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Ci*< »«tiowfc ÄunbgrtuHg i* «er«».

weitergehen.

Amsterdam, 24. Mär». DemAllgemein Han- delsblod" zufolge tarn es in Löwen infolge der dort herr­schenden großen Feinbschast »wischen flämischen nnd fla­menfeindlichen Studenten »n einem Bombenanschlag auf das LauS des flämischgesinnten Umversitätsproscssors Schicks.

I London, 24. Mär». (Reuter.) Für di« aus idem Anslande kommende Nachricht, daß die Westmächte I beschlossen hätten, bk Blockade gegen Oesterreich-Ungarn sanfzuheben. ist in London noch keine amtliche Be- I stätigung einaetrofsen. Tatsache ist, daß von dem Obersten I Wirtschastsrat in Paris vor einigen Tagen derartige ! Vorschläge gemacht wurden. Dies hat keine» Nnsluß I auf die Frage der Lebensmittel, für die bk Blockade be I reits zu bestehen ausgehort hat und braucht auch nicht I notwendig zu bedeut'n. daß Rohstoffe geschickt werden.

«nerkenunng der deutsche» Regierung durch di« Schweiz.

t* Berlin, 25. März. Der Bundespräsident de" ISchweiz Ador hat in Beantwortung eines Schreibens d's Präsidenten Ebert, in dem dieser di« Ueber- nahm« der Regierung offiziell mitteilt, durch rin Hand­schreiben seine Glückwünsche ausgesprochen und die deutsche Regierung aiKrfannt

Die Ausweisung der Deulsche» au« Lhiua. j

Amsterdam, 24. März. DieTimes" meldet aus Shanghai, daß sich auf den nach Rotterdam abgegange- ' ne» Dampfer» an D utschen 933 Männer, «02 Frauen und 406 Kinder befinde«. Die zurückgebliebenen Deut­schen, etwa 1000, werden am 1. April zurückbesördert werden. Di« deutschen Letzte, die bestimmt waren, al« Schiffsärzte mitzufahren, sind verschwunden. Man glaubt, daß st, in demWoo Lung Medical College I tms unter dem Lifeitz der chinesischen Behörden steht, I sich befinden. I

hi« japanisch-amerikanisch« Dampfeegesellfchaft. I Amsterdam. 24. März. Di«Times" meldet I aus Tokio, daß dort eine sapanifch-amerikanisch« Dampf-1 fchiffabrtsges'Mchaft gegründet ist. Di« EeseMchaft be-1 abfichtigt mit 36 Schiffe» drei Dienste einMrichten, von I Newyork nach Wladiwostok, von Yokohama »ach Odessa I und von London nach Eolombo. Der Hauptzweck ist. I di« zahlreichen auf japanische« Schiffswerftr« sertigge-1 stellten Schiffe zu verwende». I

I Angesichts der zurzeit noch gänzlich ungeklärten wirt- I lchastlichen Berhältnisse können endgültige Höchstpreise I flir die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der kommenden I ^rnie erst zu einem späteren Zeitpunkte sestges-tzt werden. I Hierbei wird, wie der Reichsernährungsminister bereits I angekündiqt hat, der Versuch gemacht werden, gewisse laud-- I wirtschaftliche Erzeugnisse, für welch: ein« Bewntschast- | ung entweder nicht mehr erforderlich oder technisch nur ! unvollkommen und mit großen Härten durchführbar ist, »von der Bindung an Höchstpreise ganz oder von einer Ibestimmten Pflichtabkescrung ab freizulassen. Für I die wichtigsten Waren unserer TrnähningSwirtschast wird I e> jedoch auch im lausenden Jahr noch bei amtlicher Bewirtschaftung und Festsetzung von Höchstpreisen vei-

I bleiben müssen. Bezüglich dieser Preise fordern die I Verbraucher erhebliche Herabsetzungen, die Erzeuger je» I doch beträchtlich: Erhöhungen. Die letzteren iverden mit Iden ständig anwachsenden Wirtfchastskosten, dem Mangel an Arbeitskräften, Betriebsmitteln und zumal an Tünge- mittelu begründet. In der Tat ist durch die Ausstände die Stielstofsgewinnung für Tüngemittck in den wichtigsten Monaten sehr verringert Wochen, so daß ein erheblicher Rückgang der Ernteerträge droht. Mit Rücksicht hierauf erscheint eine Herabsetzung der Preis« für Ge­treide und Kartoffeln al» ausgeschlossen. Der An­bau der Zuckerrüben, der übechieS noch besonders viel

! Arbeitskräfte erfordert, ist in der Kriegszett wegen Ar­beiter- und DüngemittelmaugeÜ sehr zurückgegangen, und für daS nächste Wirtschaftsjahr droht «in weiterer starker Rückgang wegen der schwierigen Lohnverhältnisse nick wegen der im letzten Jahr von manchen Albanern erlittenen schweren Verluste durch Verderb nnd nicht rechtzeitige Bearbeitung. Deshalb hat sich di« Regierung entschlossen, den Mindestpreis für Zuckerrüben der näch­sten Ernte ans 4 Mark je 50 Kilogramm festzusetzen. In jedem Falle können die Erzeuger damit rechnen, daß ihnen für die noch mit Höchstpreise» zu belegenden Erzeugmffe solche Erlöse zugebilügt werden, di« erforder­lich sind, nm die mit den beschränkten Produktionsmitteln überhaupt mögliche Höchstkistung der Wirtschaft auf­recht zu erhalte». Darüber hinausjugehen verbietet jttwch bk Rücksicht aus die berechtigten Interessen der Ver-1 braucher. I

London, 24. März. Reuter meldet: Rach den bis

, _ .£JW Sonntag abend eingetroffenen Telegrammen aus

Hamburg, 24. Mar». »et den Wahlen ,mn A-gypten hat sich die Lage gebesiert. Im Delta Gwßen Arbeiterrat entfielen von 400 Sitzen 240 auf I herrschen noch immer miruhige Berhältnisi« In Favum die Sozialdemokraten, 37 auf die Unabhängigen, 25 aus griffen di« Beduinen ein« Abteilung britischer Truppen ^^Kommumsten und 96 auf die bürgerlichen und Son--1 an. Sie wurden mit Verlusten zurückgeschlagen.

Deuffcfie3ugend, treibe Sport! Heraus an» de» Zimmern, Kneipen und Tanz- * lokalen. Draußen auf dem grünen Rasen suche T * deine» Körper und «eist durch frische» fröhliche» I a Spiel zn stählen: Tre-be Sport i .

T Perri» für -emegungslpt»!, 05. X. V. T

Ersenach, 23. Mär». Die Gemeinderatswahl brachte eine bürgerliche Mehrheit: 14 Demokraten, 4 Deutschnationale, 3 Deutsche Volksparteier und 2 Eisen- bahner-Bertreter gegenüber 11 Unabhängigen und 6 Mehrheitssozialisteu.

ttzkehe sich der Vormarsch der rufsischen Sowsestruvfen verhältnismäßig rasch. Er gehe nach einem »wischen Budapest und Moskau vereinbarten Operationsvlau vor sich. Gerüchtweise verlaute, daß die ukrainische» Truppen Petljuras zu den Bolschewisten Überangebot beginnen. Roch bilde das gepeinigte deutsche Volk den letzten parken Damm gegen das Vordringen des radikalsten Umsturzes. Vielleicht glauben die Pariser Imperialisten das Heine Ungarn mit Waffengewalt bändigen zu können Falls die Entente daran festhiefte, Deutschland einen Vernichtungsfrieden aufzuerlegen und «S für ewige Zeiten zu entmannen, dann könnte fich auch das deutsche Volk und Deutsch-Oesterreich wie ein Mann erheben, da e» sich von einer nationalen Kata­strophe bedroht sähe. Ein Aufruf der ungarischen Pro­letarier an all« könnte endlich auch leicht in den Reihen der Proletarier der Westmächte Widerhall finden. Die Vorgänge in Ungarn sollten für bi« Pariser Konferenz «in« letzte nachdrückliche Warnung sein, di« Forderungen der Sieger nicht zu überspannen und besiegte Völker nicht zur Verzweiflung »u treiben.

I * Univetsttät. Das Wissenschaftliche Pruftmgs- pini gibt am schwarzen Brett die vom Minister für pie Kriegsteilnehmer erlassenen Erleichterungen |bci der Ablegung der Prüfung für das Lehramt pn höheren Schulen und zum Eintritt zum Bor- Isicreitungsdienst bekannt.

I St. Tanzspiele Ruth Schwarzkopf. Die Darbietu». i gen der jugendlichen, mit allen könwrlichen Reizen und I Ebenmaß der Glieder a>'s.p-ftatteten Jünoerin Terpst- I totens, Triumphe berückendster Grazie, «eßen ein »oll- I besetztes Haus auf wenige Stunden di« arg« Zett über I b«n Phantasien reiner Kunst vergessen. Die KSnstlerftr I bot einen farmnmltfeoftMitoen Genuß, wie er wohl I kaum auf der Stadtfaalbübn« vermittelt worden ist. I Die Kostüme waren dem Tharakter des Tanzes angr» I oaßt und die durchweg sebr geschmackvollen Far- I benzusammenstellungen der Gewänder und bes Kops- I nutzes mit «bet ohne Bedeckung förderten bi« I Illusion. Man zweifelte, ob man mehr die hinreißend« I Verbindung von Kraft und Anmut oder di« cba'akter, voll« «usdrucksfähigkeit unb die bei allem Bestreben, di« hergebrachten Formen des Tanzes in den' Dienst einer dramatischen Handlung zu stelle», doch strenge choreographische Disziplin bewundern sollt«. an» mittelbarer das Motiv war, das bl« Künstlerin per- körperte, desto größer war die Wirkung, die von ihr ausging. Fast war oft zuviel in einen Tanz gepresst, bei bisweil- n in der Häufung ewig neuer Einfälle sein« Hülle zu spreugeil drohte. Gleichwohl konnte mau bei f)t das sichere musikalisch« Empfinden und den R ich. tum der Gestaltung und Verwandlungen nicht verken­nen. Jede ihrer Bewequngen glich einem nngespto« ch-uen Rhythmus, den man versteht, empfindet. Dazu ! kommt eine seltene artistische Gewandtheit als Voraus- sitzung zur Entsaftung höchster Grazie. Im Reisrock erweckte sie bald in leicht auf- und abwogenden Me» nuettänzchen, bald im zierlichen Schritt zum Stelldich­ein hold«Erin»«rnng«n" an die Biedermeierzeit. Die außerordentliche Leichtigkeit des Sprunges und Schrit­tes erquickten bei der Versinnbildlichung der verschiede­nen Volksweisen. Erstaunlich war die Macht, mit der Ruth Schwarzkopf die in Feuer und Farbe» erglühende Phantastik alter Kulturen bannt, wie sie teilweise den schwülen Hauch des Orients verspüren läßt. Bei der Begabung zur Groteske wußte sie durch ein gesundes rhythmisches Gefühl jede Uebettteibuug ihrer Ans- drucksform zu verhüten. EineBalletstudie" zeigte

I di« Erfolge strenger Dallettzucht in schönster Ncin- I kuliur, vollendete, sichere Beherrschung von Stand- und I Spielbein, leiseste Andeutung des Spaccats, feinste I Oefonomie der Körperbewegung. Im tollen Tanz I SÄnitras lnoch Griegfcher Musik op. *(> aus 'Seer Gynl) ! entfaltet sich «in volles Temperament: Rasende Wirfel, ! die heiße Geste einet Salome, die schone Silhouette eines I Sprungs mit elegantem Körper frappierten ben ät« I schauer. Die schwebende Zartheit in dem Choviutzfen I -V-Moll-Walzer, die stilistisch gebundene jede Dis- l-armonie der Bewegung meidend« Interpretation der Lisstschen 2. Rhapsodie liegen bei aller Lharairers- sierung mufikalifcher Eigenart, di« vibrierende Wolzer- weise leise nachschwingen. Allgemeiner, staikcr Beifall lohnte jede einzeln« Darbietung, und wohl noch nie wurde eine Vertreterin der sogenanntenleichtge- Ichürztrn Muse" durch zahllos« Hervorrufe nach dem letzten Fallen des Borhanges hier in Marburg so ge- ehrt wie diese begabt« und sympathische Künstlerin.

* Mär^nschne«. Auch in vergangener Nacht gab e, wieder reichlichen Schneefall. Welch« von den Sau ein» rcln:Märzcnschnee gibt Gras und Klee" undMär- zenschuer lut dem Obstbaum und dem Weinstock weh" wird recht behalten?

* Jahrmarkt. Die heutige Jahrmarkt brachte weniger Verkehr wie bei den beiden vorhergegan- gcncn Märkten. Di« Ursache ist im schlechten Wetter und den erschwerten Eisnbahnsahrten zu suchen.

Hnhnrrdicbstählr und kein Ende. Die letzte stürmische Nacht benutzte lichtscheues Gesindel dazu, 'einem Gewerbe nachzugehen. So wurden zwei Ve- wohnern im Südviertel eine Anzahl Hühner, die sie sich mühsam grosigezogen, geraubt. Wer dieses Schlachtgeflügel kaust und damit wuchert, oder es vielleicht einweckt, um sein wertesIch" vor allen Dingen durchzuhalten, ist genau so ein großer Lump, wie der Dieb selbst. . ,,

ELien, 23. März. Der Staatssekretär für Heer­wesen, Dr. Deutsch, ä"ß-rte sich gegenüber einem Redak­teur de»Deutschen Bottsblattes" über die nächst« mili- tär-pol't-sche Zukunft d-r dents<*>-Sst-rreich>/<h-n Republik. Der Staatssekretär bekannt« sich als Anhänger einer freien demokratischen Miliz. Obwohl er Pazifist und Anhänger des Bölkerbund-s sei, halte er «s für notwendig, daß da» Volk wehrhaft erzogen werde. Seine Wünsche ginaen auf den Anschluß an Deutschland, ben tr lieber heute als morgen vollzogen sähe. Kein Gebot der Welt könne D«utsch-O«sterreich davon abhalten, seiu Recht der Selbdbestimmuna im gegebenen Moment zu ver­wirklichen. Wenn die Westmächte Deuffch-Orsterreich äbnlich bebandelten tok Ungarn, könne niemand eine Garantie für bk Ereignisse übernehmen, bk eintreten können ;benn ein zur Verzweiflung getriebene« Volk sei in feinen Beschlüssen unberechenbar.

Berlin, 24. März. An bet schlesisch-böhmischen ®ten»e wurde eine eigene Feldwache südlich Friedland von den Tschechen b-schossen.

Self i* Rot".

Karl Schönherr schreibt unter dem TitelVolk in Slot" in derNeuen Freien Presse":Wir Tiroler stehen heute vor einem furchtbaren Erleben. Wir halten alle den Atem an. Eine marlervolle Unruhe. Wie »um Tod Verurteilt« find wir. Die letzte Gnadenfrist wird knapp und knapper, der Zeiger rückt vor. Vielleicht reißt i man uns schon morgen den blutigen Flügel anS dem warmen Lr-ibe. Wie wird uns da sein? Still wir refen nicht davon. Und soll vielleicht von morgen ab Daus und Heimatstal des deutschesten aller Deutschen ich meine ben Nationalheros Andreas Hofer von Passoher in Wclschland liegen? Dan» werden sich Schmach und Scham wie scharfe Angelhaken in achtzig Millionen deutsche Herzen graben, und bei jedem Schlag sich schmerzhaft fieser wühlen. Wa» hilft e» dann, wem, wir auch Ruh« halten wollten «S gibt keim Ruhe Die Herzen müssen schlagen. Wir haben fiese I Sehnsucht, im Frieden zn leben und nie mehr gegtntin« I ander aufzustehen. Der Franzose hat seit 1871 die! Zähne zusammengebifsen und gewartet. Ja, glaubt man, I wir Deutschen, aus Scham und innerster Not in Haß I ziisammengeschweißt, werden nicht auch ans die Zähne I beißen und warten? Eine Weile müssen wir «4 leiden, I ob", eines Tages würbe die Wett wieder wie ein« Pulver- I min - a »brennen nnd von Gewehren starren. Will! ms:: br:in nicht im Buche der Weltgeschichte lesend!

Kaiser Karl in der Schweiz. !

Buchs, 24. März. Vormittag» ist der damalige 1 Kaiser Karl mit seiner Famili« und großem Gefolge in! Buchs auf schweizerischem Boden elngetroffea. Die! Reis« erfolgte unter englischem Schutz. Der Sonderzug! fuhr nach Estaad weiter, wo das Kaiserpaar im Schloß I Wareck wohnen wird. 1

Marburg rnch Umgegenlu

I Marburg, 25. März.

I * Todesfall. Der seit vielen Jahre» hier wohnend» I und in weiten Kreisen bekannte General bet Infanterie IJ. D. Exzellenz Konrad von Bartenwersf«, La Sonntag im hohen Alter von 84 Jahren da, I Zeitliche gesegnet. Der Verblichen« routb« am M. De» jemiei 1835 In Danzig geboren. Wie sein Baker, U widmete auch er sich der Heeteslaufbahn und trat 1854 tn das Infanterie-Regiment Nr. 14 in Thorn ein. Von 185861 gehörte et der Kriegsakademie an und wat Mnn bei der Landesvermessung tätig, 1860 wurde «r Oberleutnant, 1866 Hauptmann, bann Vermessungs-

I birigent beim Generalstab und kam 1869 al« Kam. paaniechef zum Infanterie-Regiment Nt. 69 nach Os na. bnitf. In dieser Eigenschaft wurde et in den Schlachte» fei Metz verwundet und erwarb sich hier auch bas I Giserne Kreuz 1. Klasse. Nach Beendigung des Krieges kam er als Major zum Generalität' der 19. Division in Hannover, 1876 zum grossen Generalstab, dann zum Generalstab in Metz und wurde später zum General- stabschef des 1. Armeekorps in Königsberg ernannt, wo -r 1887 das Kommando der 1. Infanterie-Brigade ^-bernahm. Ein Jahr später kam er in gleicher Eigen- fWt nach Oldenburg zur 37. Jnsanterie-Lrigade. Im wfe« 1890 wurde ihm unter Ernennung zum Geue^ak- l utnant das Kommando der 34. Division in Metz übertragen und 1893 nahm et seinen Abschied. Hier in Marburg, wo be#. verdiente Offizier seinen Wohnsitz nahm, beteiligt« er sich in den ersten Iahten viel am öffentlichen und als eifriges Mitglied der konservativ«« Partei am politischen Leben. Sein Andenken wird von allen, di« ihn kannten, in Einen gehalten werfen.

RlM-MmkW.

Di« Haltung bet KeMMnnfften nnd Arbeiterräte.

Wien, 23. März. Heute veranstalteten bi« hiesi­gen Kommunisten eine Sympathiekundgebung für die Dittatnr bes Proletariats in Ilnqa'n, die fich zu einer Demonstration gegen die Westmächte gestaltete. Der Borfitzende verlas ein Telegramm der ungarischen Kommunisten en die Wiener Kommunisten, das ein solidarische« Borgehen des deutsch-östereichi- schen Proletariat, mit dem ungarischen fordert. Sämt­liche Redner wandten sich gegen die sozialdemokratisch« Parteileitung. Nachmittags benwnfftkrten die Kom­munisten vor fern Rathaus«. Dabei sp achen auch Ver­treter der bayerischen und Berliner Solbaientä'e. Di« Versammlung nahm eine Entschließung mit den Forde­rungen der Kommunisten an. Die Ordnung wurde nicht gestört.

In derArbeiterzeitung" antwortet der Neichsvoll- zugsausfchuß bei Arbeiterräte Deutsch-Oest««reichs auf ben Aufruf bet Rätetegietung, Ungarn sich anzuschlk- ßen, indem et unter Betonung, daß die imperialistischen Sieger heute die Hauptfeinde find, die E Hebung bes i Proletariats Ungarns gegen die Westmächte herzlich begrüßt und besten Erfolg wünscht, zugleich aber fest­stellt, baß-das deutsch-österreichische Proletariat zurzeit dem Beispiel unmöglich folgen ßnne.Wir täten « von Herzen gern", heißt es in der Antwortaber zut Stunde können wir leider nicht. In unserem Lande find kein« Lebensmittel mehr, und wen» mit Eurem Rai folgen, dann würde uns der Ententekapitalismus unerbittlich di« letzte Zufuhr abschneiden und der Hungerkatastrophe preisgefen. Unsere Abhängigkeit von der Entente ist vollständig, wohl aber ist es unsere! heiligst« Pflicht, für all« Fälle gerüstet zu sein. Rene-dings ergeht der Ruf an die Arbeiter allerorten die Räteorganifation schleunigst auszubauen. Kamps-! bereit stehen auch wir gewillt, das zu erfüllen, was die! geschichtliche Notwendigkeit fordern wird." j

Sie BnEtzW li Inger».

I Budapest, 23. Mär». Da» Volkskommissariat für I Heerwesen richtete an die heimgekehrten ungarischen Pro- I ittarkrkrieger be» russische» roten Heeres eine» Aufruf | »um Eintritt in bas 1. internationale rot« Regiment | Budapest, 24. Mär». I» bet Provinz herrscht | nach den amtliche» Berichten überall Ruhe nnb Orb- I nnng. In ben meisten größeren Städten übernahmen |bie Sozialisten die Verwaltung und bestellten ein Ditck- I torium. Der Bolksfeanftragte sür Eruährunaswesen I ordnete an, baß vom 27.3. bis 2.4. frisches Ninb- nnb I Schweinesleisch in keiner Form verkauft nnb verzehrt I werden darf. Als Ersatz sollen Fleischkonservrn in den | Verkehr gebracht »erden.

| Berlin, 25. März. Dk Umhmnbbtng in die kom- Imurnstische Herrschaft spielte sich in Budapest nicht so I ruhig ab, wie es zuerst bargestrlÜ wurde. Von Frrftag auf I Sonnabend wurde, wie da»Verl. Tageblatt" meldet, ge» schossen, wobei e» viele Tote nnb Verwundete gab.

! Die Bahnhöse wurden besetzt, Maschinengewehre nnb Ge- I schütze ausgestellt. Den Offizieren riß man ihre Ans- | Zeichnungen ab. Es kam auch zu großen P l ü n d e r u n- IgtH, wobei bk Menge die Lebensmittel und Juwelier- I geschäfw heimfnchte.

| DerBert. Lokalonz." meftet aus Budapest: Tie I Funksprüche der ungarischen Sowjettegieruug über bk j I Vorgänge in Bichapest finb größtenteils falsch. In Bud.i- j !pest herrscht Panik. Die Nachrichten vou einer ftej- I willigen 'Übergabe bet Waffen durch bk angeblich boi» I schewifrisch infizktten ftanzösischen Soldaten lind un- I richtig. Die Hauptstadt »sich von der Regierung gegen I das Ausland hermetisch abgeschlossen. Der Bericht des I russischen Volkskommissars d«S Aenhern Tschitscherin über die militärische Lage tebentet für die ungarische Regie­rung eine arge Enttäuschung. Dir Gerüchte über ben Anmarsch von Sowiettruppen find unrichtig.

Rotterdam, 24. März. DerNieuwe Rotter- damsche (Fourant" bemerft »» fern Bruch Ungarns mit den Verbündeten, daß ei diesen endlich geglückt sei, Un­garn dem Bolschewismus in die Arme »u treiben und I der russischen Republik einen Vorposten r« der Rrvoku- j tionierung Mitteleuropas zu schassen.

Dr. «etetU verhaftet.

Wien, 25. März. Der ehemalige Biinistrrpräsi-! bent Dr. Wekerl« wurde hn Auftrage der Räteregie-1 rang m Budapest verhaftet and in das Gefängnis abge-! führt. Weiter wurde «ine Anzahl von Polizelbeamten | verhaftet, di« sich bet ben seinerzeitigen Verhaftungen I bet aufständischen Kommunisten beteiligt hatten. Wei­ter wurde ein« Anzahl Beamten nnb Persönlichkeiten I be, vorhergehenden Regime, verhaftet.

Sraf Karolyi roter Anklage.

Wien, 25. März. Aus Budapest wird gemeldet:! Die Rätersgierung wird de» Grafen Karolyi in den! «chste» Tag« w$ «n Gericht stelle». Er hahg bte j

(Ellllü.

Amsterdam, 24. Mär». DkTime»" meldet, daß I die Erwerbslosen m England über eine Million betragen.

DerDaily Expreß" meldet, daß die englischen Be­hörden «ine bolschewistische Verschwörung ent- deckten. E» wurden aus Rußland Nachrichten ausge­fangen, au» denen hervorgeht, daß die Agenten Lenins und Trotzkis in neutralen Häfen an gekommen find rod daß sie vergeblich versuchte», Püffe für die verschiedenen Teile England» zu erhaften. Die Agenten besäßen eine große Menge von Propagandaliteratur. Der englische Geheimdknst verhinderte bk Ankunft der bolsche­wistischen Agenten.

Rotterbam, 24. Mär». DerNieuwe Rotterd Sour." meldet au» London: Dk Nachricht über die bol­schewistische Umwälzung in Ungarn hat hier starken Ein- I druck gemacht. Man ist allgemein gegen ba» Hinausschk- ben der Verhandlungen in Pari», wodurch dk Westmächte dk Macht über Mitteleuropa verlieren.Dally NewS" schreibt, daß sie schon vor Monaten vor dieser Gefahr

Tegfen unb feierlich' betTünbefnt Progrontm vom 13. Feb­ruar fest.

Weimar, 24. März. Der sozialistische Partei- Vorstand wählte an Stelle des ausscheidenden bisherigen Vorsitzenden Ebert, ben Abgeordneten Hermann Müller neben ScheSvmann zum Vorsitzenden der fozialdemokra- fischen Partei, außerdem ist der Abgeordnek Wei» in b«n Parteivorstand eingetreten.

'ngliskfen Botschaft staick General Lrrdendors». Schnell I batte man ihn umringt, brachte Hoehmse aus ihn aus und begrüßte ihn stürmisch. Nnr mit Müh« tonnte sich der I General ben Huldigungen unter fortwährendem Dan­ken entzkhen. Am Bismarck-Denkmal crkltttette ein Redner die Erdkugel uub verlas die Entschließung deZ I Nafionalve«banbes Deutscher Offiziere, bk einmütig Zu- I üimmrmg fanb, nnb legte sie als Treuschwnr dem Alt­kanzler zn Füßen. Ein anbetet Redner beschwor Bis­marck:Liefer Wsmarck, steige nieder nnb regiere D n

I uns wieder!" Ein weiterer Redner lkß ba» deutsche Offiziertorps leben, das auch jetzt wkfer bereit sei, Gut "nd .Blut für Deutschlands Rettung einzns-tzen. Ein Soldat versichrtte:Wir wollen unseren Trenfchwur nichtbrechen. Es lebe bas deutsche Vaterland. Höcht" Weiter wurde ein Hoch auf ben S a i f e r ausgebrocht nnb 'M Anschluß baran gesungen: .Seil Dir im Siegcrkranzft' Schließlich erstieg ein Gymnasiast bie Stufen mit bei Erklärung, auch bk Jugend wolle hier zu Worte kom- ! men; er erinnert« an ben 22. Mär» und brachte dem alten Kaiser ein Hurra. -

Di« fränkischen »ouet* gegen München. i

München, 23. März. In einer Versammlung bet Bauernräte in Waigolshausen wurde ein« Entschließung angenommen, in bet gesagt wirb: Di« versammelten Bauernröt« ««langen mit alle» zu Gebote stehend«» Mitteln bk Abtrennung der drei Frankenkreise und eventuell der Oberpfalz zwecks Bildung einer Re­publik Rordbayern, wenn in München nicht alsbald B-fonnenheit, Ruhe, Ordnung und Gesetz an­stelle der despottschen Gewalt nnb bes wahnwitzigen terroristischen Klass-nkamvfez Bläh greife*. Sie lehnen es ab, noch immer untätige Zuschauer der von norb-I deutschen Literaten und russischen Agenten betriebenen Politik zu bleiben.

Die Preis, bet lrod^irlfcheftttchen Etzengniß« bet Ernte «1«.

fles Im Sdl.

Berlin, 24. März. (Sine Tagung des Hauptvor­standes der Deutschnationalen Volkspartei findet am 14. und 16. April in Berlin statt.

Der erste Patteitag derHessischen Lelkspartei (des Landesverbandes der Deutschnafionakn Volkspattei)" wurde am 12. März hl Frankfurt a.M. adgehalkn. In ben Borstanb ber Partei wurden gewählt: Fabrikant Klingspor-Osfenbach, l.Bors., Prof. Dr. Wer- ner-Butzbach, 2. Bors Lanbtagsbag. SBianet-Ober« Ofleiben, 3. Lors., ferner Rechtsanwalt M eisel-Darm- stadt, Pfarrer Pabst- Worms und Oferpostsekretär Kohlhase -Gießen als Bertteter ber Provinzverbänbe. Hinsichtlich ber FrageGwßhessen" lehnte bei Patteitag es ab, sich an bei Zerstückelung Preußens zu beteiligen.

Berlin, 24. März. DerVorwärts" schreibtri IBir erfahren, baß to'e Reichsregierung nach wie vor nicht daran denkt, bk wohlerworbenen Rechte ber Beamten irgendwie ;u kürzen. Sie Höft an dem einmal festge» |

Soziakifierung des Großgrundbesitzes fit einer Form handhabt, die es ihm ermöglichte, sein Fideikcmmtb das schon vor dem Kriege erheblich verschuldet wa- zur Deckung seiner Schulden zu verkaufen. Mit der »2 | gierung hatte er ein Uebereinkommen getroffen dem,» folg« er 1000 Kronen für das Joch erhielt. ' iU*

Preßburg von italienische» Truppe» besetzt.

Wie», 25. Mörz. Wie aus Budapest gemeldet wirb, haben bie Tschechen Preßburg geräumt.

bürg wurde von italienisch«» Truppen besetzt. ; Truppenlandungen hi Fiuwe.

Ech, 25. März.Sortiere della Sera" meldet. Sn F'urne werden feit Mittwoch voriger Woche 35 0« Man» Berbandstruppen gelandet, bie zum Einmafick in Ungarn bestimmt find»

|«n frfAToanten Feftch Mangel leiden zu lassen, herauf­beschworen habe.

Berlin, 24. März. DerBerl. Lokalanz." meldet au» dem Haag: Aus London wird gemeldet, daß am Donnerstag eine Ueberrumpelung des militärisch bewach­ten Flugfeldes Santry in der Graffchaft Dublin er­folgte. Maskierte Männer überfielen bk Wache nnb erbeuteten Gewehre und Munition. Sie flüchteten bann in einigen Automobilen, nachdem fk bk übrigen zerstört Hatton.

$k Lage ft, Aegypten. I

_ Berlin, 24. März. Unter ben zahlreichen Pro-l ßOvMgP

kkversammlnngen, bk gestern veranstaltet wurden, ist I ÖDH V"' -vlkivlllfljkff.

??$ ?n erwähnen, bie vom Rofioualverbanb Deut-1 Amstrrbam, 24. Mär». In ben nächsten Tagen ufer Offiziere nnb anderen Vereinen veranstaltet wurde | kommen in Rotterdam aus Okafrikamit dem Dampfer Die Hauptrede hielt Geheimrat Grosse, der von bet I --Botha" 40 Offiziere, 37 Mannschaften, 100 Frauen Regierung verlangt, daß fk nnbdringt an bet Grundlage I 300 Siidier an. Sie werben fofort nach Wesel be3 Wilsonsrkbens fest halte nnb bas deutsche Volk gegen ± <

bk Begehrlichkeit unb Raublust nuferer Feinde schütze Deshalb müsse auch ber international gesinnte Professor Schücking auf bet Fri^-nskommiffion durch einen zur Wahrung deutscher Interessen geeigneten Mann ersetzt werden. Mit sck>warz-weiß roten Fahnen und einer Mufikkapelle marschierte bk Versammlung zum Reichskanzlerpalais. Als bet Zug durch bie Wilhelm- straße marschierte, entstand plötzlich eine Bewegung unb der Ruf wurde laut: Lnbendorff! In fer Näh« ber