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mit dem Krersblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen

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1919

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Erstes Blatt

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der

Hindenburg.

eine Schuld.

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stand hinausgeschoben und nutzlos geopfert worden, außer Landes gehen. Einverständnis mit seinen

Deutschen zurückgegeben werden oder inhr, werden? Der Rat beschäftigte sich auch ?a, ob die endgiltigen Bedingungen Deutsch-

das Leben vieler Soldaten Der Kaiser konnte endlich Er wählte diesen Weg int Ratgebern nach unendlich

land führen.

Rotterdam, damschen Courant" Lebensmittel nach

schweren Seelenkämpfen lediglich in der Hoffnung, dadurch dem Baterlande am treuesten zu dienen und Deutschland weitere Verluste, Not und Elend zu ersparen und ihm Frieden, Ruhe und Ordnung zurückzugcben. Daß der Kaiser sich in diesem Glauben geirrt hat, ist nicht

Landtag.

heutigen Sitzung

verlässiger Seite erfährt, sind die Spartakisten durch ihre letzten Mißerfolg« meder entmutigt worden, noch ist infolge ihrer Niederlage ein Nachlassen ihrer Wühlarbeit zu spüren, im Gegenteil, Re sind rühriger als vorher. Augenblicklich sind sie mit allen Kräften bemüht, die Ver­bindung mit den russischen Sowjettruppen her­zustellen. Sie wollen diese Verbindung dadurch erreichen, daß sie die russischen Sowjettruppen zu einem schleu­nigen Vormarsch auf die deutsch« Grenze zu be­wegen suchen. Tie letzte Niederlage der roten Armee hat ihnen allerdings auch hier eine« Strich durch die Rechnung gemacht. Ebenso bilden die Zustände in dem bolschewistischen Heer ein erhebliches Hindernis für den reabsichtigten Vormarsch. Eine Abordnung der deut- chen Spartakisten, die vor mehreren Nocken Berlin verlassen hat, ist inzwischen in Petersburg angckommen. Der Zweck dieser Reife ist, dort eine großzügige Propa­ganda zu treiben. Wie in Deutschlaich, so planen nach Mitteilungen von verschiedenen Seiten die Kommunisten auch in Wien einen größeren Putsch, dem dann auch in anderen österreichischen Städten Unruhen folgen sollen. Umwandlung der Bezirkskommando« in Wehrämter.

Durch die neue Heeresarganifation ist eine Umwand­lung der Bezirkskommando« notwendig geworden. An Stelle der Dczirkskommandos treten Wehrämter, di« auch di« Derforgungsangelegenheiten bearbeiten wer­den. Tie im Besitze des Zivilverforgungvfchcincs be­findlichen Unteroffiziere der Bezirkslommando» sollen

und Kultus: Hoffmann (So$), Justiz: Endres (Soj.), Inneres: Segitz fSoj.), Finanzen: In Ver­tretung v. Merkel, V rkehrswefen: v. Frauen- dorffer. Soziale Angelegenheiten: Unterleit- nrr (Unabh.), Handel, Gewerbe und Industrie: Si­mon (llnab.), Landwirtschaft: Steiner sBauern- bund). Militärische Angelegenheiten: Schneppen- Horst sSo».).

Im Laufe der Sitzung wurde angenommen ein Ge- setzentwurf über die Aufhebung der Familien-Fidei- kommiffe, ferner ein Gesetzentwurf, durch den der bayerische Adel aufgehoben wird, und ein wei­terer Entwurf, nach dem Lehen nicht mehr neu ver­liehen werden dürfen. Am Schluffe der Sitzung gab im Einverständnis mit sämtlichen Partei n des Hanfe» Abg. Speck (Storer. Volkspartei) eine Erklärung ab, in der gegen die Aufzwingung eines gewaltsamen Frieden», gegen die Loslösung deutscher Gebiets­teile, gegen di« Zurückhaltung deutscher Gefangener und gegen die versucht« Verhinderung des Anichluffes der Deutsch-Oesterreicher an Deutschland protestiert wird. Darauf wurde das Haus auf unbestimmte Zeit vertagt.

18. März. DemNieuwe Rotter- zusolge wird die erste Sendung Deutschland von 300 000 Tonnen

Oester Guardian", daß nunmehr zwischen b-n Dcrbün- brteu hinsichtlich des Borfriedens mit Deutschland eine 6 f n f 8 w e 8 erzielt worden sei. Frankreich habe aick b-n Plan verzichtet, eint unabhängige rheinische Rc-

Kauai

Witwn.

Mit bar o

innerhalb 20 Tagen geliefert und von Rotterdam aus verschifft werden.

Amsterdam, 18. Mär». Einer Reutermeldung ans Varis zufolge find im Hinblick auf die Lieferuna der ersten 270 000 Tonnen Lebensrnittel für Deutschland von verschiedenen Regierungen als sofort lieferbar ange­geben: von der britischen Regierung 30 000 Ton. Speck. 10 000 Ton. kondensierte Milch, 20 000 Ton. Pflanzenöl, 2000 Ton. Margarine, 2000 Ton. Bratenfett, 35 000 Ton. Reis, 50 000 Ton. Bohnen, 15 000 Ton. Hafer­mehl, 10 000 Ton. Gersten- und Roggenmehl: von bet' französischen Regierung: Kabeljau, Manioka-Mehl, 50 000 Tonnen Palmkerne, di« schätzungsweise 15000 Ton. Palmöl enthalten: von den Vorräten der amerikanischen Korngcsellschaft in Eurova: 40 000 Ton. Weizenmehl, 20 000 Ton. andere Mehllorten, 30 000 Ton. Roggen.

Amsterdam, 18. Mär». Einer Reutormeldung zufolge antwortete Lord Curzon auf einen von dem Herausgeber der ZeitschriftChristian Common Wealth" an ihn gerichteten Brief, ba§ di« Lebensmittellage in Deutschland zweifellos in einem großen Teil des Lan des schlecht fei. Es würden Vorkehrungen getros'en, um eine große Lebensmittelniederlage an einem passenden Mittelpunkt zu errichten, von wo die Lebens­rnittel, sobald die notwendig« Tonnage zur Verfügung stehe, rasch und gut verteilt werden können. Die Blockade sei auf die Versorgung Deutschlands mit Lebensmitteln ohne Einfluß Sie verhindere nicht, daß Lebensmittel, mit denen man Deutschland versorgen könne und wolle, dahin befördert werden. Er wisse nichts davon, daß die an Deutschland überwiesene Kinderoekletdung auf dem Wege dorthin aufgebalten werd«.

Wa» wir brauchen.

Berlin, 18. März. Di« Einreiseerlaubnis für Angehörige der Weftmächte und die Zahl der militari- chen und zivilen Kommissionen der Wesjmächte, di« seit November Deutschland bereisen, haben einen ausfallen­den Umfang angenommen. Wie verlautet, ist die Frage im Kabinettsrat geprüft und dahin entschieden wor­den, daß von jetzt ab keine Angehörigen der Verbünde- : ten ohne besondere Erlaubnis der Waffenstillstands- i kommission Deutschland bereisen darf. Dieser Beschluß durfte allgemeiner Zustimmung sicher sein, denn di« Westmächten hatten seit November Zeit genug zum j

VolkSpariei wurde Kapitän zur See v. Müller, einstig« Führer derEmden", gewählt.

Deutsch« Spartakisten in Petersburg.

Berlin. 18. März. Wie dieNat. Zig." von

Marburg

Mittwoch. 19. Mürz

Stud.um der deutschen Wirtschaftslage. Wir brauchen heute keine Studienkommission mehr, sondern Brot und Friede«.

Nmm btt M« nat Mud M

Berlin, 18. März. ~ AuS dem Großen Hauvt» auartier wird mitgeteilt: Die öffentliche Meinunq bv» ^ckästigte sich in letzter Zeit wieder vermehrt mit der Frage, warum der Kaiser nach Holland ging. Um falscher Be­urteilung vorzubeugen, bemerke ich zur Sach« kurz fol­gendes:

Als am 9. November der Reickskanzler Prinz Max von Baden die Abdankung de- Kaisers ohne dessen vorherige ErnverständniserUärung veröffentlichte, war daS deutsche Heer nicht geschlaaen, aber seine Kräfte schwan­den dabiu, während der Feind frische Massen zu wei­teren Angriffen bereitstellte. Der Abschluß des Waf­fenstillstandes stand unmittelbar bevor. In diesem Augen­blick höchster militärifcher Spannung brach in Deutsch­land die Revolution aus. Die Aufständischen be« mäckttyten sich im Rücken bei deutschen Heeres der Rheinbrücken, wichttger Magazine und Verkehrspunkt«. Dadurch wurde bk Zuführung von Munition ttnb Ver­pflegung gefährdet, während die Bestände der Truppe« nur noch für wenige Tage ausreichten. Die Ekapven- und Ersatztruppen lösten sich auf. Auch über die Zu­verlässigkeit des eigentlichen Feldheeres liefen ungünstige Meldungen ein. Angesichts dieser Lage war eine fried­liche Rückkehr des Kaisers in die Heimat nicht mehr denkbar und tonnte nur noch an der Spitze treu« Tnippen erzwungen werden. Der völlige Zusammen­bruch Deutschlands war dann unvermeidlich, hätte sich doch zum Kampf mit dem zweifellos nachdrängende« Feinde der Bürgerkrieg gesellt. Der Kaiser konnte sich ferner zur fechtenden Truppe begeben, um an deren Spitz« in einem letzten Angriff den Tod zu suchen. Auch dadurch wäre der vom Volke heiß ersehnte Waffenstill-

Mrn.

Da» neu« Kabinett. Der

München, 18. März. In der des bayerischen Landtage» stellte

fanb ia der Form eines Waffmstillstandes ober im Präkminarftieden vorzulegen seien. Es schien bie Mei Ito*« M bestehen, die Friedenspräliminarien zu beschleus WtflrR wnb fein weiteres Waffenstillstandsabkommen ab- fuschkießen. Andererseits wird die Ratifizierung durch ne Parlamente nötig werden, was eine gewisse Ber- Sgemsg bewirken würde.

Am Schluß bet Sitzung erörterte bet Rat die Lage l« Polen. Die Lag« der Stadt Lemberg wird immer kritischer. Di« Bahnverbindung mit Prz-mysl ist abgc- fchnitten. Der Zustand in Polen sei kritisch und würd'- bielleicht «ine Rückwirkung auf das Kabinett P-.-derewski tusilben. In bitt Ukraine ist die Sage ebenfalls ernst Die polnischen Truppe» müssen schleunigst mit Waffen V vud Munition versorgt sowie durch Entsendung d-r in

Fra befindlichen ,von General hallet befehligten PÄn-fchen Divisionen unterstützt werden. Die Frage ber 6aw6efitberimg dieser Divisionen war Gegenstand ein- Drhemder Erörterungen.

al» Beamte der Wehrämter Verwendung finden. Vom läufig läßt sich di« Umwandlung der Bezirkskomma» do» noch nicht durchführen, solange bte Demobilk Retungsarteiten noch nicht beendet find.

Der »nzeigenvrei, betrügt fit bte8g«|» Zeile 20

Rabatt gilt als Serrobatt Set Auskunft d die «eichSttskt. u. vermittluna der Ingebate 26 4. S»nd«rgebihr. Postscheckkonto: Ar. 6C16 ttnt Franks, a. M.

fung der Rüstungen, der Kriegsbetriebe, der Kriegsflotte und des Militärflugwesens.

Zur Frag« der Rüstungsbeschränkungen Deutschlands schreibt dasJournal", Deutschland werde nur noch Geschütze von 150 Millimeter haben dürfen. Die Ver­wendung von Tanks und giftigen Gasen ist verboten: Kriegsakademien sind gleichfalls verboten. Die Sack- oerständigen sind jedoch dagegen, di« großen Manöver zu verbieten mit Rücksicht daraus, daß eS schwierig wäre, bie Grenze zwischen großen und einfachen Mrnövern ftstzusetzen. Fetner darf Deutschland nur sechs Pan­zerschiffe, fünf Kreuzer, zwölf Zerstörer, sechsundzwanzig Torpedoboote und 5000 Mann Besatzung unterhalten Die Festungen an den Küsten sollen geschleift werden.

Madrid, 18. März. (Havas.) Die französische Marine hat die in Spanien internierten deutschen U-Boot« in Besitz genommen.

Sie MttWs SmWM.

Berlin, 18. März. Wie verlautet, dauerten die Berhandlungen über das Lebensmittelabkommen genn-r zwei Monate. Die ersten Bezüge, Fett. Schweinefleisch und kondensiette Milch, werden namentlich den Säug- singen und Müttern zugute kommen. Die Bezahlung ber Posten ist bereits in bie Wege geleitet worden. Ti- Liefetung erfolgt sofort nach Bezahlung. Lieferant ist England. Die weiter schon gekauften 235 000 Tonnen Lebensmittel liegen in England, Frankreich und Belgien bereit und werden vermutlich innerhalb 30 Togen ge­liefert werd»». Der Preis ist etwa eine halb« Milliarde Mark. Außer den weiter monatlich zur Einfuhr bewillig­ten 370 000 Tonnen Lebensmittel ist noch die Einfuhr wn Fischen und Gemüsen ans den angrenzenden Län­dern gestattet. In Norwegen liegen bereits 100 000 Tonnen Heringe bereit Der Handel mit den Neu­tralen wird so rasch wie möglich von den Beschränkun­gen befreit und der Post« und Telegra"henverkehr frei» aegeben. Mit ber Lieferung von Rindfleisch sieht es nicht gut aus. Auch fehlt es für den Transport von Gefrierfleisch an geeigneten Schiffen. Auch die Einfuhr von Futtermitteln konnte nicht erreicht wer­ben. Immerhin wird durch die geringe Ausmahlung des Mcblcs eine enttprechende Menge Kleie gewonnen. Auch- Hat Frankreich Kopra und Palmkerne in Aussicht gestellt

Berlin, 18. März. Die ersten 270000 Tonnen Lebensmittel sollen durch 100 Millionen Mark Gold und 25 Millionen ausländischer Wertpapiere bezahl! werden. Für weitere Bezüge lehnen die Westmächte Zahlungen in Reichsmark ab, ebenso verweigern sie Kredite aus inländische Werte. Es bleibt also nur der Ausfuhrwert der deutschen Waren und der Erlös von Ladungen deutscher Schiffe, die sich in sremden Häsen befinden. In den neutralen Ländern kann die Finanzierung durch Kreditgewährung auf ausländische Wettpapiere, die sich in deutschem Besitz befinden, er­möglicht werden. Gold soll einstweilen nur als Sicher­heit in Brüssel deponiert werden. Die Westmächte beab­sichtigen, die Neutralen zur Besprechung der Frage der deutschen schwebenden ätebite nach Paris einzulaben Das kann zu einer Art Kuratel über Deutsch-

e»Mr RMW1.

Berlin, 18. März. Nach berBoss. Ztg." trafen eine französische Besatzung von 70 Mann, zum Teil chwarzrn Truppen, und zwei Ossi - in Karls­ruhe-Rheinhafen ein. Gleichzeitig erhielten auch bie Orte Mannheim unb Rheinau toieber französische Besatzung.

Dresben, 18. März. Auf dem Rückwege von Rußland stahl» der Gefreite Hilscher die 300 000 Mark enthaltende Regimentskasse, da, wie er zur Entschuldigung ansührte,überall gestohlen wurde". Das Kriegsgericht verurteilte ihn »n l1/« Jahren Gefängnis. Das Geld wurde wicker erlangt

Luzern, 18. März. Der intern.Tonale christ­liche Arbeiterkongreß ttat heute in Luzern zu- am men. Er ist von den meisten Ländern Europas zahl­reich beschickt worden.

L i b a u, 17. März. Nach einem Moskauer Funk­bruch wurde Cherson von den Truppen deS Kosakeu- ührers Grigcricr besetzt Die Truppen der Wcstmächt« haben nach schweren Kämpfen die Stadt verlassen.

Amsterdam, 17. März. DemAllgemeen Han­delsblad" zufolge hatte ein amerikanischer Journalist eine Unterredung mit dem geflüchteten Sinrifeiittührer be Valero, in der dieser sagte, daß, wenn die Storyct, Konferenz nicht das Selbstbcsrimmungsrecht auf Irland

Slt Uttel Glettn.

Berlin, 18. März. DieDeutsche Allg. Ztg." schreibt: Die Borberektung der neuen Steuern bei Reichs ist nunmehr soweit geförbert, daß damit begonnen werden kann, die einzelnen Entwürfe je nach Fertigstellung dem Staatenausschuß zu überreichen, damit sie möglichst schnell von ibm an die Nattonalversammlung gelangen. Das ist umsomehr erstreb-nswcrt. als eS dringend erwünscht erscheint, auch in finanzieller Hinsicht die Kriegs­wirtschaft abzubauen und aus dem Schwebe­zustand des überaus stark angespannten Kredit? zu einet energischen AbbÜckung der Reichsschulden und einer ge­rechten Vertttlnng bet Steuerlasten überzuaehen. Zunächst werben bem Staatenausschuß bie Entwürfe einer KriegS- abgobe für 1919, Vermögenszuwachssteuer, Kapftaler- ttagsstener. Grundwechf-so^-'abe, Vergnügungs­steuer, Tabaksteu-r unb Svielkattensteuer beschäftigen. Zu ihnen wirb u. a. ber Entwurf einer Erbschaftssteuer in kurzem hinzufteten. Weitere Gesehenfwürfe werden allmählich folgen. DaS ganz« Werk soll durch eine große Vermögensabgabe gekrönt werden, lieber die Verteilung der steuerlichen Belastung ist, wenn mav nach dem voraussichtlichen Ettrage der einzelnen Steuern urteilt, zu sagen, daß sie sich ganz überwiegend aus direkten Steuern zusammensetzt, während di« in» direkten Abgaben vergleichsweise eine nur geringfügige Rolle spielen.

lublff als Pufferstaat zu bilden. Auch habe es seinen Eiufvruch gegen den Anschluß Deutsch-Oester­reich 8 an Deutschland fallen gelassen. In der Frag« des Saarheckens begnüge es sich damit, die Koh- ieuföidenrM dieses Gebietes für eine Reihe von Jahren als Entschädigung zu beanspruchen, ohne auf einer Aun.xio» zu bestehen. Es fei Wilson gelungen, Elcmen- ttau davon zu überzeugen, daß bie öffentliche Meinung Amerikas eine Annexions- ober Gewaltpolitik gegenüber Deutschland nicht dulden würde.

Aie dem Büro Eutvpapreß aus London gemeldet wird O nw fa England sehr beunruhigt über die Absicht Wil­sons, den Völkerb u ndv er t rag in den Fricdens- hertrag auszunehmen. Der FtickenSschluß wird dadurch erheblich verzögert, da bte Fertigstellung des Völkcr- bundnerlrageS noch Worben, ja vielleicht Monate in An frnt* nehmen könne. Die durch den verzögerten Frie bensschluß entstandene innerpolitische.Lage würde sich Ü» Engkand nnd auck vielleicht in Frankreich derart Der» flimmern, daß sie angesichts der Haltung des BrofitariatS und der Verhältnisse in der Jttdustrie alten Bin»erw gefährlich werden können. Die englischen Blatt itr irrten deshalb energisch für einen sofortigen FtickrnSschkuß mit Deutschland ein, Wilson solle sich knwit begnügen, bie Grundsätze des Völkerbundes in den Friedrnsvertraa aato-nomtneu zu sehen.

Va ri», 16. März. (Reuter.) Bei der heutigen Sifceegbee Obersten Kriegsrates wurde Llopd George eilt »on Dkkson, Elemenceau und Orlando unterschriebener l Srief Ehergeben, in bem er bringend ausgefordert wick.

IDi«Oberbessiscke 3 «11 u n q erickefnt sechsmal wächentlich. 5)er Bezuasprei» beträgt monatlich 1.25 *. frei n,S Hau» (durch die Poft ohne Bestellgelb). Verla, »an Dr. C Hitzerath. Markt 21/26. FeraiPrecher 55.

Ministerpräsident

Hoffmann das neu gebildete Ministerium vor. E» fetzt sich w'e folgt zusammen: Ministerium des Aeuhern

Genf, 18. März. Nach einer Meldung aus Lon»

1 hm», berichtet der Pariser Korrefvonbent des....Man-

Slt SrltimdtdlmiM

Varl», 18. März. (Havas.) Die gärige Sitzun« h» Oberste» RateS dauerte sehr lange. Wilson und M beteiligten sich mehrmals an der Aussprache. Es ftmrbe» »»nächst bte maritimen unb bie Luftschiffahrts- ftagea behandelt und in der ausgearbeiteten Form ange- tramn. Die Aussp-ache über die deutschen Kabel ftmrb« nicht z» Ende geführt. Ebenso erreichte man kein« Skm'gnng in der Frage des Kieler Kanals ks entstände» die Fragen: Sollen bie deutschen Kab-' he» D ^chen wiedergegeben werden und soll der Ktele'-

Kine geplante Rückkehr tmch England um ztvet Wochen M t-ers«hiebe», angesichts der Dringltchkeft deS Prob- stviS, mit dem sich bte Konferenz in den nächsten Tagen k« begaffe» hat, und daS die Unterzeichner des Bneses Mr wichtiger halten als sogar bie Arbefterschwieria- ktttn. Ne in England beigdrgt werde» müssen. Wir : ( Itiidwttt, wird Lloyd George seine« Beschluß in dieser frage kg» der Ansicht seiner Kollegen abhängig machen, * fdne Anwesenheit in England nötig sei.

Vf* Bermeabtmg der dentfche» Handelsflotte.

Pari», 18. März. (Havas.) Eine offiziös« Note »richtet Eber Ne Verwendung der deutschen Handelsschiffe. « ha »bett ftch nicht um eine Verteilung ber Flotte, wabern m» Ne Frage bet Verwaltung bis ber Friedens» j Ertrag bie endgültige Bestimmung über die Schisse ge» | «»ffo» bat. Der provisorische Charakter der Uebergabe bte Stegierungen wirb bezeugt durch bie in ter» »atienale Flagge. Frankreich wick 600000 Ton- ät an Transportschiffen unb 75 000 bis 100 000 Ton- ! be« a» gtaß-'n Personcndauwferu erhalte«. Der Rest i Mich i» Neichcn Teilen an England unb bie Vereinig- i W» Staate» verteilt werden und zur Leimbeförderung : w amerikansichen und australischen Truppen dienen, i Heinen Dampfer werden an Frankreich und Groß- t nrit-mme« verteilt wecken.

Die Entwaffnung Deutschland».

Sari», 18. März. Der vom Rckaktionsausschuß ber ycrSHtÄtk» verfaßte Text wurde vom Großen Rat Wißenoutmen. Bekanntlich ist darin die Abrüstung ; DeutschtondS vorgesehen, wonach cs seine militärische Dr» torif-rtioa auf allen Gebieten zwei Monate nach Unter« . Zeichrmng bet ihm aufetlegten Bckingungen anzu- Passen hat. Die Zahl von 100 000 Mann für ein : Hc« wird beibehalten, desgleichen das System

freiwitttge» Rekrutierung auf 12 Jahre, die Abscha'-

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Berlin, 18. März. ES verlautet, daß der Justiz- Minister Stint als Nachfolger des Ministers Hirsch im Ministerium de? Innern in Aussicht genommen wor­den ist, wenn dieser he« Posten des Ministerpräsidenten übernimmt.

Berlin, 18. März. DieB. Z.a. M." mt&eh Ms Opfer des Aufruhrs wurden bis jetzt 222 Tote nach dem SchauhauS in der Hannoverschen Straße gebracht, darunter befinden sich 18 Frauen und Mädchen. Tic Gesamtzahl ber Toten läßt sich noch nicht feststellen.

Wie ber Telegrapben-Nnion von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, besetzten Truppen der Garde-Kavallerie-. Schützen-Division am 16. März Adlershof und bett Flug­platz Adlershof. Es wurden befchlagnabmt: 27 Maschi­nengewehre, 655 Schußwaffen, 2350 Sttchwaffen, nahn- zn 500 000 Schuß S.-Munitton, Handgranaten unb sonstiges Militärgut. Die Truppen haben, ba ihnen von ber Bürgerschaft Quartier verweigert wirb, zwangs­weise in Sälen und anberen Räumlichkeiten Unterkunft gesucht, lieber Adlershof ist ber Belagerungszustatck verhängt worden.

Bon den Regierungstruppen wurde am Dienstag in Köpcnik einer der Führer der dortigen Unabhängigen, der Stadtverordnete F u t r a n, verhaftet. Futtan wird der Beteiligung an der Entwaffnung von Regietnngs- trtlppen in Frickrichshagen beschuldigt. Er war unter Adolf Hoffmann Vresscdezernent im Kultusministerium: im Privatberuf ist er Friedbofsausscher gewesen.

Kolberg, 18. März. Reichswehrminister NoSke und General v. Winterfrldt ttafen heute zu einer B sp echung bei Hindenburg ein.

Ratibor, 18. März. Gelegentlich eine» Bor» traaeS des ehemaligen Volksbeaitstragten Barth war in Ratibor ein Putsch größeren Umfanges geplant, der aber rechtzeitig verhindert wurde. Es wurden die öffentlichen Gebäude sofort besetzt. Als Barth von Breslau kam, mürbe er mit bem nächsten Zuge wieder abgeschoben. Der Versammlungsort wurde militärisch besetzt.

Blankenburg, 18. März. Zum ersten Vor­sitzenden der hiesigen Ortsgruppe der Deutschnationalen