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mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (bas früher kurhessische) Oberhessen

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Paris, 15. April. (Havas.) Aus den tu ben Zeitungen über den Stand der Verhandlungen ver» öffentlichten Auskünften geht hervor, daß der Frtm densvertrag tu zwei Zeile getrennt jft; 1. Nf

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fern zu halten, was die Sache des Rätegedankens schädigen könnte, erkläre ich für meine Person, dah es Pflicht des provisorischen Zentralrat» ist, auf alle Machtansprüche endgültig Verzicht zu leisten und den bestehenden lögliedrigen Ausschuß als den augenblicklichen rechtmäßigen Zentralrat anzuer­kennen. gez. Ni lisch.

Der Putsch der republikanischen Schutztruppe zum Sturze der Räterepublik wurde nicht durch das Eingreifen des provisorischen Zentralrats, sondern durch die Selbsthilfe der revolutionären Arbeiter und Soldaten abgewehrt. Mit dem Siege gehört dem kämpfenden Proletariat auch die Macht. Der frühere revolutionäre Zentralrat ist beseitigt, gez. Klingelhöfe r.

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und der dortige praktische Arzt Dr. Kelch verhaftet und nach Regensburg gebracht.

schluß Sackens an die russische Räterepublik zum Ziele hatten.

Marburg

Mittwoch, 16 April

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München, 15. April. Der Bollzugsrat der Be­triebs- und Soldatenräte Münchens macht bekannt: Wer für Gegenstände des täglichen Bedarfs Lebensmittel, Kleidung, HaushaltungSartikel usw. Preise fordert, die nicht im Einklang mit den Gestehungskosten sichen, hat sofortige Schließung des 'Geschäft3 und strengste Stra­fen, die durch das Revolntionstribnnal ausgesprochen wer­den, zu gewärtigen.

Bamberg, 15. April. In Ingolstadt und Um­gebung sind, demFränkischen Kurier" infolge, wenn Südbatzrcn nicht zur Vernunft zurückkcürt, starke Sttö- muttgen für eine Trennung von München und Anschluß mit der Oberpfalz und dem schwäbischen Dona« sebiet an Franken mit Nürnberg als Hauptstadt im Gange.

NeuUlm, 15. April. Nach einem Telegramm der Stadtkommandantur schloß sich Kempen der alten Re­gierung an.

Augsburg, 15. April. Der bayerische Volksschul- verein veröffentlicht eine Kundgebung bet bayerischen Lehrerschaft, die sich darin geschlossen hinter die Regie­rung Hoffmann stellt.

Truppe« auf dem Wege nach München.

München, 15. April. Große bayerische Trup­penmassen mit Rrtillrie und Minenwerfern sind auf de« Wege nach München.

Der Kauernd« ndführer Gandorser »erhaftet.

Regensburg, 15. April. Gestern wurden in Mittenau der Bauernbundführer Gandorser

Kompagnie eine» amerikanischen Infanterieregiments Die Soldaten weigerten stch, ihre Quartiere zu verlassen und sich an die Front zu begeben. Dem Eingreifen der Offiziere gelang es, die Soldaten zum Nachgeben zu be» wegen, doch fürchtet man weitere Meutereien, roenr nicht bald au» Washington der Befehl zur Zurückzieh. ung der Truppen aus Rußland eintrifft. Wie ein» Rote de» amerikanischen Kriegsdepartements mltteilt, sollen die amerikanischen Truppen im Frühjahr au» Rußland zurückgezogen werden, sobald es die Witterung erlaube.

der Lebensmittelversorgung wird eingewirkt, sie ihre Tätigkeit nicht unterbrechen.

Die Dresdner Spartakiftenpläne.

Dresden, 14 April. Hier wurden bei den hafteten Spartakisten Pläne ausgesunden, die den

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Verhandlungen haben dem Vernahmen nach zu einer Einigung auf der Grundlage geführt, daß der Belage- rungszustand von Mitttvoch versuchsweise aufgehoben wird und dah dir Grenzschntztrupp-n nach oiißerhalb der Stadt verlegt werden mit Ausnahme des Teiles, der vertrags­mäßig zur Sicherung der durchgehenden polnischen Trup­pen bestimmt ist. Ter Forderung auf Verteilung der in den Militärbcständen vorhandenen Lebensmittel an die Zivilbevölkerung wird nicht entsprochen.

Hamburg, 15. April. Wegen Kohlcninan - g e l S wird in Hamburg von Freitag ab der gesamte Straßenbahnverkehr vorläufig auf 8.Tage eingestellt.

Hamburg, 15. April. In Hamburg mißlang ein kommunistischer Angriff auf den Hauptbahnhos. Gestern Abend wurde das Rathaus und der Ratskeller geplündert. In den Straßen wurden aufteizende Reden gegen Ebert und SchcLwmann gehalten. Schließ­lich gelang es der Wache, die Plünderer wieder zurück- zudrüngen. Daraufhin zogen die Plünderer, an deren Spitze sich Matrosen und Soldaten befanden, nach dem Alster-Pavillon", der gleichfalls ansgeplündert wurde. Tie Stadt war bis 8 Uhr abends schutzlos dem Pöbel überlassen worden. Erst nach 8 Uhr waren Sicherheits­mannschaften in genügender Stärke zur Stelle, liegen Abend versuchten auch die Kommunisten den Hauptbahn- Hof in ihre Hände zu bringen, jedoch scheiterte der Versuch.

Braunschweig, 15. April. Ja einer Sitzung des revolutionären Atttonsausschusfts wurde beschlossen am Mittwoch den Ausstand abzubrechen, wenn die Beamtenschaft am Dienstag den Dienst wieder auf­nimmt und die Arbeitgeber sich bereit erklären, die Streiktage zu bezahlen und von Maßregelungen abzu- fehen. Diese Bedingungen lehnen wieder die Beamten und die Arbeitgeber ab.

Braunschweig, 15. April. Eine allgemeine Be­amtenversammlung beschloß, den Ausstand nicht eher abzubrechen, bis die Arbeiterschaft den Allgemeinaus­stand bedingungslos aufgibt und Garantien gegeben sind, daß der Eisenbahn- und Postverkehr nicht mehr be. hindert werden und gegen keinen Beamten Maßrege­lungen erfolgen. Die städtischen Beamten beschlossen ebenfalls im Ausstand zu verharren. Die selbständigen Gewerbetreibenden schloffen sich zusammen, um den Bür­ger- und Beamtenausstand durchführen zu helfen. Die Geschäfte sollen solange geschloffen bleiben, bis die Ar- beiterschaft den Ausstand beilegt

Gestern Nachmittag wurden durch hannoversche Flie­ger hannoversche Zettungen abgeworfen, die u. a. die Mitteilung enthielten, daß die Truppen des Generals Märcker im Anzug auf Braunschweig seien. Auf die Flieger wurde ein lebhaftes Gewehrfeuer eröffnet das aber nur den Erfolg hatte, daß ein braunschweigisches Flugzeug getroffen wurde, da» zur Verfolgung bet Han»

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Zusammenkunft in Versailles am 25. April.

Paris, 15. April. (Reuter.) Wilson gab gestern als Wortführer des Viererrats folgenbe Er. klarung ab: Angesichts bet Tatsache, dah die Fra. gen bk bei bem Frieden mtt Deutschland geregelt werben müssen, ber vollstanbigen Lösung so nahe» gerückt finb, daß fie jetzt schnell durch den End« Prozeß der Fertigstellung des Entwurfes gehen kön» neu, beschlossen diejenigen, die am längsten über die Frage beraten haben, anzuraten, daß die deut, schen Bevollmächttgten eingeladen kverden, mit den Vertretern bet verbündeten kriegführenden Na­tionen am 25. April in Versailles zusammenzu­kommen. Dies bedeutet nicht, daß die Beratungen über alle Fragen, die mit der Regelung des all­gemeinen Friedens Zusammenhängen, unterbrochen wird oder daß die Beratung dieser Fragen ver- zögert wird. Man erwartet im Gegenteil, daß jetzt bezüglich dieser Fragen ein schnellerer Fortschritt gemacht wird, so daß man augenblicklich auch er­warten darf, daß sie für die Endregelung bereit sein werden.

Wilson hat die Absicht geäußert, stch vor dem t. Mai wieder nach Amerika einzuschissen. Er be­absichtigt, der Eröffnungssitzung der Konferenz in Versailles beizuwohnen und wird Paris am 27. ober 28. April verkästen. Oberst House wirb Amerika bei ben Enbverhanblungen vertreten.

Keine Aussprache über die miliiärischeu Bedingungen.

Paris, 15. April. Sobald die Bedingungei'« 'von den Vertretern ber Großmächte festgesetzt wor­den sind, werden sie den Vertretern der anderen Staaten mitgeteilt werden, doch werden diejenigen Staaten, die mit Deutschland keine gemeinsame Grenze haben, nur eingeladen, davon Kenntnis zu nehmen. Den Kriegsteilnehmern wird der Frie­densvertrag in erster Linie zugestellt. Die mitt- tärischeu Bedingungen werden von den Deutschen ohne Aussprache angenommen werden muffen. Man glaubt, daß die Zusammenkunft in Versailles nicht von langer Dauer sein wirb. Die Deutschen werben bas Recht haben, ihre Regierung burch Kuriere von ben Abmachungen in Kenntnis zu setzen. Es ist wahrscheinlich, daß eine F r i st zur Unterzeich­nung des ausgesertigten Friedensvertrages, wie bas auch beim Waffenstillstanbsvertrag schon bet Fall war, von 8 Tagen gewährt wirb. So wird stch die Unterzeichnung schon jetzt bestimmen lasten, ausgenommen im Fall, baß sich der Feind weigern würbe, ben Friedensvertrag zu unterzeichnen, mit welcher Möglichkeit aber nicht gerechnet wirb.

Reuregelung ber EntschLbigungsfrage.

Amsterbam, 15. Aptii. DasAllgemein Haxdelsbl." melbet aus Paris: Lloyd George habe unter dem Eindruck des Wahlergebnisses in Hüll eine Neuregelung der Eittschäbigungsfrage verlangt und erreicht, die von der Regelung, die bereits endgültig festgelegt schien, sehr abweicht Es sei nunmehr beschlosten, bereits jetzt den ge­samten Betrag der Entschädigung, die Deutsch« land im Laufe von 50 Jahren zahlen muß, festzu­setzen. Der Betrag wird noch geheim gehalten. Er umfaßt alle Kriegsschäden und alle militärischen Pensionen, und er wirb möglicherweise 250 Mil« liatben betragen. 25 Milliarden, die Deutschland sofort zu bezahlen hat, müßten in deutschen Staats» schuldscheinen, die in 10 Zähren einzulösen sind und durch Verpfändung von Zollgeldern, Bahnmonö« pole usw entrichtet werden.

Paris, 15. April. (Havas.) DieLiberty" schreibt: Die 125 Milliarden, die Deutschland ent» richten muß, stellen nur eine vorläufige Zah­lung dar. Darüber hinaus muß sich Deutschland verpflichten, für die noch nicht ermittelte Gesamt­höhe der Schäden Wiederherstcllungs« und Er» setzungskosten zu zahlen und außerdem für bi« militärischen Pensionen aufzukommen. Deutschland wird stch seiner Schulb in jährlichen Raten ent­ledigen mästen.

Bekanntmachung.

B»u einigen Dörfern gehen unS Beschwerden darüber jH, bai die Herrn Geistlichen noch immer von den 'fctUnebee»* am Abendmahl und den Konfirmanden eine M-abe in der Form von Eiern fordern, von Ronfinewben bis zu 20 Stück.

' Liefe Abgaben sind unser Wissen nach seinerzeit durch Gesetz abgelöst worden. Wir bitten um Mit- ftilung« darüber, wo dieser Brauch noch besteht

Arbeiter- und Soldatenrat Marburg.

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Hilft für die Verbündeten im Muemangebiet.

Rotterdam, 15. April. DemNieuwr Rotter- damsche Courant" wirb drahtlos aus Newyork gemeldet, daß zwei Kreuzer nach Rußland abgegangen sind. Ver­schiedene Flußschiffe sind ebenfalls bereit, um nach Ruh­la, ld abzugehen. Zwei Kreuzer mtt Pionierabteilungen und dem Gk rectal Richardson, dem neuen Befehlshaber der Streitkräfte in Nordrußland, an Bord sind in Mar­man angekommen.

Paris, 14. April. Wie berNew Port Herold" meldet meutert» an de? Front von Archangelsk ei«

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Königsberg, 15. April. Der in Aussicht siellte c ff geranne Ausstand wird vermieden werden.

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DieOberhessische Zeitung" erscheint sechsmal »ichentttch. Der "M3 (Ml Bezua»prei» beträgt monatlich 1.85 X. frei in« Hau» (»ntch die Paß U18. wv »hn« Bestellgeld). verleg von Dr. C. Hitze» »th. Markt 21/36.

noverfchen aufgestiegen war. Di« letzteren sind unvet» fthrt entkommen.

Aus Schöningen meldet derVolksfreund: Dr. Barth erschoß gestern den Eenosten Lilie. Der Mörder ist geflüchtet. Di« Mutter Barth» wurde als Geisel fest­gesetzt Ferne» wurden durch Handgranaten drei Per­sonen getötet und vier verwundet.

Halberstadt, 15. April. Seit heute morgen ist ber Eisenbahnbetrieb durch die Ausstandsleitung der Werkstätteriarbeiter völlig sftllgellgt worden. Der Aus­stand soll 48 Stunden dauern mit dem Zweck, Halber­stadt in eine höhere Lohnklasse zu versehen. Braunschweig und Magdeburg sind in Mitleidenschaft gezogen.

Düsseldorf, 15. April. Mit ben Buchdruckern wurde eine Einigung erzielt. Die Wasserversorgung ber Stadt ist, nachdem die Arbeiter beschlossen haben, die gänz­liche Einstellung des Betriebes zu vermeiden, erheblich eingeschränkt. Das Korps Bergmann ist wieder in dft Stadt eingerückt.

Essen, 15. April. 400 mittags in Kettwig zusam­mengetretene Ruhrbergleute wurden von Regierungs- tnippen umsielll und festg enommen. Ausstand und Bergarbeiterfordernngen baben die Eröffnung des Konkursverfahrens über das Vermögen de? Lochumer Bergwerks A.-G. zur Folge. Die Zahl der Ausständigen nimmt weiter ab.

Köln, 15. April Der dec britischen

Besahungstruppen befiehlt den Angestellten mtb Arbei­tern bei der Arbest zu bleiben bezw. diese wieder anfzu- nehmen. Im Ausstand befinden sich etwa 5000 Ange­stellte von 45 großen Kölner Werben.

Helmstedt vom Landesjägerkorp» genommen.

Magdeburg, 15. April. Teile des Landes- jügerkorps nahmen heute früh Helmstedt ein, das seit der Befreiung des Ministers Landsberg durch Helmstedter Polizeibeamte von der Braunschweiger Volkswehr besetzt wurde. Bei dem kurzen Kampfe fiel von den Landesjägern Hauptmann d. R. Koch aus Helmstedt. Der Bahnoerkeht nach Helmstedt ist wieder hergestellt Das Landesjägerkorps wird in Magdeburg durch einen Teil des Landesschützen­korps unter Führung des Generals v. Roedern abgelöst.

Der Angestelltenausstand.

Berlin, 15. April. Die Versammlung der Obmänner ber ausständigen Groß-Berliner Be­triebe erklärte sich mit allen Stimmen der Anwe­senden für bett Allgemetnausstand der Angestellten.

Berlin, 15. April. DieB. Z. a. M." meldet aus Weimar: Reichspräsident Ebert empfing ge­stern abend die in Weimar eingetroffenen Vertre­ter der streikenden Berliner Bankbeamten. Der Reichspräsident erklärte, die Volksregierung habe in dem schon veröffentlichten Kabinettsbeschluß zum Ausdruck gebracht, daß sie den Bankbeamten bas Mitbestimmungsrecht in allen Fragen des Arbeit?» oerhältniffes zugestehen wolle. Lediglich über ben einzuschlagenden Weg und über die Formulierung der Bedingungen könnten Meinungsverschiedenhei­ten bestehen. Er hoffe aber, daß eine intellektuell so hochstehende Arbeitnehmergruppe wie die Bank­angestellten eine Einigung nicht an Formulierungs­fragen scheitern lasten würde, und daß es zu einer Verständigung kommen werde. Die Vertreter der Bankbeamten verhandeln heute mit den Mitglie­dern des Kabinetts über die Durchführung des Mitbestiminungsrechts. eventuell im Wege einer Notverordnung. Auch die Vertreter der Banklei­tungen werden heute in Weimar eintreffen. Soll­ten die Verhandlungen erfolglos bleiben, so wollen die Bankbeamten den Lohnkampf auch auf alle grö­ßeren Vankplätze in Deutschland ausdehnen. Nach Versicherung der Streikleitung würden in diesem Falle auch die Angestellten der Reichsbank sich der Bewegung anschließen.

Die Nusstandsleitung wird, wie derVorwärts" schreibt, nach Möglichkeit den Verkehr in Eroß- berlin im vollen Umfange aufrecht erhalten. Die Angestellten der Gas-, Master- und Elektrizitäts­werke sowie ber Krankenhäuser haben bie Weisung erhalten, weiter zu arbeiten. Auf bie Angestellten

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Augsburg, 15. April. Seit 1 Uhr nachmit­tags ist bi« birekte telephonische Verbinbung von Augsburg nach München wiederhergestellt. Mün­chen beftnbet sich vollständig in bet Gewalt ber Kommnmiften. Dir Diktatur des Proletariats ist anfgcrichtet. Der Kampf um ben Hauptbahnhof, ber mit Artillerie, Maschinengewehren, Hand- fironatee unb Minenwerfern ausgcfochten würbe, baurte etwa 3 Stunden unb hatte bas Gepräge einer Mmlichen Schlacht. Er forberte gegen 150 Täte und Verwundete und endete mit dem Siege bet Kommunisten. Die regierungstreuen Truppen wurden entwaffnet. Nach diesem Erfolg war bas Schicksal ber Stabt besiegelt. Von einer offenen Gegenbewegung ist nichts zu spüren. Die grmze Garnison steht jetzt im Dienste ber neu» »ufgertchteten Herrschaft bes Proletariats. Die Zahl bet bewaffneten Arbeiter ist außerordentlich groß, die Kommunisten eine starke Macht hin­ter sich haben. Zn ganz München herrscht der All- tzemeinmisstanb. Alle Betriebe und Geschäfte sind geschloßen. Der Trambahnverkehr ruht: die Zei­tungen erscheinen nicht. Plünderungen find bisher Mir vereinzelt vorgekommen. Die Lebensmittel- »ctforgeeg hat keine Stockung erlitten. Heute er- fiheint eta Nachrichtenblatt des neu gebildeten Voll- jügstat» bei Betriebs- und Soldatenräte, das u. a. folgende Mitteilung des Vollzugsrats der Betriebs­und Solbatenräte enthält:

München, 15. April. Räterepublik Bayern. Die Betriebs» unb Solbatenräte Münchens baben in einer Versammlung am 13. 4. beschlosten, den pro» viso rischen revolutionären Zentralrat nicht mehr eis bestehend anzusehen. Die ganze gesetzgebende "unb vollziehende Gewalt der Räterepublik wirb einem togliebrigen Aktionsausschuß übertragen.

Reber die Ereignisse in München liegen weiter eine Reihe von Meldungen der kommunistischen Machthaber vor, von denen wir folgendes wieder­geben:

Za ber Samstag-Nacht wurde an der Räteregie- tuitß durch von mehrheitssozialistischen Verrätern bestochene Soldaten ein Putsch verübt, Mitglieder bes Zentralrats wurden verhaftet und nach Bam- herg Whtrailsportiert. Sie verbreiteten am Sams» tdg noch einen Anschlag, daß die Garnison von der Äat<wjie««B abgefallen sei. Das ist eine unge­heure Lüge. Die gesamte Garnison Münchens steht «ach wie vor zur Räteregierung, mit Ausnahme der republikanischen Schutztruppe, die noch am Abend von Rittetrnppen und Arbeitern entwaffnet wurde. Eine so« Stadtkommandanten Rüger einberufene Versammlung beschloß nach stärkstem Protest gegen ben Terror ber Bamberger Volksverräter folgen- bes: 1. Die klare Diktatur bes Proleta. trat». L. Die Bewaffnung ber organisierten Ar­beiter fvildmrg ber Arbeiterwehr). 3. Den sofortt- gen altem ei nausftanb bis zur Befreiung ber ver­hafteten Mitglieber des Zentralrats. Die Prole­tarier Münchens sind der Parole der Arbeiter- und Betrüebeeate gefolgt und haben am 14. April alle Strotzen ber Stadt zu einer ungeheuren Demonstra­tion «itefüllt. Die Arbeiterwehr ist bereits gut vrganistert und hat im Verein mit Ratctruppen die . Bewachung des Bahnhofs sowie der öffentlichen Ge­bäude ibetnommen.

DieMitteilung" bes Vollzugsrats bet Be­triebs» mtb Solbatenräte ist anstelle berMünchen. Neueste» Nachrichten" an die Bevölkerung heraus» gegeben werben. Sie enthält brei Erklärungen an vas werktätige Volk Bayerns, in benen es heißt: Bezirhlte Verräter haben versucht, im Verein mit ber Bonrgeoifie unb mit bezahlten Sölbnern bie Macht ber Räte zu stürzen. Der Versuch ist miß- lüngee. Es lebe die bayerische Räterepublik! Es kbe die Weltrevolution! gez. Toller.

Es hat sich ein 15gliedriger Ausschuß gebildet, bet stch wh Besitz der gesamten Macht befindet, die bisher in bei Händen des provisorischen Zentral- .rats gelegen hat. Um Verwirrungen und Kämpfe bttiet «W M^ketariat yi vermeiden und um alles

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