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mit dem Kreiüblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Tageszeitung für (das früher kurheffifchej Oberheffen

1919

auf die Parole der Sozialisierung

London, 27.

'n Frankfurt a.M. einrücken und

-t das Ruhrbcck « n besetzen: Das z-rrcte Essen werd« dann für ftauzesische

auch in England, hiuauslaufe.

Pflichtvorlage wurde ohne Verbesserungen ange­nommen-. Ter Vorschlag, das Inkrafttreten der Vorlage auf den 31. Dezember, statt den 30. Avril 1920 festzu­setzen, mürbe mit 292 gegen 70 Stimmen verworfen. Ein weiterer V'rbessernnqSantrag, die Pflicht zum Dienst in Rußland anszirschließen, wurde mit 242 gegen 4.3 Stimmen abgelehnt. Churchill sagte bei der Ablehnung des Perbesserrrngsautrags, daß die Regierung nicht be­richtige, ein großes Sätet Dienstpflichtiger nach Ruß­land zu senden.

Genf. 26. März. Wie ans London gemeldet wird, stehen in Arland neue ernste Ereignisse bevor. Der be­kannte Irensührer De Valero hat, wie der Lon­doner Korrespondent desGetelo b eichtet, für Mitt­woch seine Rückkehr zur Leitung des irischen Parla­ments nach Dublin angekündigt, wo er feierlich emp­fangen werden sollte. Im letzten Augenblick verbot nun d.r Kommandant der britischen Streitkräfte in Ir­land all« politischen Versammlungen und Umzüge. Dadu-ch wurde große Empörung hervorp.-rufen, um'o- mehr, als auch die Jahresfeier des Osteraufstandes oom 3. April 1916 verhindert werden soll. Inzwischen trifft die Militärbehörde umfassende Vorbereitungen, um jede revolutionär« BeweMng im Keim« zu er­sticken, ohne jedoch verhindern zu können, daß im ganzen Lande geheime Versammlungen ftattfinben. An verschiedenen Orten kam es bereits zu bewaffneten Ausschreitungen und blutigen Zusammenstößen, wobei eine Waffen- und Munitionsfabrik gestürmt wurde.

Gens, 26. März. Der französische Kammeraus­schuß billigte mit allen Stimmen die Erklärung Pichons, dir ein militärisches Eingreifen der Verbünde­ten in Ungarn ankündigt. Für den Antrag stimmten auch die anwesenden Sozmlisten.

Wien, 27. Mär». Die Agramer Morgenblätter berichten aus Belgrad, daß dir Donauflottille in Richtung aus Budapest obgegangen fei.

würbe nft brr. mit Erz

ner Note nachdrücklich:Diese Linie hat nicht mehr die Eigenschaft der bisherigen Demarkationslinie: sie besitzt auch nicht mehr Demarkation«- oder strategischen Charak­ter, denn sie ist nicht durch Soldaten festgelegt, sondern Politiker haben auf der Friedenskonferenz so über die zeitweiligen Grenzen entschieden. Ich erkenne an, daß der Wasfenstillstandsverrrag kein Recht dazu gibt, aber die» ist der Beschluß der Pariser Friedenskonferenz, der mit der Demarkationslinie nichts zu tun hat." Aus Karolyi« Frage, ob die Verwaltung in den Dänben der un­garischen Regierung und der ungarische» Behörden bleibe, ägte Vir:Nur in dem neutrale» Gebietsstreifen: da­gegen geht sowohl auf de« von den Rumänien neu zu befttzenden wie auf dem schon von ihnen besetzten Ge­biete die ganze Staatshoheit au8 den bänden des unga­rischen i» die bände d-4 rumänischen Staate« über." Rach diesen Erklärungen, sagte Karolyi, konnte f-in Zweifel obwalten, was zu tun sei. Wenn wir nach Annahme dieses B schlnsse« hätte« zur Pariser Friedens­konferenz gehen müssen, so hätte« wir einen de facto« Zu stand geschaffen, aus dem man entsprechend den seit Unterzeichnung des Wasfenstillstandsvertrage» gemachten bitteren Erfahrungen eine« de ture-Zustand zu machen gesucht haben würde, ohne die Völker nach Wilsons Grundsätzen darüber abstimmen zu lassen. Wir hätten also aus MsD Mer Recht zu Gunsten de» rumänischen Imperialismus ausgeben müssen.

Benin fordert reelle SataxH«.

Wien, 26. März. Centn richtete an den Volks­kommissar des AeuHeren vela Ku« einen Funkspruch, in dem es heißt: Ichbltt« mitzutrilen, welch« reellen Garantien Sie dafür haben, daß di« neu« un­garische Regierung wirklich kommunistisch und nicht nur einfach sozialistisch, d. h. sozialverräterifch ist. Es ist ganz sicher, daß infolge der eigenartig-« Verhältnisse die ungarische Revolution al» «ine bloß« Nachahmung unserer russischen Taktik in ihren Einzel­heiten zu einem Fehler wird. Bor diesem Fehler muß ich warnen.

Weimar, 28. März. I« LaushaltSauSschuß er­klärte Reichsminister Schmidt zur Lage der Bolk?- ernährung u. a.: Auch die amerikanische Einsuhr, die noch nicht durchweg gesichert ist, wird eS nicht er­möglichen, der Bevölkerung wöchentlich 500 Gramm Fleisch zuzuweisen.

Abberufung Mangin, we Main»

Basel, 27. März. Nach einer Pariser Hava»- meldunq »er '» v ' General Mangin

von Mainz zurücküerufeu wird, um eine Mission zu übernehmen, für die di« ungarischen Ereignisse aus­schlaggebend find.

Budapest, 27. März. Der revolutionäre regie­rende Rat erläßt eine Verordnung, derzufolge die Räte­republik alle diejenigen industriellen, Bergbau- und Ver­kehrsbetriebe, bereit Arbeiterzahl am 22. März 20 über­schreitet, unter die Kontrolle der Arbeiterschaft und unter gesellschaftliche Leitung stellt derart, daß die übernomme- ncn Betriebe durch vom Volkskommissariat sür soziale Produktion ernannte Kommissare geleitet werden.

Der Bürgermeister hat den Magistratsräten von Budapest mitgeteilt, daß da« Proletariat die Leitung sämllicher Angelegenheiten der Hauptstadt einem pro­visorischen Ausschuß übergsbeu habe. An der Spitze stehen je ein »Wischer und ei« geistiger Arbeitergenosse.

Die Räterepublik ordnet den allgemeinen Arbeits­zwang an, stellt aber demgegenüber daS Recht au Arbeit fest.

Budapest, 28. März. WieNepezava" mefoet, ließ die tschecho-slowakische Regierung auf die Nachricht von der Ausrufung der ungarischen Räterepublik bie Führer der sozialistischen Partei in Prcßburg verhaften.

_ Demarkationslinie politische Grenze.

Budapest, 27. März. Durch die Erttärung des Oberstleutnants Vix, daß die Behauptung, er sehe die Demarkationslinie alS politische Grenze an, eine irrige Auslegung seiner Ausdrücke sei, stellt Graf Karolyi fest: Oberstleutnant Lisi erklärt» bei Ueberrnchuug sei-

Will.

März. (Unterhaus.) Die Dienst

Marbnrq

Frelaq, 28. Mörz

Technitec u.cr Ingenieure, bie sich in den Dienst der All« gemeinheit stellen wolle«, um die Kranken und Säuglinge »wie die eigene Familie vor den Gefahren eines sich auch auf die Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke aus- dehnenden MlgemeinauSstandeS zu bewahren, aufgttor- bert werden, sich als Zeitfreiwillige der technischen Ab­teilung der Garde-Kavallerie-Schützcn-Division zur Ver­fügung zu stellen. Sie sollen im Fall« eines gewerk- chaftlich nicht genehmigten wilden Ausstande« in Elek« trizitätS-, Ga«- und Wasserwerken unter militärische« Schutz ht de« Stunden der Gefahr diese lebenswichtige« Betriebe aufrecht erhalten.

Rach einer Meldung der Abendblätter hat der Polizei­präsident von Berlin das von ibm erlass-ne Verbot von Tanzlustbarkeiten aufgehoben.

Berlin, 27. März. Wie die ,Lreuzzeitung" von zuverlässiger Seite hört, hat Generaloberst v. Plessen den Grasen HoenSbroech gefordert, weil er in einem Aufsatz den, Kaiser der Feigheit beschuldigt hat. Der Graf hat es abgelehnt, dem ehemaligen Komman­danten deS kaiserlichen Hauptquartier- mit der Waffe entaeaenzutreten.

Berlin, 27. März. General v. Lettow-Bor- deck bittet um Verbreitung folgender Erklärung: Meine Worte, die ich in einer privaten geselligen Bereinigung -' i« Rotterdam sprach, wurden in der Presse mehrfach entstellt wicklergegeben und werden augenscheinlich da?« benutzt, mir umstürzlerische B-strebunq gegen die bestehende Regierung unterznlegen. Hierzu bemerke ich, daß ich Aeußerungeu, die solche Deutung zulassen, überhaupt nicht gemacht habe. Um jeden Zweifel ausziischließeu, erklärte ich am Tage meines Eintreffens in Berlin dem Reichswehrminister persönlich, daß, wenn ich jetzt meine Diente der bestehenden Regierung zur Verfügung stelle, dies in loyaler Weis« geschieht.

B e r l i u, 27. März. Der bisherige preußische Eisen- bahnminister Hoff ist, worauf bieDeutsche Allg. 8tg * aufmerksam macht, aus der Stellung des Reichsamt- ftir die Eisenbahnverwaltung noch nicht geschieden. Das könnte, nachdem bk Verwaltung der elsaß-lotbringischen Eisenbahnen zur Zeit keine Rolle spielt, eine Bedeutung für die zukünftige Organisation der Reichscisenbahnen haben. Wie daS genannte Blatt hört, schweben zur Zeit Verhandlungen zwischen d>m Ministerpräsidenten Sckeche- mann und Minister Hoff über die Vereinheitlichung der Eisenbahnen, und eS erscheint hiernach nicht aus­geschlossen, baß ähnlich, wie Herr Köth nach feiner Berabschickning auS bem Dc mobilmachungsamt, Reichs­minister für wirtschaftliche Demobilmachung würbe, der bisherige Eisenbahnminister Hoff in die Stelle eine» RcichsverkehrsministerS cinrücken würde.

Berlin, 27. März. Zum Regierungspräsidenten in Frankfurt a O. wird nach denP. P. Nachr." der Sozialdemokrat Bartels ernannt, ein Kriegsbeschädig­ter, der früher leitender Redakteur derMärkischen Volk?« stimme" in KottbuS war.

Limburg, 27. März. Gestern abend trafen auf dem Bahnhof Limburg 2000 deutsche Sanitätsmann- schasten au» amerikanischen Lagern ein.

Sfurtafifleetafen.

Magdeburg, 27. März. Die Spartakisten stürmte« in Tangermünde einen im Hafen liegen­den Schleppzug mit Proviant, der für den Grenzschutz bestimmt war. Sie plünderten dir Schiffe aus. Das herbeigerufene Militär wurde mit Schüssen emp­fangen. Die Truppe machte darauf ebenfalls von der Waffe Gebrauch, und es gab auf beiden Seiten Tote und Verwundete. Ter Truppe gelang es schließlich, den Hafen zu räumen.

Essen, 28. März. Im Ruhrbcrgbau mache» sich bie Folge» ber spart akistischen Wühlarbeit h letzter Zeit wieder bemerkbar. Die Ausstandsbewegung hat im Dortmurcker und Wittener Revier neuerdings größeren Umfang angenommen. Es ist zu Ausschreit­ungen gekommen, die zahlreiche Opfer an Men­schenleben gekostet Haven. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß die treibenden Kräste iu den Kreisen zu suchen sind, die im Februar den Ausstand ber Bergarbeiter er­klärten. Die von einzelnen Belegschaften erhobenen Forderungen (25»folge Lohnerhöhung, Gewährung einer besonderen Teuerungszulage bei sechs^ündiger Arbeit«« teil) lasse« ohne weiteres erkenne«, daß die Urheber bet Bewegung nicht die Verbesserung bet Lag« bft Berg­arbeiter erstreben, sondern aus den völlige« Zu­sammenbruch binarbeiten.

Reu« Pläne bet Spartakist««.

t* Berlin, 27. März. Wenn man im deutsche« Volke der Ansicht ist, jetzt vor Spartakus und seinem Sm'vinge Ruhe zu haben, so täuscht man sich sehr. Die Kommunisten wollen nicht ruhen, bis es ihnen ge­lungen ist, di- Gewalt in Deutschland an sich zu reißen. Eine umfangreiche Propagaudatötigleit wird unter de» breitesten Volksschichten betrieben. In Versamm­lungen, auf offener Straße, ja selbst in den Reihen der freiwilligen P ppenveibäude wirbt Spartakus nach neuen Anhängern. Die Kommunisten wollen zunächst einen neue« Ausstand organisieren. Uetzer den Begin» dieses Putsch s ist sich Spartakus noch nicht klar. Er erwartet größere Zugänge aus Hamburg, Kiel nutz München: c" will mit Hilfe dieser Auswärts,z«n u.rd unter Wasfeugewali und Anwendung von Sabotage Die Arbeiter zur Einstellung ber Arbeit zwingen. In verschiedenen T'ilen Berlins stößt die Vorarbeit für den geplanten Ausstand auf große Schwierigkeiten. Di« Arbeiter scheinen wenig gesonnen zu sein, de» spartakistischeu LlKihnfinn, der doch nur auf Zerrüttung uns rar wirtschaftlichen Lage und Steigerung injem» Elende» ausgeht^ mitmachen yi wollen.

Mm.

Graf Karolyi, der bisherige Leiter der un­garischen Politik, hat sein Amt freiwillig an die ungarischen Bolschewisten abgetreten. In d m Augenblick, in dem die Weflmächte dir fast rollige Austeilur-g Ungarns zu eiter vollerdeten Tatsache machen wollen, entzog sich Gras Ka «lni btrnroei.- ♦eren Berantwortung und ließ eine das Ruder, die für Ungarn den 6nrurg bedeutet. Es ist jedenfalls ein Akt b r lung, wenn man in Ungarn vc sucht, den Entente- Teufel mit dem Belrebub des Bolschewismus aus- uttreiben, wenn man daran geht, die Westmächte dadurch zu bekämpfen, daß man ihrer z"grttfend«g Hand ein Chaos entgegenftellt. Es ist kaum zwei­felhaft, daß dieser Schritt zur völligen Ze rütt"na Ungarns führen wird. Am bemerkenswertesten ist dabei, daß Graf Michael Ka-olyi bitten Sch itt bet Bezweiflung tut. Er ist es gewesen, der fast während des ganz-n Krieges in Ungarn d'e Stim­mung als Apostel der Weftmachte aufgewühlt hat, der im blinden Vertrauen auf die Bersöhnlichkeit der Gegner den Bericht auf militärischen W dev- ^and predigte. Der militärische Zusammenbruch Oesterreich-Ungarns war sein Triumph. Seine Stunde batte damals geschlagen, und obwohl bis dahin Führer einer ganz kleinen Pertei, stieg er wie von selbst zum Bosten des Ministerpräfidenten empor, heute quittiert er den völligen Bankerott feiner Politik mit e'uem fluchtartigen Rückzug aus dem Amte. Statt des versöhnliche» Gegners ist Ungarn ein Feind entgegen getreten, bet das Land bis zur Unrenntkichleit zerfetzt hat. Statt ber er­hofften Rettung des Ungarlandes erntet Graf Karolyi von feiner Polittk den Absturz feines Landes in den Abgrund. Er ist ein lebendiger Be­weis für di? Wahrheit, daß derjenige an den Weft- mächten stirbt, der von ihrer giftigen Lockspeise gegessen hat.

Die Entwicklung in Ungarn hat nun allerdings ihre Wirkung in England und Frankreich nicht verfehlt. Man beginnt einzuseh-n, daß ihre Gewaltpolitik gerade den Bossck^wi-m"s geförd-tt hat, dessen Wirkungen in dem bedrohten Rumäni-u und weiter auf dem Balkan katastrophal für die Westm sichte werden würde. Re treffen deshalb militärische Vorbereitungen, um eine weitere An-v-hnnng des Bolschewismus zu verhindern. Ob ihnen das gelinge» wird, ist frilid) noch eine Frage: denn ihre Truppen sind auch nicht »r-hr frei von dem Gift des Bolschewismus. Die diplomatische Stellung Deutschlands den Wellmächten gegenüber könnte bei ent­sprechend geschickter Ausnutzung der Lags jetzt zweifellos eine nicht unbeträchtliche Stärkung erfahren.

Smlnich.

Par.is, 27. März. (Reuter.) Pichon verteidigte in der Kammer Frankreichs Politik gegenüber Rußland und sagte, Frankreich sei bem früheren Bundesgenossen treu geblieben und gehe niemals von der von Clemenceau verkündeten Politik ab, den Bolschewismus zu be­kämpfen. der eine Tvage Rußlands und der Mensch­heit sei. Pichon wurde fortwährend von bat Sozialisten unt'rbrochen.

Paris, 26. März. Große Bewegung rief die Er­klärung Cachius in ber Kammer über dieGehorsams- verweige rungeu französischer Truppen in ber Uk­raine hervor. Cachin wies darauf hin, daß die Revolution sich aus Westeuropa auszudehnen drohe, wo sie, wie

M itn »eich.

Berlin, 27. März. Zu beit Bemerkungen der Blätter über die monatlichen Auswandsgelder sür Den Reichspräsidenten wird erklärt: Der Präsident wird genau Rechnung legen über die 100 000 Mark und einen etwaigen Uebcrschuß am Ende des Provisoriums zurückzedeu. Er erklärte, er wünsche aus feinem Amt so herauszugehen, wtc er hineingegans.en sei. Ans einen Antrag der Mehrheitsfraktion wird »er Etat des Präsi­denten durch den Haushaltsausschuß nochmals burüj» geprüft uud die einzelnen Positionen nach Möglichkeit sestgelegt werden, waS den Wünschen des Prösidenleii entspricht.

Die Abendblätter veröffenttichen einen Ausruf des Gouverneur- von Berlin Schöpflin an die Bevölkerung, insbesondere «n die Arbeiterschaft, in dem die Arbeiter,

Uvchmmq arbeiten, und Aachen, das ein großes indu- fhidfcä Zentrum und eine der reichsten Gegenden Deutsck- fewb6 fei, läge in greifbarer Nähe Frankreichs. Anstelle der «gekmäß'gen Kriegsentschädigung würden sie Liefe- nntrw Frankreichs.

Ber», 27. März. DieRett« Zürcher Zeitung" Wehrt m?« Genf: Aus sicherer Quelle verlautet daß die Bereinigung der wallonischen Ortschaften, die bis jetzt >» Deutschland gehörten, mit Belgien grundsätz- IM) M» ber Friedenskonferenz beschlossen worden sei. Kerner feil. Belgien als Kompensation für die »er« mftftrten Wälder 10 000 Hektar preußische Wälder tingS der b-foififien Gr-nre e'-halten.

Diktat- oder Berhandkungsfriede«?

Berlin, 27. März. Ausländische Blätter hatten Aeuß cungen von Lloyd George und Pichon miweteill. Wonach «och übereinstimmender Ansicht dieser beiden Staatsmänner die Friedenskonferenz sich nicht auf Ber- handknngen mit ber deutsch-» Delegation einlassen werde. Die Deutschen müßten sich damit begnügen, den ihnen vorzulegenden Friedensvertragsentwnrf entweder anzu- nehmen ober abzulehnen. Daraufbiu hat der Vorsitzende ter brutschen Wasfenstilkfrandskommission Reichsminister Er-berper in Spaa eine Anfrage stellen lassen, in der Auskunft darüber verlangt wurde, ob die erwähnten Arntzerungen beh Tatsachen entsprechen. Am 25. März ist von Marschall Foch folgeude telephonische Antwort rht.ieatmatn: Die Herren Lloyd George und Mchon haben rriemals bie Erklärung abgegeben, weiche ihnen zu ge­schrieben toorden sind, und weiche die Anfrage veranlaßt habens He am 19. März von bem Vorsitzenden der beut« scheu Bafsenllillst^n'-s^omm'ssion gestellt worden ist. t Di« deutsch« Finanzabordnung.

Berlin, 26. März. Wie bereits mitgeicitt, reist titf Veranlassung des Obersten Wittschaftsrates der Ber- i'ihibeten eine deutsche Finarizabo dnung noch im Laufe zicscr Woche nach Versailles. Sic besieht aus den Herren: Bankier Warburg (Hamburgs Dr. Melchior (Ham­burg), Dir. ».Strauß (Deutsche Bank', Dir. Urbig (Disftmio-Gcsellschaftl, Herr Merton (Meiallbank-Bk- klen-Gesellfchas-Bankier Bergmann,. toürtiemhet- gischer Regier»ngsrot Sch'abtz und Legationsrat Frei­herr v. Lersner.

Di« Versorg »ng Deutschlands.

Amsterdam, 27. März. Einer Reutermeldung ausolge. beschloß der Oberste Wirtschastsrat in Pans, daß die Mrhrzabl der deutschen ausgeUeserten Schiffe, die unter die Kontrolle Großbritanniens kommen, nach Ltverpsok fahren solle«. Die Mehrzahl derjenigen, die die Verwaltung Amerikas und Frankreichs kommen, ÄKtben nach Brest und Ch:rbourg gefahren. Die erste klufgab« ber ausgelieferten deutschen Handelsflotte wird feie JMe von Deutfchlimd benötigten Leben-mittel »» beffrbem. Wenn diese Aufgabe erfüllt sein wird. Werde» die Schiffe für bie Besörbening von Nahrungs- leiMdw. bie fttr die von beuticher, österreichischer mck Mrfif*x Herrschaft befreiten Lande bestimmt sind, ver- Waedt weide». Die 38 Schiffe, die schon die deutschen Hckfee Verlassen haben, sind im allgemeinen seetüchtig. Nngendtickkich werden keine Schiffe unter 2600 Tonnen uck» feine Tankschiffe angenommen. Es wird Ende Mai, bevor deutsche Schiffe Lebensrnittel nach den beuttom Häfen befördern können, da sie di« Fahtt über fern Ozean hin und her machen müssen.

6» find Anweisungen erfolgt, daß die Lebensmittel Htt Deutschland, die bisher in Rotterdam aufgehalten toetbr» find, freigegeben werden, da die deutsche Regienixg den Bedingungen der Verbündeten uachge- komme« ist.

. Stockholm, 27. Mär». WieRpa Taglight «l- krhandsck' erfährt, haben die Verbündeten durch den amett- kanischem Gesandte» in Stockholm das schwedische Rote Kreuz ermächtigt, 50 000 Tonnen Mehl unmittelbar »ach DentZchkaud auszuführen, fall» die Bezahlung in eereiubeetet Weise cttolgen kann.

Berkin, 28. März. Die englische Kommission tritt »et, daß die Freigabe der Fischerei im Sattegatt erfelge, feü Uischerei nn Skagerrak aber verboten bleiben werde. De»tscherseitS wurde erneut ersucht, auch im Skagermck bw Seesifcherei zuzulassen.

ITH«Oberbtff'fd»« Zeitung" erMwtiit sechsmal Wochentlich. T# B«z»a«»rei» beträgt wountli* 1.35 X. frei »>« G»rch die Post ohne SefttageU»). Verlag von Dr.. -itzeroth. Markt 21/23. Fernimecher 55.

Sie FMmiedkWWt.

Part», 27. März. DerPetit Pattsien" verzcich- M feit Teilnahme von Fach an der Besprechung von Ailson, Uk-'menecau, Lloyd George und Orlando am |6. Mürz al« Anzeichen dafür, daß neben politischen auch WRIärKche Fragen besprochen worden sind. Man glaubt. Hoß mH Oesterreich, Bulgarien und ber Türkei zur selben Zett wie. mit Deutschland Frieden geschlossen wer­fe« rohb.

Rotterdam, 27. März. DerNieuwe Rotter- damsche Courant" meldet aus Paris: Der Rat der vier gtoßmüchte hielt eine neue Sitzung ab. Es verlautet daß wichtige Beschlüsse gefaßt wo-den sind. Man soll bereits im Prinzip bezüglich drei.» Fragen eine lieber- Bnstftmnimg erzielt haben: In der Frage der Wieder­gutmachung', des Rheines und d-s Adnatischen Meeres S# ist es sehr gut möglich, daß die V'rheißung Lloyd Morges und des Ob'rsien House, daß die vorläufigen tKkfeenSbebmrtungeit gegen Ende der Woche festgesetzt still werden, sich erfüllt.

Paris, 27. März. Nach einer Hav^ismeldung er- klättEclaitt': Frankreich könne sich nichts Besseres to6n,r daß der von der Entente tiorl>ereitett Friede

Von br" ischen abgesehnt würde. In diesem Falle

Dtr An»eigen»ret« betrügt für die »««io. Zeile 20 Jf u 50*f. Kr^tzutckl., amt!.| ,-r < Qftfir« auswär», v. Sammets«». 30^.» SR1/,*/, Äriegi|uit)l. R«kl«m«>eUe '.S0X. Jede, I vNa» Rabatt gilt eie verrada«. Bet Auskunft b di« «e,chStts«t. u. Vermittlung »er Angebote » ' -------«-, -feühr. Postscheckkonto: Rr. 5016 Amt Franks, a. M.

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