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' mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für ldas früher kurhessische) Oberhessen

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DirOderdessis ck« Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Der Bezuasvtet» beträgt monatlich 1.35 X. ftti ins Hout (durch die Post »hne Bestellgeld). Verl«, von Dr. C Hitzereth. Murtt 21/23. Fernsprecher 55.

Marburg

Sonnabend, 19. April

Der Anzeigen»«!« letiigt fit die 8 j»(» Zeile 20 J u 50*1, PtqljufttL. «mtl. «»»wärt. u. SemmelnnL 30 j. i. 33'///, Kriegazuichl. MeflaiwewUe 1.20,4. lieber ytebetl gilt «1» »areabett. Bet Auskunft d die Aeschöttsst. u. Vermittlung der Angebot« » j. Lentz rg blht P»st>che<N«nt»: Ar. 6CH Amt Franks.«. R.

54. Jahrg.

1919

Vrttes Blatt.

. las EOt Mr SonumiikirteriÄt in AmnWeii.

wk Braunschweig, 17. April. Gegen Mit- iernacht find die ersten Regierungstruppen in die Atadt etngerückt. Zusammen mit ehemaligen Ative» Braunschweiger Mllitärpersonen bezogen st« a« mehreren Stellen Posten. Vor dem Haupt­postamt wnrdr ein Maschinengewehr aufgestellt. Die Vottrwehr ist verschwunden, ihre Posten sind «rbesetzt, ihre Kasernen fast wie geräumt. Von Widerstand ist nichts bekannt geworden. Im Laufe des Varmitlags und um Mittag sind weitere Trup­pe« fmoie General Maercker selbst angekommen. Sie Truppen wurden auf den Straßen von der Änwshnerfchaft freudig begrüßt, mit Blumen ge­schmückt xnd beschenkt. Vom Ministerium wehen lchwarz-weitz-rote Fahnen. Auch auf dem Schloß, Mrs ebenfalls von Regierungstruppen besetzt ist, »eht ost fiele der roten Fahne die Reichsflagge. Verfchiedtne Privathäuser flaggen in den Reichs- »nd iaadesfarben. Braunschweig atmet

Zwischen der wirtschaftlichen Vereinigung der kraunschrveiger Industrien und den Vertretern der Arbeitnehmer wurde eine Vereinbarung getroffen, dir Arbeit am Dienstag nach Ostern in allen Be- eben wieder aufzunehmen.

Berkin, 17. April. Rach den Abendblättern steß General Maercker heute früh in Braunschweig iekannimachen, daß, der Reichspräsident über das ßebiet d« ganzen Freistaates Braunschr'eig den Delagernngszustand verhängt und ein lnrßerm^entliches Kriegsgericht eingesetzt hat. Mer »!t Waffen betroffen wird, wird nach dem Kriegs­recht bestraft. Die Zeitungen unterliegen der Vor- pnfur. Ls stehen etwa 10 000 Mann um Braun­schweig her««. Weitere Truppen treffen im Laufe h« Tages ein. Die Husaren- und Jnfanterie- ftlserne «erden nicht betreten, da sie unter­miniert ßnd. Auf dem Bahnhof sind zwei Panzerzlge eingetroffen.

General Maercker gab bekannt, daß er im Ein­vernehmen mit der Reichsregierung folgende Maß- Aahme teeffe: Die Bevölkerung wird nach Matz- -ahr des noch zu veröffentlichenden Befehls e n t - v u*. Die bestehende Volksmcrrine-Division Äolksroehr werden aufgelöst. Nicht ört. njchweigische AngehSrtge dieser Verbände wer­den abgeschodeii. Anstelle der bisherigen auf- stelösten Regierung wird eine neue ent­brechend der Zusanlmensetzung de-s Landtags ein- tkrtchtet. Der Braunschweiger Arbeiterrat wird «fgeloft.

Der frlhere Präsident Merges und die kom- »inistifchen Volkskommisiare Oerter und Eckard so- Vie der frühere Vorsitzende des A.- und S.-Rates »chisf werben in Schutzhaft genommen, dis über sie *W*e* ist.

tob. Bre<frfchwetg, 19. April. In der Berbmähmg Mischen General Märcker und dem Aeltestemnlsschvß des Landtages wurde eine Eini- §l«S Ui der Kabinettsfrage erzielt, durch die die ^aununH zwischen Braunschweig und dem Reiche Zeitigt wird. Danach würde das Kabinett be- MHiu aas vier oder fünf Mehrheftsfoztvlisten, zwei «r«HHJngigen und einem Demokraten. Dieses Ka- vnett wird bis zum 24. April im Amte bleiben. »R diesem Tage wird der Landtag zusammentreten bild die Reubildung des Kabinetts vornehmen.

Eichhorn iestgenomme».

mb. 9 e 11 i n, 17. April. Nach einer Meldung 3- wurde der im Flugzeuge au» Staun» Aweig entflohene frühere Berliner Polizeipräsi- >^t Eichhorn bei einer Notlandung in der "0^ von Holzminden von Regierungstruppen fest- PttLmwen. Die Festnahme ist inzwischen amtlich «Mtigk wsrben.

Rim.

E, B e r 11 e, 18. April. Hebet die Vorgänge in ^yern liegen in den Morgenblättern folgende Meldungen »or: Rach Mitteilung eine» Eewährs- des T." wird die Regierung Hoffmann *«irn entscheidenden Schlag erst führen, wenn >»000 Monn die Stadt eingeschlossen haben.

» 3u größeren Zusammenstößen zwischen Roten ^ttden »nd Truppen des 7. Jnfanterie-Regts. soll *> wie verschiedene Blätter aus Nürnberg melden, Freising gekommen sein. Es wird von 80 To- ** gesprochen.

^ie die ^Deutsche Allg. Zig." aus Bamberg ^rdet, hab«, besorgniserrkLLnd« Nachrichten, die

bei der Regierung Hoffmann eingegangen find, diese veranlaßt, ihren Widerstand gegen die Bil' düng eines Freiwilligenkorps in Bamberg aufzu. geben.

In München herrscht ein furchtbarer Terror. Eine ganze Anzahl Bürger, Arbeiter und Soldaten seien bereits erschossen worden.

wb. Bern, 18. Avril. DieGazette be Lausanne" »-eröisentlicht eine von der Agenee Centrale berrührende Münchener Prinotmelduug, wonach die Bildung einer neuen Röte-Regierung au? Unabhängigen und Kom- muniRt-n beschlossen worden sei. Außenminister werde Richard Grelling, der Verfasser der BucheS SPaccufe".

München, 17. April (indirekt!. In einer Ver­sammlung der Betriebs- und Kasernenräte wurde gegen die Absperrung Münchens empfohlen. den Begüterten die Lebensmittelkarten abzunehmen und sie vom Bezug von Kohle, Gas, sowie Milch für Säuglinge und Rei­nen Kindern,die ia doch nur zu Feinden des arbeiten­den Volkes heranwüchsen", abzusperren. Schließlich be­schloß man, folgendes Ultimatum an die Regierung Hoffmann zu richten:Die unmenschliche Maßnahme der Hungerblockade, die die Regierung Hoffmann über uns alle verhängt, zwingt uns zu nachstehendem Ultima­tum: Wenn die Regierung Hoffmann binnen drei Tagen, Freitag nachts 1 Uhr, die Aufforderung zur Lebeus- miUelfperre nickt zurückzieht, werden der Bourgeoisie die Lebensmittelkarten abgenommen und ihr weiterhin auch Kohle und Gas nicht mehr gegeben." Weiter wurde gegen zwei Stimmen der Beschluß gefaßt: Es wird so lange weitergestreikt, bis die Räte-Republik militärisch vollkommen gesichert ist.

WB. Regensburg, 17. Avril. Gestern abend kam nach mehrtägiger Pause der erste Personenzug aus München hier an. Ein Reisender berichtet derPost- zeitung", daß bei Dachau Trupven der Regierung Hoff- mann ständen, denen 500 Soldaten und 10000 be­waffnete Arbeiter gegenüberständen. Die Haltung des . Militärs in München sei sehr -utjlidjer. es tchei«, als ob es sich im Falle des Erfolges der Regieruugstruüven zu ihnen schlagen würde. Wegen Bargeldman­gels wurde in München die Oeffnung sömtlicker Depots im Beisein der Eigentümer angeordnet. Die Besitzer erhalten Gutscheine. Im Falle des Nichterscheinens erfolgt zwangsweise Oeffnung. Der Mangel an Le­bensmitteln beginnt sich fühlbar zu machen. Seit einigen Tagen gibt es keine Milch.

wb. Augsburg, 17. April. Bestandteile des 14 und 18. Jnf.-Regts. haben sich in Donauwörth mit dem Detachement Probstmaier vereinigt. Dieses umfaßt alle Waisengattungen. Es ist von der Regierung Hoffmann ausgestellt, um die Ruhe in Bavern herzustellen. Di- Truppen tragen Stahlhelme. Das 23. Ins.-Regt, wird erwartet. Das 12. Jns.-Regt. passierte heute früh feld­marschmäßig ausgerüstet mit Automobiler» und Ma­schinengewehren den hiesigen Bahnhof.

Württembergifche Truppen nach Bayern.

wb. Stuttgart, 17. April. Die Staats« regierung hat beschlossen, auf Bitten der bayerischen Regierung der Anordnung der Rcichsregieruug Folge zu leiste» und württembergifche Truppen zur Hilfeleistung nach Südbayern zu entsenden. Im wesentlichen handelt es sich dabei um Teile der Freiwilligen-Abteilung Haas.

Berlin, 19. April. Wie aus Nürnberg ge­meldet wird, sind vor Dachau gestern Abend würt- tembergische Truppen in Stärke von 3000 Mann ang^onunen-

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Al AlMdÄMMi.

Esse n, 17. April. 95 000 Bergarbeiter haben bis heute die Arbeit im Ruhrgebiet wieder ausgenommen Mehr als die Hälfte der Belegschaften hat die Arbeii wieder ausgenommen. Insgesamt wird auf 59 Schächter wieder voll gearbeitet.

WB. Leipzig, 17. Avril. Die Straßenbahn-An­gestellten beschlössen zur Durchsetzung der noch uner­füllt« Lohnforderungen sofott in den Ausstand zu -IrrttiL

Dresden, 18. April. Auch die Sachs. StaatS- Eisenbahn-Verwaltun« muß ihren Betrieb infolge der ge­ringen Kohlenvorräte stark einschränken.

Der Angestelltenansstand.

wb. Berlin, 18. April. Die bis Mitternacht gefühtten Verhandlungen haben zu einem Ergeb­nis geführt, das die sofortige Beilegung des Ange­stelltenausstandes in der Metallindustrie gewiß er­scheinen läßt. Eine geordnete Mitwirkung der An­gestellten bei allen Fragen des DienstverhSltnifies ist gesichert. Die endgültige Entscheidung dürfte in einer am Sonntag einberufenen Obmännerver- ammlung fallen.

WB. Chemnitz, 17. April. Die hiesigen Bank­angestellten nahmen mit Rücksicht auf daS über Sachsen verhängte Standrecht die Arbeit wieder auf.

Zwangsabsetzungen von Bergwerksdirettoren.

wb. Berlin, 17. April. Nachdem die Morgen­blätter berichtet haben, daß di« Arbeiter- und Singe, 'telltenausichüfle der Bereinigten Königs- und Laura- Hütte beim Aufsichtsrat dieser Gesellschaft den Rücktritt de« Generaldirektors Geh. Bergrat Hilger gefordert hätten, liegen noch folgende weitere Meldungen über die von den Arbeitnehmern beschlossenen ZwangseL-i

setzungen leitender Persönlichkeiten au» dem Oder- schlesischen Eisen» und Kohlenrevier vor: Generaldirek­tor T i ele-Bivmarckhütte, Tlrefter Echr ver-Glei- witzer-Eteinkohlengrube, Geheimrat SBtggert, Ober bergrat Mende, Bergrat Eteinhoff (die letzten drei von den Fiskalischen Kohlengruben) und Ober­direktor Logt, Fürst Henckel von Donnersmarcksche Verwaltung.

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Sie Nmezelm in MenMW.

Berlin, 17. April. Der SachverstSndigenrat für di« Kohlenwirtschaft beriet die Vorschläge des Reichswirtschaftsministerium» zur Regelung der Kohlenwirtschast und einigte fich auf folgende Grundlagen: Ein Reichskohlenrat von 50 Vertretern der bergbaulichen Arbeitgeber und -nehmer, der Verbraucher, des Kohlenhandel» und der Wissenschaft leitet die Kohlenwirtschast. Den Vertrieb der Kohle übernehmen die Syndi- k a t e, die in den einzelnen Vergbaubezirken zu er­richten find, sofern fi« nicht schon bestehen. Zn je­dem Syndikat stellen die Arbeitnehmer 2 bis 3 Auf- sichtsratsmitglicder und ein Mitglied des geschäfis- führenden Vorstands. Die Gasanstalten, welche Koks erzeugen und absetzen, bilden ein Reichsgas­koks-Syndikat. Die Syndikate werden in einen Reichskohlenverband zufammengefaßt, in dessen Auffichtsrat die Arbeitnehmer 3 Stellen und die Angestellten eine Stelle besetzen. Auch hier stellen die Arbeitnehmer ein Mitglied des geschäfts­führenden Vorstands. Der Kohlenhandel wird nicht in gebundene Organisationen Lberge- fiihrt. Die oberste Instanz für di« Preisfest­setzung ist das Reichswirtschaftsministerium un­ter Mitwirkung des Reichskohlenrats. Infolge der Oberaufsicht des Reichswirtschaftsministeriums kön­nen Preiserhöhungen hintangehalten werden; auch kann das Reichswirtschaftsministerium Preisher­absetzungen verlangen.

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Imlti ii Rn.

Wien, 17. Avril. Die für heute befürchteten Zu­sammenstöße anläßlich der großen Versammlungen der Arbeitslosen, der Kriegsinvaliden und der aus der Kriegs­gefangenschaft Deimgekebtten haben heute Nachmittag stattgesunden urib mehrere Stunden die Umgebung des Parlaments zum Schauplatz der wütesten Szenen gemacht, bei denen mehrere hundert Schüsse auf die Polizei abge­geben wurden. Bor dem Rathaus hatten sich etwa 10000 Arbeitslose eingefunden. Um */e3 Uhr wurden Flugzettel verteilt, in denen ausgesordert wurde, einen entschiedenen Druck auf die Regierung auszuüben, um eine bessere Verpflegung zu ermöglichen. Die Arbeits- 'osen verlangen u. a. eine tägliche Unterstützung von 25 Kronen und Erhöhung der Brotration auf ein halbes Mito für den Tag.

wb. Wien, 18. April. Bei bet gestrigen Schieße­rei im Rathausviertel wurden nach den bisherigen Fest­stellungen zwei Polizeibeamte getötet und 17 verletzt Bon den Demonstranten und Passanten wurden etwa 20 verletzt. Zu Aufteizungen, die sich besonders gegen die Poli'zeimannsckasten richteten, ist es gestern abend auch in verschiedenen anderen Stadtteilen gekommen. .Sine Schar Arbeitsloser versuchte in die Stistskaserm nnzudringen. um sich Waffen zu verschasftn. wurde aber iurückgewiesen.

wb. Wien, 18. April. Wahrend der gestrigen Kundgebungen vor dem Parlament fuhr ein italieni­sches Automobil vor, das durch ein wahrscheinlich verirrtes Geschoß getroffen wurde. Glücklicherweise wurde sein Insasse verletzt. Der Cbef der italienischen Mifsioi. aitdte zu dem Staatssekretär für Heereswese» einen Vertreter mit der Forderung, bis Freitag 4llhr nach­mittags Genugtuung zu leisten. Die deutsch-österreichische Regierung entschuldigte sich noch gestern abend schristll'ch bei dem Chef der italienischen Mission. General Segre antwortete, die italienische Mission sehe keinen Grund, weitere Konsequenzen zu ziehen, da die Angelegenheit keine Folgen gehabt habe und die Ordnung wieder her­ze stellt sei.

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6ra| LzenI« eertoM

wb. Wien, 17. April. Der frühere Minister des Äeußern, Graf Ottokar C z e r n i n, wurde gestern von den deutsch-österreichjschen Grenzbedörden verhaftet, als er versuchte, ohne Paß die Schweizer ®ren$e zu über­schreiten. lieber die Vorgeschichte der Verhaftung wird mitgeteilt: Czernin wandte sich kürzlich an die Wiener Bolizeidirektion um Ausstellung eines Reisepasses in die Schweiz. Der Paß wurde ihm nach vorausgegongener Rücksprache mit dem Staatsamt für Aeußeres im Hin­blick auf die von ausgewanderten Aristokraten in der Schweiz betriebene, gegen die dei'tsck-österreichische Repu­blik gerichtete Propaganda r jeigert Czernin wandte fich hieran? an den Staatskanzler mit der Bitte, ihm die Erlangung eines Passes dennoch zu ermöglichen. Der Staatskanzler wies das Ersuchen ab. Czernin gab nun vor, daß er sich auf eine seiner Besitzungen in Oberösterreich begeben wolle und reifte mit dem Ententeschnellzug von Wien ab. Statt den Zug in Lberösterreich zu verlassen, fuhr er jedoch weiter bis Feld­kirch, worauf dott dir Verhaftung erfolgte,

iQQitno its MwtMts d« InIIS- Mimik! Mflffltlti.

Der Hauptvorstand der Deutschnationalen BolksparÄ trat am Dienstag, den 15. Avril, zu seiner ersteu Tagung feit Begründung der Partei zusammen. 81 einer Kundgebung von stärkster Wucht und tiefftem Ein­druck gestaltete sich die Erörterung über die Stellung des Parteivorstande» zur Friedenssrage. Professor Dr. Hoetzsck berichtete eingehend über den Stand der Friedensaussichten und fühtte aus. daß Frankreich den reinen Machtfrieden, d. h. die Vergewaltigung Deutschland» wolle, die Vereinigten Staaten aber auf dem entgegengesetzten Standpunft stünden, während Eng­land» Forderungen sich in der Mitte zwischen denen jener beiden Mächte bewegten, doch sei deren Druck auf Frankreich nicht stark genug: habet wolle Frankreich in Widerspruch mit Wilson» Programm da» Schicksal Elsaß-Lothringens ohne Volksabstimmung vorwegneh­men und plane ganz unverhüllt, Deutschland de» völlig deutschsprachigen Saargebiet» zu berauben. Unser« Rechte aus die Nordmark und die Ostmarken sind klar und bedüvftn keiner Begründung. Ueber die in den 14 Punkten Wilsons festgelegten Zugeständnisse dürft Me deutsche Regierung auf keinen Fall binouSgehen. Ti« Unterzeichnung beS Vorfriedens müsse jeden Deutschen mit schwerer Sorge erfüllen, darum gälte e», alle natio­nalen Kräfte gegen jede feindliche Vergewaltigung zu- sammenzufassen. Ueberans eindrucksvoll und anregend verlief die Aussprache über die Friedenssrage. An ihr beteiligten sich die Herren Staatsminister a.D. Bergt, Abg. Traub, Hauvtschrsitleiter B a e ck e t, Landrat a.D. Rogge, Minister a.D. Lentze, Abg. v.Woy« ne, Kaufmann Walter, Abg. v. Kardorff,Recht»« amvalt I e e o b s e n, Rechtsanwalt Dr. Kraut u. «< Zur Friedensfrage wurde folgende Entschließung w nommen:

Mit schwerster Sorge bött daS deutsch« Volk, daß unsere Feinde iwn Friedensbedingungen reden, die sich ^orit von den Grundlagen entfernen, über bte uniert Regierung im November 1918 mit ihnen abeteingekom- men ist. Die 2) eittf (5 nationale Volks Partei fordert von der Reichsregierung, mit fester Entschlossenheit jeden Friedensvertrng abznlehnen. der die 14 Punkt« deS amerikanischen Präsidenten verschärft. Znrückzn- weifen ist insbesondere jeder Versuch, deutsche» Sa. ht Nord und Ost und West in offener ober versteckter Form loSzureißen, die Blockrcke forfbauern »« lassen. ira8 der für unsere Eristen» notwendigen Kolonien |t berauben. Unsere gegen alle» Menschenrecht zurückge- baltenen Kriegsgefangenen müssen sofott In M» Heimat entlassen werden. Wirtschaftliche Lasten, die unfec Volk erwerbs- und brotlos machen, sind abzulehnen. Die Ehre unseres Volkes, daS sich frei von jeder Schuld an diesem Kriege weih, die Zukunft be» Deutschtum», die Zukunft unserer Kinder steht auf dem Spiel. Die deutsche Regierung darf keinen Gewaltfrieden unterzeichnen, der den Keim künftiger Kriege in sich trägt."

Die zweite Sitzung der Tagung des Hauptvorstandeö der Deutschnationalen Bolkspattei begann mit Erörterung der Frage» des Aufbaues der Partei, vornehmlich in finanzieller Hinsicht. Der von dem Schatzmeister bec Partei, Bankier von ber Planitz-Berlin, vorge­legte Haushaltsplan für bo8 taufenbe Geschäftsjahr wurde eingehend besprochen und einstimmig genehmigt. Sodan» erstattete der Hauptgeschäftsfübrer der Partei, Amts­richter v.Lindeiner, Bericht über seine im Auf­trage der Partei nach Oesterreich unternommene Reife über die dortigen Parteiver^""nisse sowie die politische Lage in Deutsch-Oest' Hieran schloß sich eine lebhafte Aussprache . sich u.a. beteiligten Staats­minister Bergt, Ak> . Hoehsch, Abg. Dietrich. Hauvt- geschästsführer Thomas, Bauptlehrer Martell. Jrn An­schluß daran wurde' folgende Entschließung einstimmig angenommen:

Der Hauptvorstand der Deutschnationalen Volks- Partei gedenkt in Treue der deutschen Brüder in Deutsch- Oesterreich. Er sendet ckesonders herzliche Grüße be« Landsleuten in den Sudetenländern, Dentschböbmen, West« Ungarn und Südtirol, die sich in schwerer Bedrängnis unter der Fremdherrschaft befinden. Der staatsrechtliche Zusammenschluß der deutschbesiedelten, geographisch zn- sammenhängenbeu Gebiete in Mitteleuropa ist eine grunb« ftaenbe Forderung völkischer Gerechtigkeit. Das deutsche Volk kann und wird nach den unendsichen Opfern bet Kriegsiahre da» gleiche Recht für sich in Anspruch nehmen, da» den lleinsten Bolkssvlittern heute zuge­billigt wird. Die Partei wird mit allen Kräften danach streben, daß an» dem Zusammenbruch dieser Tage ei» einige» Deutschland hervorgeht, soweit die deutsch« Zunge Ringt. Sie wird nicht aushören, diese Fords« rungen mit aller Energie zu vertreten bi» zur endlich«» Herstellung großdeutschrr staatsrechtlicher Einheitt^.

Ueber die Welfen-Frage berichtete Landest v. W o v n a. Der Berichterstatter begründete die Hal« lang des hannoverschen Landesverbandes bei den Wah- len. Es fei vor allem auf Stärkung bei bürgerliche« Front an gekommen, und deswegen habe eine unmittel- faare Bekämpfung der welsischen Forderungen nicht an« gezeigt erschienen. Da die Hauptyarteileitung die totU fischen Ansprüche abaelehnt, und auch d« Regio- rung die Abtrennung -nnovers von Preußen als un­möglich bezeichnet ar, müsse die Erötterung bet Frage auch für die hannoverschen Parteigenossen als abge­schlossen gelten.

Der SBiiyobnet der besetzten Gebiete wurde i» folgender Entschließung gedacht:Der Hauptvorstand bet Deutschnationalen Volk-Partei ftuXiiU bei fdiKt Rafluag