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mit dem KreiMatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

Marburg

Tonnerstag. 27. Miir;

sächsischen Generalstab und der württembergische Hauptmann Geyer. Die Leitun, der militärischen Vertretung übernimmt Generalmajor v. Art»« berg vom preußischen Krtegsmiuisteriuar.

IDte Oberbess'ick« Zeitung" erscheint sechsmal wichentttch. Ter Bezugspreis beträgt monatlich 1.85 X. fr« m8 Hau« (durch die Poft ohne Bestellgeld). verleg »en Dr. C. -itzeroth. Murtt 21/28. Femipeech« 66.

4 Iahrg.

1919

Der Anzeigenpreis beträgt fir die »zeig Zeile 20 4 u 5Oio flt<.,«)Hfrf-(., ernt! «««wärt.«. S«mmeinnz. 80^. g Ärirfl«iui<fcl Rekl«me«eile 1.20X. Feder Rabatt gilt «I« y«rr«bett. 8el iutfwnft d Vie Geickäitsft g. vermrttlgna »er Angebote 26 ^.Lonbergrbädr. Postscheckkonto: 1tt. 6C1« AmtFranks,c Di.

Sritcseelmfemet.

Peäsident Wilson reist nach neueste« Presse- »ckkdnngen eben durch das Schlachtengebiet Nord» frnnkreichs »ud klagt erschüttert übe, die furchtbare Lermiiftung de» Landes. Gewiß, die Zerftörnna #ee Aeckern, Wäldern, Städte» ist fo traurig, daß er darüber das Sklavenschicksal von Hunderttausend dr» tn demsekbcn Gebiet heute verelendende» Deutsche» erbarmungslos vergißt.

9it Müll Munn!

Paris, 26. März. (Havas.) Die führenden Staatsmänner setzten am Dienstag ihre Beratun, gea fort. Die Staatsmänner werden sich abwech­selnd bei Orlando, Wilson und El^menceau treffen. Di« ««erikantsche ud englischen Kreise behaupten, datz diese Besprechungen, an denen ausschließlich die orrautwortlichen Führer der Delegationen der Erstzmächte sich beteiligen, eine rasche Lösung der fihoebenden Fragen ermöglichen werden. Die Frag» der K r ie g s e n t s ch ä d i g n n g ist das inichtigste und schwierigste der der Lösung harren­den Probleme. Zwischen de» Vertretern der ver- chiedenen Großmächte wurde über diese Frage in bett meisten Punkten Uebereinstimmnng erzielt, «rcher tat der Frage der Eesamiforde-ung an Deutschland, über deren Höhe die Sachverständig'!, sich noch nicht geeinigt haben. Der Oberste Rat der Konferenz wird sich mit der ungarischen R e - oolvlton befasien und mit den Konfequenze ?le sich wegen der Ausbreitung dcs'Bolsche yismr-s ib«r Mitteleuropa ergeben. Es wurde für diese EtiHcnmg eine besondere Karte hergestcllt. Die beträchtlichen Fortschritte des Bolschewismus er­strecke,; sich faktisch über die Hälfte Europas. Rach Erledigung der Frage der Entschädigung regelten die Ministerpräsidenten das Problem der deutsch-französischen Grenze. Es wird auf eine» baldigen Abschluß d->^,Friedensvertrages ßragearbeitet, indessen bleibt nach Erledigung der Hauptfrage noch die bedeutende Arbeit der end- Mfigen Fassung zu erledigen. Elelch-eiig wird die Äiwarbeitung der Artikel des l ke r b u n d- vertrages fortgesetzt. Da zu dem Entwurf so viel« Zusatzanträge vorliegen, ist die Aufstellung ein«» neuen Textes erforderlich.

Paris, 25. März. IHavas.) Das ,.Echo de Paris" schreibt: Es bestätigt sich, daß Japan einen Zusatz zum Völkerbundsentwurf vorbringe« wird, der die Gleichberechtigung der Russen fordert.

Rotterdam, 37. März. Von .verfchied'nen Set» !?:. wird berstlrket, Wilson habe durchbacken lassen, dass, i.vTtn tie Stre-'iiak.'ite« zwischen den Verbündeten ihren »e.fgdiy nehmen, dir V.irlnigte« Staaten gezwungen sein .den, »rit Deutschland eitrn Sonderfrieden $tt schtussen.

Die englischen Liberale» und Arbeiter gegen die polnische» Ansprüche.

Berlin, 26. März. LautLok.-Anz." meldet dieDaily News": Die englische Arbeiterpartei erNärt sich gegen die Zuteilung oon Danzig oder von reindeutschen Gebieten an den neuen Polen- ftaat. I» einer Sitzung der liberalen ilnterhaus- partei sprach Asquith gegen die polnischen An­sprüche a«s Danzig und West preußen und kündigte die Opposition der Liberalen gegen eine» Friedensvertrag dieser Art an.

L»udn»g der poluische« Truppe« in Königsberg?

et», 25. März. Rach der .Daily Mail" Zotrd «hie Kommission der Verbündeten die Lan­dung der polnischen Division des Generals Haller in KLnigsberg ins Auge fassen. Man würde dann also die deutsche» Forderungen be- rückstchtigt haben.

Der Tihetfritbt*.

Amsterdam, 2fl. März. (Reuter.) DieTimes schreibt: Die Konferenz wich niemals von dem Ent- schlutz al, dem Feinde den Frieden zu diktieren und dafür z» sorgen, daß dieser die diktierten Bedingungen aundjnw. Unter diesen Bedingungen müsse die Er­richt«» «ine» starken Polens mit gesichertem Zugang zur Stt enthalten sein.

«

Berli», 26. März. Wie verlautet, gehören der militärischen Vertretung bet der deut­schen Kriedensgesandtschaft nachstehende Offiziere des Generalstabes als dessen Beauftragte an: Ee- ^terid » Hammer ft ein, der bisherige mili- räriich« Vorsitzende der Waffenstillftandskommission in 6pa*, Major v. Bock, zuletzt erster Eeneral- stabrofftzier bei der Heeresgruppe Deutscher Kron­prinz, Oberstleutnant v. K glaubet vom baycri-

ist a d, SiaM ». Bi» tt ich er x>»a

Sie Serlermi SeMIMr.

Berli«, 25. Mär^ Rach bet Z." ist tn Hamburg der DampferTannenberg" mit 15 000 Kisten Fischkonserven ««» Rorwegen an- gekommen. Ferner werden die DampferEreffida" mit 13000 Fässern Heringen und der Dampfer ..Hernia" mit 15 000 Kisten und Fässern Fisch­konserven und HerWgen eintreffen. Die Ladung derTreffida" ist für Dresden «nb die betHer­nia" für Breslau bestimmt.

Berlin, 26. Mär^ Der DampfetWest Wauna" mit ungefähr 7000 To. Weizenmehl an Bord, wird, wie der amerikanische Lebra-mittel- kommissar Hoover durch die amerikanische Kam- misston in Spaa mitteilen liefe, voraussichtlich am 27.>-z in Camburg »intreffen. Die Ladung sei kür die deutsche Regteru"g bestimmt. Zur selben ollen auch zwei Frachtschiffe mit Lebensrnitteln für die Tschechen in Hamburg ankommen. Der Verkaufspreis des Weizenmehls wird, wie Hoover feinet mitteilte, für Deutschland ebenso hoch be­messen sein wie bet Preis, der den Tst»»cho-Slv- waken angerechnet wird. Die baldige Be-ahlunA her Ladung t» der im Brüsseler Abkommen vorg", sehenen Weise w« de «»-wartet. Tie sofortige iftbrr- gäbe der Ware solle jedoch hierdu'-ch nicht verzögert werden. Er rechne, wie Hoover erklären liefe, mit einer zufriedenstellenden Beförderung der für die Tschechen bestimmten Sendungen elbaufwärts nach Prag. Wenn sich hir-bei kerne Schwierigkeiten er­zeben und die deutschen Schiffe sowie das Gold schnell geliefert würden, sollten weitere Sendungen nach Bremen und Stettin e'wogen werden.

Berlin, 26. März. Wie dieB. Z." von gut unterrichteter Seite erfahren haben will, trifft demnächst eine größere Studienkommission eng­lischer Parlamentarier aller Parteien in Den schland ein, um ein Bild von den hiesigen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen z» ge­winnen.

Erweiterung de, Fischereigebiet» iu der Nordsee.

Berlin, 25. Marz. Das für dis deutsche Hoch­seefischerei in der Nordsee ziMlassene Gebiet ist, nie der britische Vorsitzende in Spaa in einer Rote initteilte, erweitert worden. Die deutsche Ducht im Westen, begrenzt durch den Längegrad von Terschel- ling-Feuerschiff und im Norden durch den Breiten, grab von Dvggerbank Nordfeuerschiff, ist nunmehr für die Fischerei freigegeben worden. Die in Spaa vorgebrachten deutschen Wünsche find jedoch damit noch nicht erfüllt. Dentscherseits wird insbeson­dere die Freigabe des und Skag-rraks

gefordert, damit die deutschen Fischet je nach dem Fangort in den Häfen der Ostsee oder Nordsee an­laufen ko men. Weitere Schritte werden von der deutschen WasfenstiNftandskommisfion unternommen werden.

Di« Aueeeise bet deutschen Schisse.

Hamburg, 26. März. Die Ablieferung der im Hamburger Hafen liegenden Lebensmittelschisfe nimmt einen befriedigenden Fortgang. Ein großer Teil der für die Heimdeförderung der Truppen her- zerichteten Dampfer wurde bereits nach England abgefertigt und wartet dort aus »»eitere Weisung. Andere liegen bereit zur Abfahrt oder befinden fich zur Vornahme von Ausbesserungsarbeiten auf den Werften. Es werden insgesamt 120 Schiffe ab­geschickt.

Bremen, 26. März. Trotz der anfangs hart­näckigen Weigerung eines großen Teiles der See­leute, die deutschen Handelsschiffe nach England und Frankreich zu überführen, ist nunmehr die Ausreise der an die Verbündeten abzuliefern­den Schiffe gewährleistet. Heute gingen die Lloyddampfet ,Zeppelin", «Prinz Friedrich Wil­helm" undWaldeck" in See. Der DampferMei­ningen" wird folgen. Für morgen ist die Aus­reise der LloyddampfetPrinz Ludwig",Gießen", Frankfurt" undAltenburg" angesetzt.

Berlin, 26. März. Die deutsche Waffenftill- standskommisfion hatte, wie mitgeteilt, die Ver­bündeten am 20. März ersucht, vier deutsche kleine Kreuzer zur Sicherung des Auslau­fens der Handelsschiffe in den Dienst stellen zu dürfen. Da trotz des Auslaufens einiger Schiffe aus HamburB die Gefahr weiter besteht, daß die Ausfahrt der Schiffe in anderen Häfen verhindert wird, find die Verbündeten von der deutschen Re- gerung nochmals dringend ersucht worden, um­gehend die erbetene Genehmigung zur Indienst­stellung der vier Ueiuea Kreuzer zu erteilen.

Di« Abgabe »uslänbischee Wertpapiere.

B e r l i n, 28. März. Um die Bevölkerung vor dem Verhungern zu schützen, ist die Einfuhr von Lebensmittel» aus dem Ausland« bringend erfor­derlich. Die Bezahlung muß teilweise durch den Verkauf ausländischer Wertpapiere an das Aus- land erfolgen. Zu diesem Zweck wirb in den nächsten Tagen eine Bekanntmachung des Reichs- ministerr der Finanzen erscheinen, laut der alle ausländischen fest verzinslichen Wertpapiere mit Ausnahme der russischen und der Anleihen unserer rüheren Verbündeten dem Reiche käuflich zu über­assen find. Verschiedene Wertpapierkategorien ind s»f» r t gegen eine nach dem ung führen Wert vom 31. Dezember 1918 berechneten Abschlagszah lung abzuliefern, die anderen sind alsbald anzu­melden. Alle Banken unb Bankfirmen sinb vom Reich zur Annahme bezw. Anmeldung der Wert papiere ermächtigt unb erhalten vom Reiche eine Vergütung. Sie sind aber nicht befugt, vom Pu­blikum eine Gebühr zu erheben. An alle Besitzer ausländischer Wertpapiere ergeht die Mahnung, ihrer gesetzlichen Pflicht zur Verhütung von Ber- niögensnachtetlen und Strafen nachzukommen.

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Sit Mnblnira in 6m

Berlin, 26. März. Die deutsche Kommission erhielt von der belgischen Delegation eine Rote mit der Mitteilung, daß etwa 185 deutsche Sanität» Offiziere und Krankenwärter sowie 150 Mann am 28. März von Brüssel nach Deutschland abfahren. In einer englischen Rote wurde angekündigt, br'fe am 28. Marz eine britische Wirtschaftskommissio», bestehend -aus drei Offizieren, von Köln noch Bayern reifen werde zum Studium der bayerischem Erna-, ungslage. Die englische Komm'sfion wurde hi einer Note gebeten, das Sanitätspersonal der deutschen Schutztruppe und der deutschen Formatio­nen an der Palästinafront, das sich meist noch in englischer Gefangenschaft in Aegypten befindet, herauszugeben. Die französische Kommisfiou an be um genauere Nachrichten über die geplante Abbe­förderung deutscher schwerverwundeter und schwer- kranker Kriegsgefangener gebeten. Zur Abholung des in Belgien befindlichen deutschen Sanitätsper­sonals und zur Heimbeförderung der fchwerkranken und schwervsrwundeten deutschen Kriegsgefangenen wurde die belgische Kommission ersucht, einigen in Elberfeld und Münster i. W. bereitsteh nden deut­schen Lazarettzügen die Fahrt nach Belgien zu ge­statten. Der Vertreter der deutschen Regierung legte in einer Note neuerdings scharfe Nerwah ung ein gegen die Ausweisung deutscher Staatsange­höriger aus dem besetzten linkstheinifchen Gebiet, die nicht vor dem 1. August 1914 dort ihren Wohn­sitz hatten.

Berlin, 26. Mörz. I» Spaa wurde oon dem Vertreter bet deutsche» Regierung folgende dringende Rote übergeben: Die für militärische Zwecke verfüg­bare» KohlenoorrSte in ßtbau und Windau sind am 1. April erschöpft: die Aussichten für die militäri­schen Operationen tm Ost n sind dann aufs äusserste gefährdet, wenn die Kohkenzufuhr über See nach Li bau nicht sofort fretgeg-ben wird. Bisher wat nut die llohlenschifsobrt bis Danzig, nicht bis Libau frei- gegeben. Ich bitte General Rudaut, d m Ernst bei Lage Rechnung zu tragen und die sofortige Genehmi­gung bet Kohlenschiffahrt nach dem Osten, tnsb.sondere nach Libau. zu erwirken.

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M».

Die Pole« in Grob»« unb Pinsk.

Warschau, 26. März. sHavos f Grodno ist nunmehr unter polnischer Verwaltung. Die Rnssen- armee wurde völlig niedergemacht. Pinsk wurde von den Polen besetzt. Die Bolschewisten habra große Mengen Munition. Maschinengewehre, Fahr- material sowie eine Kasse des bolschewistisch.» Kom­missariats mit einet halben Million Rubel zurückge- laisen. In Pinsk haben die polnischen B hörden eine gemischte Miliz aus Russen, Juden unb Polen orga­nisiert.

Berlin, 26. März. Die Polen griffen den Bahn­hof ZdunN und den dort gerade desindlichen Abendzug in bret Gruppen an. Sie wurden abgewiesen. Vor- ssZtze des MegnerS sind von verschiedenen Teilen der Vosenschen Front zu melden. Nördlich Kempen richteten die Voten wiederum Feuer gegen Zivilarbeiter.

Posen, 27. März. Die Stadtverordnrtenwahlen in Posen hatten folgender Ergebnis: Deutsch-Bürgerliclie 17 Kandidaten, Polnische Sammelliste 41 Kandidaten, Deutsch-Soziale 1 Kandidaten, jüdischer Bolksrat 1 Kan­didaten, polnische Sozialdemokraten keinen Kandidaten.

Wien, 26. März. Au» hier vorliegenden Tele­grammen aus Stryj und'Stanislau vom 24. März ist zu schließen, dass die von bei Moskauer Sowjetregierung durch Funksprüche verbreitete Nachricht von einer bol- ich.-wisttschen Revolution in Ostgalizien nicht auf Wahrheit beruht.

Älifttebetgttg bet Ukraine?

Rotterdam, 25. März. Die 'Motningpost" meldet aue Paris: Gegenmaßnahmen der Verbündete» zur Rückeroberung bet Ukraine sinb Im Gange. Ans Brindisi unb Marseille geh n starke Truppentransporte nach Saloniki unb Odessa ab.

Wien. 26. März. Die ukrainischen toten Truppe» im Gebiete von Stbmertnfa traten mit den Aufständte scheu in dem nördlichen Bessarabien tn Verbindung. Rach Meldungen au, Rostow weigerten sich zwei Kosakentegimentet, die von Kuba» nach dem Don abge» fertigt worden waren, gegen die Bolschewisten z» kämpfen.

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Kaiser mi SmM Wer ien tteirwS der Mititi

DirDeutsche Zeitung" veröffentlicht mehrer« Briefe de« Kaisers und des Kronprinzen über die Vorgänge tm Großen Hauptguartier am 9. No­vember 1918. Das erste ist ein Brief, den der Kaiser am 9. November abends eigenbändig an den Kronprinzen geschrieben bat. Er lautet:

J$Rein lieber Junge! Nachdem bet Feldmarschalk mit gemeldet hat, bah er meine Sicherheit im Haupt- quatftet nicht mehr verbürgen könne unb das, auch die Truppen nicht mehr zuverlässig seien, habe ich mich nach schweren inneren Kämpfen entschlossen, da« zusammen, gebrochene Heer zu verlassen und nach Holland zu geben.

rate Dir. bis zum Abschluss des Watlenstilltwnbes auf Deinem Posten auszuharren. Zn Berlin bekämpfe» sich unter Führung von (Ebert unb Liebknecht zwe< Re­gierungen. Hoffentlich auf Wiedersehen in bessere» Zeiten. Drin treuer tiefgebeugter Vater Wilhelm.

Am 10. November ließ dann der Kronprinz sol­lende Auflage an den damaligen Reichskanzler Ebert richten:

Se. fönigl. Hobelt der st-onprfnz bat den dringen­den Wunsch, auf feinrni Poste» zu bleiben, um wie jo­det andere Soldat seine Pflicht zu tu«. Et wird fei» Heer in straffer Disziplin und Ordnung tn die Heimat znrücksiibren und verpflichtet sich, in keiner Welle in dielet Zeit gegen die sthige Regierung etwa» zu unter­nehmen. 9Pie stellt sich die Regierung zu dieser Frage?

Am Abend lief die Antwort ein: Rach Vortrag des Krieg.'ministers Scheiich müsse die Regierung die Anfrage des Kronprinzen in verneinen­dem Sinne beantworten. Der Kronprinz hat darauf den Oberbefehl niedergelegt und Hinden­burg in folgendem ausfiihrtichen Schreiben seine Stellungnc'hme auseinandergefetzt:

Sehr geehrter Herr Benernlseldmarschall! In biren fir meinen Herrn Pater und mich schwersten To-m unseres Lebens nckiss ich mich auch von (?re Erzell nz verabschieden. Tiefbewegt habe ich mich entschsiehen mas­sen, von der mit durch Ew. Exzellenz erteilten sslev h- inignng Gebrauch zu machen, meinen Po^en als Ober­befehlshaber niederznlegen und meinen Aufenthalt zu­nächst >m neutralen Ausland zu nehme«. Erst noch hartem inneren Kampfe habe ich mich zu diesem Schn'it durchringen können, trotzdem es mit mit allen Fasern meines HerzeikS widerstrebt, meine Heerrsarupve und meine tapferen Truppen .denen das Daierland so unendlich viel verdankt, nicht in die Heimat zurficksfihren zu lAn­nen. Ich lege aber Wert darauf. Ew Er,eilen, in dieser Ztunde nach einmal meine Stellungnahme in kurzen ?,ügen zur Darlegung zu bringen und bitte Ew. Erzeltenz, non meinen Worten ganz nach Ihrem Gr.tdünken Ge- brm-.ch zu machen. Im Gegensatz zu diesen ungerech­ten Stimmen, die mich von jeher als Kriegshetzer unb Reaktionär hinzustellen bemüht haben, habe ich von Anfang den Standpunkt vertreten .dass dieser Krieg« uns ein Verteidigungskrieg war. Immer wieder hab« ich in den Jahren 1916, 1917 und 1918 den massgcbendeiz Persönlichkeiten gegenüber mündlich unb schriftlich be­tont, dass Deutschland mit allen Mitteln das Ende des Krieges suchen und froh sein müsse, sich gegen die ganz« Welt auf dem Status quo zu behaupten. Seit Jahr und Tag habe ich in den vielen Unterredungen mit General Ludendorff einem weisen, perständigen Frieden das Wort aeredet und die Auffassung vertreten, bass die Gelegenheit hierfür die günstigste war, als wir vor und auch während der Frühjabrsoffensive machte und kraftvoll dastanden. Jnnerpoliüsch bin ich der letzte gewesen, der sich einem freiheitliche» Ausbau unseres Staatswesens verschlösse» hat. Diese meine Ausfafsung habe ich auch dem Reichs­kanzler Prinzen Max von Baden noch vor wenige« Tagen schriftlich dargetan. Trotzdem bin ich, als die W'. cht der Ereignisse meinen Herrn Vater vom Thron stürzte, nicht nur nicht gehört worden, sondern man ist über mich als Kronprinz und Thronfolger einfach zur Tagesordnung übergegangen. Ein Verzicht ist von mir weder gefordert noch geleistet worden. Ew. Exzellenz bitte ich daher Kenntnis zu nehmen, dass ich gegen die Vergewaltigung meiner Person, meiner Rechte und Ansprüche Verwahrung einlegen mutz.

Aeuferrungen Generalleutnant Scheuch».

Berlin, 26. März. Der frühere Kriegs« Minister Generalleutnant Scheuch erklärte der Voss. Zlg." u. a daß' die Regierung an ihn keine Anfrage über die Möglichkeit eines Ver­bleibens des Kronprinzen auf feinem militärische» Posten gerichtet habe, auch war ihm eine Sin,rage des Kronprinzen an Ebert nicht bekannt. Dagegen hätte der Adjutant de» Kronsrinzev bei »hin tek»