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mit dem Kreisblatt für die KreiseMarLurg und Kirchhain

Tageszeitung für (das früher kurhessrfche) Oberhejsen

es

DieOberhess »icke Zeitung" ettcheint sechsmal wöchentlich. Dei

i#<i Bezuasvret« beträgt wonotUrf; 1.?5 Jl. frei m8 HmiS (durch die Post

Vi* ohne Bestellgeld). verleg een Dr. C. Hitzeroth. Merkt 21/28.

1919

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MBB

Erstes Blatt

Marburg

Eonnadend, 22. Mürz

Der Anzeigenpreis beträgtfär die8gri» Zeile 20 J » 50«I.Rru*juMU omll |r 4 Qftfirft- auewärt.u. Seminelon». 30 j. 33/«/. Krftgszmckk Rekl«me>ette L20.4. Zeder! « x'iuity» Rabatt gilt «t» verrebett. Bei Auskunft d die beschältest, u. Vermittlung Mi »ngeböte 26 4.6enl<tgcblbi. Pestjchetkkente: Nr. 6616 Xmt Frenkf. e. M.

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Bewohnern haben, berücksichtigen. Daurch werden

Sie MkdeN^digWWtt.

Berlin. 21. Mörz. LautBerl. Tagebl." hott'' Vk Aerrrsvondent desTemps" in Weimar eine Unter- Ifbuno mit dem Reichsrninifter David, der auf die Frage. * Deutfchkand in den 14 Punkten Wilsons unnach­giebig Irin werde, antwortete:

Aei»r deutsche Negierung wird es unternehmen. M pukitische und wirtschaftliche Todesurteil Deutschland? M Unterzeichnen. Das Gleiche wird der Fall sein, wenn hie Bedingungen eine langsame Erdrosselung der Kräfte hek Landes vorbereiten sollten.

Amsterdam, 21. März. Aus London wird ge- «estrct, M der Nnt-rstaatssekr-tär für auswärtige An- gtlcücnheiten Cecil Harmstvorlh tut Unterhaus erklärte. Mr llerbtindeien Regierungen seien der Ansicht, daß <*? WtMndig sei. die Blockade beizubehalten, weil Deutschland auf diese Weise leichter dazu ge­zwungen werden könne, die Friedensbedingungen an» -chmen und durchzulühren.

London, 21. März. Ueber die Kriegsent­schädigungen erfährt Reuter von zuständiger bri Kcher Seite aus Paris, daß bisher eine Einig«.'»'! nir fcnäbet erzielt worden fei, daß Deutschland jeden Pftn- Ntg zahlen muß, den es aufbringen kann, daß es aber nicht annähernd alle» bezahlen kann. Man dürft, sag- «Beater, nicht die Gefahr vergessen, das; Deutschland klnsach den Dingen seinen Laus lasse. Tie Frage, inner- halb welcher Zeit die Entschädigung gezahlt werden Vüche oder könne, komme erst in ztseiier Linie in Be- trech'. kinige Sachverständige fnräch'N von 30, andere ton 60 Jahren. Wichtiger fei die Frage der Ber- «krisang des Kapitals. Alle Sachverständigen feien der Nrlnung, hast man eine wirklich befriedigende Entschüdi- tzs-g, nur von einem blühenden Deutschland er NS'.iea könne.

Amsterdam, 21. März. Aus Brüssel wird ge» veldet: I» der Kammer verlautet gerüchtweise, daß die VricdenÄsnfcvmz B"lgien gestatten werde, einige deutsche Mbftte und 10000 Hektar Land zu annektieren.

Paris, 21. März. (Davas.) Eine von dem chine­sischen Delegierten vorgelegte Denkschrift verlangt die Rückgabe von Kiautschou, ferm daß Chino seine territorialen Rechte behalten und diese auch auszu- fttu Sibfnft China verlangt auch das Anfhären der Le.-tznng Chinas durch Java», da eine Ausrechterbal- tanz dieser Besetzung zn- schweren- Reibungen führen mHrr

Die deutsche Frieden«ürrd»ung.

Berlin, 21. März. Die deutsch: Friedeusabord- Nür!-, wird bestehen aus dem Staatssekretär v. Brock- dorff-Rantzau, Minister David, Minister Gies- berts, dem Gesandten Adolf Müller, Prof. Schü- <ine und Dr. Melchior, der Deutschland bereits bei den letzten Verhandlungen in Brüssel vertrat. Als Berater lind dieser Abordnung folgende 38 Personen bägeger.u: Professor Aereboe, Overnigk bei Breslau' Seh. Kommerzienrat Arnhold-Berlin: Prof. Baum­garten! Dr. Eduard Bernstein; G Heimrat Beu- kknberg, Phoenix-Dörde (Wests.); Prof. Bo'nn-Müw Heu; Dr. Bosch, Badische Anilin-Sodafabrik Mann sri-<t-Ludwig?hasen: Pro», v. Brentano -München» MH. Oberregierungsrat Dr. Cuno, Vorsitzender des Direktoriums der Hamburg-Amerika-Linie; Geh. Kammer

Deutsch, Direktor der A.E.G.-Chartottenburg» 6tfc. Som-nrrzienrat Dodel-Leipzig; Kommerzienrat Haardt, Lennep: Geh. Kommerzienrat Dr. Sagen«

Hartmann, Verband deutscher Gewerkverciw' Wi.sch-Dui'.cker): OVnerniöireftor des Norddeutschen Llovd Heineken; Prof. Dr. Hergesell, Direktor des Urologischen Instituts Lindenberg: Geh. Bergrat Hil- r; Serlin: Frau Juchacz, Mitglied der National versaininluna; .Hermann Struck- Berlin: Kommerzienrat Kl mm- Waldhof bei Mannheim: Bischof Korum; Gernalkommissar der Gewerkschaften Deutschlands Le- fien; Direktor Lübsen, Rheinisch-Westfälisches Koh- knsyndikat Essen: Reicksrat v.Miller-Müncken:Ober- tejm Plate, Vorsitzender des Deutschen Handwerker- aai> Gewerbekammertages, Hannover; Adolf Pöhl- Au»», Direktor der VereiuSbank München; Dr. Ra­then an, Präsident der A.E.G.; Dr. Gustav Ra- thien-Berlin-Dahlem; Dr. v.Riedemann-Ham- fatta; Louis Röchling; Direktor Schmitz, Metall- 6ent Frankfurt a. M.; Direktor v. Staust, Deutsche Bank, Berkin: Stegerwald, Gesamtverband der ChMüch.'n Gewerkschaften, Berlin; Fr. Urhig, Dis- tontoaekeklschaft, Berlin; Borwerk-Hamburg: Ban- Set Warburg-Hamburg: Professor Max Webrr- hrirnberg: Withoeft-Hamburg.

Die Berteilrmg der «inzufShrend«» Lebensmittel.

Berlin, 21. März. Im Retchsernährungsamt finbm Beratungen statt über die Frage der Verteilung der aus dem Ausland eingeführten Lebensmittel. Bei Ellen beteiligten Sellen ist man Lbreinstimmend zu der Erkenntnis gelangt, da st aus praktischen Gründen eine einheitliche Lebensmittelvrrteilung für das ganze Reich Richt in Frage kommen kann. Das flache Land, ebenso wie die kleineren Städte seien in der Lage, ihre Be­wohner weit besser zu oeriorgen, als dies in den In- bustriezentren und den Großstädten der Fall ist. Man wird deshalb, wie eine Korrespondenz von aut unter­richteter Seite erfährt, bei der ersten Lcbcnsmittel- ^ndung di« industriellen Gegenden und die Blähte, dir eine Einwohnerzahl von über 20000

die ankommenden L bensmittel, namentlich Fett und Fleisch einer notleidenden Bevölkerung von etwa 25 bis 30 Millionen Einwohnern zugute kommen. Dor allen Dingen soll Berlin Zufuhren erhalten. Ans den Konferenzen wurde betont, dast dir Bevölkerung unbedingt ihre brchgesoannten Erwartungen zurück- schrauben mit IN. Man hofft, d»e Fettmengen der­art verteil-»» zu können, dost monatlich ein Pfund Fett auf den Kopf der Bevölkerung aus den Zufuhren kommen kann.

Bafel, 20. März. DieMornina Post" tnelM" die Abreife einer Kommiffion nach Deutschland, um die Nicktansgabe von Lebensmitteln an Ausständige zu kontrollieren.

At Kr'Wrdmz lies SrKt'tk k!hk»«m?i!;.

, Die Hamburger Seeleute für dir Ausfahrt.

Hamburg. 21. März. Heute fand eine Ber- iammtunq b'r S^k-nte im ^Zftkus Bu»'ck statt, in d--- der Führer des S-emannsbnndes Lorhnke AusknnL non dem 9ienif~i*n-'Sh-rtr«t.>r dorüb-r verlanote, to1,1*- Garantien für Me Ankunft d»r L"b»msmitt-l gerebe" i-tfn, falls die Sckifse ansfobren würden. Oberreoie 'uugsrot Heidecker b-mcht-to über die Verb"n^l"n"e" "ttb erklärte, wenn die Seeleute noch tv»t.-re Scknnerio- e,:ten mackten, gefäb'deten sft nickt nur die mit schwere»- Unfern erreichte Leb-nsmittelversoroung Deutschlands ronbetn 0-1 ch die B-iotstmo d-r deuttchen B-satznng auf de«, Sckiffen. A»»ck Senator Dr. Petersen berfm» 'irfen Swndpuu^t und vermies doroul, dost, w-nn di" Skbifse n-ckt ai'ssobre» würden, die Enterte sie holen werde und damft das Waffenstillllnnbsebkommen neu un? oebrocheu würde, was vor allem Clemeneean Gel-aeu- b"it geben würde, den Frieden aus Grund der H^nrT*- Glilsons zu verweigern. 93"nn Garantien für b»' Hmbeischasfung von Leb"nsmft^"ln verknot würben, fe müsse er darauf binweiftu. dast Deutschland besiegt am Boden liege und den Wotten der Westmächte vertrauen müsse.

Die Abfnmmung ergab 1770 für und 804 Stimmen eenen die Ausfahrt der Schiffe. Demnach enthielt ftch die größere M-hrzabl b»r Befucher her Stimme Der Vorfitzende 6»tonte. dast sich nach der Abstimmung die Minderheit der Mehrheit zu ffren habe. Sodann -rklärten die Vertreter des Seemannsbundes S-beel und daafe, dast sie den Auftrag hätten, nthttfeiten, dast ^mben. Bremen, Bremerhaven. Lübeck, Flensburg und Vörden Ham fick argen eine Beteiligung an der 91"*- liefrruna der Sckiffe ai'sgesprocken hätten und wobl be» -hrem Nein bestehen bleiben würden. Nackb"m noch eine Veibe Redner in bei Hauvtsache für bic Annahme bes Ausfobrtsbeschlnsfes aesvrock'n hatte", b-tonte der Führer d-s Sermannsbundos in seinem Schlußwort, dast bi<* Ausftührungen ckes Oberregikrungsrates §>eidecker unü des Senators Petersen keine auf feine Frag'

oegeb-n hätten, welche Garantien ... - .eiert'» für ihre Existenzmöglfckkeit nach Auslieferung der Sck'.fft gegeben seien. Auch seien fie nicht in der Lage gewesen, irgend­welche Ga'.autien dafür zu geben, dast wirklich nach Auslieferung der Flotte Lebensmittel hen-inkommen. Er bezweifle, dast die Schiffe mit Gewalt geholt wür­den, er glaube vi°lmehr, dast bei einem ablehnenden Be­schlüsse neue Berhanblunaen von den Westmächte» einor- feitet würben, die ja auch neu verhandelt hätten, als b#» Wasfenstillstaich?kömmission in Svaa einmal e n c r n if cf , geworden sei. Er wandte sich auch gegen die Prelle, bir die Bewegung des Seemannsbundes als spartakistisch be­zeichnete. Der Seemaunsbund vertrete nur die wirt schaftliche» Jnteresseu der Seeleute.

Berlin, 21. März. Infolge der Wmgerung eini­ger radikaler Seemannsverbände, sich an Bord der an* Rufenden deutschen Lebensmittelschisfe zu bogobm, war dir ?lussührung des Brüsseler Abkomm-ns und die Verpfle­gung Deutschlands in Frage gestellt. Deshalb hat di" Deutsche Wassenstillstarrdskommisfion am 20. März bei den verbüudeteu Regierrmgen bett Antrag gestellt, bie Ge­nehmigung zur sofortigen Indienststellung von vier kleinen Kreuzern auf dem schnellsten Wege z»' -rteilen. Durch diese Maßnahme würde der Schul­der sofortigen Ausfahtt der Handelsschiffe sowie der zu erwartende» Lebensmitteltransporte garantiert.

Die Finanzierung der LrbeusmittelvertrSg«.

Berlin, 21. Mär». Wie derB'rl. Lokalanz." er» »ährt, sind die Warenvorräte, die das Reichsverwettungs- amt zur Verfügung hat, wertvoller als bisher angenom­men wurde, sodaß die Aufgabe der Finanzierung bei Lebensmittelvert-"' gewisse Erleichterungen ersabren dürfte. Aus ein»: Telegramm Hoovers an den Che»' der amerikanischen Kommission ist zu entnehmen, daß von amerikanischer Seite auf eine möglichste Beschlcunioung aller Schritte gedrängt wird, die durch das Brüsseler Abkommen bedingt werden.

Berlin, 21. März. Tie ausländischen Wertpapiere lallen dem Vernehmen nach beschlagnahmt wer­den. Das ReichsftnanzMinisterium ist nicht gesonnen, den Besitzern ausländischer Werte willkürliche Kurse »u zahlen, insbesondere nicht sofort den Preis zu zahlen, der uch an die derzeitigen ausländischen Börsenkurse anlebnt unter Berücksicht guug des gegenwärtig ungüniftgen Stan­des der Marhoevise. Den Besitzern soll gegeben tver- den, Aas das Reich erlösen wird, nach Abzug der Unkosten. Das Reich will weder einen Nutzen ziehen noch einen Schaden leiden. Denjenigen, die sogleich Geld wünschen, wird eine Vorauszahlung geleistet werden, ausgebaut auf dem Staub der sogenannte» Stcuerkurse, die in de» näch­

ten Tagen bekannt gemacht werden. (Wert vom 31. 12. 18.) Nicht erfaßt »erben österreichische, ungarische, bulgarische, türkische und russisch« Werte.

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Berlin, 21. Mär». Rach derBoss. Ztg." meldet derTemvs", daß der frühere N>'ick'»t"-'S"bgeordnet' Ricklin a"S Elsa^-Loth ingen auSgcwiesenwurde. Die französischen Behörden erlaubten ihm nicht, nach Deutschland zu gehen, sondern stellten ihm die Wahl, einen Wohnsitz in einem der verbündeten Länder auf- zuscklagen.

Bern, 21. Mär». Nach demSoffer Vorwärts" bat sich der Konstikt zwischen dem Mülhattser Gewerk- schastskattell und den Arbeitgebern besonders in her Textilindustrie so verschärft, daß im Prinzip der All- gemeinausstand aller organisierten Arbeiter aui Donnerstag beschlossen wurde, falls die durch das Gewerk- ckaftskart-ll angestrebte B"rmittluna der Handelskammer und des Bürgermeisters von den Fabrikanten abaelehut inerben sollte. Die bürgerliche Presse beschwört bir Fabrikanten eindringlich, in der Lohnfrage nachzugeben, weil ein 9lllgemrinausstand leicht einen revolutio­nären Charakter annebmen könnte und weil bie letzten Ausschreitungen in Mülhausen gezeigt bätt-n, baß bas ranzöf'.sche Militär nicht mehr zuverlässig s-i.

Paris, 21. März. (HavasO Wie bie Mütter müden, bat I 0 n u a r t das Angebot Cl-menr-a'-.s be ttesfend Elfaß-SotbringenS (Gouverneur) im Hinblick au' die infolge des Krieges so schwierigen Verhältnisse im Pas de Calais abaelehnt.

Auf Vorschlag Clem-u'eaus unt-rzehchnete Poineare ein Dekret, durch das Millerand zum Generalkom­missar in Straßburg ernennt wurde.

Sie m'Wte 8eiti)«M in Snnji«.

Berlin, 21. März. General v. Hammerstein über- reichte Gen-ral Nudant in d-r Sitzung bet Waffenstilft üandskomm'ffion vom 20. März eine Note. Die deutsche Rmierung bestehe, wie es in der Rote heißt, auf ihren» Recht, bie Aneeleaevheit der polnischen Landung in Dau 'zig nicht von der interalliierten Kommission in Warschau sondern von der inieruational-n Wassenstillstgudskoin- mllsion in Span behandeln zu lassen. Die deutsch-' Regierung könne keinesfalls die Landung in Danzi-» und den Durchzug der polnischen Truvven durch das national gemischte Land znlallen. Die Verbündeten be» hauvten, sie wollten in bett ö'llich her Weichsel gelegenen deutschen G-bi ten ausschließlich die Ordnung erhalten und neues Blutvergießen vermeiden: die geforderte Maß­nahme würde aber in diesen Landstrichen die jetzt herr- fchende Ruhe stören, indem das Auftreten der polnischen Tnippen zum Versuch gewaktsam-r blutiger Unterdrückung der unzweifelhaft deutschen Mehrheit in Bestprenßen sühren würde. Unter düsen Umständen köttne die deutsche Regierung der Forderung nicht zusttmmen. verbündete nnd polnische Dfnjierc^in den Gebieten östlich der Weich­sel unbeschränkt und unbeaufsichtigt reisen zu lassen. Die deutsche Regierung sei jedoch bereit, das Aeußerste zu hin. Sie werde j-den Einzelfall bereitwillig prüfen, ob und unter welchen B'dingnngen die Reisen zu be» Xmmten und begrenzten Zwecken ohne Gefahr für die öffentliche Ordnung zugelasse» werden können. Nudan» nahm die Note mit der Bemerkuuq entgegen, er werd" Tie sofort Fach übermitteln. Die Note habe den Vorzug klar zu fein, indem sie die deutliche kategorische A b - Dünung oller Vorschläge und Ford-rungen bet ver­bündeten Re -»ierunaen enthalte. Sie schasse somit ein< »atsächliche Lage, die in entsprechender Weise behandelt werde» würde.

Berlin, 21. März. DieB. Z." meldet: Es kann 'icher angenommen werden, daß der Versuch der Polen, in Danzig zu landen und von dott Truppen nach Polen zu überführen, militärischer Abwehr begegnen wird. In politischen Kreisen hofft man, daß die feind- icken Regierungen sich von dem polnisch-französischen lljuftuß sreimachen und die Berechtigung des deutschen Standpunktes anerkennen. Nur dann könnte ein Blut­vergießen berfcinbert werden.

Lloyd George -ege» eine deutsche Irredenta.

Berlin, 21. März. Wie dieS.Z." meldet, sprach sich Llovd George bei den Pattser Beratungen über die deutsch-polnische Grenze entschieden gegen den Vorschlag aus, die polnische Grenze von 1772 wieder anzucrkcnncn. Er sagte, man dürfe unter keinen Umständen eine deutsche Irredenta entstehen lassen. Diese würde bestimmt in dem Gebiet östlich der Weichsel, da? von den T-eutschrn ziemlich stark bcvöktett sei, aufkommen.

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M; dm M.

Berlin, 21. März. Wie bieVoss. Ztg." von zustänbiger Stelle erfährt, stellte der Kommanbant von Berlin nach dem Vortrag zweier Kriegsgerichtsräte da? Verfahren gegen den Teil der Angehörigen der Volks» marine-Tivifiott ein, die seinerzeit auf der Französischen Straße sestgenomme» wurden, da ihnen eine strafbare Handlung nicht nachgcwiesen werden kann. Ein weiterer Teil von Matrosen soll demnächst ebenfalls steigelassen werden.

Wie dieSoff. Ztg." weiter berichtet, sind die Arbeiten am Mittellandkanal, und »war auf der Strecke Hannover-Peine und am Zwcigkanal bis 5?ildesheim, jetzt begonnen worden. Im ganten Arbeitsbereich sind

etwa 10 000 Arbeiter beschäftigt, während tm ganze» 100 000 gebraucht werden.

Nürnberg, 21. Mär». Bei bet vomBerl. Lokal» an»." verbreiteten Meldung englischer und französische» Blätter über die Ermordung des Generals Sixt v. Armin liegt eine Verwechslung vor. Am 13. Mär» wurde in dem -twa 10 Kilometer von Asch in Böhmen auf bäuerischem Gebiet gelegenen Schönwalder Forst des Grafen Arnim von Schloß Sophienreuth von der erregten Menge Graf Arnim zu Tode geprügelt, weil er in feinem Forst einen Kriegs, nvaliden beim Holzfällen überraschte und in bet Abwehr durch einige Scküsse niedetgestreckt hatte. Der General heißt im übrigen v. Armin.

Konstanz, 21. Mär». Zwei aus Mannheim im Hotel Barbarossa eingetroffene schwer verdächtige Indi­viduen sollten von zwei Kriminalbeamten aus die Wache gebracht werden. Einer von ihnen zog einen Revolver und verletzte einen Kriminalbeamten schwer und einen anderen durch einen Streifschuß am Kopfe leicht und tötete bann durch blindlings abgegebene Sckiüfse seine» "igenen Gefährten. Dann wurde er selbst durch einen Schuß in die Brust unschädlich gemacht. In dem ge­mieteten Zimmer fand man viel Einbrecketwerkzeug und bei dem Verbrecher ein Mitaliedetvetzeichnis bet kom­munistischen Partei in Mannheim sowie einen Zet- tel mit den Worten:Sozialisiening oder Nntergang in der Barbarei." Beide Verbrecher sind anscheinend Brüder.

Monatlich 100 008 Mark für de» Reichsprästdenten.

Berlin, 21. Mörz. In dem der Rattonalve» gmmlung zugegangenen Gesetzentwurf betreffenb Fest» stellung des vi rten Nachtrags zum Reickshaushalts- olaue für das Rechnungsjahr 19T8 werden für den Reichsprnstden^'tt monatlich 100000 Mark Aufwands» -elder angeforbett.

Dir Forderungen Kaiser Wilhelm».

Berlin, 21. Miir». Zu der Meldung des Wei- marer Korrespondenten b-rRewnork American" übet -Belbioiberunrten Milhelms II. an bas Deutsche Reich mirb erklärt: Der Kaiser ließ vor bei Beschlagnahme des Ptivatoermöaens sich auf holläubiicke Banken *ma 050000 Mark ilb tweifen. Die damalige ng, der auch Unakhängige angehörte», glaub: >'t»

. baltungsmittel zur Verfügung stellen zu «tzj;.:. oa» !tt susteichender Weife geschah. Zur wetteren Aus­einandersetzung zwischen Krone utck Staat wurde eine Kommission ernannt Daß bet Kaiser 75 Millionen fotbe-te, ist nicht bekannt. Das Privatvermügen wttd »hm nickt vorenthatten.

2. Tagung des Reichsbürgerrates.

Berlin, 21. Mörz. Das Präsidium des Reichs- bürgerrats teilt mit: Arn 30. März findet im Herren. Haus in Berlin bie zweite Tagung bes Reichsbütgev» tat? statt. In bet bevorstehenben Tagung wirb bte endgültige Verfassung bes Reichsbüraeirates feftgestellt ro rben, um Ihn unb ben in ihm zufammengeicklollenett Vürgerröten einen festen und zuoerläffiaen Unterbau und Zusammenhang zu geben. Eie gewinnt dadurch eine ganz besondere Bedeutung, daß durch eine Reih« gleichinhaltlicher Anträge die Frage bet berufe» ständischen Vertret ung Gegenstand erustet Verbanblnngm sein mirb. Insbesondere durch bte In Aussicht genommene Legalisterung der A-beitettäte ist bag Bürgertum zu einer stch immer entschiedenet auswitkenben Abwehr seiner einseitigen Zurück b ättgung unb Ausschaltung seiner wirtschaftlichen unk kulturelle» Interesse» genötigt.

Str WM StM'MniMs.

Weimar, 21. März. Der Bersassungsausschnß bet Nationalversammlung beriet am Sormittag über ben An­trag Naumann (Dem.), dem Artikel 1 folgenbett Absatz hinzuzusügen:Deutsch-Oesterreich tritt als Gan­zes und äls Gliedstaat dem Deutschen Reiche bei. Etwaige Abänderungen bestimme» die im Einvernehmen mit Deutsch-Oesterreich zu erlassenden Aussührungsgcsetze unter Berücksichtigung der unter 14 dieses Artikels scstge- stellten Grundsätze." Von den Abgeordneten aller Par­teien ist eine Erklärung vorgelegt worden, die es als einen bedeutsame» Fortschritt auf dem Wege ,ur Vereinigung zwifchen dem Deutschen Reiche und Deutsch-Oesterreich be­grüßt, daß zwei Regierungsvertrtter aus Deutsch-Oester­reich an den Verhandlungen teilnehmen, und die Erwar­tung ausdrückt, daß die Besprechungen der beiden Regie­rungen so rasch durchgesühtt werden, daß auch Abgeordnete Deutsch-Oesterreichs ay den Verhandlungen der Natio­nalversammlung über die Verfassung des Gesamtreiches noch teilnehmen können. Es wird die Zustimmung aus­gesprochen, daß bei den Abmachungen auf die besonders wirtfchaftlichen Schwierigkeiten Dentsck-Oe3erreich? Rücksicht genommen wird. Zur Begründung der ErNä- runq führt Naumann auS: Da wir von Deutsch-Oester­reich den Wunsch hören, in daS Deutsche Reich ausge­nommen »u werden, so muß aus Deutschland die Antwott binüberschallen: Ihr seid uns herzlich willkommen! Die Oesterreicher werden sich bei der bevorstehenden Vereini­gung an viele Aenderungen gewöhnen müssen. Dafür aber solle» sie auch das sichere Gefühl gewinnen, daß sie Der Heimat entgegengeben und nicht der Fremde.

Ein Regierungsvertreter teilte mit, daß zur Vorberei­tung des Zusammenschlusses kommissarische Beratungen ein geleitet worden sind, die eine Ausgleichung zwischen beiden Teilen auf allen Gebieten des wirtschaftlichen, fozialpoftiischen, kultureiten und Rechtslebens »um Gegen­stände haben sollen.

Der Vertreter Deutsch-Oesterreichs, Dr. Ludo Hart» ma» n, dankte für die Erkläruua bei Ausschusses unb