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den Kreis Marburg

mit dem Krcisblatt für

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) OSerheffen

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teten dann in den nahe gelegenen Tucher-Ausschank am Königsplatz. Sofort wurde die Sicherheit«!« truppe alarmiert, die den MuftTbtotf umstellte und Maschinengewehrfeuer auf das Haus richtete. Nach mehrstündiger Belagerung und zeitweiliger Be. chießung ergaben sich die Leute, etwa 30 Mann. Sie waren mit Handgranaten und Armeerevolnern bewaffnet. Anscheinend handelte es sich um einen kommunistischen Putschversuch von auswärtigen Hetzern, die, wie man annimmt, aus Süddeutsch» land hierhergekommen find, um die hiesige Ar* beiterschaft. die bisher musterhafte Ruhe und Ord­nung bewahrt hat. zum Aufstand aufzuhetzen. Mehrere Leute der Sicherheitswehr sind schwer ver­wundet und zwei Zivilisten, die den Regierungs« truppen ein Maschinengewehr zu entreißen ,ve« suchten, getötet worden.

Ausstandsdrohung der Eisenbahner.

wb. Berlin, 27. April. Eine vom Deutschen Eisenbahnerverband einberufene, von über 8000 Eisenbahnern -besuchte Versammlung beschloß, den Eisenbahnminister aufzufordern, bis spätestens zum 7. Mai die bekannten Forderungen zu bewilligen, widrigenfalls die Eisenbahner die Arbeit eins Kellen.

Die Straßenbahner Berlins beschlossen, am 1-Mai nicht zu arbeiten.

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und Pachtzinsen butu> .Haus- und Grundbesitzer vor« 1. bis 10. Mai auf daS Konto einer Bank einzuzahlen.

Kein Frieden mit einer Räteiepublil Bayern.

Vertt, 26. April.Homin« litte schreibt: Wenn bis zum Abschluß des Frieden» mit Deutschland Bayern Nicht von der Räterepublik befreit ist, wollen die De« bürrdetmr Bayer» für die Dauer der RätediUstttr »oO

B e r n, SS. Avril. In ehtctn bemerkenswerten Aussatz de«Sortiere della Sera" wird dir Behauptung de« Tempi" bekämpft. die WestmSchte könnten anch ohne Italien Frieden schließen, da da« «driavroblem nur eine Sonderfraae darstelle. DerCorriere" erwidert, daß. wenn bie Weltmächte mit Deutschland Frieden ge­schlossen hätten. Italien Gefahr laufe, isoliert und der- lassen zu werden und noch im Kriegszustand mit Deutsch­land dazustehen. Davor müßte sich Italien unbedingt schützen und nötigenfalls deshalb einen Sonderfrie- btn mit Deutschland abschließen, wenn die übrigen 8er- bündeten ihre Pflicht, einen Sonderfrieden nicht abzu- chließen, nicht einbalten würden.

Die Engländer verlassen Fiume.

tu. Ehicago, 27. April. Das Büro Muro- papreß meldet, daß die letzten englischen Truppen Fiume verlassen haben.

haben sollen, Deutschlands Gebiet zu überfliegen bei Gewährung von Gegenseitigkeit.

Nach Blättermeldungen ist e« möglich, daß Japan sich weigere, in Abwesenheit der Italiener mit den Deutschen zu verhandeln.

Danzig.

wb. Pari», 26. April. Es scheint nun beschlossen zu sein, daß Danzig ein Freihafen unter der Sou- oeränität fron Polen sein soll. Die Gemeinde- beamten würd n au» der Ortsbevölkerung gewählt, während die gesamte Stadtverwaltung den versckie- denen ministeriellen Departement» Polen, unterstellt werden soll.

Henderson für MiNou, 14 Punkte.

wb. Amsterdam, 27. April. In einer Unter- redung mit einem Vertreter de»N Rott. Cour." erklärte Henderson, man erwäge den Plan, eine sozialistische Studienkommission, die sich aus­schließlich aus Vertretern neutraler Länder zu- arnmensetze, nach Deutschland zu entsenden. Er er- nnerte nachdrücklich an die Tatsache, daß vor der Unterzeichnung der Waffenstillstandsbedingungen sowohl Lloyd' George wie auch (Htmenceau und Orlando an den Präsidenten Wilson ''ein Tele­gramm gesandt haben, in dem sie ihn ermächtigen, den Frieden auf der Grundlage der bekannten 1 4 Punkte anzubieten. Jetzt sei die Aufgabe aller Parteien, danach zu streben, daß alle Erwartungen, die sich an diese 14 Punkte knüpfen, erfüllt würden. Henderson sagte weiter, die britische Arbeiterpartei mißbillige jede Terrorisierung und feven Macht- mifbrauch. Sie wende sich ebenso gegen die Aus­wüchse des Bolschewismus wie früher gegen die­jenigen des Zarismus.

Englische Mißstimmung gegen Wilson.

tu. Ehicago, 27. April. Das Büro Europa- Rotterdamsche Courant" meldet aus London, daß sich in England die Spannung anläßlich des ita­lienisch-amerikanischen Zwischenfalls vermindert habe und daß man fast allgemein einen Ausgleich erwartet. Inzwischen wird von allen Seiten Kritik geübt. DieMorning Post" tritt sehr scharf gegen Wilson auf. dem sie vorwirfi, daß er von dem Prinzip des Mächtegleichgewichts nichts wiffe und in Europa alles auf den Kopf stelle, wäh­rend er in feinem eigenen Lande eine SUefen« flotte bauen laste und nicht an der Monroe- Doktrin rütteln lasten wolle. Der Völkerbund sei damit bereits durch den Mangel an Vertrauen feines Hauptanwalts zusammengebrochen.

Noch ein Unzufriedener.

Bern, 26. April. Wie derDeiln Herold" aus Paris berichtet, hat der Sultan des Hedfchas die ara­bische Friedeneabordnung abberufen. Dieser Schritt r* darauf zurückzusuhren, daß Frankreich Srrr-n und Eng­land Mesopotamien zu annektieren beabsichtigen.

4 Ilfhrg, 1919

pflegnng fehlt Italien, das den Hunger knnt, kennt niemals die Schande. Ich will die Gffahr dieser ernsten Stunde nicht verhehlen. Italien muß einig fein und nur einen einzigen Willen haben. Italien wird nicht untergehen. D-e Volksmenge brachte Orlando eine begeisterte Kundgebung bat. Am Balkon des könig­lichen Schlosses gingen die Fakmen hoch. Der König, die Königin und der Herzog von Genua erschienen au dem Balkon und ttmrbcn mit Hochrufen ans Fiume und Italien begrüßt.

wb. Bern, 27. Avril. Orlando hielt einen zwei­stündigen Ministerrat ab, in dem er eine genaue Schil­derung des Verlaufes der Pariser Verhandlungen gab. Dir Regierung beschloß, die Kammer auf nächsten Diens­tag nachmittag eiiijubetafen.

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Ungarn.

Wassenstillstaudsbitte «ela «uns.

wb. B u d a p e st, 27. April. Dela Kun bat das rumänische Hauptquartier um Waffen still, tand.

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wb. Berlin, 27. April. Heute mittag waren der Wilhelmsplatz und die Umgebung des Reichs­kanzlergebäudes durch Stacheldraht und Truppen dicht abgesperrt. Menschenansammlungen wurden nicht gebildet. Rur hier und da sanden stch vorübergehend 50 bi» 60 Kriegsbeschädigte zu­sammen. Zusammenstöße find nicht vorgekommen.

wb. (?£( t n. 27. Avril. Nach Beendigung be« Berg- ntbeiteransstanbe« nahm da« Gaswerk' nach 1 «tägiger Unterbrechung den Betrieb wieder auf. . * .

In Buer sind nach den am 25. und 28. Avril vorge- kommenen Plünderungen, bei d-n'n e-r mebre Tote aab. RegietungSttuppen eingetroffen. 80 Pkürcherer wurden festgenommen. Unter d m Schutz der Trupven wird die Arbeit wieder ausgenommen.

wb. Höchst. 27. Avril. Die Höchster Farbwerke müssen wegen Koblenmangels den Betrieb auf 14 Tagen schließen. Die R000 Arbeiter erhalten während dieser Zeit die Hälfte des Lohnes.

tob. Hamburg, 26. Avril. Letzte Nacht wurde die Neustadt durch Drahtverhaue und eine Postenkette von 1500 Mann abgesperrt. Biele Verhaftungen wurden norgenommen, viele Waffen, Munition und gestohlene Sachen beschlagnahmt. Ein auS acht Fahrzeugen be­stehendes Torvedobootsaeschtoader, daS zur Bewachung des Hafens eintraf, dampfte am Morgen wieder ab.

wb. Bremen, 26. Avril. Nach Boeömanns Büro haben entgegen ihrem «estrigen Versprechen die Gas­arbeiter heute morgen die Arbeit nicht tofeber aufgenom­men. Durch die gewaltsame Bebind-rung Arbeitswil­liger kam es zu blutigen Zusammenstößen. Ein Mitglied des 21er Ausschusses wurde durch Angehörige der Regie rungsschutztruvve. da er Widerstand leistete, erschossen Infolge dieser Vorkommnisse wurden die Regienings- truvven und die Stadtwebr auf- neue alarmiert. Eine Bekanntmachung der Stadtkommandantur ordnet aus Grund des Belagerungszustandes die Einsetzung außer­ordentlicher Kriegsgerichte an,

tob. Gleiwitz, 28. Avril. DemOberschles.Wan- derer" zufolge sind die Arbeiter der Oberschlelifchen Elektrizitätswerke in Borsigwerk in einen Sympathie» ausstand ent getreten. Durch Unterbindung de« elektri­schen Strome» wird der Betrieb vieler Werke stillgelegt Die Arbeiterschaft bet Gruben und Werke verlangt liberal! die Entfernung des Grenzschutzes sowie die Aufhebung des Belagerungszustandes.

Der Oberfchlefische Berg- und Hüttenverein bat dir zuständigen Reichs- und Regierungsstellen um energisches Einschreiten gegen die Beamkenabfetzung a>'s einer Anzahl staatlicher und privater Verwaltungen, da sie von pol­nischer Seite nach russi'ahem Muster organisi-tt feien Nötigenfalls sollten die Absetzungen unter Strafe gestellt werden.

Stuttgart, 26. Avril. Wegen Koblenmangels wird am 27. Avril der gesamte Personenverkehr auf den württembergischen Eisenbahnen eingestellt.

Dresden, 27. April. Sier wurden 52 Sparta kisten unter dem Verdacht der Mitwirkung bei der Er­mordung be« KriegSministers Reuring verhaftet. Dir Staatsanwaltschaft setzte für die Ermittelung der Mördei des Krieg-Ministers Neuring eine Belohnung von 10000 Mark aus. »

Ein kommunistischer Putschversuch in Stettin.

©b. Stettin, 27. April. Heute vormittag war auf dem Schloßhof von kommunistischer Seite eine Versammlung einberufen worden, die von mehreren Tausend Personen besucht wat. Als der Redner zu sprechen begann, ertönten von allen Seiten Hochrufe auf die Regierung Ebert-Sch?-be­mann. Gleich darauf wurden von Leuten und Sol­daten in Uniform mehrere Handgranaten gewor­fen, durch die ein Mann getötet und viele Per­sonen verletzt wurden. Auf den Redner wurden Schüsse aus Armeerevolvern abgegeben. Durch die geworfenen Handgranaten wurden ein alter Mann getötet und etwa 12 Personen verletzt. Die An- greifer mißhandelten den Redner schwer und fläch-

tonn.

Bamberg, 26. Avril. General v. Moehl, bet trflfcre Kommandeur der 16. bäuerischen Infanterie- Division, setzt Oberbefehlshaber d-r gegen München auf« gebotenen Reaieruna^tn'Npen, ist heute von hier inH Operationsgebiet abgereist.

Die Regierung iboffmann bat sich an die Reichsregie« ntnfl um Entsendung weiterer Reich-irnnv-n noch Bgvem gewandt. Wie verlautet, wird eine Division nach Baven» abgehen, um an den bevorstehenden Entscheidungskäm» vfen aegen München teilzunebmen.

WB. Stuttgart, 26 Avril. Das Sriegsministo« riurn teilt mit: Die Lage bei den in Bauern verwendeten Truppen ist unverändert. Der Oberbefehl Über sämtlich« Truvpen, bie gegen bie Spartakisten in München ove« rieren, bat im Einvernehmen mit der württemberaifchen und bäuerischen Regierung der Reichswebrminister R o «ke übernommen. Heber München liegen folgende Nachrich­ten vor: Die Stärke der roten Arme« wird auf 30 000 bis 60 000 Mann geschätzt, von denen die Mehrzahl nut als Mitläufer anzufeben ist. -Die hohe Zahl btt Mitläufer erklärt sich dadurch, daß die Erwerbslosen« Unterstützung von der Spattakisten-Regierung nur an Waffen tragende Anhänger gezahlt wird. Die Zahl der kamrfvenvendnngsfäbigen Trupven wird auf 12 000 Mann bei den Spartakisten geschätzt. Die Bürger Mün« chens sollen Brot in ausreichender Menge, doch feine Hohlen erhalten.

tob. Nürnberg, 26. Avril. Nm Aegidienvlatz kam es heute vormittag zu einem Zusammenstoß zwischen Siedelungsgrbeitern und Sicherheitstruppen, wobei mehrere Tote gab.

lieber die blutigen Zusammenstöße am Aegidienvlatz wird « a. gemeldet: Im Laufe des Vormittags wurden die Büroräum« bet Demokratischen Partei gestürmt und Geiseln von ber Menge sestgenommen. Eine zur Befreiung der Geiseln aufgebotcne Rabsahrer« und Maschinengcwebrabteilung wurde von ber Menge antre« griffen. Die Menge stürmte auf die Soldaten zu. warf mehrere von den Radern und drang mit Messern auf sie ein. Einige der Soldaten wurden abgeschnitten und entwaffnet, der>er beraubt und durch Messerstiche und Schüsse verletzt. Den Verletzten wurden die Kara« biner abgenommen und diese von Ausrührern zum Feuern «gen die Abteilung verwendet. Sechs bis sieben Personen wurden verletzt. Auf Seiten der Soldaten gab e« viet Brmmndete. Einem Soldat wurde die yanb abgeschlagen.

Der hiesige Shmrmunifirnffihtvr Schmidt wurde tu der Nacht, als er mit mehreren seiner Genossen feinet Verhaftung Widerstand leistete, von Regierungstruvpen in der Notwehr erschossen.

tob. Nürnberg. 27. April. Der Kommunistenputsch ist dank der militärischen Machtensa^t-rng im Sande ver­lausen. Eine B^rari-m"<>« *«tbwnft

Berlin. 26 April. Da»B.T." meldet: Tie Stadt LondSbut wurde den Spartakisten von de» Regierungstruppen entrissen. Tie Münch-mer Kommu­nisten sandten 5 Sonderzüge mit Rotgardisten »um Ent­satz. kamen aber zu spät. Landshut ist fest in fcänbe» der Regierungstruvpen.

tob Augsburg. 26. Avril. Die wörttembergischen Truppen wurden heute aus dem Stadtinnem herausge- zogen. Sie bezogen in Kasernen ufro. Massenaiiartiert.

München. 23. April. Um dem in den Staatskassen und Banken r-r, schen-den Mangel an Zahlungsmitteln abzubelfen, ergeht die V rfügung, baß sämtliche Tages­einnahmen der großen Betri'be wie Fabriken, Kaufhäu­ser. Theater. Kinos, Kassees und großen (Yxiftft allen täglich durch bie Betriebsräte im Beisein d-'r Besitzer auf

«wfznheben. Sobald hierüber eine Einigung vor­liegt, mürbe Frankreich hinter einer leichter und eentget teuer zu verteidigenden. Grenze geschütz Der Militärdienst würde in Frankreich au

«in Iaht festgesetzt, und 10 000 Franzosen, die in txn rheittischett Bezirken garnilonieren. würden dort M in den wundervollen Kasernen Deutsch- * lands leben. Wohl würden England, Belgien und Frankreich dann auch nicht vor einem Angriff geschützt, jedoch in einer ausgezeichneten Lage sein, ihn gegebenenfalls zurückstoßen zu können.

wb. Bern. 27 April. Nach dem LvonerProarbs" ' r besteht die nemiebildete Mfatzunasarmee in Deutschland ° I u$ W00lM Mann. Die britische Armee wird 200 000 | Dann umfassen, sodaß zufammen mit der amerikanischen | Honet die Verbündeten 750000 Wann bereit haben.

em eef deutsche Drohungen sofort zu reagieren Da, Schicksal bet deutschen Kolonien.

tu. 3 e t n, 27. April. Nach demTemps" haben sich die Verbündeten dazu entschlossen, sich für den Augenblick barauf zu beschränken. In die Friedens­präliminarien eine Klausel einzufügen, nach der | Deutschland auf seine Kolonien verzichtet. Anter diesen Umständen scheint der vorläufige Zu- famb bet brutsche« Kolonien der ber tatsächlichen ^Besitznahme zu sein.

wb. Paris, 27. April. Hinsichtlich Kiau - tsch.us sollen die Japaner befriedigt wer­den. und ihre Rechte auf dieses Gebiet sollen im Friedensvertrag festgelegt werden, wobei Japan die Verpflichtung auferlegt wird, es an China zu- riickzugebett. In der Frage von Schantung ist es |u einem Kompromiß gekommen. Strittig i nui noch bie Frage des japanischen Antrages au Gleichberechtigung der Rassen. Die amerikanischen, dritischea, französischen und japanischen Außen- - Minister nahmen die Bestiinmnngen an, wonach im Prinzip beschlossen wird, daß Deutschland alle keine Kolonien auf geben muß. Auch die | Frag« des Luftverkehrs wurde beraten und be- daß die verbündeten Flieger das Recht

Sie Fmd«lMkM.

Unterwegs nach Paris.

: wb. 3 e 11 i n , 26. April. Das Eintreffen ber stzeutschen Friedensabordnung nach Versailles er« iufat in drei Zügen, wovon bet erste heute nach- !«^ttag abgeht. Er nimmt einen Stab von Be- !«mten mit, bet die ersten Vorbereitungen an Ort Jtnb Stelle zu treffen hat. Die beiden anderen 'Züge, bie bie eigentliche Abordnung sowie die Presseabteilung mitnehmen, gehen am Montag «achmtttag von Berliw ab und treffen am 29. 4. in Versailles ein.

Pari», 26. April. Die erste Staffel der deut­schen Delegierten ist Freitag in Berlin eingetrof­fen, herunter die Legationsräte Denn und von Löffler, fowie der in Paris wohlbekannte Finanz- niana Warburg. Wie aus Deutschland zurück- xekehrte unterrichtete Persönlichkeiten sagen, dürf­ten bie Präliminarien von den deutschen Dele­gierten zverst an die Regierung weitergeleitet wer­den. bie sie ihrerseits der Nationalversammlung vorlege« wird. Diese wird voraussichtlich die Ver­antwortung für die IfnU vetdji*g ober für die Ablehnung nicht aus sich nehmen wollen, sondern Belegenheit geben, sich durch ein Referendum aus- pisprechen. Es ist übrigens nicht ausgeschlossen baß bie Entscheidung zugunsten der Annahme der Ledingttnnen ausfällt. Diese Formalität wird tn= dessen rasch erfolgen, spätestens 14 Tage nach Mit­teilung bes Textes an die Deutschen.

Der Wnietaennrei» betritt fit bt« 8«t1w Seile SO 4 u BO»<.Äru«juf*U amtl autwärt. n. Gammtlan». sojf.a 33/,/. Rrirgeiui»L Reklame,eil» 1.20.X. Jedo Rabatt ailt al» Barrabatt. Sei Hettunft b di« (S«i<:ih«*t. u. Bermittlany bet Angebote » 4. Lsnb rg büht PaftscheckkaUta: Rr. 1C16 Amt Frankf. a. M.

Muni« In Asm.

wb. Rom, 27. Avril. (Stefani. ) In Erwattung bet Ankunsi Orlanbgi, trägt Rom Flgo«nschmck Dfe Gesckäft« sind geschlossen. Eine mtn-Kotr* Menschen­menge drängt sich in den Straßen. Alle Minister und Nnter^oatSfekretSre, über 100 S-natoren und mehr als 300 Abgeordnete hoben sich auf dem Bobnbof eingestm- den. Als um 11 Uhr der Zug einfährt, fetzten Hoch­rufe auf Italien, Nun» und Dalmatien ein, vaterlän­disch« Lieder ' ~r Sffer dem

Balmhof. Die Glocke deS Kapstols kündet die Ankunft Crlanbe«. Ä0- Or'-vd» «nf dem Platz vor dnn Bahnb.»' mrlangt, steigt die Begeisterung zu einem Sturm. Dfe Menge drängt sich an Orlando heran und trägt Ihn im Triumph zum Auto. Orlando hält ein« Ansprache in b«r e3 beißt: Zwei Fragen bräng-n sich uns auf: Haben die Regierung und die itasimssch« Abordnung dem Gedanken und Willen der itasienilchen Volke» getreu Ausdruck verlieben? (Einstimmig gvtwortrt die Menge mit Ja.) Ick habe nie daran geaveifelt, denn ick kenne die Seele meines Volkes, aber ich brauche eine Bestäti­gung. Hfer ist sie. In zweiter Linie bandelt e» sich darum, die ernste Sage richtig einzuschähen. Ick ver­lang« feint sofortig« Antwort. Warten wir jetzt nicht die günstigsten Ereignisse ab, fenbern machen wir uns auf das Schlimmste gefaßt. Nach vier Jahren unbeschreib­licher Opfer u:.d 'r-i w'r uns ieht

neuen Opfern und Entbehrungen gegenüber befinden. In diesem Augenblick ist Italien bereit. E» ist größer

wb. Poti», 26. April. (Havas.)Ecks de Paris" bestätigt, daß die Konferenz von Versailles alsbald «ach ber Ankunft der deutschen Bevollmächtigten be- gtuueu werde. Das Blatt fügt hinzu, man werde inner­halb 48 Stunden wissen, ob die Deutschen unterzeichnen ober nicht unterzeichnen werden.

1*. Rotterdam, 25. .April. DerNieuwe «otterdamsche Courant" Meldet aus Paris, daß den Deutschen eine Frist von 10 Tagen zur Unter- fuebtiufl bet Prälimiuarsriedeusbedtngungrn zugestau- bea »erbe« wird.

Foch übet bie Zukunft be» Rhcingebietes.

b». $ e 1 n, 26. Aprtl. DerMatln" verösfent- llcht iw Ergänzung der Ausführungen Fochs irn Ministerrat die Ansicht des Oberkommandos über bie Znk"nft des linken Rheinufers. 1. Frankreich müsse sich gegen die Wiederkehr von neuen An­griffen schützen. 2. Wir müssen uns bis zum letz- tea Centime bezahlen lasten. Um diesen Zweck p erreichen, müssen die Verbündeten das linke Rheinnfer besetzen bis zu dem Augenblick, wo Deutschland seine Schuld ganz getilgt haben wird. Wenn Deutschland den letzten Centime be- -ahlt haben wird, sollen die Verbündeten darüber Beschluß fassen, ob es angebracht sei, die Ve- fatzungsarmee zu reduzieren, beizubehalten oder

IDie Obethessifche Zeitung" etlcheint^sechsmal «rchentlich. De, vezugavrei, beträgt monatlich 1.85 X. irrtn« H°u» C6et* b e ahne Bestellgeld). - Berleg »an Dr C. Sitz'"th- Martt 21/28. -