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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

65.

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Marbnra

D.'onlaq. 17. V.'tirz

IDer Anzeigenpreis beträgt fit die 8geig Zeile 20 J tt 50*U fttyljufifL, emtl augmort. tt. Sammrlanz. HO j 83/»/, Krieg»zu|chl. Reklome eile 1.2O.<. Zeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Bei iu«fwnft d die 6e|<t,5tf«R. w. Ffrmittlung der Ingtbale 25 ^.Londergedähr. Pastschecktanta: St. 5C15 Amt Franks.«. M.

54. Iahrg 1919

$os SriOtltr WloMt«.

Wie Einfuhr von monatlich 370 000 Tonne» er« ImIIi Fische und Gemüse werde» nicht angeeechnet.

'etfi», 15. März. Die Abkommen über die ßebenrmittelversorgung Deutschlands, über deren Ii««nzterrmg und über die Zurverfügungstellung Wt ds*tfchen Handelsflotte sind nach zweitäg'qen Perh»«dt»»gen in Brüssel heute unter zeichnet wfcee.

Rach den Vereinbarungen über die Lebens- «ittettiefernngen soll Deutschand, sobald die Lchifse le bee zu gehen bereit sind, die ersten Le- hensmtttel in Höhe von 270 000 Tonnen sofort ge­liefert erhalten. Deutschland hat weiter das Recht, »an eil ich dis zu 70 000 Tonnen Fett und WOW Tonnen Brotgetreide oder ihren &8<«»eTt in anderen menschliche» Lel>ensm!tteln M tewfe» oder einzufithren. und zwar nicht nur «rs Amerika und den (.'ändern der Wcstmäckte, ftnder» »ach aus neutralen Ständen. Die Vnfuhk Von Fischen aus Fängen In europäischen Ee-Mor» und die Einfuhr von Gemüsen sol­len hierbei nicht angerechnet werden. Die Ein- schränkrMH hinstchtlich des Fischfanges in der Ost- fte l»irtz fwfert aufgehoben. Zahlung soll auf Mr Lieferung im B o r a u s erfolgen. Die Ver- der linksrheinischen Gebiete soll in der Dleichsn Weise wie die des rechtsrheinis^en Ge- h«tc> erfolgt-:. Die deutsche Regierung soll ferner Kt Urrschiffung über deutsche Häsen und das In- And n«ch Tschecho-Slowakien und Oesterreich ge- fkrtie»;. Am die Lcbensmittelbeschassung zu ermög- üche-r. werden die verbündeten Regierungen den Serkechr mir dem Auslande für Deutschland erleich- ttrtt. In Notterdam soll eine ständige Kommission raaftnännifchen und sonstige» Fragen, die sich «s de« Abkommen ergeben, regeln.

Die »«ch Deutschland eingeführten Waren «usirs bei bezahlt werde», wobei Zahlungen i« R-.ichsrrmrk ausscheiden. Für die Bezahlung fciiiüiat in Betracht die Erlöse von Ausfuhr ans DeütM«ud sowie Ladungen in deutschen Schiffen h ncttCtefen Häfen, Kredite in neutralen Ländern, 8ert*üf oder Verpfändung ausländischer Wert- Papiere rmd Anlagen, Frachten deutscher Schiffe Eld Wirklich E o l d, das als provisorische Sicher­heit fZr f??o'schMe dient. Da die verbündeten Re- Mt<ü;=§ee$ über 270 000 Tonnen hinaus keine Lie- fer'-^gsVerpfkichtungen übernehmen und nur eine Etnfshe«kaubnis von je 370 000 Tonnen monatlich Geben, muh Deutschland damit rechnen, den Ber- h«ch W machen, einen nicht unerheblichen Teil der Arl-ensmittel ton den Neutralen zu kaufen. As streb daher Bestimmungen über die Ausfuhr ttach utAkralsn Ländern und die Verwertung von Mld und -länd'schen Wertpapieren für Kredite ÜL Rahrungsmitteleinfuhr aus neutralen Ländern t-trcffeii worden. Die Bestimmungen enthalten Erfchi^one Klauseln, insbesondere werden die ver- Knotfm Regierungen Listen über Waren, deren Aüsfahr verboten ist, einhändigen. Auch is kss Sofiem der Schwarzen Listen in den neutralen B6wte noch nicht aufgehoben, obgleich besten R-tsernng erwogen wird. Die verbündeten Re- Ocrunge« habe» entscheidenden Wert darauf ge-

Deutschland die Lebensmitteleinfuhren »vgtichst durch Ausfuhr finanziert. Es ist daher iestut,«t worden, daß abgesehen von der Bezah- * der bereits früher fest zugesagten 270 000 *ennan Gold und ausländische Wertpapiere einst- ®6iie* »ar im Betrage von 200 Millionen Dollar Sr die Bezahlung der Lebensmitteleinsuhren ver- ®rrtet »erden dürfen.

jt»i« haben die verbündeten Regierungen.

6«ti die Belei nng der industriellen Ausfuhr- «tiztrit and damit auf die Wiederherstellung der «»er«, Ordnung in Deutschland einzuwirken, »er« E"8t. dast die Einfuhren niemandem zukommeu «rfta, der infolge eigenen Berschuldens arbeitslos V. Die deutsche Regierung hat sich schließlich be- «it etKürt, in Brüssel ein Depot von 11 Millionen vfun» Sterling in Gold zu hinterlegen.

mir der Lieferung von Lebensmitteln s o - lort begannen werden kann. Das Depot ist zu- tüchMgsden, sobald andere Mittel bereitgestellt Verden für die Ueberlastung der beschlagnahmten

Etlstjkrdrfchen Wertpapiere. Die verbündeten Re- GierunHe» »erlangen ferner, daß mit der Beschlag- ^hme der ausländischen Wertpapiere sofort wird, was von dcuischer Seite an- Erk<r:>nt wurde. Durch die bisher von den verbiln- J-.egieruuge.r anerlaiiaten Zahlungsmittel wird etwa nur die Hälfte der Lebe.ismittcl zu ^cken fein, deren Einfuhr nach Deutschland ge- i^ttei ist. Die Frage der Deckung des Nestes muß «Steren Serhandlrmgen Vorbehalten werden.

um pI

Da» Abkommen über die Zurverfügungstellung der Flotte enthält die Ausführu"gsbestimmun« gen zum Trierer Abkommen. Hierbei sind einige Zusagen gemacht worden. Insbesondere sind ge­wisse Ausnahmen, wenn auch vorläufig nur pro­visorisch, zugestanden worden, ebenso bezüglich der deutschen Mannschaften und der Schiffsladungen. Auch die Frage des Delegierten ist in einem Sinne entschieden worden, der sein Arbeiten erhoffen läßt.

Der wesentlikbe Unterschied dieser Verein­barungen gegenüber den bisherigen Verhandlun­gen liegt darin, daß die verbündeten Regierungen nicht Deutschland die Lieferung einer bestimmten Menge non Lebensmitteln garantieren, sondern das Recht einräumen, Lebensmittel in der Höchst­menge von 370000 Tonnen monatlich durch selb­ständige Abschlüsse von Verträgen in den feindlichen oder neutralen Staaten einzu­führen. Die Erhaltung der Kreditfähigkeit Deutfch- land» gegenüber diesen Ländern ist daher die Voraussetzung für die Möglichkeit der Aus­nutzung der Einfuhrerlanbnis, und deshalb ist un­sere wichtigste Angabe, jetzt für möglichste Stei­gerung der Ausfuhr von Rohstoffen und industriellen Erzeugntsien zu sorgen.

Berlin, 15. März. DerVerl. Lok.-Anz." bringt ene Havas-Depesche aus Brüssel, wonach de: Beginn der Lebensmittelversorgung Deutsch­lands aus den 15. April festgesetzt wurde und die Veibündeten sich für eine ausreichende Lebens- mifelversorgung Deutschlands bi» 15. Dezember oeitüigt haben.

Paris, 16. März. (Reuter.) Den Deutschen wird erlaubt, in Norwegen Schiffe zu lausen und den Fischfang in der Nordsee wieder auszunehmen. Ferner werden Schritte zur Milderung der Blockade unternommen.

Amsterdam. 16. März. Einer Reutermel- dung zufolge erklärte der aus Berlin nach London zurückgekehrte Lebensmittelkont'-ollenr Roberts, daß der Oberste Wirtschaftsrat Notmaßnahmen er­wäge. um das hungernde Mittel- und Siidost- europa sofort mit Lebensmitteln zu versorgen. England treffe Vorbereitungen, um 100 000 Ton­nen Kartoffeln nach Rotterdam zu senden, die unter Aufsicht der Militärbehörden nach Deutsch­land gebracht werden sollten. Desgleichen würden Fett und kondensierte Milch gesandt.

DemAlgemeen Handelsblad" zufolge soll An­fang nächster Woche der Transport einer großen Menge kondensierter Milch und Speck von Rotterdam nach Deutschland beginnen. Un­gefähr ein Drittel der gesamten Milch, die Deutsch­land zugewiesen wird, befindet sich schon in Rotter­dam. Desgleichen sind schon mehrere tausend Ton nen Speck daselbst aufgestapelt.

S t o ck h o l m, 16. März. LautNya Daglighi Allchanda" erklärte Magnus Soenson, der seil zwei Tagen im Auftrage Hoovers tn Stockholm weilt, Amerika wolle in Schweden sowie in Hol­la *, Dänemark, Norwegen und vielleicht auch in Finnland Lebensmittel für den Bedarf der M'll-l mächtc lagern. Es fei beabsichtigt, schon jetzt die Aufstapelung vorzunehmen, bevor der ameri- kai ischc Schiffsraum im Frühjahr für andere Zwecke gebraucht werde. Das Ziel fei, auf diese Weise rings um die Mittelmächte Korn­kammern zu errichten, um deren Bedarf zu decke«.

Brüssel, 16.'Marz. (Havas.) Amerika be­stimmte Antwerpen als Ausgangsort für seine Berproviantierungsaktion.

Paris, 16. März. Wie der LyonerProgrbs" erfährt, wird Deutschland eine große Menge Kohlen als Eegenlieserung für die Lebens­mittelversorgung zu stellen haben.

Die Auslieferung der deutsche« Handelsflotte.

Amsterdam, 16. März. Reuter ersahtt über die Auslieferung der deutschen Handelsschiffe, daß aus verwaltungstechnischen Gründe» die ausg^ie- ferte Tonnage unter den Verbündeten verteilt werden wird. Da Italien schon, im Besitz der öster­reichischen Schiffe ist, wird es nur einen sehr klei­nen Teil der deutschen Schiffe erhalten. Frank­reich werden große Ozeandampfer zugewiesen wer­den. Den Rest der deutschen Tonnage werden zu gleichen Teilen Amerika und England erhalten. Amerika hat kein Interelle an Frachtdampfern, von denen England wahrscheinlich dreiviertel erhalten wird. Eine Wirtschaftskommission roirö in Ham­burg eingesetzt werden. Sie wird die Aufgabe haben, sich mit den Schiffsfrachten und den damit zusammenhängenden Fragen zu beschäftigen.

L o n d o n , 16. März. (Reuter.) Die deutschen Schisse werden fast ganz britische, amerikanische und französische Bemannungen erhalten. Die Schiffe, die für Truppentransporte gebraucht wer­den, dürfen keine deutsche Bemannung führe«. $)ie

Gesamtsumme der ausznliefernden deutschen Ton­nage schätzt man aus 31/» Millionen Tonnen, die in neutralen Häfen befindlichen Schiffe ein­begriffen.

Paris, 16. März. (Reuter.) Admiral Wemytz ist von Brüssel nach Pari» zurückgekehrt. Er teilte mit, daß Deutschland ungefähr! 15 0 Schiffe abliefern werde. Sobald diese in See gegangen seien, werde sofort mit der Lieferung der Nah­rungsmittel begonnen.

B e r 11 n, 15. März. Von den im Auftrage des Norddeutsche» Lloyd auf den deutschen Werften im Bau befindlichen Schiffen sind drei neue F rachtdampfer (Augsburg",Dessau" und ..Sippe) fertiggestellt. Auf Ersuchen der Schifss- besichtlgni'gskommission der Westmöchte werde» die Dampser Mitte nächster Woche nach Bremerbaven gebracht und wahrscheinlich sofort zur Herbeischas- fung von Lebensmitteln fertiggemacht.

Berlin, 17. Mörz. Hebet die Auslieferung der Schiffe verlautet, daß die Handelsflotte inner­halb 30 Tagen übergeben fein muffe. Neun Passa­gierdampfer, darunter derllinpe^ator", wirte: an Amerika ausgeliefert. Die Aebergabe dieser Schiffe habe bereits innerhalb dreier Tage zu er­folgen. Diese Schiffe erhielten aÄrrikanische Ve- fabung.

Ein deutsche« Il-Boot auf der Flucht verfenkt.

Madrid, 15. März. (Reuter.) Nach einem Telegramm aus Ferrol entkam das deutsche U-Doot, das dort interniert war und den Verbün beten ansgelieserf werden sollte, aus offener See Es wurde von einem spanischen Zerstörer verfolgt. Das U-Boot wurde versenkt und seine Mann- schüft von der-Besabung des Zerstörers gerettet.

Der Nordostsec-Kanal.

V?rn, 14. März. Der zuständige Ausschuß für Häfen und Scefraqen hat beschlösse", daß der Nord- Ostsee-Kanal nicht internationalisiert wird, so" dern Deutschland verbleibt, das die Schissahtt für Schisse aller Nationen in der Friedensreit ge­statten muffe. Falls in einem Kriege Deutschland nicht kriegführender Staat sei. müsie es die Durch­fahrt von Schiffen aller kriegft'hrende» Nationen gestatten. Die amerikanischen Delegierten hatten sich haupchächlich gegen die Internationalisierung ausgesprochen, um die Jnternationalisterung des Panamakanals zu vermeiden. Die englische Delegati..» verlangte demgegenüber, daß nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages die Liga der Rationen einen internationalen Kongreß ein- berufe, der über die Internationalisierung aller Wasserwege, die zum Meere gehen, darunter auch des Panamakanals, entflbeiden soll.

Bern, 15. März. Wie derTemps" wisien will, erwägen die zuständigen Ausschüsse u. a. eine Lösung der Rordostseekan a lfrage, wonach der Kanalbetrieb einer internationalen Aktiengchell- schaft übertragen werden soll, die sich aus den Re­gierungen zusammensetzt, deren Handelsschifsabr" den Knal benutzt, der aber späterhin nach Fest­legung der neuen europäische!' Ordnung auch Deutschland angehö en kann. Der Wart des Kanals einschließlich eines Landstreisens auf beiden Ufern :oU der Entschädigung, die Deutschland zu zahlen hat, ange-eckinet we-den.

Die Ausf»hrverha»dl»ngen in Rotterdam.

Berlin, 15. März Bei den gestrigen Ver­handlungen in Rotterdam über die Lieferung von deutschem H o l z an die Verbündeten stellte es sich heraus, daß die Gegner vor allem zwei Millionen Schwellen benötigen, ohne deren Lieferung sie kein Interesse für die deutscherseits a: gebotenen Bohlen und Bretter haben, die bei der Ausfuhr aus Deullchland in erster Linie in Bet-acht kom­men. Da die deutschen Sachverständigen ein Schwellenangebot nhne vorherige Prüfung der hei­mischen Berhältn'sie in solchem Umfange nicht machen konnten, wurde vereinbart, ein schriftliches Angebot über Epaa einzureichen.

Völkerbund und Friedensvertrag.

N e w y o r k, 15. März. (Reuter.) Der Sekre­tär Wilsons Tumulty erhielt ein Kabeltelegramm von Wilsön, wonach der Oberste Kriegsrat end­gültig beschloßen hat daß der Völkerbund einen Teil des Friedensvertrages bilden soll.

Amsterdam, 16. März. Der Niederländi­schen Telegr.-Agenrur zufolge ist in Washington eine Vereinigung gegründet worden, die das Ziel hat, den Völkerbund zu bekämpfen.

Die »Abrüstung" der englischen Flotte.

A m st e r d a m, 15. März. Nach einer Reuter- Meldung aus Paris verlautet, daß in einer dort abgehaltenen Sitzung die britische Reichsdelegation darin übereinstimmte, daß den Ansorderungen für die Verteidigung des zerstreuten britischen Reichs nur genügt wertze, wenn das vor dem Kriege be­

stehende Kräfteverhältnis zwischen der britische« und den anderen Flotten wieder hergestellt werde.

SBHii für die rheinifche Republik.

Genf, 16. Marz. Dem ..Intransigeant" ge­mäß ist Wi>jvn mit der Gründung einer rhei«i« schm Republik einverstanden.

Ausdehnung de« Kölner Brückenkopfes?

Amsterdam, 15. März. Demlefegraaf* zufolge meldet dieTimes" aus Köln, daß es t« dem gesamten westfälischen Industriegebiet stark gäre. Die Nachrichten aus Remscheid seien so be­unruhigend, daß man wahrscheinlich mit Zustirn. muibg aller Parteien, mit Ausnahme der Unruhe« stifter selbst, zur Ausdehnung des britischen Brückenkopfes bis übet das Solinger Gebiet hinaus übergehen werde.

Hamborn, 15. März. Eins Abteilung bel­gischer Infanterie, bestehend aus zwei Offizieren und 40 Mann, find heute in Walsum clngerücki und haben den Schutz des dortigen Hafens zur Siche» ivng der für die Westmächte bestimmten Trans­porte übernommen. Die Regierungstruppen mar« lchieren heute aus Hamborn, da die Einigung zwi­lchen der Stadtverwaltung und dem Vollzugsrat der Kommunisten endgültig vollzogen ist.

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' Die Verhandlungen in Spaa.

Berlin, 16. Marz. Aus dem Sitzungsbericht der Waffenstillstandskommission in Spaa vo» 14. März: Die deutsche Kommission hat Kenntnir davon erhalten, daß die Polen deutsche Kriegs­gefangene schmachvoll beb-nbetn. Ihre Beköstigung, die zum Teil aus verdorbenem Fleisch besteht, ist gänzlich unzureichend. Die deutschen Krieger sind in engen, eiskalten unterirdiskben Räumen unter- gebracht. Ihre Bekleidung besteht mir aus eir-m Drillichanzug und Holzv-rntinen. Sie erbalie« keine Decken. Selbst E^geschirr und Waschröpf» fehlen. Dazu wurde auch noch, jeder Kultur zum Hohn, die P r ü g e l st r a f e für di- geringsten Vergehen eingefiihrt. Bei ihrer Gefangennahme wirbe den den'schon Mannschaften ihr gesamter Hab und Gut, selbst Heniven, Strümpfe, Hand­tücher, Hosen und Stiefel sowie Kämme und Seift gestohlen. Die deutsche Kommission erhob feier­lichen Einspruch dagegen und ersuchte um schnelle Abhilfe. Der Vertreter der deutschen Regierung bat um grundsätzliche Entscheidung der Frage, oi und unter welchen Vebingi-ug-n die Studenten der deutschen Hochschulen im unbesetzten Gebiet oder in der neutralen Zone die Osterferien bet 'hren Angehörige« im besetzten Gebiet »erleben dürfe«.

Die Verbündeten teilten in einer R-te mit. dass ie Luftverkehrslinien nach Paris ein# «richten wünschten und zwar die eine von Straß, burfl, die andere von Mainz aus. Letztere soll über Frankfurt a. M.Wür'buro Bayreuth führen. Zu ihrer Einrichtung verlangten die Verbündeten Landungsplätze nördlich Würzbu-'g und Bayreuth. Außerdem wollen sie die Linie ParisPrag von dort nach Warfch-ru verlängern, wozu sie zwei wei­tere Landungsplätze in Schlesien wünschen. I« 'iner weiteren Note kündigten die Verbündeten an, daß der tschecho-slowakische Staat auf dem Wege über Elbe und Rhein mit Lebensmitteln versorgt werden soll. Die Verbündeten erklären in der Roke ferner, daß die Lebensmittel für die Tschechen, die ihr Ziel nicht erreichten, von den Deutschland bereinig1 en Lebensmitteln abgewogen werben. General v. Hammerstein erklärte, er werde die Note ^er zuständigen Stelle zur Entscheidung weiter- jeben; er müsse jedoch Einspruch gegen die Form bet Slote erheben, die als eine Anordnung Fachs übergeben fei.

Sie SilMrt.

Breslau, 16. März. In der Spart^kuS-Hauvt» zentrale Oberschlesiens herrscht Mißstimmung und Nieder­geschlagenheit wegen des mißlungenen Ausstandes. Die Spartaki" n hoffen auf neue Gelegenheit zur Erlsil- lung ihrer Bestrebungen. Der Grenzschutz wird nicht gefürchtet.

Pari». 16. März. (HavaS.s DerTemps" schreibt, daß hinstchflich der polnischen Grenze in Schlesien noch Zweifel beständen. Ueber die Zugehörigkeit der Distrikte Groß-Wartenberg und Namslau sei noch kein Beschluß gefaßt worden. Oberschlesien werde sehr wahr­scheinlich den Polen zusallen mit der Bahn Ratibor Oderberg. Der Anschluß an die tschechische Grenze werbe in Neustadt erfolgen.

Wien, 15. März. Ein Newporter Funkspruch mel­det: Gewissen Mitteilungen zufolge beschloß die Zehner- Kommission in Paris, daß Ostpreußen eine besondere Republik sein soll» deren territoriale Verbindung mit Preußen im höchsten Maße eingeschränkt werden soll.

Graudenz, 15. März. Bei Bromberg gehen die Polen seit einigen Tagen zu größeren Augrissen vor. Den deutschen Vorposten wurden von den Polen mitgeteilt, daß der Wasjenstillstand wieder aU gekündigt gelte.