mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg
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Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberheffen
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Die „Oderbesf'iAe Zeitunq" erftbeint sechsmal «Schentlich — De' Ve,«a«vtei» betrügt »onattich 1.85 Jl. frei in» Hnu» (>wt* die Poft »hne Bestellgeld). — verleg von Dr C. Hitzetot-. Mirkk 21/23. — tf»rns»recher 55.
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sirkilag. 25. April
Der »nreigenireie betrügt fllr die 8;e>» Zeile 20 4 tt 50»!« ftru»juf<5t, amt! auawärt. n. Sammeln«». 304. ■ 83»/,»r, Kriegs,uttL Reklamerri!» 1.20,4. Jeder Rabatt gilt als Terrenth. — Bei Lastanft d dir Gefchlttrft.». vermittlnna der Angebate 26 4. Landergebllhr. — PaftschriNanta: Rr. 6C16 Amt Franks, a. M.
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1919
ausgeführt wird, so mutz auch diese Klausel eingebalten werden. Lloyd George und Clckmenreau bemühten sich, irgend eine Regelung zu erzielen.
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Fiume den Südfflawe».
Wb. •* <» r j» n ’ «Hru fw-i-tw 1 Wilson nab eine «sst»lelke Erklärung über das Adriatische Meer- Grobiem ab Der Präsident lies- toifrcn. bnft -r rin für aklrmel di Aufmerksamkeit auf die Tatsache senken wolle haste» geivissi wohl de^nt— $.e=-„ ackl. die von tr-
Läkker» de, Wrlt als eine Gninblaae für ernen baaernbrr. gfridr« angenommen worden sind. Die Bkreimgiee Greaten rnn-er" h«w. fette Abweichung W« br*-” 0<riindsäden ftattfinden soll. Die .reröiP'it M!« Urklän-ne trägt den Titel „Erklärung in bf' gftr,.TK*eH Sacke". Sie besagt:
Als Atali-n in den Krieg eintrat, tat es das auf de- Yrundlaqe einer definitiven, aber vrivaten V-rstäv- hignng wtt Ofno^britannien vb F-""krckck. die jetzt aP Londoner Vertrag bekannt ist. Seit jener Zeit trat eine voklständige Aenderuna d-r B-rhästnisse ein. Vi-si andere »roste und kleine Mächte betn's'gten sich, ohv do« jener privaten Bereinbar»na zu wissen, am Komvse Das Kaiserreich war damals der
Feind 6er»ho?, auf dessen Kosten der Londoner Vertra- bit Fakte eines Sieges ringedalten werden sollte. Es ging aber in Trümmer und bestebt nicht mehr. Auß-rirem vrirb« der Krieg dadurch beendet, dah D-'ttfcklanb ein Wasfen^i^and voraes^Ma'n nmrde. der sich auf o"w'fsen Kar deKnierten Krnndsöven anibauen soll und die Neu- mdun«, nach Reckt und Gerechtigkeit mit sich brimren soll. Ans dieser Grundlage wurde der Frieden mit Dentkchlanls nicht nur konzipiert, sondern auch for- rnuliert, mfb
aus bitftr Grundlage wird er auch auS- geführt werden.
$it Ln'tiative zum Frieden aeschab mit dem ausdrücklichen Bekenntnis zu jenen Prinnvi'«. Aus ihnen «ust die ganze Struktur des Friedens »eben. Wenn jene Grundsätze beibebalten werden sollen, so nmst F i n m e als Ausgangs- und Eingangstor für Handel nicht von Italien, sondern vornben Landern nSrb'lch und nordöstlich jenes Hafens bienen, nämlich klnaarn. Böhmen. RumL»i»n und den Staaten der neuen südslawischen Kruvve. Wenn wir Fii'me Italien kuweKen, |e würden wir das Gefühl bervorru^n. dast wir absichtlich diese» Seifen, der für alle diese Länder den öauMzua»nq zum Mittelmeer bildet, in di« Sünde einer Macht legen, von der er keinen integrierenden Bestaunter bildet. Es geschah zweifellos auS diesem Grunde, daß Finn« fn den Londoner Vertrag nicht ringeschlossen fordern definitiv den Kroaten zugewiesen wurde. E? »ehärt <mch zu den neuen Plänen d-r eirrohäPtfrn Orb- Mng. die im Völkerbund ihren Mittelpunkt hat, hast bie neu errichteten Staaten eine Beschränkung ihrer Rüstungen annehmen f^cn, die jede« Angriff «»sschlicsten würden. Es kann k-<ne B-f'"k>"''s »er einer «naercchten Behandlung der dort b-sinbl-ck-« Aalienifchen Bevölkerungsgnlppen h-ff-'v«, weil ausreichende Garantien unter internationaler Sanktion für eine tzkicknrätzige Behandlung aller nationalen Minderheiten -ex.be« werden sollen. Kurz und gut, jede mit diese- Regelung zusammenhängende Frage hat ei» neues Aus- Wen, eS ist dafür gesorgt, dast gerade dem Recht der
gegeben wurde, für das Italien seine höchsten Opfer, «« Gut und Blut bracht«. Italien ist mit vier anderen Lregmechten der Haupfbütgc für die neue Ordnung geworden, bei deren Errichtung cs eine so ehrenvolle Rolle Mir«. Längs des ganzen Zuges der Alpen wurde ihm bis <Ht das Ende der sstrianischen Halbinsel seine natfir* Me Grenze vollständig wiedergegeben, die alle grosten ^aiierschechcn einschliestt, innerhalb deren T r ie st, P 0 l a tab alle schönen Gegenden liegen, die die Natur der Bost?» dolbinfel zutoandte, und aus denen sich die rühm- -vlle Gebchicht« des römischen Volkes abfpielte. Seine «Ute Esichesi ist «weder hergestellt. Amerika ist Italiens Urennd. Sein Volk zählt Milkoneu von Einwohnern, bfe e-lS den schönen Gegenden Italiens kommen. Es ist *>i daS italienische Volk durch Blut und Zuneigung ge* chirrk. Solch« Fesseln können niemals gebrochen werden, laurila hatte das Vorrecht vor seinen Verbündeten im Stiige wH der Einleitung des Friedens beauftragt zu Sn'««, den durchzuführen wir jetzt im Begriff« sind, und tzvar »itter Bedingungen, d« es selbst formuliert hat »tii bei deren Formulierung ich als sein Wortführer cinge treten bi». Es ist gezwungen, jede Entscheidung, an der G sich beteiligt, mit jenen Grundsätze« in • i u ! I« » 6 z u bringen. Es vertraut Italien und laicht in feinem Vertrauen, dast Italien nichts von ihm »rrtang«» kann, was sich nicht deutlich mit jenen ge- hriligt«, Interessen vereinbaren läf,t: Es handelt sich tcht nicht um Interessen, sondern um die Rechte von Völker», von neuen, alten oder befreiten Völkern. Diez allein sind die Grundsätze, für dir Am-rika kämpfte. ®iifcä «Urin sind die Grundsätze, unter denen eS zu- "teinnt kann, den Frieden zu schließen. Es hofft und Anbt, tzaß das Volk Italiens von ihm nur einen aus biffrn Grundsätzen aufgebauten Friedensschlust verlangen Ach
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M. L « nd 0 n, 24. Aprit. Zu den italienischen Forderung«» erfährt Reuter: Eroßbritannien riet Italien in dessen eigenem Znteresie, auf einige sei- .^r F»rderungen zu verzichten. Wenn aber 7^e Italiener nach dem Londoner Vertrage auf ^fen Rechten bestehen, fo werden Croßbritannien
Frankreich die Folgerungen aus der tln- ^rzeichnnng des Vertrages ziehen. Es wurde aber darauf hingewiesen, daß der Vertrag Fiume ^teetiew überweist, und wenn der Vertrag
wb. Pari«, 24. Avril Nach einer Sava» Meldung rief die Veröffentlichung der Noie Wilion? über d>« Adria'ragt in Pari« groß« Erregung hervor. Orlando er'!ärtt einem ital'enischen Jouinalisten, rn habe persönlich mit Lloyd George gesprochen. Die itilienische Delegation habe am Mittwoch die Antwort von Amerika, England und Frank-eich erhalten die sich ans die Anfrage der italienischen Delegatwn betreffend die Adriafrage be-rg. Danach se'en die Rechte Jlal'en» auf die dalmatinischen Städte anerkannt. — Tei Wider sprach dieser Meldung m«t der Note Wilsons lästt stch vorläustg noch nicht aufklären.
wb. Rotterdam. 24. Avril Der „Nieuwe Rotter- damsch« Eonrant" meldet aus London: Die „Times" unterstützt die Haltung Wilsons. Im Gegensatz dazu beurteilt der Lloyd George nahestehend« ..Dailv Ehro- niele" die Erklärung Wilsons sehr kritisch. Die Frage von Fiume, schreibt das Blatt, könne nicht aufgrund des Selbübestimmungsrechts geregelt werden.
wb. Paris. 24. Avril. lHavas.) Man hofft in 'Hari*, daß der Tag der Verhandlungen mit den deutschen Delegierte« durch da? Zerwürfnis mit der itelienffchen Delegation nicht beeinflußt wird und dast keine Verzögerung eintritt.
Abreise der italienischen Abordnung von Paris.
wb. Paris, 24. April. (Havas.) Nach der Veröffentlichung der Note des Präsidenten W'.ffon hielt die italienische Delegation eine Sitzung ab, in der beschlosien wurde, Paris zu verlassen.
wb. Amsterdam. 24. Avril. Nach einer Reuter- Meldung aus Paris erklärte Or'oirdo, dost seine Kollegen vielleicht noch einige Tage in Paris bleiben. Orlando ffln.te hinzu: Ich verlasse Paris nicht, um mit unseren Verbündeten zu brechen, wir w'rden sie nur ersuchen, di« Wahrung unserer Interessen zu übernehmen
wb. Amsterdam, 24. Avril. Wie der .Ttle- araaf* me'bet, schreibt der politisch« Dfftarbeiier dri „Timte* in Varis, dast man in doriigt« maßgebenden Krei'en den iialienischen Meldimgen über die 91breite Orlando« nach Rom und die gewaltsame Annexion FiumtS dnrch Italien wenig Glauben schenkt, da man roobl weiß, daß Italien sich durch eine solch« Hand iunasweise in eine unhaltbare Lage bringen würde.
Der Pariser Korrespondent der „Daily Mail" bemeift, datz die Verbündeten ihren letzten Trump' noch in Händen haben, auf den Italien es nichi ankommen lasten wird. Italien lebe von amerikanischem Celd und (Betreibe, englischen Schiffen und englischen und französischen Kohlen. Ein Druck auf diesem Gebiet würde aber nur im äußersten Notfall angewandt werden.
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KmdBnm» in Mom.
wb. Rom, 24. April. (Stefani.) Gestern Abend fand auf dem Colonna-Platz eine große Volkskundgebung für die italienischen Eebietsfor- derungen statt. Man bemerkte zahlreiche Fabnen und Inschriften wie „Es lebe das vereinigte Italien", „Es lebe das italienische Fiume", „Es lebe Orlando", „Es lebe Sonnino". Es bildete sich ein Zug, der unter Abstngung patriotischer Lieder sich zum Kapitol begab. An der Spitze des Zuges bemerkte man den Fürsten Colonna inmitten vieler Offiziere aller Grade und zahlreicher Abgeordneter. Auf dem Kapitolplatze hielt der Bürgermeister Colonna eine Ansprache, in der er ausführte: Von dieser Stelle, wo wir am 24. Mai 1915 den Ruf nach dem Krieg erschallen ließen, erheben wir heute unseren Ruf des Protestes und der Entrüstung wegen des Attentats, das unsere geheimen Feinde gegen unsere heiligen Rechte zu begehen wagen. Iwlien hat seine Pflicht erfüllt, und es hat das Rocht zu nrlangen, daß feine Kriegsziele nicht verraten oder durch heuchlerische Kombinationen geschädigt werden: es kann verlangen, datz die Früchte seines blutigen Sieges nicht von seinen Feinden gepflückt werden.
wb. Bern, 24. April. Die „Ptrkeveranw" weist darauf hi«, daß «S nicht gleichgültig sei, ein Volk von 40 Millionen zum Freund« oder »um Feinde zu haben. Komme es zum Brnch, so müsse man, um der Aushungerung zu entgehen, mit Deutschland, Rußland und den Ländern der ehemaligen habsburgischrn Dynastie Handel treiben. — Nach der „Stamva" glaubt man in römische« Regiernngskreisen unb.dingt an eine Wiederherstellung bet Einigkeit. Tie Tend.viz Japans, nur unter bestimmten Bedingungen den Friedensvertrag zu unterzeichnen, und die Unznsricdenheit Belgiens könnten zu einer Jsoliernug des englisch-iralljöfischeu Blocks sühren.
wb. Genua, 24. April. (Stefani.) Ein ja panisch es Estfchlvad.c ist im hafnr von Genua ange- ü'M8'.rn
Friedensuutvrzei chnn«q und Stwtional* verlamm «nq.
r* Berlin, 24. April. Die Regierung ist der Anfiasinng, daß nmr dann die beuttfife Friedensalwrd- nunfl zum Abschluß de? Frieden« bevollmächtigt sein könne, wenn da« aefamt« Kabinett und der Frieden«' anrschiiß der Nationalversammlung zustimmen. Da viel« Mitgliedtr biefe« Ausschuss«« der Meinung flnb, obne Rnck'vrache mit ihren Fraktionen di« Verantwortung über so tolAtioe Fragen, wie sie in den närfifittt Tagen zur Enffchtidnnq stehen, nicht über« nehmen zu könnt», fo finden augenblicklich zwischen dem Piästdtnttn Fetrenbach und der ReichS^titnng Verhandlungen statt, nm gtottzenenfall« sofort dit Nat-onal otrfammlnng einzn^ernftn. Einstwtiltn ist die R gienmg noch der Anstckt, daß zunächst der Frieden« an«schvß :itr Btranmg btr Fntdtn-sragtn teranqtiogev vtrdtn soll imb eine Btrbandlimg vor ber Nat onal Versammlung selbst erst dann erfolgen kann, wenn di> Bedingunaen der Otfftntllch'eik übtrmihtlt wtibtn können. Darüber sind sich alle Mitglieder des Kabinetts einig, daß der Friede« erst daun unttrzeichnet wird, wenn ber Vettrag in alle« 'einen Teilen bi« Zustimmung bt« Volke« ober seiner, gewählten Vertreter gesunken hat
Hamburg, 24. April. Cie Deriffchnationale Volk? vartei. Landesverband Hansa, fordert die d-utsch« Reicks reaierung und Nai'analverfammlimg aus, unter alle? Umständen einen Frieden a b z u l e h n e n, der nicht br *>o1(e Unversehrtheit des Volksbcd ns einschki-ßlich des gesamten Herzogtums Schleswig aewährleisttt. der «ich' ?fir Deuffchtflnd di« Freiheit der Meere, des Welthandel und bei Schiffahrt sicher stellt und dem deutschen Volk die ihm abaenomrnene Handelsflott« und di« ihm unent bebrlichen Kolonien wiederaibt.
tob. Berlin, 24. April. Die Mitglieder der Onar tiermockerkommiffion. die fick nach Versaiffes b'gibt, urt- die Nnterdrinanng der deutschen D-legierten vorzubereiten sind Leaationsrat Freiherr v.Lersner, Herr Dunckcr unb Obcrpostinspektor Walther.
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wb. L 0 nd 0 n, 24. April. Reuter erfährt, bar vorläufig die Absicht besteht, einen amtlichen Auszug aus den Friedensbebingnr'een ber Presie zu überreichen, wenn sie ben Deutschen übeireicht wii-den. Aber möglicherweise wird dieser Beschluß geändert.
Ein drei Zeitimesfnten umfaffend'r Auszug btr Frie- densh-dinmingen wird am 4. Mai üi den Pariser Blättern verö'fentlicht
wb L 0 n d 0 n, 24. April. (Reuter.) Bonar Lam erklärte gegenüber einer Abordnung der liberalen Frauen, die strenge Blockade sei schon sehr gemildert, um die Verteilung der für Deutschland und Oesterreich bestimmten Lebensmittel zu erleichtern. Bei der Unterzeichnung des Friedens würden alle Einschränkungen beseitigt.
Die Schuld am Kriege.
wb. Berlin, 24. April. In Paris wird deutsche-seits ein letzter Ve-iuch grmacht werden, die gesamte Schnldfrage (Veröffentlichung der Akter: über die Schuld am Kriege) vor eine neutrale Kommission zu bringen.
Köln, 23. Avril. In einer Bolksv-rsammlung erklärt' der sozialistisch« Abgeordnete Meerfeld, von ber Rrgierunq werde in der nächste« Zeit e'ne Sammlung von Schrffftöcken über die Vorgeschichte und Geschichte des Krieges herausgeaeben norden. Diese Denkschrift, die von ung-heurer Wichtigkeit fei« werd«, gestatte ein Urteil darüber, ob die größte Schuld an dem internationalen Mvrdm bet internationale Kapitalismus trägt.
Die Be-fsrgung Deutschlands.
wb. Amsterdam, 24. April. Wie „Allge- meen Handelsblad" meldet, ist die Finanzierung non dreitausend Waggons Kartoffeln, 4000 Tonnen S?eck, 1000 Tonnen Butter und 1GB Tonnen Speck aus den Niederlanden nach Deuffchland zustanbege- kommen. Die Kartoffelmenge, die die Verbündeten für die Ausfuhr nach Deutschland freigegeben haben, ist um 6000 Waggons vermehrt worden.
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Die Woffeustillstandsbebingunge« der WestmScht«.
wb. Wien, 24. April. Der hiesige Vertreter der Westmächte teilte auf Ersuchen um Wafsenstill- standsverhandlungen der ungarischen Rate-Regierung auf Anweisung aus Paris mit, die Westmächte seien zum Waffenstillstand bereit, wenn die Räte-Regierung abdanke, ein Kabinett aus Vertretern aller bürgerlichen Klassen gebildet und alle Räte-Verfügungen über Privat-Besitz und Einschränkungen der persönlichen Freiheit auf- gehoben würden.
Tschechischer Vormarsch gegen Ungarn,
wb. Wien, 24. April. Eine tschechische Armee von 180 000 Mann begann den Vormarsch gegen Ungarn.
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Polnische Offensive i» Litauen.
wb. B e r l i n, 24. April. Die polnische Arme« begann in Litauen auf 150 Meilen Front eint große Offensive und ist im Vorrücken. Beträchtlich« Beute wurde gemacht.
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Mslöude mh Wen.
tob. Essen, 24. Avril Nack Mitteilung des Ber-z« Hauvereins ist in der «estrigen Frühschicht die Zahl bet Ausständmen auf 59 201 (vorgestern 66 735) zurückge» "angen. In den Bergrevi-ren Lün««, Wattenscheid. Dit« ten, Nordbochum. Sübbochum und Dortmund 3 kann bet Ausstand als erloschen gelten, da weniger als 10 Prozent bei der Anfahrt fehlten, womit auch i« normale» Zeiten gerechnet werden muß. Im Bergrevier Ol-erhan- stn-Dortmund fehlten 15 Prozent, sodaß auch hier bei Ausstand nahezu erlösche« ist.
E s s e «, 24. Avril. Nach amtlichen Feststellungen sind M den letzten Düsseldorfer Unruhen 40 Zivilisten und 10 Soldaten getötet und 140 Zivilisten und 23 Soldaten verwnndet worden.
tob. Kattowih, 24. April. Auf der Friedensbütte ranb?n Verhandlungen statt, in bereu Verlauf bi« ausge- 'vrockene Absetzung der beiden Direktoren zurückgezogen wurde. — Das Schichsgericht fällt« einen Spruch, h«ß die Absetzung der Beamte« der Klevvha-s-Grube zu 'Inrecht aeschehc» ist. Gestern begaben sich die Ack-'itet •n die Wohnung des Direktors Jüngst von der Giesche- 'chen Bergvenvattzing, schleppten ihn in das Zechenhau« •tnb erpreßte« von ihm unter Androhung schwerer 'örperlicher Mißhandlung die Zusage ber Bezahlung bet '-tzten Ansstandsschichten. Die Direktion erkennt diese Zusa->e nicht an.
tob. Hamburg, 24. Avril. Infolge andauernder Kohlennot wird der Stroß'ustabn-Berkehr in diesem Monat nicht wieder miiaenommeu.
tu. Graudenz, 24. Avril, lieber die nördlich«« Teile der Kreis« Könitz. Tuchel und Schwedt a. O. wurde weg«« der dort herrschend-« Räubereien der Belast» cung szustand verhängt.
Schwere Ausschreitungen in Hindenburg.
tob. Hindenburg, .24. April. Die schwere« Aus« fchreitungen, die sich vor ei «irren Tagen in Zaborze ab« 'Helfen, haben in Hindenburg eine traurine Fortfetzung «rfahren. Seit 10 Uhr früh sammelte sich in den Hauvt« nerkebrsstraß-n eine große M-nschenmrnge, meisten« Frau«« aus den benachbarten Ortschasten an und versuchten in zwei Konfektionsgeschäfte einzudringen und zu vlündern bezw. nach der bekannte« Methode die Waren z« Friedenspreise« zu verkaufen. Bis um 5 Uhr nachmittags konnte die Ruhe aufr-chferhalten werden. Da ffch um diese Zeit an der Ecke der Dorotheen- und Schillerstraße wieder eine aus etwa 3000 Personen bestehende Menschenmenge cingesunden hatte, die eine drohende Haltung einnahm, war das Militär gezwunaen. die Schußwaffe zu gebrauchen. Bei Säuberung der Straßen wurde in ber Schulstraße ein 14jähriger Knabe durch Kopffchuß getötet.
Braunschweig.
wb. Braunschweig, 24. April. In der Landesversammlun.g Milte Präsident Dr. Jasper mit, der Landesversammlung sei eine rechtlich« Stellungnahme der Reichsregierung zugegangen. Darin werden der braunschweig'.schen Regierung schwere Vorwürfe gemacht. Braunschweig habe sich als Mittelpunkt der kommunistischen Bewegung et« nüxfen und habe gegen die Reichspolitik verstoßen. VÄ der braunschweigischen Regierung seien ver« schiedentlich Hilferufe erhoben worden. Die Regierung habe große Verkäufe von Heeresgut vorgenommen, es feien aber erst 42 857 -4t abgeliefert worden, während allein 1160 000 Jl durch den Verkauf von Pferden eingenommen worden feien. Die Demobilmachung fei gestört worden. 3000 Gewehre, viele Maschinengewehre, 26 Geschütze und 7000 Handgranaten seien den Heeresbesiänden entnommen worden. Die Freiwilligen-Korps seien behindett worden. Die Dolkswehr habe sich bis zuletzt als kommunistisch erwiesen. Braunschweig sei die Hochburg des Kommunismus ge» rggsen. Das Schreiben führt dann ei?e ganze Reihe weiterer Fälle an, die für das Eingreifen der Reichsregierung bestimmend gewesen sind.
Nach dem „Bett. Lokal-Anz." befand«« sich unter bet Munition, die in Braunschwrig bei den Spartakisten Dotgrfunbt« ober freiwillig abgeliesert wurde, viele Tum- Dum-Geickoffe mit abaeicknittener und ausnehölter Spitzte
Eichhorn verhaftet und «lebet befreit.
wb. Berlin. 24. April. Der früh re B.rel!«er PoUzcipräsivent Eichorn wurde gestern nachmittag auf dem Halberstädtcr Bahnhof verhaftet und abend» von einer Volksmenge wieder befreit.
Belagerungszustand In Sachsen.
wb. Berlin, 24. April. Von zuständiger Stelle wird bekannt gegeben: Zur Aufrechlerhal» tung der öffentlichen Sicherheit wird hiermit über das Gebiet des Freistaates Sachsen der Belagerungszustand verhängt. Mit der Durchführung der sich hieraus ergebenden Maßnahmen wird die sächsische Regierung beauftragt. ____