mit dem KreiLblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Tageszeitung für (das früher kurheffifchsj Oberhessen
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V-rliner Volftuasratcs zu bei: S^aatsanmaltickaftsrat 5)r. Wci
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großen mibewohnten Sälen wird dis Einritt«» Kunstausst-lla nqsn geplant.
Deutsche Parlamentarier nach Wien.
Berlin, 3t. März. Die „B. 3“ meldet
Sie Bttmarf.
81. März. An der gesamten polnisch und posenschen Front herrscht« in den sehr rege polnische Patrouillentättgkeii.
Präsident der Nationalversammlung, Fehrenbach. beabficktiat in den Osterferien in seiner amtlich'!' Eigenschaft einen Besuch in Wien zu machen, um mit den mastgebentren politischen Kreisen in persönlich-' Fühlung zu treten. — Eine Anzahl weiblicher Mit. xlieder der Nationalversammlung soll sich in den nächsten Tagen nach Wien begeben, um mit der Frauengruppe in der österreichischen Rattonalv rsammlut'g und mit den großen Frauenverbänden persönli>hc Beziehungen aufzunehmen.
Die intern«tienal« Regelung der Arbeiterfrage«.
Amsterdam, 29. März. Die „Times" mehret, daß die Kommission für international« Arbeitergesev- aebung ihren Bericht fertiggeftellt hat. Der erste Grundsatz, auf den sich dir neu« internationale Arbeitergesetzgebung stützt, ist, daß die Arbeit des Meuchen n:d>t als Kaufwar« oder als Handelsartikel an- ges-hen wird. In den neuen Bestimmungen wird vorgeschlagen. das, kein Merssch unter 14 Iabren am Gondel oder in der Industrie tätig sein d->-r. A-a^.ches 14 und 18 Jahren dürfen Personen beider Geschlechter nickt für -ine Arbeit, die ihrer physischen Entwickelung schädlich ft, und unter Bedingungen, bk die Fortsetzung ihrer praktischen oder allgemeinen Ausbildung hemmen, verwendet werden. Jeder Arbeiter bat ein Anrecht au, einen Lohn, der ihm eine angenv-'siene LeLenssühruna ermöglicht. Weiter wird gefordert: gleicher Lohn für Männer und Frauen bei gleicher Arbeit und ein wöchentlicher Ruhetag für alle Arbeiter.
Ein« englisch« Zeitung in Köln.
Köln, 31. März. Heute irt hier di« erste Nummer der von jetzt ab täglich in Köln erscheinenden englisck-m Zeitung „Tkre Cologn« Post" ausgegeb-n worden. Die Schriftleitung der Zeitung wird von Offizieren der zweiten englischen Armee ausgefübrt. Das Blatt meldet, das, 6k Douglas Haig in kurzem den Oberbefehl
letzte» Tagen.....
Die Polen beschossen wiederum Adlig-Brühlsdorf südlich Bromberq mit Artillerie. Wir erwiderten schließ-
lich das Feuer. Di« Stimmung unserer Truppen ist durch das herausfordernde Verhalten d-r Polen, die sich an keine Demarkationslinie halten, auf» äußerste gereizt.
Laut ,5*- A" eertirt«!,' das Posener polnische Standgericht drei Deutsch« wegan Verrate» zum ‘Zobe. Ein vierter erhielt zehn Jahre Zuchthaus.
Araudenz, 31. März. Der Arbeiterrat in Liss» beschloß, den Posten des Land rat» in Lissa. den jetzt bet bekannte Abgeordnete v.Kardorsf bekleidet, neu zu besetzen.
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im Ruhrgebiet und in Stuttgart.
Essen, 31. März. Wie bie Neuner-Kommssfio« a-itteil!, beschloß die gestern von ihr einberufene Dele» oierten-Ke-nferenz der Bergarbeiter de» Riibrgebiete»
Btlacmeinaussiand, feerem 1. April beginne» »nb so lange dauern soll, bis die nachstehenden Forderungen bewilligt sind:
l. Sofortig« Einführung der Sechsstunden« Schickt mit Ein- und Ausfahrt und'für die Untertag«. aMeiter u-.ter Beibehaltung des bisher für die Länge der Schichtdauer gezahlten Lohnes i 2. 25 proz. Lohn« rrhöhung: 3. Regelung der Knappschaftsfragen; 4. Anerkennung d es Rä t e s yst e m s; 5. Sofortige sturchfuhrung der Hamburger Punkte betr. die Kom»
dies-m mitgeteilt, da» der Ausbruch einer Allgemein- ausstondes unvermeidlich erfckeias. m-nn Dännist n'«-' innerboib kurzer Frist aus der ckaft entlasten werde. Inzwiicken ist er aus der Holt wieder en-lasten morden
Die Verwendung des Berliner Schlosses.
Berlin, 31. März. Das ..Verl. ssaaebl." berichtet daß di« Verbandlung"» über die Verwendung des Schlosses in Berlin nahezu abgeschlossen seien. Da« Vrivateigentum Wilhelms II. wurde, soweit noch vorhanden, in Sicherheit gebracht, da es zu seiner B?r tsigung bloibt. Das Schloß wird der öffentlichen B^ sicktignng freigegeben. Die Stimme non künstlerischem »der historisch m Wert sollen unana-stasbet blciben, u. o. sind Räume der Skrliner Universität für Lehr- und Hörsale zur Verfügung gestellt worden: in den anderen
r n, 31. März. Die Pariser Ausgabe der stets über amerikanische Auffassungen unterrichteten »bt'Äago Tribüne" teilt mit, daß Wilson die Bereckii- itzvug ioeS deutschen Standpunktes in der Danziger Frage dell soi>«rken ne. -Die Truppen würden daher in *n£l(t r-e« Häse n lande».
ö a fl, 31. März. Die „Rewhork World" meldet aus Der Lefamlbelrag der Kriegsentschädigungen, die Deutschland auferlegt werden sollen, ist
Milliarden Dollars, yieiveti entfallen ans Frank- «P 15, England 5, Rußland 7 und die Vereinigten V» Milliarden, da aber bet Gesamtbetrag die Kchi^sekehiahK- Deutschlands übersteigen würde. K ilie Summe auf 20 bis 30 Milliarden herabgesetzt »e di?.».
Laris, 31. März. (Havas. ) Die aus sechs Mit- «iuiS’rn bestehende deutsche Finanzkommission ist am voiizttag eingetrofsen.
! ein neutraler Staat Danzig?
^.arir, 31. Marz. (Havas.) Der „Temps" fck>etztzi; Di« verbündeten Regierungen scheinen den tznrsMuh gefaßt zu haben über die beutW« Einsprüche zu-, Laoesord'.ung 'überzugehen und nötigenfalls die k«nsf:ng der polnisck>en Truppen in Danzig mit Ge- wal» durchzuschen. Immerhin würde dieses Vorglhen in dieser Ansfasiung nicht notwendig die Vereinigung Danzigs mit Polen in sich schließen. Hin- fie.-r!ich der Frage dr polnische'« Grenze scheinen die ¥<rti.tbcier. dazu zu neigen, rund um Danzig «ine« neutralen Staat zu schassen, um die Vereinigung dieses Küstenteils sowohl mit Deutschland wie mit Polen zu vermeiden.
Di« Versorgung Deutschland,.
Berlin, 31. März. Die gemäß dem Brüsseler Abkommen als Sicherheit für die Lebcusmittelbeliefe- niiiß in Brüssel zu hinterlegenden 11 Millionen Pfund Sterling ir. Gold (etwa 225 Millionen Mark) sind, »i# die de siscke Wafftnstillstandskommssficm mitteilt, ln Brüssel anKrkommeu und bei der Banque Nationale de '3e.‘3iqne deponiert worden.
Einer Meldung aus Köln zufolge n-eideu von «ng- liicher 'Seite Schrille getan, um im besetzten deutschen Gebiet Aus- mes Einsuhrhaudel auszuirehmen, englische Waren werden.in kurzer Zeit in beträchtlich'N Mengen tintrtifeh. Deutsche Kaufleute haben um' die Erlaubnis »ckß-sucht, einige Tage nach England zu fahren, um dor: Aaren zu oesteliou, doch ist es dringend- erwünscht, daß für die Einfuhr nach Deutschland von den Luxus« waren abgesehen wird und nur diejenigen Artikel ein- Msiührt »erden, die wir unumgänglich brauchen. Im tifa(meinen ist uns kein Einfuhrartikel nötiger als Nahrungsmittel.
Breme n-, 31. Morr Die Dumpfer „Prinz Frftdrick W'ihelm" und „Zeppelin" stick am 24. März in den briksschen Hobeittgewässern anaekommen.
ein neuer Willkürakt.
Berlin, 31. März. General Rudant teilte in «inet Note mir, die französische und die belgische Re- gienmg hätten bei-^ossev. ohne Verzug mit der Rücknahme aller Pferde und sonstigen Tiere zu be- fiiiinen, die von Deutschland in Frankreich requiriert werten sind. Zu diesem Zweck werde im besetzten deut- sch-n Gebiet sofort eine Musterung aller aus Frankr.'ich llld B-lgien si 'mnienden Pferde und Tiere vorgenom- Mrv wsrden. Im lmb-esetzteu Teil Deutschlands solle ti«e entsprechende Musterung durch eine Sonder- koill-ljssiLn abgehalten werden, die der Kommission für die Kllckgabe requiric-rter Maschinen angegliedett wer- den »Srtz--. Dieser Rommtiiton solle auch die Rück- aus Frankreich und Belgien fortg-führten land- ^irijchcsklichen Materials übertragen werden. Die der Tiere würden, wie cs in der Rote heißt, »ich! verfolgt werden, wenn sie in Ausübung gegebener oebandelt oder die Tieie^ nur in Der- wasrung und P'lcge haben D> ■ Antwort auf diesen «rLeh.uerllrhen Entschluß, de: auch nicht in ®eri:idl?m Zusammeuhong mit dem Waffenstillsta'nds- WTtta«e ßzhr. behielt sich die deutsche Kommission vor.
'stefaiigenen: 7. Sofortige Bildung einer revolutionären Arbeiterwehr; 8.Sofortige Auflösung aller F r e i m i l l i ge n - K or ps; 6. Sa, fortige Anknüpfung aller politischen und wirtfchaft- ^chen Bezichuilgen mit der russischen Sowjet- Regierung; 10. Entwaffnung der Polizei im I» dusirieg. bict und im Reich; 11. Bezahlung der Streit, '.hüllt««. z
Stuttgart. 31. Mär,. Der schon lange äuge» kündigte und immer wieder ansaefchebrne Allgemein» ausstand ist heute hier ausaebrochen.
Nm 9 Uhr legten in Stuttgart die Arbeiter der Firma Bosch und Eisenmann, in Nntertürkbeim die Ar« beiter der Do-mlerwerke die Arbeit nieder. Biele zogen cs vor, nach Hause zu gehen, während andere auf ver» -chiedenen Plätzen der Stadt und die Arbeiter der Daimkerwcrke auf dem Eannstatter Wasen sich ver« sammelten und durch ihre Redner folgende Forderungen au stellten: 1. Freilassung der Politisch-In- ’nUiertcn. 2. Aufhebung des Belagerungszustände, und d.'s Verbots von Demonstrationen und Berfamm- '"uxrn unter freiem Himmel. 3. Einstellung der an« 'sißl'ck des Ionua.rausstandes gemaßregelten Genossen. 1 Sofortige^Neuwahl der Arbeiter- und Soldatenräte auf polilifch'r Grundlage.
Ilm 10 Uhr v n de, wie man hott, der Telcphonver- kehr in einem Umkreis von 50 Kilometer und in Stuttgart selbst gesperrt. Gegen Mittag hörte der Strogen» bahuvettehr auf. Im übrigen herrscht in den Straßen Stuttgarts ein sehr lebhafter Verkehr, der sich bisher in ruhigen Bahne« "-roegr. Vor d'ii Lebensm^tel« gefchäften und vor ;■ ll:r.t vor den Metzger- und Bäckerläden, bildeten sich 'N den sri'ken Stunden wieder wng« Reihen Kauflustiger. Eine groß« Anzahl von Ladetz bat geschlossen. In den städtischen und staatlichen B» ttiekren sowie Lei der Post und der Bahn wird g» arbeitet. Die Wasserleitungen und die Gaswerke finl im Betrieb.
Inzwischen hat auch der Eegenausstand der Bürgerschaft ttngefetzt. Seit 4 Uhr ist die Stadt auch ohne Gas und elektrische» Licht, das Wasserwerk arbettet jedoch noch.
Belagerungszustand über das Ruhrrevier.
Berlin, 31. März. Die Reichsregieruna Hot zusammen mit der preußischen Regierung beschlossen:
Webet das Ruhrrevier wird der Belagerungszustand verhängt. Die Regierungstruppen rücken in das Revier ein, um die Arbeiter und di, Betriebsanlagen vor dem Terrottsmu» zu schützen.
Der Reichscrnährungsminister wird entsprechend den*Brüsseler Forderungen der Verbündeten in da« Streikgebiet kein Pfund von den eingeführten Leben» Mitteln einliefern lassen. Der Reichsarbeitsminist« wird keinerlei Bezahlung für StrciNchichten gewähren. Dagegen soll den Arbeitern der Zechen, aus denen nach der 714 Stundenschicht gefördert wird, eine besonder« Schurerstarbeiterzulage, steigend mit dem FSrderqua» tum, gewährt werden.
Die Reichsregierung muß unser Volk am Leben erhalten. Sie darf die Republik nicht dem Terror durch eine Provinz und einen Stand ausliefern. Alle« für den, der jetzt arbeitet, nicht, für den, d« jetzt streikt. Sonst gibt ts für Deutschland Rettung m-hr ■!
band deutscher Landwirtschaft ausgearbeiteten Richtlinien zur Ausstellung des Landlchutzes als Anlag' beigefügt - waren. Dies führte zu dem Mißver- tändnis. ob diese Anlage eine amtlich: Verfügung des Ministeriums wäre. Minister des Innern Heine erließ für di- sich von Tag zu Tag mehr als notwend'g herausstellende Bildung von freiwilligen Schutzwehrenj geg-n die zunehmende Unsicherheit in Stadt und Land, geaen das Anwachsen des Verbrechertums und namen*- lich gegen die n uerdings mehrfach voro.ekommenen Ueberfölle von Gebötten durch ganze bewaffnet« Ban den eine neue Rundverfügung, dir den Behörden binnen Kurzem zugehen wird.
Ledebour und Däumig.
Berlin, 31. März. Im Laufe der Unierfuchuva gegen Ledebour ergab sich gegen das Mitglied des Berliner Bollüugsrates Däumig der Verdacht der strafbaren Teilnahme an dem Iannarputsch. D r U:rtersuchunosr:chter erließ am 15. März einen Haftbefehl gegen ihn. Uni dessen Vollstr.'ckauq war b'-‘ Polizei alsbald ersucht worden, es gelang aber erst am 30. März Däumig festzun bmen. Nunmehr vernahm ber klnter'uchnnasrichter auch eine Reihe von Persone" die sich als Entlastungszeug n angeboten batten und durch deren Auslagen der Verdacht gegen Däumig zurzeit soweit akgeschvocht ist. daß nach der Ansich des iluterluckunasrichters die Aukrechlerhaltung des Hott bef-hls nickt mehr gerechtfertstzt war. Die Hatt- -'utlassung wurde sofort angeorduet, uachdeui.^.die Staatsanwaltschaft ibrr Zustimmung erklärt hstte^Der Fortgang des gegen Däumig eiimeleitoten Borfahreus wird durch die Haftentlassung nicht aufgehalten. Dor Verdacht gegen L«del»our ist durch die neue Beweis aufnabme in lernet W ise beri-f'rt worden, und feine Hatteutlassung kann d-mnach nicht in Frage komme.'.
Berlin, 31. März. Wie das „Achtuhr-Abrnd blatt" erfährt, hat sich eine aus den Herren Rich: Müller, Buckel und Flügel bestehende Abordnung des
Marbura Dienstag, 1 April SSSWäSSSiVSSSSSi» imi
IDie „Oberhessisch« Zeitung" «rlcheint sechsm«: »Schentlrch. — Der Bezug,vrei» beträgt monatlich l.W X. frei ml Haus (durch die Pon ohne Bestellgeld). — Verlag von Dr C. Hitzeroth. Markt 21/21. — Ferniprecher 55.
Sie MMMlWiW.
Berit», 31. März. Sreutc vormittag sand in den HÄHme der deutschen WasfenstillstandSkommission in BetEhn miet dem Vorsitz Erzbergers eine Sitzung von -keAorümrtettem und einer größeren Anzahl Sachver- stärcki^r statt, um die von den Westmächten gewünschten Bcch'.nhl»ngen über den Verkauf von Holz, Papier, Kohle und Farbstoffen vorzubereiten. Es wurden ein- tzkitliche Richtlinien vereinbart.
Berlin, 31. März. Das Kabinett beschloß in der gestrigen Sitzung anläßlich der Forderungen des Mar- fckalis Fock nach neuen Verhandlungen in der Danziger Krage die Fraktionsführer der Nationalversammlung aut Miitt^och, den 2. April nach Berlin zu bitten. Si" foll -g eb.-so wie bei den bisherigen Schritten in den stkafsenstillstandsderlmndlnngen zu den Beratungen hin- werden, damit die Endübrreinstimmu n-o Dbstschen dem Kabinett und den Parteien gewährleistet Win,.
feer Hit, 31. März. Reichsminister Erzberger , den Oberbürgermeister von Danzig und den ersten «k’ta eartneten der Stadt eingeladen, ihn zu den über
-landung politischer Truppen in Danzig zu siihren- kn Verhandlungen in Spaa zu begleiten.
kN AkfWiiMlU.
Berlin, 31. März. Die Verhandlungen des Reicks- bürgerrats brachten eine recht bewegte Aussprache über die Neaenwatts» und Zukunstsansgaben der Bürgerräte. Die Bürgerrätr wurden allgemein als eine notwendige Konseguenz der Arbeiterräte aufge^aßt. Ein Redner aus Dresden wandte sich gegen-die fortwährenden Berbeng- ungeü nach links. Die Kernfrage fei: Wie stellt fick der Reichsbürgettag zur sozialistischen Idee? Die ganze Bewegung der Büraerräte verfeble ihren Zweck, wenn sie nickt als ersten Grundsatz aufstelle: den Kampf gegen die sozialistische Weltanschauung. Da? sei kein Kamvt gegen die Arbeiterschast, wohl aber gegen die Idee selbst, weil durch f« die kulturellen, sittlichen und wrttschast- lichen Gnindlagen des deusschen Volkes vernichttt würden, lebhafte Zustimmung.) „Wir sind noch immer die Mehrheit. (Beifall.) Wir müssen nur den Mut und den Stolz haben und uns eine tücktige Organisation schaffen. Dann sind wir auch eine Macht. (Lebhafter BestallO Vorher verhandelt man nickt mit uns, dann wird man aber mit uns verhandeln." Dr. Wessel: Die Räteentwicklung ist nicht mehr zu hemmen. Der Stoß gegen das Bürgertum ist nur dadurch aufzufangen, daß wir für die Gesamtheit dieselben Rechte fordern. Wir werden eine Politik auf dem Rücken des Bürgettums und gegen dessen Willen künftig nicht mehr »ulassen. (Stürmischer Beifall.) Fecht (Frankfutt a. M.) bestntt, daß hier Verbeugungen nach links vorgekommen seien. Man müsse anerkennen, ein großer Teil des Bürgettums sehne sich nicht mehr nach den Zuständen vor der Revolution zurück. Trotz aller Mißstände habe uns die Revolritton doch den Weg freigemacht für eine freie Gleichberechtigung. (Lebhafter Beifall. Großer Widerspruch und Zischen.) Wenn der allgemeine Kampf gegen den Sozia- lismuS gepredigt wird, so verbirgt sich dahinter, was mehr oder weniger mit dem Geldbeutel verknüpft ist. (Zuruf: Unerhört, Beleidigung. Großer Lärm. Lor-
-itzender: Wir sind doch hier nicht im Arbeiterrat!) Das, was wir heute an Sparlakismus sehen, ist zu« groß-u Teil namentlich auf die kleinen Agitatoren zurück- zuführeu, aber- doch schließlich auch auf bk große Verständnislosigkeit des Bürgertums. (Er* neute Uilruhe, Zustimmung und Widerspruch.) Wenn Man dem Bürgertum die gleichen Rechte verweigern wllte, dann soll man allerdings zum Generalstreik her Bürger greifen. Schließlich wurde folgender An« trag einstimmig und unter stürmischem Beifall angenom« , uteu: „Sofern eine berufsständige Vertretung,, wie fk -uft den Arbeiterräten für die Arbeiter erstrebt wird, tret» 'assüugSmäßig eingerichtet werden sollte, fordert der ÄeichSbLraertag von der Reichsregierung, der National» Versammlung und den pslit >cken Parteien mit aller "Entschiedenheit, daß auch allen anderen erwerbs» '-sichen Bevölrc.'tingSschichten einschließlich der freien Beruft. völlige Gleichberechtigung mit den Arbeitern auf wirtschaftlichem wie politischem Gebiete verfaffungsmäßig gewährleistet werde. Sollt,' d-eses berechtigte Verlangen
< BLrgettnmS nicht auf dem Verhandlungswege et« reicht werden, so wird der ReWsbürgettag beauftragt und -"Ntächtigt, die Gleickberecktiaun» des Bürgertums mit allen zulässigen Mitteln, auch durch bürgerlichen Generalstreik, zu verfechten und zu ergingen."
M km Stil.
Weimar. 31. März. Bei der Beratung des Haus- baltsansschuffes der Nationalversammlmlg über die Siedlungsverordnung vom 29. Januar teiltt Geheimrat Krause mit, daß in Preußen Siedlungen für -twa 50 000 gewerbliche und industrielle Arbeiter in Frage kämen. Geheimrat Settng erllärte, der Bauernschaft im Oste,; solle unsefähr die Fläche wi dergegeben werden, die ihr im Laufe der Jahrhunderte entzogen worden ist.
Magdeburg, 31. März. Zu den blutigen Bor- gängen in Tangermünde in der Vollsitzung des Magdeburger A.- und S.-Rates ist sestgestellt worden, baß kür 5 Millionen Mark Lebensmittel von den geplünderten SckleppzLgen gestohlen worden sind. Außerdem sind für V? Million Nahrungsmittel vergeudet. Ungeheure Mcn«u Grieß, Zucker, Mehl, Haferflocken sind um- Hergestrent und in dm Sckmutz getreten.
Magdeburg, 31. Mär;. Dec Ausstand in den Magdeburger Zeitungsbetrieben, der am Donr.-rsiag voriger Woche ausgebrochen mar, ist heute beendet worden. Den technischen Angestellten und Hilfsarbeitern wurden sämtliche Forderungen bewilligt.
Dresden, 31. März. Die Sächsische Bolkskammer nahm gegen Me Stimmen sämtücher bürgerlichen Parteien einen Antrag der beiden sozialdemokratischen Fraktionen an, den l.Mai und den L. November für gesetzliche Feiettage zu erllären. Ferner wurde folgender Zusatzantrag angenommen: Die Regierung des Freistaates Sachsen möge bei der Reoierung bet deutschen Republik dahin ivirken, daß der 1. Mai und 9. November als gesetzlicher Ruhttag für daS Gebiet der deutschen Republik sestgelegt werden.
Eroß-Thitttnge«.
Weimar, 31. März. Aus Anregung der Regierung von Sachfen-Altenburg find all« thüttngtfchen Staatsregierungen zufammengetreten und haben erklärt, fich zu einem Groß-Thüttngen unter Einbeziehung preußifcher Gebietsteil« zu- sammenfchließen zu wollen. Die vorläufig« Regierung von Sachsen-Weimar wurde beauftragt, wegen der Einbeziehung preußischer Landesteile an die preußische Regierung heranzutreten. Sie erhielt ferner den Auftrag, eine thüringische Verfassung für den thüringischen Einheitsstaat auszuarbeiten, die in nächster Seit einer Konferenz der thüringischen Regierungen vorgelegt werden soll.
Reue Wahle« in Mecklenburg-Strelitz.
Neustrelitz, 31. März. Die Wahlen zum ersten ordentlichen Landtag des Freistaates Mecklenburg- Sirelitz ergaben eine sozialdemokratrsche Mehrheit von einer Stimme, nämlich 18 von 35 Abgeordneten. (Die Wahlen zum verfassunggebenden Landtag ergaben Stimmenglei^teit: 21 zu 21.)
Die Einwohnerwehren.
Berlin, 31. März. Die Verfügung de» Ministers des Innern über die Bildung von Einwohnerwehren waren lediglich informatorisch, Me den vom Schutzoev-
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