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Die „Oberdessiicke Zeitung" erscheint sechrmnl wöchentlich. — Der
w» (H I Bezuasvtei» beträgt monatlich 1.35 X. frei in» Hau» (durch die Post J12. »** lohne Bestellgeld). — «erlog von Dr. C. Hitzerottz. Morkt 21/38. —
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Marburg
Dounerstafl, 17. April
Der Rnreigenprei» betrögt fär die Sgel» Z«i!« 20 Jf v 5O*|o Rrqtjuf'H., emtl. r j <yrtf.ri* auowärt.u.kommelanz. 30^.» 33'/,»/, Xriegozuichl. Reklome^eil« 1.20^. Jeder
Radoti gilt ol» Borrodott. — Bei Ruokunft d bi« Geichäitost. w. Bermtttlung iqiq der Angebote 25 Sondrrgebtihr. — PostscheiNont»: Rr. 501» Amt Franks.«. M. Isis
mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberheffen
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Karis, 16. April. Der wirtschaftliche Wicker- iti|tae Europas ist dem Obersten Wirtschastsrat an- >edM«t. Er bat am 14. April zwei Sitzungen abgehalten «ch dir belgische Regierung zur Ernennung eines Vertrete»» eingeladen, der den Sitzungen des Rates btt* wrbue* soll. Nach einem Bericht von Hoover haben da ALrz die Vereinigten Staaten nach England, Frankreich «b Italien 488 000 Tonnen Lebensmittel im flrefc von 11280000 Dollars verkauft.
Lichen erklärte sich mit der sofortigen Beantwortung
- rin» mßonden, die mit 400 gegen 99 Stimmen beschlossen ■ I Hwtot. Bor stark besetzten 'Tribünen erklärte" darauf
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Rrho», da st die Waffenstillstandspräliminarien dem Varl
8 ’s t lapt.it zur Notifizierung vorgelegt werden sollen, sobald ” sie M Kriedenspräliminaricn erhoben seien, mit anderen
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öerten, sobald sie die Unterschrift aller Vertragsschlie- gcnfaa toagen werde. Die Verhandlungen, die täglich fadaekfct werden, stehen vor dem Abschluß. Es ist voll-
$<r4S, 16. April. (Havas. Kammer.) Der Abg. Zcbetz richtete an Pichon die Anfrage, an welchem Tost« bie Aussprache seiner Interpellation über die 83t* bhtwmstH wünsche, unter denen die Regierung dem tzackoment die FricdenSbedingungen bekannt geben will.
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Bor», 15. April. Der „Matttno" schreibt zur Lö- fnnz der Saarbeckenfrag«. sie sei das Verrückteste 4* Mglelch das Gefährlichste, was man hätte können. Di« Franzosen sagten, ste münt^n 5a- LE decken haben, weil ste sonst die Lothringer Erz- »icht genügend ausbeuten könnten. Mit dem B«kche» Rechte könnte Italien Neuseeland fordern, weil es sonst die sizilianftcken Salinen nicht 5»«Nw* onsbeuien könnte. Aber selbst wenn man sich «N len Wirtschaftlichen Seite d-r Lösung einverstanden
tkae» Kriege s »orauszub-stimmen.
Die Versorgung Deutschlands.
Warnen lvahrschtiiüich, daß der Feind in den nächsten $üfM ringtladen tverdcn wird, die ausgestellten Be- diuftunge» anzunehmen. Franklin Bouillon, der KrkkAdeut btr Kommission für Auswärtige angelegen- j Wee erklärte, daß ohne ein starkes Polen mit Danzig V', ein dauernder Frieden in Eurova nicht möglich sei.
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iroeren istneu, «ste«, 15-t!.
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j | auf W *er 15 Jahre aller politischen Rechte zu brrau- t«8 Bor bedeute geradezu, das Datum der z u k 8 n s -
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Damdi! ra, 16. April. Das „Hamburger Frem- tesSfofl* meldet: Wie wir von gut unterrichteter Seile ÄfeSwn, find nach hier eingeganaenen zuverlässigen -Hrchriihten etwa 100 000 Tonnen Nahrungsmittel ent-
III.
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Zntttwotsnng polnische« Behauptungen. — Androhung *•* Gegenmaßnahmen gegen die Verhaftung Deutscher.
Berkin, 16. April. In einem an die preußische ßiaMeeegiemng gerichteten Telegramm hat der oberste doknikche Bolksrat in Posen Klage darüber geführt, daß Me Polen jenseits der Demarkationslinie in Masten kterniert, schlecht behandelt und zu schweren Strafen wetzen ihrer nationalen lleberzeugung verurteilt wär-
E» sei daher als Gegenmaßtegel eine Anzahl Rutscher Bürger interniert worden Weitere Verhrrf- »erben in Aussicht gestellt. Die preußische ®tw*seegteung hat in einem Funkspruck die Anschul- d'.g»»ge« «l» jeder Grundlage entbehrend zurück- Vwiefr» und erklärt, das, Strafen nur durch die öffent- ^cheu Eerrcht« für Vergehen oder Verbrechen verhängt Eine freie Betätigung in national-polnijchem ^»»e Iw allerdings nicht gestattet werden, so-
tz4v vmüschen i» eiirer freie» Ausübung ihrer
«chrm*. Es bat den Anschein, als ob von Seiten unserer Nst-gner, abgesehen von der Belieferung mit Nah- | wnesmfttekn, auch Vorbereitungen getroffen werden, um - AeutfäklMid den Bezug von einzelnen Rohstoffen w rmönlicheu. die nie die Aufrechterhaltung der Berg- Werke uotioendia sind. wie z. B. Schmieröl usw.
8#w>»n, 16. Avril. (Reu'ker > "Erne offizielle Ver- lru:Äar»ng ans Varis besagt, daß der Oberste Wirt- Mäfiewit *h Plan gntgeheißen habe, der deutschen Eegiesmw b« in den Händen der verbündeten Regie- sttnge» befindlichen Netzerschstsse an Rohstoff«« schon H»r den, Abschluß des Friedensvertrages unter Be- dmgrwqen, die durch einen besonderen Ausschuß gemein- fc mit den Block-tde nnd Finanzabteilungen deS Obersten Rate« ausgearbeitet werden, zum Kauf antubi-’ten.
Ve»ch«idi»nge« nur auf der Basis der 14 Punkte Wilsons.
Danzig, 16. April. Auf einen Bericht über die bnfxe deutschen Kundgebungen gegen dir polnischen Kn'MGche aus Danzig und West Preußen ist von der Re- Ikree» folaendes vom Reichsminister Erjberger unter- seich«»» Telegramm beim Generalkommando eingrgan- #to*. Tie deutsche Regierung hat die 14 Punkte Wilsons titsawmmcn und wird nur auf dieser Basis unter ' AbkeHnnng aller Versuche von darüber hinauSgeben. kn veberHrikfen verhandeln. Die Reichsregierung wird »lftS Erdenklich« tun, um das Deutsche Reich unge- zu erhalten. WaS deutsch ist, must deutsch eiben.
| «rtz Kolvutzagen. Es soften ferner 300 000 Ton« n SttivSwrfttfr, kiesertzar int Monat April, unterwegs sei«. iCOWe Tonnen Schiffsraum sind auf der Fahrt nach stder^eeffchr« Verladehäfen, um weite« Mengen aufzu-
- Wes. r bereits an Detttsch'aud geliefert ivorden oder lie- '*■** he« zur Lieferung bereit in Rotterdamm, Antwerpen
—> | ■»—WW—Wl« ■—k —W—MF Rechte in den besetzten Teilen Posens behindert würden. Dagegen sei in Oberschlesien neben der deutschen auch die polnisch« Sprache amtlich eingeführt. Alle Au»nahnu.gesetze seien aufgehoben, die Geiselpolitik längst verlaffen. Zum Schluß verlangt die preußische Regierung Freilastung der deutschen Geiseln bis zum 17. April, andernfalls werde st« schärfste Gegenmaßnahmen ergreife».
DenkmalsschLndung in Posen.
In der Stadt Posen find, wie von zuverlässiger Seite der „Post" gemeldet wird, vergangene Woche sämtliche Denkmäler aus deutscher Zeit — selbst das Schillerdenkmal nicht ausgenommen — vom Pöbel umgestürzt, zerschlagen und im Triumph durch die Straßen geschleppt worden, ohne daß in der polnischen Presse ein Wort der Mißbilligung erschiene. Nur das Bismarckdenkmal wurde ordnungsgemäß abgenommen. Dabei halten die Deutschen seinerzeit die polnischen Denkmäler in der Stadt völlig unberührt gelafien. -------------- --- . .
$« ItOIiSMrt ter »MM MW.
Berlin, 15. Avril. Die WasfensMstantzskoinmftsion teilt mit: Es ist vertraglich festgesetzt, daß die volnischen Truppen während ihres Aufenthalts auf deutschem Gebiet in keiner Weist ngendwelch: Kundgebungen veranstalten dürfen. In dem Sondcrabkommen heißt es wörtlich: „Alle Maßnahmen tverden durch das verbündete Oberkommando getroffen werden, um Zwischen- tälle zwischen Truppen und Bevölkerung zu vermeiden." Die Truppen dürfen nicht die für die D-rpftegunq wäh- rtnb ihres Aufenthaltes in den Bahnhöfen bestimmten Räume verlassen, durch die sie mitt-ls besonderer Absperrungen von dem übrigen Reiseverkehr getrennt sind. Auch das Singen polnischer Lieder ist ihnen verboten. Die Station an der Demarkationslinie, ans welcher die Uebernahme der polnischen Truppen seitens der polnischen §>eeresverwaltung erfolgt, ist L i s s a. Es ist ausdrücklich mit der fronzösifchen Heeresverwaltung, von deren Gebiet aus dst Abfahrt der polnischen Truppen durch Deutschland erfolgt, verabredet, -daß die Züge nicht länger als eine Sturche in Lissa halten dürfen. Es sind französisch« Ofsiziere nach Warschau unterwegs, die persönlich von dort die Uebenrabm« in die Wege leiten. Diese französischen Offiziere werden gleichzeitig dafür sorgem daß Lokomotiven der polnischen Heeresverwaltung rechtzeitig in Lissa zur Stell« sind. Es ist ferner dafür gesorgt, daß Zerstörungen am Bahnkörper ans der andern Seite der Demarkationslinie beseitigt werden, sodaß die Transporte glatt auf die polnische Seite hinübersah«n können. Die Franzosen haben versprochen, daß die nach Warschau und an unsere Haltestationen gesandten französischen Offiziere ausgesuchte Persönlichkeiten sein werden, die voll überzeugt sind, wie dringend nötig es ist, daß Ruhe uub Ordnung -cu»recht erhalten bleiben. General v. Hammerstein hat beantragt, daß ein älterer deutscher Offizier, womöglich ein General, nach Lissa gesandt wird, damft dort ein ruhiger unb erfahrener Mann zur Stelle ist, der auf die deutsche Bevölkerung auftlärend unb beruhigend einwirken kann. Gleichzeitig wird er auch in der Lage sein, wenn cs nötig sein sollte, die den Polen und Franzosen gegenüber gerrosienen Vereinbarungen durch- zusetzen. Von der deutschen Regierung aus find bereits die örtlichen Behörden verständigt, daß auch ihrerseits alles zu grschehep hat, damit die Ruhr und Ordnung aufrecht erhalten werde.
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Die polnischen Truppentransporte durch Deutschland haben begonnen. 8000 Mann haben bereits den Frankfurter Südbahnhof passiert.
Part», 16. April. (Havas.) General Haller hat am Dienstag Parts verkästen. Er wird tn Mainz zur ersten Staffel der polnischen Arme« stoßen, die quer durch Deutschland Warschau Wstrebt.
ChmW filier die ülelötsMoMt tes Sitte» «ind der Silit fit yeMImd.
Deutschland al» Bollwerk gegen bee Bolschewismus.
Amsterdam, 16. April. Nach den hier eingegangenen amtlichen Blättern vom 12. April sagte Churchill in feinet Rede am 11. April n. a.: Wenn wir mit Deutschland Frieden schließen, so bedeutet das noch nicht, daß wir mit ihm Freundschaft schließen. Aber ein Frieden würde doch den Zustand mit sich bringen, daß gewiß gemeinsame Interessen anerkannt ioerden Die geschlagene Partei würde nach Abtragung ihrer Vor- vflichtungen doch wenigstens wieder bessere Aussichten für die Zukunft und Gelegenheit zur Buße haben. Ich glaube nicht, daß wir uns ei leisten können, diesen Streit mit seinem ganzen Haßapparat ohne Ende weiter zu führen. Alle meine Nachrichten von militärischer Seite deuten daraufhin, daß Deutschland dem Zusammenbruch sehr nahe ist. Alst: meine militärischen Ratgeber haben betont, daß das Wichtigste, waS wir tun müssen, ist, Deutschland mit Lebensrnitteln und Rohstoffen zur Wiederaufnahme des WirtfchastSlebrns zu versehen. Wenn Deutschland ht bolschewistischen: Anarchie versinkt, so gibt ei nicht nur keine Entschädigungen, sondern wir würden auch selbst »ccarmen. Der Handel würde durch die wachsend«
Unordnung gelähmt werden. Ein Weg zur Buße steht Deutschland offen. Wenn ei nämlich den Bol schewismuS bekämpft und ein Bollwerk dagegen bildet, ist das der erste Schrttt zu feiner Wiedervereinigung mit der zivilisierten Welt. Uns droht noch sehr groß- Gefahr. Zwei wichtige Zweige der Menschheit, die Slawen und die Deutschen, sind in tiefstes Elend geraten. Es wäre höchst unerwünscht, wenn sie einander in diesem Elend fänden. Wenn Deutschland dem Bolschewismus verfiele, so würde die Wirkung davon bis nach China bemerkbar fein. Wenn Deutschland aus innerer Schwäch« ober infolge feindlichen Einmarsches der bolschewistischen Pest verfiele, so würde es zwar ztveifellos in Stücke gerissen werden, aber was würde dann ans uns werden, was aus dem Frieden, den wir sehr wünschen, aus dem Wiederaufblühen des Handels, aus dem Völkerbund. Es würde dann zwei Verbände geben: «inen Burtd der besiegten und einen Bund der siegreichen Natiorien, nnd bet Bund der besiegten könnte leicht die Rüstungen wieder ausnehmen, während der Bund bet siegreichen Nationen das Schwert zur Seite legte. Noch einmal würde jenes schreckliche Gleich gewicht von Gegensätzen entstehen, das vor fünf Jahren das Vorspiel zum Ausbruch des großen Krieges bildete, Churchill schloß mit den Worten: Erhaltet Euch eine starke, treue, festgeschlosfene, zufriedene, ihren Wrsgaben gewachfene Armee, erhallet Euch die Freundschaft mit Amerika und Frankreich. Ni acht Frieden mit dem deutschen Volk, leistet mit allen Mitteln dem Bo! scheivismus Widerstand.
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Sie Mostetemtm
Danzig, 16. April. Heute früh sind die gesamten Gastwirtschaftsaugestellten, Kellner, Köche, Hausdiener, Küchenmädchen usw. in den Ausstand getreten, weil bie Forderung bet Arbeitnehmerorganifationen nach festen Bezügen bei Abschaffung der Trinkgelder von den Arb^utgeberorganisatiouen abgelehnt worden war.
Bremen, 16. April. In einer gestern abend hier abgehaltenen Bersammlung, in der Hauptmann v. B e e r- felde-Berlin sprach, verlas der Vorsitzende der Versammlung eine Bekanntmachung des 2 > er Rates, der von 12 Uhr nachts ab den allgemeinen Ausstand er- ffärt Sämtlich« Arbeiter der größeren Werke, wie A.-G. Weser, Hansa, Lloyd usw. sind heute morgen der Arbeit ferngebtieben. Der größte Teil der Straßenbahner hat sich dem Ausstand angeschlossen. Das Gas- und Wassenverk arbeitet weiter.
Essen, 16. April. Die Zahl der Ausständigen in der heutigen Frühschicht hat um etwa 10000 abgenom- mett, sodaß gegen den Höchsistanb ein Rückgang von 50000 zu verzeichnen ist. Es flreifen heute noch 117944 gegen 127 629 gestern
Düsseldorf, 16. April. In der Betriebs- Nersammlung der Ausständigen wurde beschlossen, die Arbeit heute wieder aufzunehmen. Di« Lebensmitteldnmpfer können nicht ««»geladen werden.
Bremen, 18. April. Infolge des Ausstandes der Hafenarbeiter können di« am hiesige« Hasen liegenden Lebensmitteldampfer nicht gelöscht werden.
Bremen, 15. April. Die für Sonnabend beabsichtigte Verteilung von Kartoffeln und Mehl konnte nicht erfolgen. Mehr als 100 Bürger machten sich unter militärischem Schutz an die Entladung des Dampfers „Franklin", dessen Kapitäif erklärte, wieder abfahren zu wollen.
Der Angestelltrnansstend.
Berlin, 17. April. Die Zentralleitung des Angestellten-Ausstandes will alle für die Lebensmittelversorgung wichtigen Betriebe vom Ausstand ausnehmen.
Berlin. 16. April. Di« „B. Z. am Mittag" meldet: Heute Bormittag arbeiteten, ausgenommen die Metallindustrie und das Santgeroerbe, die Angestellten noch in allen Barmhen^in denen die Unternehmer das ?)Mbestimmungsrecht bisher nicht bewilligt haben. Dagegen ist der größte Teil der Angestellten der Branchen ausständig, in denen gestern schon das Mitkr-stim- mungsrecht in dem gleichen Umfang zagest ander, ist wie in den Brauereien. Hauptsächlich streiken die Angestellten der Berliner Spezialgeschäfte und Warenhäuser. Der Generalausstand ist noch nirgend» M Erscheinung getreten. In den Betrieben dauern sie Abstimmungen noch an. Ein sehr erheblicher Teil der Angestellten ist gegen den Streik, der nicht um sozial« Forderung«:«, auch nicht einmal um das Mitb'st'm.- mungsrecht hergeht, das ja von der Regierung serer- lichst zugestanden ist. Die Obleut« der Argest.lll-n- ausschüsse der kommunalen Angestellten bitten ausdrücklich um bie Erklärung, daß sie nicht daran denken, in den Ausstand zu treten Weder die Angestellten der Elekttizitätswerke noch di« der Straßen- und Untergrundbahnen nehmen an dem Ausstand teil. In diesen Betrieben finden auch feine Abstimmungen statt.
Ehemnitz, 16. April. Die hiesigen Bankangestellten find beute in den Ausstand getreten. Sämtliche Banken find geschlossen.
Berlin, 16. April. Die Bestrebungen, auch im Wuppertal einen Ausstand hervorzurufen, sind vollständig gescheitett. Die Bankbeamten lehnten mtt großer Mehrheit ab, in einen Sympathieaus- tzaatz zugunsten der Berliner einzutreten.
Mannheim, 16. April. Der Angestelltenausstand bei der Badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen ist durch Eewährung von Teuerungszulagen beigelegt. Morgen wird die Arbeit wieder ausgenommen.
Die Bedingungen der Relchsregiernng für Braunschweig,
Magdeburg, 17. April. General MSrcker hat den Empfang von Vertretern der braunschweigischen Regierung abgelehnt. Die Forderungen der Reichsregierung könnten die Vertreter in Helmstedt in Empfang nehmen: Entwaffnung der Bevölkerung, Auflösung der Volksmarine-Division sowie des braunschweiger Arbeiter-Rates, Aufstellung von neuen Freiwilligenverbänden aus nur Braunschweigern, Absetzung der jetzigen braunschweigischen Regierung und Einsetzung einer neuen entsprechend der Vertretung in der Landesversammlung. Die Ausführung dieser Bedingungen soll General Märcker durchsetzen.
Unruhen in Iserlohn.
Iserlohn, 16. April. Hier kam er am Sonntag gelegentlich einer Protesivcrsammlung ... gegen die neugegründete tztadtwchr und eines sich daran anschließenden Demonstrationszuges zu Unruhen, tn deren Verlauf Handgranaten geworfen und mit Maschinengewehren geschossen wurde. 31 Personen wurden verletzt, darunter 16 schwer. Ein Schutzmann wurde von Demonstranten in einer Zelle im Rathaus erschossen. Aus Anlaß dieser Ereignisse ist heute früh das westfälische Freiwilligenkorps Li ch t s ch l a g eingerückt. U-ber die Stadt und Umgegend wurde der verschärfte Belagerungszustand verhängt. - f
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Dresden, 15. April. Die Spartakisten-Führer Äitnmig, Frenzel, Riihle, Levisohn unb anbete wurdet verhaftet, das hiesige Spartakistenblatt „DerKommunist" verboten.
Leipzig, 15. April. Die „Rote Fahne", da» Organ der Spartakisten, das bisher tn Berlin heraus- gegeben wurde, dort aber feit längerer Zeit verboten ist, erscheint seit einigen Tagen in Leipzig.
Studenten und Grenzschutz.
L e i p ? i g, 1' April. Das sächsische Kultusministerium hat über den freiwilligen Eintritt bet Leipziger Studenten in den Grenzschutz verfügt, daß et bereit ist, den Beginn des Sommetsemesters auf einen späteren Termin zu verschieben, wenn die Rot be» Vaterlandes den Eintritt der Studenten in den Grenzschutz dringend erfordert und bie übrigen Hochschulen den gleichen Entschluß fassen.
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ümre.
Augsburg, 15. April. Der Bahn- und Fernsprechverkehr nach München ist heute wieder unterbrochen. Jeder Versuch, nach München zu gelangen, ist mit Lebensgefahr verbunden, da die dortigen Machthaber niemand aus der Stadt heraus- noch hineinlassen. Die Postsperre zwischen Augsburg und dem Norden Bayerns dauert aus politischen Gründen an. Auch bet private Fernsprech- und Telegraphenverkehr ist eingestellt worden. Die Züge nach dem Norden verkehren nut zwischen Lichtenfels und Augsburg.
Zn der gestrige« Vollsitzung des Augsburger A.-, B.- und S.-Rates berichtete die nach Bamberg gesandte Abordnung über die Verhandlungen mit dem Ministerium Hoffman«. Der A.-, B.- und S.-Rat stellte sich nach sachlicher Aussprache auf den Boden dar dort getroffenen Vereinbarungen. Der Antrag der llnabhängigen, daß der A.-, B.- und S.-Rat Augsburg sofort mit den Volksbeauftragten und der Bamberger Regierung in Verbindung treten sollte, um eine Einigung dieser beiden Stellen herbeizuführen und dadurch den Brndernwrd zu vermeiden, fand einstimmige Annahme.
Bamberg, 16. April. Der Bauernbündler und Landwirtschaftsminister im Münchener Ministerium, Eandorffer, von dem gemeldet wurde, daß er verhaftet worden sei, befindet sich in Bamberg in Freiheit. Auf die Anfrage nach seiner Verhaftung verweigerte er die Auskunft. Von anderer Seite wurde jedoch mitgeteilt, daß Gan- dorffet nach Regensburg gekommen sei und bett dortigen Arbeiter- und Soldatenrat veranlassen wellte, den banerischsn Zentrumsabgeordneten Dr. Schlittenbauer zu verhaften. Der Arbeitet- unb Soldatenrat drehte aber den Spieß um und verhaftete Eandorffer. Dieser wurde jedoch bann wieder tn Freiheit gesetzt.
Bamberg, 16. April. Aus Stuttgart wird gemeldet, daß bayerische Motorboote, bie mit Spartakisten bemannt waren, von Lindau über den Bodense» nach Friedrichshofen fahren wollten. Sie wurden je« doch durch Geschützfeuer von württe«bergischer Seite zm riickgewiejen. .