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nut dem Krewblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

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Marburg

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IDieOberbelfiftbe Zeitung" erfteint fe*sm«l »Schentlich. Te- B-,ua,vrei, beträgt Monatlich 1.?6 X. frei in8 Hau« (bet» die Pop ohne Bestellgelds Berleg »en Dr C. Hitzereth. Mxrtt 21/23. §ernf,reibet 55.

Tageszeitung für (das früher kurheffifchej Oberheffen

StäfiiWsMiilerinig M SnMme.

Serie, 22. ©Mr*. (Reuter.) Die Ausschüsse der UsSeersttndigrn setzten die Ansprüche für die Wieder Stm»*Migfn aus 8 Milliarden Pfund feil, die mi- nfr» mf 40 Jahre verteilt 16 Milliarden Pfund Strrfiwg betrogen. Nach Ansicht der amerilanischen Sach- perüändiaen betragen die verfügbaren Sillszueffen de- Oenische» Reiches und da? deutsche Vermöge» in Deutsch k«a m» nn AuSlande höchstens 24 Milliarden Pfund Bet dieser Schätzung wird bas Saarbecken als außer- h«kd Deutschlands gerechnet, das nach Ansicht der t»Kiatfiien von den Verbündeten beschlagnahmt werden bnk. S^lte diese Ansicht dar Uebergewichi gewinnen, N würden 1600 Millionen für die sofortige Liauidie- KKä der Krieg-rverluste verfügbar sein, wonach noch WX) MÜLanen Pfund $u zählen wären. Die amerikanische Austcht geht dadin, daß um den Restbetrag zu erhalten Wan sich houptsächlich auf den Ueberschnß, den der Vertief fxnbel erziele, verlassen müsse. Diese Anficht I*: «et vuterstützungsfrage inwieweit man der denf- scheg Industrie gestatten solle, mit der übrigen West in Brfibewrrb zu treten, geführt. Die französischen Dele- ßleeie« sind der Ansicht, daß man der deutschen Jn- W.sit durch Besteuerung der Ein« und Ausfuhr ein-* Wi e x f e 11 e an legen müffe, die amerikanischen und fcffW» »einen dazu, Deutschland zu gestalten, seine ftck^strieffe TÄtigfrif wieder aufzunehmen, damit es in der <Nw Hst. den R-stbefrag feiner Schulden zu zahlen

2eSer die Verteilung der Schadensvergütungen herrscht Dkrln»»»Sberfchiedenheit, da die Franzosen an erster Ekäe Berücksichtigung verlangen, während die Eng­länder wünschen, daß die Verteilung auf der Grundlage tet Prk»5Tur,en erfolgt. Frankreich habe die schwersten Wa! rleAn, Verluste erlitten, Groß-Britannien dagegen leit feine» Untertanen die schwersten Steuerlasten ous- tzebürdet. Die Vereinigten Staaten haben eine Ent- f6fc«newe ton 1100 Millionen für verloren gegangene MeustLenkeben und verlorenen Besitz festgesetzt.

Amsterdam, 23. März. Ter Korrespondent der «ßeib* Vreß" erfährt von sehr gut unterrichteter Seite bttS der Zehnrrrat folgende militärische und matt- H#.: e Beding u n gen, die Deutschland auferlegt wer btt! endgültig angenommen hat: Die deutsche Armee soil xxf höchstens 7 Divisionen Infanterie und 3 Divifio- ssll'. Aatokkeeie, zusammen 100 000 Man«, bestehen Sc# Offiz! «rforns darf die Zahl 4000 nicht übersteige« Sv. de« v^lchfed.'nen Kriegsministerien dürfen nicht mehr «ft NW Offiziere und ein Zehntel brr Zivilbeamten vorn 8cv#e 1513 kefchäst'af weriv'n. Die Kriegsschule de? 8e!2i«KastS und ähnliche Einrichtungen werden abae- schi-"r. Es wird nur eine Militärschule zur örranbil- b*-4 ton Offizieren aller Dienstzweige gestattet. Bete- kg ne» vereine, Turnvereine und andere Or- in denen militärische Hebungen abgebalten Ae«-eu, sind »erboten. Alle Festungen inner« W& einer Strecke von 15 Meilen vom Rhein entfernt, Ae'-dc« geschleift. Neue Werkt dürfen nicht angelegt Aetden. Schtuere Artillerie ist verboten. Die Muni- ü». -orräte werden aufs äußerste beschränkt. Die Lage bet AMrissonSdepots muß bekannt gegeben werden. Die Bfiv9Mbefe» behalten sich das Recht vor, die Zahl der Bi-:n zu beschränken. Die An« und Ausfuhr Vo« Kriegsmaterial einschließlich Sttckgase, PanzerautoS stnr Tanks ist verboten. Die Marine darf nur au? sechs Schlachtschiffen derDeutschland"« oberLotbrin« ttu"A£leffe, sechs leichten Kreuzern, zioöls Zerstörern tod ;*6H Torpedoboote» bestehen. Für Panzerschiffe teiu größter Tonnengehalt 11 000 Tonnen, für leichte StffcZ«. 6000 Tonnen, für Zerstörer 800 Tonnen und ftt Terpedoboote 200 Tonnen bestimmt. Die Schlacht- föme ober Kreuzer dürfen erst dann ersetzt werden, wenn fc Nst Zehre alt sind, die Torpedoboote, wenn sie 15 Jahre E f-dfe DaS Personal der Marine wird ans 15 000 *«* cinfÄließtich 1500 Offizieren beschränkt. Alle vilfssrexzer, die abgerüstet werden können, werden als v»udM#Aisfe benutzt. Alle U-Boote müssen abgeliefert Ae°öeL Der Bau von neuen U-Booten ist verboten Du Beßktziannaen ,bte die Zugänge zur Ostsee beherrschen »eichleist. Die Benutzung stärkerer drahtloser bteii-nw» ffir militärische, maritime oder politische Zwecke * -giee Zustimmung bet Verbündeten nicht gestattet und maritime Luftfahrzeuge sind nicht ge- wtl'.rk, ee%tx 100 Wasserflugzeugen bis zum 1. Oktober Wt M'nenvernichtunz. Flugplätze innerhalb 93 Meilen das Rheins oder 93 Meilen westlich der Ostgrenze ®et 95 Meilen von der tschecho-slowakischen Grenze wrd «'M gestattet.

Basel, 22. März. Rech einer Meldung aus Port, tkiärtze Senetal Fach einem Vertreter besMattn", Ni Frankreich umsonst gekämpft habe, wenn «s nicht " Aheinlinie erlange.

Berkin, 22. Mär.;. Der deutsche Vorsitzende in Aha, crsnchte die Verbündeten in einer Note um baldige «ifLÄ«,-. ob es richtig sei, daß die französischen 8e- wtben in der Pfalz eine lebhafte Propaganda für den FbuWS dieses Landes an Frankreich betreiben. Es k wrben, die Presse in der Pfalz werde von 2* sranzlstschen Behörden gezwungen, ihr zugestellte iriidr pi veröffentlichen, welch« das frühere Verhalten beuchen Heeresleitung im besetzten Frankreich und «ch die deutsche Regierung herabsetze«. Diese welche die Bevölkerung für die französische Be- -"* di« französisch« Regierung gewinnen nnd >»rn f^ebnr Eindruck von der Stimmung der Bevölke- C?8 bereiten sollen, seien so gehalten, daß sie als £sit5»btee Aenßerungen der Schriftleitungen der beut« P£Rr Hennrzgen anzusehen seien. Ferner sollte« von ** scor^stikchen Osnzieren bet den Ouartierwirtrn Un­

terschriften für Erllärunger» gesammelt werden, in denen gefordert wird, die Pfalz von Deutschland loszulöfe« und sie unter französisches Protektorat |« stelle«.

Berlin, 23 März. Kente fand im Zirkus Busck eine außerordentlich stark besuchte Protestversamtnlunr gegen die Zerstückelung Deutschlands statt. Zv einer Entschließung tourS- «klärt, daß Deutschland stck zum Frieden bereit erklärte in Ueberelnslimmnn, mit b«m Programm des Präsidenten Wils»«. Das deutsche Volk sei entschlossen, auf diese«, Standpunkt zu b-ho-rev untz die FriedenSperhandlunae« n u r in dieser Ricktnno Surch,«führen. Die Eeoner seien ebenso wie wir per trogsmäßig an daS Wilson-Programm gebunden. Hier­auf begaben sich die Teilnehm« an der Versommluno rn einem eindrucksvollen Zuge nach der Reichskanzlei um bet Regierung von bet «efafften Entschließung Mit teilung p, machen

Ll-»d George «egen die ZerstückelmAa Dentfchlands.

Genf, 23 März. FnzCorricr# desto Sera" wird folgende Erklärung für bk WtormnrtfN Stestungnahme Planb Geo'ge, zugunsten Denttchtondo gegeben' Für Frankreich komme« zwe< Arsen von Sicherungen in B» tracht, entmebet Schaffung eine mutrakn Puffer- ftaate» auf bem linken Rheinuser oder die bedinaunas- lofe Unterstützung durch de» Völke-bund bei einem et- moigen deutschen Angriff. Infolge »er Schmierigkeit den gesamten Dölke-bund pi einem bedingungslofen Gfngieifen zs mrgslichten. fei Plnnb Georg« nicht abge­neigt, die Verpflichtung. Fronkretch in scläiem Faste zu unk-fHtfcen. unmitfrlfar f#r England zu übernehmen Er hab« Milon «nk Esemenreou in vertrautich"' Be forrcku'ngen einen vahingebendm Dorichlag un»erbre'kt Angestch^s dieser Laa« aber lege Llond Georg« asten Wert darauf, d« bu-tb den Frkdenotchluß kein« Re- nanchetolitik in Deutschland »obirr<6 wufrTerukn »erbe daß man rein deut fcke Erbiete van Deutschland ab­trenn«. Au, diesem Grunde trete England sowohl 0 e p e n die Loslösung von Danuta al, auch gegen bk Errichtung etnr, rheinischen Pusk-staate, auf.

r Millione» Deutsch« iw znkvnFszen Pole«.

Paris, 21 März. (Hovas.) D«TemnS" mriW baß b»e mit der Fellsetznam »er Ofnmym zwifiben Poku >nb Preußen beauftragte Kam ml Ff 0« zu folgendeM Er aehni? gekommen f«: Der polnische Gtoot werde 25 Millionen Einwohner Hobe«, unter denen sich drei Millionen Deutsche befänden werden. Die mri Oen bewohnen da« Wehret von Marienwerder nnh Nefm berg, auf die S,e* Georg« als von vie'-n Deutschen bewohnt aufmer^am gemacht batte, die aber nick' ton 9M#u loSaelöst wetzd-w Gunten, da sie von den b;reT- ♦en Eisenbahnen von Warschau nach d«m Baltischen Meer durchauert werden. Wen« diele Gebiet' bei Preu­ßen bleiben, könne eS be« ganzen Transü-Verkehr auf bet Weichsel unterbinden

Sßeftpna&en.

Berlin, 23. März. General v kammerstri« wie» in ein« flöte aus die Empörung bin, die in Westmeußen tzarüb« herrscht, daß daSSelbstbestiuiwuugSreckt be- Völkeri' anscheinend torgewaktigt werde« soll. Genera! v Siamierrflcin hob den kulturellen unb wirtschaftlich-n Einfluß des Deutschtums hi diesen Gebieten Hertor ««> machte ftatistiscke Anaaben über die Verbreitung der deutsch«« n«b tolnischen Beuäffmtng im Oste«.

Auf dem Danziger Frauentage erhoben dir deut- fchen Frauen Destpreußens «achdrücklich die Forderung, daß Westpreußen deutsch bleibe. Die Frauen erklären in einem Telegrannn an das Auswärtige Amt, daß sie ihr Letztes hinaeben wolle«, m ihre Seimat dem Deutsch­tum tu erhalte«. Ein Friede, bet fie an Pole« auS- fitfere, dürfe nicht geschloffen werde«.

Wie demBerl. Lokalang." ans Grande«» berichtet wick, sandte bet Soldatenrat der Garnison Graudenz an die ReickSregierung. die Nationalversammlung usw Protestkundgebungen, in d« eS heißt: Die Garnison Graube«, 10 000 Mann stark, wich sich jedem versuch der Angliederung WestvreußenS au Polen mit Waf­fengewalt widersetze».

Danzig, 23. März. Deute Mittag sand eine «acht- volle Kundgebung des deutschen Bürgertum« statt, an der schätzungsweise 60 000 Personen teil nahmen. ES würbe« Ansprache« gehalten, in denen der Wiki« zum Deutschtum betont wurde. An einer Entschließung heiß' ks ». a.: Wir fordern das SelhstbestimnnmaSrecht d« Völ­ker für uns. Danzigs Geschichte und Kultur ist nur deutsch, nicht volnffch. 95 Prozent unktet Mitbürger finb deutsch. Jene Bestimmung be« Friedensvertrage«. bie ttn« vom Mutterland« los reißt, birgt den Keim neu« Jcnege tu sich. Wir fordern von bet ReickSreaiernng. daß sie keinem Fri-densvettraz »«stimmt, der die Zuge- Hörigkeit nnf«er Stadt und Westvteußens ,n Preußen- Deutschland irgendwie in Frage stellt. Die Mehr- heit«so»ialisten. die sich geschloffen an bet Kundgebung beteiligte«, erklären hl ein« Entschließung «.«.: Die Arbeit« Danzigs, zu vielen Tausenden versammelt, er­beben kierlich Protest gegen die beabsichtigte Zuteffuna Westvreußens und Dan»igs an Polen ohne Anwendung be« SelbstbestimmnngSrrchts. Wir wollen deutsch blei­ben. weil die Zukunft be« arbeitenden Volke« nach dem Erfolg der Revolution im Schutze der deutschen Republik gesicherter erscheint als im polnische« Staate. Ober­bürgermeister Sahn begeb stch »u dem Leit« der ameri- kamschen Lebensmittelkommiffion für Pole«. Major Webb, und C bergab ihm hjg von der Volksmenge angenommenen Entschließunge«.

Rotterdam, 22. Mär». Wie Reukr «rs Paris erfährt, habe« die Westmächte sich ra Erzberger gewandt mit dem Ersuche,, nach Abbruch dar BnhaMsug-n det

neufrak Persönlichkeit vorzuschlagen, die der Kommission für Polen beitreten soll, um die Streitigkeiten zwischen Polen und Deutschland zu schlichten.

Berlin, 22. März. An der Front gegen die Polen mußten wieder an zahlreichen Stell'« feindlich« Pa­trouillen abgemkfen werben. Die Polen beschossen Wolsfkitch nördlich Lissa mit Artillerie und richteten Fetoruberfälle gegen Straubberg, nördlich Kolmar, gegen die St-afoe SteinburgRakel und gegen Io- kphinen. südlich Rakel. Im Baltikum wies baltische ffenbestnehi vom Ostrand« von Mita« au, Vorstöße der Vollchewisten zurück, die aus östlicher und südöst­licher Richtung erfolgten.

Warschau. 23. März. Die Komirifsion für aus- «riige Angelegenheit Im Landtage hat einstimmig einen Antrag auf A hecht ich eines Bündnisses mit den Westmächt'n angenommen.

Da« Brüsseler Abkommen.

Berlin. 22. Mär». Unt-rstaatsfekretör v. Braun, der die Ve-Handlungen In Brüfkl leitete, führt in einem n»m Wolff-Büro reibte:tef-n Aussatz ans: Die Schwie- rigkif-n. die von dem S einannsBnud in Jamburg vnd seitens twr Bremer Seeleute der Ausfab-t der d'vt- febew §>andelrfchifse gemacht werden, bedeukn für die deutsche Bevölkrung geradezu Selbstmord. Man k»u« stch nur denken, daß bk beteiligten Sreleufe stck f IMt darüber ntch» Rrchenfchaft abgelegt haben, wel-che Folgen Ibr< 5>audlungs«'effe bat. In Rotterdam lie gen 250 000 Fisten kondensterk Milch und große Men- «o« Speck für Deutschland. Sie könn»n sofort bem Kon­st"'' znaefübrt m-rden, se^rid Deutschland k;n#r Per nflicht'inq, die Schiff« ausfah-«« zu lafkn, nackkommt Fnzwifch-n sterben in Dentichknd .tznndert' von Kin­der«. weil fk nickt mit Milch veriorgt werden können. Zausende verkümmern, weil die «ghedinqt notke Zu- st'br von Fett-n nicht geschafft wird. Das muß man stch vor Angen halten, wenn man be«'teilen wist, ob die Weigerung bet Seeleute itynbrnie gerechtfertigt werden fgnn. Aber auch von dem Standpunkt der Bet ttagserfüllung gibt es keinen Grund, bet es rechtfer. t'gen mürbe, die Schiffe nicht ansfabre« zu lassen. Mn unendlichen Schwierigkeiten Ist dos Abkomaren übet die ll-b'nsmitkllleferunoen In Brüssel zustandegekammen. t^ein deutich-t Unkrböndler könnte künftig für Deutsch­land Be'ttäae abfchließeu, wenn nickt die MLalickselt bestebt. bk Erfüllung der übernommenen Pflichten tat­sächlich durchzusetzen.

Hamburg, 22. März. Heut« morgen liefen fal- genbe Lebensrnittesschifse aus: Der Ostafrikaba'npfer . Kigoma". , Eleveland",Kap Finisterr»". Ihne« folgten im Saufe des Tages die DampferRio Reg'o". R'o Pardo",Alerandra Moermnnn".Eduard Woet- wann".Java",Santa Crnz",Eotdoba",Itaiahi". Regina",Ktonenfek," nndP«a". Die Sckifk finb "ach England unterwegs, um von bott amerikanisch« Truppen nach Amerika zu bringen.

G«e st e m Ü n d t, 23. Mär,. Ms erste LebenSmittel- fchffk sahnen^ tok dieWeserzeitnng" berichtet, di" SknddamvkrPrinz Friedrich Wilhelm" undZ«p »rsf«" am DknStag. An den nächsten Tagen folg«« wertere Schiffe.

Bremen, 22. Mörz. Gine Sremannsversamm- lnng erklärte sich mit 222 gen«« 18 Stimmen gegen die Ausfahrt bet Lebensmittelfchiffe au« Bremen.

Bremen, 23. Mär». Die heutige Berfammliina brr Br-mer Seeleute aller Ebaraen war von etwa 1000 See­leuten besucht, in der Mehrzahl von Mitgliedern de? Dentfchw, SeemannSbnndeS. Nach längeren erregten Verhandlungen verließen bk Anhänger des Seemanns- Hundes demonstrativ de« Saal. Di« Zurückbleibenden nähme« eine E«tschsießwza an. in der sie stch verpflichten ans Aufforderung der Reichsregiet««g mit den Schiffen anszufahren. Gleichzeitig wird bi« Regierung auf erfordert, für die durch eine eventl Auslkkrung der Schiffe brotlos werdenden Seeteutt in ausgiebig« Weise zu sorge«.

Rotterdam, 82., Mär» D«Nieuwe Rottn- daursche Eouront" meldet a»S London: Tbikniscken Blät­ter« znfol'« soll bk Mehrzahl der 84 deutschen Dampfern und Segelschiff- frt de« chilenischen Häfen den Bereinig­te« Staaten übergeben werde«, um Lebensrnittel nach Europa rn führen.

Santiago be Chile, 23. WSn. Der Ktkgs- nieifter unferfagte be« deutsche« Schifft« die Führung der deutsche« Flagge.

Die schleswigische Frage.

Berlin, 23. März, von »ufiSnbig« Seite ver­lautet: Die Reichsregierung ist noch wie vor bereit, das Wilson'sche Programm d« Selbsth-stimmiing der Völker auch bezüglich her dänischen Teile Nordschleswigs lonal zur Anwendung zu bringen. Sie ist affo damit einverstanden, daß den NordschleSwigem btt Frage dorgelegt wird ob sie Däne« wercken oder Deutsche bieiben Waffen. Daß im letzteren Falle die kulturelle Eigenart nicht nur bet Schleswig-bolstein« als solcher, sondern auch de« däni­schen Elements unter ihnen weitgehendste Berücksichtigung finde« würde, dafür bürgt ba Geist des neuen Deutsch­land-. Die ReichSregierung totrb sich mit Nachdruck dafür einsetzen, daß die neue Grenze auf der Grundlage d«S AbstimmnngSergebniffe- i« den Gemeinden geführt wird, auch sowett Nordschleswig in Betracht kommt. Dikson hat für Toten den Grundsatz aufgestellt, daß nur Gebiete mit unbestritten polnisch« Bevölkerung an den neuen Staat falle« soffen. Dies« Grundsatz muß aus NordsckleSwig analoge Anwendung finden. Die Reichs- regiertrag wird daher dafür einereten, daß zur Abtretung von «srdschleSwigi cken Gebietsteilen dac zwei Drittel- MajorüÄ erfordettich ist.

Da« ««stimmt« Italic«.

Paris, 21. M»r». Die ttal'c:7che toorbneN beschloß einstimmig, von der Friedenskonferenz zurück« zutrete», faffs Fiume Italien nicht gleich»«tiF mit dem Früdensschluß ,«gewiesen werd« sollte.

Ak litte MtioMien In Ilmn.

Die Folge der Gewaltpolitik dec Meftmächt«.

Der bereits am Sonnabend -wmeldete neue Urnsckwnng 'N Nucor« bestätigt sich. Die Politik de» radikale, Grafen Karolyi, d« sich den Westrnäckten 0« be« ^al4 geworfen hat und im Vertrauen aus die EbrlichkeÄ ihres von Völkerbund und Selbstbestimmungsrecht fpreckenden Programms für Ungarn möglichst viel ix reffen hoffte, ist zn Ende und völlig gescheitert. Grat KarolNi weiß nichts Bessere? m-br, als abzutreten und fich an baSProletariat der Welt" um Unterstützung fit Ungarn zu wenden. Durch feine verräterische Politik die H"'t eine bet Houptnrsacken de» Zusammenbruch- bet Mittelmächte gew-sen ist. wollte er die Gegner für ll» aarn gewinnen, die Wellmächte aber find dabei, Ungar, Ins auf einen ff einen Rest völlig verschwinden zu taffen, wie aus efirr Note hervoraeht, die der franzöfifch«' Oberßlminanf B i r Gras Karolyi überreicht hat. I« der Note wird mit Bezug auf den Beschluß der Pari'ess Konferenz eine neue, als politische Grenze zu be* trachtend- Demarko! onslini- zwischen Ungarn und Ru­mänien bestimmt. Diese Linie bedeutet ein V 0 tsckim den der Verbünd ten und insbesondere der rumänifche, Truppen auf 230 Kilometer Läng« um etwa 60 Kilo­meter w-estwLrt». I« diese Zone sollen milkt dem ganzen Biliarer Komita? die bedeutenden S'ädte Arad, Szeg-din, Großwerdein. D-breezin, die, weil mit bet neu<>n Zone auch die politische Grenze festarlegt wird, für Ungarn verloren gehen würden. Es mOrt« hierdurch ein Gebiet mit etwa 21/? Millionen Menfckc« von Uitgani losgeriffen und Ungarn in der Haupt- lacke auf da» Land zwischen Donau usid Tbeiß und auf da? mittlere Theißfal beschränkt. Die Nate besagt weit«» daß der Rückzug der ungarischen Truppen hint« btt Destgren^ dr neu trafen Zone, am 23. Mär; beginnend, innerhafh hllenr zehn Tagen beendet sein muß. nach bereit Abt-n>f die rumänischen Truppen ihre Linien tret» fckiebe» solle«. Das Kriegsmaterial in der neutralen stone wird bet ungarifchen Regierung zur Verfügung «« stellt. Das Eisenbahn- und D'rtsck»fkmaferial muß b'S r« weiterer Enfschridung auf dem Platze verbleiben. Die bürgerliche Verwaltung soll in der neutralen Zone unter der Kontrolle der Verbündeten in d« Dand bet ungarischen Regierung bleiben. Die ungarisch« Oku» barmen« und die Polizei söffe« die Ausrechterhaltu«» der Ordnung sicher«.

Die Gründe für das Vorgehen der Westmäckic lassen sich noch nicht genau angeben. Vermutlich woffex sie den BolschewiSmn- abdämmen und, wie Graf Karolvi in seinem Aufruf sagt. Ungarn zum Auf­marsch- und Operationsgebiet gegenüb« der an bet rumänischen nnd galizischeO Grenze stehenden Sowie» armee machen, wohl mich einen neuen Weg nach Dole« bahnen »ttr Bekämpfung der Bolsch-wiki. Möglicherw-is« fürchten sie mich eine, wie e3 heißt, sich anbahnende natio­nale Volksbewegung, her sie zuvorkommen wollen: btnx in aff« Stille soll ein neues ungarische- S«r box 70 000 Mann zum Kampfe gegen die Westmäckte auk«. stefft worden sein. Wie sich die Tinge nun entwickel« werden, bleibt abzu warte«. Die G"fahr liegt jedenkff- nahe, baß die Westmächte durch ihre brutale Gewa<t- volitik daS Gegenteil de- Erstrebte» erreich.'!, eh» Ausdehnung de» Bolschewismus, der f-tzkr :~nbe< ihnen selbst am gefährlichsten werden muß.

Die Regierung in Budapest hat die mit den Kom­munisten verschmolzene Sozialistenvarfei übernommen nutz eine Diktatur der Arbeiter-, Bauern- und Soldatonräte errichtet. . Mit der russischen Sowjettevublik ist et« Bündnis abgeschlossen worden. Der Budapester Av- beiterrat hat einen vorfäufiaen revolutionäre» Reni....."n«»

rat gebildet, dessen Mitglieder VolkSkommissgre heißen. DaS Präsidium übernimmt Merand« Carbai. I« einem Aufruf der Partei und des ReaierungSrate? an affe frißt eS: D-s Proletariat Ungarn» bat affe Macht ht eine .f?anb * genommen. Gefetzgebung, Exekutive und rickt«liche Gewalt werden von der Diktatur der Arbeiter-, Bauern« und Sokdatenräte auSgeübt. Der revolutionäv» Regi-rungsrat beginnt inttrtjArbeit zur B«t« wirklich,«« des Sozialismus «nj ri »urmuniSm«». Er be­stimmt die Sozialisierung d« ®ro6grunbb"fi6e, B«gw«ke, Großbetrieb«, Banke« und Berkehrsuntev- nebmungen. Tie Bodenreform wird im Wege von sozia* listische« ProdukttonSoenosfenschatten durchgeiübtt. D« RegierungSrat organisiert «ine mächtige Proleta- rietarmee, die die Diktatur der Arbeiterschaft n«b Bau«oschast gegenüber den ungarischen Kapitalisten und Großgrundbesitzer« wie gegenüb« den rumänische« Boi» mt n«b b« tschechischen Bourgeoiste zur Geltung bringt Er erklärt seine volle Solidarität mit der russischen Son» etrtgierung und bietet den Proletarier« Rußland» ehi 93affettb0nbiti» an. Er fordert die Arbeiterschaft England», Frankreich», Italien» und Amerika? auf, nicht weit« de« verruchten Feldzug ihrer kapitalistifche« Regierungen gegen bk ungarische Räterepublik zu dulde«, und fordert die Arbeiter unb Ackcrbautteibenden B5H» men», Rumäniens, Serbien» und Kroatien» zu fine« bewaffneten Bündnis gegen die Bojaren, Großgrund­besitzer und Dynastien auf. Die Arbeiter Deutsch-Oestev» reich» und Deutschland» fordert er auf, dem ©eifprfl dcr ungarische» Arbeiterschaft in folgen, mit Pari» end- \