehlshaber der Vesatzungstruppcn die Maifeier, da man politische Kundgebungen befürchtet. Große Plakate mit der Abschrift: ..Wir wollen einen gerechten Frieden!" und „Die 14 Wilsonschen Punkte müssen "er-ns'-tticht me d-"'" -i • fertiggestellt worden; der amerikanische General r.laubte abe-, eine solche Propaganda, besonders vcgen der amerikanischen Soldaten, nicht dulden, zu können.
Die Kameruner Hssuptlinge für Deutschland.
Berlin, 28. April. Die Häuptlinge von üame'un er! arten sich englischen Offizieren gegenüber für Entfernung der Franzosen aus Kamerun und für eine deutsche Besetzung.
Sie iitWt sMMlsssmüz.
Ob her offnene Konflikt zw^ch-n Wil'on vnb dem tfaüenifrfwn Mimsterprössdenten Orlando zu einer ern9< haften Sabrnkgun'’ der Pariser Konferenz führ-n wird, if noch eine offene Frage. Ab«r selbst tofnn sich der gestörte Vetri"b wieder äußerlich einrenken lalsen sollte bleibt der innere Zustand unter den Verbündeten doch /ritiich genug. Es banbett sich bei den Auseinander 'etzuna-n zwischen dem amerikanifch-n Präsidenten und den Italienern um ausserordentlich scharfe Gegensätze die schwer zu überwinden find. Der Streit gebt nick' nur um die Frage, wer Fmme hesitz'N, sondern darum ob Italien allein unter Ausschluss aller anderen Mächten Protektorat art Balkan ausüben soll. Legt Italien äusser auf Triest feine Hand auch noch auf die zweite Hafenstadt des rmatifdjen Meeres, so untersteht das aesamte Balkan: inierland seinem Einfluss. Die Süd- ssawen, die Serben und die Rumänen müssen sich bei ihrer Ausfuhr über bas adriatifche Meer die üolieuisch Kontrolle gefallen lasset«. Die Tatsache ist besonder? ’cfrroer'viefl#tti> für tneienigen Völker, die nur diesen -inen Meeresaus-ana besitzen. Es ist l icht zu versieben dass die übrigen B-rbündeten ibrmn italienisck'n Bundes- brnber eine bercrf-Tf Borherrfchaft am Balkan nickt zuaesteben wollen. Deshalb 'rsckeint es auch wenig glgnb- bgft. dass Frankreich und England für die italienischen Anfprüibe eingetreten sind, und dass Willon der einzige Widersacher Orlando» ist. Viel nüber liegt bi* Vermutung, dass Wilson »um minbeOen im geheimen Einverständnis mit Lloud George unb Gtementeau vorgel t, weil Amerika e» wirtschaftlich und finanziell am sichersten in der Hand bat, Italien zur Vernunft zu bringen. Für diese Auffassung sprechen auch die italienischen Äressestimmen. die sich darüber entrüsten, dass das abri „tische Damoklesschwert, das früher Oesterreich über Ita iieuS Haupt zückte, von England und Frankreich ietzt in andere Hande gelegt werden soll, und zwar, rok her „Corriere della Sera" schreibt, „unter heuchlerischem Hmweis auf Willon". In der Tat stehen sich an der Ostküste der Wria nicht die Südslaven und Italien gegenüber, sondern Italien unb seine europäischen Bun- deseenossen. die ihre Schutzvölker am Balkan und damit ihren eigenen Einfluß nicht Italien preisgeben wollen. Dieser tiefliegende Gegensatz macht einen versöhnlichen Ausgleich wenig wahrscheinlich. Da Italien allein gegen alle anderen steht, wird es vermutlich Nein beigeben müssen. Vorläufig ist es Lrla^ro allerdings seinem Lande schuldig, zum mindesten den Schein des äußersten Widerstandes zu wahren.
Wem« Italien seinen Anspruch auf bie Alleinherrschaft in der Wria nicht chrrchjujetzcu vermag, so
entgebt ibm der Siegesprei», für den e» das Opfer seiner £rieg?betriligung gebracht hat. Es würde sich damft die Treulosigkeit, die e» im Frühjahr 1915 seinem Bundesgenossen gegenüber gezeigt bat, an ihm selbst rächen. Im übrigen aber hat die Völkermoral mit der ganzen Adriafrage herzlich wenig zu tun. Der amerikanische Präsident beruft sich allerdings darauf, dass der Frieden des Rechts unb der Gerechtigkeit, der gegenüber Deutschland angewendet worden sei, nicht anderen Völkern gegenüber verletzt werden dürfe. Er will damit wahrscheinlich sagen, dass man nicht den Polen Danzig ausliesern und den Südstaven Fiume versperren könne. Gegen eine solche Auslegung aber müssen wir Deutschen uns ans das entschiedenste verwahren. Wenn die Westmächte diese Gewalttat auf den Nomen eines Rechtfrieden» umtaufen, so begehen sie damit eine Heuchelei sondergleichen. ES ist wertvoll, dass fetzt auch die italienische Presse diesen heuchlerischen Charakter der Ententemoral erkennt und bloßlegt.
Wilson hat zweiftllos recht: es geht unmöglich an, der einen Partei, in diesem Falle Deutschland und den Mittelmäckten, einen Frieden nach Grundsätzen auf» zuerlegen, die im Verhalten gegenüber einer anderen Partei. in diesem Falle Italien, nicht angewendet werden sollen. Ab-r auch Jtallen hat recht: ihm ist in einem feierlichen Vertrage von England unb Frankreich verbriefter Anspruch aus alles dos gegeben worden, was es jetzt fordert. Es verschlägt nichts, ja es kennzeichnet vielmehr die „diplomatischen Methoden" nur um to schärfer, dass Wilson von diesem privaten Abkommen nichts wußte unb sich darum nicht daran haften will. Aus den Wilsonschen Einwand, daß das alte Oesterreich-Ungarn, von dem die für Italien bestimmten Teile abgeschnitten werden sollten, nickt mehr bestehe, erwidert Italien, daß mit solcher Begründung i'bcr kommen könne; denn, so sagt Italien, meine Waffenbilft hat ja gerade dazu beigetragen, dieses Oester reich zu zerschlagen. Im übrigen kann Italien auch 'ehr wohl daraus verweisen, daß die Begründung eines besoichereu Südftavenstaates von vornherein in die Rechnung der Verbündeten eingeschlossen war.
Unterdessen schäumen in Italien die Scibenfdjaften über. Man findet dort gegen seine Bundesgenossen 'Sorte, die sehr wenig mehr von „Seelenharmonie" und ähnlichen Kultiirerrungenschaften an sich haben. Man broht offen, sich um das betrogene Gut mit blanken Waffen einzusetzen. Freilich ist es nur eine Drohung Aber wie muß es um die Festigkeit eines Bündnisses estellt sein, daS auf jo schwanken Füssen steht! Dieses ZündniS trug von Anfang an des Sei« der Zersetzung tn sich.
Amerikafeindklch« Kundgebungen in Fiume.
wb. Agram. 28. April. Zn Fiume kam es zu Kundgebungen der Italiener gegen die Amerikaner. Amerikanische Offiziere wurden auf der Straße mit Pfuirufen begrüßt. Englisches und französisches Militär halt nur tpit Mühe die Ordnung aufrecht.
wb. Agram, 28. April. Aus Fiume elnge- troffenen Rachrichten zufolge fanden dort auf die Meldung hin, daß die italienischen Delegierten Paris verlassen haben, große Kundgebungen statt. Die Italiener veranstalteten unter Schmährufen auf Wilson einen Umzpg durch die Stadt. Der italienische Nationalrat hielt eine Sitzung ab, in der beschlossen wurde, Fiume dem italienischen General Erazioli auszuliefern, um die Friedens!»«- kerenz vor eine vollendete Tatsache zu stellen.
Gens, 28. Avril. 25000 amerikanische Polizei "oldaten, die sich tu den italienischen Häfen und in Sizilien zur Ueberwachung der amerikanischen Deserteure befinden, haben Befehl erhalten, zurückzukehren.
Italic« und der deutfch« Markt.
wb. B e r n. 28. April. Der volkswirtschaftlich: Mitarbeiter des „Secolo" besvricht die Bedentunp >es deutschen Marktes für Italien. Deu'schland stabe 1913 25% der italienischen Ausfuhr ausgenommen. Wenn bei der gesteigerten Konkurrenz aus Kalifornien. Spanien und Algier nicht freundliche Handelsbeziehungen zu Oesterreich, Ungarn, Böhmen und Bayern wieder gefhafsen wsi-den, fr bedrohe Italien eine schwere Ausfuhrkrise, und Damit wäre auch das Aufblühen der Höfen von Triest und Fiume in Frage gestellt, die außerdem durch einen ungarischen Adriahafen unheilbar geschädigt werden könnten. Die italienisch« Friedens- abordnnng sollte also anstatt der hypothetischer deutschen Milliarden einen günstigen Tarifvertrag mit Deutschland, Oesterreich und Ungarn fordern
$ie Heimkehr der eue China Ausgewiesenen.
wb. Rotterdam, 28. April. Gestern begann die AuslÄssrung der mi dem Dampfer „Atreus" aus China angekommenen 720 Deutfchcn. Diese erste Abteilung beimgetebrter Chinadeutfcher besteht hauptsächlich aus den Chefs und den Angestellten der größt, n deutschen Handelshäuser in Shanglwi- Es tarnen weder Frauen noch Kinder mit. Der Dampfer ist am 17. März von Schanghai abgefahren. Er hatte in Singapore sechs Tage Aufenhatt, da sechs Deportierte starben. In den nächsten Tagen werden die Dampfer „Nora" und „Novara" erwartet, di« auch di« Frauen und Kinder mit« bringen.
Her MiEiedrn.
kks ist von zuständiger Seite wiederholt bündig erklärt worden, dass bie deutsche Regierung entschlossen ist, keinen Zoll.breit von den Richtlinien abzuweichen, die der Präsident der Vereinigten Staaten für eine« künftigen Frieden de» Rechts tn feinen vierzehn Punkten vorgez ichnrt hat. Einzig und allein im Vertrauen auf die 14 Punkte des Wilsonschen Friedensprogramm» haben mir die Waffen nl bcraleat. Do ist es gut, ich Willon» Reden unb Botschaften, in benen bie Erunbfätze bce Friedens niedergelegt sind, wieder zu vergegenwärtigen. Nachstehend einige Proben daran«:
„Die Gleichheit der Völker, auf bie bei Fried« sich zu stützen hat. wenn er Bestand haben soll, muss in der Gleichheit ihrer Recht« bestehen." (Wilsons Botschaft an ben Senat vom 22. 1. 17.)
„Völker unb Länder sollen nicht von Oberherr- chast zu Oberherrschaft verschachert werden können, al» ob sie bloß« Ware ober Steine in einem Spiele wären, selbst nicht In bem großen Spiele bcs jetzt für immer verrufenen Gleichgensschis bei AGchte . . . Jede durch bieten Krieg aufgeworfene territoriale Frage muß Im Interesse unb zugunsten bet beteiligten Bevölkerungen geregelt werden, nicht aber als Teil eine» bloßen Ausaleicks oder Komoro"-'"-s d-r Antvrücke rivalisierender Staaten." (Rongreßrebe vom 11 2. 18.)
„Die Regelung aller Ftagm, möaen sie Staatsgebiet. Oberhoheit, wirtschaftliche Abmachungen oder politische Beziehungen betreffen, mutz erfolgen auf der Grunblage bet fielen Annahme bleiet Entickel- dung dutck bas unmittelbat betroffene Volk unb n i cht auf bet Grunblage bes materiellen Nutzens oder Vor« teil, Irgendeiner Nation ober eines anderen Volles, das eine andere Erledigung um feines äußeren Einflusses ober feinet Vorherrschaft willen wünschen könnte." (An Washingtons Grab am 4 7 18.)
„Wir find bereit, bei bet Schlußabfchnung gerecht , gegen ba» beusscke Volk zu sein unb mit Deutschland, ebenso ehrlich zu verfahren, wie mit den and-ie« Mächten. Es kann bei dem Gnburteil, wenn es wirklich gerecht fein fokl. kein Unterf&ieb zwsscke« ben Völker« gemacht werben. Icgenb etwa, anbete» notzufchlaaen als Gere-hiiakeft. unvorteiiicke unb leibeufchaftslofe Gerecht igkelt gegenüber Deutfchlanb. wie Immer bet Krieg ausgehen mag, hieß« unsere Sacke im Stich lassen unb entehren; beim wir nctlangen nichts, was rott nickt auch bereit roäten, ZU bewilligen." (Am Jahrestage bee Krlegseintritt» 6. 4.
18 In Baltimore.)
Rur einen Frieden, der b’e’e i^-Nckisminkie von Reckt und Get--httgk-tt. von Mmfckklckke't unb Gleichberechtigung achtet, kann bas beutsche Volk annehme«.
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MWM M Hü*.
wb. Berlin, 28. Avnl. Im Ärtmtiet streiften im Sonnabend noch 36000 Arbeiter gleich 16 Prozent Ser Belegschaften.
wb. Essen, 28. Avril. In der heutigen Mittaas- 'chicht ging die Zahl der fehlenden Bergleute auf 6735 gegen 30 844 am Sonnabend zurück.
tob. Braunschweig, 28. April. Der ..Bolls- fteunb", da? Oman der frvfiaen Nnabhänaiaen. ifl auf Anordnung des Gener-ss? Märcker auf drei Tagt verboten worden. DaS Serbot erfolgte wegen Aufreizung ;um Massenbass unb A"ftift'ina einer neuen Revolution.
wb. Hamburg, 28. Avril. Nachdem beute vormittag die Absperrung der Reusiadt nach erfolgtet Durch- ftichung mssoeboben worben wat, wurde ein Teil bet Truppen mit der vcbcrru:..,.lung des Gewrsschafts« Saufe« beauftragt Bei der Uebetrumpelung wurde auf bie Sicketbeitsmannschaften gesckossm. wodntck ein Mann verwundet wurde. Unter der Bevölkerung gab e« keine Verletzten. Etwa 60 Personen wurd.n durch ein Kommando der Kriminalpolizei festgenommen. Bei ihnen 'and man sehr viel Diebsgut aller Art sowie Wafkeu, Harrdaranaten unb Schusswaffen: bei einem der Fefi- genommenen mvrben D"m-^um-Geschosse g-'unben.
Jever (OldenburaV 28. Avril. In der Sonntag- nackt umstellte eine 60 bis 70 Mann starke Räuberbande, die sich unkenntlich gemach» hatte, die Filiale bet Oldenburger Svat- unb Leibbank unb das daneben liegende Privathau» des Direftors der Bank. Dam» zwangen sie den Vorsteber zur Dcffnung her Gewölbe unb raubten 87 000 Mark, womit sie verschwanden.
Gleiwitz, 28. Avril. Tie Ansstandslage in Oberschlesien verschärft sich. Das Gleiwitzer Bürgertum beabsschfigt den Abwehrausstand.
Bei bet Ai'?ftavd^h--wegii:ig in Obetschl-sien sind nicht nut spartalih-lche, fondern auch polnische Krnse die treibenden Kräfte.
wb. B e u t h e n, 27 April. Infolge des Ausstande» der oberftl'lesi'chen Elektrizitätswerke war am Sonntag jealicker Verkehr in Oberickl sien la! legt. Gon» Oberscklesien war in tiefstes Dunkel gehüllt. Das Er- lckeinen der Zeitungen war wegen Strommangels in Frage gestellt
tob. Stuttgart, 28. Avril. Die Generaldirek- der Ctnatseisenbahnen teilt mit: Wegen Kohlenmangel ruht am Donnerstag den 1. Mai und am Sonntag den 4. Mai der Personenverkehr auf sämtlichen toürttembcr» gischen Staatsbabnen. 1
Sie Vorfälle in Stettin.
tob. Stettin, 28. Aprit Ueber die gestrige, Vorfälle rourbe ein amtlicher Bericht ausgegeben, in dem es heisst: Der erste Redner der kommumstychc»